1 thing militant agnostics need to stop saying

21. August 2013

Many thanks to the Facebook-Page “Pissing Off The Religious Right”. As far as I understand, this is their image.

There’s another article I had already decided not to discuss here, but then I found the above picture and no other pretext for using it realized that I haven’t contributed to religious debate for quite some time, and that this might even be a good opportunity to defend some religious positions, which is rare and noble indeed, and since I like being both those things, here we are, so let’s dig into

4 Things Both Atheists and Believers Need to Stop Saying!

Gladstone (which is, apparently, the author’s pen name at cracked.com) starts off with a textbook example of militant agnostic argument:

For a moment, take a step back and forget all the ideas that come to mind when you hear the word “God.” Forget about organized religion and everything that flows from it. [...] Just a force in the universe, not only more powerful than humanity, but greater than anything we have known. Something beyond mere biology with the ability to create worlds and predetermine tomorrow’s history. By definition, it’s almost too much to comprehend

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Darum lass uns drüber reden, Diskussionen sind okay

18. Februar 2013

In der letzten Woche blieb, wie gesagt, nicht viel Zeit zum Schreiben, aber das macht nichts, denn ich habe hier noch eine laaaaaange Diskussion über atheistischen Lebenssinn und Ethik, die ich vorletzte Woch mit ChB drüben bei eumloquatur geführt habe. Auch wenn dabei natürlich keine grundlegend neuen Erkenntnisse rausgekommen sind, bin ich mit einigen meiner eigenen Erläuterungen und mit dem insgesamt konstruktiven Verlauf der Verständigung, soweit eine solche über dieses Thema eben möglich ist zwischen Atheisten und Christen, zufrieden genug, um das Ding noch mal im eigenen Blog dokumentieren zu wollen. Ich denke nämlich, dass dieses Gespräch für Atheisten sehr schön illustriert, wie abwegig und abenteuerlich die Weltsicht von (manchen) Christen aussieht, und für Christen umgekehrt bilde ich mir ein, dass ich einigermaßen verständlich erklärt habe, wie abwegig und abenteuerlich unsere Weltsicht ist. Und soweit ich mich erinnere, kommt kein einziger Hitler-Vergleich vor, was alleine schon Grund genug wäre, die Beweise gründlich zu sichern, das glaubt einem ja in zwei Jahren sonst kein Mensch mehr.

Ob ihr euch das antun wollt, müsst ihr natürlich selbst wissen. Aber vielleicht habt ihr ja eh noch nichts vor heute.

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Starke Bilder

21. Dezember 2012

Berlin. Bundesfamilienmisterin Kristina Schröder hat in einem Interview mit der Wochenzeitung “Die Zeit” die Möglichkeit angedeutet, die Entität, die das Universum geschaffen habe, verfüge möglicherweise nicht über einen Penis. Viele ihrer Parteigenossen sowie der Direktor des bayerischen Wallfahrtsorts Maria Vesperbild, Prälat Wilhelm Imkamp, zeigten sich darüber entrüstet und betonten die Bedeutung, die das Glied des Schöpfers in ihren Augen trage.

Die bayerische Sozialministerin Christina Haderthauer etwa zeigte sich nach eigenen Worten “sprachlos” gegenüber solch “verkopfte[m] Quatsch” und fügte dennoch bemerkenswert wortreich hinzu:

Ich finde es traurig, wenn unseren Kindern aus lauter Unsicherheit und political correctness die starken Bilder genommen werden, die für ihre Phantasie so wichtig sind. Und wir alle wissen, wie wichtig für Kinder das starke Bild des mächtigen Genitals des Wesens ist, dem wir alle unsere Existenz verdanken.

Die brandenburgische CDU-Politikerin Katerina Reiche sagte:

Der liebe Gott mit einem Penis bleibt der liebe Gott mit einem Penis!

Von Norbert Geis (ebenfalls CSU) verlautete:

Gott ist uns von Christus mit Schwanz offenbart. Dabei soll es bleiben.

Prälat Imkamp wurde noch deutlicher:

Die Äußerungen von Frau Schröder zeugen von einem erschreckenden religiösen Analphabetismus, sie kennt offenbar das Geschlechtsteil unseres Herrn nicht! [...] Wir haben einen personalen Gott, dass dieser personale Gott die Dimensionen der Geschlechtlichkeit übersteigt, führt nicht dazu, dass man implizieren könnte, er hätte keinen Penis!

Imkamp drückte darüber hinaus die Hoffnung aus, die Dissertation Schröders hätte ein anderes Niveau als die Vermutung, das Universum könnte ohne Beteiligung eines männlichen Genitals entstanden sein.

Der CSU-Politiker Günther Beckstein sagte:

Theologisch hat Frau Ministerin Schröder recht: Gott steht über den Geschlechtern. Aber emotional ist das nicht meine Welt; für mich ist es wichtig, dass Gott ein riesiges Gemächt hat.

Schröder selbst ist noch nicht bereit, einzulenken, hat aber eingestanden, dass sie ihre Worte womöglich unglücklich gewählt haben könnte:

Bei meiner Antwort habe ich vielleicht zu sehr an das kleine Mädchen gedacht und nicht an die vielen Erwachsenen, denen der gewaltige, transzendente, zeitlose und allgegenwärtige Penis Gottes sehr viel bedeutet.


Geheimnisse des Glaubens

17. November 2012

Gott ist ungerecht – und das ist gut so

„Du bekommst, was du verdienst“, sagt der Volksmund. Aber würde Gott Schuld mit Strafe bezahlen lassen, wären wir alle verloren. Gott müsste um der Gerechtigkeit willen uns alle zur Rechenschaft ziehen. Was ist die gerechte Konsequenz für eine Lüge? Für eine Verleumdung? Für eine Vergewaltigung? Für einen Mord? Der Preis der Schuld ist der Tod, treibt es der Apostel Paulus auf die Spitze. Wäre Gott gerecht, wie wir Gerechtigkeit verstehen, müssten wir alle sterben.

Meine Damen und Herren, die frohe Botschaft. Muss man nicht kritisieren. Kritisiert sich quasi von selbst.


Hurra! Hurra! Der Kobold mit dem roten Haar!

29. Dezember 2010

Stellt euch mal vor, eine halbwegs seriöse Tageszeitung würde in ihrer “Wissen”-Sektion ein Interview mit einem Wissenschaftler veröffentlichen, das so beginnt:

“Können Sie als Astrophysiker die Welt erklären, ohne dass Sie dafür Pumuckl bräuchten?”

Der Wissenschaftler erklärt daraufhin das aktuelle Modell der Entstehung des Universums, so gut er das eben auf allgemeinverständliche Weise kann, einschließlich der Tatsache, dass die Zeit erst mit dem Urknall begonnen hat und Aussagen über ein “Davor” also sinnlos sind, worauf der Reporter ihn fragt:

“Na bitte. Was spricht also dagegen, dass Pumuckl den Urknall bewirkt hat?”

Der Wissenschaftler versucht noch einmal mit beneidenswerter Geduld, seinen Standpunkt darzulegen und bekommt zur Antwort:

“Dagegen ist mir die Geschichte vom Pumuckl ja fast schon plausibel! Die bessere Story ist sie allemal.”

Und als der Astrophysiker, jetzt langsam ein bisschen genervt, versucht, den Unterschied zwischen Wissenschaft und einem Kinderbuch zu erläutern, antwortet ihm der Reporter:

“Vor Gericht würden Sie aber mit dieser kaum nachvollziehbaren Version wohl nicht durchkommen”,

um ihn dann ganz zum Schluss, nachdem seine, ähem, subtileren Versuche fruchtlos geblieben sind, noch mal direkt zu fragen:

“Glauben Sie an Pumuckl?”

Ich weiß, das ist schwer vorstellbar, aber versucht es bitte einfach mal. Überlegt euch, wie das wäre, wenn ihr sowas lesen würdet. Ich gebe euch auch ein bisschen Zeit dafür.

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Seid ihr schon…? Noch nicht. In Ordnung…

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So, nu aber. Habt ihr’s?

Gut. Dann muss ich euch gar nicht mehr sagen, was ich von dem fraglichen Journalisten und der verantwortlichen Zeitung denke, denn ihr wisst es ja selbst schon.


Die Wege des Herrn sind unergründlich

12. Oktober 2010

Für den einen oder anderen von euch mag das überraschend kommen, aber immerhin Maxi und Andi haben es schon kommen sehen: Ich bin Gott. Ja. Im Ernst jetzt. Ich bin allmächtig und allwissend. Ich liebe die gesamte Menschheit über alles – na gut: fast die gesamte Menschheit -, ich bin der Grund, aus dem Logik, Naturgesetze und Moral existieren, und ich fände es echt cool, wenn wenigstens ein paar von euch sich dafür dankbar zeigen könnten. Das war nämlich eine ganze Menge Arbeit. Ich erwarte nicht viel. Kniet vor mir, erkennt mich als den Herrn des Universums und die Quelle alles Guten an, dann bin ich zufrieden. Ach so, und schickt mir Geld. Viel Geld, wenn’s geht.

Wie bitte, was? Ihr sagt, dass das überhaupt nicht sein könne? Weil ich offensichtlich nicht allwissend bin, denn ihr habe alle schon zahlreiche Fehler in diesem Blog gefunden? Weil ich offensichtlich nicht allmächtig bin und nie irgendwas mache, was nicht auch sonst jeder könnte? Weil wirklich überhaupt nichts dafür spricht, dass nur ein Wort aus dem letzten Absatz stimmt? Weil ich sogar schon ein paar Mal leise Andeutungen gemacht habe, die mit etwas böswilliger Interpretation möglicherweise den Schluss nicht völlig unmöglich machen könnten, dass ich leise Zweifel an der Existenz Gottes habe?

Naja. Euch kommt es vielleicht so vor, als wären das überzeugende Argumente. Aber ihr täuscht euch. Das ist nämlich so: Ich habe gute Gründe, es so aussehen zu lassen. Euch scheint es tatsächlich so, als wäre ich gar nicht allwissend, und ich tue auch wirklich nie irgendwas Allmächtiges. Stimmt schon. Ich unternehme auch nichts gegen das Leiden in der Welt. Aber das Problem liegt nicht bei mir. Das Problem liegt bei euch. Ihr seid nämlich in eurer erbärmlichen Menschlichkeit zu begrenzt, um einen großen, allumfassenden, göttlichen Plan zu verstehen. Der sieht nämlich vor, dass ich mich genauso benehme, wie ich es eben tue.

Ist doch eigentlich auch klar: Wenn ihr an mich glaubt, werdet ihr bekanntermaßen belohnt. Reichlich. Grozügig. Maßlos. Und in alle Ewigkeit. Aber nicht jetzt. Sondern später. Wenn ihr tot seid. Ja, ganz viele Leute wurden schon belohnt. Nachdem sie tot waren. Nein, ihr könnt nicht mit denen sprechen, die sind schließlich tot! Meine Güte, ihr könnt dumm fragen.

Jedenfalls – wo war ich? Ach ja: Belohnung. Jeder weiß, dass man sich Belohnungen verdienen muss. Das heißt, dass die Sache schon mal einen kleinen Fußmarsch erfordern kann bis man zur Wahrheit gelangt. Wenn einige von euch trotzdem darauf bestehen, man möge sie ihnen gefälligst vor die Füße legen, dann werdet ihr schon sehen, was ihr davon habt.

Natürlich wäre es ein Leichtes für mich, mit einem Fingerschnippen Weltfrieden herbeizuführen und alle hungernden Kinder satt zu machen. Natürlich könnte ich auch mit dem Finger schnippen und euch damit die Fähigkeit geben, meinen Plan zu verstehen. Mach ich aber auch nicht. Wie solltet ihr mir sonst vertrauen? Was bliebe von eurem freien Willen? Wenn ihr die Wahrheit komplett erkennen könntet, hättet ihr schließlich keine Wahl mehr und müsstet unweigerlich an mich glauben. Welchen Sinn sollte dann die Sache mit der Belohnung noch haben? Eben.

Ihr erkennt also, eure kleinlichen, erbsenzählerischen, pedantischen, phantasielosen Einwände sind überhaupt kein Problem. Das Problem seid ihr Dummköpfe. Und jetzt lasst mich bitte in Ruhe meinen unergründlichen Wegen nachgehen und schickt mir gelegentlich euer Geld. Das brauche ich nämlich, um meine Kirche aufzubauen. Und wagt bloß nicht zu fragen, wofür das nun wieder gut sein soll.

[Idee schamlos geklaut von eightfootmanchild]


Charakterlich ungeeignet

1. Juni 2010

So, heute ist der dritte Tag, an dem ich was mache, was ich hier noch nie gemacht habe. Ich habe meinen heutigen Beitrag nämlich mal mit der Hand geschrieben. Ich hoffe inständig und aufrichtig, dass mir das für jeden lesbar gelungen ist, aber falls es zum Äußersten kommt, könnt ihr das Ganze hier noch einmal als pdf herunterladen und in Arial lesen.

(Wenn ihr draufklickt, seht ihr’s größer. Ich weiß, die Qualität ist nicht ideal. Ich hoffe, dass ich das morgen noch besser hinbekomme.)


Don’t feed the trolls

19. April 2010

Seit dem 6. April lief drüben bei B.L.O.G. eine Diskussion zwischen mir und Rayson über seine religiöse Überzeugung und Religion an sich. Heute ist nun geschehen, was keiner mehr für möglich gehalten hat: Wir haben aufgehört. Und weil es mir nicht reicht, Rayson gehörig auf die Nerven gegangen zu sein, biete ich eine Art Kondensation meiner dort liebevoll ausformulierten Argumente auch hier noch einmal für euch an. Ihr müsst mir nicht danken. Mach ich doch gerne.

Disclaimer: Die Gegenposition, die ich beschreibe, erhebt nicht den Anspruch, Raysons Position umfassend oder auch nur im Überblick wiederzugeben. Wer das möchte und sehr, sehr viel Zeit hat, muss schon die Originaldiskussion lesen. Kann ich aber wirklich nicht empfehlen.

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What if God

5. September 2009

Heute Nacht wachte ich auf, und Gott saß auf meinem Bett, neben meinen Füßen. Ihr fragt euch jetzt wahrscheinlich, woher ich eigentlich weiß, dass es wirklich Gott war, und nicht einfach nur ein beknackter alter Mann mit weißem Bart in einem Nachthemd. Naja, ehrlich gesagt, frage ich mich das auch, so jetzt im Nachhinein. Egal.

Ich sagte: “Mensch, sowas, das ist ja ein Ding. Ich war mir so sicher, dass es dich nicht gibt.”
Und er: “Ja. Kannste mal sehen.”
“Hätt’ ich wirklich nicht gedacht”, sagte ich, “Aber vielleicht ist das eine ganz gute Gelegenheit, dir eine Frage zu stellen, die ich dir schon immer stellen wollte.”
Er lächelte geduldig. Ich nehme an, dass nahezu jeder das Gespräch mit ihm mit einer wichtigen Frage anfängt. “Nämlich?”
“Wie kann es eigentlich sein, dass die Netzanzeige auf meinem Telefon zwischen ‘Voller Empfang’ und ‘Gar kein Empfang’ schwankt, ohne dass ich das Ding auch nur berühre?”
Sein wissendes Lächeln wich einem etwas konsternierten Ausdruck.
“Äh… Das ist deine Frage an Mich?”
Ich frage mich kurz, ob es ein bisschen unbescheiden von Ihm war, von sich selbst in Großbuchstaben zu sprechen, aber dann entschied ich, dass Er ja schließlich Gott war und das deswegen nur von einem realistischen Selbstbild zeugte.
“Genau. Und?”
“Naja… Das hat was mit der Auslastung des Netzes zu tun, außerdem ist die Messung durch das Telefon nicht hundertprozentig zuverlässig, und die Anzeige wird auch nicht in Echtzeit aktualisiert, sodass es sein kann, dass ein schwächeres Netz erst dann angezeigt wird, wenn du es tatsächlich nutzen willst. Zusätzlich gibt es möglicherweise andere Störquellen in der Umgebung, die sich bewegen oder zwischendurch abgeschaltet sind, und schließlich spielen da auch noch das Wetter und sonstige atmosphärische Bedingungen mit rein, denke ich…”
Ich sah ihn ein paar Sekunden lang schweigend an.
“Du weißt es auch nicht, oder?”
“Nicht so richtig.” Er zuckte die Schultern. “Sowas fragt Mich aber sonst auch nie jemand!”
“Aber nett, dass du hier bist”, sagte ich. “Oh, entschuldige bitte, ich meinte: dass Du hier bist. Übrigens, kennst Du eigentlich mein Blog?”
Er hob eine Augenbraue.
“Natürlich. Ich weiß alles über dich”, antwortete er ziemlich schnell, während er begann, sich umzusehen, als müsste er jetzt allmählich wieder los.
“Hast Du es mal gelesen? Wie findest Du’s? Schreib ruhig mal einen Kommentar, ich freue mich über jeden-”
“Naja”, unterbrach er mich, “Also, nett, dass wir uns mal gesehen haben, aber ich muss dann jetzt auch weiter.”
“Hast Du den Feed abonniert?”
Es war dunkel, aber es sah schon verdächtig danach aus, als würde er die Augen verdrehen.
“Gute Nacht, [Natürlich redet Gott mich mit meinem richtigen Namen an, deswegen muss ich das hier zensieren.]. Bis später irgendwann mal, ja?” Er stand auf und ging zur Tür.
www.ueberschaubarerelevanz.wordpress.com!” rief ich ihm noch hinterher. “Mit U-E!”
Aber ich bin nicht sicher, ob er das noch gehört hat.
Ich habe also Gott getroffen. Das Gespräch war jetzt nicht so übermäßig fantastisch, aber immerhin. Und vielleicht schreibt er mir ja demnächst mal, wie er mein Blog findet. Wäre doch nett. Wenn er schon mitliest. Oder?


Selber!

23. Juni 2009

Ich habe mich gerade beim Blasphemie Blog ein bisschen umgesehen und dort einige klassische Zitate über den Atheismus gelesen, die ich zum Teil schon kannte, die in mir aber trotzdem den Wunsch geweckt haben, mit euch zusammen ein bisschen über das Thema nachzudenken. Gläubige Denker scheinen häufig auf die Idee zu kommen, dass es ohne Gott keine Moral gibt und dass Atheisten zwangsläufig unmoralisch sind. Ich finde, das ist Unfug. Ich finde, man kann sogar ganz bequem das Gegenteil vertreten. Es gibt zwar sicherlich auf beiden Seiten gute und schlechte Menschen, aber ist es nicht so, dass Christen von ihrem Gott bestraft werden, wenn sie sich nicht an seine Gebote halten, während Atheisten so unmoralisch handeln können, wie sie wollen, ohne irgendeine (nicht weltliche) Strafe zu befürchten zu haben?
Ergänzung, 28. Juni 2009: Niels hat in den Kommentaren (offenbar zurecht) darauf hingewiesen, dass zumindest Protestanten nicht direkt für ihre Taten Lohn oder Strafe erwarten können. Auch ansonsten ist mir klar, dass die christliche(n) Glaubenslehre(n) erheblich komplexer sind als das in diesem Beitrag zum Ausdruck kommt.

Ich frage mich deshalb immer, ob jemand moralisch besonders hoch einzuordnen ist, der sich nur deshalb anständig benimmt, weil er sonst bestraft wird. Handle ich ethisch, wenn ich das tue, wofür ich belohnt werde, also in den Himmel komme? Ich finde, dass das nichts mit Ethik oder Moral zu tun hat, sondern nur mit schlichter Nutzenmaximierung.

Ein Atheist hingegen hält sich – wenn er es denn tut - nur deshalb an seine ethischen Regeln, weil er sie für richtig hält. Er maximiert also nicht seinen Nutzen, sondern hat wirklich so etwas wie Moral.

Außerdem hat der Atheist – im Idealfall – über seine Ethik nachgedacht und sich aus eigenem Entschluss Regeln auferlegt. Religiöse Menschen haben diese Möglichkeit zum Großteil gar nicht, weil sie ihre Regeln vorgegeben bekommen. Sie müssen oder dürfen darüber gar nicht nachdenken, denn diese Regeln kommen ja von Gott, und der muss es ja wissen. Dabei kommt dann im ungünstigsten Fall sowas wie ein Kreuzzug oder eine Hexenverfolgung raus, im günstigeren Fall unsinnige kleine Albernheiten wie der Zölibat oder ein Schweinefleischverbot.

So gesehen könnte ich pointiert die Frage stellen, ob es überhaupt möglich ist, dass jemand gleichzeitig an Gott glaubt und im ethischen Sinne ein guter Mensch ist. Aber das wäre natürlich ziemlich unfair.


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