Mumpu… Mapa… Mampulama… Mpumulu…

30. September 2012

Am nächsten Morgen flogen wir zum Mpumalanga-Airport, um von dort aus mit einem neuen Mietwagen zum Krüger-Nationalpark zu fahren. Das Foto oben ist natürlich nicht ganz akkurat und erweckt deshalb unter Umständen einen falschen Eindruck vom südafrikanischen Binnenluftverkehr. Im Interesse der Fairness und des Kampfes gegen stupide Vorurteile: Das Flugzeug hatte vor der Landung noch eine Tür. Auf der rechten Seite. Und der Flughafen war eigentlich auch ganz nett, wenn auch nicht sehr groß.

Ihr seht schon: Während die Gegend um Kapstadt für einen Europäer noch nicht außerordentlich exotisch wirkt, wird es hier allmählich afrikanisch. Aber da müssen wir jetzt durch.

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Geschmack im Frack

26. September 2012

Am nächsten Tag wollten wir auf den Tafelberg. Aber natürlich reichte uns das nicht. Wir wollten auch das Kap der Guten Hoffnung sehen, denn Hoffnung fehlt keoni und mir als Atheisten natürlich völlig, und weil wir insgeheim verzweifelt danach dürsten… Also, wir wollten gerne das Kap der Guten Hoffnung sehen. Und der Weg dahin führt nicht nur vorbei an bezaubernden Stränden

und niedlichen kleinen kolonialen Städten

vorbei, sondern auch an eine Pinguinbeobachtungsstation. Es hat sich also richtig gelohnt!

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Bright Outlook (17)

23. September 2012

Ich bedanke mich bei euch allen für euer Verständnis und eure Geduld und hoffe, dass ich euch nicht so bald wieder so lange warten lassen muss. Aber heute ist uns das alles egal, denn heute jedenfalls gibt es ein neues und sogar ganz leicht überdurchschnittlich langes Kapitel unseres interaktiven Fortsetzungsromans Bright Outlook.

Yay!

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a propos perfide Rhetorik

22. September 2012

Frank Schirrmacher hat eine Rede gehalten und uns dabei erklärt, welche Niedertracht sich in den Feinheiten scheinbar gut gemeinter Worte verstecken kann. Das macht er außergewöhnlich subtil, und um die Mühe anzuerkennen, die er sich damit offenbar gegeben hat, will ich mal schauen, wie viele Niederträchtigkeiten ich in seiner Rede finden kann. Ihr alle seid natürlich herzlich dazu eingeladen, mitzumachen. Wenn ihr mögt, dürft ihr das Ganze auch gern in die Meta-meta-Ebene heben, indem ihr in meinem eigenen Text nach rhetorischen Gaunereien sucht.

Weil es eine Rede anlässlich der Verleihung der Josef-Neuberger-Medaille ist, beginnt Herr Schirrmacher mit einer Bemerkung zu Herrn Neuberger selbst:

Als emigrierter Jude gehörte er zu jener Gruppe der Verfolgten des Nationalsozialismus, die durch die pure Tatsache ihrer Rückkehr, was heute allzu leicht vergessen wird, diesem Land wieder eine moralische Chance gaben, eine Chance, die es in den Augen vieler so schnell nicht wieder verdient hatte.

Und hier, glaube ich, werdet ihr in meinem Text am ehesten fündig, denn hier bin ich mir selbst unsicher, ob ich Herrn Schirrmacher vielleicht zu Unrecht Niedertracht vorwerfe. Es ist nun einmal dünnes Eis, auf das man sich begibt, wenn man über dieses Thema redet. Aber ihr wisst ja, was Esel machen, wenn es ihnen zu wohl wird, also ans Werk:

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ultima ratio regnum

21. September 2012

Es ist für mich einigermaßen schwer, unsere Regierung zu kritisieren. Ich komme mir selbst lächerlich vor, wenn ich den Slippery-Slope-Apokalyptiker gebe und bei jedem neuen Eingriff in die Freiheit der Bürger über Knechtschaft und Unterdrückung lamentiere, und die These, dass unser Staat seine Legitimation verspielt oder unglaubwürdig wird, oder meinen Respekt verliert, steht mir auch nicht mehr offen, weil all diese Umstände aus meiner Perspektive für jeden Staat schon konstitutiv sind.

Was bleibt mir also noch dazu zu sagen, dass die Regierung auf Zwangsarbeit (na gut: im weiteren Sinne) zurückgreifen will, um die Bedürfnisse der Bevölkerung trotz der entgegenlaufenden eigenen Politik zu befriedigen?

Eigentlich nur, was ich schon gesagt habe:

Wenn jemand etwas nicht freiwillig für mich tun will, und ich ihn dann bedrohe, damit er es doch tut, ist das verachtenswert und ein Verbrechen. Ich sehe nicht, warum es eine Rolle spielen sollte, ob ich es mache, oder Angela Merkel. Ob es ein einzelner tut, oder eine Minderheit, oder die Mehrheit. In allen Fällen finde ich es gleich verachtenswert.

Außerdem kann ich sagen, dass ich natürlich nicht überrascht bin. Ich habe das genaue Zitat gerade nicht zur Hand, aber ich fand Hayeks These immer sehr plausibel, dass sozialistische Politik mit ihrer Gesetzgebung Schäden hervorruft, die unweigerlich weitere Gesetze erfordert, die wiederum schärfer in die Freiheit der Individuen eingreifen müssen, was wiederum dazu führt, dass früher oder später noch schärfere Maßnahmen erforderlich werden, damit die Gesellschaft trotz der unsinnigen Gängelung und falschen Anreize der vorherigen Gesetzgebung noch einigermaßen funktioniert. Wer einmal angefangen hat, die Freiheit des Einzelnen und moralische Prinzipien dem Willen der Mehrheit unterzuordnen, der kann Zwangsarbeit eigentlich nur noch konsequent finden.

Damit will ich natürlich nicht sagen, dass das eine zwangsläufige und unumkehrbare Entwicklung ist. Die Regierung bzw. die Bevölkerung kann ja jederzeit erkennen, dass sie da einen gefährlichen Weg eingeschlagen hat, und dann ein paar der vorangegangenen Schritte zurückgehen.

Vielleicht wäre es dazu mal wieder an der Zeit.


Welche Leistung nochmal?

20. September 2012

Ich bin ja gar nicht so sicher, wie ich zur Verantwortung von Medien stehe. Stefan Niggemeier schreibt ja hin und wieder mal, dass Berichte über Suizide tendenziell unverantwortlich sind, weil danach die Suizidzahlen steigen. Ich finde, damit geht er eher zu weit, schon weil ich nicht mal davon überzeugt bin, dass ein Suizid immer eine schlechte Entscheidung ist. Ich bin zwar selbst dagegen, aber ich bin auch vehement gegen Stieg Larsson und muss trotzdem damit leben, dass manche Leute seine Bücher toll finden. Aber hier soll es weder um Suizid gehen, noch um Stieg Larsson, sondern um die Verantwortung von Medien.

Zurück zum Thema also: Medien haben in meinen Augen zunächst mal nur die Verantwortung, die jeder Mensch und jedes Unternehmen hat: die für sich selbst. Wenn eine Zeitung nur Blödsinn schreibt und von ihren Lesern trotzdem gerne gekauft wird, ist das für mich nicht grundsätzlich ein Problem. Das sollte euch nicht wundern, denn ich sitze schließlich im Glashaus, auch wenn ich für mein Blog kein Geld nehme, was allerdings nur daran liegt, dass ich ziemlich sicher bin, dass das nicht funktionieren würde, und überhaupt tut das nichts zur Sache, denn es geht ja hier nicht um mein Blog.

Zurück zum Thema also: Jeder Mensch hat in meinen Augen aber auch eine gewisse Verantwortung dafür, wie seine Handlungen seine Mitmenschen betreffen, und das schließt zum Beispiel auch eine Verantwortung ein dafür, was andere Menschen tun, weil sie von ihm belogen wurden. Jeder Mensch. Auch ohne die Medien zu einer vierten Gewalt oder in sonstigen olympische Regionen zu überhöhen, sehe ich sie in der Verantwortung, ihre Kunden nicht zu belügen, so wie ich von jedem Menschen erwarte, dass er seine Mitmenschen nicht durch falsche Informationen zu falschem Handeln verleitet.

Verschärft wird diese Verantwortung noch dadurch, dass unsere großen Medienunternehmen selbst wenig Hemmung zeigen, sich in einer Sonderrolle zu präsentieren und voller Stolz immer wieder darüber zu berichten, wie unverzichtbar sie für unsere Gesellschaft sind und welche elementare Funktion sie nicht nur für unsere Demokratie erfüllen. Auf genau dieser Hemmungslosigkeit basiert ja auch die Forderung nach diesem unsäglichen Leistungsschutzrecht, das derzeit den Anschein erweckt, tatsächlich auf uns zuzukommen, was in meinen Augen zumindest ganz gut belegt, wie schlecht die Medienunternehmen ihre selbst erklärte Aufgabe erfüllen, die Menschen zu mündigen Demokraten heranzubilden. Aber hier soll es weder um das Leistungsschutzrecht noch um die Demokratie an sich gehen.

Zurück zum Thema also: Die Medien tragen in meinen Augen damit eine Verantwortung, die über die allgemeine Wahrheitspflicht eines jeden Menschen hinausgeht, weil sie sich selbst freiwillig diese Verantwortung zugemessen haben und auf Basis dieser angeeigneten Verantwortung unverschämte Forderungen stellen. Und insofern halte ich es für doppelt gerechtfertigt, Medien nicht nur vorzuwerfen, die Öffentlichkeit zu belügen und ihren eigenen Ansprüchen nicht gerecht zu werden, sondern auch Menschenleben zu gefährden, wenn sie solchen Blödsinn schreiben, wie es zum Beispiel die FAZ (die sich, auch wenn es darum hier nicht gehen will, natürlich auch für ein Leistungsschutzrecht eingesetzt hat, weil Presseverlage ja eine unverzichtbare Filterfunktion und Rechereche und Qualität und blahfasel) kürzlich getan hat, unter dem Titel:

Die Wunderheilerin – Nur die Hand auflegen und beten

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47%

18. September 2012

In den USA gibt es ja diese beiden Leute, die sich um dasselbe Amt bewerben. Einer von ihnen ordnet jetzt schon auf sehr zweifelhafter rechtlicher Grundlage regelmäßig den Tod unschuldiger Menschen an, der andere hat das zwar bisher noch nicht getan, findet aber, dass der Amtsinhaber es zu wenig macht und würde jedenfalls auch gerne.

Beide Bewerber glauben, dass jeder einzelne Mensch es verdient hat, für alle Ewigkeit unfassbare Qualen zu erleiden, und einer von ihnen bildet sich außerdem ein, er wäre verpflichtet, magische Unterwäsche zu tragen. Im Gegenzug hat er die Hoffnung, selbst mal ein Gott zu werden. Der Amtsinhaber hält das für unmöglich, rechnet aber zumindest auch damit, ewig zu leben und den größten Teil dieser Ewigkeit in einem körperlosen Zustand endlosen, perfekten Glücks zu verbringen.

Beide Bewerber haben ihre Bedenken, was die Gleichberechtigung homosexueller Menschen angeht, allerdings hat der Amtsinhaber kürzlich eine Epiphanie erlebt und ist nun wohl doch dafür, nachdem klar wurde, dass das seine Chancen leicht verbessern könnte, seine Position zu behalten.

Die Entscheidung, wem von den beiden die Bürger die Verantwortung zutrauen, die westliche Welt anzuführen und über ein Arsenal an Nuklearwaffen zu herrschen, das durchaus geeignet sein könnte, die Menschheit vollständig auszulöschen, war also bisher keine besonders leichte, obwohl ich eine gewisse Tendenz zu erkennen glaube, wer von beiden der etwas weniger Ungeeignete ist.

Zum Glück hat einer von den beiden jetzt aber gerade bei einem Abendessen was Ungeschicktes gesagt.

Damit ist die Sache wohl klar.

Demokratie ist was Wunderbares, oder?


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