Hellenisten, Nazis und Sowjets

28. Juli 2012

Einerseits lege ich ja Wert auf Abwechslung in meinen Themen, und auch wenn ich mich der offenkundigen Tatsache nicht verweigern kann, dass die antireligiösen Artikel hier mit großem Abstand am meisten Anklang finden, sehe ich andererseits gar keinen Anlass, mich nach dem zu richten, was meine Leser wollen. Aber wenn sich die religiösen Anlässe nun mal so häufen, dann hoffe ich auf das Verständnis der Leser, die vor allem wegen meiner originellen politischen Thesen oder meiner brillanten Belletristik mein Blog aufsuchen, und schreibe jetzt einfach noch mal im weiteren Sinne über Beschneidung, weil ich via Recotard ein Interview gefunden habe, in dem noch einer dieser Menschen spricht, in deren Kategorie ich gestern Herrn Spaemann eingeordnet habe und die vorgestern ein Kollege von mir sehr treffend und doch irgendwie freundlich als “anders als die anderen Kinder” umschrieb, was ich alleine schon deshalb nicht als Beleidigung meinen kann, weil ich selbst mein ganzes Leben lang immer völlig anders war als die anderen Kinder.

Egal.

Es geht um ein Gespräch zwischen dem Physiker sowie antireligiösen Aktivisten Heinz Oberhummer auf der einen und dem Rabbiner Schlomo Hofmeister, das der Kurier dankenswerterweise moderiert und für uns aufgeschrieben hat.

Oberhummer steigt etwas unglücklich ein mit dem Argument der negativen Religionsfreiheit:

 Ein Beschnittener gehört automatisch zur Religion.

Da widerspricht der Rabbiner natürlich sofort, und zu Recht, denn natürlich werden auch viele Menschen aus säkularen Gründen beschnitten, und natürlich kann man auch als Beschnittener seine Religion frei wählen. Ich finde in der Tat auch, dass die negative Religionsfreiheit hier nichts zur Sache tut, aber vielleicht liegt das vor allem daran, dass ich sowieso Religionsfreiheit als eigenes Konzept abwegig finde, ob nun positiv oder negativ oder sonstwie.

Herr Oberhummer hat das womöglich eingesehen, oder wollte einfach nur nicht weiter auf diesem Punkt herumreiten und gab Herrn Hofmeister nun seine Gelegenheit, argumentativ daneben zu greifen, nachdem Oberhummer auf die Schmerzen der Kinder hingewiesen hatte:

Da sind Sie falsch informiert. Eine medizinische Beschneidung dauert 20 Minuten, eine jüdische acht Sekunden. [...] Weil die europäischen Ärzte unsere Methode nicht kennen. Die Halbgötter in Weiß lassen sich nicht dazu herab, unsere traditionelle Methode anzuwenden.

Ist klar. Von all den vielen Ärzten, die Beschneidungen durchführen, ist noch keiner auf die Idee gekommen, sich mal anzuschauen, wie Juden sowas machen, und kein Mediziner der Welt hatte jemals den Ehrgeiz, sich durch einen peer-reviewten Artikel über die klare Überlegenheit der traditionellen Methode über die in Fachkreisen übliche hervorzutun.

Ja, ich weiß. Aber lasst uns beim Thema bleiben.

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Vermischtes

18. Februar 2012

Rom. Unter großer Beachtung der Öffentlichkeit traf sich am heutigen Samstag in einem Zwergstaat innerhalb der italienischen Hauptstadt die Führung eines international tätigen Vereins, dessen Mission im Wesentlichen in der Verbreitung seiner Überzeugungen besteht, das Universum sei von einer aus drei vereinten Personen bestehenden Entität erschaffen und heute noch maßgeblich beeinflusst, die für den menschlichen Verstand nicht fassbar ist, deren Haltung in Bezug auf konkrete Sexualpraktiken und biotechnologische Verfahren dem Verein aber im Detail bekannt sind. Der Verein sieht sich in der Nachfolge der Anhänger der zweiten Person dieser unverständlichen, aber jeden einzelnen Menschen liebenden Entität, die als Mensch in die Welt getreten ist, um sich von den von ihr geliebten Menschen zu Tode foltern zu lassen, weil die Entität der Menschheit nur auf diese Weise dafür vergeben konnte, dass ihre Vorfahren sich von einer sprechenden Schlange dazu haben verleiten lassen, eine Frucht zu essen, deren Verzehr ihr von der Entität nachdrücklich untersagt worden war.

Das heutige Treffen – das sogenannte Konsistorium - fand vorrangig statt, damit das absolutistische Oberhaupt sowohl des Zwergstaates als auch des Vereins, das angeblich als Stellvertreter der allmächtigen und unbegreiflichen Entität auf Erden fungieren und befähigt sein soll, in besonderen Einzelfällen unfehlbar die Wahrheit zu verkünden, den 22 neu ernannten Führungskräften des Vereins eine besondere rote Kopfbedeckung mit mehreren Hörnern und einer Quaste aufsetzen und so der Berufung Rechtswirksamkeit verleihen konnte. Die neu ernannten Amtsträger sind nun unter anderem berechtigt, an der Wahl ihres Diktators teilzunehmen, haben Anspruch auf die Anrede “Eminenz” und dürfen an jedem Ort der Welt Menschen im Namen der allmächtigen unbegreiflichen Entität, der der Verein dient, für jede Verfehlung Vergebung gewähren (“Bußsakrament”). Eine Beteiligung der Opfer ist hierfür nicht erforderlich.

Der Verein schöpft seine Positionen zur Ethik aus einer jahrtausendealten Sammlung von Schriften verschiedener, unbekannter Autoren, die sich untereinander widersprechen und unter anderem die Steinigung ungehorsamer Kinder und Homosexueller sowie die Haltung von Sklaven vorsehen, fand sich in den letzten Jahren oft in den Schlagzeilen, weil seine Mitglieder unter Deckung seiner höchsten Führungskräfte Kinder vergewaltigten und gilt allgemein als eine der weltweit bedeutsamsten moralischen Autoritäten.


Nur so ein Beispiel

26. Dezember 2011

für die Leute, die fragen, warum Atheisten sich so haben und warum wir so militant sind, und die Religionen nicht einfach friedlich Religion sein lassen, es könnte uns ja egal sein:

Und aufgeklärte Religionen als herausragende Vermittler ethischer Standards – wer anders als sie könnte für Prinzipien wie Gerechtigkeit, Wahrhaftigkeit, Gewaltlosigkeit oder Gleichberechtigung im eigentlichen Sinne des Wortes „glaubhaft“ einstehen? Wenn diese nicht von Religionen vermittelt werden, ist nach meiner Überzeugung die Wahrscheinlichkeit überschaubar gering, dass sie überhaupt dauerhaft vermittelt werden können.

[via recotard]

Dieses Zitat stammt nicht vom Papst oder von einem Bischof oder irgendeinem religiösen Spinner, der mir bei Jesus.de über den Weg gelaufen ist. Es stammt von Norbert Lammert, unserem Bundestagspräsidenten und protokollarisch zweithöchsten Amtsträger der Bundesrepublik. Ich muss zwar eingestehen, dass er trotzdem kaum was zu sagen hat, aber wir alle wissen, dass solche einen Satz genausogut auch Angela Merkel oder Barak Obama hätten aussprechen können, ohne dass jemand sich groß gewundert hätte.

Ja, Religionen sind nicht die Wurzel allen Übels, sie sind nur ein besonders übles Symptom. Aber sie sind ein Symptom, das es unter anderem geschafft hat, dass höchste Würdenträger und – für manche leider immer noch – Respektspersonen öffentlich bekunden dürfen, dass Ethik für sie nur denkbar ist, wenn ein unsichtbarer Zauberer sie verkündet, ohne dass jemand sie auslacht oder ihnen dringend eine Therapie ans Herz legt. Sie sind ein Symptom, das in der Öffentlichkeit noch immer kaum als Zeichen einer Krankheit erkannt wird, sondern immer noch den Nimbus des Guten und Richtigen trägt, und das zu kritisieren immer noch als unanständig und taktlos gilt.

Und es geht noch weiter:

In unserem Zeitalter, in dem wir erschütternde Erfahrungen gemacht haben mit der Selektion vermeintlich wertvollen und angeblich unwerten Lebens, in Zeiten von Massenvernichtungswaffen und drohenden Klimakatastrophen durch menschliche Eingriffe in die Natur sollte der Glaube an die Überlegenheit verselbstständigter Vernunft gründlich abhandengekommen sein.

Und da… Ich weiß kaum, wie ich es sagen soll. Ich bin ein Freund der Meinungsfreiheit und würde niemals nach diesem Impuls handeln, weil ich weiß, dass es auf vielen Ebenen falsch wäre, aber doch: Dafür möchte ich ihn ohrfeigen. Nicht nur, weil es einfach Blödsinn ist, das sind wir ja gewohnt, sondern konkret wegen seines ersten Beispiels. Es gibt da für mich zwei Deutungen. Die erst, die mir einfiel, war das Dritte Reich, denn an das denken ja nun mal die meisten Leute, die den Begriff “unwertes Leben” aus der Mottenkiste holen. Würde es das tatsächlich so meinen, dann wäre nun amtlich, dass der zweithöchste Mann in unserem Staat den Holocaust für einen Akt der Vernunft hält.

Wenn man ihm einen gewissen Benefit of Doubt (Kennt jemand einen gutes deutschen oder zumindest etablierten Begriff dafür?) zugestehen will, könnte man wohl auch sagen, dass er nur von Abtreibung und PID spricht. In diesem Fall rückt er diese beiden medizinischen Instrumente aber bewusst in die Nähe nationalsozialistischen Genozids, und ich bin nicht sicher, ob ich das weniger widerwärtig finde als die erste Alternative.

Wie man es auch dreht und wendet, ich sehe eigentlich keine Möglichkeit, wie einem denkenden Menschen bei der Lektüre solcher Sprüche vom Präsidenten unseres Parlamentes nicht das kalte Kotzen kommen sollte.

Und ihr so?


Falsche Hoffnung ist falsch

1. November 2011

Heute ist der katholische Feiertag Allerheiligen, im Süden Deutschlands auch ein gesetzlicher Feiertag. Wir gedenken der Verstorbenen. Traditionell auch mit einem Gang auf den Friedhof. Dabei dürfen natürlich Tränen fließen. Aber Allerheiligen ist eigentlich ein Fest der Hoffnung. Der Hoffnung darauf, dass durch Jesus Christus der Tod besiegt ist.

So oder ähnlich kann man es zurzeit im öffentlich-rechtlichen Radio regelmäßig hören, wenn man den Fehler macht, öffentlich-rechtliches Radio zu hören.

Und ich könnte mir vorstellen, dass auch einige meiner atheistischen Leser nicht ganz verstehen, warum solche Sprüche in mir eine kalte Wut wecken. (Ich vermute, die christlichen Leser werden sich einbilden, es zu wissen. Zumindest die unsympathischen unter ihnen.) Es scheint doch eigentlich harmlos zu sein, wenn jemand sich eben besser fühlt, indem er glaubt, dass der Tod nicht das Ende ist, sondern es danach weitergeht. Der Tod ist besiegt. Ist doch eine tolle Sache, oder? Warum soll man das nicht glauben?

Aus demselben Grund, aus dem man generell Sachen nicht nur glauben sollte, weil sie toll sind.

Der Tod ist nicht besiegt. Der Tod ist das Ende, das uns allen bevorsteht, und er ist endgültig. Wen immer wir durch den Tod verlieren, haben wir für immer verloren. Unwiderbringlich. Das ist nicht schön. Ich bin dagegen. Es ist trotzdem so.

Und wer glaubt, der Tod sei nicht endgültig, der stützt seine Entscheidungen auf eine falsche Wahrnehmung der Realität. Das wiederum führt zu falschen Entscheidungen, wenn man es ernst nimmt.

Wer glaubt, dass er demnächst fünf Millionen im Lotto gewinnen wird, fühlt sich dadurch wahrscheinlich besser. Es wird ihm ein enormer Trost sein, zu wissen, dass er sich um Geld keine Sorgen machen muss. Seine Angst vor Verarmung ist besiegt. Aber wenn er wirklich im Ernst mit dem Lottogewinn rechnet, kann er nicht gleichzeitig rationale Entscheidungen darüber treffen, wie er jetzt mit seinem Geld umgeht.

Wer weiß, dass dieses Leben unsere einzige Chance ist, und wer weiß, dass wir alle unsere Freunde und geliebten Menschen nach diesem Leben niemals mehr wiedersehen, der müsste eigentlich anders mit ihnen und diesem Leben umgehen als jemand, der glaubt, dass diese paar Jahrzehnte nur der Fußabtreter vor dem endlosen Orgasmus “Himmel” sind.

Nun sind das seine Entscheidungen, die unter Umständen niemanden sonst betreffen. Aber gerade diese Menschen, die wir im Radio hören, beeinflussen mit ihrem Unsinn nicht nur ihre eigenen Entscheidungen. Sie versuchen, auch anderen ihre Lüge einzureden, und sie tun das – ob vorsätzlich oder fahrlässig – niederträchtigerweise an einem Punkt, an dem die meisten Menschen am verwundbarsten sind.

Wer andere Menschen anlügt, wer sie an ihrer empfindlichsten Stelle zu berühren versucht, um sie in seinen widerlichen kleinen Aberglauben zu zerren, wer ihnen falschen Trost anbietet, um im Gegenzug Unterwerfung vor seinem unsichtbaren Freund und dessen blödsinnigen Regeln zu fördern, der ist mir in diesem Moment so dermaßen zuwider, dass ich mich beinahe darauf freue, dass es mal jemand bei mir versucht.

Und dann gibt es natürlich noch Eltern, die ihren Kindern diesen Stuss einreden und sie damit für ihr ganzes Leben prägen. Und da versagt dann bei mir langsam wirklich jede Toleranz. Da verstehe ich dann nicht mehr, wie man an Dawkins berühmtem Zitat zweifeln kann, dass religiöse Indoktrination Kindesmisshandlung ist.

Das Auferstehungs-Himmel-alles-wird-gut-Geseiere gibt uns falschen Trost und nimmt uns im Gegenzug die Chance, aufrichtig mit unserem Verlust umzugehen und uns unserer Trauer zu stellen. Es entmündigt uns, indem es uns von der Wirklichkeit abkoppelt, wie Religion das nun einmal ihrem Wesen nach immer macht. Und daher kommt die kalte Wut.


The Dalai Lama walks into a pizza shop

9. September 2011

Einigen von euch ist vielleicht aufgefallen, dass ich im letzten Philoso4 sagte, ich könne den Dalai Lama nicht leiden. Und vielleicht haben einige von euch darauf ähnlich verwirrt, enttäuscht, wütend und traurig reagiert wie Elmo und Du. (Keoni reagiert auf sowas schon gar nicht mehr. Sie weiß, dass ich eigentlich niemanden leiden kann und ist deshalb in einen permanenten Zustand gemäßigter Verwirrung, Enttäuschung, Wut und Trauer übergegangen. Oder so.) Und für die unter euch, die sich mit ihrer Verwirrung, Enttäuschung, Wut und Trauer nicht zufrieden geben wollen und eine Erklärung fordern, liefere ich nun eine. Bitte sehr:

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Die Nazis haben ja auch was geleistet.

30. August 2011

Zum Beispiel haben sie ein moralisches Gerüst errichtet, auch für die, die ihrer Lehre nicht folgten.  Sie lieferten einen ethischen Maßstab in Zeiten, da Gier, akklamierter Egoismus und Korruption die öffentliche Sphäre beherrschten. So hätte die NSDAP als die, die sie nun einmal unwiderruflich war - eine strenge, vermutlich auch autoritäre, sich nicht anbiedernde Institution – das Gemeinwesen stärken und sich in einer demokratischen Gesellschaft nicht nur als zulässig, sondern unentbehrlich erweisen können. Hat nur leider nicht geklappt, denn die NSDAP hat nicht den gebührenden Abstand vom Staat gewahrt und damit die anscheinend einzige Voraussetzung übersehen, die man nach Auffassung von Mario Vargas Lllosa als menschenfeindliche, lügnerische und moralisch rundum verachtenswerte Organisation erfüllen muss, um für die Gesellschaft unentbehrlich zu sein.

Hätte die NSDAP in einem Staat gewirkt, der diesen gebührenden Abstand einhält – wer weiß? Vielleicht hätte Herr Vargas Llosa heute den Führer nachträglich willkommen geheißen, ihm seinen Respekt für seine Bildung und Intelligenz bezeugt, und angefügt, dass auch ein Antifaschist wie er, Vargas Llosa, “Mein Kampf” gelesen habe, ohne zu gähnen.

Und die FAZ fände ihn vielleicht eben deshalb als meinungsfreudigen Essayisten so erfrischend: Weil in ihm keine Seite einen hat, auf den sie bauen kann.


Voices in my head

4. August 2011

Ich mag den Begriff Sommerloch ja nicht so, weil ich ihn für eine Ausrede halte. Wenn man wirklich will, findet man interessante Themen, über die man schreiben kann, die die Leser wirklich bewegen und brisante Erkenntnisse bereithalten. Wenn man wirklich will, kann man zu jeder Jahreszeit aufrütteln, Bewusstsein schaffen, für Probleme sensibilisieren und die Welt verbessern.

Ich will aber nicht.

Stattdessen nehme ich deshalb ein gerade gefundenes Beispiel für einen der vielen Aspekte an religiösem Glauben, die ich einfach immer wieder nicht fassen kann, wenn sie mir unterkommen: Die Sinnlosigkeit der Geschichten, in denen ein Gott angeblich eingegriffen hat, um seine Anhänger zu schützen. Ebenfalls zum Schutze der Unschuldigen verlinke ich die Quelle dieser Geschichte nicht und beschränke mich darauf zu versichern, dass sie echt ist. Die Geschichte ist kurz und geht so:

Jemand fährt regelmäßig Moped, aber in der Regel ohne Helm. Eines Tages, auf dem Weg zur Arbeit, hört er eine Stimme, die ihm sagt: “Halt an und setz deinen Helm auf!” Er tut es, und wird wenig später auf einer Kreuzung von einer unachtsamen Autofahrerin gerammt. Der Helm wird dabei zerstört, aber er kommt mit leichten Verletzungen davon.

Merkt ihr, was ich meine? Und die Geschichten, die ich kenne, sind alle so. An was für einen Gott glauben denn diese Leute? Was für ein lächerlicher Harlekin und was für ein widerliches Ekel von einem Gott ist denn das, der das Opfer eines Verkehrsunfalls vorher bittet, einen Helm aufzusetzen, statt… Ich weiß nicht, zum Beispiel die Autofahrerin rechtzeitig zu warnen und so den Unfall ganz zu verhindern? Oder – falls die Frau im Auto eine dieser verstockten Atheistinnen ist, die ihr Herz gegen Jahwe Elohim verhärtet haben und ihn ignorieren, wenn er mit ihnen spricht – dem Mopedfahrer zu sagen: “Halt an, setz deinen Helm auf, und dann warte noch zwei Minuten hier.”? Das hätte auch gereicht. Er könnte die beiden Fahrzeuge auch einfach kurzfristig entkörpern und einander unberührt passieren lassen. Wir reden immerhin über den allmächtigen Schöpfer des Universums. Sowas dürfte buchstäblich kein Aufwand für ihn sein. Aber nein, er verhindert den Unfall nicht, obwohl er lange vorher davon weiß. Er bittet den Mopedfahrer stattdessen nur, seinen Helm aufzusetzen.

Und sogar, wenn wir den Aspekt der Idiotie mal außen vor lassen: Was denken wir gemeinhin über jemanden, der einen Verkehrsunfall kommen sieht und sich bewusst entscheidet, diesen nicht zu verhindern, obwohl er beide Opfer mühelos hätte warnen können? Staunen wir über die grenzenlose Liebe dieses Menschen, nennen ihn vollkommen in seiner Güte und beten ihn an? Manche Christen sehen das wohl so. Für mich ist so jemand ein unfassbarer Armleuchter. Und, ja, das ist irgendwie Kleinkram, aber ich kann mich immer wieder und wieder und wieder und wieder und wieder und wieder und wieder und wieder und wieder und wieder und wieder und wieder und wieder darüber aufregen, was Religion mit dem Verstand und der Moral und dem Selbstwertgefühl ihrer Opfer macht.

So.

Zurück zum Sommerloch.


Es fing eigentlich ganz harmlos an.

17. Juni 2011

Ich wollte nur mal schauen, was genau Brooke Fraser in ihrem Song “Hosea’s Wife” eigentlich besingt. Ich hatte eine vage Erinnerung, dass Hosea ein Prophet war und seine Frau untreu, aber ich wusste nicht mehr, was der eigentliche Sinn der Geschichte war und worum genau es ging.

Das lag natürlich nicht nur an mir, sondern es lag vor allem daran, dann diese Geschichte, wie die meisten in der Bibel, keinen Sinn hat, weil sie völliger Bullshit ist.

Auf meiner Suche entdeckte ich die Seite “sundayschoolsources.com“, und der Abschnitt über Hoseas Geschichte ist ein so hervorragendes Beispiel für fast alles, was ich am Christentum so schädlich, lächerlich und erbärmlich falsch finde. [Disclaimer: Ich weiß, dass ganz viele Christen sich im Folgenden nicht wiederfinden, und dass das nur ein Beispiel ist, das sich nicht vollständig auf alle Christen verallgemeinern lässt.]

Zuallererstmal die Story selbst:

God wanted Israel to know how he felt about their wicked behavior and worship of idols. So he told Hosea to marry an unfaithful woman. She bore him children, whose names meant, Jezreel (God plants), Loruhamah (no  more mercy), Loammi (not my people). But Hosea’s wife was not faithful, and she left Hosea, which caused him much pain.

Moment, was?

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Es muss nicht immer Deutsch sein

13. April 2011

Today, I happened upon this quaint little bumper sticker, which, like most bumper stickers, doesn’t actually stick on a bumper, but let’s ignore that for now.

I had seen it before, but never actually given it any thought, until today. At first, I thought it was kind of cute, then kind of disgusting, then kind of sad.

I still haven’t made up my mind about how to react emotionwise, but it’s certainy a useful sticker, because it illustrates very concisely one of the features of mainstream Christian belief I find the most disturbing, and one of the features most hard for me to wrap my mind around:

Whatever gives you the idea that you need to be forgiven for not being perfect?


Fast vergessen

8. Februar 2011

Ute vom Vollwert-Blog hat dankenswerterweise einen Gastbeitrag von mir veröffentlicht, in dem ich in 5.000 Zeichen erkläre, was ich von Religion halte und wie man sich davor schützen kann.

Ein bisschen Diskussion hat sich schon entwickelt. Wenn ihr mitreden oder auch einfach nur lesen wollt, bitte hier entlang.

Viel Spaß!

[Nachtrag, 18. Februar: Ich hatte ursprünglich den Post hier nur verlinkt, damit die Diskussion sich nicht zwischen meinem und Utes Blog aufteilt, sondern an einer Stelle stattfindet. Da sie nun vorbei ist, möchte ich meinen Beitrag auch hier dokumentieren. Da isser:]

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