Das Absolute liegt uns nicht

30. Dezember 2012

Ich will ja nicht gerne einseitig sein und freue mich deshalb über jede Gelegenheit, Religionskritik zu kritisieren. Leider ergibt sich dafür selten mal eine lohnende Gelegenheit, und deshalb habe ich den Text “Die falsche Rückkehr zur Religion” von Tanja Dückers auf Zeit.de mit umso größerer Begeisterung gelesen. Er beginnt auch gleich mit einem ganz kryptischen Teaser:

Es ist wieder schick, religiös zu sein. Den Agnostikern hingegen wird jedwede Moral abgesprochen. Dabei sind sie die wahrhaft Gläubigen.

Die ersten beiden Sätze sind Behauptungen, die natürlich auch im Folgenden nicht irgendwie begründet oder belegt oder auch nur näher erläutert werden, etwa durch einen Hinweis darauf, wo es wieder schick ist, und wie genau es sich äußert, oder wer Agnostikern jedwede Moral abspricht. Der dritte Satz … äh … Wie jetzt? Die Agnostiker sind die wahrhaft Gläubigen? Und die religiösen Menschen sind es nicht? Zunächst vermutete ich, dass dabei nicht mehr rauskommen kann als eine lustige Runde “Lasst uns Wörter umdefinieren und dann über die Ergebnisse staunen!”, doch sogar mit dieser Vermutung wurde ich enttäuscht, denn es kommt noch weniger dabei raus, nämlich überhaupt nichts. Diese These wird im weiteren Text nicht mehr erwähnt. Tja.

Stattdessen folgt eine Einleitung, die Beispiele von Prominenten aufzählt, die sich öffentlich zu einer Religion bekennen, nebst der Behauptung, dass es mehr seien als früher. Naja, keine Ahnung.

[Es] wird Agnostikern und Atheisten im öffentlichen Diskurs  nicht vorhandenes Wertebewusstsein und ein technokratisch-inhumanes Denken unterstellt.

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Bright Outlook (Finis)

30. Dezember 2012

Ja, das war’s. Unser exzellenter interaktiver Fortsetzungsroman endet heute, und weil ich schon alles gesagt habe, was ich eigentlich zu diesem Kapitel sagen sollte, habe ich nichts mehr zu sagen, bis auf: Viel Vergnügen!

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Jahresrückblicke machen wir hier nicht,

29. Dezember 2012

aber weil es echt mal wieder Zeit wird, meine Blogroll aufzuräumen, machen wir das Nächstbeste: Einen Blogrollaufräumpost. Der letzte (in dem ihr auch alle Einträge nachlesen könnt, die hier nicht beschrieben werden) stieß ja auf überraschend positive Resonanz, und es hat sich seitdem einiges geändert. Beginnen wir mit den traurigen Nachrichten:

Flipper in the sushi-box,

Gehirnschluckauf

und Modernisma

sind anscheinend von uns gegangen. Der letzte Post liegt Monate zurück, und deswegen haben sie in einer gepflegten Blogroll wie meiner wohl nichts mehr zu suchen. Sollte das Leben dort eines Tages weitergehen, werde ich euch natürlich mit nicht mehr als einem halben Jahr Verzögerung im nächsten Blogrollaufräumpost umgehend darüber unterrichten.

Nicht verstorben, aber trotzdem gestrichen sind

das Verfassungsblog

und das Blog der Atheist Experience.

Beide haben nach wie vor Inhalte, die man auch irgendwie interessant finden kann, aber meine Begeisterung hat so sehr nachgelassen, dass ich sie dem Wunsch opfere, meine Liste schlank zu halten. Und ja, das hat beim Verfassungsblog auch (nicht nur) damit zu tun, dass mir die Beiträge zum Thema Beschneidung sehr hart auf den Geist gingen. Hey, wenn mir was nicht mehr gefällt, dann ist das eben so, und ich könnte es nicht ändern, sogar, wenn ich wollte, sogar wenn die Gründe auch mir selbst ein bisschen dubios vorkommen.

Lediglich umgezogen ist und vermehrt hat sich

das Sprachlog,

in dem nun auch andere als der von mir trotz gelegentlicher Meinungsverschiedenheiten geliebte und verehrte Anatol Stefanowitsch

So, das war der langweilige Kram, mit dem ich aus Gründen, die mir im Nachhinein marketingtaktisch nicht mehr besonders durchdacht vorkommen, angefangen habe.

Kommen wir zu den guten Nachrichten, den Neuzugängen. Vorab: Falls euer Blog hier nicht auftauchen sollte, obwohl ihr wisst, dass ich bei euch mitlese, liegt das womöglich daran, dass ihr in die Guilty-Pleasure-Kategorie fallt, was doch auch irgendwie ein gutes Gefühl ist, oder? Ich finde euer Blog so geil, dass ich es nicht mal öffentlich zugeben will. Na gut, das klingt jetzt ein bisschen eklig, aber mit genug Willen zur Realitätsverweigerung könnt ihr euch das ja nach Belieben so lange drehen, bis es euch passt.

Es kann natürlich auch schlicht sein, dass ihr wie das Verfassungsblog oder Atheist Experience knapp nicht toll genug seid, um mir eine Empfehlung wert zu sein. In diesem Fall müsst ihr bloß hin und wieder mal ein einen meiner Posts lobend verlinken euch einfach nur ein bisschen mehr Mühe geben, und schon kommt auch ihr in den Genuss der zwei bis drei Leser, die ich pro Monat an meine Blogroll-Links vermittle. Ich bin sicher, dass ihr es kaum abwarten könnt, um diese Chance kämpfen zu dürfen. Egal, zur Sache. Die diesjährigen Sieger sind in (nach URLs) alphabetischer Reihenfolge:

Geteiltes Blut

Und gleich das erste Beispiel stammt doch irgendwie aus der Guilty-Pleasure-Kategorie. Vampirromanzen sind nun eigentlich wirklich nicht mein Ding, aber erstens haben Alena & Alexa mich in Anbetracht dessen mit ihrer Geschichte hervorragend unterhalten, relativ gesehen, weil sie nämlich handwerklich sauber, humorvoll und rundum unterhaltsam schreiben, und zweitens sind Leute. die Fortsetzungsromane in ihrem Blog veröffentlichen, rar genug, dass ich nicht auch noch anfangen will, mich von geschmacklichen Differenzen abschrecken zu lassen. Unglücklicherweise gibt es dort zurzeit auch nur für eher Hartgesottene was zu tun, denn die beiden planen die Veröffentlichung ihres dreibändigen Vampirromans bei Amazon und haben deshalb die ersten beiden Teile bereits wieder vom Blog genommen. Ich habe aber auch nur den dritten Teil gelesen und war trotzdem durchaus angetan. Es gibt als Fazit also eine klare Rückhandempfehlung: Genre-Fans greifen zu, alle anderen lesen vielleicht erst mal Probe.

Jesus and Mo

Fabelhafte antireligiöse Comics mit unser aller Erlöser und dem Größten Propheten aller Zeiten. Reinschauen und Spaß haben ist nicht nur für Atheisten Pflicht.

Nonstampcollector

Ja, jetzt schreibt er auch noch. Nicht so brüllwitzig wie seine Videos, aber doch sehr lesenswert und interessant.

Recotard

schreibt nur in Ausnahmefällen seine eigene Meinung. Meistens lässt er die Zitate seiner (größtenteils) religiösen Kontrahenten für sich selbst sprechen. Zumindest war das bis vor Kurzem so. Gefühlt scheint sich ein Trend zu mehr Kommentar zu entwickeln. Aber das kann für uns alle ja nur eine gute Nachricht sein, falls es denn wirklich so ist.

Theophils Blog

befasst sich aus tendenziell liberaler Perspektive (meistens) mit Wirtschaft und Politik. Mir ist er natürlich nicht liberal genug, aber wer ist das schon? Ein gutes Beispiel für seine aufschlussreichen Beiträge ist etwa dieser hier darüber, dass böse Spekulanten womöglich gar nicht Schuld daran sind, dass Menschen auf dieser Welt hungern müssen.

Altpapier

ist sehr lesenswert, obwohl es bei Evangelisch.de läuft. Wer so Sachen schreibt wie “der Unterschied zwischen Entwicklungshilfe und Entwicklungspolitik ist jener, der bei schleimigen Galen Galas wie “Ein Herz für Kinder” untergeht: Die Entwicklungspolitik arbeitet letztlich an der Verflüssigung des Status Quo. Bei Entwicklungshilfe-Clownerien wie Spendengalengalas geht es um dessen Verfestigung: Die anwesenden Teile der Mediensociety versichern sich in strategischer Demut ihrer eigenen Großmütigkeit, zeigen sich “betroffen” und walzen, schön hierarchisch von oben nach unten, ihre guten Zwecke breit. Aber letztlich ist das alles affirmativer Quark. Man kann ein paar lachende Kinder beim Geknuddeltwerden zeigen, aber letztlich ändert sich gar nichts, im Gegenteil, es sind ja erst einmal wieder alle ruhig gestellt. Etwas Unpolitischeres als eine Fernsehspendengala, bei der die ganze Zeit alle so furchtbar mit- und füreinander tun, ist schwer vorstellbar.” hat bei mir ganz unabhängig von einem eventuellen religiösen Hintergrund schon mal einen Stein im Brett.

Nicht in die Blogroll aufgenommen, aber lobend erwähnt werden die Macher meiner Lieblingsserien bei blip.tv, deren unterhaltsame Rezensionen von Filmen, Comics, Rapmusik und Popsongs mich nicht nur unterhalten, sondern auch ungemein bilden.

Es handelt sich dabei um

Atop the Fourth Wall (Comics),

Confused Matthew (Filme),

Nostalgia Chick (meistens Filme),

RapCritic (Ihr dürft raten),

SFDebris (meistens Science Fiction)

und Todd in the Shadows (Popmusik).

Die Empfehlung ist auch hier eher verhalten. Wer keine Freude daran hat, jemandem beim Rummäkeln an den Leistungen anderer zuzusehen, wird keine Freude an denen haben, muss sich von mir aber auch fragen lassen, was er in diesem Fall in meinem Blog zu suchen hat. Die einzige Entschuldigung, die ich halbwegs gelten lassen könnte, wären mangelnde Englischkenntnisse.

Allen, die ich gerade erwähnt habe, und natürlich auch allen anderen, die mich jeden Tag aufs Neue mit kostenloser Information, Unterhaltung und Einblicken in ihr Leben und ihre Gedanken versorgen, danke ich so herzlich, wie es jemandem mit einem unterentwickelten, unterkühlten Herzen wie dem meinen möglich ist, und freue mich auf ein fabelhaftes 2013. Ihr seid toll.


Starke Bilder

21. Dezember 2012

Berlin. Bundesfamilienmisterin Kristina Schröder hat in einem Interview mit der Wochenzeitung “Die Zeit” die Möglichkeit angedeutet, die Entität, die das Universum geschaffen habe, verfüge möglicherweise nicht über einen Penis. Viele ihrer Parteigenossen sowie der Direktor des bayerischen Wallfahrtsorts Maria Vesperbild, Prälat Wilhelm Imkamp, zeigten sich darüber entrüstet und betonten die Bedeutung, die das Glied des Schöpfers in ihren Augen trage.

Die bayerische Sozialministerin Christina Haderthauer etwa zeigte sich nach eigenen Worten “sprachlos” gegenüber solch “verkopfte[m] Quatsch” und fügte dennoch bemerkenswert wortreich hinzu:

Ich finde es traurig, wenn unseren Kindern aus lauter Unsicherheit und political correctness die starken Bilder genommen werden, die für ihre Phantasie so wichtig sind. Und wir alle wissen, wie wichtig für Kinder das starke Bild des mächtigen Genitals des Wesens ist, dem wir alle unsere Existenz verdanken.

Die brandenburgische CDU-Politikerin Katerina Reiche sagte:

Der liebe Gott mit einem Penis bleibt der liebe Gott mit einem Penis!

Von Norbert Geis (ebenfalls CSU) verlautete:

Gott ist uns von Christus mit Schwanz offenbart. Dabei soll es bleiben.

Prälat Imkamp wurde noch deutlicher:

Die Äußerungen von Frau Schröder zeugen von einem erschreckenden religiösen Analphabetismus, sie kennt offenbar das Geschlechtsteil unseres Herrn nicht! [...] Wir haben einen personalen Gott, dass dieser personale Gott die Dimensionen der Geschlechtlichkeit übersteigt, führt nicht dazu, dass man implizieren könnte, er hätte keinen Penis!

Imkamp drückte darüber hinaus die Hoffnung aus, die Dissertation Schröders hätte ein anderes Niveau als die Vermutung, das Universum könnte ohne Beteiligung eines männlichen Genitals entstanden sein.

Der CSU-Politiker Günther Beckstein sagte:

Theologisch hat Frau Ministerin Schröder recht: Gott steht über den Geschlechtern. Aber emotional ist das nicht meine Welt; für mich ist es wichtig, dass Gott ein riesiges Gemächt hat.

Schröder selbst ist noch nicht bereit, einzulenken, hat aber eingestanden, dass sie ihre Worte womöglich unglücklich gewählt haben könnte:

Bei meiner Antwort habe ich vielleicht zu sehr an das kleine Mädchen gedacht und nicht an die vielen Erwachsenen, denen der gewaltige, transzendente, zeitlose und allgegenwärtige Penis Gottes sehr viel bedeutet.


was auszuhalten ist

17. Dezember 2012

Lange habe ich drauf gewartet, was zu diesem Telefonstreich zu schreiben, nicht zuletzt, weil ich diese dämliche Telefonstreicherei aus dem tiefsten Grund meines Herzens hasse, fast genauso wie Leute, die Einzelpersonen die Schuld für den Suizid anderer Menschen zuweisen, und mich deshalb für hervorragend geeignet hielt, mich dazu unvoreingenommen zu äußern. Was fehlte, war eine gute Vorlage, denn ich bin bekanntermaßen zu faul, eine eigene Meinung zu entwickeln, und ziehe es deshalb vor, die anderer Leute zu kritisieren. Da das besonders einfach ist, wenn es sich um eine völlig dämliche, unfundierte und extrem abwegige Meinung handelt, habe ich mich in der FAZ auf die Suche gemacht.

Natürlich bin ich fündig geworden.

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Bright Outlook (23)

17. Dezember 2012

Jaa, dies ist offensichtlich auch noch nicht das Ende unseres fantastischen interaktiven Fortsetzungsromans. Noch lange nicht? Wer weiß. Eine oder zwei Episoden, sag ich mal. Ich weiß, ihr habt das schon öfter gehört. Aber diesmal ist es mir ehrlich ernst.

Viel Spaß!

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Die Philosophie zersetzt die Familie – ganz subtil

15. Dezember 2012

Die Philosophie verlangt Liebe zur Weisheit. Die Familie beruht auf Liebe zum Partner und zu den Kindern – und zieht den Kürzeren, sagt der Kapitalist Muriel Silberstreif.

Herr Silberstreif, für Sie ist die Philosophie eine familienfeindliche Fachrichtung – wieso?

Zwischen der Familie und der Philosophie besteht ein klassischer Konflikt: Im der Philosophie zählt das ständige Streben nach der Wahrheit, tieferer Einsicht und größerem Verständnis. Dies liegt nun einmal quer zur Familie, in der ein unglaublicher Aufwand für andere Menschen getrieben wird, und kaum noch Zeit für Forschung und Lesen bleibt vor lauter Windelnwechseln und gemeinsamen Ausflügen.

Große Philosophen haben das schon vor hundert Jahren beklagt, aber nie eine Lösung gefunden.

Ausgerechnet der große Philosophieverteidiger Klaus Meier kam zu der Erkenntnis, dass der intellektuelle Anspruch, den die Philosophie generiert, die Gesellschaft und damit die Familie zersetzt. Dieser Anspruch passt nicht zur der Aussicht, dass man zum Beispiel von seinen Kindern in der Säuglingszeit zwei Jahre lang unablässig nichts als unartikuliertes Geschrei und Gebrabbel hört. Die Erkenntnis dieses Konflikts ist tatsächlich keineswegs neu. Wer Familie hat, scheint darüber hinaus auch weniger Zeit zum Nachdenken zu haben…

…was einem Philosophen ja auch nicht gefallen kann.

Keinesfalls. Das ist die zweite, neuere Konfliktlinie. Ein Philosoph will denken, forschen, er braucht hohe geistige Flexibilität und und gedankliche Wandlungsfähigkeit in jeder Hinsicht. Der Philosoph fürchtet die geistige Festlegung wie der Fluss den Frost. Entscheidet man sich für Familie, legt man sich aber in hohem Maße fest – nicht nur mit seinen Gedanken.

Womöglich ist die Eingrenzung der Freiheit das größte Problem.

Früher, vor 30 oder 40 Jahren hatten wir die Vorstellung, dass es irgendwo in den oberen Schichten der Gesellschaft ein paar Philosophen gibt, der Rest der Bevölkerung aber einer festen Arbeit nachgeht, versucht, irgendwie über die Runden zu kommen, und ansonsten in bestimmten Traditionen und familiären Zusammenhängen lebt. Der Grundkonflikt war nicht so offensichtlich.

Und heute?

Heute hat sich die Ansicht durchgesetzt, dass wir irgendwie alle Denker sein sollten. Das verschärft den Konflikt enorm. Denn den Lebensstil des Philosophen haben sich inzwischen auch die Normalsterblichen zu eigen gemacht.

Manchmal stehe ich staunend vor den ausgebreiteten Gedanken anderer Menschen und versuche zu begreifen, wie jemand diesen Mist ernst meinen kann. Das gilt insbesondere für Philosophen, bei denen man doch einerseits meinen sollte, dass eine gewisse Stringenz im Denken und eine gewisse Bereitschaft, den Sinn der eigenen Überlegungen infrage zu stellen, zum Beruf gehören sollte. Trotzdem habe ich manchmal den Eindruck, dass gerade Philosophen dazu neigen, sich in Gedankengebäude zu versteigen, deren Fundamente nicht mal mehr tönern genannt werden können, und deren Statik durch nicht mehr aufrecht erhalten wird als den unerschütterlichen Wunsch, die eigenen Vorurteile irgendwie in ein rationales Gerüst zu zwängen, und sei es noch so durchsichtig und wackelig. Manchmal. Aber es wäre natürlich unsinnig, aus einzelnen Erfahrungen auf eine so große und disparate Gruppe schließen zu wollen.


Welche Leistung noch mal? (3)

11. Dezember 2012

Na gut, denkt vielleicht die eine oder andere von euch, beim Thema Leistungsschutzrecht ist die deutsche Presse also ein bisschen daneben, aber das kann man ja verstehen, schließlich geht es um deren Existenz. Aber ansonsten ist die Berichterstattung doch eigentlich schon gut gemacht.

Hm. Na gut, ich weiß, das denkt bestimmt niemand von euch im Ernst, aber es schien mir gerade eben noch ein ganz brauchbarer Aufmacher zu sein.

Egal.

Heute habe ich auf faz.net diesen Bericht mit der ulkigen Überschrift “Frigide Durchgeknallts Familienwerte” gesehen und dachte mir, dass dieser Titel sogar für die FAZ reichlich eigenartig ist. Ich machte mich deshalb daran, zu ermitteln, worum es geht, und der Untertitel offenbar wie so oft schon die ganze Misere der Autorin:

Es sind keine Sittenwächter alter Schule, die in Frankreich gegen das Adoptionsrecht für Homosexuelle protestieren. Das Bündnis von Franzosen, die allen Kindern ihre Maman und ihren Papa sichern wollen, hat Präsident Hollande auf dem falschen Fuß erwischt.

Man muss nicht wie ich bereits ein ziemlich abgeschlossenes Urteil über die FAZ gefällt haben, um da die Voreingenommenheit herauszuhören, oder? Keine Sittenwächter alter Schule, sondern einfach nur Franzosen, die allen Kindern ihre Mama und ihren Papa sichern wollen. Ach so…

Aber wer weiß? Vielleicht hat Michaela Wiegel ja im Rest des Berichts noch ein bisschen Ausgewogenheit und Sachlichkeit gefunden. Das hier ist schließlich keine Glosse oder ein reiner Meinungstext.

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Philoso1 / Let’s Read: No, you Kant!

10. Dezember 2012

Kant wolltet ihr, Kant sollt ihr kriegen. Genauer: Metaphysische Anfangsgründe der Naturwissenschaft. Ihr findet hinter dem Link die Möglichkeit, das ganze Ding kostenlos als Kindle-Version herunterzuladen. Die Kindle-Software gibt es für PC und Mac. So könnt ihr mit wenig Aufwand und für genau gar kein Geld mitlesen, was in Anbetracht von Kants Neigung zu laaaaaaaaaaaangen schwer verständlichen Sätzen durchaus ratsam sein könnte. Bestimmt kann man den Kram auch von diversen anderen Quellen gratis runterladen. Macht, wie ihr meint. Ich würde nicht mal eine Umsatzbeteiligung kriegen, wenn’s nicht gratis wäre.

Zum Hierhören: 


Zum Mitnehmen.

Nicht enttäuscht sein, es gibt heute nur eine halbe Stunde. Das liegt daran, dass ich mir beim besten Willen nicht vorstellen kann, dass es euch was gibt, euch das anzuhören, deswegen will ich zumindest abwarten, ob Interesse an einer Fortsetzung besteht. Falls dem so ist, mache ich aber gerne weiter.


Philoso1 / Let’s Read: Nie wieder Chesterton

7. Dezember 2012

Es wird nicht besser. Aber immerhin habe ich diesmal in der Hohen Luft einen kontroversen Beitrag gefunden, sogar zu dem stets aktuellen und von uns allen geliebten Thema Urheberrecht und Informationsfreiheit. Und beim nächsten Mal gibts dann auch nur noch Texte, die irgendeinen allgemein zugänglichen Sinn transportieren. Hoffentlich.

Fun Fact: Ich hatte eigentlich für den Anfang “No Hiding Place” in der Version aus der ähnlichnamigen Babylon-5-Episode aufgenommen, das aber erschrocken und entsetzt wieder gelöscht, nachdem ich es mir probehalber mal angehört hatte. Nee. Ich mache mich ja gerne mal öffentlich lächerlich, aber so weit mag ich dann doch wieder nicht gehen.


Hier der Download.

Meine Aufzählung zum Schluss ist natürlich nicht vollständig. Ich habe hier zum Beispiel auch noch diesen Schätzing-Roman… Ew. Dann doch lieber Chesterton.


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