Twitterpoesie

11. November 2018

Die Kühlkette

So. War doch gut, oder? Wer braucht schon Twitter? Also ich ganz sicher nicht.


When I die, I will be dead.

10. November 2018

When I die, I will be dead,
I will be gone, you might be sad.
Everything that made me me
Forevermore will cease to be.

I won’t be in a better place,
I won’t move on to somewhere else,
All will vanish, nothing stays,
Not in your heavens, nor your hells.

„lives on in memories“ may well sound
friendly, charming and profound.
It’s garbage, I’ll not live at all.
I’ll just lie under my pall.

Please resist explaining how
matter and energy go on.
They do, but does that matter now?
The configuration is all gone!

Just like a painting in the sand,
washed away, or wiped by hand,
It’s not found within the grains,
And so it is with minds and brains.

Yes, the parts are still around,
And yes, they will forever stay,
some in the air, some in the ground,
But the structure’s gone away.

So please don’t cheapen my demise
With deepities that may sound wise.
But then again, why shouldn’t you?
Why would I tell you what to do?

If you ask me, I’d advise you
To just accept that I’m not there.
But if you don’t, I won’t despise you.
I will be dead. I will not care.


Das war knapp

26. Oktober 2018

Ich hab euch hier lange keine Geschichten aus meinem Leben mehr erzählt, und ich kann mir schwer vorstellen, dass ihr sie vermisst habt, aber erstens hab ich seit meinem Twitter-Rauswurf nun wirklich nichts Besseres mehr zu tun, und zweitens find ich diese Geschichte wirklich ganz ulkig. Ihr könnt mir ja sagen, falls ihr es anders seht.

Erläuterung vorweg: Es gibt hier in Hannover am Aegidientorplatz so eine Strecke, auf der ein Radweg neben so einem überdachten Gebäudeüberhang entlang führt, der durch eine regelmäßig unterbrochene Wand von ihm getrennt ist. Man hat also so ca. alle 10 Meter einen Durchgang, durch den zu Fuß Gehende auf den Radweg taumeln können, die zum Beispiel zu ihrem auf der anderen Seite geparkten Auto oder sonstwohin wollen. Weil zu Fuß Gehende Radwege gemeinhin nicht wahrnehmen und einfach selbstverständlich davon ausgehen, sich überall völlig ungefährdet und rücksichtslos bewegen zu können (Ich HASSE zu Fuß Gehende sogar noch mehr als Auto Fahrende, wenn ich mit dem Fahrrad unterwegs bin.), habe ich mir angewöhnt, zur Unfallvermeidung vor diesen Einmündungen kurz zu klingeln, um uns zumindest eine Chance zu geben, eine Kollision zu vermeiden. (Ich bin schon mal wirklich mit einer zu Fuß gehenden Person zusammengestoßen, das passiert, und war sehr unangenehm.)

Klar soweit? Gut. Dann kommt jetzt die Geschichte. Nach der langen Vorrede kann sie natürlich nur antiklimaktisch sein, aber wenn ihr eure Erwartungen entsprechend anpasst, geht sie glaubich. Also los:

Vor ein paar Tagen begab es sich auf der beschriebenen Strecke, dass gerade als ich mein Vorsichtswarnungsklingeln einsetzte, ein anderer Radfahrer vor mir auf den Radweg auffuhr. Er wandte sich kurz zu mir um und winkte, deshalb sprach ich ihn an der wenig später folgenden Ampel an, als wir zusammen warten mussten. Ich wollte ihm eigentlich nur sagen, dass ich ihn gar nicht gemeint hatte, mit der Klingel, aber er ließ mich gar nicht so weit kommen, das zu erläutern, und unterbrach mich schon nach wenigen Worten mit verständnisvollem, entschlossenem Nicken.

„Ich versteh das total“, sagte er, „Wirklich, mich kotzt das auch immer an, wenn Leute sich einfach vor mir rein drängeln.“

Ich versuchte, ihm zu widersprechen, aber es gelang mir nicht recht, denn er sprach weiter, mit zunehmend eng zusammengezogenen Brauen und leidenschaftlicheren Gesten.

„Ehrlich, ich versteh das“, sagte er, „Mich regt das auch immer total auf. Solche Arschlöcher!“

Er meinte das ernst. Also, nicht dass ihr jetzt denkt, der hätte das irgendwie ironisch oder sarkastisch gesagt. Der war auf Layer 0.

„Ich kenn das, wenn mans eilig hat, wenn man zur Arbeit will, und dann schneidet einen jemand. Das ist Scheiße!“, sagt er .

Ich gestikulierte und machte den Mund auf und zu wie Nathan Fillion in diesem Gif, das ihr vielleicht kennt.

Fillion.gif

„Letzte Woche“, erzählte er, „Da hat mir so ein SCHEIß-Porsche-Fahrer die Vorfahrt genommen. Ich hatte son Hals, weißt du??“ Er deutete mit einer ausladenden Geste den Umfang seines Halses zu dem beschriebenen Ereignis an. „Ich hab den angebrüllt, ich bin vor dem auf der Straße stehen geblieben, und hab gebrüllt. Der hat gar nicht reagiert. Da hab ich den aus dem Auto gezogen! Den hab ich aus dem Auto gezogen!“ Auch diesen Vorgang führte er mit leidenschaftlichen Gesten und leuchtenden Augen vor. „So ein Arsch, dem hab ichs gegeben. Hat dann gekniffen, die feige Sau. aber dem hätt ich …“

Die Ampel wurde grün.

„Naja“, sagte er, „Dann mal weiter, ne?“

Ich lächelte und nickte, und wir fuhren unserer Wege. Und ich war sehr froh, dass er meinte, den Grund für mein Klingeln verstehen zu können, auch wenn es eigentlich der falsche Grund war.


The Sick Note

21. Oktober 2018

Don’t know what it is with me and music right now, but here’s another song I rearranged.

Again, if you don’t know the original, you might want to listen to it before, or after, or not, but I want to at least give you the opportunity:

And this is my version:

File:2017-06-25 Martin Schulz by Olaf Kosinsky-33.jpg

Enjoy!


The Don

19. September 2018

[Wer den Gaston-Song aus Beauty And The Beast nicht kennt, hört ihn vielleicht vorher mal. Zum Beispiel hier:

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Wir müssten alle so sein wie Ali Ghandour

2. September 2018

denn Ali Ghandour kann, was sonst niemand kann: Völlig objektiv und neutral Dinge beurteilen.

Zeit.de hat sich diese unfassbare Gabe nun zu Nutze gemacht und ihn die Frage beantworten lassen, die uns alle derzeit so umtreibt:

Was man aus der heiligen Schrift der Muslime lernen kann, wenn man jede Ideologie beiseitelässt.

Was dann passierte, war unglaubl… Nee. Eigentlich nicht so besonders. Also zusammengefasst meint er:

Der Koran ist nicht das Problem, und auch nicht die Lösung für alles. 

Wollen wir uns mal anschauen, wie er zu diesem Fazit gekommen ist? Natürlich wollen wir das, oder? Punkt 7 wird euch verbl- ja schon gut, ich hör jetzt auf damit.

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#AuthorsAreTrash

23. August 2018

Nee, keine Sorge, ich will nicht über irgendwelche aktuellen Hashtags reden, sondern über eine Frage, und das wird übrigens ausnahmsweise auch mal keiner meiner Muriel-macht-sich-über-Leute-lustig-die-seiner-Meinung-nach-Unrecht-haben-Posts, sondern einer meiner seltenen Muriel-fragt-euch-was-und-hofft-auf-interessante-offene-Gespräche-in-denen-niemand-Angst-haben-muss-dass-jemand-sich-über-ihre-Meinun-lustig-macht-weil-sie-seiner-Meinung-nach-Unrecht-haben-Posts. Kann nur gutgehen, oder?

Meine Frage nahm ihren Anfang in diesem Tweet:

Naja, nee, das stimmt auch nicht, denn natürlich hab ich auch vorher schon darüber Gedanken gemacht, aber das kann ja auch dahinstehen, es geht schließlich um was anderes, nämlich um die Darstellung von Sexismus in Kunst und Unterhaltung. Mutmaßlich übertragbar auf alle anderen problematischen Ideen, mehr oder weniger.

Und zwar ist es so, dass ich den beiläufigen, unreflektierten Sexismus in meinen Büchern (Filmen, Musikstücken, egal) sehr lästig und ärgerlich finde, und ich denke, das ist klar, da gibts nichts zu diskutieren.

Aber es gibt ja nicht nur den. Es gibt ja, wie zum Beispiel in The Handmaid’s Tale, das ich gerade angefangen habe, auch den sehr zentralen. thematisch prägenden, reflektierten Sexismus, der eigentlich eher nicht da ist, weil die schöpfende Person ihn verinnerlicht hat und deshalb reproduziert, sondern weil sie ihn zeigen will, damit auf die Probleme der realen Welt verweisen, und diese wiederum damit hoffentlich besser machen.

Und jetzt frag ich mich, wie ihr das seht. Meint ihr, diese Art Geschichte trägt mehr zur Sache bei als zum Beispiel eine Geschichte von einer Gesellschaft, in der echte Gleichberechtigung herrscht, wie Gene Roddenberry mit Star Trek sie, ähem, zumindest dem Vernehmen nach gerne abzubilden versucht hätte? So eine Geschichte könnte ja auch, geschickt geschrieben, die Probleme der realen Welt thematisieren und aufzeigen, aber ohne sie in der fiktiven Welt zu reproduzieren, sondern stattdessen, indem es zeigt, wie es anders ginge?

Ich persönlich neige zu der nicht so interessanten Auffassung, das beides seinen Platz und seine Berechtigung hat, fände es aber für mich selbst enorm erfrischend, einfach mal eine gut geschriebene unterhaltsame Geschichte zu lesen, oder zu hören, oder zu sehen, die sich von diesem Schmutz lösen kann.

Und ihr so? Was denkt ihr? Kennt ihr vielleicht Beispiele für Geschichten, die ihr mir empfehlen würdet? Habt ihr belastbare Erkenntnisse oder einfach frei entwickelte eigene Meinungen zu der Sache?

Dann immer her damit.