Ohne Herz und Hirn

28. Juni 2014

In letzter Zeit fahre ich öfter mal an Plakaten der BZgA vorbei, auf denen mehr oder weniger Prominente einen Organspendeausweis in die Kamera halten, untertitelt mit Sprüchen wie zum Beispiel

Und dann überlege ich jedes Mal, was ich davon halte. Und wie wütend ich bin, bzw. angemessenerweise sein sollte. Weil man ja schon sagen muss, es ist besser als nichts, und gut gemeint, und sie bieten ja auch Links zu weiterführenden Informationen, aber andererseits ist es auch bei Weitem nicht genug. Also, andere Beispiele: Wenn Politik und Prominenz öffentlich sowas sagen würden wie:

“Wissen Sie, wenn Sie mal auf einer einsamen Landstraße an einem hilflosen Menschen vorbeifahren, der röchelnd in der Böschung liegt und dort langsam verblutet, dann sollten Sie sich entscheiden, ob sie versuchen, diesem Menschen irgendwie zu helfen, oder ob Sie einfach weiter fahren, ohne auch nur den Notruf zu wählen. Echt jetzt. Aus Verantwortung.”

oder

“Also, ich habe mich entschieden ob ich was unternehme, wenn ich zusehe, wie jemand ein vierjähriges Mädchen vergewaltigt, oder ob ich einfach stumm zusehe und ihn gewähren lasse, und es dann für mich behalte. Tut gut, dass ich das für mich geklärt habe.”

oder

“Ich habe entschieden, ob ich für oder gegen Rassismus bin. Das nimmt mir niemand ab.”

dann wäre das komisch, oder? Also, es wäre in gewisser Weise nicht ganz falsch, weil ja, es ist gut und nötig, sich in diesen Situationen zu entscheiden, wie man mit ihnen umgeht, aber … es gibt halt schon ziemlich klar richtige und falsche Alternativen, und wenn ich mich für eine von den falschen entscheide, dann sollte ich zumindest den Anstand haben, mich hinterher nicht noch über moralischen Druck zu beschweren, und ich finde, wenn man sich schon mal die Mühe macht, für sicherlich viel viel Geld eine öffentliche Kampagne zu so einem Thema zu organisieren, dann kommt es mir doch arg unangemessen vor, dabei diese merkwürdig neutrale Haltung einzunehmen und zu implizieren, jede Alternative wäre völlig okay, solange man sich nur für eine entscheidet.

Das ist nicht der Fall. Eine der Alternativen ist ganz eindeutig nicht okay.

Ich verstehe zwar, warum in Anbetracht der derzeitigen Stimmung unserer Gesellschaft zu dem Thema die BZgA sich nicht für eine deutlichere Positionierung entschieden hat, obwohl ich es bedaure und kritisiere, aber vor allem verstehe ich nicht, warum unsere Gesellschaft so insgesamt zu diesem Thema nicht mal den Kopf aus dem Arsch zieht und sich klar macht, wie offensichtlich diese Entscheidung ist. Ich meine, bei Kondomen fährt die BZgA doch auch keine “Ich entscheide, ob ichs mit oder ohne mache”-Kampagne, dabei gibt es da durchaus in Einzelfällen mal was abzuwägen, und Sex ohne Kondom kann durchaus auch mal gerechtfertigt sein, denke ich.

Und weil ich finde, dass man es nicht oft genug sagen kann, sage ich es noch mal:

Dem sehr wahrscheinlichen Vorteil, ein Menschenleben zu retten, steht also im Falle einer Organspende keinerlei Nachteil für den Spender gegenüber. Buchstäblich gar keiner.

Ich begreife nicht, wie in Anbetracht dieser Tatsachen jemand der Meinung sein kann, man solle keinen moralischen Druck aufbauen. Warum denn nicht? Wenn jemand die Möglichkeit hat, ohne irgendeinen Nachteil für sich selbst das Leben eines anderen Menschen zu retten, warum um Himmels Willen sollten wir auf diesen Jemand keinen Druck ausüben, es zu tun? Wir sollten.

Und kein hehreres Ziel hat dieser Beitrag: Wenn du als Angehöriger oder selbst Betroffener (dann natürlich im Vorhinein per Verfügung) eine Organspende verweigerst, zum Beispiel, weil du Angst hast, dass das Organ vielleicht das Leben von jemandem rettet, der es deiner Meinung nach nicht verdient hätte, weil er jemanden bestochen hat, um an das Organ zu kommen, dann macht dich das nach so ziemlich jedem denkbaren moralischen Maßstab zu einem … Spaten.

Zum Glück hast du die Wahl. Sei kein Spaten. Spende Organe. Zumindest, bis es legal wird, sie zu verkaufen.


Strumpfshow

19. Juni 2014

Anzeige Teraske Stuetzstruempfe.indd

Joa.

Nette kleine Anzeige. Netter kleiner Gag. Gibts eigentlich nicht viel zu zu sagen.

Eigentlich.

Aber dann doch wieder. Weil es eben trotz allem immer noch nicht nur ein netter kleiner Gag ist, sondern weil ich laaaaaange überlegt habe, ob ich diese Anzeige wirklich so mache, und weil mir viele Menschen, an deren Urteil und Meinung mir sehr viel liegt, mit sehr guten Argumenten teilweise äußerst dringend davon abgeraten haben.

Warum? Weil ich darauf eben ein bisschen albern aussehe, für manche Menschen vielleicht ein bisschen feminin, für manche Menschen vielleicht ein bisschen schwul. Und weil es eben in (Teilen) unserer Gesellschaft immer noch wenig gibt, was als beschämender, armseliger, entwürdigender für einen Mann angesehen wird, als Weiblichkeit, als die Andeutung von Homosexualität. Ich unterstelle niemandem, der mir von dieser Anzeige abgeraten hat, ein persönliches Problem mit Homosexualität oder Weiblichkeit. Aber jeder von ihnen war in großer Sorge, dass genug andere ein solches Problem haben, um aus dieser Anzeige einen ernsten Fehler zu machen. Ich habe das auch für durchaus plausibel gehalten, und sehr gründlich drüber nachgedacht, bevor ich es schließlich trotzdem gemacht habe, schon eher aus prinzipiellen Erwägungen als aus der Überzeugung heraus, dass es vom kurzfristigen Ergebnis her eine gute Idee ist.

Und darüber sollten alle diese Menschen, die gerne behaupten, Männer und Frauen seien doch längst gleichgestellt, und Homosexuelle sollten sich mal nicht so anstellen, mal nachdenken.


Populisten! Populisten überall!

19. Mai 2014

Kathrin Haimerl hat sich für die SZ auf eine Spurensuche begeben, weil sie denkt, dass wir uns doch alle bestimmt dauernd fragen, wo eigentlich diese komischen Euroskeptiker alle herkommen, und dabei hat sie etwas ganz und gar Verblüffendes festgestellt: Es gibt unter deren Anhängern solche, die gar nicht richtig artikulieren können, was eigentlich ihr Problem ist, wenn man ihnen ein Mikrofon ins Gesicht hält!

Deren Anhänger sollten wissen, was Euroskepsis heißt. Oder? Nachgefragt bei den Rentnerinnen. “Was mir nicht gefällt – hier weiß keiner, was gespielt wird. Mein Geld ist kaputt. Und was die da, was die immer so erzählen …” Wer sind die? “Na, die halt. Die Merkel und so.” Die Dame, grüner Lodenmantel, schwarzer Hut, zieht empört davon. Die andere sagt: “Ich sehe nicht ein, dass die Deutschen so lange zahlen müssen, bis zum Ende … ein Rettungsschirm nach dem anderen …” Musste sie persönlich schon mal was bezahlen? “Ich habe für zwei Mark einen Euro Rente bekommen. So sieht’s aus.”

Ja. Und das finde ich schon ein bisschen unanständig. Jetzt nicht, weil ich besondere Sympathien für die AfD hätte, oder für Rentnerinnen, oder für Leute, die politische Veranstaltungen besuchen, oder sich als Anhänger irgendeiner Partei … also, ihr wisst schon. Sondern weil Frau Haimerl diese Zitate bringt, um gezielt die AfD und ihre Anhänger als Populisten und deren Opfer darzustellen, zum Beispiel erkennbar an der darauf folgenden Bildunterschrift:

Populismus in Europa Das sind die Europaskeptiker

Dieses Ansinnen ist in meinen Augen so lächerlich, dass ich kaum weiß, wie ich es erläutern soll. Vielleicht so: Wir wissen doch sicher alle ungefähr, was ich herausfände, wenn ich eine Wahlkampfveranstaltung von SPD, CDU, Grünen oder Linken besuchte, mir dort Renterinnen herauspickte und sie fragte, warum sie die EU total super finden, und was sie ihnen persönlich gebracht hat, oder? Genau. Die würden natürlich alle sofort druckreif und sachlich einwandfrei nicht nur die Funktionsweise der EU und ihrer Organe erklären, sondern auch auf Euro und Cent beziffern können, was das ganze Projekt der Bundesrepublik allgemein und ihnen im Speziellen bringt. Meint ihr auch, oder?

Und das ist, jetzt wieder im Ernst, das Problem. Frau Haimerl impliziert, es gäbe auf der einen Seite die populistische AfD, die ihre Anhänger blendet, statt sie zu informieren, weshalb die alle in Wahrheit keine Ahnung haben, warum sie eigentlich gegen die EU sind, sondern nur dumpfes Ressentiment, und auf der anderen Seite die anderen Parteien, die für die EU sind, und keine Populisten, und deren Anhänger wohlinformiert die Wahrheit erkennen und deshalb die EU für die wunderbare Sache halten, die sie so offenkundig ist.

Damit verschleiert sie das eigentliche Problem, nämlich, dass die Anhänger aller Parteien die EU nicht verstehen, und dass niemand, einschließlich der informationsmächtigen SZ, eigentlich genau sagen kann, was sie bringt und was sie kostet, und dass so ziemlich alle ihre Position nur zufällig innehaben, weil irgendjemand ihnen mal gesagt hat, so sei das eben.

Und sogar wenn man sich, wie offenbar Frau Haimerl für die SZ, zutraut zu wissen, dass die eine Gruppe eben zufällig recht hat, und die andere nicht, dann stünde es einem als Organ der vierten Gewalt ganz gut an, das mit Argumenten und Tatsachen zu belegen, statt mit impliziten Unterstellungen, die auf beide Seiten gleichermaßen zutreffen, was man aber verschleiert, indem man sie nur gegen die eine erhebt und so tut, als sei die andere damit schon mal im Vorsprung. Man könnte ja schließlich als ein solches Organ seine Aufgabe darin sehen, seine Zielgruppe zu informieren und einen konstruktiven Beitrag zur öffentlichen Meinungsbildung zu leisten.

Oder was meint ihr?


Her

4. Mai 2014

So, jetzt hab ich also Her gesehen.

Und.

Ja.

Kennt ihr diese Filme, die einen zum Nachdenken bringen? Die einen noch lange verfolgen, und die man noch Tage später reflektiert und mit Leuten besprechen will?

So einer ist Her für mich.

[Warnung für alle, die mich schlecht genug kennen, um eine zu brauchen: Dieser Beitrag enthält Spoiler. Natürlich.]

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Eigentlich verlange ich doch gar nicht viel. Glaubich.

27. April 2014

Die Geschichte des murielistischen Libertarismus ist eine Geschichte voller Missverständnisse. Man kann eigentlich ziemlich zuverlässig sagen, dass wann immer ich mit Leuten zu diskutieren versuche, die einen Staat bzw. Demokratie ungefähr in der heute üblichen Form für eine gute Idee halten, ich irgendwann feststelle, dass mein Gegenüber nicht auf das antwortet, was ich schreibe, sondern mit einem Fantasiegebilde streitet, das bemerkenswert wenig mit meinen Fragen zu tun hat, oder mit einer Position, die ich tatsächlich vertrete, oder einfach kompletten Unfug schreibt, von dem er anscheinend erwartet, dass ich ihn für Argumente halte, und dann Nachfragen entweder ignoriert, oder zunehmend genervt und entrüstet von sich weist.

(Ich verzichte darauf, Beispiele zu verlinken. Einerseits würde ich gerne, andererseits fürchte ich, dass das aussähe, als wollte ich nachkarten, und das muss ja nicht sein. Falls ihr doch partout Beispiele wollt, fragt gerne in den Kommentaren, dann liefere ich die halt nach.)

Aus diesem Grund dachte ich, vielleicht versuche ich mal, einen Post zu verfassen, in dem ich einmal zentral und in möglichst wenig missverständlichen Worten erkläre, was ich eigentlich meine.

Dies ist dieser Post.

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Klassenfeindclown

13. April 2014

Die Zeit der Familienfernsehabende ist vorbei. Und die Zeit der harmlosen Wetten auch. Gewettet wird heute nicht im Fernsehstudio auf kleine Kunststücke, sondern an den Finanzmärkten auf den Kollaps von Staaten. Topp, die Wette gilt!

schreibt Michael Hanfeld in der FAZ [via Altpapier, denn freiwillige lese ich Hanfelds Kram nicht], und ich fand diese Idee gleich auf Anhieb so charmant, dass ich gerne eine entsprechende Show für euch pitchen möchte. Ein angemessener Sendeplatz wird ja demnächst frei, wenn ich alles richtig verstehe. Ob die Sendung dann tatsächlich unter dem obigen Arbeitstitel erscheint, oder unter einem ZDF-zielgruppentauglicheren wie “Spekulieren, dass..?” oder ganz kuschelig “Unser Ulli”, würde ich den verantwortlichen Gremienkonferenzvorsitzendenkonferenzvorsitzendenassistentenstelldicheinschriftführern überlassen, oder gerne auch jemand anderem, falls die Gremienkonferenzvorsitzendenkonferenzvorsitzendenassistentenstelldicheinschriftführer dafür gar nicht zuständig sein sollten.

Zur Sache:

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Murielistan

1. April 2014

Ich wurde ja verschiedentlich schon mal gebeten, nicht immer nur zu sagen, was ich an unserem heutigen Gesellschaftssystem doof finde, sondern einfach mal zu erklären, wie ich mir eine Gesellschaft wünsche. Nicht immer nur, welche Regeln ich doof und illegitim finde, sondern welche ich für angemessen halte, und warum, und wie ich das alles organisieren würde. Zuletzt zum Beispiel hat Onkel Maike, bevor sie mir den Dialog aufkündigte und meine letzten Kommentare löschte, mich hier um eine Erläuterung gebeten. Und weil erstens solche Dinge mir natürlich schon zu denken geben und ich zugeben muss, dass es nicht okay ist, nur rumzunörgeln, ohne zu wissen, wie es besser geht, und weil zweitens hier jetzt echt unangemessen lange kein Beitrag mehr erschienen ist, und ich gerne sicher gehen möchte, dass sich niemand Sorgen um mich micht, und so, dachte ich, ich packe das jetzt endlich mal an und erkläre euch, wie ich diese politischen Systemfragen gerne beantwortet hätten würde.

Nämlich so:

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Even Cops Call 911

11. März 2014

(Ja, ich weiß natürlich, dass archäologische Notgrabungen eigentlich nichts besonders Lustiges sind und offenbar sogar den Großteil der heute in Deutschland stattfindenden Grabungen ausmachen, aber der Begriff klingt halt so schön albern, dass ich meine Assoziationskette nicht mehr ganz unter Kontrolle halten konnte.)

Neulich in der archäologischen Notrufzentrale:

Rrring.

Einige Tage später in der archäologischen Notrufzentrale:

Rrring.

Einige weitere Tage später in der archäologischen Notrufzentrale:

Rrring.

Am selben Tag, einige Stunden später in der archäologischen Notrufzentrale:

Klick.

[Einige Minuten Pause.]

„Ja.

[..]

Hallo.“

[…]

Am nächsten Tag in der archäologischen Notrufzentrale:

„Hier ist die archäologische Notrufzentrale.

[Einige Stunden später.]

Was können wir denn für Sie tun?“

[…]

„Oh.

[…]

Oh ja.“

Am nächsten Tag in der archäologischen Notrufzentrale:

„Das klingt wirklich nach einem Notfall.“

Einige Tage später in der archäologischen Notrufzentrale:

„Wo befindet sich denn der Ausgrabungsnotfall?“

[…]

„Ah. Danke.“

[Einige Stunden später]

„Das Wichtigste ist dass Sie jetzt Ruhe bewahren. Wir rechnen damit, dass wir noch in dieser Epoche jemanden zu Ihnen schicken können.“

Einige Legislaturperioden später, am Fundort:

Ein Mobiles Archäologisches Einsatzkommando trifft mit eingeschaltetem Infrarotlicht ein. Der Lautsprecher auf dem Dach knackt in regelmäßigen, sehr langen Abständen.

Der Einsatzleiter führt den Kalendervergleich mit seinem Team durch, springt aus dem Wagen, liest eine Ausgabe des American Journal of Archaeology, trinkt einen Kaffee, packt seinen Laptop aus, schreibt einen Aufsatz über die Bedeutung von Runensteinen in protogermanischen Stammesgemeinschaften und eilt sofort anschließend mit gezogenem Flüssigszintillationsspektrometer auf den Fundort zu.

Ein Bauarbeiter: “Hey, was machen Sie denn hier? Hier ist Helmpflicht. Hey! Sie! Hallo! Nun sagen Sie doch endlich was! Sie da! Ja meine Güte …”

Der Einsatzleiter des Archäologischen Einsatzkommandos: “Keine Bewegung!”

Ein Teammitglied, mit Taschenlampe, hinter ihm: “Schon gut, die sind inzwischen eh alle nach Hause gegangen. Wollen wir denn jetzt loslegen?”

Einsatzleiter: “Nicht so eilig! Sehen Sie die Klinge da drüben?”

Teammitglied: “Nein! Es ist stockfinster.”

Einsatzleiter: “Leuchten Sie doch mal mit der … oh, egal, jetzt ist eh gerade die Sonne aufgegangen. Also, was ich sagen wollte: Der sieht mir doch sehr nach einem Henkerbeil aus.”

Teammitglied: “Verdammt.”

Einsatzleiter: “Schnell! Rufen Sie ein rechtsarchäologisches Notgrabungsteam!”

Teammitglied: “Meinen Sie nicht, dass es dafür zu spät ist?”

Einsatzleiter: “Wieso? Und können Sie bitte die Taschenlampe wieder einschalten, man sieht hier ja …”

Teammitglied: “Naja, in sieben oder acht Monaten ist doch schon wieder Winter, und bei gefrorenem Boden hat das doch hier alles keinen Zweck.”

Einsatzleiter: “Sie haben Recht! Lassen Sie uns … Ähm, hallo? Was ist denn … Wo wollen Sie denn hin?”

Teammitglied: “Ich bin in Rente.”

Einsatzleiter: “Verdammt.”


Warum Homophobiephobie unchristlich ist. Oder zumindest manchmal sein kann. Wenn sie schlecht gemacht ist. Ach was weiß ich, ist mir auch egal, ich lass das jetzt so.

20. Februar 2014

Okay. Ich denke, wir sind uns einig, dass es genug Reaktionen auf die jüngste Menschheitsbeschämung von Herrn Matussek gab. Ich werde deshalb keine weitere hinzufügen.

Aber an Reaktionen auf die Reaktionen herrscht meines Erachtens noch ein gewisser Mangel, insbesondere an solchen, die Herrn Matussek verteidigen. Klingt nach einem Job für überschaubare Relevanz, oder?

Um die Menschheit zu beschützen!

Warum Homophobie unchristlich ist

will uns Lucas Wiegelmann erläutern, und dieses Unterfangen wirkt auf den ersten Blick schon so ulkig (nicht etwa, weil Homophobie meines Erachtens unbedingt christlich wäre, sondern eher, weil schon die Frage, ihr wisst schon, oder?), dass ich die Finger nicht davon lassen mag, auch weil der Teaser so schon mutig daherkommt:

Wer sich der Homophobie rühmt, verletzt nicht nur den Konsens der Gesellschaft. Er kann sich auch auf keine christlichen Grundsätze berufen.

Uiuiui, nicht wahr? Keine, schreibt er. Bis auf diese zahlreichen klar homophoben Ansagen in der Bibel, halt, aber wer zählt die schon? Das mit dem Konsens der Gesellschaft würde ich übrigens auch sehr in Zweifel ziehen, aber hier gilt das gleiche wie für so ziemlich alle Meinungsstücke in so ziemlich allen mir bekannten Zeitungen: Wenn wir wahllos jede offensichtlich unfundierte Äußerung kritisieren wollen, sitzen wir morgen noch hier, und das kann ja nun wirklich keiner wollen. Konzentrieren wir uns also auf Wiegelmanns Kernaussage.

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Falsche Branche

20. Februar 2014

Moderne Pflegeheime und Kliniken stehen für Genuss, Geselligkeit und Erholung. Bei der Gestaltung dieser Räume spielt ein Rollstuhl immer häufiger eine zentrale Rolle. So selbstverständlich wie sich bei einer gelungenen, entspannten Party die Gäste in der Küche versammeln, wird der Rollstuhl im Pflegefall zum Mittelpunkt der Mobilität. Hier können die Opfer von Unfällen und Krankheiten sitzen, Speisen zubereiten, gekühlte Getränke genießen und einfach plaudern. Aber auch im Alltag ist es ein Genuss, nicht nur die Faszination der eingeschränkten Beweglichkeit, sondern den ganzen Prozess des Lebens – vom Zubereiten über das Verzehren bis hin zum Ausscheiden von Speisen – in den Rollstuhl zu verlegen.

Ihr Sanitätshaus Silberstreif bietet mit seinen Outdoorrollstühlen faszinierende Möglichkeiten, solche Situationen zu inszenieren. Bei der Entwicklung der Produktlinien waren die Vorgaben ausreichendes Design, medizinische Erforderlichkeit und optimale Wirtschaftlichkeit für die Kostenträger.

Unsere Systeme sind logisch durchdacht und von leidenschaftlichen „Behinderten“ erprobt. So bieten wir z.B. eine angenehme Sitzhöhe, outdoortaugliche Vollgummibereifung, intelligente Urinbeutellösungen und Erweiterungen.

Die Rollstühle vom Sanitätshaus Silberstreif eignen sich für private Projekte, aber auch für den professionellen Einsatz. Immer nach dem Motto: CELEBRATE LIMITED MOBILITY!

Hm.

Nee.

Ich glaube, manche Marketinggepflogenheiten anderer Branchen lassen sich nicht auf den Hilfsmittelsektor übertragen. Wir müssen wohl weiterhin durch Einsatz und Kompetenz überzeugen.


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