Verdammte Axt

15. August 2012

Wo kommt eigentlich diese merkwürdige Idee her, dass wir heterosexuellen Zwei-Personen-Ehen mit Kindern irgendwas wegnehmen, indem wir auch anders orientierten Menschen gestatten, sich auf eine Art miteinander zusammenzutun, die die gleichen Rechtsfolgen auslöst, die wir gemeinhin mit dem Begriff “Ehe” umschreiben? Und warum erklärt nie jemand diese Idee, der öffentlich drüber schimpft?

Der Aufschrei kommt diesmal aus Daniel Deckers zerrissener Seele und beginnt mit den Worten

Was? Nein, völliger Quatsch. Anders:

Es gibt nicht viele Normen des Grundgesetzes, deren Wortlaut alle Veränderungen seit 1949 überdauert hat. Eine davon ist Artikel sechs Absatz eins: „Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung.“

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Frauen in Männerkörpern

28. Januar 2011

Max Steinbeis vom Verfassungsblog berichtet von einem Beschluss des Ersten Senats des Bundesverfassungsgerichts, der knapp zusammengefasst besagt, dass eine Ehe (beispielsweise) zwischen einem Mann und einem anderen Mann, der sich als Frau empfindet, möglich zu sein hat, ohne dass einer von ihnen operativ sein biologisches Geschlecht ändern muss, und dass deshalb die personenstandsrechtliche Umschreibung des Geschlechts auch ohne Operation möglich sein muss.

Ich begrüße diese Entscheidung grundsätzlich und habe kein Problem mit Leuten, die sich mit ihrem Geschlecht unwohl fühlen und es deshalb ändern wollen. Aber in Steinbeis’ Artikel kommt eine Formulierung vor, mit der ich nicht einverstanden bin, und die mir in dem Zusammenhang immer wieder auffällt:

Frauen mit männlichen Geschlechtsorganen müssen Frauen sein dürfen.

Ich stimme dem wie gesagt in vieler Hinsicht zu, aber einen wesentlichen Einwand habe ich doch:

Jemand mit männlichen Geschlechtsorganen ist ein Mann.

Ich habe kein Problem damit, ihn als Frau anzusprechen und zu behandeln, wenn er das möchte, und ich finde sowieso, dass jeder und jede gerne jeden und jede heiraten darf und überhaupt dass es niemanden außer den Beteiligten was angeht, wie Menschen sich paaren.

Aber das Konzept von der “Frau im männlichen Körper” ergibt für mich keinen Sinn, auch wenn ich es als Metapher natürlich gut verstehe. Wenn es um Tatsachenfragen geht, oder um die offizielle Einordnung des Geschlechts (z.B. im Personalausweis), dann arbeiten wir aus gutem Grund nicht mit Metaphern.

Wir stecken nicht in unseren Körpern. Wir sind unsere Körper. Und wenn ich nun einmal in einem männlichen Körper stecke (Das war jetzt eine Metapher.), dann bin ich ein Mann. Ich bin keine Frau, auch wenn ich noch so sehr wie eine Frau empfinde (Kann man das überhaupt? Soweit ich weiß, haben die Gelehrten sich da noch nicht ganz geeinigt.) und mir noch so sehr wünsche, eine zu sein.

Und da bin ich dann auch mit dem BVerfG und Herrn Steinbeis verschiedener Meinung: Ich finde nicht, dass Menschen in dieser Situation zwangsläufig einen Anspruch darauf haben, personenstandsrechtlich oder sonstwie in staatlichen Registern als Frauen geführt zu werden. Wenn es keine Rolle spielt, ob ich ein Mann oder eine Frau bin, dann sollte der Staat diese Information über mich gar nicht erheben und irgendwo speichern. Wenn es doch eine Rolle spielt (zum Beispiel bei der Identifikation), dann sollte er diese Information korrekt erheben.

Ich kann doch auch nicht sagen, dass ich ein rothaariger Mann mit schwarzen Haaren bin, oder ein 1,93m großer Mann in einem Körper, der leider nur 1,76m groß ist. Wenn ich rote Haare will, muss ich sie mir färben. Wenn ich groß werden will, muss ich immer artig mein Gemüse essen. Und wenn ich eine Frau sein will, muss ich mich operieren lassen. Bei aller Sympathie für die Probleme und Wünsche Transsexueller: Tatsachen bleiben Tatsachen.


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