Menschenähnlich (6)

30. Januar 2010

Auch die Organisationsarbeit für Bfasdmzbhudesevwigs konnte mich nicht davon abhalten, den sechsten Teil meines Fortsetzungsromans “Menschenähnlich” für euch vorzubereiten. Es ist diesmal sogar ein ziemlich langer geworden, obwohl ich natürlich hoffe, dass er euch nicht so vorkommt. Viel Spaß!

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Bfasdmzbhudesevwigs – Wir sind viele

30. Januar 2010

Quadratmeter fragte gestern völlig zu Recht, wie viele wir nun eigentlich sind, und hier ist die Antwort. Dies sind die Teilnehmer unseres Projekts Bfasdmzbhudesevwigs.
Am Montag bekommt ihr dann planmäßig die Namen und Adressen eurer Gastgeber zugeschickt, damit wir beginnen können, die Beiträge zu entwerfen.

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Boob Control

29. Januar 2010

Das ist zu gut. Das ist unglaublich. Das müsst ihr selbst sehen:

Japaner sind krank, oder? Für alle, die es einfach nicht glauben können: Ja, genau. Es geht hier um ein Spiel, in dem man die Brüste der Darstellerinnen bewegen kann, indem man den Controller schüttelt. Näheres hier, wenn ihr wollt.


Um jeden Preis

29. Januar 2010

Wolfgang Schäuble überlegt also, ob er für 2, 5 Millionen Euro Daten über die Inhaber Schweizer Konten kaufen soll, mit denen geschätzte 100 Millionen Euro an Steuernachzahlungen erwirkt werden könnten.  Bekanntermaßen hat die Bundesrepublik im Jahr 2008 ein endlich lukratives Geschäft über die Daten der Inhaber liechtensteinischer Konten abgeschlossen und dabei als prominentesten Fall den damaligen Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Post, Klaus Zumwinkel, ertappt. Damals hatte man für ungefähr die doppelte Summe die Hoffnung auf ebenfalls deutlich neunstellige Steuernachzahlungen erworben.

Was ist da zu überlegen, könnte man fragen. Ist doch eine einfache Rechnung, oder?

Kaufmännisch ja. Aber es geht hier nicht nur um das Geld, es geht auch um Strafverfolgung. Das allgemeine Gerechtigkeitsempfinden geht wohl auch dahin, dass jemand, der Steuern in Höhe von Millionen Euro hinterzieht, gefälligst bestraft gehört. Das hat nicht nur mit Neid zu tun, dafür gibt es vernünftige Gründe, und das ist sicher auch nicht ganz falsch.

Trotzdem ist ein Rechtsstaat kein Kaufmann und hat noch mehr abzuwägen als Kosten und Ertrag. Wenn ich es richtig sehe, kann der Verkäufer seine Daten wohl kaum auf legalem Wege erstanden haben. Auch der Verkauf selbst ist rechtlich bestenfalls sehr zweifelhaft. Der amerikanische Supreme Court hat den sehr anschaulichen Terminus “Fruit from a poisonous tree” geprägt, als Früchte eines giftigen Baumes. Damit werden Beweismittel bezeichnet, die auf rechtswidrige Weise erworben wurden und die der Staat deshalb nicht gegen einen Angeklagten verwenden darf. In Deutschland gibt es diesen Rechtssatz nicht in dieser Absolutheit, aber wir kennen auch Beweisverwertungsverbote.

Ich bin mir selbst nicht sicher, wie streng man es damit nehmen muss. Mir leuchtet es manchmal auch nicht ein, dass der Rechtsstaat die Augen vor Beweismitteln verschließen muss, nur weil einzelne Menschen bei ihrer Beschaffung sich nicht an Vorschriften gehalten haben. Es ist ja auch schwer zu erklären, dass zum Beispiel jemand, der nachweislich einen anderen Menschen ermordet hat, freigelassen wird, weil ein Polizeibeamter vergessen hat, ihm bei der Festnahme seine Miranda-Rechte vorzulesen. Das verletzt auch das Gerechtigkeitsempfinden eines Großteils der Bevölkerung.

Andererseits gibt es einen guten Grund für Beweisverwertungsverbote.  Gerade unser deutscher Staat mit seinen knuffigen Repräsentanten kommt oft so tapsig unbeholfen daher, dass man ihn nicht recht ernst nehmen kann. Aber gerade unser deutscher Staat – die Älteren könnten sich noch erinnern – hat auch der Welt auf sehr eindrucksvolle Weise gezeigt, was für ein furchtbares Ungeheuer er ganz schnell werden kann, wenn er sich nicht an seine eigenen Regeln hält.

Ein Rechtsstaat muss zeigen, dass Regeln und Verbote für alle gelten. Nicht nur für die Bürger, sondern auch für den Staat und seine Organe. Das hat leider zur Folge, dass er manchmal auch Schuldige laufen lassen muss, wenn er sie nicht auf legalem Wege überführen kann. Denn der legale Weg muss der einzige Weg bleiben, auf dem der Rechtsstaat seine Bürger bestrafen kann. Um jeden Preis. Weil jeder Preis sehr günstig ist verglichen mit dem, den man für den Verlust der Rechtsstaatlichkeit bezahlt.

Hm. Nun muss ich selbst zugeben, dass mir das Ganze doch ein bisschen melodramatisch geraten ist. Aber im Prinzip stimmt’s. Oder was meint ihr?


Tool Time!

27. Januar 2010

In einer Filiale des Unternehmens, für das ich arbeite, sollte am Montag die Heizung ausgetauscht werden. Das kam so plötzlich, dass niemand rechtzeitig schaltete, um “Halt!” zu schreien.

Ihr kennt das vielleicht. So Handwerker sprechen mit einem, als wäre man ein kleines Kind, und wenn man mal eine Frage stellt, dann erzählen sie vielleicht irgendwas in einem total überheblichen selbstzweifelfreien Tonfall, antworten aber eigentlich nicht so richtig. So ähnlich war das auch, als der Heizungsbauer am Telefon erklärte, die alte würde nicht mehr vernünftig laufen und wahrscheinlich eh bald ausfallen, und das wäre alles auch kein Problem, der Austausch würde innerhalb eines einzigen Tages durchgezogen, und an dem einen Tag würden auf seine Kosten Heizlüfter in allen Räumen aufgestellt.

Ich glaube, ich habe schüchtern nachgefragt, ob das wirklich so schnell geht, und er sagte daraufhin sowas wie: “Paha, wir arbeiten immer schnell und zuverlässig, gelernt ist schließlich gelernt, Meister wissen, wie’s geht, auf uns ist Verlass, machensesich mal nicht ins Hemd, junger Mann!”

Montag begannen sie dann, die alte Heizung herauszureißen, und – ich gebe zu, ich hätte es ahnen müssen – es stellte sich heraus, dass die Heizlüfter die Sicherungen überforderten. Wir kamen nicht über 12° und mussten den Betrieb deshalb für den Tag schließen. Der Handwerker erklärte mir, das sei natürlich furchtbar ärgerlich, aber Dienstag wäre alles wieder gut. Zur Not würde er eben eine Nachtschicht einlegen, damit garantiert auch alles fertig würde.

Natürlich war am Dienstag gar nichts fertig. Wir schlossen wieder nach ein paar Stunden das Geschäft und rangen dem Heizungsbauer seinen erstgeborenen Sohn als Pfand das Versprechen ab, dass Mittwoch wirklich wieder gearbeitet werden könne. Klar doch, kein Problem, heute wird die neue Heizung fertig, ich gebe Ihnen mein Ehrenwort.

Heute Morgen nun tasteten unsere Mitarbeiter sich ängstlich und voller Misstrauen in ihre Arbeitsräume und bemerkten schnell, dass es bannich kalt war im Haus. Nach einem etwas länger andauernden Schreikrampf rief man den Heizungsbauer an und beschimpfte und bedrohte ihn unflätig bat um eine Erklärung.

Die neue Heizung ist fertig. Sie sieht sehr gut aus und wird uns sicher über lange Zeit treue Dienste leisten. Wenn einer von diesen geistigen Extremsportlern Handwerkern auch noch daran gedacht hätte, sie einzuschalten, wäre alles in Ordnung gewesen.


Das Glück im Kleinen

26. Januar 2010

Schaut mal, was Keoni heute Herrliches gefunden hat:

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Marginalien

25. Januar 2010

Felix hat was überaus Sympathisches über Notizen in Büchern geschrieben und mich damit an meine eigene Notizpraxis erinnert.

Wie in meinem Kommentar unter dem Artikel schon steht, finde ich die Idee von Randnotizen eigentlich sehr schön. Das hat so etwas Nachdenkliches, Distinguiertes. Aber wie dort auch schon steht, kann ich es einfach nicht. Vielleicht, weil ich nicht nachdenklich genug bin. Bei “Faust” habe ich es in meiner Schulzeit versucht, aber es ist mir nie gelungen. Mir fällt einfach nichts ein. Es gibt mir auch nichts, Textstellen zu unterstreichen oder farbig zu markieren; egal, ob Sachbuch oder Belletristik.

Während meines Studiums habe ich mir schließlich doch angewöhnt, hin und wieder was in den Skripten zu notieren. Vielleicht haben mich meine Kommilitonen dazu angeregt, deren kunterbunte Unterlagen voll waren mit den fantastischsten Skizzen und kaum noch Text enthielten, der nicht in irgendeiner Farbe markiert war. Ich kam mir deshalb reichlich dämlich dabei vor, die ganze Zeit nur untätig zuzuhören und fing an, auch Notizen zu machen. Trotzdem kam es mir immer so vor, als wären meine irgendwie anders als die der anderen…

(Draufklicken zum Vergrößern, ihr kennt das ja.)

Wahrscheinlich ist das für euch komplett unleserlich, aber falls nicht, könnt ihr euch wohl umso besser vorstellen, dass ich ausgesprochen sparsam reagierte, als mich eine Mitstudentin – nennen wir sie Staatsanwältin Dr. Drosse, und nur der Name ist erfunden, der Rest stimmt -, fragte, ob sie meine Methodenlehre-Notizen mal ausborgen dürfte. Sie hatte krankheitsbedingt ein paar Wochen gefehlt und wollte sie nutzen, um sich besser auf die Prüfung vorzubereiten.

Ich versuchte, ihr möglichst freundlich zu erklären, dass sie die sicherlich eh nicht lesen könne und dass da außerdem auch nichts besonders Hilfreiches stehe. Sie sagte aber, das mache ihr gar nichts aus und es sei ihr sehr wichtig. Ich meinte schließlich, na gut, aber sagen Sie hinterher bitte nicht, ich hätte Sie nicht gewarnt. (Ich habe sie tatsächlich immer mit “Sie” angeredet, sie war aber auch zwanzig Jahre älter als ich. Und Staatsanwältin. Ich fand das deshalb irgendwie angebracht.)

Eine Woche später gab sie mir den Ordner dann mit einem “Danke!” und einem etwas gequälten Lächeln zurück, das zwischen Mitleid und Verstörtheit schwankte, und das ich fürderhin öfter bei ihr sah, wenn wir uns begegneten.


Restebloggen zum Wochenende (25)

24. Januar 2010
  1. Vor ein paar Tagen in einer Radionachrichtensendung: “Zwei junge Männer versuchten am gestrigen Abend, eine Pizzeria auszurauben, obwohl sich noch Gäste in dem Lokal aufhielten. Der Mitarbeiter nahm den Überfall jedoch nicht ernst, die Täter entkamen ohne Beute.”
  2. Allein schon wegen der mutigen Überschrift: Matthias Schumacher macht sich am aktuellen Beispiel Gedanken zu Spendenaufrufen und fragt: Wie viel ist Ihnen dieses aufgeplatzte Kind wert?
  3. Bei thatblog könnt ihr Rüdigers Erlebnisse am Leergutrückgabeautomaten in drei Beiträgen lesen. Ihr werdet es nicht bereuen.
  4. Bildblog verlinken ist ein bisschen wie Eulen nach Athen tragen, ich weiß, aber der hier ist wirklich fabelhaft. Die Neue Westfälische ist beim Thema Datenschutz und wer sich wie für ihn einsetzt ein bisschen durcheinander gekommen.
  5. Ich sah einmal hin, und nochmal, und noch ein drittes Mal, bis ich wirklich sicher war, dass auf dem Lieferwagen der Fleischerei der Begriff “Wurstdesign” stand.
  6. Rückrufnotiz auf einem Schreibtisch im Büro: “Kannst du dich bitte darum kümmern? Ich rufe dort nicht an, weil ich dann wahrscheinlich etwas ausfallend werden würde.”
  7. Bei Science Digestive hat Dean Burnett einen offenen Brief der Wissenschaft an die Medien verfasst. Und dann noch einen an die Homöopathie. Beide fantastisch, und gefunden habe ich die nur dank Astrodicticum Simplex, das nun den Rekord mit drei aufeinander folgenden Restebloggenerwähnungen hält.

Menschenähnlich (5)

24. Januar 2010

Freut euch, ich habe einen neuen Teil von “Menschenähnlich für euch”, und heute besteht er sogar aus drei Szenen, nicht bloß aus zwei wie sonst. Die sind dafür ein bisschen kürzer, aber mehr ist mehr, oder? Viel Spaß!

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Gestern Abend im Hause Silberstreif

22. Januar 2010

(Ich meine das nicht als chauvinistische Herabwürdigung von Keoni, das ist unser gemeinsamer Pseudonymnachname.)

Keoni: Hörst du das auch?
Muriel: Ja, ich glaube, das ist die Heizung.
Keoni: Quatsch, hörst du es nicht rascheln? Das muss doch irgendein Tier sein.
Muriel: Naja, dann ist da halt eine Maus in der Wand.
Keoni: Ich glaube, das kommt von unter dem Schrank da.
[Ein Moment Pause, während Keoni sich auf den Boden legt und unter den Schrank späht]
Keoni: Oh mein Gott, das ist riesig! So groß! Ist das ein Igel?
Muriel: Kann gar nicht sein, wir sind hier im ersten Stock. Wie soll der denn hier rauf gekommen sein?
Keoni: Dann ist es eine Ratte!
Muriel [widerwillig aufstehend]: Hmm… Sehen wir doch mal nach. [krempelt die Ärmel hoch, um den Schrank von der Wand wegzuschieben]

Und siehe da:

(Ein besseres Bild haben wir leider in der allgemeinen Hektik nicht hinbekommen.)

Wir haben eine ganze Weile gerätselt, wie der da hingekommen ist, bis es uns klar wurde. Der Igeltrick geht so:

Keonis Mutter hat kürzlich einen Igel auf der Straße gefunden. Den hat sie bei sich aufgenommen und gepflegt und gefüttert. Vor ein paar Tagen waren wir bei ihr zu Besuch und haben auch ein paar Tüten mit verschiedenem Kram mitgenommen, den wir hier an die Tiere verfüttern wollten. In einer dieser Tüten muss der Igel gesteckt haben, denn er ist jetzt nicht mehr bei Keonis Mutter, dafür aber bei uns.


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