Die Megahits der 80er und 90er und das Beste von heute

28. Juni 2011

Vor langerlangerlanger Zeit habe ich schon mal ein Stöckchen von JuliaL49 genutzt, um meinen Unmut über unsere Radiosender auszudrücken.

Eigentlich ist das natürlich nicht genug, aber weil ich selten Radio höre (Für den GEZ-Fahnder, der hier sicherlich mitliest: Das ist eine freundliche Umschreibung für “nie”, denn natürlich habe ich gar kein Radio. Sie können jetzt aufhören, hier mitzulesen. Es sei denn, Sie interessieren sich vielleicht für meine Geschichten. Haben Sie die schon mal versucht? Die sind ziemlich gut. Lesen Sie ruhig mal eine. Yours to keep finde ich beispielsweise zum Einstieg ideal. Äh. Wo war ich? Ach ja: Weil ich selten Radio höre), ist mir das Thema normalerweise nicht so gegenwärtig. Dennoch kommt man manchmal nicht drumrum, ob im Auto (Sind Sie noch da? Natürlich nur, wenn ich bei anderen mitfahre.), im Supermarkt oder im Büro (Wenn jemand zu Besuch kommt, der ein tragbares Radio dabei hat. Nee, ich weiß schon, Entschuldigung, ich höre jetzt auf, mit dem GEZ-Fahnder zu sprechen, damit das hier nicht zu unübersichtlich wird. Tut mir Leid.) zum Beispiel. Und dann kann ich doch jedes Mal wieder darüber staunen, wie schlecht unser Radio eigentlich ist.

Sollte man nicht annehmen, dass Leute, die ihren Lebensunterhalt damit verdienen, andere zu unterhalten, mit der Zeit allein schon durch ihre Erfahrung unweigerlich ein bisschen… Ich weiß nicht, vielleicht: unterhaltsam werden? Sollte man nicht annehmen, dass jemand, der professionell für Geld eine Radiosendung moderiert, die hunderttausende Menschen hören (oder zehntausende, was weiß ich?) im Durchschnitt nicht wesentlich schlechter ist als jeder beliebige gottverdammte Gratis-Podcast, den man irgendwo im Internet runterladen kann?

Exkurs: Und sollte man nicht annehmen, dass es den Radiosendern irgendwann peinlich wird, über Jahre hinweg immer wieder und wieder und wieder und wieder dieselben dummen Männer-gegen-Frauen-Witzchen, -Wettkämpfe, -Meldungen und -Sprüche zu machen? Okay, amerikanische Forscher haben herausgefunden, dass Männer besser hören können, und ja, da drängt sich geradezu eine humoristische Gegenüberstellung mit dem alten Klischee auf, dass Männer nicht zuhören. Okay, irgendwer hat mal wieder herausgefunden, dass Frauen im räumlichen Denken gegenüber Männern Nachteile haben, und ja, das erklärt, warum sie alle nicht einparken können. Dafür sind Frauen aber klüger und gewinnen immer bei den komischen Quiz-Spielen, die ihr mit euren Zuhörern veranstaltet, zur Not, indem ihr sie durch dreiste Regelbeugung gewinnen lasst, was nicht nur dumm, sondern auch noch herablassend und chauvinistisch ist. Wir haben es verstanden. Ihr könnt euch ein neues Thema suchen, und ihr müsst auch nicht unbedingt um jedem Preis immer jeder Sendung von einem Mann und einer Frau gemeinsam moderieren lassen. Und den Hund könnt ihr auch weglassen, weil der ja sowieso nur die Projektionsfläche für noch mehr dumme Witze der beiden menschlichen Moderatoren ist, was ich schade finde, weil er bestimmt besser moderieren könnte als die beiden. Aber das ist schon wieder ein ganz anderes Thema. Exkurs Ende

Und wäre es nicht schlecht, wenn es zumindest einen einzigen gottverdammten Radiosender gäbe, der ein paar Songs spielt, die nicht sowieso schon jeder auf seinem MP3-Player hat und die auf jeder gottverdammten Party mindestens dreimal laufen? Einen Sender, bei dem man tatsächlich mal was hören kann, was man noch nicht kennt, und was von Leuten ausgewählt wurde, die sich echt mit Musik auskennen und vielleicht auch was von Bands mitkriegen, von denen ich noch nie gehört habe? Wäre das nicht eine echt sinnvolle Sache? Wäre das nicht eigentlich die USP, die ein Radiosender in Zeiten von YouTube und iTunes und Amazon MP3 überhaupt noch haben könnte?

Und wer freut sich eigentlich darüber, dass ihr kostbare Sendezeit damit verschwendet, irgendwelche Vollhonks live auf Sendung zu bringen, die mir dann drei Minuten lang in ihrem unerträglichen Dialekt erzählen, dass an der Ortsausfahrt von Spellahn in Richtung Thunin auf der rechten Seite hinter einer Mülltonne ein Blitzer steht? Könntet ihr diese Zeit nicht stattdessen mal für einen Song benutzen, der nicht von Lady Gaga, James Blunt oder Nickelback ist? Oder, wenn ihr das nicht wollt, für Nachrichten, in denen man tatsächlich was erfährt, und die nicht nur darin bestehen, dass ihr 48mal am Tag dieselben nichtssagenden Schlagzeilen vorlest und dann vielleicht noch mal einen Korrespondenten zuschaltet, der sagt, dass er leider auch nichts Genaues weiß, weil sein CNN-Empfang gerade gestört ist?

Oder, ganz verrückte Idee, sendet doch sogar mal was ganz anderes als Musik, sinnlose Nachrichten, dumme Witze und bescheuerte Gewinnspiele. Sendet doch mal ein Hörbuch, es kann ja ein kurzes sein, oder sogar ein Gedicht, es kann ja auch ein längeres sein, sogar mit Musik (Ist das dann ein Beat-Poem? Egal.).

Ich weiß, meine Meinung ist für euch nicht so wichtig, weil ich ja eben sowieso nie Radio höre. Aber andererseits könnte sich das ja ändern, wenn es eines Tages einen Sender geben sollte, dem zuzuhören sich tatsächlich lohnt. (Ich müsste mir dann natürlich erst ein Radio kaufen, das ich selbstverständlich sofort anmelden würde. Aber vor 2013 wird das wohl eh nichts mehr, deswegen ist es auch egal. Sie können jetzt also wirklich aufhören, hier mitzulesen.) Und vielleicht geht das ja sogar ein paar anderen Leuten auch so. Zum Beispiel all den anderen Leuten, die ich kenne, und die auch alle ausnahmslos sämtliche Radiosender hassen. Bis auf einen, aber der ist auch komisch. Und ihr würdet eben mir persönlich auch eine echt große Freunde machen. Außerdem haben wir doch in Deutschland sogar Radiosender, die gar nicht auf Profit aus sind, sondern auf Bildung und Kultur und so tolle Sachen. Wären die nicht prädestiniert für so ein Experiment? Denkt doch mal drüber nach.

Ach ja, und eins noch: Beseitigt bitte sofort Paul Panzer und den kleinen Nils. Bevor ich es tue.


Herr Niggemeier, wir müssen reden

4. Januar 2011

Sehr geehrter Herr Niggemeier,

Sie echauffieren sich völlig zu Recht und sehr unterhaltsam über die Äußerung der ARD-Vorsitzenden Emma Monika Piel, sie wolle sich vehement dafür einsetzen, auch öffentlich-rechtliche Apps kostenpflichtig zu machen, falls der Verlegerverband eine solche Maßnahme für seine Inhalte durchsetzen würde. Sie bemerken vollkommen richtig, dass diese Äußerung eine skandalöse Dummdreistigkeit darstellt, die nur dadurch zu erklären ist, dass Frau Piel vorsätzlich oder zumindest grob fahrlässig das Wesen und den Sinn des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Deutschland verkennt.

So weit ist alles in Ordnung. Wir müssen über etwas anderes reden, nämlich über Ihre Rechtfertigung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, die leicht verkürzt so aussieht:

Von 2012 an muss jeder Haushalt Rundfunkgebühren zahlen. Egal, ob er ein Fernsehgerät hat. Egal, ob er Fernsehen guckt. Egal, ob er ARD oder ZDF guckt.

Die Logik dahinter ist die, dass es gut für eine Gesellschaft ist, wenn die Produktion von Inhalten in einem Massenmedium nicht vollständig den Gesetzen des Marktes unterworfen ist. Ich bin ein großer Verteidiger dieser Logik und der Idee des öffentlich-rechtlichen Rundfunks — auch in Zeiten, in denen es leichter und günstiger denn je ist, Menschen publizistisch zu erreichen.

[...]

Gerade wenn alle anderen Medien hochwertige journalistische Inhalte nur noch gegen Geld anböten, müsste der öffentlich-rechtliche Rundfunk kostenlos bleiben: damit auch diejenigen Menschen, die sich die kostenpflichtigen Angebote nicht leisten können, gut versorgt werden.

Den letzten Satz habe ich beim ersten Mal falsch gelesen und mich dann mehr als nötig darüber aufgeregt, aber ich finde, dass es da auch beim zweiten Mal noch ein Problem gibt. Sie implizieren, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk sich als soziale Errungenschaft eignet, die Informationen für alle gleichermaßen verfügbar macht, auch für die weniger gut Verdienenden. Dass Sie darüber hinaus (wie ich finde) völlig grundlos unterstellen, es wäre für Informationen irgendwie gut, nicht den Gesetzen des Marktes unterworfen zu sein, wollen wir mal ignorieren, um diesen Beitrag hier kurz zu halten, es gibt nämlich gleich Abendessen.

Kehren wir also zu der sozialen Sache zurück: Wie in Gottes Namen kommt man auf die Idee, eine Zwangsgebühr, die (ab 2012 und de facto eigentlich schon lange) unterschiedslos und in gleicher Höhe von allen Haushalten gezahlt werden muss, unabhängig davon, wie viele Menschen dazugehören, wie viel Einkommen ihnen zur Verfügung steht und ob und wie viel sie fernsehen, ob sie überhaupt einen Fernseher oder ein Radio haben, sei irgendwie eine Form von sozialem Ausgleich? Ich will nicht ganz ausschließen, dass ich das  nur aufgrund meiner Voreingenommenheit nicht begreife, aber was für eine Weltsicht ist denn das, die es als Segen für Geringverdiener verkaufen will, dass sie verpflichtet sind, für ein Angebot zu zahlen, das sie möglicherweise gar nicht nutzen? Ich meine, jetzt mal ehrlich, wer sieht denn Arte und ZDF Theater und all die vielen Bildungsprogramme, die ja nun einmal die eigentliche Existenzberechtigung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks darstellen (“Wetten, dass” würde ein Privatsender wohl auch gerade noch hinkriegen)? Sind das die Langzeitarbeitslosen und die Aldikassierer, oder sind das im Allgemeinen eher gut verdienende Akademiker, die es für völlig unverzichtbar halten, ihr Kulturfernsehen von der gesamten Bevölkerung finanzieren zu lassen, weil es ihnen sonst zu teuer wäre?

Ich will damit nicht Arbeitslose und Kassierer dissen. Ich sehe mir diese Sendungen selbst auch nicht an, weil sie mich zu Tode langweilen. Ich sehe eigentlich fast gar nicht fern. Und ich begreife nicht, wie man auf die Idee kommt, Fernsehen und Radio wären so mordswichtig für die Bildung der Bevölkerung, dass man auch Leute, die sich nicht einmal ein Zeitungsabo leisten können, dazu verpflichten muss, 18 Euro pro Monat dafür zu bezahlen. Für 18 Euro bekommt man einen durchaus ordentlichen Internetanschluss, und gerade die Leute, von denen Sie reden, verzichten dann unter Umständen auf den. Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, Herr Niggemeier, aber mir fällt die Abwägung leicht, was die sinnvollere Investition wäre, wenn ich mich zwischen Internet und öffentlich-rechtlichen Sendern entscheiden sollte. Ich müsste nicht einmal darüber nachdenken.

Nennen Sie mich einen gehässigen Moralisten, aber ich finde es einfach heuchlerisch, wenn die Leute, die gerne öffentlich-rechtliche Sendungen sehen und hören wollen, so tun, als wäre es eine gesamtgesellschaftliche Verpflichtung, ihr Vergnügen zu finanzieren, weil sie zu wissen glauben, dass alle anderen sich genauso zu informieren haben, wie sie es tun. Aber ich schätze, wenn man schon mal dabei ist, ist es nur konsequent, ihnen darüber hinaus auch noch einreden zu wollen, man täte ihnen einen Gefallen mit diesem System.


Leises Zähneknirschen

27. Oktober 2010

Endlich herrscht Rechtssicherheit, denn das Bundesverwaltungsgericht hat gesprochen, und wer ein bisschen was über Deutschland und unseren öffentlich-rechtlichen Rundfunk weiß, konnte am Ergebnis keine Zweifel haben:

Jeder internetfähige PC  ist gebührenpflichtig, weil man damit ja schließlich Sendungen empfangen kann, die die Sender ins Internet einspeisen. Das gleiche muss natürlich auch für jedes andere internetfähige Gerät gelten, zum Beispiel Mobiltelefone. Ob tatsächlich ein Internetanschluss vorhanden ist, spielt natürlich keine Rolle, solange das Gerät technisch die Möglichkeit bietet, eine Verbindung herzustellen. Wir sollten wahrscheinlich froh sein, dass noch niemand bei der GEZ an DLAN (Internet aus der Stromsteckdose) gedacht hat, sonst würden die Gebühren auch für Elektrorasierer, Toaster und Lampen fällig. Und was ist eigentlich mit Zahnkronen und -brücken? Da besteht doch auch grundsätzlich die technische Möglichkeit, Radio zu empfangen.

Natürlich, es geht nur um ein paar Euro pro Monat (Für Privathaushalte. Unternehmen zahlen pro Gerät, aber ich will hier nicht zu weit abschweifen.), und vielleicht bin ich ein dummer Prinzipienreiter, aber die schiere Unverschämtheit und Dummdreistigkeit des ganzen Systems unseres öffentlich-rechtlichen Rundfunks ist mir einfach dermaßen zuwider, dass ich Ausschlag davon kriegen könnte.

Bloß gut, dass der ganze Spuk 2013 zu Ende geht, dann kommt nämlich die Rundfunkgebührenreform, und wir kriegen endlich eine bessere fairere sinnvollere verständlichere vernünftigere teurere Lösung als bisher. Wurde auch Zeit.


Because f you, that’s why!

8. Mai 2010

Ja, zurzeit sind anscheinend Aggro-Wochen bei überschaubare Relevanz, aber macht euch deshalb keine Sorgen, das geht vorbei.

Michael Hanfeld hat drüben bei FAZ.net einen kleinen Beitrag über Paul Kirchhofs Vorschlag eines geräteunabhängigen Rundfunkbeitrags geschrieben. Kirchhofs Idee sieht im Prinzip vor, dass jeder Haushalt in Zukunft unabhängig von der Anzahl angemeldeter Geräte oder sonstigen Bedingungen pro Monat 17,98 an die GEZ zahlt. Wer sich das nicht leisten kann, weil er zum Beispiel ALG II bezieht, muss auch bezahlen, bekommt den Betrag aber vom Staat erstattet.

Herr Hanfeld findet diesen Vorschlag “vor allem eins: überzeugend”, und schließt mit den Worten:

“Es änderte sich für die meisten Gebührenzahler nicht viel, nur für die, welche bislang für Radio oder Computer die „kleine“ Gebühr von 5,76 pro Monat zahlen oder sich der Pflicht entziehen. Auch die Anstalten haben nichts zu fürchten. Ihnen stehen per Definition keine griechischen Verhältnisse ins Haus. Da wäre kein politischer Akteur und kein Reformator, der sie zu Verzicht drängte. Warum eigentlich nicht?”

Ich bin mir ehrlich gesagt nicht ganz sicher, ob Hanfeld damit meint: “Warum drängt sie eigentlich niemand zum Verzicht?” oder bloß: “Warum sollte man es eigentlich nicht so machen, wie Kirchhof das vorschlägt?” Ich will zu seinen Gunsten lieber die erste Alternative vermuten. Dann ist mir aber nicht klar, was er an Kirchhofs Idee so überzeugend findet.

Aber gerade weil die Anstalten nichts zu fürchten haben, ist dieser Vorschlag nichts weiter als der Versuch, ein marodes, unsinniges, anachronistisches System öffentlich-rechtlichen Rundfunks zu perpetuieren, indem man ein paar zu offensichtlich gewordene Makel übertüncht, aber im Prinzip alles beim Alten lässt.

Ich sehe ein, dass es Argumente für öffentlich-rechtlichen Rundfunk gibt. Warum es aber selbstverständlich ist, dass dieser öffentlich-rechtliche Rundfunk über 7 Milliarden Euro pro Jahr kosten muss; warum es selbstverständlich ist, dass dieser öffentlich-rechtliche Rundfunk für Unsummen die Rechte an Sportveranstaltungen kauft, die private Sender genausogut übertragen könnten; warum es selbstverständlich ist, dass auch Menschen, für die jeder Euro kostbar ist und die nicht mal einen Fernseher haben und auch gar keinen wollen, weil sie vielleicht lieber lesen, das alles zwangsweise mitfinanzieren müssen; das sehe ich überhaupt nicht ein.


Weniger reden, mehr zuhören

27. Februar 2010

Ich finde ja, dass ein guter Teil der viel zu hysterischen Diskussionen in diesem Land vermieden werden könnte, wenn man weniger versessen darauf wäre, seine Meinung zu verteidigen, und mehr versuchen würde, die der anderen zu verstehen. Oder mit den Worten von xkcd:

You don’t use science to prove you’re right. You use science to become right.

In diesem Sinne würde ich mit euch gerne über ein paar Themen sprechen, über die ich in den letzten Tagen nachgedacht habe. Zu manchem habe ich schon eine Meinung, zu manchem wirklich noch nicht. Aber bei allen will ich hier nicht rumkrakeelen und sagen, wie’s richtig ist, sondern ich würd’s gerne von euch wissen. Eure Sichtweise interessiert mich sehr, denn meine eigene kenne ich ja schon. Natürlich kann ich es dabei nicht ganz lassen, auch zu verraten, wohin ich tendiere. Ich bin ja auch nur ein Mensch. Ich bilde mir aber wirklich nicht ein, die Antworten schon zu kennen. Ehrenwort.

Versuchen wir also gemeinsam mal einen echten Dialog, statt des sonst üblichen Schreiwettbewerbs, bei denen am Ende keiner mehr weiß, worum es eigentlich ging.

  1. Muss natürlich sein: Westerwelle. Ich habe nicht den Anspruch, alles gelesen zu haben, was er so gesagt hat. Aber ich habe seinen Artikel in der Welt gelesen und ihm auch sonst schon hin und wieder zugehört. Und ich frage mich: Woher kommt der Hass? Ist es das Gesamtbild? Oder gibt es tatsächlich einzelne Zitate von ihm, die ich nicht kenne, die die atemberaubende Ablehnung begründen, die ihm zurzeit entgegenschlägt?
    (Um die Sache ein bisschen einzugrenzen: Wir wollen hier nicht darüber diskutieren, ob er mit irgendwas Recht oder Unrecht hat. Ich möchte nur darüber reden, wo er eurer Meinung nach den Bereich der Achtung der Menschenwürde verlassen hat und zum widerwärtigen Hetzer wurde.)
  2. Käßmann. Über die bin ich wirklich noch ganz unschlüssig. Muss man wegen so etwas zurücktreten? Darf man? Ist das ein Vergehen, das nichts mit ihrem Amt zu tun hat? Oder hat sie sich mit diesem Fehler so disqualifiziert, dass sie ihr Amt nicht mehr ausfüllen kann? Verdient der Rücktritt Respekt? Macht er vielleicht sogar das ursprüngliche Vergehen schon wieder wett? Oder ist er nur eine Selbstverständlichkeit und das ganze Hochachtungs-Geschwafel nur Augenwischerei?
  3. Nochmal Käßmann. Einen Schritt zurück. Ich habe so ein Gefühl, dass es unanständig ist, dass diese Verfehlung von ihr dermaßen öffentlich stattfindet. Ein Mensch sollte sowas mit sich ausmachen können. Oder muss die Öffentlichkeit es erfahren, wenn jemand in so exponierter Stellung so entgleist? Wäre es eher unanständig gewesen, die Menschen nicht darüber zu informieren, dass die höchste Repräsentantin der evanglischen Kirche in Deutschland eine… tja, kaum entschuldbare Straftat begangen hat?
  4. Brauchen wir einen öffentlich-öechtlichen Rundfunk in Deutschland? Ist es gut, dass wir einen haben? Darf der auch Sachen ins Internet stellen, oder soll er im Fernsehen bleiben? Wie finanziert man ihn am besten? Sollte es vielleicht sogar eine öffentlich-rechtliche Zeitung geben?

So, ich hoffe, dass da für jeden mindestens ein Thema dabei ist, das ihn interessiert. Ich bin gespannt auf eure Gedanken.


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