Theologie

17. Mai 2015

Indizien dafür, dass deine Wissenschaft möglicherweise eigentlich gar keine ist, sondern lediglich ein scheinwissenschaftlicher Deckmantel zur Rechtfertigung einer feststehenden dogmatischen Ideologie und der sie vertretenden Organisationen:

  1. Deine Wissenschaft dient ihrer Selbstbeschreibung nach explizit zur Rechtfertigung einer feststehenden dogmatischen Ideologie und der sie vertretenden Organisationen.

Nicht sinnlos

16. Mai 2015

Ich habe das schon öfter angedeutet, aber ich finde, es ist durchaus wert, einen eigenen Beitrag zu erhalten: Ich finde, Atheisten könnten sich ein bisschen mehr mit der ihnen oft vorgeworfenen Sinnlosigkeit einer Welt ohne Götter auseinandersetzen.

Nicht nur, weil es eine empörende Ironie ist, dass die Protagonisten der Religionen uns – ich benutze das Wort ausdrücklich mit der angemessenen Distanzierung von jeder Tendenz, Atheisten als homogene Gruppe zu beschreiben – sagen, sie würden einen Sinn im Leben, in der Welt, im Universum, der Existenz bieten, den unser Unglaube negiert, obwohl ungefähr das Gegenteil der Fall ist; sondern auch, weil ich mir vorstelle, dass es sehr wichtig ist, vom Ergebnis her.

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Mehr Kriegsmetaphern!

14. Mai 2015

Stellt euch mal vor, ihr wärt Qualitätsmedien. Versetzt euch in die Position von jemandem, dem schon jeden Morgen beim Zähneputzen die Brust schwillt eingedenk der eigenen gar nicht überschätzbaren Bedeutung für die Demokratie, die Zivilisation, die öffentliche Meinung, den Fortbestand der Menschheit an sich, und der sich kaum die Nase putzen kann, ohne zu betonen, wie grundlegend der Unterschied ist zwischen seiner eigenen Seriosität, Investigativität, Objektivität und schieren Informationsgewalt und anderen interessengelenkten ahnungslosen völlig chaotischen und nur von uninformierter persönlicher Meinung getriebenen Medien wie diesem komischen Internet.

Und nun stellt euch vor, ihr wolltet darüber berichten, dass die EU mal bei der Bundesrepublik Deutschland nachgefragt hat, wie sie sich das eigentlich vorstellt, ihre Sonderregelungen zu den freien Berufen mit dem EU-Wettbewerbsrecht übereinzubringen, das genau solche Sonderregelungen eigentlich untersagt. Was denkt ihr, würdet ihr als angemessene Überschrift für einen solchen Artikel wählen?

Genau:

EU attackiert Steuerberater und Architekten

Und um die Art Leser, die ihr mit dieser Art Überschrift angelockt habt, nicht weiter zu irritieren, bringt ihr natürlich in dem Artikel auch keine Gründe für diese niederträchtige Attacke, abgesehen von einem kurzen Alibisatz, in dem ihr darauf hinweist, dass der Internationale Währungsfond auch meint, solche Regeln könnten irgendwie vage für das Wirtschaftswachstum schlecht sein, und dem natürlich sofort das Bundesfinanzministerium umfassend widersprechen darf. Weitere naheliegende Gründe für das Abschneiden dieses grässlichen alten Zopfes der Sonderregeln für Freiberufe wie etwa das Gleichbehandlungsprinzip erwähnt ihr nicht weiter, dafür dürfen aber alle Vertreter von Freiberuflerinteressenverbänden, die ihr vors Mikrofon bekommen habt, ihre alberne Panikmache – natürlich unwidersprochen – in eure Zeilen raunen, zum Beispiel so:

Ausländische Anbieter seien nicht an gleiche Qualitätsstandards gebunden.

Auch könnten gewerbliche Anteilsinhaber Kenntnisse aus der steuerlichen Beratung für die eigene Geschäftstätigkeit verwenden.

Dann beschließt ihr, dass es damit auch gut ist, weil alles Weitere ja tatsächlich sowas wie Recherche erfordern würde, und wenn zwei auf dieses Thema spezialisierte Wirtschaftskorrespondenten für so einen Artikel verantwortlich zeichnen, dann ist es ja eindeutig zu viel verlangt, dass sie den Leserinnen dabei irgendeine Information liefern, die über die unkommentierten Stellungnahmen der beteiligten Interessenverbände und Institutionen hinausgeht, und sei es auch nur irgendwas zu dem eigentlichen Inhalt der Regelungen, um die es geht.

Und weil damit ja Feierabend ist, könnt ihr jetzt gehen und euch frustriert fragen, warum so große Teile des blöden Plebs nicht einsieht, wie wichtig es ist, dass ihr für eure unverzichtbare Leistung im selbstlosen Dienst der Gesellschaft nicht angemessen reichlich bezahlt werdet.


Robuste Befragungstechniken

12. Mai 2015

Zu der aktuellen Serie Marvel’s Daredevil gibt es eigentlich gar nicht so viel zu sagen. Sie wäre (im Gegensatz zu dem Film, an dem echt nichts zu retten ist, soweit ich mich erinnere) trotz des ziemlich stumpfen Plots sehr sehenswert, wenn sie es nicht geschafft hätte, sich ausgerechnet die uninteressanteste und unsympathischste fiktionale Figur seit Monsters zu ihrem Protagonisten zu erwählen. Was schade ist, weil die anderen Charaktere eigentlich ausnahmslos echt gelungen sind, und weil ich den Darsteller Charlie Cox eigentlich sehr mag und seine Rolle deshalb schon echt gerne gut gefunden hätte.

Wirklich. Die zwei korrupten Polizisten haben mehr Charakter als der Arsch mit der Maske, und wer einen wehrlos am Boden liegenden Gegner noch ins Gesicht tritt, nur weil der ihn (zurecht) als dumm bezeichnet hat, der sollte wenigstens sonst irgendwie lustig sein, aber Daredevil hat den Unterhaltungswert einer Tasse lauwarmen Kamillentees und das unerträglich überhebliche Sendungsbewusstsein eines ADAC-Vertreters, und ich glaube, ich würde Geld bezahlen, um zu sehen, was Ramsay Snow mit ihm machen würde, wenn er ihn an sein Folterkreuz bekäme, womit wir beim eigentlichen Thema dieses Posts wären.

Ich. Kann. Nicht. Begreifen, wie man im Jahr 2015 noch eine Serie für ein dankbares Publikum ausstrahlen kann, die auf derart plumpe, unreflektierte, selbstverständliche Weise im unangreifbaren Bewusstsein der eigenen moralischen Überlegenheit Folter verherrlicht.

Wirklich. Ich kanns nicht begreifen. Daredevil ist tagsüber einer dieser unerträglichen Anwälte, mit denen uns die Popkultur seit Jahrzehnten quält, wohl in deutlicher Überschätzung der Coolness, die Arroganz und der Bewunderungswürdigkeit, die Rechthaben verleiht, und nachts foltert er halt Leute so lange, bis sie auf seine Fragen die Antworten geben, die er gerne hören möchte. Und perpetuiert damit diese widerliche und nach meiner Wahrnehmung nach wie vor grassierende Überzeugung, dass Folter eigentlich ein total guter Weg ist, an Informationen zu kommen, nur halt leider ein bisschen anrüchig, weil irgendwie nicht offiziell erlaubt.

Und weil ich es ziemlich unerträglich finde, dass einem das in jeder Episode unwidersprochen so beigebracht wird, würde ich gerne im Dienste meines eigenen Seelenfriedens hier gerne einmal widersprechen: Folter ist Mist. Und Folter ist nicht nur Mist, weil wir es irgendwie unschön finden, unsere Beamten damit zu beauftragen, Leute zu quälen, oder weil wir uns als Gesellschaft im Rahmen der notwendigen Abwägung der beteiligten Interessen entschieden haben, den Verlust an Zivilisiertheit und die Gefahr für Unschuldige höher zu bewerten als den Gewinn an kostbaren Informationen, der durch Folter zu erwarten steht. Folter ist (unter anderem auch) deshalb Mist, weil sie nicht funktioniert. Ja gut, der Artikel hinter dem Link beweist das natürlich nicht abschließend, und es fehlt nun mal an methodisch sauber durchgeführten Studien zu der Frage, aber es reicht ja schon, um festzuhalten, dass wir keine vernünftige Rechtfertigung haben, Leute zu foltern. Ganz egal, ob schuldig oder unschuldig, und ganz egal, ob wir dabei eine Uniform tragen, oder eine alberne Maske.

Und wer so hartnäckig und nachhaltig einem großen Publikum gegenüber den Eindruck erweckt, das wäre anders, und Folter wäre was total Gutes, wenn man sie nur verantwortungsvoll einsetzt, weil man anders halt nicht an die Führungskräfte hinter den kriminellen Handlangern auf der Straße rankommt, der trägt in meinen Augen zu einer Haltung bei, die unsere Gesellschaft krank macht, und die man wohl ohne unnötiges Melodrama als eine der größeren Bedrohungen für eine halbwegs angenehme Zukunft sehen darf. Und wenn die Leute, die das trotzdem tun, nicht von selbst aufhören, dann ist es in meinen Augen unsere Verantwortung, drüber zu reden, ihr Verhalten zu kritisieren, und ihnen ihren folterverherrlichenden Mist nicht abzukaufen.

Oder was meint ihr?


Allo Katy

2. Mai 2015

Leute, wie die Zeit vergeht. Ihr kennt das. Egal. Ich erinnere mich an die Türkeireise, als wär sie gestern gewesen. Echt jetzt. Und sonst hab ich ja Fotos, die meinem Gedächtnis auf die Sprünge helfen.

Hier zum Beispiel seht ihr einen umgefallenen Mülleimer in einem Museum in Bangalore, oder wie das hieß.

Und dieser ist sogar zusammen mit der Taube drauf umgekippt.

DSC03788

Desolate Zustände da in diesem Spanien, jaja. Aber ich will euch trotzdem noch ein bisschen davon erzählen. Kommt ihr mit?

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Schicksalsbewältigung im Sonderangebot

19. April 2015

Der Umgang von Leuten mit großer Trauer ist ja eine heikle Sache. Wenn wir Menschen verlieren, die uns nahe stehen, dann erschüttert, verändert das unser Leben, und stellt vieles infrage, was zuverlässig schien. Dieser Beitrag soll sich nicht über die Trauernden lustig machen. Er soll sie nicht angreifen, und er soll ihnen auch nicht vorgeben, wie sie mit ihrem Schmerz umzugehen haben.

Er soll aber sehr wohl kritisieren, verspotten und angreifen, was Matthias Drobinski für die SZ drüber geschrieben hat, und in geringerem Maß auch noch ein paar andere Sachen. Das ist leider schwer zu trennen, deswegen befürchte ich, dass es mir nicht gelingen wird, nicht auch zwischendurch mal was zu schreiben, was für betroffene Personen verletzend sein könnte. Ich versichere aber, dass ich es versucht habe, und für nützliche Hinweise dazu auch dankbar bin.

Jetzt aber los:

Ein Gottesdienst mit Kerzen, Gebet und Gesang macht die Welt nach der Germanwings-Katastrophe nicht wieder heil. Er klärt auch nicht, ob ein Flugzeugabsturz hätte verhindert werden können. Aber er gibt der Trauer eine rituelle Form – und gerade darin liegt sein Wert.

So der Teasertext und die Kernthese von Herrn Drobinski. Und wenn ihr wenig Zeit habt, könnt ihr jetzt aufhören zu lesen, denn man weiß eigentlich, was dann kommt. Aber falls ihr gerade eh ein paar Minuten über habt und euch nicht besser zu amüsieren wisst, dann folgt mir doch hinter den Trennbalken und lacht, weint und wütet je nach Disposition mit mir über diesen unerfreulichen Text.

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Let’s all celibate and have a good time!

19. April 2015

Lets all Kopie

Celibate good times, come on!


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