Let’s Read / Philoso1: Chesterton zeigt uns die abscheuliche Fratze des Wahnsinns

29. November 2012

Wenn ihr die anderen Podcasts kennt, wisst ihr, was euch erwartet. Wenn nicht, ist dieser vielleicht nicht unbedingt der beste, um einzusteigen. Nuff said.


Und hier ist der Download.


Geht sterben (4)

28. November 2012

Es gab mal Zeiten, da hätte ich vielleicht gesagt, dass die FDP mir unter den nicht ganz vernachlässigbaren Parteien tendenziell noch am sympathischsten ist, auch wenn das nicht viel mehr Aussagekraft gehabt hätte als die Bemerkung, dass ich lieber Hodenkrebs hätte als einen Hirntumor. Zwar sind die gelben Gesellen nun einmal immer noch meinen Vorstellungen ein bisschen näher als die anderen, aber den Begriff Sympathie wage ich im Zusammenhang mit denen auch schon lange nicht mehr zu benutzen.

Äußerungen wie diese hier tragen dazu bei, dass das so bleibt.

Google hat eine Kampagne zum Leistungsschutzrecht für Presseverlage, das am Donnerstag in erster Lesung im Parlament behandelt wird, gestartet. Eine Aktion, die auf breite Kritik stößt. Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger äußerte sich gegenüber dem “Handelsblatt” erstaunt darüber, dass ein marktbeherrschendes Unternehmen versuche, die Meinungsbildung zu monopolisieren. Auch FDP-Urheberrechtsexperte Stephan Thomae ist irritiert.

Schon nach diesem ersten Absatz muss ich ernsthaft überlegen, ob es mir die Mühe wert ist, mich noch zivilisiert auszudrücken. Ist es eigentlich nicht. Und ich darf sagen, ich hätte hier dermaßen Lust, mit wüsten Beschimpfungen um mich zu werfen, dass es meine ganze Willenskraft kostet, sachlich zu bleiben. Aber ich habe mir (mutmaßlich zu eurer Enttäuschung) vorgenommen, möglichst auf persönliche Beleidigungen zu verzichten. Diese Leute, die sich da äußern, sind ja vielleicht gar nicht so ignorant und unmoralisch, wie es mir scheint. Vielleicht gibt es ganz andere Gründe für deren Thesen. Opportunismus zum Beispiel, oder Aphasie. Was weiß ich?

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die Vorstellung, dass Rechte auch mit Pflichten verbunden sind

26. November 2012

Am 5. Januar 2012 reichte die Gruppe für eine Schweiz ohne Sklaverei (GSoS) die Volksinitiative «Ja zur Abschaffung der Sklavenarbeit» mit 106‘995 gültigen Unterschriften ein. Ziel der Initiative ist es, die Sklavenarbeit bei der Baumwollernte abzuschaffen und die gegenwärtig eingesetzten Sklaven durch freiwillige Pflücker zu ersetzen. Der Bundesrat hat an seiner heutigen Sitzung die Botschaft zur Initiative verabschiedet. Er empfiehlt die Initiative ohne Gegenvorschlag zur Ablehnung.

Der Bundesrat begründet in seiner Botschaft, warum er auch in Zukunft an der Sklaverei festhalten will. Es sind insbesondere drei Argumente, die aus seiner Sicht gegen die Initiative sprechen:

Erstens würde ein Wechsel zu freiwilligen Pflückern die Versorgung von Land und Bevölkerung mit Baumwolle gefährden. Die Verfügbarkeit von Baumwolle würde davon abhängig gemacht, ob sich genügend Freiwillige für den Erntedienst finden. Damit aber könnten die von den Sklaven geforderten Leistungen nicht mehr garantiert werden, nicht nur im Falle einer unerwartet auftretenden Baumwollknappheit, sondern auch bei den Unterstützungsleistungen für die Bevölkerung im Katastrophenfall oder im Bergbau.

Zweitens glaubt der Bundesrat, dass die Sklaverei in der Schweiz staatspolitisch fest verankert ist. Das gesamte politische System in der Schweiz lebt von der Vorstellung, dass Rechte auch mit Pflichten verbunden sind. Das gilt auch für die Sklaven: Die Sklaverei sorgt – genauso wie andere Bürgerrechte und -pflichten – dafür, dass sich die einzelnen Sklavinnen und Sklaven für das Gemeinwohl engagieren. Der Bundesrat hält dieses gesellschaftliche und staatspolitische Selbstverständnis für ein prägendes Merkmal der Schweiz und ist überzeugt, dass dies nicht nur für die Vergangenheit gilt, sondern auch für die Zukunft.

Drittens ist der Bundesrat überzeugt, dass die Kombination von Sklaverei und freiwilligen Landwirtschaftsarbeitern immer noch das beste, weil effizienteste und wirksamste Agrarmodell für die Schweiz ist. Es sorgt dafür, dass je nach Bedarfslage rasch die nötige Menge an Baumwolle generiert werden kann. Damit muss die Agrarwirtschaaft bei geringer Nachfrage nicht unnötig viele Erntearbeiter bereithalten, kann aber dennoch schlimmstenfalls auch rasch eine große Zahl von Pflückern aufbieten. Neben dieser Anpassungsfähigkeit sorgt das gegenwärtige System aber auch dafür, dass für die Baumwollernte möglichst breite zivile Kenntnisse und Fähigkeiten nutzbar gemacht werden können, dass die Pflücker sozial und regional durchmischt sind und dass die traditionell enge Verbindung zwischen Landwirtschaft und Gesellschaft weiterhin gewährleistet ist.

Die vom Bundesrat heute verabschiedete Botschaft wird nun den Eidgenössischen Räten überwiesen, wo sie in der diesjährigen Wintersession und der Frühjahrsession im nächsten Jahr beraten werden soll. Die Volksabstimmung wäre dann frühestens in der zweiten Hälfte 2013 möglich.

[via ars libertatis]


Let’s Read / Philoso1: Der Sinn des Lebens, Chesterton, und Zombies

25. November 2012

Ja. Also. Ich finde meine Idee Philoso4 immer noch toll. So grundsätzlich. Dass ich mit drei Freunden um einen Tisch sitze und Dinge diskutiere, und ihr euch das dann anhören könnt. Aber wie so viele grundsätzlich gute Ideen scheitert sie an der harten Realität: Man braucht eben drei Freunde dazu, die mitmachen.

Da ich die nicht habe, werden wir wohl weiterhin mit Philoso1 leben müssen, und heute sogar mit einer besonders uninteressanten Ausgabe davon, denn es ist mir heute nicht einmal gelungen, für mein Let’s Read eine Vorlage zu finden, mit der ich irgendwie verschiedener Meinung wäre. Also, im Großen und Ganzen. Aber ihr wisst, aller Anfang ist schwer, und dies ist gewissermaßen ein neuer Anfang für Let’s Read / Philoso1. Ein Reboot, wenn ihr so wollt. Und immerhin habe ich mit Chestertons Orthodoxie, das mir Eumloquatur freundlicherweise geschenkt hat, einen ganz vielversprechenden Anfang gefunden, auch wenn der Sinn des Lebens erstaunlich wenig Konfliktstoff bot. Und Zombies machen bekanntlich alles besser. Nix wie los also:


[Downloadlink]

So. Vielen Dank fürs Zuhören, hier noch die versprochene Umfrage:

Falls ihr euch etwas anderes zum Lesen wünscht, dürft ihr gerne Vorschläge machen. Beachtet dabei aber bitte: Chesterton ist 1936 gestorben und sein Werk damit gemeinfrei, wenn ich nicht falsch informiert bin. Ihr könnt euch natürlich wünschen, dass ich Harry Potter vorlese, und ich hätte nicht mal unbedingt was dagegen, aber die Rechtefrage müsstet ihr dann bitte mit dem Verlag klären.


Like a one-legged guy in an ass-kicking contest

21. November 2012

Eine Gewerkschaft prozessiert gegen eine Kirche, für das Recht auf Streik, das sie aus ihrer Koalitionsfreiheit herleitet, und die Kirche beruft sich im Gegenzug auf die Religionsfreiheit.

Wow.

Ich fühle mich völlig überfordert von diesem aktuellen BAG-Urteil. Nicht nur zeitlich, inhaltlich, und allgemein von der Komplexität der Aufgabe, dazu Stellung zu nehmen, sondern auch emotional. Ich weiß gar nicht, wo und wie ich anfangen soll. Es gibt kaum einen Aspekt an der Sache, den ich nicht völlig blödsinnig, ärgerlich, unfassbar dumm und auch ethisch und sonst rundum verachtenswert finde. Hätten die Richter mich gefragt, hätte ich ihnen wahrscheinlich empfohlen, das Gebäude zu verlassen und einen schwungvollen Luftschlag anzufordern, vielleicht ergänzt um einige großzügig verteilte Napalm-Abwürfe, um eventuelle Überlebende …

Pardon.

Geht schon wieder.

Zur Sache: Ich muss jetzt ganz, ganz stark sein. Ich muss mich mental ein bisschen vorbereiten, um meine zitternden Finger unter Kontrolle zu bekommen. So. Jetzt. Seid ihr so weit? Gut. Ich jetzt auch: Die Gewerkschaften haben natürlich recht.

[Caveat: Es handelt sich hier nicht um eine Kritik am Urteil des Bundesarbeitsgerichts. Mir geht es darum, wie Recht nach meinem Verständnis sein sollte. Diesen Luxus haben die Richter nicht. Sie müssen ermitteln, wie unser Recht tatsächlich ist. Ob sie das in diesem Fall eher gut gemacht haben, oder eher nicht, weiß ich nicht. Es interessiert mich auch nicht besonders.]

Selbstverständlich kann es nicht angehen, dass für kirchliche Einrichtungen ein anderes Arbeitsrecht gilt als für andere, ganz unabhängig davon, wie ich grundsätzlich zu diesem Arbeitsrecht stehe. Ich will das jetzt auch lieber nicht thematisieren, aus den genannten Gründen. Ich bleibe bei der hier zu klärenden Frage, und die ist in meinen Augen grundsätzlich ganz einfach geklärt: Natürlich sollte es für Kirchen kein Sonderrecht geben. Fertig, Ende, aus.

Ich halte das für völlig offensichtlich, und ich habe noch nie begriffen, warum Religionsfreiheit (die als solche ja ihre Berechtigung hat) das Recht einschließen sollte, sich nicht an dieselben Gesetze halten zu müssen wie Menschen, die nicht meiner Religion angehören. Ich habe nie begriffen, warum eine religiöse Überzeugung rechtlich anders behandelt werden sollte als eine nicht religiöse Überzeugung. Das gilt natürlich nicht nur für das Streikrecht, das gilt in meinen Augen universell. Warum sollte ein kirchlicher Arbeitgeber Dinge von seinen Mitarbeitern verlangen dürfen, die nicht auch jeder andere Arbeitgeber verlangen darf? Sicher, den Kirchen ist es wichtig, dass sie ihre Aufgabe, die Frohe Botschaft zu verkünden, vernünftig erfüllen können, und dabei stören Streiks natürlich. Na und? Coca-Cola ist es auch wichtig, ihre braune Brühe zu verkaufen, und das wäre für die bestimmt auch einfacher, wenn sie Ausnahmen von Rechtsvorschriften bekämen, die ihnen nicht passen. Das eine ist eine religiöse Aufgabe, das andere eine kommerzielle. Religiöse Menschen werden Ersteres je nach Neigung für viel wichtiger halten, und Letzeres für nachrangig, wenn nicht sogar unmoralisch. Ich halte Ersteres für schädlich, und Letzteres ist mir ziemlich egal, weil ich das blöde Zeug nicht trinke. Ihr seht das vielleicht wieder anders. So ist das nun mal, Menschen setzen unterschiedliche Prioritäten und haben unterschiedliche Interessen.

Deswegen haben wir ja Regeln in unserer Gesellschaft, die bewirken sollen, dass diese Prioritäten und Interessen zu einem vernünftigen Ausgleich gehen und der Eine seine Vorlieben nicht auf Kosten anderer auslebt. Das kann in meinen Augen aber nur funktionieren, solange diese Regeln fair sind, und nicht einzelne Gruppen bevorzugen. Eigentlich herrscht in unserer Gesellschaft auch ein Konsens, dass das grundsätzlich so sein sollte. Trotzdem haben wir aus irgendwelchen Gründen immer noch Sonderregeln, die nur für religiöse Interessen gelten, nicht aber für kommerzielle, literarische, sexuelle, oder sonstige säkulare Vorlieben. Das ist Unsinn, und gehört abgeschafft.

Nennt mir einen einzigen vernünftigen Grund, und ich ändere meine Meinung. Bis dahin staune ich, dass vernünftige Menschen sowas überhaupt diskutieren müssen.


Bright Outlook (21)

20. November 2012

Jaaaaa meine lieben Freunde, es gibt hier entgegen einem möglicherweise nicht ganz ungerechtfertigten Eindruck nicht nur altes Zeug, es gibt auch neues, zum Beispiel heute, zum Beispiel das nächste Kapitel unseres exzellenten interaktiven Fortsetzungsromans Bright Outlook.

Exzellent.

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Holleri du dödel di.

18. November 2012

Lange ists her, aber die Älteren unter euch … Moment.

[längere Pause; Grillenzirpen nach Bedarf selber vorstellen]

So, nach meiner Rückkehr vom langen und beschwerlichen Weg zum Phrasenschwein kann es ja jetzt endlich losgehen mit dem nächsten Südafrikareisebericht. Und als wäre das noch nicht genug, habe ich heute einen Bonus für euch:

Cat Content!

Da sag noch einer, bei überschaubare Relevanz wäre nicht für jeden was dabei.

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Defending Twilight. Yes. Yes, you read that correctly. Yes. Yes, really. Yes, damnit now stop asking and start reading!

18. November 2012

And also yes, another English post. But not to worry, this is not necessarily a trend. It’s just because the original post I’m defending Twilight from is in English, because I feel like it and because I’m trying to lure the English-speaking fanbase of the books and movies onto my blog, and in the darkness bind them. Besides, it wouldn’t be fair to criticise someone in a language she (probably) doesn’t understand.

So, on with the defense. Why defend Twilight? Well. I stumbled upon this feminist critique by Sarah (who apparently gets critical on a regular basis, which I approve of) and enjoyed it very much, but I found some things I consider unfounded, and I’d like to point those out, because … Well I guess I’m just that kind of pedantic ass, and besides I love to defend stuff and people I disagree with, because it feels so damn righteous.

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Geheimnisse des Glaubens

17. November 2012

Gott ist ungerecht – und das ist gut so

„Du bekommst, was du verdienst“, sagt der Volksmund. Aber würde Gott Schuld mit Strafe bezahlen lassen, wären wir alle verloren. Gott müsste um der Gerechtigkeit willen uns alle zur Rechenschaft ziehen. Was ist die gerechte Konsequenz für eine Lüge? Für eine Verleumdung? Für eine Vergewaltigung? Für einen Mord? Der Preis der Schuld ist der Tod, treibt es der Apostel Paulus auf die Spitze. Wäre Gott gerecht, wie wir Gerechtigkeit verstehen, müssten wir alle sterben.

Meine Damen und Herren, die frohe Botschaft. Muss man nicht kritisieren. Kritisiert sich quasi von selbst.


Des Menschen bester Freund – Teaser

15. November 2012

Da habe ich doch tatsächlich eine ganze Szene aus “Eine Riesenmenge Geld” für meine nächste Creative-Writing-Hausaufgabe auf Englisch übersetzt, und jetzt ist das Dokument weg. Wahrscheinlich hab ich irgendwann versehentlich das Fenster geschlossen, ohne zu speichern. Kann man nichts machen. Aber andererseits gefiel mir das Ergebnis ohnehin nicht so richtig, und nun hab ich stattdessen eine Szene aus einer Geschichte übersetzt, die ihr bisher nicht kennt, und so bald auch nicht kennenlernen werdet, weil ich mir nämlich vorgenommen habe, für den Fall der Fälle einen Roman aufzuheben, den ich nicht komplett hier online stelle. Kann ja sein, dass ich irgendwann mal in der Situation bin, dass ein Verlag sich über sowas freut. Denke ich jedenfalls zurzeit noch.

Egal. Ein kleines Stück kann ja nicht schaden, und es ist ja sogar nur eine Übersetzung, und weil ich jetzt doppelte Mühe mit der Aufgabe hatte, und weil ihr euch Guinan sich über meine Fragmente immer so freut, und weil ich eh gerade nichts anderes mitzuteilen habe, teile ich eben das mit euch.

Viel Spaß:

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