Der Weg zur Knechtschaft ist gepflastert mit guten Absichten

24. Juli 2012

“Big business owns the government! They need to be controlled!”

“By whom?”

“The government!”

Oder wie Sigmar Gabriel es formuliert:

Eine Minderheit schadet der Mehrheit – und dem ganzen Land

Was er so zu den Banken schreibt, ist teilweise richtig, teilweise falsch, teilweise lustig, und teilweise durchaus ernst, aber aus meiner Sicht fast ausnahmslos unschön. Über manches könnte man noch reden, zum Beispiel den:

Banken erpressen die Staaten.

Hier spricht Gabriel an und für sich einen Punkt an, der wirklich problematisch ist:

Aus Angst vor dem „Dominoeffekt“ und dem gigantischen Schaden für die reale Wirtschaft durch ein Zusammenbrechen großer Teile des Bankensystems wurden und werden die Regeln der Marktwirtschaft bei Banken und an den Finanzmärkten auf den Kopf gestellt: Sie müssen für den Schaden, den sie anderen bereiten, nicht aufkommen.

Nur hat er die Überschrift natürlich ulkig formuliert. Die Banken haben nicht die Regeln der Marktwirtschaft auf den Kopf gestellt. Sie haben niemanden erpresst. Wenn Gabriel das wirklich denken würde, könnte er Anzeie erstatten. (Natürlich nicht gegen die Banken als solche, weil nur natürliche Personen bestraft werden können.) Die Regierungen haben aus Angst vor dem “Dominoeffekt” die Haftung für die Schulden der Banken übernommen. Natürlich nicht mit ihrem eigenen Geld, sondern mit dem anderer Leute. Anderen Leuten Verbrechen vorwerfen, um von eigenen Fehlern abzulenken, ist kein feiner Zug.

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Pardon, wem?

13. Dezember 2011

Nachdem das gestern so erfolgreich war, habe ich heute gleich noch mal die faz.net-Startseite überflogen, und siehe da, ich bin wieder fündig geworden. Kein Geringerer als Sigmar Gabriel erklärt uns dort, “Was wir Europa wirklich schulden“. Wahrscheinlich, weil sie keinen Geringeren finden konnten. Egal. Ich will uns hier nicht mit niveaulosen Späßen über die Person Sigmar Gabriel aufhalten, sondern die Gelegenheit nutzen, mal was über die so genannte Eurokrise zu schreiben, was ich in Anbetracht der aktuellen zumindest scheinbaren Bedeutung derselben viel zu selten tue. Was auch immer man sonst über Gabriel und seinen Aufsatz sagen könnte, zumindest bietet er dafür eine ganz brauchbare Vorlage.

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“Beinahe” zählt nur bei Hufeisen und Handgranaten

9. April 2011

Ich war erstaunt. Ich war verwirrt. Ich war völlig verunsichert und fassungslos.

Ich las ein Interview mit Sigmar Gabriel, in dem der Mann im Großen und Ganzen halbwegs vernünftige Sachen sagte. Natürlich kann man über Vieles streiten, und in manchen Fällen würde ich ihm nachdrücklich widersprechen, aber zumindest schien es eine Zeitlang so, als hätte er überhaupt nichts völlig Dämliches gesagt.

Natürlich hat er das nicht durchgehalten.

FAZ: Was ist schlimmer: Der nukleare GAU oder die Klimakatastrophe?

Gabriel: Die Atomkraft ist dauerhaft das größte Risiko, weil wir sie im Fall eines Unfalls nicht beherrschen. Was das bedeutet, erleben wir gerade in Japan. Den Klimawandel können wir immerhin berechnen und Schritt für Schritt bekämpfen. An den Klimazielen darf sich durch den Atomausstieg nichts ändern.

Boah… Also… Ich meine, bei allem Respekt vor den Sorgen von Kernkraftgegnern, gerade angesichts der Katastrophe in Japan: Welcher Begriff ist beleidigend genug, um die Behauptung zu beschreiben, ein Kernkraftwerk sei nicht beherrschbar, während wir das Klima unseres Planeten im Verhältnis ziemlich gut im Griff hätten? Hallo?

Das liegt jetzt wirklich nicht daran, dass ich die Dringlichkeit des Ausstiegs aus der Kernenergie nicht sehe, dass ich der SPD politisch fernstehe, oder dass ich Gabriel sowieso schon seit Langem nicht leiden kann. Diese Argumentation ist doch nun wirklich so dumm, dass es sich kaum noch in Worte fassen lässt.

Oder?


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