Wir müssten alle so sein wie Ali Ghandour

2. September 2018

denn Ali Ghandour kann, was sonst niemand kann: Völlig objektiv und neutral Dinge beurteilen.

Zeit.de hat sich diese unfassbare Gabe nun zu Nutze gemacht und ihn die Frage beantworten lassen, die uns alle derzeit so umtreibt:

Was man aus der heiligen Schrift der Muslime lernen kann, wenn man jede Ideologie beiseitelässt.

Was dann passierte, war unglaubl… Nee. Eigentlich nicht so besonders. Also zusammengefasst meint er:

Der Koran ist nicht das Problem, und auch nicht die Lösung für alles. 

Wollen wir uns mal anschauen, wie er zu diesem Fazit gekommen ist? Natürlich wollen wir das, oder? Punkt 7 wird euch verbl- ja schon gut, ich hör jetzt auf damit.

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#AuthorsAreTrash

23. August 2018

Nee, keine Sorge, ich will nicht über irgendwelche aktuellen Hashtags reden, sondern über eine Frage, und das wird übrigens ausnahmsweise auch mal keiner meiner Muriel-macht-sich-über-Leute-lustig-die-seiner-Meinung-nach-Unrecht-haben-Posts, sondern einer meiner seltenen Muriel-fragt-euch-was-und-hofft-auf-interessante-offene-Gespräche-in-denen-niemand-Angst-haben-muss-dass-jemand-sich-über-ihre-Meinun-lustig-macht-weil-sie-seiner-Meinung-nach-Unrecht-haben-Posts. Kann nur gutgehen, oder?

Meine Frage nahm ihren Anfang in diesem Tweet:

Naja, nee, das stimmt auch nicht, denn natürlich hab ich auch vorher schon darüber Gedanken gemacht, aber das kann ja auch dahinstehen, es geht schließlich um was anderes, nämlich um die Darstellung von Sexismus in Kunst und Unterhaltung. Mutmaßlich übertragbar auf alle anderen problematischen Ideen, mehr oder weniger.

Und zwar ist es so, dass ich den beiläufigen, unreflektierten Sexismus in meinen Büchern (Filmen, Musikstücken, egal) sehr lästig und ärgerlich finde, und ich denke, das ist klar, da gibts nichts zu diskutieren.

Aber es gibt ja nicht nur den. Es gibt ja, wie zum Beispiel in The Handmaid’s Tale, das ich gerade angefangen habe, auch den sehr zentralen. thematisch prägenden, reflektierten Sexismus, der eigentlich eher nicht da ist, weil die schöpfende Person ihn verinnerlicht hat und deshalb reproduziert, sondern weil sie ihn zeigen will, damit auf die Probleme der realen Welt verweisen, und diese wiederum damit hoffentlich besser machen.

Und jetzt frag ich mich, wie ihr das seht. Meint ihr, diese Art Geschichte trägt mehr zur Sache bei als zum Beispiel eine Geschichte von einer Gesellschaft, in der echte Gleichberechtigung herrscht, wie Gene Roddenberry mit Star Trek sie, ähem, zumindest dem Vernehmen nach gerne abzubilden versucht hätte? So eine Geschichte könnte ja auch, geschickt geschrieben, die Probleme der realen Welt thematisieren und aufzeigen, aber ohne sie in der fiktiven Welt zu reproduzieren, sondern stattdessen, indem es zeigt, wie es anders ginge?

Ich persönlich neige zu der nicht so interessanten Auffassung, das beides seinen Platz und seine Berechtigung hat, fände es aber für mich selbst enorm erfrischend, einfach mal eine gut geschriebene unterhaltsame Geschichte zu lesen, oder zu hören, oder zu sehen, die sich von diesem Schmutz lösen kann.

Und ihr so? Was denkt ihr? Kennt ihr vielleicht Beispiele für Geschichten, die ihr mir empfehlen würdet? Habt ihr belastbare Erkenntnisse oder einfach frei entwickelte eigene Meinungen zu der Sache?

Dann immer her damit.


We bring you both s-, no actually, we don’t.

13. August 2018

Spiegel.de hat ein pro&kontra veröffentlicht, immerhin nicht zur Frage, ob man ertrinkenden Menschen helfen oder es lieber lassen sollte, aber vom Niveau her ist es nicht weit weg. Vor allem das kontra natürlich, das pro hab ich wieder nicht gelesen. Vielleicht wird das jetzt mein USP, in Zukunft.

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Quid pro quo statt Verfassungsklagen!

12. August 2018

Hanna Jacobs hat in der Zeit einen Aufruf an uns Atheist*innen geschrieben, und da fühl ich mich natürlich angesprochen. Ihr auch? Dann kommt doch mit hinter den Trennstrich, und sonst natürlich auch. Wird bestimmt lustig.

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*Grillenzirpen*

21. Juli 2018

Erinnert sich eigentlich noch jemand an unser Mail-Rollenspiel „Wie Wir Sie Kennen“?

Das ist, wie solche Sachen das manchmal tun, irgendwie so ausgelaufen. Es sind uns Mitspielende abhanden gekommen, und irgendwann habe ich die verbleibenden mal gefragt, ob sie trotzdem weitermachen wollen, und niemand hat mehr geantwortet, und dann dachte ich, joa, seien wir ehrlich, ich hab eigentlich auch viel anderes zu tun…

Aber andererseits fehlts mir, und ich finds auch schade um die Charaktere und die Geschichte.

Deswegen frage ich mal alle, die hier mitlesen: Will jemand ein Mail-Rollenspiel? Wir können das alte fortsetzen, und wir können ein neues anfangen.

Ihr könnt euch über die Kommentare hier melden, was mir persönlich am liebsten wäre, weil es dann für alle offen ist, aber falls ihr das nicht wollt, gerne auch an murielsilberstreif@yahoo.co.uk

Wie siehts aus?


Was die ZEIT gelernt hat

18. Juli 2018

„Tatsächlich vertritt niemand in der ZEIT – auch nicht die Autorin des Contra-Artikels – die Auffassung, dass man Menschen ertrinken lassen sollte, um andere abzuschrecken“

„Schließlich kam im Contra-Text von Mariam Lau nicht genug zum Ausdruck, dass wir – auch die Autorin – großen Respekt haben vor jenen, die ihre Freizeit und ihr Geld einsetzen, um auf dem Mittelmeer Menschen in Not zu retten, und sich dabei mitunter selbst in Gefahr bringen.“

 

„Das Ertrinken im Mittelmeer ist ein Problem aus der Hölle, ein politisches Problem, zu dessen Lösung die private Seenotrettung null und nichts beizutragen hat.“

Schlepper kennen die Namen und Kapazitäten der NGOs; sie brauchen gar keinen direkten Kontakt, um ihre Planung auf sie auszurichten. Je mehr gerettet wird, desto mehr Boote kommen – so einfach ist das, und so fatal.“

 

„Unabhängig davon, aus welcher Motivation und mit welchem Weltbild die Retter handeln, sind sie erst einmal zu bewundern.“

 

„In den zwei Wochen, in denen ich mal an Bord eines privaten Rettungsschiffes mitgefahren bin, hat keiner der Helfer auch nur einen Gedanken daran verschwendet, wie die sozialdemokratische Regierung von Massimo Renzi ihren Bürgern erklären soll, dass sie Tausende von Menschen einkleiden, beherbergen und ernähren sollen, die gekommen sind, um zu bleiben – legal, illegal – ganz egal.“

„Stellen wir uns für zwei Minuten vor, wo Europa jetzt stünde, wenn man dem Drängen der Menschenrechtsorganisationen nach Legalisation aller Wanderungsbewegungen, ob Flucht oder Armutsmigration, nachgegeben hätte. Nach einem Europa ohne Grenzen. Eine Million, zwei Millionen, drei Millionen. Wie lange würde es wohl dauern, bis die letzte demokratische Regierung fällt?“

 

„Was haben wir gelernt? Das Jahrhundertthema Flucht setzt Europa unter hohen moralischen und politischen Druck, es fordert auch unseren Journalismus ungemein. Wir haben uns vorgenommen, es in Zukunft wieder besser zu machen.“


Das ist doch alles Wahnsinn (4)/2

17. Juli 2018

Onkel Maike

Es folgt die Fortsetzung von Das ist doch alles Wahnsinn (4)/1:

Wer in Not ist, muss gerettet werden, das schreibt das Recht vor und die Humanität. Beide schreiben allerdings nicht vor, dass Private übernehmen, was die Aufgabe von Staaten sein sollte.

Und wieder ein klassischer Fall von „Einfach mal ne Aussage in den Raum stellen, der keiner widersprechen würde, die aber immerhin nicht falsch ist“. Niemand, die privaten Seenotrettenden zuallererst, hätte was dagegen, wenn die Staaten diese Aufgabe übernehmen würden, tun sie aber eben nicht.

Wie problematisch das ist, wird schnell deutlich, wenn man das Prinzip einmal auf ein anderes Feld überträgt: Es gibt immer mehr Wohnungseinbrüche und Überfälle, die Polizei ist zu schlecht besetzt – warum nicht private Ordnungskräfte sich selbst einsetzen lassen?

Also ich finde hier primär problematisch, dass es diese Textstelle durch eine (so etwas muss es doch geben) wie auch immer geartete Redaktion der Zeit geschafft…

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