Jahresrückblicke machen wir hier nicht,

aber weil es echt mal wieder Zeit wird, meine Blogroll aufzuräumen, machen wir das Nächstbeste: Einen Blogrollaufräumpost. Der letzte (in dem ihr auch alle Einträge nachlesen könnt, die hier nicht beschrieben werden) stieß ja auf überraschend positive Resonanz, und es hat sich seitdem einiges geändert. Beginnen wir mit den traurigen Nachrichten:

Flipper in the sushi-box,

Gehirnschluckauf

und Modernisma

sind anscheinend von uns gegangen. Der letzte Post liegt Monate zurück, und deswegen haben sie in einer gepflegten Blogroll wie meiner wohl nichts mehr zu suchen. Sollte das Leben dort eines Tages weitergehen, werde ich euch natürlich mit nicht mehr als einem halben Jahr Verzögerung im nächsten Blogrollaufräumpost umgehend darüber unterrichten.

Nicht verstorben, aber trotzdem gestrichen sind

das Verfassungsblog

und das Blog der Atheist Experience.

Beide haben nach wie vor Inhalte, die man auch irgendwie interessant finden kann, aber meine Begeisterung hat so sehr nachgelassen, dass ich sie dem Wunsch opfere, meine Liste schlank zu halten. Und ja, das hat beim Verfassungsblog auch (nicht nur) damit zu tun, dass mir die Beiträge zum Thema Beschneidung sehr hart auf den Geist gingen. Hey, wenn mir was nicht mehr gefällt, dann ist das eben so, und ich könnte es nicht ändern, sogar, wenn ich wollte, sogar wenn die Gründe auch mir selbst ein bisschen dubios vorkommen.

Lediglich umgezogen ist und vermehrt hat sich

das Sprachlog,

in dem nun auch andere als der von mir trotz gelegentlicher Meinungsverschiedenheiten geliebte und verehrte Anatol Stefanowitsch

So, das war der langweilige Kram, mit dem ich aus Gründen, die mir im Nachhinein marketingtaktisch nicht mehr besonders durchdacht vorkommen, angefangen habe.

Kommen wir zu den guten Nachrichten, den Neuzugängen. Vorab: Falls euer Blog hier nicht auftauchen sollte, obwohl ihr wisst, dass ich bei euch mitlese, liegt das womöglich daran, dass ihr in die Guilty-Pleasure-Kategorie fallt, was doch auch irgendwie ein gutes Gefühl ist, oder? Ich finde euer Blog so geil, dass ich es nicht mal öffentlich zugeben will. Na gut, das klingt jetzt ein bisschen eklig, aber mit genug Willen zur Realitätsverweigerung könnt ihr euch das ja nach Belieben so lange drehen, bis es euch passt.

Es kann natürlich auch schlicht sein, dass ihr wie das Verfassungsblog oder Atheist Experience knapp nicht toll genug seid, um mir eine Empfehlung wert zu sein. In diesem Fall müsst ihr bloß hin und wieder mal ein einen meiner Posts lobend verlinken euch einfach nur ein bisschen mehr Mühe geben, und schon kommt auch ihr in den Genuss der zwei bis drei Leser, die ich pro Monat an meine Blogroll-Links vermittle. Ich bin sicher, dass ihr es kaum abwarten könnt, um diese Chance kämpfen zu dürfen. Egal, zur Sache. Die diesjährigen Sieger sind in (nach URLs) alphabetischer Reihenfolge:

Geteiltes Blut

Und gleich das erste Beispiel stammt doch irgendwie aus der Guilty-Pleasure-Kategorie. Vampirromanzen sind nun eigentlich wirklich nicht mein Ding, aber erstens haben Alena & Alexa mich in Anbetracht dessen mit ihrer Geschichte hervorragend unterhalten, relativ gesehen, weil sie nämlich handwerklich sauber, humorvoll und rundum unterhaltsam schreiben, und zweitens sind Leute. die Fortsetzungsromane in ihrem Blog veröffentlichen, rar genug, dass ich nicht auch noch anfangen will, mich von geschmacklichen Differenzen abschrecken zu lassen. Unglücklicherweise gibt es dort zurzeit auch nur für eher Hartgesottene was zu tun, denn die beiden planen die Veröffentlichung ihres dreibändigen Vampirromans bei Amazon und haben deshalb die ersten beiden Teile bereits wieder vom Blog genommen. Ich habe aber auch nur den dritten Teil gelesen und war trotzdem durchaus angetan. Es gibt als Fazit also eine klare Rückhandempfehlung: Genre-Fans greifen zu, alle anderen lesen vielleicht erst mal Probe.

Jesus and Mo

Fabelhafte antireligiöse Comics mit unser aller Erlöser und dem Größten Propheten aller Zeiten. Reinschauen und Spaß haben ist nicht nur für Atheisten Pflicht.

Nonstampcollector

Ja, jetzt schreibt er auch noch. Nicht so brüllwitzig wie seine Videos, aber doch sehr lesenswert und interessant.

Recotard

schreibt nur in Ausnahmefällen seine eigene Meinung. Meistens lässt er die Zitate seiner (größtenteils) religiösen Kontrahenten für sich selbst sprechen. Zumindest war das bis vor Kurzem so. Gefühlt scheint sich ein Trend zu mehr Kommentar zu entwickeln. Aber das kann für uns alle ja nur eine gute Nachricht sein, falls es denn wirklich so ist.

Theophils Blog

befasst sich aus tendenziell liberaler Perspektive (meistens) mit Wirtschaft und Politik. Mir ist er natürlich nicht liberal genug, aber wer ist das schon? Ein gutes Beispiel für seine aufschlussreichen Beiträge ist etwa dieser hier darüber, dass böse Spekulanten womöglich gar nicht Schuld daran sind, dass Menschen auf dieser Welt hungern müssen.

Altpapier

ist sehr lesenswert, obwohl es bei Evangelisch.de läuft. Wer so Sachen schreibt wie “der Unterschied zwischen Entwicklungshilfe und Entwicklungspolitik ist jener, der bei schleimigen Galen Galas wie “Ein Herz für Kinder” untergeht: Die Entwicklungspolitik arbeitet letztlich an der Verflüssigung des Status Quo. Bei Entwicklungshilfe-Clownerien wie Spendengalengalas geht es um dessen Verfestigung: Die anwesenden Teile der Mediensociety versichern sich in strategischer Demut ihrer eigenen Großmütigkeit, zeigen sich “betroffen” und walzen, schön hierarchisch von oben nach unten, ihre guten Zwecke breit. Aber letztlich ist das alles affirmativer Quark. Man kann ein paar lachende Kinder beim Geknuddeltwerden zeigen, aber letztlich ändert sich gar nichts, im Gegenteil, es sind ja erst einmal wieder alle ruhig gestellt. Etwas Unpolitischeres als eine Fernsehspendengala, bei der die ganze Zeit alle so furchtbar mit- und füreinander tun, ist schwer vorstellbar.” hat bei mir ganz unabhängig von einem eventuellen religiösen Hintergrund schon mal einen Stein im Brett.

Nicht in die Blogroll aufgenommen, aber lobend erwähnt werden die Macher meiner Lieblingsserien bei blip.tv, deren unterhaltsame Rezensionen von Filmen, Comics, Rapmusik und Popsongs mich nicht nur unterhalten, sondern auch ungemein bilden.

Es handelt sich dabei um

Atop the Fourth Wall (Comics),

Confused Matthew (Filme),

Nostalgia Chick (meistens Filme),

RapCritic (Ihr dürft raten),

SFDebris (meistens Science Fiction)

und Todd in the Shadows (Popmusik).

Die Empfehlung ist auch hier eher verhalten. Wer keine Freude daran hat, jemandem beim Rummäkeln an den Leistungen anderer zuzusehen, wird keine Freude an denen haben, muss sich von mir aber auch fragen lassen, was er in diesem Fall in meinem Blog zu suchen hat. Die einzige Entschuldigung, die ich halbwegs gelten lassen könnte, wären mangelnde Englischkenntnisse.

Allen, die ich gerade erwähnt habe, und natürlich auch allen anderen, die mich jeden Tag aufs Neue mit kostenloser Information, Unterhaltung und Einblicken in ihr Leben und ihre Gedanken versorgen, danke ich so herzlich, wie es jemandem mit einem unterentwickelten, unterkühlten Herzen wie dem meinen möglich ist, und freue mich auf ein fabelhaftes 2013. Ihr seid toll.

4 Antworten zu Jahresrückblicke machen wir hier nicht,

  1. Alexa sagt:

    Reblogged this on Geteiltes Blut and commented:
    Eine tolle Empfehlung…. Danke, Muriel :)

  2. freiheitistunteilbar sagt:

    der Unterschied zwischen Entwicklungshilfe und Entwicklungspolitik ist jener, der bei schleimigen Galen Galas wie “Ein Herz für Kinder” untergeht: Die Entwicklungspolitik arbeitet letztlich an der Verflüssigung des Status Quo. Bei Entwicklungshilfe-Clownerien wie Spendengalengalas geht es um dessen Verfestigung: Die anwesenden Teile der Mediensociety versichern sich in strategischer Demut ihrer eigenen Großmütigkeit, zeigen sich “betroffen” und walzen, schön hierarchisch von oben nach unten, ihre guten Zwecke breit. Aber letztlich ist das alles affirmativer Quark. Man kann ein paar lachende Kinder beim Geknuddeltwerden zeigen, aber letztlich ändert sich gar nichts, im Gegenteil, es sind ja erst einmal wieder alle ruhig gestellt. Etwas Unpolitischeres als eine Fernsehspendengala, bei der die ganze Zeit alle so furchtbar mit- und füreinander tun, ist schwer vorstellbar.”

    Wenn man mit Verflüssigung die Gedärme der betroffenen Armen meint, liegt er goldrichtig. Während Betroffenheitsclownerie wenigstens status quo neutral ist, tötet Entwicklungspolitik bzw. – hilfe reale Menschen. :)

  3. freiheitistunteilbar sagt:

    Die Empfehlung ist auch hier eher verhalten. Wer keine Freude daran hat, jemandem beim Rummäkeln an den Leistungen anderer zuzusehen, wird keine Freude an denen haben, muss sich von mir aber auch fragen lassen, was er in diesem Fall in meinem Blog zu suchen hat.

    An der konsequenten Umsetzung dieses Prinzips beteilige ich mich gerne und immer wieder. Der Geschmack des Kuchens ist nicht wichtig, es fehlt einfach an Rosinen, also keine Zeit mit Lobhudelei verschwenden. ;)

  4. Theophil sagt:

    Danke und ich heiße alle neuen Leser herzlich willkommen :-)

    In den nächsten Tagen revanchiere ich mich.

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