Restebloggen (96)

  1. Vor Kurzem erst entdeckt (Danke keoni!): Ze Frank
  2. Es macht mich total rasend, dass sich gerade “nen” als Kurzform für “ein” und teilweise auch “eine” durchsetzt. “Ich hol mir nen Eis.” Brrrr. Naja. In ein paar Jahren fällt es uns wahrscheinlich nicht mal mehr auf.
  3. Das Thema The Last of Us lässt mich einfach nicht los, wie ihr seht. Aber Nils und Dennis haben hier wirklich ein enorm sympathisches Let’s Play hingelegt. Ich muss einerseits schon zugeben, dass ich zum letzten Drittel hin – also so nach 12 oder 14 Stunden – tatsächlich anfing, sowas wie Interesse für die Handlung zu entwickeln, aber insgesamt bin ich nach diesen Videos sowas von endlos heilfroh, dass ich nicht versucht habe, den Mist selbst durchzuspielen. Das hätte mir echt gar keinen Spaß gemacht. Gar keinen.
  4. Anatol Stefanowitsch schreibt was, das ich auch schon öfter gedacht, aber nie aufgeschrieben habe, und nun war er halt früher dran, deswegen zitiere ich ihn, statt mir eigene Worte zu suchen: “Statt zu sagen, „X ist schön“, sollten wir sagen, „Dass du/er/sie/es X (b)ist, macht mich gerade froh.”” Fand ich damals auch schon, als Christina Aguileras “Beautiful” dauernd im Radio lief. Ja, ich mache mir Gedanken über die Texte von Popsongs. Überrascht euch nicht im Ernst, oder?
    Ich glaube auch, dass eine derartige Formulierung auch gut als Test für Leute taugt, wenn sie sich fragen, ob es angebracht ist, physische Attribute eines anderen Menschen zu erwähnen. Wenn man in Artikeln / Lobesreden / sonstigen Texten über Frauen nicht einfach nur “gutaussend” oder sowas sagen würde, sondern tatsächlich ausformulieren “Die Form ihres Körpers bereitet mir Freude”, dann sollte das zumindest in meiner zugegebenermaßen manchmal etwas naiven Fantasie ungemein zu der Erkenntnis beitragen, dass sowas in einem nachrichtlichen Artikel über jemandes berufliche Tätigkeit wenig zu suchen hat.
  5. Es ist lange her, dass ich “On ‘helping’ that is anything but‘ zur gelegentlichen Verarbeitung zurückgelegt habe, aber soweit ich weiß, besteht das Problem noch unverändert, deswegen ist er trotzdem noch empfehlenswert: Have the courage to REFUSE chemo and you will have a better chance of living to 100. Wie ich mich über sowas aufregen kann. Kürzlich wartete ich irgendwo und schlug ein herumliegendes Heft zu einer “Gesundheitsmesse” auf, dessen Inhalt ausschließlich aus Kristallen und Magneten und Heilpraktikern und Akupunktur und Ohrkerzen zu bestehen schien. Ich hätte das Ding zerreißen können. Stattdessen hab ich es nur in den Papierkorb gelegt.
  6. Wenn ich schon mal dabei bin, meine Altbestände aufzuarbeiten: Hier gibts kreative Werbung für Insektenspray.
  7. Und hier aus der beliebten Kategorie ironisch gemeinter Amazon-Rezensionen: Bic for her!
    Someone has answered my gentle prayers and FINALLY designed a pen that I can use all month long!
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14 Antworten zu Restebloggen (96)

  1. Guinan sagt:

    1. Echt gut, besonders die Art, wie er spricht. “A hole is a hole”
    5. Ja, hier auch immer wieder ein Aufreger. Und dann zusätzlich auch noch diese Ärzte und Apotheker, die ja eigentlich “Schulmedizin” studiert haben sollten, dann aber mit der Angst Geschäfte machen und alle möglichen IGel-Leistungen und Nahrungsergänzungen verkaufen wollen.

  2. Muriel sagt:

    @Guinan: 1. “The fish has a safe, warm refuge and a feeding place, and the sea cucumber has a fish in its butt. Win-win.”
    5. Ich musste kürzlich beruflich ein längeres Gespräch mit einer Heilpraktikerin führen. Eigentlich kann ich ganz gut meine Gesichtszüge im Griff behalten, aber manchmal war es schwer.

  3. Guinan sagt:

    5. Ich bin geübt. Ich habe kürzlich sämtliche Heilpraktiker rundum angerufen. Und anschließend allen Apothekern Werbung für Bachblüten angeboten. Es war hart, sehr hart, aber ich bin höflich geblieben.

  4. Triffels sagt:

    4. Volle Zustimmung euch beiden.
    5. Hast Du versehentlich den SPIEGEL gelesen? Mich packt auch jedes Mal das Entsetzen.

  5. Lars sagt:

    2. Zustimmung von hier, aber wieso “gerade”? Petrys Schlager “Verlieben, verloren, …” ist von 1992 (habs nachgeschaut) und da heißt es auch schon “nen anderen”… ;-)

  6. 4:

    Überhaupt keine Zustimmung. Ich meine, auf einer genügend hohen Meta-Ebene kann man, wie ich als Nihilist es auch tue, sagen, dass Schönheit nicht existiert und dass alles “eine Rationalisierung (post hoc) einer subjektiven Reaktion auf uns nicht zugängliche subjektive Konstruktionen der Wirklichkeit” ist. Aber praktisch gesehen ist Schönheit so real wie Moral oder Intelligenz.

    Zudem ist es inkonsequent, nur Aussagen über visuell-physische Schönheit durch Sätze wie “Die Form ihres Körpers bereitet mir Freude” oder „Dass du/er/sie/es X (b)ist, macht mich gerade froh.“ zu ersetzen. Konsequenterweise sollte man auch sagen: “Die Form seines Hirns bereitet mir Freude” oder “Dass in Hiroshima und Nagasaki tausende Zivilisten getötet worden sind, macht mich traurig.”

    Wenn man schon so nihilistisch sein will wie Stefanowitsch, dann sollte man die Idee der Schönheit eher feiern als ablehnen. Denn was bleibt einem sonst?

  7. Muriel sagt:

    @Triffels: Nee, sowas lese ich nicht. Ich hab auch meinen Stolz.
    @Lars: Nen als Kurzform für “einen” ist tatsächlich nicht neu. Als Kurzform für “eine” oder “ein” hingegen kannte ich es zumindest bis vor ein paar Monaten nicht.
    @ars libertatis:

    Aber praktisch gesehen ist Schönheit so real wie Moral oder Intelligenz.

    Das sehe ich anders. Intelligenz ist eine objektiv messbare Eigenschaft eines Gehirns, und Moral ist ein System zum Zusammenleben in einer Gesellschaft. Schönheit ist hingegen etwas, das komplett von meiner eigenen Wahrnehmung abhängt. Du könntest sie sicherlich auch zu einer messbaren Größe machen, indem du sie zum Beispiel daran hängst, welcher Anteil von Menschen sie an einem Objekt wahrnimmt, aber genau das tun ja die Menschen, die Stefanowitsch kritisiert, nicht, und wollen es auch explizit nicht.

    Konsequenterweise sollte man auch sagen: “Die Form seines Hirns bereitet mir Freude” oder “Dass in Hiroshima und Nagasaki tausende Zivilisten getötet worden sind, macht mich traurig.”

    In der der Tat. Was denn sonst?

    Wenn man schon so nihilistisch sein will wie Stefanowitsch, dann sollte man die Idee der Schönheit eher feiern als ablehnen. Denn was bleibt einem sonst?

    Was ist denn die Idee der Schönheit?

  8. @Muriel:

    Könntest du kurz erklären, was du damit meinst:

    indem du sie zum Beispiel daran hängst, welcher Anteil von Menschen sie an einem Objekt wahrnimmt

    Ich habe gerade eine Verständnisblockade.

  9. Muriel sagt:

    @ars libertatis: Ich meine, dass das Konzept sich objektiv messbar gestalten ließe, wenn man die Schönheit eines Objekts danach misst, ob 14, 23, 57 oder 89% aller (sinnigerweise wohl: menschlichen) Betrachter es als schön empfinden. Mit dieser Definition (zum Beispiel) könnte man dann in der Tat sagen, dass eine Spinne weniger schön ist als Lauren Graham und Benedict Cumberbatch schöner als Pete Postlethwaite.
    Das ist aber nicht kompatibel mit Christina Aguileras Ansatz in dem angesprochenen Song, denn die darin gezeigte Menschen sind nach diesem Maßstab (mutmaßlich) nicht schön, und es ist auch nicht das, was die von Anatol angesprochenen Menschen mit “X ist auch schön” sagen wollen.

  10. @Muriel:

    Ich meine, dass das Konzept sich objektiv messbar gestalten ließe, wenn man die Schönheit eines Objekts danach misst, ob 14, 23, 57 oder 89% aller (sinnigerweise wohl: menschlichen) Betrachter es als schön empfinden.

    Und Intelligenz und Moral werden anders gemessen oder definiert? Und wieso muss man sich auf die Popularität stützen, wenn man etwas messbar machen will? Kann nicht ein Einzelner Kriterien für Schönheit aufstellen und dann etwas daran messen? Ist das Konzept dann nicht ebenso objektiv messbar?

    In der der Tat. Was denn sonst?

    Man könnte noch viel reduktionistischer sein und davon sprechen, dass bestimmte Sinneserfahrungen bestimmte Hirnzustandsveränderungen und Hormonausschüttungsveränderungen u.ä. auslösen. Aber was wäre damit gewonnen?

    Was ist denn die Idee der Schönheit?

    Dass es Sinn macht, von Schönheit zu sprechen, Dinge als schöner und hässlicher zu bewerten und danach zu streben, Schönheit zu schaffen und in Schönheit zu leben.

  11. Muriel sagt:

    @ars libertatis:

    Und Intelligenz und Moral werden anders gemessen oder definiert?

    Intelligenz ist die Leistungsfähigkeit eines Gehirns. Wie wir die messen, ist sicher schwer zu sagen, insbesondere weil wir sie noch nicht richtig verstehen, aber sie hängt in meinen Augen nicht von der Wahrnehmung anderer ab.

    Und wieso muss man sich auf die Popularität stützen, wenn man etwas messbar machen will?

    Muss man selbstverständlich nicht, deswegen habe ich ja auch ziemlich oft sowas wie “zum Beispiel” geschrieben. Natürlich kann auch jeder für sich selbst Kriterien aufstellen und die dann messen. In dem Fall wäre es allerdings hilfreich, diese offenzulegen, wenn man drüber reden will. Ich zum Beispiel könnte das nicht.

    Man könnte noch viel reduktionistischer sein und davon sprechen, dass bestimmte Sinneserfahrungen bestimmte Hirnzustandsveränderungen und Hormonausschüttungsveränderungen u.ä. auslösen.

    Das wäre dann aber nur eine ausführlichere Formulierung für genau das gleiche.

    Aber was wäre damit gewonnen?

    Wahrscheinlich ein präziserer Ausdruck.

    Dass es Sinn macht, von Schönheit zu sprechen, Dinge als schöner und hässlicher zu bewerten und danach zu streben, Schönheit zu schaffen und in Schönheit zu leben.

    Und das sollten wir feiern? Wieso?

  12. Und das sollten wir feiern? Wieso?

    Was gibt es sonst zu feiern?

  13. Muriel sagt:

    Alles andere.

  14. Guinan sagt:

    3. Der Silencer ist ja äußerst begeistert.

    http://silencer137.wordpress.com/2013/08/05/the-last-of-us-2013/

    Nach DER Beschreibung wäre ich vielleicht schwach geworden.

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