Das sensationelle Interview mit einem verrückten Reformerpapst. Oder so.

20. September 2013

Kann jemand mir erklären, wo diese Begeisterung für den aktuellen Papst herkommt? Ich fand die Jungs ja an und für sich immer schon persönlich sympathisch, aber inhaltlich inakzeptabel, und ich kann da beim besten Willen keinen grundlegenden Unterschied zwischen den drei letzten sehen.

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Vermischtes

18. Februar 2012

Rom. Unter großer Beachtung der Öffentlichkeit traf sich am heutigen Samstag in einem Zwergstaat innerhalb der italienischen Hauptstadt die Führung eines international tätigen Vereins, dessen Mission im Wesentlichen in der Verbreitung seiner Überzeugungen besteht, das Universum sei von einer aus drei vereinten Personen bestehenden Entität erschaffen und heute noch maßgeblich beeinflusst, die für den menschlichen Verstand nicht fassbar ist, deren Haltung in Bezug auf konkrete Sexualpraktiken und biotechnologische Verfahren dem Verein aber im Detail bekannt sind. Der Verein sieht sich in der Nachfolge der Anhänger der zweiten Person dieser unverständlichen, aber jeden einzelnen Menschen liebenden Entität, die als Mensch in die Welt getreten ist, um sich von den von ihr geliebten Menschen zu Tode foltern zu lassen, weil die Entität der Menschheit nur auf diese Weise dafür vergeben konnte, dass ihre Vorfahren sich von einer sprechenden Schlange dazu haben verleiten lassen, eine Frucht zu essen, deren Verzehr ihr von der Entität nachdrücklich untersagt worden war.

Das heutige Treffen – das sogenannte Konsistorium - fand vorrangig statt, damit das absolutistische Oberhaupt sowohl des Zwergstaates als auch des Vereins, das angeblich als Stellvertreter der allmächtigen und unbegreiflichen Entität auf Erden fungieren und befähigt sein soll, in besonderen Einzelfällen unfehlbar die Wahrheit zu verkünden, den 22 neu ernannten Führungskräften des Vereins eine besondere rote Kopfbedeckung mit mehreren Hörnern und einer Quaste aufsetzen und so der Berufung Rechtswirksamkeit verleihen konnte. Die neu ernannten Amtsträger sind nun unter anderem berechtigt, an der Wahl ihres Diktators teilzunehmen, haben Anspruch auf die Anrede “Eminenz” und dürfen an jedem Ort der Welt Menschen im Namen der allmächtigen unbegreiflichen Entität, der der Verein dient, für jede Verfehlung Vergebung gewähren (“Bußsakrament”). Eine Beteiligung der Opfer ist hierfür nicht erforderlich.

Der Verein schöpft seine Positionen zur Ethik aus einer jahrtausendealten Sammlung von Schriften verschiedener, unbekannter Autoren, die sich untereinander widersprechen und unter anderem die Steinigung ungehorsamer Kinder und Homosexueller sowie die Haltung von Sklaven vorsehen, fand sich in den letzten Jahren oft in den Schlagzeilen, weil seine Mitglieder unter Deckung seiner höchsten Führungskräfte Kinder vergewaltigten und gilt allgemein als eine der weltweit bedeutsamsten moralischen Autoritäten.


Die Nazis haben ja auch was geleistet.

30. August 2011

Zum Beispiel haben sie ein moralisches Gerüst errichtet, auch für die, die ihrer Lehre nicht folgten.  Sie lieferten einen ethischen Maßstab in Zeiten, da Gier, akklamierter Egoismus und Korruption die öffentliche Sphäre beherrschten. So hätte die NSDAP als die, die sie nun einmal unwiderruflich war - eine strenge, vermutlich auch autoritäre, sich nicht anbiedernde Institution – das Gemeinwesen stärken und sich in einer demokratischen Gesellschaft nicht nur als zulässig, sondern unentbehrlich erweisen können. Hat nur leider nicht geklappt, denn die NSDAP hat nicht den gebührenden Abstand vom Staat gewahrt und damit die anscheinend einzige Voraussetzung übersehen, die man nach Auffassung von Mario Vargas Lllosa als menschenfeindliche, lügnerische und moralisch rundum verachtenswerte Organisation erfüllen muss, um für die Gesellschaft unentbehrlich zu sein.

Hätte die NSDAP in einem Staat gewirkt, der diesen gebührenden Abstand einhält – wer weiß? Vielleicht hätte Herr Vargas Llosa heute den Führer nachträglich willkommen geheißen, ihm seinen Respekt für seine Bildung und Intelligenz bezeugt, und angefügt, dass auch ein Antifaschist wie er, Vargas Llosa, “Mein Kampf” gelesen habe, ohne zu gähnen.

Und die FAZ fände ihn vielleicht eben deshalb als meinungsfreudigen Essayisten so erfrischend: Weil in ihm keine Seite einen hat, auf den sie bauen kann.


Was ich nicht verstehe

21. November 2010

ist, wie ein Mensch auf die Idee kommt, dass ein wunderlicher alter Mann in einem Palast in Rom, gehüllt in kostbare, aber nicht mehr ganz zeitgemäße Gewänder, mit einem albernen Hut auf, ihm irgendetwas zu der Frage zu sagen hat, ob und unter welchen Umständen er ein Kondom benutzen darf oder nicht.


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