Philoso1(3)/Driving home for eine Woche nach Ostern

14. April 2012

Ein unermüdlicher Fan hat in der letzten Zeit hartnäckig unzählige Male die Aufforderung an mich herangetragen, doch mal wieder was zum Hören aufzunehmen.

Ich denke, das wird nicht wieder vorkommen.

Hier ist Weisheit:


Hier ist der Download

Wer es genau wissen will, findet hier die Quellen, über die ich spreche: Episode 2.7 der Godless Bitches (nicht 2.8, wie ich im Cast behaupte), Böss in Berlin und Marinas Lied


Vermischte Fundstücke aus der NYT vom 15. März

16. März 2012

Für ein Restebloggen waren mir diese Fundstücke zu schade, deswegen gibt es einen eigenen Post dazu, auch wegen der Aktualität und Zeug, und nicht zuletzt, weil es ein urlaubsadäquat bequemer Weg ist, mal wieder was zu veröffentlichen, ohne zu viel kostbare Essenszeit darauf zu verwenden:

Zunächst mal habe ich da ein wunderbares Exempel für die berühmte “What’s the harm”-Frage gefunden:

The mullah was astounded and a little angered to be asked why the accidental burning of Korans last month could provoke violence nationwide, while an intentional mass murder that included nine children last Sunday did not. “How can you compare the dishonoring of the Holy Koran with the martyrdom of innocent civilians?” said an incredulous Mullah Khaliq Dad, a member of the council of religious leaders who investigated the Koran burnings.

Wenn ich ein imaginäres Dings als den höchsten Sinn meines Lebens bestimme, führt das unweigerlich dazu, dass ich meine Prioritäten falsch setze. Natürlich sind sie bei den meisten Gläubigen nicht so falsch wie bei diesem Mullah, was einerseits damit zu tun hat, dass die meisten Gläubigen einfach viel bessere Menschen sind, und natürlich auch damit, dass für die meisten Gläubigen ihr imaginäres Ding gar nicht wirklich der höchste Sinn ihres Lebens ist. Jetzt, da ich noch einmal drüber nachdenke, wird mir klar, dass das keine zwei verschiedenen Punkte sind, sondern derselbe von verschiedenen Seiten. Na gut, ein Punkt hat keine Seiten, aber ihr wisst schon.

Ein anderer Artikel führt uns vor Augen, dass man keine Religion braucht, um ein schlechter Mensch zu sein (oder sich zumindest sehr überzeugend wie einer zu verhalten):

At a packed rally on Sunday, [Nicolas Sarkozy] attacked European Union trade rules, which he said had opened French markets to “savage” competition, and called for a protectionist “buy European” rule for public spending that would raise costs and invite retaliation. [...] A few days earlier, he had attacked legal immigration, promising a 50 percent cut in admissions for family reunification. In a particularly vile gambit from a man who already brags about banning the burqa in public and Muslim-style street prayer, Mr. Sarkozy now pledges to protect French consumers from unknowingly eating halal meat, slaughtered in accordance with Muslim dietary codes.

Dass dieser Mann und Leute wie er routinemäßig von der Mehrheit der (abstimmenden) Bevölkerung in wichtige Ämter gewählt werden, kann einen doch eigentlich nur an der Menschheit verzweifeln lassen, oder?

Ebenfalls zum Thema “Was für Leute wir in wichtige Ämter wählen” passt dieser Artikel, aber um ehrlich zu sein, habe ich ihn eigentlich nur wegen des wundervollen Vergleichs im dritten Satz ausgewählt:

Good news, frustrated American citizens! Congress is not a clogged up, hidebound legislative slug after all. Bills were flying through the Senate on Wednesday like great flocks of geese soaring into the turbines of a passenger jet.

Hatte ich schon mal gesagt, dass ich zwar natürlich ein bisschen verärgert reagieren würde, wenn ich erführe, dass eine fortgeschrittene Zivilisation beschlossen hat, diesen Planeten zu verglasen, dass ich mich aber wahrscheinlich schwer täte, überzeugende Gegenargumente aufzuzählen? Aber dieser Vergleich wäre immerhin schon mal eins.


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