Sechs und Drugs und Rock ‘n Roll

31. Mai 2009

Das war der letzte Zahlentitel. Versprochen.

Heute möchte ich mal ohne jeden aktuellen Anlass gemeinsam mit euch über eine Frage nachdenken, die mich immer mal wieder beschäftigt, zu der ich mir aber einfach nicht recht eine Meinung bilden kann. Es geht um die Legalisierung von Drogen. Allen. Harte und weiche Drogen unterscheiden ist für Schwächlinge, echte Männer legalisieren alles oder gar nichts. Begriffsklärung: Ja, ich meine Crack und Heroin und auch Tabak und Alkohol, Schokolade und Kaffee aber nicht.

Dass meine Gedanken von keinerlei Fachkenntnis belastet sind, soll kein Grund mehr sein, sie für mich zu behalten. Da haben wir viel zu tun. Holt euch was Warmes zu trinken und setzt euch bequem hin, das könnte jetzt ein bisschen länger dauern.

Ich bin von der Grundeinstellung her ein libertärer liberaler Extremist. Ich finde, dass alles erlaubt sein sollte, was niemand anderem schadet. Natürlich kann man über den Begriff des Schadens lange und verquer diskutieren, und natürlich muss man auch an die Kinder denken (Helen-Lovejoy-Witz bitte selbst einfügen), aber ich kann erstmal nichts Strafwürdiges daran finden, dass jemand Betäubungsmittel einnimmt. Konsequenterweise sollte es dann auch nicht strafbar sein, ihm diese Betäubungsmittel zu verkaufen.

Ich frage mich oft manchmal, was sich wohl eigentlich ändern würde, wenn Drogen komplett legal wären. Zunächst mal kann man wohl annehmen, dass sich die Qualität der verfügbaren Drogen deutlich erhöhen und damit die gesundheitlichen Schäden etwa aufgrund von Verunreinigungen deutlich nachlassen würden. Sicherlich würden Drogen billiger werden, und die ganze Szene käme eben überhaupt aus der kriminellen Ecke raus.

Außerdem könnten wir den teilweise aberwitzig hohen Aufwand zur Bekämpfung der Drogenkriminalität einsparen. Im Ernst: Wenn ich mal darüber nachdenke, was beispielsweise die USA für einen Zirkus veranstalten, um den Import von Betäubungsmitteln nicht zu verhindern, drängt sich schon ein bisschen die Sinnfrage auf. Vielleicht kann man mit den Ressourcen stattdessen Kinderpornographie bekämpfen – ach nein, das Problem haben wir hier in Deutschland ja schon per Stopp-Schild gelöst. (Billige Polemik macht auch mal Spaß.). Ob das mit dem Drogenproblem auch ginge? Aber ich schweife ab.

Dem stünde die Gefahr gegenüber, dass der Drogenkonsum steigt. Da bin ich jetzt ziemlich ratlos. Dafür spricht zum Beispiel, dass das Zeug billiger und leichter verfügbar wäre, dass man sich auf Reinheit und Qualität eher verlassen könnte und Drogen das Stigma der Kriminalität verloren hätten. Das will ich nicht unterschätzen, in Anbetracht der unbestreitbaren Tatsache, dass der Mensch an sich nicht besonders gut mit bewusstseinsverändernden Substanzen zurechtkommt. Wer das bezweifelt, muss nur mal spät abends eine Dorfkneipe oder das Oktoberfest besuchen.

Andererseits scheinen die Leute, die an Drogen rankommen wollen, sie auch jetzt schon zu kriegen. Ich habe gar nicht den Eindruck, dass die geltenden Gesetze den Konsum wirksam begrenzen würden. Mir kommt es vor, als würden sie ihn vor allem teurer und gefährlicher machen. Was man auch wieder befürworten könnte… Ich kann mir allerdings nicht recht vorstellen, dass sehr viele von denen, die derzeit drogenfrei leben, plötzlich anfangen würden, Heroin zu spritzen, bloß weil es nicht mehr verboten ist.

Gibt es Studien, die dazu was aussagen? Würde mich ernsthaft interessieren.

Ich will damit natürlich nicht anzweifeln, dass Drogen schlimm sind. Drogen sind schlimm, mkay? Aber ich bezweifle durchaus, dass der Weg, den wir gehen, um gegen sie zu kämpfen, der richtige ist. Mir scheint es oft so, dass da ein Riesenaufwand betrieben wird und dabei ja auch durchaus Menschen – Polizisten, Agenten, Soldaten, Verbrecher – zu Tode kommen, um am Ende relativ wenig zu erreichen. Vielleicht liegt das daran, dass ich davon eben nichts verstehe, aber genau deshalb sind ja auch alle drei Leser dieses Beitrags aufgefordert, sich an der Diskussion zu beteiligen. Vielleicht lernen wir was draus, und das wär doch schon mal was.

PS: Ach Mensch, im Titel steht ja noch was von Musik. Äh… Funny van Dannen ist ganz wunderbar. Unbedingt mal anhören. Meine dringende Kaufempfehlung wäre das Album Authentic Trip (Na wenn das nicht zum Thema passt!), aber ich hab auch kein anderes von ihm…


Fümf ist Trümf

29. Mai 2009

Oh weh. Ich fand die Idee mit den nummerierten Überschriften am Anfang eigentlich richtig nett. Aber schon jetzt fallen mir keine mehr ein, und es wird richtig peinlich, wie man da oben schön besichtigen kann. Ich bin Man ist dann ja auch zu starrsinnig, um einfach aufzuhören. Hoffentlich ändert sich das bald. Tote Pferde und so. Aber nun zu etwas völlig anderem.

Früher hätte ich vielleicht geschrieben, ich wäre nicht besonders politisch korrekt. Das war aber, bevor ich diese abstoßende eigenartige Seite Politically Incorrect kannte. Seitdem traue ich mich mich nicht mehr, so was zu sagen. Was ich damals gemeint hätte, stimmt heute aber immer noch. Trotzdem gibt es da so eine Sache, die den wütenden Feministen in mir weckt. Und gerade eben ist es wieder passiert.
Ich habe gerade auf NDR 1 den Anfang eines Nachrufes auf Barbara Rudnik gehört. Fragt bitte nicht, warum ich überhaupt NDR 1 gehört habe. Ich frage ja auch nicht, warum NDR 1 heute noch einen Nachruf auf eine Schauspielerin sendet, die schon vor ungefähr einer Woche gestorben ist. Er begann ungefähr mit den Worten: “Barbara Rudnik war lange Zeit eine der attraktivsten deutschen Schauspielerinnen.” Und da haben wir’s schon! Vielleicht bin ich da einfach überempfindlich, aber ich finde es zum Speien dumm, herablassend und einfach unverschämt, dass so etwas bei Frauen passieren darf; gleich am Anfang, sozusagen als ihre charakterisierende Eigenschaft. Die schöne Ministerin. Die attraktive Unternehmerin. Kann sich jemand das männliche Pendant dazu vorstellen? Den hübschen Vorstandsvorsitzenden? Doch nur, wenn man sich über ihn lustig machen will.
Vielleicht sehe ich das einfach falsch, und das war ein echt nettes Kompliment, und sie hätte sich riesig darüber gefreut. Aber ich glaube es nicht. Es würde doch bestimmt auch niemand in einem Nachruf Gerhard Schröder als den attraktivsten Bundeskanzler bezeichnen, und wenn doch, wäre das doch ziemlich fies, oder? Ich weiß nicht viel über Barbara Rudnik, aber ich könnte mir trotzdem vorstellen, dass auch eine Schauspielerin noch ein paar wichtigere Dinge in ihrem Leben getan hat, als gut auszusehen.


Die fantastische Vier

29. Mai 2009

Ist das jetzt ein bisschen zu gewollt mit dem Titel? Egal. Mir ist nichts Besseres eingefallen und ich will so früh noch nicht aufhören. Kommen wir zum eigentlichen Thema.

Stellt euch folgendes vor: Ein Gebrauchtwagenhändler hat da noch so eine richtig olle rostige Karre rumstehen, sagen wir, einen Opel. Und dann kommt ein Kunde mit ein paar Freunden, alle mit Anzügen und Krawatten an, und der sagt dauernd sowas wie:
“Dieses Auto nicht zu kaufen ist keine Option!” oder “Ich werde dieses Auto um jeden Preis kaufen!” oder “Dies ist ein fabelhaftes Auto, und es darf nicht sein, dass es einfach in der Schrottpresse landet! Niemals!” und so weiter.
Der Händler reibt sich die Hände, hängt ein zehnstelliges Preisschild an das Auto, setzt eine besorgte Miene auf und sagt: “Naja, das wird natürlich nicht ganz billig. Ich hänge schließlich an dem Wagen, und außerdem muss ich ja auch irgendwie meine Kosten decken…”
Wenn ihr jetzt ein bisschen mitleidig über den ungeschickten Autokäufer lächelt (oder die Augen verdreht wegen meines schiefen Vergleichs), ist alles in Ordnung. Wenn ihr entsetzt und enttäuscht seid wegen des Verhaltens des Autohändlers, dann seid ihr wahrscheinlich Mitglied der Bundesregierung, oder Ministerpräsident.


Drei glorreiche Halunken

29. Mai 2009

Ich weiß nicht, was das über mich aussagt, aber die Nachrichten sind für mich immer wieder ein Quell kindlichen Staunens. Heute habe ich im Radio gehört, dass in Gorleben offenbar seit den achtziger Jahren illegal ein Endlager für radioaktive Abfälle gebaut wurde.
Seitdem sehe ich den ganzen Tag vor mir, wie Angela Merkel, Jürgen Trittin und Klaus Töpfer nachts mit albernen schwarzen Panzerknackermasken und Spitzhacken in den Salzstock schleichen und dort heimlich an ihrem Endlager buddeln. Zwischendurch dreht Töpfer sich mal zu Merkel um und flüstert:
“Bist du sicher, dass das hier keiner mitkriegt?”
Und dann haut Trittin ihm einen Spaten auf den Kopf und faucht:
“Maul halten, graben!”


Mit dem Zweiten sieht man besser.

29. Mai 2009

Gerade habe ich bei Fitness First beim Duschen eine Kontaktlinse verloren und musste dann eben einäugig nachhause fahren. Das Einparken war ziemlich fummelig, und jetzt ist mir ein bisschen schlecht, ansonsten ist es aber gut gegangen.

Aber eigentlich wollte ich aber was ganz anderes erzählen. Kommt es nur mir so vor, oder sind die Wahlplakate dieses Jahr ganz besonders bizarr? Man kann sich darüber auch kaum richtig lustig machen, dafür ist es zu surreal. Da sind diese merkwürdigen SPD-Dinger, die eine Münze oder einen Föhn als Kopf haben. Einen Föhn!
Oder die Grünen. WuMS? WUms? wUmS? Ich bin mir nicht ganz sicher. Bei der BamS macht es immer Rums und Bums, hat Claus Strunz mal gesagt. Ich habe dem nichts hinzuzufügen.
Die Linken schreiben “Rot wählen!” In weißer Schrift auf blauem Untergrund. Oder sie schreiben “Wir Frauen haben sie verdient – die Rente”, und darunter ist dann ein Bild von Lothar Bisky. Text-Bild-Schere, gerne mal?
Die FDP vertraut in diesem Jahr anscheinend schlicht auf das sympathische Antlitz ihrer Spitzenkandidatin. Vielleicht zu Recht, und was die wollen, steht doch eh auf den SPD-Plakaten mit dem Hai.
CDU-Plakate fallen mir überhaupt keine ein. Machen die dieses Jahr vielleicht mit der SPD zusammen? Würde sich doch anbieten.
Nur so ein paar Beispiele. Ich wüsste noch mehr, aber das erspare ich uns mal. Muss man das verstehen?

Nachtrag, 2. Juni 2009: Der Postillon hat eine eigene, ausführlichere Analyse der verschiedenen Wahlkampfstrategien erstellt. Lesenswert.


Erster!

29. Mai 2009

Das ist also mein erster Blogeintrag. Naja. Dann mal los.

Habe mich heute mal wieder gewundert. Im Radio war ein Bericht, dass die Alliierten (Wie nennen die sich noch mal richtig?) in Afghanisten 15 Taliban-Kämpfer erschossen haben. Sowas hört man ja ab und zu mal. Meistens folgt dann noch der Hinweis, dass auch zwei westliche Soldaten sich die Nägel eingerissen haben leicht verletzt wurden. Wie geht das? Schießen die Taliban nicht zurück? Sind die so wie die Schergen des Erzschurken in schlechten Filmen, dass sie nie treffen? Oder sind unsere Jungs einfach so verdammt gut, dass sie die Taliban-Kugeln fangen und dann aufessen?

Das war also mein erster Blogeintrag. Naja. Wenn das mal was wird.


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