My body, no choice

6. Dezember 2013

“My body, my choice” only makes sense when someone else’s life isn’t at stake.

Fun fact: If my younger sister was in a car accident and desperately needed a blood transfusion to live, and I was the only person on Earth who could donate blood to save her, and even though donating blood is a relatively easy, safe, and quick procedure no one can force me to give blood. Yes, even to save the life of a fully grown person, it would be ILLEGAL to FORCE me to donate blood if I didn’t want to.

See, we have this concept called “bodily autonomy.” It’s this….cultural notion that a person’s control over their own body is above all important and must not be infringed upon. 

[via zwischendenstuehlen]

Sooooo …

Ich bin mir nicht so ganz sicher, wie ich an diese Sache rangehe, ohne dass bei euch der Eindruck entsteht, dass ich in der etwas länglichen Pause hier angefangen habe, schlechte Drogen zu nehmen, oder einfach meine Blogzugangsdaten irgendwem anders gegeben habe, um zusätzliche Freizeit für eine neue, unterhaltsamere Passion zu gewinnen.

Egal. Ich glaube, wir kriegen das schon hin, zumal die Indizien für diese Position in meinem Blog schon seit langer Zeit zu finden sind, und ich hoffe, dass ich sie einigermaßen plausibel vertreten kann.

Ans Werk:

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I don’t go in for ancient wisdom. I don’t believe just ‘cos ideas are tenacious it means that they’re worthy.

10. November 2013

Dekalog, Goldene Regel, Bergpredigt – älter und zeitloser als Utilitarismus oder Hedonismus

war die Ansage, die ich schon im letzten Post angekündigt hatte, und rückblickend muss ich nun doch sagen, dass ich mit der Wahl des Titels desselben hochzufrieden bin, denn der hat anscheinend keineswegs zu den befürchteten Missverständnissen geführt und mir außerdem noch – ich schwöre: völlig ungeplant – diesen wunderbaren Anschluss zum heutigen Titel ermöglicht. Hach. Sowas find ich toll. Schade, dass die gute Laune jetzt gleich wieder verfliegen wird.

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Und Gott redete alle diese Worte

10. Juni 2013

Immer wieder stoße ich – zu meinem Erstaunen oft genug auch bei Nichtchristen – auf großes Unverständnis, wenn ich sage, dass die (angeblich) Zehn Gebote für mich ganz, ganz fürchterlicher Unfug sind. “Wieso, was hast du denn gegen ‘Du sollst nicht töten?'” “Findest du Stehlen etwa gut?” oder so. Damit ich das nicht jedes Mal neu beantworten muss, und weil ich zu müde bin, um mich mit was Ernsthaftem zu befassen, gehe ich es jetzt hier einmal für alle Interessierten durch. Unsere Basis soll 2. Mose 20; 2-17 sein, in der Fassung Luther 1912. Wollmermal.

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Christiane Woopen ist Vorsitzende des Deutschen Ethikrats

31. Mai 2013

Der Deutsche Ethikrat wurde Aufgrund des Gesetzes zur Einrichtung des Deutschen Ethikrats als unabhängiger Sachverständigenrat gebildet, der unter anderem die Öffentlichkeit informieren sowie Stellungnahmen und Empfehlungen für politisches und gesetzgeberisches Handeln erarbeiten soll. Man kann also sagen, dass Frau Woopen eine große Verantwortung trägt, und dass man von ihr aufgrund ihrer Funktion eine gewisse ethische Einsicht und Bereitschaft zur tieferen Reflexion erwarten sollte.

Mit großem Interesse habe ich deshalb gesehen, dass sie für die Süddeutsche Zeitung einen Artikel über das Klonen von Menschen geschrieben hat. Nicht nur aufgrund des vielversprechenden Titels

Was den Menschen ausmacht

erwartete ich mir davon spannende Einsichten, profunde Information und …

*unterschwelliges Glucksen, das sich schnell über verzweifelt unterdrücktes Prusten in brüllendes Gelächter wandelt*

Okay, tut mir leid, ich kann nicht mehr. Natürlich habe ich nichts dergleichen erwartet, denn ich kenne den Deutschen Ethikrat ja schon ein bisschen, auch wenn mir Frau Woopens Name neu war.

Sie ist natürlich der Meinung

Ein weltweites Verbot des Fortpflanzungsklonens ist notwendig.

Eine klare, eine robuste Ansage, für die man eine durchdachte und ausführliche Begründung auf der Basis aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse und

*wieder anschwellendes Kichern*

Pardon. Also, warum aus Sicht von Frau Woopen dieses Verbot notwendig ist:

Damit verdankt der entstehende Mensch seine genetische Ausstattung nicht mehr dem Zufall oder göttlichem Wirken und sie ist nicht neu.

Das ist es. Ungekürzt, unverändert. Das ist alles. Ja, sie hat zwei Seiten geschrieben, aber der Rest ist Beiwerk, dies ist ihr einziges Argument, aus dem sie die obige Forderung herleitet, über diesen Zwischenschritt:

Eine wichtige Bedingung von Freiheit und Entzogenheit, die wir bislang alle teilen, entfällt. So sollten wir nicht miteinander umgehen.

Eine wichtige Bedingung für unsere Freiheit und Entzogenheit – Frau Woopen erklärt nicht, was sie mit diesem Begriff meint und benutzt ihn auch nur an dieser Stelle -, ist aus ihrer Sicht also, dass unsere genetische Ausstattung  entweder zufällig zustande kommt, oder von einem unsichtbaren Zauberer gebastelt wird. Wenn unsere Gene also nicht zufällig oder durch Zauberei aneinandergereiht werden, dann sind wir nicht mehr frei, und nicht mehr entzogen. Oder zumindest ist es schwerer für uns, frei und entzogen zu sein. Ich weiß ja nicht, ob die “wichtige Bedingung” in ihren Augen eine notwendige ist. Ach so, und neu muss unsere Ausstattung auch sein. Wenn sie nicht neu ist, geht das auch nicht. Neu, und Zufall oder Zauberei. Das ist eine – ähm Moment … naja, egal – das ist eine wichtige Bedingung von Freiheit und Entzogenheit, und wir sollten keine Menschen schaffen, die die nicht erfüllen, weil … wir so nicht miteinander umgehen sollten.

Und daraus folgt dann natürlich zwanglos, dass ein weltweites Verbot des Fortpflanzungsklonens notwendig ist.

Noch mal: Christina Woopen ist Vorsitzende des Deutschen Ethikrates. Das da oben ist die vollständige Wiedergabe der besten Begründung dieser ihr sehr wichtigen ethischen Position, die ihr für einen Artikel in der größten deutschen überregionalen Abonnement-Tageszeitung eingefallen ist. Das ist die Begründung, mit der sie rechtfertigen will, dass Menschen bestraft werden, wenn sie auf eine bestimmte Art Kinder zeugen.

Echt jetzt.


Restebloggen (92)

11. Mai 2013
  1. Zum Glück nur in Amerika.
  2. “If you have faith and give me the $ 15,000, maybe one day the car will reveal itself to you.”
  3. Ey nee geh mir weg mit Into Darkness. Ich hab Star Trek 2009 gesehen, und damit war der Franchise für mich tot. Ja. Das ist eigentlich merkwürdig. Voyager hab ich hingenommen (nota bene hingenommen, nicht gesehen!), Enterprise hab ich hingenommen, Generations hab ich hingenommen, aber Star Trek 2009 hat dann meinen endgültigen Abschluss mit dem Thema markiert, und meine Entscheidung besiegelt, dass ich Star Trek insgesamt nicht mag. Bin durch mit dem Thema.
    Und ja, das ist mir zwei Absätze wert, so durch bin ich damit: Verdammt noch mal, wie kann das eigentlich sein, dass Firefly nach einer Staffel abgesetzt wird und Babylon 5 auch für immer verschwunden ist, aber zu Star Trek kommt nutzloser Drecksfilm nach nutzlosem Drecksfilm, und es geht einfach immer weiter? Verdammt noch mal, die Terminator-Serie hatte durchdachtere Plots und interessantere Charaktere und bessere Dialoge als Star Trek sie jemals zustande gebracht hat, sogar die, und die wurde natürlich auch abgesetzt, ist ja klar, weil es am Ende der zweiten Staffel wirklich so aussah, als könnte da was echt Gutes draus werden. Von Pushing Daisies will ich gar nicht erst anfangen, das hat nun auch wirklich gar nichts mehr mit Science Fiction zu tun, aber trotzdem. Ihr wollt doch, dass dieser Planet verglast wird, wenn ihn eines Tages mal echte Aliens entdecken, oder? Gut. Ich auch.
  4. Auch schön:

    “No good plan begins with magic sperm!”
  5. Ganz interessant: Postituierte lernen bei einer Beratungsstelle, wie sie auf die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung eingehen können. Mir fehlt in dem Artikel die Auseinandersetzung mit der Problematik der Sexualität von geistig Behinderten. Wir können doch schwerlich Sex mit Kindern (fast) bedingungslos unter Strafe stellen, weil wir sie nicht für mündig halten, in dem Bereich eine Entscheidung zu treffen, bei geistig Behinderten, die unter Umständen aber sogar noch weniger durchschauen, was geschieht, dann aber gar kein Problem sehen.
  6. Wie Heribert Prantl sich das mit dem Rechtsstaat vorstellt: “Die Auswertung von Festplatten und Steuer-CDs ist, auch bei fragwürdiger Herkunft, ein Akt der Notwehr gegen parasitären Reichtum.” Ob er nun generell Verfahrensvorschriften und Grundrechte in der Strafverfolgung zur Disposition stellt oder Notwehr nur gegen das Behalten verdienten Geldes für zulässig hält, nicht aber gegen Vergewaltigung, Mord oder Entführung, lässt er zwar offen, aber ich darf schon mal sagen, dass das, was nach Implementierung seiner Vision bliebe, kein Rechtsstaat mehr wäre. Und das finde ich persönlich erheblich asozialer einen Parasitismus, der darin besteht, dass man sein Eigentum trotz massiver Drohungen nicht rausrückt.
  7. Und wo ich schon mal beim Nörgeln bin: Wie Kate Darling sich das mit der Ethik vorstellt: “Wir sollten Roboter schützen, wie wir es mit Tieren tun. [...] Beim Tierschutz gehe es nicht primär um Tiere, sondern um Menschen. Wir schützen Dinge, die uns an uns selbst erinnern, weil wir uns selbst schützen wollen. Beim Tierschutz gehe es vor allem darum, Verhalten zu bestrafen, das in einem anderen Zusammenhang auch für Menschen gefährlich sein könnte.” Ist klar. Und weil ja Gemälde und Statuen auch viele von uns an Menschen erinnern, sollten wir am besten auch gleich Leute bestrafen, die die beschädigen, weil es viel wichtiger ist, leblosen Gegenständen Leid zu ersparen, als echten Menschen, und weil es natürlich grundsätzlich eine total gute Idee ist, Verhalten gegen Gegenstände zu bestrafen, das Menschen gefährlich sein könnte, wenn es sich nicht gegen Gegenstände richten würde, sondern gegen Menschen. Ich brech ins Essen.

a propos perfide Rhetorik

22. September 2012

Frank Schirrmacher hat eine Rede gehalten und uns dabei erklärt, welche Niedertracht sich in den Feinheiten scheinbar gut gemeinter Worte verstecken kann. Das macht er außergewöhnlich subtil, und um die Mühe anzuerkennen, die er sich damit offenbar gegeben hat, will ich mal schauen, wie viele Niederträchtigkeiten ich in seiner Rede finden kann. Ihr alle seid natürlich herzlich dazu eingeladen, mitzumachen. Wenn ihr mögt, dürft ihr das Ganze auch gern in die Meta-meta-Ebene heben, indem ihr in meinem eigenen Text nach rhetorischen Gaunereien sucht.

Weil es eine Rede anlässlich der Verleihung der Josef-Neuberger-Medaille ist, beginnt Herr Schirrmacher mit einer Bemerkung zu Herrn Neuberger selbst:

Als emigrierter Jude gehörte er zu jener Gruppe der Verfolgten des Nationalsozialismus, die durch die pure Tatsache ihrer Rückkehr, was heute allzu leicht vergessen wird, diesem Land wieder eine moralische Chance gaben, eine Chance, die es in den Augen vieler so schnell nicht wieder verdient hatte.

Und hier, glaube ich, werdet ihr in meinem Text am ehesten fündig, denn hier bin ich mir selbst unsicher, ob ich Herrn Schirrmacher vielleicht zu Unrecht Niedertracht vorwerfe. Es ist nun einmal dünnes Eis, auf das man sich begibt, wenn man über dieses Thema redet. Aber ihr wisst ja, was Esel machen, wenn es ihnen zu wohl wird, also ans Werk:

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Zombies sind langweilig.

23. Juli 2012

Ich spiele schon lange mit dem Gedanken, einen ethischen Post über die Protagonistin meiner Geschichte “Des Menschen bester Freund” zu verfassen, wenn ich diese schon nicht als solche hier veröffentliche, und aus möglicherweise nicht ganz plausiblen Gründen gab ars libertatis’ Beitrag über Eigentumsrechte nach der Zombie-Apokalypse den Ausschlag, es jetzt endlich zu tun, und sei es nur, um zu zeigen, dass ich mich nicht mit so billigen hypothetischen Fragen wie Zombifizierung zufrieden gebe, sondern wie immer direkt dahin gehe, wo es am meisten weh tut:

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