Verdammte Axt

15. August 2012

Wo kommt eigentlich diese merkwürdige Idee her, dass wir heterosexuellen Zwei-Personen-Ehen mit Kindern irgendwas wegnehmen, indem wir auch anders orientierten Menschen gestatten, sich auf eine Art miteinander zusammenzutun, die die gleichen Rechtsfolgen auslöst, die wir gemeinhin mit dem Begriff “Ehe” umschreiben? Und warum erklärt nie jemand diese Idee, der öffentlich drüber schimpft?

Der Aufschrei kommt diesmal aus Daniel Deckers zerrissener Seele und beginnt mit den Worten

Was? Nein, völliger Quatsch. Anders:

Es gibt nicht viele Normen des Grundgesetzes, deren Wortlaut alle Veränderungen seit 1949 überdauert hat. Eine davon ist Artikel sechs Absatz eins: „Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung.“

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What if God smoked cannabus?

24. September 2010

Bin ich jetzt einfach schon hypersensibel, was Daniel Deckers’ Beiträge zum Thema Kindesmissbrauch angeht, oder kommt es euch auch reichlich albern vor, was er heute wieder schreibt?

Und wie im Raum der Kirche, so ist auch bei Vereinen, Verbänden und Trägern von Schulen und sozialen Einrichtungen die Frage der Haftung des Täters mit der nach der Rolle der Institutionen verknüpft. Aus Gründen politischer Rücksichtnahme ist es daher verständlich, wenn die katholische Kirche mit einem Vorschlag zögert, wie man den Opfern sexueller Übergriffe auch finanziell gerecht werden kann. Jedes Tun oder Unterlassen wirkt wie ein Präjudiz, dessen Wirkung sich andere Institutionen kaum entziehen können.

Ach so. Ja klar. Böse Zungen hätten vielleicht behauptet, dass es was damit zu tun hat, dass die Kirche einfach nicht zahlen will. Oder möglichst wenig. Oder zumindest nicht so bald. Aber damit würde man natürlich wirtschaftliches Eigeninteresse unterstellen, was evident abwegig ist.

Die gesamtgesellschaftlichen Auswirkungen in Form des Präjudizes sind es, die den Vatikan davon abhalten, das Füllhorn seiner Großzügigkeit über seinen Opfern auszuschütten. Die schiere Rücksichtnahme auf weniger finanzkräftige oder zumindest weniger großzügige Institutionen ist der wahre Grund für die Zurückhaltung. Sozusagen Sorge um andere Träger sozialer Einrichtungen und das Funktionieren unsere Gesellschaft überhaupt.

Manchmal sind die Selbstlosigkeit und Nächstenliebe der katholischen Kirche so unfassbar, dass man speien könnte.


I find your lack of win disturbing

22. September 2010

Daniel Deckers von faz.net kämpft gegen Kindesmissbrauch:

schon die Sprache führt in die Irre: Das Wort „Missbrauch“ lässt auch an „Gebrauch“ denken. Auch das strafrechtliche Prinzip „Im Zweifel für den Angeklagten“ entfaltet auf diesem Deliktsfeld nach wie vor eine fatale Wirkung.

[...]

Von der Ausgestaltung der Sicherungsverwahrung bis zum konsequenten Einschreiten gegen die im Internet wuchernde Kinderpornographie, allen voran durch Sperren der Seiten, könnte die Bundesregierung zeigen, dass ihr das Kindeswohl ebenso sehr am Herzen wie auf der Zunge liegt.

Ich könnte mich jetzt fragen, wo Herr Deckers die vergangenen Monate verbracht haben müsste, um ernsthaft so tun zu dürfen, als hätte ihm noch niemand erklärt, was das Problem mit dem Sperren von Internetseiten ist. Ich könnte mich auch fragen, nach welchem sonderbaren Maßstab wohl das Aufstellen eines kleinen Paravents vor einer Straftat ein “konsequentes Einschreiten” ist.

Ich könnte ein bisschen drüber spekulieren, wie er sich das vorstellt, die fatale Wirkung zu verhindern, die die rechtsstaatlich unverzichtbare Unschuldsvermutung seiner Meinung nach entfaltet. Vielleicht könnte ich dabei sogar erwähnen, dass sie zumindest in der öffentlichen Meinung (*räusper*Bild*hust*) beim Thema Kindesmissbrauch sowieso keine Anwendung findet.

Aber das ist eigentlich völlig unnötig, oder? Der Kommentar von Herrn Deckers disqualifiziert sich ganz umfassend selbst, ohne dass ihm jemand dabei helfen müsste. Self-ownage, sozusagen. Aber ich darf wohl unterstellen, dass er nicht nur keine Ahnung hätte, was das ist, sondern ihm außerdem auch keine Möglichkeit einfiele, wie er es herausfinden könnte.


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