Die doppelte Strafe ist angemessen

Es gibt so Menschen, die so weit von mir und meiner eigenen Gedankenwelt entfernt sind, dass sie wohl genausogut zu einer völlig anderen Art von Lebewesen gehören könnten. Vor denen stehe ich staunend, nicht selten mit buchstäblich offenem Mund, und bewundere diese grundlegende Unterschiedlichkeit, und frage mich, ob ich sie dafür irgendwie charakterlich beurteilen sollte, oder sie einfach nur für Bewohner einer Paralleldimension halten, die mir nicht zugänglich ist.

Robert Spaemann ist offenbar einer dieser Menschen.

Irgendetwas stimmt nicht

schreibt er in der FAZ, und so weit hat er natürlich noch völlig Recht. Doch gleich danach zeichnet sich ab, dass das Weltbild dieses Menschen jedem Zugang meinerseits enthoben ist:

Das deutsche Recht und mehr noch die deutsche Rechtsprechung muten es dem religiösen Bürger zu, dass das, was ihm das Heiligste ist, ungestraft öffentlich verhöhnt, lächerlich gemacht und mit Schmutzkübeln übergossen werden darf.

Nun ja. Ich sag mal so: Nicht nur denen, sondern uns allen. Ich finde das immer eigenartig, dass Menschen es im Ernst unerträglich finden können, wenn jemand einen geschmacklosen Cartoon mit Jesus drin zeichnet, aber beim besten Willen kein Problem darin erkennen können, dass zum Beispiel die größte Religionsgemeinschaft der Welt ganz offiziell, für jeden nachlesbar und mit heiligem Ernst verkündet, jeder einzelne Mensch hätte es verdient, für alle Ewigkeit maßloses Leid zu erfahren. Für alle Ewigkeit. Maßloses Leid. Wir alle. Jeder. Aber das ist in Ordnung, weil es nicht lustig gemeint ist.

Wenn hingegen jemand die Idee verspottet, dass ein allmächtiger, allwissender, und uns alle liebender Gott eine Welt geschaffen hat, dessen jeder einzelner Bewohner diese schlimmst aller denkbaren Strafen verdient hat und auch erhalten wird, und deshalb dann viele Milliarden Jahre nach diesem Schöpfungsakt auf die Idee kommt, dass das vielleicht nicht gut so ist, woraufhin ihm als beste Möglichkeit spontan einfällt, eine Menschenfrau gegen ihren Willen zu schwängern und alles so zu fügen, dass rund 30 bis 40 Jahre später ihr gemeinsamer Sohn hingerichtet wird, damit zumindest die Personen, die ohne vernünftigen Grund diese hanebüchene Geschichte glauben, statt der ewigen Qual ewige Freude erfahren dürfen, wenn jemand diese Idee lächerlich macht, dann ist das nicht hinnehmbar, und dass er das darf, ein Zeichen dafür, dass “irgendetwas” nicht stimmt.

Herr Spaemann erkennt sogar an, dass die Straffreiheit so sicher gar nicht mal ist:

Dann und wann einmal findet ein Richter, es sei irgendwo zu weit gegangen worden, und verhängt eine Bewährungsstrafe.

Aber die Richter sind ihm natürlich zu milde, denn wie gesagt: Menschen für so abscheulich zu erklären, dass sie der schlimmsten überhaupt möglichen Strafe anheimfallen müssen, einfach nur dafür, dass sie existieren, das ist okay. Aber sich über ein altes Buch lustig zu machen, das verdient Strafe.

In der Regel geschieht das nicht. Vor allem nicht mehr, seit nur noch diejenige Beleidigung strafbar ist, die den „öffentlichen Frieden gefährdet“.

Uuuuuund jetzt bitte noch nicht weiterlesen, sondern einen Moment innehalten: Ahnt ihr, was jetzt kommt? Ich habe es kommen sehen. Was meint ihr? Wollt ihr mal raten?

Genau!

Fatwah-Neid:

Das heißt auf Deutsch: Nur noch die mohammedanische Religion genießt den Schutz des Gesetzes, nicht die christliche.

Herr Spaemann ist anscheinend wild entschlossen, nichts auszulassen. Und für alle, die immer noch nicht verstanden haben, dass es aus seiner Sicht kein schlimmeres Verbrechen geben kann als Humor, sagt er es noch einmal ein bisschen deutlicher:

Die römischen Behörden haben im Übrigen Christen zwar zur Anbetung der Kaiserbilder zu zwingen versucht und haben die „Bekenner“ getötet. In der Praxis der Verächtlichmachung dessen, was den Christen heilig war und wofür sie starben, haben sie sich nie den Grad von Niedertracht erlaubt, der heute gang und gäbe ist.

Okay. Sicher, früher wurden Christen gewaltsam gezwungen, andere Götter anzubeten, und wenn sie sich öffentlich zu ihrer Religion bekannten, wurden sie getötet. Das war natürlich auch nicht schön. Aber wenigstens mussten sie nicht ertragen, dass jemand Witze über ihr Lieblingsbuch machte.

Versteht ihr das? Auch nicht? Dann schnell weiter im Text:

Gott braucht nicht geschützt werden. Er ist es, der schützt. Geschützt werden aber müssen Menschen, denen es um Gott geht, Menschen, die an Gott glauben. Sie sind es, die durch Religionsbeleidigung beleidigt werden, und zwar schwerer und tiefer als durch Beleidigung ihrer eigenen Person.

Manche vielleicht. Andere wiederum werden schwerer und tiefer beleidigt, wenn jemand sagt, dass er Twilight doof fand, und wieder andere sind beleidigt, wenn jemand fordert, dass sie für Meinungsäußerungen bestraft werden. Ich zum Beispiel reagiere sehr gereizt, wenn jemand mir zu erzählen versucht, “Moon” wäre ein guter Film. Aber diese pauschale Behauptung, dass alle Menschen, die an einen Gott glauben, durch jede Religionsbeleidigung (Was ist eigentlich eine Religionsbeleidigung? Wahrscheinlich das gleiche, wie eine Politik-, Literatur- oder Türknaufbeleidigung, nur halt bezogen auf Religion.) schwerer und tiefer beleidigt werden als durch jede Beleidigung ihrer selbst, die ist schon reichlich steil, oder? Aber da kommen noch mehr solche. Herr Spaemann ist ein echter Christenversteher:

Ein Staat, der seine Bürger nicht gegen die Verunglimpfung dessen, was ihnen das Heiligste ist, schützt, kann nicht verlangen, dass diese Menschen sich als Bürger ihres Gemeinwesens fühlen. Wenn es sich um Christen handelt, so bleiben sie loyale Untertanen, aber nicht mehr.

Ah. Ich glaube, ich kenne ein paar Christen, die das noch nicht wissen.

Wem die Beleidigung der Religion so wichtig ist, dass er den Preis des Vorbestraftseins dafür zu zahlen bereit ist, soll ihn auch zahlen.

Und wem sie nicht so wichtig ist, der wird nicht bestraft? Ach nee, so meint er das nicht. Er meint, dass dann nur noch die Leute Religion beleidi… Ach, ich mache diesen Quatsch nicht mit. Herr Spaemann kann gerne von der Beleidigung abstrakter Konzepte fabulieren, aber wir wissen alle, dass wir über Beleidigung religiöser Menschen sprechen, er ja auch, er mag es nur nicht so deutlich sagen, weil dann jemandem auffallen könnte, dass die Beleidigung religiöser Menschen bereits strafbar ist, genauso wie bei allen anderen Menschen auch. Ich finde das falsch, aber es ist so. Das reicht ihm aber immer noch nicht. Er fordert ein Sonderrecht für religiöse Menschen. Im Gegensatz zu allen anderen dürfen sie nämlich auch dann Strafe fordern, wenn jemand nicht sie beleidigt, sondern eine Idee verspottet, die ihnen wichtig ist. Die Idee, dass dieses Konzept auch auf nichtreligiöse Menschen anwendbar sein könnte, kommt bei ihm nicht vor. Herr Spaemann ist nicht bloß Christen-, sondern umfassender Menschenkenner: Nur religiöse Menschen werden tief verletzt, wenn man ihre wichtigsten Ideen verspottet, die dafür aber immer. Wie tief? Auch das weiß Herr Spaemann, er kann es genau quantifizierren:

Und was die Höhe betrifft, so müsste sie etwa das Doppelte dessen betragen, was auf Beleidigung von Menschen steht, nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Er fordert, dass für Spott über ein abstraktes Konzept – oder genauer: eine bestimmte Art von abstrakten Konzepten, nämlich die Art, die sich mit der Verehrung nicht im herkömmlichen Sinn existierender Entitäten befasst – doppelt so hart bestraft wird wie die Beleidigung echter, fühlender, denkender Menschen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Immerhin erkennt Herr Spaemann an, dass nicht einfach jede gefühlte Beleidigung irgendeines religiösen Menschen einfach auf Antrag zu einer Strafe führen kann.

 Aber das gilt schließlich für jede Beleidigung. Auch hier muss der Richter beurteilen, ob jemand sich zu Recht beleidigt fühlt oder nicht. Und das funktioniert ja auch in der Regel. Es müsste eben auch auf Religionsbeleidigung Anwendung finden.

Wie? Soll der Richter dann beurteilen, ob die Religion sich zurecht beleidigt fühlt? Nee. Die kann sich ja gar nicht beleidigt fühlen. Dann muss der Richter beurteilen, ob die Person sich zurecht beleidigt fühlt. Nee, das geht auch nicht, denn wenn das der Fall ist, dann ist das keine Religionsbeleidigung, sondern eine ganz normale Beleidigung einer Person. Noch mal: Was soll Religionsbeleidigung denn überhaupt sein? Der Begriff ergibt schon keinen Sinn! Ist Kreationismus dann in Zukunft auch als Evolutionsbeleidigung strafbar, und kann ich Herrn Gabriel wegen Libertarismusbeleidigung anzeigen? Wie soll ein Richter denn bitte vernünftig beurteilen können, ob jemand sich “zu Recht” beleidigt fühlt, wenn jemand über ein Idee spottet, die er selbst gut findet? Das ergibt bei normalen Beleidigungen schon nicht so richtig viel Sinn, aber wenn wir nicht einmal über eine Person reden, die jemand verbal angegriffen hat, wird es wirklich albern. Wir schützen Personen davor, herabgewürdigt zu werden. Ich finde, wir machen das falsch, aber ich verstehe es noch. Menschenwürde, und so. Aber Ideen haben keine schützenswerte Würde. Nicht mal gute Ideen.

Und für alle, die noch nicht mitbekommen haben, wie weit entfernt die Welt ist, aus der Herr Spaemann zu uns spricht, beendet er seinen Artikel mit einer, naja, Anekdote:

In den siebziger Jahren sah ich am Eingang von Notre-Dame in Paris eine Tafel, die die Besucher aufforderte zum „Respekt gegenüber dem Gefühl derer, die diese Kathedrale als einen heiligen Ort betrachten“.

Mir würde dazu bestenfalls noch einfallen, dass “Rücksicht” wahrscheinlich eine bessere Übersetzung gewesen wäre. Nicht so Herr Spaemann:

Zum Glück ist die sehr zeitbedingte Inschrift inzwischen verschwunden und durch eine akzeptable ersetzt. Sie war ein zu krasser Ausdruck des französischen Verständnisses von Laizität.

Und damit endet mein Kommentar. Lasst diesen letzten Satz ein bisschen auf euch wirken, und denkt darüber nach, welche Rückschlüsse über Herr Spaemanns Vorstellung von Religionsbeleidigungen es eventuell zulässt, dass dieses Schild für ihn schon inakzeptabel und zu krass ist. Und dann sagt mir, ob ihr versteht, was im Kopf dieses Menschen vorgeht.

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21 Antworten zu Die doppelte Strafe ist angemessen

  1. Thomas sagt:

    “Die römischen Behörden haben im Übrigen Christen zwar zur Anbetung der Kaiserbilder zu zwingen versucht und haben die „Bekenner“ getötet. In der Praxis der Verächtlichmachung dessen, was den Christen heilig war und wofür sie starben, haben sie sich nie den Grad von Niedertracht erlaubt, der heute gang und gäbe ist.”

    Also was diesen Punkt angeht, kann ich es mir doch nicht verkneifen, auf die kleine römische Jesus-Karikatur “Der gekreuzigte mit Eselskopf” aus dem 2. Jhd. n. Chr. zu verweisen. (Quelle: Wikipedia)

  2. David sagt:

    Das Phänomen ist bekannt als “veritabler Vollschaden”, aber in dieser Vollkommenheit nur selten außerhalb der Kommentarspalten der Onlineangebote von Zeitungen zu finden.

    Danke für den Text.

  3. Henk sagt:

    Herr Spaemann ist clever und wird mit seinen Vorschlägen sein Ziel erreichen: wenn ich für den gleichen Preis wie ein popeliges religiöses Gefühl zwei reale Menschen beleidigen kann, dann nehme ich doch die Menschen. Et voila: die Religion ist fein raus.

  4. Unruheherd sagt:

    Ich weiß nicht, was in seinem Kopf vorgeht und ich bin mir nicht sicher, ob ich das überhaupt wissen möchte. Ich bin versucht zu behaupten, dass ein Teil der Rückseite Spaemanns offen steht wie ein Scheunentor.

  5. Guinan sagt:

    FAZ lesen und sich über konservativen Unfug wundern ist ein bisschen wie Bild lesen und sich über zu große Überschriften beschweren.
    Aber schöne Symbolbilder, wirklich.

  6. recotard sagt:

    Spaemannn hat die atheistische Kritik längst entlarvt:

    Warum aber diese Aggressivität, mit der gewisse neue Atheisten auftreten?

    Diesbezüglich gibt es etwas, das ich böse nennen möchte. Denn wenn jemand eine Botschaft hat, die dem Menschen eine grosse Freude verkündet, wie es an Weihnachten heisst, die eine unerhörte Hoffnung weckt und damit das ganze Leben in ein Licht stellt, das es sonst gar nicht geben würde, dann kann man leicht verstehen, warum jemand missionarisch tätig ist: Weil er anderen etwas von dieser Freude mitteilen möchte. Warum aber jemand missionarischen Eifer entfaltet, um diese Freude zu töten, um den Menschen die Hoffnung aus dem Herzen zu reissen, das ist schwer zu verstehen. Wenn ich das Unglück hätte, ein Atheist zu sein, dann würde ich das ganz still für mich behalten. Ich würde doch nicht anderen Menschen eine traurige Überzeugung aufschwätzen ohne Not.

    Nachzulesen auf http://www.forum-pfarrblatt.ch/archiv/2008/forum-nr-3-2008/abwenn-es-gott-nicht-gibt-gibt-es-keine-wahrheitbb, wo auch philosophische Aussagen ihren Platz finden wie:

    In Zeiten, in denen den Menschen die Religion das Wichtigste ist, töten sie sich für die Religion. Da, wo das Öl für sie am wichtigsten ist, töten sie sich für Öl. Dagegen gibt es nur ein schlüssiges Argument, und das ist wiederum die Religion. Die Botschaft Jesu gibt eine religiöse Motivation für den Verzicht auf Gewalt. Hingegen kenne ich keine atheistische Argumentation für den Verzicht auf Gewalt.

    Und mein Liebling:

    Wenn es so wäre, dass in Wirklichkeit mit dem Tod alles aus ist, dann müsste doch ein Wesen, das durch die Evolution in die Wirklichkeit eingepasst ist, mit diesem Gedanken von vornherein versöhnt sein und damit kein Problem haben. Die Tatsache, dass die Menschen von Anfang an und seit es sie gibt, über den Tod hinaus denken, legt doch eher die Vermutung nahe, dass dem irgendetwas entspricht. Das Vorkommen von Durst, um eine Analogie zu verwenden, ist ein Argument dafür, dass es Wasser geben muss, denn sonst gäbe es kein Wesen, das Durst hat.

    Während die Existenz von Selbstmordattentätern ein Argument dafür ist, dass im Himmel 72 Jungfrauen auf sie warten. Dass allerdings Spaemann für einen Philosophen gehalten wird, spricht wiederum gegen die Evolution.

  7. Muriel sagt:

    @Thomas: Jedenfalls kann niemand beweisen, dass Jesus keinen Eselskopf hatte.
    @David: Das hast du schön gesagt. Immer gern.
    @Henk: Wenn ich mir überlege, dass ich in der Tat Herrn Spaemann und seine Mutter beleidigen könnte zum Preis eines Jehova-Witzes … Du hast Recht.
    @Unruheherd: Danke, dass du es bei der Versuchung belässt.
    @Guinan: überschaubare Relevanz lesen und sich über Überunfuginderfazwundern wundern ist wie PI lesen und sich über Übermuslimeaufregen aufregen.
    @recotard: Wahrscheinlich findet Spaemann seinen Spamschutz auch böse und nimmt ihm sehr übel, dass er ihm die vielen frohen Botschaften nigerianischer Prinzen und kongolesischer Bankangestellter vorenthälten, die ihm eine große Freude verkünden und eine unerhörte Hoffnung wecken.

  8. Tim sagt:

    Ich war auch zunächst etwas überrascht, als ich diesen Unsinn gelesen habe. Diese Inkonsequenz bin ich von Spaemann nicht gewohnt. Er hat es grob fahrlässig versäumt, auch die Beleidigung des Fußballsports unter dieselbe Strafandrohung zu stellen, denn Fußball ist vielen Leuten ebenfalls das Heiligste.

  9. Muriel sagt:

    @Tim: Immerhin kann man Fußball sachlich korrekt beschreiben, ohne sich schon der Verhöhnung schuldig zu machen.
    Beim Christentum geht das bekanntlich nicht.

  10. fichtenstein sagt:

    Man man, der Text von Spaeman liest sich anstrengend und ich musste immer wieder Pause machen, um mir die Kinnlade einzurenken.
    Diese weinerliche Attitüde erinnert mich übrigens stark an ‘Merica, ausgerechnet da wird ja auch ständig gejammert und von “Christenverfolgung” geredet, wenn die Trennung von Staat und Kirche tatsächlich mal durchgeführt wird.
    Dass Spaeman dann auch noch die Kreuzigung und den Holocaust in einem wackeligen Vergleich nennt, passt da ja auch hervorragend.
    Es hat schon insgesamt etwas von Kindergartenstreitereien, wenn der Paul immer Ärger kriegt, obwohl der Tom doch auch den Boden vollgemalt hat.

  11. Wie das Sprichwort unschön, aber richtig sagt: Dummheit stirbt nie. In diesem speziellen Falle sei zudem bemerkt, daß eine philosophische Ausbildung noch keinen Philosophen macht.
    Die Ausführungen Spaemanns tendieren stark zu jenen, welche unermüdlich einen kulturellen Verfall predigen, um (ja, instrumental!) daraus den kurz bevorstehenden Untergang des Abendlandes zu folgern.
    Früher, als das Christentum Europa beherrschte, herrschten noch Zucht und Ordnung. Damals hat man sich nicht mit mühseligen Prozeduren Wissen zu erschließen gesucht; damals hat man einfach geglaubt, was einem gerade von der geistlichen Obrigkeit erzæhlt wurde. Medizin? Ha! Damals hat man es sich nicht so einfach gemacht; statt dessen wurde stundenlang vergeblich gebetet und das Leben aus den Kranken/von Dämonen Besessenen herausexzortiert. Und wenn jemand andrer Meinung war, hat der Papst alle Jungs zusammengetrommelt, um den Laden mal so richtig aufzumischen und den Besserwissern die Hölle heiß zu machen. So verschafft man sich und dem, was einem das Allerheiligste ist, Respekt!
    Früher war eben einfach alles besser.

  12. DasSan sagt:

    “Denn wenn jemand eine Botschaft hat, die dem Menschen eine grosse Freude verkündet, wie es an Weihnachten heisst, die eine unerhörte Hoffnung weckt und damit das ganze Leben in ein Licht stellt, das es sonst gar nicht geben würde (…)” – das sagt der ja wirklich, du meine Güte.
    Es erfüllt mich wirklich mit grenzenlosem Glücksgefühl, wenn mir jemand verkündet, ich werde in der Hölle schmoren, weil ich die Botschaften des Wanderpredigers seiner Wahl nicht glaube. gnaah
    Im Übrigen ist die ganze Geschichte vom Kreuztod Jesu mit der damit verbundenen Erlösung in sich so haarsträubend und unlogisch, dass man eigentlich nur darüber lachen kann, um nicht mit dem Kopf auf den Tisch zu hauen.

  13. […] Interview gefunden habe, in dem noch einer dieser Menschen spricht, in deren Kategorie ich gestern Herrn Spaemann eingeordnet habe und die vorgestern ein Kollege von mir sehr treffend und doch irgendwie freundlich […]

  14. madove sagt:

    Ein schöner Text. Echt jetzt. Also Deiner. Und auch von mir einen Bonuspunkt für die Picard-Emoticons.

  15. wecksignale sagt:

    Köstlicher Artikel. Danke!

  16. Muriel sagt:

    @madove und wecksignale: Besten Dank!

  17. nomadenseele sagt:

    Wenn Atheisten anfangen zu missionieren, dann stellen sie sich auf dieselbe Stufe wie ihre Gegner und merken es oft nicht einmal.

    Wilko Mueller, Glaube

  18. Tim sagt:

    @ nomadenseele
    Aber sie tun es nicht auf Kosten des Steuerzahlers und auch nicht mit rechtlicher, politischer und administrativer Unterstützung des Staates.

  19. Muriel sagt:

    @nomadenseele: Was ich muss ich tun, damit bei dir ankommt, dass ich Mission nicht kritisiere?
    Ich habe schon so oft geschrieben, dass ich Mission befürworte, und ich habe noch nie jemandem für Mission einen Vorwurf gemacht.
    Außerdem geht es in diesem Beitrag nicht einmal um Mission, weder atheistische noch andere.
    Weitere Beiträge von dir, die sinnlosen Quatsch beinhalten, der in keinem Zusammenhang mit dem Post steht, werde ich löschen.
    Trotzdem danke ich dir für den Link. Ich schaue gelegentlich mal, ob da was Interessantes steht. Mache mir da allerdings keine große Hoffnung.

  20. Muriel sagt:

    @nomadenseele: Oh, ich merke gerade, dass mir da ein Fehler unterlaufen ist.
    Dein Zitat könnte tatsächlichen einen Bezug etwa zu dem Kommentar von DasSan aufweisen.
    Der Rest stimmt aber trotzdem: Du solltest dich entscheiden, ob du hier konstruktiv mitmachen möchtest, oder gar nicht mehr.

  21. Julez sagt:

    @recotard:
    “In Zeiten, in denen den Menschen die Religion das Wichtigste ist, töten sie sich für die Religion. Da, wo das Öl für sie am wichtigsten ist, töten sie sich für Öl. Dagegen gibt es nur ein schlüssiges Argument, und das ist wiederum die Religion. Die Botschaft Jesu gibt eine religiöse Motivation für den Verzicht auf Gewalt. Hingegen kenne ich keine atheistische Argumentation für den Verzicht auf Gewalt.”

    Nur nebenbei, es gibt ein sehr gutes atheistisches Argument für Verzicht auf Gewalt: Der Gläubige, der gewaltsam sein Leben verliert, verliert aus seiner Sicht nicht bedeutendes, denn er hat ja das ewige Leben. der Atheist hingegen verliert unwiderbringlich alles.

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