Restebloggen (105)

6. September 2014

Aktueller ist es jetzt zumindest. Jetzt muss ich nur noch dran arbeiten, ein bisschen mehr Polster zwischen die Restebeiträge zu kriegen.“What ho!” I said.

  1. Für alle, die keine Feedreader mögen und irgendwann aufgegeben haben, mein Autorenblog zu besuchen: Jetzt lebt es wieder auf, nachdem Angelic Duties durch ist: Generationenschiff wirft eine Bitte um Leserwünsche voraus. Wer meine Geschichten bisher mochte, oder sonstwie eine neue ausprobieren und oder oder mitbeeinflussen will, komme doch mal rüber. Hier wird es deshalb mit literarischem Inhalt natürlich eher dünner, aber ich bemühe mich, für den anderen weiterhin ab und zu mal Zeit zu finden.
  2. “What ho!” said Motty.
    “What ho! What ho!”
    “What ho! What ho! What ho!”
    After that it seemed rather difficult to go on with the conversation.

    Dank keoni habe ich kürzlich die Freude am Werk Pelham Grenville Wodehouses entdeckt. Vielleicht wollt ihr ja auch mal schauen (zum Beispiel hier), ob das einer für euch ist, falls ihr ihn nicht eh schon lange kennt. Ich finde, er gilt nicht ganz zu Unrecht in gewissen Kreisen als der größte humoristische Schriftsteller unter den Briten, wenn nicht sogar der Welt.

  3. Bedarf keiner weiteren Worte:
  4. Gleich mein allererstes Experiment mit dem Konsum von Holmes-FanFic hat mir große Freude bereitet, nicht zuletzt, weil paxlux’  The Physics of Present Tense äußerst stimmungsvoll gelesen wird von zwischendenstuehlen, die zwar als madove gerade eher ruht, in ihrem Tumblr aber sehr sehr lesenswerte Dinge wie dieses schreibt und teilt, weshalb ich sie euch sowieso dringend ans Herz legen will, aber hier geht es jetzt vorrangig um The Physics of Present Tense, das, wie ich nun aus eigener Erfahrung weiß, auch gefallen kann, wenn man sich eigentlich nichts aus dem ganzen Themenkomplex macht. (Achtung: Inzest und Drogen und Süßigkeiten und alles, was sonst noch geeignet ist, eure Moral zu zerrütten.)
  5. Ice Bucket Challenge. So viele tolle Leute, vor denen ich ein wenig Respekt verloren habe. Tut ein bisschen weh. Und macht, dass ich mich alt fühle.
  6. Und wenn ich schon mal im Cranky-Muriel-Modus bin: Guardians of the Galaxy. Wirklich? Ehrlich? Das kann nicht euer Ernst sein. Wäre sonst aber eine sehr gelungene Aktion in gemeinsamer Ironie.
  7. Wieder ganz ironiefrei empfehlenswert ist quadratmeters Wettbewerb “13 Briefe an das Ende der Welt“. Ich hab auch teilgenommen und würde behaupten, mein Beitrag sei nicht so schwer zu erraten, auch ohne Kennzeichnung, aber für mich ist das natürlich auch leicht gesagt.

Angelic Duties (24) – Finis

2. September 2014

We all knew it was going to end one day, and we all know it’s just the first book of a series, so there’s no excuse for sadness and lots of reasons to look forward to what else is to come, not least the new serialized novel I’m soon going to start on my author’s blog, so wipe away your tears, enjoy the last chapter here, and bookmark fabianelfeld.com, for in a few weeks, a new era is going to dawn there.

Or something.

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Restebloggen (104)

22. August 2014

Jawoll. Völlig obsolete Links zu Themen, die ungefähr zur gleichen Zeit aktuell waren wie Windows XP? Bittesehr:

  1. Mag. theol. Michael Gurtner, der uns zuletzt im Kontext der Erbschuld begegnet ist, erklärt uns heute, wann der Mensch seine Seele erhält:
  2. Transparent auf einer Demonstration gegen rechte Studentenverbindungen: Werft die Purschen zu Poden!
  3. Felix Schwenzel schildert das kleine PR-Desaster der brandeins: Wenn wir also viele Männer im Magazin haben, dann ist das ein Spiegelbild unserer Gesellschaft.
  4. +++Völkermod: Programmiererin löscht Turianer aus Mass Effect+++
  5. Heute ist Recotard-Tag bei überschaubare Relevanz, aber er hats eben auch verdient: Der Tag geht, der Moraltheologe kommt: Der katholische Moraltheologe und Mitbegründer der sogenannten „Spiritual Care“, Gerhard Höver, sagte dazu: „Sterbebegleitung ist Vertrauenssache.”
  6. Österreich ist ja, nach eigener Aussage, die Heimat großer Söhne – so groß, dass für große Töchter neben ihnen kaum noch Platz ist. Aber nicht nur das – es ist auch das Land der Berge, das Land am Strome, das Land der Äcker, das Land der Dome – und das Land der Hämmer. Und einen besonders großen Hammer haben 650 Expert/innen für die psycholinguistische Verarbeitung männlicher Pronomen und Personenbezeichnungen, äh, nein, für die, äh, nein, für die Struktur und Bedeutung der deutschen Gegenwartssprache – nein, ich fange noch mal an.
  7. Geschäftsidee: Kalorienreduzierte Song-of-Ice-and-Fire-Merchandising-Artikel unter dem Markennamen “Lord of Light”.

Dead Poets’ Society war ja doch schon ziemlich prätentiöser Dreck, findich.

14. August 2014

(Ganz kurzes Vorwort: Fuck fuck fuck FUCK WordPress! Ihr habt also eine neue Maske zum Erstellen von Beiträgen gemacht, die sich funktionell durch nichts von der alten unterscheidet, abgesehen davon, dass sie sich nicht mehr sofort öffnet, sondern man vorher ein paar Sekunden lang hüpfende Punkte anschauen muss, unter denen “Beep Beep Boop” steht, bevor man schreiben darf, und überhaupt alles, was vorher sofort ging, ein paar Sekunden dauert, und dass sie keine Linksuchfunktion mehr enthält? Das wäre okay. Auch dass ihr die Möglichkeit zum Speichern von Entwürfen darin ziemlich gut versteckt habt, wäre nicht so schlimm, WENN IHR NICHT GLEICHZEITIG OFFENBAR DIE WUNDERBARE AUTOSAVE-FUNKTION ABGESCHAFFT HÄTTET IHR DÄMLICHEN ARMLEUCHTER ICH HASSE EUCH DIESER POST WAR SO GUT WIE FERTIG UND ER WAR SO GUT ER HAT MIR SO GUT GEFALLEN UND DAS KRIEGE ICH NIE WIEDER SO HIN ALLEIN SCHON WEIL ICH JETZT ECHT KEINEN BOCK MEHR HABE UND VIEL SCHLECHTER GELAUNT BIN ALS ICH ES BEI SO EINEM POST SEIN SOLLTE VERFLUCHT NOCH MAL UND WARUM WIRD DER TITEL SOGAR NOCH ANGEZEIGT WENN ICH EINEN NEUEN POST ÖFFNE DAS MACHT IHR DOCH MIT ABSICHT UM NOCH SALZ IN DIE WUNDE ZU REIBEN IHR ARSCHGEIGEN BITTE GEHT WEG UND KOMMT NIE WIEDER ICH HASSE EUCH. Ja gut, ich bin selbst Schuld, aber warum müsst ihr es mir denn so leicht machen, mich selbst in den Fuß zu schießen? Ende des Vorworts. Zurück zum Artikel. Wie hieß der noch mal? Ach ja:)

Dead Poets’ Society war ja doch schon ziemlich prätentiöser Dreck, findich.

Und von Patch Adams will ich gar nicht erst anfangen, das kann der Nostalgia Critic sowieso viel besser.

Aber in diesem Beitrag soll es gar nicht darum gehen, was ich von Robin Williams Filmen halte, oder von ihm persönlich. Stattdessen will ich möglichst ruhig und sachlich darüber nachdenken, was der Tod Prominenter, oder genauer die öffentliche Reaktion darauf, emotional mit mir macht, und das würde sich wirklich nicht gut miteinander vertragen, denn mit der Ruhe und Sachlichkeit wäre es sicher bald vorbei, wenn ich auf Patch Adams und Dead Poets’ Society zu sprechen … Ja, schon gut, alles klar. Los gehts.

Was ich sagen wollte: Natürlich sind es schon vorrangig schlecht Gründe, die zurzeit meinen Hass wecken, wenn ich jemanden auf einem Tisch stehen sehe. So neige ich zum Beispiel zu einem zwanghaften Nonkonformismus, der mich stets treiben will, der Meinung der Mehrheit umso nachdrücklicher zu widersprechen, je einhelliger und lauter sie vertreten wird, was zwar in meinen  Augen nicht die schlimmste Neigung der Welt ist, aber ganz sicher auch nicht die sympathischste oder vernünftigste. Und dann ist es halt so, dass ich Robin Williams’ Filme teilweise so unsympathisch und mies fand, dass ich es einfach nicht über mich bringe, still zuzuhören, während er wie bei Verstorbenen üblich über den grünen Klee gelobt wird.

Und während ich es ja prinzipiell okay finde, seine Meinung zu sagen, und es der Mehrheit oft nicht schadet, wenn jemand ihr widerspricht, gerade wenn sie sich so einig ist wie hier offenbar, ist wütendes Geschimpfe sicher nicht die richtige Reaktion, wenn es darum geht, das Ende eines Menschenlebens zu betrauern, einer verstorbenen Person zu gedenken und (ja eigentlich das Wichtigste) den Verlust der Angehörigen, Freunde und sonstigen Sympathisanten dieser Person möglichst zu lindern und ihnen den Abschied erträglicher zu gestalten.

Aber es gibt auch ein paar ganz gut vertretbare Gründe, denke ich, und über die würde ich schon gerne kurz sprechen, und sei es nur, weil es mir danach besser gehen wird.

  1. Menschen so zu ikonisieren, ist nicht unproblematisch
    Ich bin da wahrscheinlich hypersensibel, aber ich habe generell ein Problem damit, wenn alle Welt einen Menschen zum Symbol alles Guten und Richtigen erklärt und wenn jede Kritik an ihm/ihr inakzeptabel wird. Gut, wenn die betroffene Person tot ist, kann sie natürlich nicht mehr gar so viel Schaden anrichten, schon klar, aber das Gefahrenpotential ist grundsätzlich erkennbar, oder?
  2. Die eigenen Gefühle für allgemeinverbindlich zu erklären, ist auch kein netter Zug
    Mit so Sprüchen wie “die ganze Welt trauert um…” oder “It’s amazing how united tumblr is about…” vereinnahmt ihr andere Menschen für eure Position, die vielleicht ganz anders empfinden und womöglich schon immer ein Problem damit hatten, dass man ihnen erzählt hat, irgendwas stimme nicht mit ihnen, weil ihnen Deat Poets’ Society nicht gefällt. Zum Beispiel. So völlig willkürlich zufällig ausgewählt. Hab ich gehört.
  3. Es stimmt halt einfach nicht
    Ehrlich jetzt. Ich bin überzeugt, das nicht nur mit starken Gefühlen, sondern auch mit Argumenten bzw. gegen Argumente richtig richtig gut vertreten zu können: Ganz viele Sachen, die über ihn gesagt werden, stimmen einfach objektiv nicht bzw. sind echt einfach wirklich in jeder Hinsicht total unangemessen. Wie auch schon bei Schirrmacher meine ich, dass man ja gerne schlechte Dinge über Tote verschweigen kann, zumindest, wenn sie nichts akut zur Sache tun, obwohl ich tendenziell dagegen bin, egal, aber man sollte sich zumindest nicht irgendwelchen Blödsinn ausdenken wie dieser schlaueste aller Comedians, oder so, und verdammt noch mal: Nein! Dead Poets’ Society ist einfach kein besonders guter Film. Es ist pompöser Dünnsinn, ein bisschen wie Matrix, der so tut, als wäre er total inspirierend, in Wahrheit aber nur auf den kleinsten gemeinsamen Konsens setzt, nirgends aneckt, dabei aber trotzdem so tut, als wäre er total revolutionär und mutig, und überhaupt alles sein will, aber eigentlich nichts ist. Wie eigentlich alle seine Filme, ja gut, mit ein paar einfach nur langweiligen Ausnahmen. So. Ja, ich weiß, ich hatte versprochen, aber ich lüge eben manchmal, und immerhin: Es geht mir jetzt wirklich besser. Aber einen hab ich noch:
  4. Der schwierigste Aspekt, mit dem ich mir nicht mal sicher bin, ob er zu meinen sonstigen Positionen konsistent ist:
    Ich finde es, auch wenn ich darüber wohl noch mal nachdenken sollte, durchaus bedenklich, dass der Tod einer einzigen Person so viel Aufmerksamkeit in öffentlichen wie privaten Medien erhält, während der Tod von Tausenden anderen kaum eine Erwähnung wert ist. Ja na gut. Das ist wahrscheinlich wirklich nur, weil ich ihn nicht leiden kann. Aber der Rest zählt.

Und deshalb denke ich, dass mein Hass auf die derzeitige Robin-Williams-Fan-Welle nur zu 90% sauertöpfisch-tumb-verbitterte Griesgrämerei ist, und zu gut und gerne 10% schon vielleicht auch sowas wie rational begründet und wirklich öffentlich vertretbar.

Und ihr so?


Angelic Duties (23)

12. August 2014

So I lied.

This is not the final chapter. But the next one will be more of an epilogue, I guess, so on the other hand, maybe I didn’t quite lie.

Anyway, enjoy!

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gewichtige demokratische Argumente

9. August 2014

Johann Schloemann hat einen sehr merkwürdigen (und leider nicht mehr kostenlos zugänglichen) Text für die SZ geschrieben, und weil dies die Zentrale für die Kommentierung merkwürdiger Texte ist, hat koljazao mir vorgeschlagen, Johann Schloemanns merkwürdigen Text zu kommentieren, was ich nun mit Vergnügen und Verspätung zu tun gedenke:

Es ist falsch, die Vollverschleierung zu verbieten.

Prima, wir sind uns einig, schönen Abend no-

Dennoch gibt es gewichtige demokratische Argumente gegen Burka und Nikab.

Äh. Joa. Och. Ähm. Ja meinetwegen, bestimmt, was auch immer demokratische Argumente sind, ist schon okay, also dann, schönen A-

Man sollte sie nicht einfach als illiberal und intolerant abtun.

Stimmt. Wahrscheinlich nicht. Wenn sie doch gewichtig und demokratisch sind. Hach. Na gut, Herr Schloemann, dann lassen Sie mal hören.

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Wie gate der Gaucho?

17. Juli 2014

Eigentlich hat Anatol Stefanowitsch schon alles Nötige zum Thema gesagt, aber ich hätte dieses Blog nicht so genannt, wenn ich die Absicht gehabt hätte, nur das Nötige zu schreiben, deshalb sag ich auch noch was dazu:

Was mich an so gate-tauglichen Ereignissen am meisten stört, ich bleibe jetzt einfach mal beim konkreten Beispiel:

das ist oft gar nicht so sehr das Ereignis selbst.

Ich fände das Ganze gar nicht besonders erwähnenswert, wenn diese Herren diesen Tanz aufgeführt hätten, im Überschwang der Gefühle und getragen von der … ähm … naja, rassistischen, nationalistischen und auch sonst rundum widerwärtigen Grundstimmung, die bei so einer FIFA-WM offenbar herrschen muss, damit sie richtig Spaß macht, und dann hinterher, darauf angesprochen, sowas gesagt wie: “Joa, also, ohje, da haben Sie recht, das war echt daneben, und ich schäme mich auch ein bisschen dafür. Ich muss zugeben, da haben wir einen echt blöden Fehler gemacht. So sollte man echt nicht. Ehrlich. Tut mir leid.” oder so. Damit käme ich gut klar. Menschen machen Fehler, ich auch, gerade, wenn wir unter emotional intensiven Umständen handeln.

Was mich an diesen Ereignissen am meisten stört, sind also nicht die Ereignisse an sich, sondern der Umgang damit in der Rückschau. Diese unfassbare Demonstration der völligen Abwesenheit nicht nur jeglichen Problembewusstseins, sondern jeglicher Bereitschaft, auch nur über die Möglichkeit nachzudenken, dass da irgendwo ein Problem sein könnte. Die nicht mehr begreifbare Dummdreistigkeit der Ausreden und die manchmal schon fast wieder bemitleidenswerte Hiflosigkeit der Beschwichtigungsversuche. Das ist der Teil, der mich wirklich aufregt, weil er demonstriert, wie kaputt unsere Gesellschaft ist, und dass es sich bei Vorfällen wie diesem albernen Gauchotanz eben nicht um ein Augenblicksversagen euphorisierter Sportler handelt, sondern um ein Symptom einer tief sitzenden Erkrankung unserer Systems.

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