Restebloggen zum Wochenende (53)

22. August 2010
  1. Dank The Atheist Experience habe ich eine fantastische Religionssatire entdeckt: Kissing Hank’s Ass.
    Mary:
    “Hi! We’re here to invite you to come kiss Hank’s ass with us.”
    Me:
    “Pardon me?! What are you talking about? Who’s Hank, and why would I want to kiss His ass?”
    John:
    “If you kiss Hank’s ass, He’ll give you a million dollars; and if you don’t, He’ll kick the shit out of you.”

    Es geht hinter dem Link natürlich noch viel, viel weiter.
  2. Der Postillon berichtet, dass Google eine innovative Maßnahme beschlossen hat, um die aktuelle öffentliche Erregung über Street View zu rechtfertigen: In Zukunft werden Google Street-View-Fahrzeuge willkürlich ausgewählte Passanten beschießen.
  3. Der mexikanische Oberste Gerichtshof hat kürzlich eine Rechtsnorm bestätigt, die es homosexuellen Paaren gestattet, Kinder zu adoptieren. Wir dürfen hoffen, dass auch Deutschland sich bald in die Reihe der zivilisierten Staaten einreiht. Die Tendenz ist immerhin erkennbar.
  4. Ich hatte euch vor ein paar Wochen einen xkcd-Comic gezeigt:


    Anatol Stefanowitsch vom Sprachblog hat sich dazu Gedanken gemacht und das Konzept meiner Meinung nach sogar noch ein Stück verbessert. Sehr lesenswert.
  5. Dennis von rundumlinux hat einen fabelhaften Beitrag zum Thema Ladenschluss verfasst, dem ich nichts mehr hinzuzufügen habe:
    Liebe Verfechter der Sonntagsschließzeiten und ähnlichem – GEHT DOCH BITTE EINFACH! IRGENDWOHIN, wo Euch keiner hören muss! Sackzement! zefixhalleluja! Und bitte geht nicht am Sonntag in die Sauna, bedient bitte kein Telefon, geht nicht Tanken und lasst den Strom aus, kommt bitte nicht auf die demente Idee Sonntags ins Restaurant zu gehen, nutzt das Internet bitte nicht und lasst auch jedwede andere Geräte aus, die Energie brauchen.
  6. Und in Bezug auf die Moschee am Ground Zero, die meines Wissens weder eine Moschee noch direkt am Ground Zero ist, hat er auch Recht.  Ein bisschen schöner hat es allerdings Russell von The Atheist Experience (Ihr sagt mir, wenn ich hier zu monothematisch werde, ja?) gesagt:
    I think if anything, this whole crapstorm has made it more apparent that those Muslims should build their cultural center right where they damn well said they would, because if they give up ground on this issue then there won’t be a spot in America where they are allowed to build anything, ever. Free speech and free assembly aren’t just symbolic. If those rights aren’t exercised then we can still lose them.” (Eigentlich geht es in dem Beitrag um was völlig anderes, also wundert euch nicht, falls ihr auf den Link klickt.)
    Eine abweichende Meinung findet ihr zum Beispiel hier. Nur der Ausgewogenheit halber, das ist ausdrücklich keine Empfehlung.
  7. Zu guter Letzt: Ich habe nun endlich meine Wettschuld eingelöst und beim Medienmogul einen Gastbeitrag verfasst. Falls ihr also gerne wissen möchtet, was ich von diesem ESC halte, von dem eure Großeltern euch so viel erzählt haben, solltet ihr das unbedingt drüben nachlesen.

Offene Läden bringen das kleine Jesuskind zum Weinen

26. Juni 2009

Offenbar klagen die Kirchen gemeinsam mit dem DGB und Verdi vor dem Bundesverfassungsgericht gegen das Berliner Ladenöffnungsgesetz. Sie sind der Meinung, dass die Öffnung der Geschäfte an einigen Sonntagen, insbesondere denen in der Adventszeit, unter anderem das Recht auf freie (gemeinsame) Religionsausübung verletzt und deshalb grundgesetzwidrig ist. Der Sonntag ist schließlich für Gottesdienste da.
Ich will mich hier aber gar nicht groß mit den rechtlichen Argumenten auseinandersetzen, das langweilt die meisten Leser ja bloß. Ich möchte nur mal fragen, was das eigentlich für ein Armutszeugnis ist, dass die Kirchen der Meinung sind, die Menschen kämen nur dann zum Gottesdienst , wenn sie nichts anderes zu tun haben. Dass man den Menschen gesetzlich verbieten muss, am Sonntag einkaufen zu gehen, damit sie stattdessen aus lauter Langeweile und Verzweiflung die Kirche besuchen müssen.

Und sogar, wenn es um die Leute geht, die in den Geschäften arbeiten und die deshalb nicht die Wahl haben: Es macht mich manchmal einfach krank, mit welcher Selbstverständlichkeit die christlichen Kirchen in Deutschland die bevorzugte Behandlung einfordern, die sie gewohnt sind. Andere Religionen haben auch Feiertage, und bloß weil unsere Kirchen es doof finden, wenn am Sonntag gearbeitet wird, ist das noch lange nicht verfassungswidrig. Es will mir sowieso nicht recht in den Kopf, wie der Staat das Grundrecht auf freie Religionsausübung – oder irgendein Grundrecht - verletzen kann, indem er ein ordnungspolitisches Verbot aufhebt. Entgegen dem Anschein, den die Kirchen gern erwecken, wird ja niemand gezwungen, seinen Laden am Sonntag zu öffnen oder am Sonntag einkaufen zu gehen.

Auch bei den Gewerkschaften darf man vielleicht fragen, was das über diese Organisationen aussagt, deren Aufgabe es ist, der starke Verhandlungspartner der Arbeitgeber zu sein und dadurch die Interessen der Arbeitnehmer zu vertreten. Sie sehen sich dazu offenbar in vielen Fällen nur noch in der Lage, indem sie so lange herumheulen, bis der Gesetzgeber sich erbarmt und eine Regelung in ihrem Sinne trifft. Was ist denn aus der Tarifautonomie geworden, war die nicht auch mal ein hohes Gut?


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