Restebloggen (71)

5. Juli 2011
  1. Wenn ein Leiter eines unserer Fachbereiche in meinem Beisein einem Kunden sagt, eine bestimmte Preisliste sei für ihn maßgeblich, und mir diese Preisliste dann schickt, damit ich sie zusammen mit anderem Kram an den Kunden weiterleite, und mir diese Preisliste dann aber komisch vorkommt und ich diese dynamische Führungskraft vorsichtshalber noch mal anrufe und frage, ob die Preisliste wirklich in dieser Form für diesen Kunden maßgeblich ist, wobei ich mir sehr dumm vorkomme, denn das hat er ja schon zweimal gesagt, und er mir dann aber sagt, nein, sei sie nicht, da käme noch ein Aufschlag dazu, weil wir für diesen Kunden noch zusätzliches Material kaufen müssten, er müsse sich aber noch mit dem Lieferanten in Verbindung setzen und könne deshalb den genauen Aufschlag noch nicht nennen: Was zur Hölle ist mit diesem Kerl nicht in Ordnung? Der Kunde hätte das sicher irre lustig gefunden, wenn ich ihm die Preisliste schicke, er sie einpflegt und bestellt, und dann, wenn unsere erste Rechnung kommt, feststellt, dass die tatsächlichen Preise nichts mit den vereinbarten zu tun haben. Und ich erst.
  2. Bei Unwise Sheep findet ihr das Zeugnis eines Mannes, der an Krebs stirbt:
    Die Bibel sagt in Matthäus 7,11, dass Gott  denen gute Gaben gibt, die ihn darum bitten. Gott kann mir keine schlechte Gabe geben. Aus dieser Sicht kann ich sagen, dass der Krebs das Beste ist, was mir jemals geschehen ist. Ich bin ein besserer Ehemann und Vater, ein besserer Chef und Angestellter, ein besserer Freund und ein besser Nachfolger Jesu. Durch den Krebs hat Gott mir einige erstaunliche Dinge von sich selbst gezeigt. Das sind tatsächlich wunderbare Gaben Gottes.
    Nuff said.
  3. Ich weiß nicht, ob es euch interessiert, aber ich finde es ziemlich spannend, dass der alte britische Grundsatz der Souveränität des Parlaments sich gerade mit der EMRK prügelt. Wie das wohl ausgeht?
  4. Falls ihr mal einen richtig schlechten Podcast über Atheisten hören wollt, dann findet ihr den bei Bayern 2. Schon nach den ersten vier Minuten zum Thema Agnostizismus hätte ich in den Tisch beißen können. Das Schlimmste dabei ist, dass ich nicht mal den Eindruck habe, “Jenseits von Gott – woran glauben Atheisten” würde irgendwas absichtlich falsch darstellen. Sie verstehen es nur eben einfach nicht.
  5. Die New York Times berichtet über die Schwierigkeiten, die sich in den USA für gleichgeschlechtliche Ehepaare daraus ergeben können, dass ihre Ehen nicht überall anerkannt werden:
    “Where can you get a divorce?” asked Tobias Barrington Wolff, a professor at the University of Pennsylvania Law School. “The answer might be nowhere, perversely.”

    Do a little reductio, and it’s not a long way to absurdum.

  6. Vor Kurzem hatte Matthias Matussek in der FAZ existentielle Nöte dadurch für erledigt erklärt, daß er selbst sie nie hatte. Am Sonntag hatte Henryk Broder in der Welt die Emanzipation der Schwulen und Lesben in Deutschland für abgeschlossen erklärt und Proteste gegen die vom Papst vertretene Homophobie für absurd befunden, denn der Papst würde sich ja auch nicht um den Nichtraucherschutz kümmern. Und gestern hat Jan Fleischhauer im Spiegel dem Volke erklärt, daß die Aufregung um Koch-Mehrins Post-Plagiats-Aktivitäten nur zur Ablenkung von der durch die 68er mit der Abschaffung der Habilitation ruinierten deutschen Universitätslandschaft dient.

    Die Wahrheit über die Wahrheit schenkt uns das Schwarze Fanal.

  7. Confused Matthew hält Minority Report auf sehr unterhaltsame Weise für den schlechtesten Film, den er je gesehen hat. Ich würde nicht ganz so weit gehen, aber es ist wirklich ein unfassbar schlechter Film. Bin aber nicht sicher, ob es in Bezug auf schiere Uninteressantheit mit Avatar und Herr der Ringe mithalten kann.

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