unter schwarzen Schwingen

21. Juli 2017

Und noch’n Gedicht.

Fabian Elfeld, Schriftsteller

War einst eine alte Frau,
vielleicht nicht weise, aber klug.
Ihr Haar nicht weiß, aber schon grau,
von den Jahren, die sie sie trug.

War ein kleines Haus im Wald,
das sie von eigner Hand errichtet.
Das Haus war warm, wenn’s draußen kalt,
und vor Regen abgedichtet.

War eine Rabenschar beim Haus,
Und jeden Morgen streute
sie Saat für die Raben aus,
was diese sehr erfreute.

An manchen Tagen brachte ihr
ein besonders großer Rabe
ein kleines, totes Nagetier.
als dankbare Gegengabe.

Über uns auf schwarzen Schwingen kreisen Raben, suchen Aas.
Wir freuen uns ihres Gefieders, hoffen für sie, sie finden was.
Sei es Maus oder auch Reh, großes oder kleines Tier,
wir gönnen ihnen gern ihr Mahl. Wir wünschen nur, es sind nicht wir.

War ein Dorf am Waldesrand,
Nicht sehr groß, aber apart.
Ein Vogt herrschte übers Land,
vielleicht nicht böse, aber hart.

Kam ins Dorf ein junger…

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Keine Bremsen!

19. Juli 2017

lautet die Überschrift, und, meine Güte, die Gags schreiben sich quasi von selbst, oder?

Ich habe deshalb exklusiv für euch die Top5 der dümmsten Witze dokumentiert, die mir zu dieser Schlagzeile eingefallen sind. Los gehts!

Nummer 5:
Wo gehen die Behörden denn überhaupt hin?

Nummer 4:
Indem er vorschreibt, dass alle nur noch durchs Fenster reinklettern dürfen?

Nummer 3:
Bei seinem Wahlkampf ist es ihm schon mal hervorragend gelungen!

Nummer 2:
„Hallo, Herr Schulz.“
„Ja, Hallo.“
„Sie schon wieder …“
„Ja, genau. Ich wollte … Ach, schade. Hab ich doch schon wieder meinen Ausweis vergessen. Naja. Komm ich halt nachher wieder.“
„Hören Sie mal, was soll denn der Quatsch?“
„Haben Sie nicht den Artikel auf tagesschau.de gelesen??“

Und die absolute Nummer 1 der dümmsten Witze, die mir zu der Überschrift „Schulz will Behördengänge weitgehend überflüssig machen“ eingefallen sind, ist natürlich:

SIND SIE DOCH SCHON LÄNGST!


Heiko Maas kämpft gegen Hass im Internet.

18. Juli 2017

Ja, ich weiß, es gab schlimmere aktuelle Exemplare schlechter Berichterstattung, aber zu den G20-Festspielen hab ich kaum was gelesen, weil mir von der Selbstgerechtigkeit und Kolumnenhaftigkeit der Beiträge schlecht wird.

Weil ich meine eigene aber noch ganz gut vertragen kann und es nach wie vor krass edgy finde, die AfD zu verteidigen, hab ich mir ein weniger dramatisches Beispiel für meine heutige Medienkritik gesucht, die deshalb vielleicht nicht so lustig rantig wird wie sonst manchmal, aber ich hab mir sagen lassen, dass ein paar von euch das auch nett finden.

Hate-Speech vor der Sporthalle

hat die Zeit ihren Bericht überschrieben. Schon der Teaser fasst das Problem damit gut zusammen:

Heiko Maas kämpft gegen Hass im Internet. Als er sein neues Gesetz in Dresden erklärt, trifft er viele Menschen und Meinungen, wieder einmal auch pöbelnde Krawallmacher.

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Rock gegen Links

10. Juli 2017

Mein bescheidener Vorschlag zu Heiko Maas‘ Konzept.

Ja gut, mehr so Schlager gegen Links, ich weiß. Aber fiel mir halt als erstes ein. Na gut, als zweites. Meine Güte. Ihr seid aber penibel heute.

Zu dieser Melodie bitte:

So wie ein Startup an der Börse beginnt,
So wie man mit Geld auch Wahlen gewinnt,
Wie die Deutsche Bank, wenn sie keiner mehr mag,
fühl ich mich an manchem Tag!

Dann seh ich Floating Caps, die über uns sind,
Und höre die Schreie, wenn der Kurs noch gewinnt,
Ich singe als Beitrag für das Casting mein Lied,
und schau, wer am meisten biet‘!

Ein bisschen Marge, und viel Disruption,
Für diese Wirtschaft, dann komm’n die Jobs schon,
Ein bisschen Marge, ein bisschen Win-Win
Und Deregulierung, das wünsch ich mir!

Ein bisschen Fertigung in der Drittwelt,
Dass die Regierung sich da raushält,
Ein bisschen Marge, und viel Disruption,
Dass ich den Mindset nie mehr verlier!

Ich weiß meine Lieder, die ändern nicht viel,
Ich bin nur ein Bonze, der sagt, was er fühlt,
Allein bin ich hilflos, ein Investor im Grind,
der spürt, dass die Hausse beginnt!


Liebe USA

3. Juli 2017

ich schreibe dir, um dir mitzuteilen, dass ich mit deinem aktuellen Präsidenten nicht zufrieden bin. Das geht so nicht. Klar, ich finds nicht übel, dass er im Gegensatz zu unserer Kanzlerin mit der Gleichstellung homosexueller Paare einverstanden ist, aber trotzdem … Wie erklär ich das?

Also, der Obama zum Beispiel. Der war so nett. Ich weiß, klar, der hat auch auf fragwürdiger rechtlicher Grundlage Leute deportieren lassen. Und misshandeln. Und umbringen. Und hat so Schulen und sowas bombardieren lassen. Weiß ich. Aber ja immer nur in so Ländern, wo Leute wohnen, die ganz anders sind als ich gegenüber Journalistinnen und so Leuten, die ihm einen Vorteil verschaffen konnten, war er immer total höflich. Und er hatte diese coolen Auftritte, wo er so lustig war, wisst ihr noch? DAS war mal ein Präsident. Hat immer gelacht und sich gaaaaanz doll schnieke angezogen, und hatte nicht diese peinliche Frisur und diesen orangen Hautton und hat sich überhaupt nicht wie so ein durchgeknallter Imperator benommen. Also. Nicht auf Twitter oder im Fernsehen zumindest, und das ist doch nun mal, worum es hier geht.

Und deshalb bitte ich euch: Können wir nicht wieder so einen Präsidenten haben? Der kann ja von mir aus auch weiter gegen Völkerrecht und alles mögliche verstoßen und diesen Quatsch mit exterritorialen Gefangenenlagern weiter machen und Bomben auf Zivilisten werfen. Das ist mir eigentlich alles ziemlich egal, solange es nicht zu weit vorne in der Zeitung steht, wisst ihr, die Bilder sind immer so traurig, aber ich schweife ab. Das kann er jedenfalls alles machen. Aber wenn ich Twitter aufmache, oder einen Auftritt von ihm sehe, dann hätte ich schon ganz gerne, dass er sich zumindest benehmen kann wie jemand aus der Oberklasse, verdammt noch mal. Dem Trump, dem nehm ich nicht mal ab, dass er überhaupt studiert hat. Wie soll ich den denn als Präsidenten respektieren? Und dann postet der immer so komische Sachen, wisst ihr… Nee. Ehrlich. Was ist denn zum Beispiel aus Bernie geworden? Der hat SO NETT geguckt immer, wie so ein freundlicher Opa. Und da hat auch niemanden gestört, dass er den Krieg gegen den Terror weiterführen wollte. Den mochte ich. Nehmt doch den. Der schreibt auch immer voll schöne Sachen auf Twitter. Okay? Fein. Dann bis bald!

Mit herzlichen Grüßen aus Deutschland

Ein besorgter Europäer


Da sowieso gerade alle über nichts anderes reden

2. Juli 2017

Findet ihr eigentlich den Begriff „Burkini“ auch so infam?

Weil ich finde, dass er total in die Irre führt.

Das entscheidende Merkmal einer Burka in Abgrenzung zu anderen Kleidungsstücken, und (zumindest vorgeblich) der Hauptgrund, aus dem sie kritisiert wird, ist doch nun einmal, dass sie das Gesicht verhüllt, ziemlich vollständig.

Genau dieses Merkmal fehlt beim Burkini. Er lässt das Gesicht vollständig frei. Alle Burkinis, die ich je gesehen habe, verhüllen nur den Körper und die Haare.

Dann müssten die Dinger doch Hidjabini heiße, oder Robini, oder Tjadorbini oder so.

Die Bezeichnung „Burkini“ impliziert, dass es quasi das badebekleidende Gegenstück zur Burka ist, und damit (aus Sicht von jemandem, der aus mir nicht ersichtlichen Gründen nicht klarkommt, wenn fremde Leute ihre Gesichter verhüllen) erheblich schlimmer als das, was es tatsächlich ist, nämlich im Grunde nur ein leicht erweiterter Badeanzug.

Das ist doch doof.

Oder was denkt ihr?


Die Doku-WG

1. Juli 2017

Muriel: Guten Morgen Doku, na wie gehts? Oh Gott hörst du schon wieder diese billige dramatische Synthesizer-Musik? Wie hältst du das bloß den ganzen Tag aus?

Doku: Sein Musikgeschmack. Macht ihn unbeliebt. Für seine Mitbewohner. Ist es mitunter schwer erträglich. Deshalb fürchtet er manchmal. Rache.

Muriel: Ach komm, du weißt genau, dass ich da nicht so empfindlich bin. Ich wollt dich eigentlich auch nur schnell fragen …

Doku: Über zweihunderttausend Menschen werden in Deutschland jedes Jahr in Streitigkeiten mit ihren Mitbewohnern teilweise schwer verletzt. Vom Staat fühlen sie sich allein gelassen. Die Polizei – ist machtlos.

Muriel: Ja gut. Eigentlich wollte ich nur kurz …

Doku: Wir haben einen von ihnen gefragt. Dennis Oku sollen wir ihn nennen. Seinen wirklichen Namen möchte er lieber geheim halten. In einer heruntergekommenen Altbauwohnung in Hannover erzählt Dennis uns von seinen …

Muriel: Großer Gott, jetzt lass doch mal, ich wollte nur wissen, ob du heute Abend mit uns essen gehst. Wir wollen ins Ruen-Thai.

Doku: Das Ruen-Thai gibt es seit den 80er Jahren. Seit 2001 ist es im Besitz von Suthinan Pinsakol. Doch wer steckt wirklich hinter diesem Namen? Viele Restaurants dienen der organisierten Kriminalität als reine Fassaden, werden zur Geldwäsche genutzt. Ob dies auch für das Ruen-Thai gilt, ist nicht bekannt. Unsere Nachfragen beim Betreiber – bleiben unbeantwortet.

Muriel: Ja gut, dann nicht. Ist eh ohne dich immer ein bisschen entspannter, ehrlich gesagt. Aber kannst du bitte dieses grässliche Gedudel ein bisschen leiser machen, bis ich weg bin? Da wird man ja wahnsinnig von!

Doku: Wahnsinn durch Musik – immer häufiger werden Menschen in Deutschland durch dramatische Synthesizer-Musik radikalisiert. Wir haben mit einem von ihnen gesprochen. Muriel Silberstreif sollen wir ihn nennen. Ein Pseudonym. Sein echter Name