Baobababababaraann

Nach unserer Nachtsafari führte unser Reiseplan uns zu einem anderen Camp, dessen Name mir gerade nicht einfällt, euch aber sowieso nichts sagen würde. Aber bevor wir dazu kommen, habe ich noch etwas nachzuholen. Erinnert ihr euch an die Hyäne ohne Abbildung aus dem letzten Reisebericht? Ich mag Hyänen sehr und würde sogar so weit gehen zu sagen, dass sie meine Lieblingstiere sind. Hyänen haben’s raus. Deshalb bedaure ich sehr, euch kein Bild gezeigt zu haben und will dies unbedingt nachholen. Ein Foto gibt es zwar wirklich nicht, aber gerade ist mir aufgefallen, dass ich ein Video gemacht habe. Nehmen wir eben das:

So, jetzt aber Schluss mit Nachtsafari. Wir hier bei überschaubare Relevanz leben der Zukunft zugewandt, insbesondere heute, und deshalb geht es jetzt los mit unseren Erlebnissen auf dem Weg durch den Krüger-Park. Hier ist unser erstes:

Das ist der Orpen Dam. Also, den Damm sieht man nicht, aber immerhin das Wasser. und wenn man genau hinschaut, sieht man auch die Flusspferde darin:

Das eigentlich Abenteuerliche am Orpen Dam ist der Feldweg da hin, der ist nämlich von so regelmäßigen und harten Bodenwellen durchzogen, dass er sich befährt wie ein Waschbrett und wir uns zeitweise ernsthafte Sorgen um unser ohnehin schon ausreichend klappriges Auto machten. Am Ende wurde aber niemand verletzt, und wir erreichten sicher und wohlbehalten unsere nächste Station:

Auch hier hab ich vergessen, wie dieser Rastplatz hieß, aber weil mir das zu doof wird, schlage ich jetzt nach. Dann sehe ich zwar unweigerlich auch, wie unser zweites Camp hieß, aber ich werde nicht nur darauf verzichten, es oben nachzutragen, sondern ich werde auch im weiteren Text so tun, als wüsste ich es immer noch nicht. Warum? Einfach, weil ich’s kann, und weil’s mir egal ist. So.

Aber zurück zum Rastplatz. Der heißt Tshokwane, oder Sausage Tree, weil dort ein großer Leberwurstbaum (Ja, der heißt so. Was denn?) steht. Der wiederum ist bei Vögeln sehr beliebt, weshalb der Rastplatz sich anfühlt, als wäre man in eine große Voliere getreten.

Da wir nicht besonders hungrig waren, hielten wir uns nicht lange unter dem Leberwurstbaum auf, sondern fuhren weiter durch die von hier an streckenweise verbrannte Landschaft in Richtung dieses einen Camps, dessen Name mir leider nicht einfällt. Hab ich total vergessen. Wenn ich doch nur wüsste, wie das Camp hieß. Hach. Jedenfalls fiel uns in der verbrannten Landschaft auf, dass hier und da so langgezogene strahlend weiße Aschehaufen den Boden bedeckten.

Ich finde das nach wie vor sonderbar, und weil meine spontane Erklärung, dass da ein Elefant geschlafen haben könnte, mich nicht völlig befriedigt, wäre ich für eure Vorschläge sehr dankbar. Einfach nur eine besondere Art Baum? Hm.

Wir haben aber noch mehr gesehen als nur verbrannten Boden. Kudus zum Beispiel.

Mehr Giraffen.

Und einen schiffbrüchigen Elefanten.

Aber nicht nur die Fauna ist was Besonderes im Krüger-Park, nein, weit gefehlt. Es gab auch den südlichsten Baobab-Baum der Welt zu bestaunen. Bitte sehr:

Und auf dem Weg dahin haben wir diesen liebenswerten Waterbuck gesehen:

Und sogar ein putziges kleines Eichhörnchen haben wir für euch ablichten können:

Und dann erreichten wir unser Camp. Das zweite. Wie hieß das doch gleich? Hm. Mist. Fällt mir nicht ein. Sorry. Ist ja aber auch egal, ne? Also das zweite Camp halt. Das lag nicht an einem Fluss, deshalb gab es da nicht so viel zu sehen.

Und auch diejenigen unter euch, die sich hier Foodporn erhoffen, muss ich enttäuschen. An diesem Abend ließen wir uns ein schlichtes landestypisches Braai servieren.

Das ist keine gewöhnliche Wurst. Das ist Boerewors. Und jetzt könnt ihr euch bestimmt schon denken, dass das nichts für Weicheier ist. Buren essen nicht irgendwelche verweichlichten Standardwürste. Burenwurst ist hart, und grob, und würzig, und stark, und streng, und intensiv, und rundum männlich.

Im Ernst: Die schmeckt ziemlich gewürzhaft.  Nicht nur ist da Wildfleisch drin, die tun da auch noch Thymian rein, und Koriander, Muskatnuss und Worcestersauce, und gefühlt waren auch Nelken drin, aber vielleicht hab ich mir die eingebildet. Normalerweise gibt es Mieliepap dazu, was ihr euch ungefähr wie Kartoffelpüree vorstellen könnt, nur aus Mais. Naja. In den Camps im Park sind die kulinarischen Möglichkeiten ein bisschen begrenzt.

Wir schliefen gut in diesem zweiten Camp, von dem ich dummerweise nicht mehr weiß, wie es heißt, und am nächsten Morgen konnten wir nach einer kurzen Reifenreparatur sogleich weiter fahren. Also, weiter im Sinne von zurück, denn wir hatten eine unserer Kameras im Lower Sabie Camp vergessen. Zum Glück ist eine Fahrt durch den Krüger-Park interessant genug, dass wir den Umweg nicht bedauern mussten.

Wir sahen Wildebeest.

Wir sahen Wasserbüffel.

Wir sahen noch mehr Elefanten.

Und auch noch mehr Flusspferde:

Und wir sahen Schildkröten und ein kleines Babykrokodil.

Und so kamen wir gar nicht dazu, unser Missgeschick zu bedauern. Zwar traf mich ein kleiner Schreckmoment, als mich die freundliche Dame vom Facility Management mit einer bunten Stricktasche begrüßte, die nicht nur nicht unsere war, sondern auch eindeutig zu klein für unsere Kamera, aber das war dann nur ihre eigene, und sie zog sogleich die richtige Kameratasche aus einer Schublade, und schon konnte es weitergehen, natürlich erst, nachdem wir ihr überschwänglich gedankt hatten.

Einen kleinen Nachteil hatte der Umweg aber doch, den so war es schon recht spät, als wir den Park schließlich verließen,

und wir hatten von da an noch drei oder vier Stunden Fahrt vor uns bis zu unserer nächsten Unterkunft.

Das war gar nicht so einfach. Nicht nur, weil wir deshalb kaum Zeit hatten, die fantastische Wasserbüffel-Foto-Gelegenheit auszunutzen, die sich uns direkt hinter dem Ausgang bot, sondern auch, weil das Fahren in völliger Finsternis in ländlichen Gegenden in Südafrika durchaus ein bisschen an den Nerven zehren kann. Es springen nämlich nicht nur permanent unbeleuchtete Kinder, Erwachsene, Hühner und Kühe auf die Straße. Auch die Autos sind teilweise unbeleuchtet und fahren in sehr wechselhaften Geschwindigkeiten und nicht immer besonders rücksichtsvoll. Am schlimmsten fand ich diese fiesen Minibusse, die permanent wild schlingernd von Straßenseite zu Straßenseite eiern, ohne Warnung anhalten, aus- und einscheren, dann doch beschließen, nicht anzuhalten, und dann plötzlich links blinken, rechts antäuschen und dann doch mitten auf der Straße stehen bleiben.

Jungejunge. Wir waren jedenfalls froh, unsere Lodge zu erreichen. Die war auch sehr schön. Aber das ist eine andere Geschichte. Für heute ist aus. Bis zum nächsten Mal!

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10 Antworten zu Baobababababaraann

  1. Aleks sagt:

    XD

    Tolle Fotos. Man bekommt richtig Fernweh.
    Weißt du zufällig noch, wie das zweite Camp hieß?

  2. Dietmar sagt:

    Woah, wie schön!

    Übrigens: Nein, weiß ich nicht. Warum sind sie denn groß, grau und runzlig.

    Übrigens die Zweite: Du lügst! Ich habe nämlich das Fernglas geholt, und damit sieht man die Wasserbüffel gar nicht besser!

  3. Muriel sagt:

    @Aleks: Nee du, sorry, komm ich jetzt nicht drauf.
    @Dietmar:

    Warum sind sie denn groß, grau und runzlig.

    Weil… *unterdrücktes Kichern* Weil… *grunzendes Schnauben* Weil… *Prust* Wenn sie klein, weiß und glatt wären, könnte man sie total leicht mit Kopfschmerztabletten verwechseln! *brüllendes Gelächter, Schenkelklopfen, irgendwoher kommt ein Tusch und Marschmusik*

    Du lügst! Ich habe nämlich das Fernglas geholt, und damit sieht man die Wasserbüffel gar nicht besser!

    Verdammt! Aber ich wäre damit durchgekommen, wenn ihr naseweisen Gören nicht gewesen wärt, und dieser verflixte Köter!

  4. Katja sagt:

    Erstaunlich, dass ein Großteil der Fotos auf dem Weg zum Wiedereinsammeln der Kameras entstanden ist! Wer von euch kann denn da so fotorealistisch zeichnen? Und wäre es nicht Service am Leser, dann wenigstens die Tiere so groß zu zeichnen, wie ihr sie durch’s Fernglas gesehen habt?

  5. Muriel sagt:

    @Katja: Ich habe mit der Frage gerechnet, aber du wirst im Beitrag sehen, dass ich eigentlich mit der Bemerkung vorgebeugt habe, nur eine unserer Kameras vergessen zu haben.
    Aber ich fühle mich von deiner Annahme, wir könnten so gut zeichnen, ausreichend geschmeichelt, um darüber hinwegzusehen.

  6. Katja sagt:

    Hum. Ich hätte jetzt fast gewettet, dass da ‘unsere Kameras’ steht, aber in der Tat hab ich mich heute Mittag wohl verguckt.

    Das erklärt die Fotos, macht sie natürlich aber auch weit weniger spektakulär!

  7. Guinan sagt:

    Ich staune. Echt.
    Und auch noch Eichhörnchencontent *hachz*

  8. Muriel sagt:

    Ich bin zwar nicht sicher, worüber du staunst, freue mich aber jedenfalls.

  9. Dietmar sagt:

    @Muriel: Vielen Dank für die Aufklärung! Mein kindliches Gemüt liegt lachend auf dem Boden. :-D

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