The case for Mars?

Ich könnte weinen, so schön finde ich das.

Aber ich weiß nicht. Ja, Mars ist der nächste logische Schritt nach dem Mond. Ja, die Idee, dass Menschen einen anderen Planeten betreten, ist fantastisch und inspirierend. Ja, der Gedanke, dass die Menschheit nach einigen kurzen Besuchen auf unserem Trabanten die bemannte Raumfahrt langsam aufgibt und sich mit diesem einen Planeten begnügt, schmeckt nach ungenutzter Gelegenheit.

Genügt das?

Seien wir ehrlich: Astronauten waren auf dem Mond, und alles, was sie uns mitgebracht haben, waren ein paar lausige Felsbrocken.

Bemannte Raumfahrt ist teuer, sie hat sich bisher als fast vollständig nutzlos erwiesen, und sie ist sehr, sehr gefährlich für die Raumfahrer. Mars wäre ein gigantisches Projekt, und die Wahrscheinlichkeit, dass es scheitert, wäre erheblich.

Das meines Wissens letzte Marsprojekt der Menschheit mit Landung war der Rover Spirit, der am 4. Januar 2004 landete und auf 90 Tage angelegt war. Er hat bis zum 22. März 2010 funktioniert und sich damit den Titel des tapfersten Roboters verdient, den je ein Mensch gebaut hat. (Phoenix ist später gelandet, hat aber früher aufgehört, Signale zu senden.)

US-Präsident Bush hatte im Rahmen des Constellation-Programms geplant, dass Menschen im Jahr 2037 den Mars betreten sollte. Dieses Programm wurde von Barack Obama eingestellt. Zwar streben die USA anscheinend grundsätzlich immer noch eine Marslandung an, haben dafür aber keine konkrete Planung. Größenordnungsmäßig soll es wohl bei den 2030er Jahren bleiben. Die europäische Weltraumagentur ESA plant eine bemannte Mission zum Mars für das Jahr 2033 und will um das Jahr 2020 herum eine unbemannte Mission starten, die rund 500g Bodenproben auf die Erde zurückbringen soll. Natürlich wissen wir alle, was Planungen über ein Vierteljahrhundert, rund fünf Legislaturperioden, wert sind.

Eine belastbare Kostenplanung habe ich auf Anhieb nicht gefunden, aber was ich gelesen habe, klingt nach einem nicht besonders hohen zweistelligen Milliardenbetrag. Das ist einerseits viel Geld, mit dem man viel Gutes tun könnte. Es ist andererseits wenig Geld, wenn man z.B. bedenkt, dass die ESA eine Kooperation mehrerer Staaten ist und dass alleine die Entwicklung und Beschaffung des Stealth-Bombers B2 die USA rund 45 Milliarden Dollar gekostet hat.

Was folgt daraus? Ich weiß es nicht genau.

Aber am Ende glaube ich, dass wir zum Mars müssen. Weil es der nächste logische Schritt ist. Weil noch nie ein Mensch einen anderen Planeten betreten hat. Weil dieses Projekt so unglaubliche symbolische Bedeutung mit so unfassbarer poetischer Schönheit verbindet. Weil wir niemals aufhören dürfen, zu forschen und zu suchen. Weil “Weil wir es können” manchmal eben doch der einzige Grund ist, den ich brauche.

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8 Antworten zu The case for Mars?

  1. Guinan sagt:

    Weil die Idee mit so unendlich viel Hoffnung verbunden ist.

  2. Tim sagt:

    Frank J. Tipler hat ja ziemlich großen Quatsch geschrieben, aber sein Zwischenziel sollten wir schon anstreben: die Besiedlung des gesamten Universums. Ja, bei ihm ist das wirklich ein Zwischenziel. Aus heutiger Sicht wirkt es natürlich relativ ambitioniert.

  3. Muriel sagt:

    @Guinan: Ich bin nicht sicher, worauf, aber ja.
    @Tim: Das ist tatsächlich größtenteils Unfug, aber dadurch muss ja nicht alles falsch sein. Trotzdem gibt es sicher genug Leute, die für die Erkundung des Weltalls sind, ohne so einen Sprung zu haben wie der.
    Allerdings bin ich nicht sicher, ob die Besiedlung des gesamten Universums unbedingt ein Ziel sein muss… Da müsste ich noch mal drüber meditieren, glaube ich.

  4. Ron sagt:

    Ich sage einfach mal nur “Danke!” für das Video!!

  5. Lenski sagt:

    Ja, das Video ist wirklich unglaublich schön. Es gefällt mir nochmal besser als das vom Wochenende.

    Danke Muriel!

  6. FG sagt:

    Der gute alte Joe Jackson hat sich ja vor knapp 20 Jahren schon mal in “Tomorrow’s World” musikalisch mit dem Thema befasst (zu finden über die Suchmaschine und das Videoportal deines Vertrauens). OK, da ging es nicht explizit um den Mars, aber es war sowohl musikalisch besser als auch textlich pointierter. Ich denke, es viele sinnvollere Felder, für die es sich mehr lohnt nicht aufzuhören zu forschen und zu suchen. Und der letzte Satz im text hat (tschuldigung, ich kann nicht widerstehen), fast religiöse Qualitäten.

  7. Muriel sagt:

    @FG: Irrational? Ja. Religiös? Nein.
    Welche Felder sind denn deiner Meinung nach sinnvoller? Vielleicht sind wir uns ja einig.

  8. [...] zufällig auf youtube… nee. Stimmt gar nicht. Irgendwann im Oktober 2010 las ich drüben bei Muriel (wo ich schon länger still mitlese und mich nur ganz gelegentlich einmal zu Wort melde ) einen [...]

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