I don’t go in for ancient wisdom. I don’t believe just ‘cos ideas are tenacious it means that they’re worthy.

10. November 2013

Dekalog, Goldene Regel, Bergpredigt – älter und zeitloser als Utilitarismus oder Hedonismus

war die Ansage, die ich schon im letzten Post angekündigt hatte, und rückblickend muss ich nun doch sagen, dass ich mit der Wahl des Titels desselben hochzufrieden bin, denn der hat anscheinend keineswegs zu den befürchteten Missverständnissen geführt und mir außerdem noch – ich schwöre: völlig ungeplant – diesen wunderbaren Anschluss zum heutigen Titel ermöglicht. Hach. Sowas find ich toll. Schade, dass die gute Laune jetzt gleich wieder verfliegen wird.

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And yes, I have all of the usual objections to the miseducation of children who in tax-exempt institutions get taught to externalise blame, and to feel ashamed, and to judge things as plain right or wrong.

7. November 2013

Donnerstag ist der neue Freitag, Grün ist das neue Pink, Links ist das neue Liberal, und Religiös ist das neue Schwul, so jedenfalls Maria Lesser vom Blog Flaminnesota. Also, das letzte. Die anderen Sachen sind von mir. Und weil ihr Artikel einige für diese Art Artikel repräsentative Argumente enthält und dabei noch relativ angenehm zu lesen ist, habe ich mir gedacht, es könnte sich lohnen, ihn als Diskussionsgrundlage zu nehmen und diese besagten repräsentativen Argumente hier einmal aus meiner Sicht durchzugehen.

Warnhinweis: Ihr habt gesehen, ich schrieb “relativ angenehm zu lesen”. Kenner ahnen deshalb schon, dass nun keiner meiner putzigen schwungvollen Rants folgen wird, sondern eher eine ruhige, meist sachliche Auseinandersetzung mit dem Artikel. Wer nur meine Krawallposts mag, muss sich also noch ein bisschen gedulden, und Katja darf mir freudig überrascht hinter den Trennstrich folgen.

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1 thing militant agnostics need to stop saying

21. August 2013

Many thanks to the Facebook-Page “Pissing Off The Religious Right”. As far as I understand, this is their image.

There’s another article I had already decided not to discuss here, but then I found the above picture and no other pretext for using it realized that I haven’t contributed to religious debate for quite some time, and that this might even be a good opportunity to defend some religious positions, which is rare and noble indeed, and since I like being both those things, here we are, so let’s dig into

4 Things Both Atheists and Believers Need to Stop Saying!

Gladstone (which is, apparently, the author’s pen name at cracked.com) starts off with a textbook example of militant agnostic argument:

For a moment, take a step back and forget all the ideas that come to mind when you hear the word “God.” Forget about organized religion and everything that flows from it. [...] Just a force in the universe, not only more powerful than humanity, but greater than anything we have known. Something beyond mere biology with the ability to create worlds and predetermine tomorrow’s history. By definition, it’s almost too much to comprehend

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Und Gott redete alle diese Worte

10. Juni 2013

Immer wieder stoße ich – zu meinem Erstaunen oft genug auch bei Nichtchristen – auf großes Unverständnis, wenn ich sage, dass die (angeblich) Zehn Gebote für mich ganz, ganz fürchterlicher Unfug sind. “Wieso, was hast du denn gegen ‘Du sollst nicht töten?’” “Findest du Stehlen etwa gut?” oder so. Damit ich das nicht jedes Mal neu beantworten muss, und weil ich zu müde bin, um mich mit was Ernsthaftem zu befassen, gehe ich es jetzt hier einmal für alle Interessierten durch. Unsere Basis soll 2. Mose 20; 2-17 sein, in der Fassung Luther 1912. Wollmermal.

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Restebloggen (92)

11. Mai 2013
  1. Zum Glück nur in Amerika.
  2. “If you have faith and give me the $ 15,000, maybe one day the car will reveal itself to you.”
  3. Ey nee geh mir weg mit Into Darkness. Ich hab Star Trek 2009 gesehen, und damit war der Franchise für mich tot. Ja. Das ist eigentlich merkwürdig. Voyager hab ich hingenommen (nota bene hingenommen, nicht gesehen!), Enterprise hab ich hingenommen, Generations hab ich hingenommen, aber Star Trek 2009 hat dann meinen endgültigen Abschluss mit dem Thema markiert, und meine Entscheidung besiegelt, dass ich Star Trek insgesamt nicht mag. Bin durch mit dem Thema.
    Und ja, das ist mir zwei Absätze wert, so durch bin ich damit: Verdammt noch mal, wie kann das eigentlich sein, dass Firefly nach einer Staffel abgesetzt wird und Babylon 5 auch für immer verschwunden ist, aber zu Star Trek kommt nutzloser Drecksfilm nach nutzlosem Drecksfilm, und es geht einfach immer weiter? Verdammt noch mal, die Terminator-Serie hatte durchdachtere Plots und interessantere Charaktere und bessere Dialoge als Star Trek sie jemals zustande gebracht hat, sogar die, und die wurde natürlich auch abgesetzt, ist ja klar, weil es am Ende der zweiten Staffel wirklich so aussah, als könnte da was echt Gutes draus werden. Von Pushing Daisies will ich gar nicht erst anfangen, das hat nun auch wirklich gar nichts mehr mit Science Fiction zu tun, aber trotzdem. Ihr wollt doch, dass dieser Planet verglast wird, wenn ihn eines Tages mal echte Aliens entdecken, oder? Gut. Ich auch.
  4. Auch schön:

    “No good plan begins with magic sperm!”
  5. Ganz interessant: Postituierte lernen bei einer Beratungsstelle, wie sie auf die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung eingehen können. Mir fehlt in dem Artikel die Auseinandersetzung mit der Problematik der Sexualität von geistig Behinderten. Wir können doch schwerlich Sex mit Kindern (fast) bedingungslos unter Strafe stellen, weil wir sie nicht für mündig halten, in dem Bereich eine Entscheidung zu treffen, bei geistig Behinderten, die unter Umständen aber sogar noch weniger durchschauen, was geschieht, dann aber gar kein Problem sehen.
  6. Wie Heribert Prantl sich das mit dem Rechtsstaat vorstellt: “Die Auswertung von Festplatten und Steuer-CDs ist, auch bei fragwürdiger Herkunft, ein Akt der Notwehr gegen parasitären Reichtum.” Ob er nun generell Verfahrensvorschriften und Grundrechte in der Strafverfolgung zur Disposition stellt oder Notwehr nur gegen das Behalten verdienten Geldes für zulässig hält, nicht aber gegen Vergewaltigung, Mord oder Entführung, lässt er zwar offen, aber ich darf schon mal sagen, dass das, was nach Implementierung seiner Vision bliebe, kein Rechtsstaat mehr wäre. Und das finde ich persönlich erheblich asozialer einen Parasitismus, der darin besteht, dass man sein Eigentum trotz massiver Drohungen nicht rausrückt.
  7. Und wo ich schon mal beim Nörgeln bin: Wie Kate Darling sich das mit der Ethik vorstellt: “Wir sollten Roboter schützen, wie wir es mit Tieren tun. [...] Beim Tierschutz gehe es nicht primär um Tiere, sondern um Menschen. Wir schützen Dinge, die uns an uns selbst erinnern, weil wir uns selbst schützen wollen. Beim Tierschutz gehe es vor allem darum, Verhalten zu bestrafen, das in einem anderen Zusammenhang auch für Menschen gefährlich sein könnte.” Ist klar. Und weil ja Gemälde und Statuen auch viele von uns an Menschen erinnern, sollten wir am besten auch gleich Leute bestrafen, die die beschädigen, weil es viel wichtiger ist, leblosen Gegenständen Leid zu ersparen, als echten Menschen, und weil es natürlich grundsätzlich eine total gute Idee ist, Verhalten gegen Gegenstände zu bestrafen, das Menschen gefährlich sein könnte, wenn es sich nicht gegen Gegenstände richten würde, sondern gegen Menschen. Ich brech ins Essen.

Ich bin ein Faschist.

8. April 2013

Ja. Das mag euch jetzt erst mal irritieren und den Reflex wecken, mich für einen Dummkopf zu halten, für einen realitätsfernen Spinner, der alten Märchenbüchern den Vorrang gibt vor der so genannten modernen Wissenschaft. Wir leben in einer Zeit, in der Menschen sich schämen, sich öffentlich zum Faschismus zu bekennen, und in vielen Gegenden der Welt werden Faschisten sogar verfolgt, verspottet und bedroht, nicht zuletzt hier in Deutschland.

Woran liegt das?

Viele Menschen kennen kein anderes Bild des Faschismus als das irrwitzige Zerrbild, das radikale Antifaschisten gerne von ihm zeichnen. Und ja, natürlich muss ich zugeben, dass es in der Geschichte auch irregeleitete Anhänger des Faschismus gab, die zu diesem Bild beigetragen haben. Sie alle haben die wahre Natur des Faschismus stets verkannt. Was bleibt eigentlich noch übrig von der Kritik dieser selbst ernannten Antifaschisten, wenn man sie sich einmal genauer anschaut? Nicht, viel, wie ihr gleich sehen werdet.

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Projekt 52 Bücher (9)

19. März 2013

Nachdem ich zum letzten Thema beim besten Willen nichts zu sagen hatte, hat das Fellmonster diesmal

Regenbogen

vorgegeben.

Für militante Skeptiker wie mich läge da natürlich Richard Dawkins Der Entzauberte Regenbogen als Buch nahe, aber das ich das nicht gelesen habe und auch in Zukunft versuchen will, möglichst wenig von ihm zu lesen, weil ich auch in Zukunft auf Vorwürfe von Theisten zu ihm glaubwürdig sagen können will “Wer ist dieser Dawking, von dem du redest, und was hat er mit mir zu tun?”, deswegen käme als nächstes der Regenbogenfisch infrage, aber den hat mir schon eine andere Teilnehmerin weggenommen. Ich falle also auf ein Buch zurück, das ich eigentlich auch eher nicht gewählt hätte, weil ich hier schon mal kurz drüber gesprochen habe, aber ich denke, wenn ich diesmal einen anderen Aspekt wähle, auf den ich bisher nicht eingegangen bin, und zu dem ich sogar einen aktuellen Bezug anbieten kann, dann geht das schon irgendwie.

Ich rede natürlich von keinem anderen Buch als

Lyman Frank Baums The Wonderful Wizard of Oz.

Das ist zwar wie gesagt nicht besonders gut geschrieben, enthält aber unbestreitbar ein paar gute Gedanken, von denen meines Erachtens der Zauberer selbst mit Abstand der beste ist, und, oh Wunder, da haben wir jetzt doch wieder den Skeptikeraspekt. Denn just in den letzten Tagen hat Christina uns in den Kommentaren dieses Blogs sehr anschaulich und umfassend geschildert, wie das ist, wenn man auf den Zauberer hereinfällt und der Aufforderung gehorcht, nicht auf den Mann hinter dem Vorhang zu achten.

The Wonderful Wizard of Oz ist nun deutlich über 100 Jahre alt, und trotz seiner Bekanntheit ist es auch heute den Apologeten des Zauberers noch nicht zu dumm, voller Stolz davon zu berichten, dass er doch dem Löwen Mut gegeben habe, und dem Blechmann ein Herz, und der Vogelscheuche ein Gehirn, und dass deshalb doch nun kein vernünftiger Mensch daran zweifeln könnte, dass dieser Zauberer real sein muss, und außerdem wie sonst erklärt man sich denn die magischen Flammen, und – nein, den Mann hinter dem Vorhang bitte nicht beachten, der spielt keine Rolle, bleiben wir doch bei der Sache, ja?

Und die Lehren, die wir aus dieser Parabel ziehen können, sind natürlich nicht auf Religionen beschränkt, sondern auch auf viele andere Formen selbst gewählter Unmündigkeit, ob sie sich nun in gefühlter Abhängigkeit von einem Partner äußert, in dem abergläubischen oder einfach nur emotionalen Bedürfnis, einen Glücksbringer bei sich zu tragen, oder in der scheinbar unüberwindlichen Angst davor, etwas zu versuchen, das wir uns nicht zutrauen.

Der Löwe, die Vogelscheuche und der Blechmann hatten gewissermaßen die ganze Zeit über schon, was sie sich wünschten. Alles, was sie dafür brauchten, war eine gute Freundin, die sie darauf aufmerksam macht, und ihnen hilft, ihr Potenzial zu erkennen. Alles, was sie dafür nicht brauchten, war ein Typ in einer albernen Verkleidung, der ihnen einredet, sie wären auf ihn angewiesen, weil es ohne ihn nicht geht.


Von Göttern, Brüsten und Epistemologie

24. Februar 2013

Da andere Themen für mich gerade nicht viel hergeben, wende ich mich mal einer Frage zu, die Theisten einem als Atheist öfter stellen, die konkret aber schwer zu beantworten ist, was, wie ich hoffentlich gleich erklären werde, aber nicht an uns liegt. Schaumermal.

Die Frage lautet natürlich:

Was wäre nötig, um dich zu bekehren?

[sinngemäß zum Beispiel hier]

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Darum lass uns drüber reden, Diskussionen sind okay

18. Februar 2013

In der letzten Woche blieb, wie gesagt, nicht viel Zeit zum Schreiben, aber das macht nichts, denn ich habe hier noch eine laaaaaange Diskussion über atheistischen Lebenssinn und Ethik, die ich vorletzte Woch mit ChB drüben bei eumloquatur geführt habe. Auch wenn dabei natürlich keine grundlegend neuen Erkenntnisse rausgekommen sind, bin ich mit einigen meiner eigenen Erläuterungen und mit dem insgesamt konstruktiven Verlauf der Verständigung, soweit eine solche über dieses Thema eben möglich ist zwischen Atheisten und Christen, zufrieden genug, um das Ding noch mal im eigenen Blog dokumentieren zu wollen. Ich denke nämlich, dass dieses Gespräch für Atheisten sehr schön illustriert, wie abwegig und abenteuerlich die Weltsicht von (manchen) Christen aussieht, und für Christen umgekehrt bilde ich mir ein, dass ich einigermaßen verständlich erklärt habe, wie abwegig und abenteuerlich unsere Weltsicht ist. Und soweit ich mich erinnere, kommt kein einziger Hitler-Vergleich vor, was alleine schon Grund genug wäre, die Beweise gründlich zu sichern, das glaubt einem ja in zwei Jahren sonst kein Mensch mehr.

Ob ihr euch das antun wollt, müsst ihr natürlich selbst wissen. Aber vielleicht habt ihr ja eh noch nichts vor heute.

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Mehr als ein Unbehagen

2. Februar 2013

empfindet Florentine Fritzen auf faz.net angesichts der neuen Regelung zur PID, zu der ich kürzlich schon einmal sarkastisch Stellung nahm. Eigentlich ist mehr dazu auch nicht zu sagen, aber weil Frau Fritzens Unbehagen wiederum bei mir erhebliches Unwohlsein ausgelöst hat, und weil ihre Argumentation sich wegen Allgemeingebräuchlichkeit ganz gut als Aufhänger eignet, will ich die Chance nutzen, mich auch noch einmal so unsarkastisch und ernsthaft zu dem Thema zu äußern, wie ich es eben schaffe.

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