Warum Homophobiephobie unchristlich ist. Oder zumindest manchmal sein kann. Wenn sie schlecht gemacht ist. Ach was weiß ich, ist mir auch egal, ich lass das jetzt so.

20. Februar 2014

Okay. Ich denke, wir sind uns einig, dass es genug Reaktionen auf die jüngste Menschheitsbeschämung von Herrn Matussek gab. Ich werde deshalb keine weitere hinzufügen.

Aber an Reaktionen auf die Reaktionen herrscht meines Erachtens noch ein gewisser Mangel, insbesondere an solchen, die Herrn Matussek verteidigen. Klingt nach einem Job für überschaubare Relevanz, oder?

Um die Menschheit zu beschützen!

Warum Homophobie unchristlich ist

will uns Lucas Wiegelmann erläutern, und dieses Unterfangen wirkt auf den ersten Blick schon so ulkig (nicht etwa, weil Homophobie meines Erachtens unbedingt christlich wäre, sondern eher, weil schon die Frage, ihr wisst schon, oder?), dass ich die Finger nicht davon lassen mag, auch weil der Teaser so schon mutig daherkommt:

Wer sich der Homophobie rühmt, verletzt nicht nur den Konsens der Gesellschaft. Er kann sich auch auf keine christlichen Grundsätze berufen.

Uiuiui, nicht wahr? Keine, schreibt er. Bis auf diese zahlreichen klar homophoben Ansagen in der Bibel, halt, aber wer zählt die schon? Das mit dem Konsens der Gesellschaft würde ich übrigens auch sehr in Zweifel ziehen, aber hier gilt das gleiche wie für so ziemlich alle Meinungsstücke in so ziemlich allen mir bekannten Zeitungen: Wenn wir wahllos jede offensichtlich unfundierte Äußerung kritisieren wollen, sitzen wir morgen noch hier, und das kann ja nun wirklich keiner wollen. Konzentrieren wir uns also auf Wiegelmanns Kernaussage.

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I don’t go in for ancient wisdom. I don’t believe just ‘cos ideas are tenacious it means that they’re worthy.

10. November 2013

Dekalog, Goldene Regel, Bergpredigt – älter und zeitloser als Utilitarismus oder Hedonismus

war die Ansage, die ich schon im letzten Post angekündigt hatte, und rückblickend muss ich nun doch sagen, dass ich mit der Wahl des Titels desselben hochzufrieden bin, denn der hat anscheinend keineswegs zu den befürchteten Missverständnissen geführt und mir außerdem noch – ich schwöre: völlig ungeplant – diesen wunderbaren Anschluss zum heutigen Titel ermöglicht. Hach. Sowas find ich toll. Schade, dass die gute Laune jetzt gleich wieder verfliegen wird.

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And yes, I have all of the usual objections to the miseducation of children who in tax-exempt institutions get taught to externalise blame, and to feel ashamed, and to judge things as plain right or wrong.

7. November 2013

Donnerstag ist der neue Freitag, Grün ist das neue Pink, Links ist das neue Liberal, und Religiös ist das neue Schwul, so jedenfalls Maria Lesser vom Blog Flaminnesota. Also, das letzte. Die anderen Sachen sind von mir. Und weil ihr Artikel einige für diese Art Artikel repräsentative Argumente enthält und dabei noch relativ angenehm zu lesen ist, habe ich mir gedacht, es könnte sich lohnen, ihn als Diskussionsgrundlage zu nehmen und diese besagten repräsentativen Argumente hier einmal aus meiner Sicht durchzugehen.

Warnhinweis: Ihr habt gesehen, ich schrieb “relativ angenehm zu lesen”. Kenner ahnen deshalb schon, dass nun keiner meiner putzigen schwungvollen Rants folgen wird, sondern eher eine ruhige, meist sachliche Auseinandersetzung mit dem Artikel. Wer nur meine Krawallposts mag, muss sich also noch ein bisschen gedulden, und Katja darf mir freudig überrascht hinter den Trennstrich folgen.

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Forget science!

31. Oktober 2013

Quelle: Flickr http://flickr.com/photos/41251841@N08/7823977618
Urheber: Christliches Medienmagazin pro
Bearbeitung: Muriel Silberstreif


Und Gott redete alle diese Worte

10. Juni 2013

Immer wieder stoße ich – zu meinem Erstaunen oft genug auch bei Nichtchristen – auf großes Unverständnis, wenn ich sage, dass die (angeblich) Zehn Gebote für mich ganz, ganz fürchterlicher Unfug sind. “Wieso, was hast du denn gegen ‘Du sollst nicht töten?’” “Findest du Stehlen etwa gut?” oder so. Damit ich das nicht jedes Mal neu beantworten muss, und weil ich zu müde bin, um mich mit was Ernsthaftem zu befassen, gehe ich es jetzt hier einmal für alle Interessierten durch. Unsere Basis soll 2. Mose 20; 2-17 sein, in der Fassung Luther 1912. Wollmermal.

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Endlich

24. Mai 2013

Grapevine, Texas. Wie heute bekannt wurde, haben die Boy Scouts of America in einem Beschluss, den ihr Vorsitzende als “mitfühlend, rücksichtsvoll, und freundlich” bezeichnete, ihre lange etablierte Politik aufgegeben, nur Mitglieder aufzunehmen, die den Anblick von weiblichen Brüsten sexuell erregend finden. Die Entscheidung, der lange Jahre des Widerstandes und interne Querelen vorausgingen, gilt als Meilenstein für die traditionsreiche Organisation.

Konservative Eltern und Freiwillige hatten der Entscheidung vehement widersprochen und sogar angekündigt, nicht länger Mitglied eines Pfadfinderverbandes sein zu wollen, dem auch Menschen angehören, die kein Interesse daran haben, eine Vagina zu penetrieren. Auch diverse Kirchen warfen den Boy Scouts vor, durch diese Entscheidung ihren Eid zu verletzen, sich stets moralisch zu verhalten, und befürchten nun einen Rechtsstreit darüber, ob die Organisation auch Gruppenführer akzeptieren muss, die den Gedanken an Geschlechtsverkehr mit einer Frau nicht geil finden. Robert Schwarzwalder, ein Funktionär des Family Research Council, befürchtet:

Diese großartige Institution wird nun vergiftet werden durch die Einführung einer politischen Agenda, obwohl wir doch alle wissen, nach welcher Art von Einführung ein echter Boy Scout zu trachten hat.

John Sternberger, ein evangelikaler Führer aus Florida, rief Eltern und Gleichgesinnte dazu auf, sich an einem Treffen zur Gestaltung einer neuen Organisation zur Charakterbildung von Jungen zu beteiligen, da bei den Boy Scouts nun nicht mehr die Wertschätzung der Schönheit und sexuellen Attraktivität von Frauenärschen im Vordergrund stehe.

Allison Mackey, eine Mutter von fünf Kindern, hat die veränderte Situation mit ihrer Familie diskutiert, mit dem Ergebnis, dass alle ihre Kinder willens wären, die Boy Scouts zu verlassen, sobald diese Mitglieder aufnehmen, die kein sexuelles Interesse an Frauen haben. Mackey sagte dazu:

Wir hatten viel Freude an den Boy Scouts, weil sie Männlichkeit und Führungsvermögen zelebrieren, aber mein Ehemann und ich erziehen unsere Söhne dazu, ihren Penis in eine Vagina stecken zu wollen. Zu unseren Prinzipien und vaginalem Geschlechtsverkehr zu stehen, ist nicht einfach, aber wir müssen hier nein sagen. Diese Organisation hat die Freiheit aufgegeben. Und Freiheit gehört nun einmal zu den Werten, auf denen diese wundervolle Nation errichtet wurde. Freiheit, und mörderdicke Tüten.


Restebloggen (92)

11. Mai 2013
  1. Zum Glück nur in Amerika.
  2. “If you have faith and give me the $ 15,000, maybe one day the car will reveal itself to you.”
  3. Ey nee geh mir weg mit Into Darkness. Ich hab Star Trek 2009 gesehen, und damit war der Franchise für mich tot. Ja. Das ist eigentlich merkwürdig. Voyager hab ich hingenommen (nota bene hingenommen, nicht gesehen!), Enterprise hab ich hingenommen, Generations hab ich hingenommen, aber Star Trek 2009 hat dann meinen endgültigen Abschluss mit dem Thema markiert, und meine Entscheidung besiegelt, dass ich Star Trek insgesamt nicht mag. Bin durch mit dem Thema.
    Und ja, das ist mir zwei Absätze wert, so durch bin ich damit: Verdammt noch mal, wie kann das eigentlich sein, dass Firefly nach einer Staffel abgesetzt wird und Babylon 5 auch für immer verschwunden ist, aber zu Star Trek kommt nutzloser Drecksfilm nach nutzlosem Drecksfilm, und es geht einfach immer weiter? Verdammt noch mal, die Terminator-Serie hatte durchdachtere Plots und interessantere Charaktere und bessere Dialoge als Star Trek sie jemals zustande gebracht hat, sogar die, und die wurde natürlich auch abgesetzt, ist ja klar, weil es am Ende der zweiten Staffel wirklich so aussah, als könnte da was echt Gutes draus werden. Von Pushing Daisies will ich gar nicht erst anfangen, das hat nun auch wirklich gar nichts mehr mit Science Fiction zu tun, aber trotzdem. Ihr wollt doch, dass dieser Planet verglast wird, wenn ihn eines Tages mal echte Aliens entdecken, oder? Gut. Ich auch.
  4. Auch schön:

    “No good plan begins with magic sperm!”
  5. Ganz interessant: Postituierte lernen bei einer Beratungsstelle, wie sie auf die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung eingehen können. Mir fehlt in dem Artikel die Auseinandersetzung mit der Problematik der Sexualität von geistig Behinderten. Wir können doch schwerlich Sex mit Kindern (fast) bedingungslos unter Strafe stellen, weil wir sie nicht für mündig halten, in dem Bereich eine Entscheidung zu treffen, bei geistig Behinderten, die unter Umständen aber sogar noch weniger durchschauen, was geschieht, dann aber gar kein Problem sehen.
  6. Wie Heribert Prantl sich das mit dem Rechtsstaat vorstellt: “Die Auswertung von Festplatten und Steuer-CDs ist, auch bei fragwürdiger Herkunft, ein Akt der Notwehr gegen parasitären Reichtum.” Ob er nun generell Verfahrensvorschriften und Grundrechte in der Strafverfolgung zur Disposition stellt oder Notwehr nur gegen das Behalten verdienten Geldes für zulässig hält, nicht aber gegen Vergewaltigung, Mord oder Entführung, lässt er zwar offen, aber ich darf schon mal sagen, dass das, was nach Implementierung seiner Vision bliebe, kein Rechtsstaat mehr wäre. Und das finde ich persönlich erheblich asozialer einen Parasitismus, der darin besteht, dass man sein Eigentum trotz massiver Drohungen nicht rausrückt.
  7. Und wo ich schon mal beim Nörgeln bin: Wie Kate Darling sich das mit der Ethik vorstellt: “Wir sollten Roboter schützen, wie wir es mit Tieren tun. [...] Beim Tierschutz gehe es nicht primär um Tiere, sondern um Menschen. Wir schützen Dinge, die uns an uns selbst erinnern, weil wir uns selbst schützen wollen. Beim Tierschutz gehe es vor allem darum, Verhalten zu bestrafen, das in einem anderen Zusammenhang auch für Menschen gefährlich sein könnte.” Ist klar. Und weil ja Gemälde und Statuen auch viele von uns an Menschen erinnern, sollten wir am besten auch gleich Leute bestrafen, die die beschädigen, weil es viel wichtiger ist, leblosen Gegenständen Leid zu ersparen, als echten Menschen, und weil es natürlich grundsätzlich eine total gute Idee ist, Verhalten gegen Gegenstände zu bestrafen, das Menschen gefährlich sein könnte, wenn es sich nicht gegen Gegenstände richten würde, sondern gegen Menschen. Ich brech ins Essen.

Ich bin ein Hundezüchter.

12. April 2013

Und boy howdy, ich kann euch sagen, das ist echt ein hartes Brot. Die blöden Biester machen einfach nicht, was sie sollen.

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Am Anfang hatte ich ja nur zwei Welpen, einen Rüden und ein Weibchen, und das ist schon mal ziemlich schief gegangen. Ich hatte da diesen einen Napf mit Hackfleisch, und obwohl ich immer drauf gezeigt und ihnen gesagt habe, dass sie da nicht rangehen dürfen, sonst bring ich sie um, da komm ich doch eines Tages in den Zwinger und seh die beiden Mistviecher davon fressen. Hab ich sie natürlich sofort rausgeworfen, mit son paar Krankheiten infiziert und aufgehört sie zu füttern.

Hat aber auch nichts gebracht. Ich hab natürlich nicht aufgegeben, aber auch  mit den nächsten Würfen hats irgendwie nicht geklappt. Die waren noch schlimmer. Haben sich miteinander gepaart, wie es ihnen passte, einander blutig gebissen, sich manchmal sogar gegenseitig umgebracht, es war mir ein Gräuel, das kann ich euch sagen. Hab ich alle ersäuft, bis auf ein Pärchen und deren Welpen. Klar, wollte mir ja keinen neuen Job suchen.

Aber die wollten sich auch nicht benehmen. Haben sich auch einfach wieder kreuz und quer gepaart und gefressen und gesoffen, wie es ihnen passte, haben sich auch wieder gegenseitig umgebracht, und stubenrein wurden die irgendwie auch nicht. Hab ichs mal mit Feuer versucht und wollt jetzt doch schon alle verbrennen, weil ich dachte, scheiß drauf, aber meine Frau ist da irgendwie sentimental, und die meinte, hey, kannste nicht machen, guck doch mal, die beiden da sind doch echt lieb, und die süßen kleinen Babys und so. Na gut, hab ich also wieder ein paar leben gelassen, aber als das Weibchen sich dann noch umgeguckt hat, als sie die andern brennenden Hunde winseln und jaulen hörte, da hatt ich echt die Schnauze voll. Die hab ich ausgestopft. Steht jetzt aufm Kamin.

Als es dann später immer noch nicht besser wurde, und immer noch Chaos im Zwinger war, hab ich gedacht, na gut, versuchst dus noch mal ganz anders. Hab ich meinen Sohn reingeworfen. Ne Zeitlang ging das ganz gut, bis er sich irgendwann mit dem Alpharüden anlegte, da gabs dann natürlich Zoff, und am Ende hamse ihn totgebissen. Hat sehr leiden müssen, der arme Junge.

War ich natürlich schon traurig, aber ich muss auch sagen, hat sich irgendwie gelohnt. Also, nicht dass die Viecher sich jetzt besser benehmen. Verdrecken mir immer noch meinen ganzen Garten, beißen immer noch alles, was ihnen vor die Schnauze kommt und gehorsam sind se auch nicht, egal was ich sage. Die lernens einfach nicht, wie verhext ist das. Seit dem Anfang, mit dem Hackfleisch mein ich, seit der Sache sind die irgendwie verdorben, so kommts mir vor. Da liegt glaub ich die Ursache. Weiß der Geier. Also, das ist eigentlich nicht besser geworden. Viele sind auch krank und verrecken dann ganz eklig, und manche verhungern, weil ich sie natürlich auch nicht mehr füttere, hatte ich ja am Anfang gesagt. Das ist schon Scheiße. Kann man aber nichts machen, ne?

Aber ich hab ihnen vergeben, seit dem Ding mit meinem Sohn.

Und darauf kommts ja schließlich an. Oder?


Darum lass uns drüber reden, Diskussionen sind okay

18. Februar 2013

In der letzten Woche blieb, wie gesagt, nicht viel Zeit zum Schreiben, aber das macht nichts, denn ich habe hier noch eine laaaaaange Diskussion über atheistischen Lebenssinn und Ethik, die ich vorletzte Woch mit ChB drüben bei eumloquatur geführt habe. Auch wenn dabei natürlich keine grundlegend neuen Erkenntnisse rausgekommen sind, bin ich mit einigen meiner eigenen Erläuterungen und mit dem insgesamt konstruktiven Verlauf der Verständigung, soweit eine solche über dieses Thema eben möglich ist zwischen Atheisten und Christen, zufrieden genug, um das Ding noch mal im eigenen Blog dokumentieren zu wollen. Ich denke nämlich, dass dieses Gespräch für Atheisten sehr schön illustriert, wie abwegig und abenteuerlich die Weltsicht von (manchen) Christen aussieht, und für Christen umgekehrt bilde ich mir ein, dass ich einigermaßen verständlich erklärt habe, wie abwegig und abenteuerlich unsere Weltsicht ist. Und soweit ich mich erinnere, kommt kein einziger Hitler-Vergleich vor, was alleine schon Grund genug wäre, die Beweise gründlich zu sichern, das glaubt einem ja in zwei Jahren sonst kein Mensch mehr.

Ob ihr euch das antun wollt, müsst ihr natürlich selbst wissen. Aber vielleicht habt ihr ja eh noch nichts vor heute.

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Mehr als ein Unbehagen

2. Februar 2013

empfindet Florentine Fritzen auf faz.net angesichts der neuen Regelung zur PID, zu der ich kürzlich schon einmal sarkastisch Stellung nahm. Eigentlich ist mehr dazu auch nicht zu sagen, aber weil Frau Fritzens Unbehagen wiederum bei mir erhebliches Unwohlsein ausgelöst hat, und weil ihre Argumentation sich wegen Allgemeingebräuchlichkeit ganz gut als Aufhänger eignet, will ich die Chance nutzen, mich auch noch einmal so unsarkastisch und ernsthaft zu dem Thema zu äußern, wie ich es eben schaffe.

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