Ain’t no time for no heroes

24. März 2020

Ich hab mich noch nicht so ganz entschieden. Und ich weiß auch, dass das schwierig ist, wenn ich das sage, weil ich zwar im allerweitesten Sinne auch im medizinischen Bereich arbeite, aber wirklich nur im allerallerweitesten, und deshalb vor allem Nutzer des Systems bin. Aber ich find trotzdem die Held*innenverehrung, die insbesondere Ärzt*innen und Pflegekräften derzeit entgegen schlägt, nicht gut.

Wirbleibenfüreuchda

Warum denn nicht? Die sind doch schließlich toll und machen nicht nur eine ganz wörtlich lebenswichtige Arbeit, sondern sie sind außerdem unterbezahlt, überfordert und unterversorgt und machen Überstunden und reißen sich für uns sämtliche Körperteile auf ihr kennt das. Was hab ich denn gegen die?

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Puns are the lowest form of humor

15. März 2020

Vielleicht erinnert ihr euch an meinen Kalauer-Beitrag von vor ewigen Zeiten. Wahrscheinlich nicht. Aber dies ist jedenfalls noch einer, aber einer mit nur einer Kalauer-Geschichte.

Sie geht so:

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Wie würde eigentlich ein anarchistischer „Leviathan“ heißen? „Katzenherde“?

26. Dezember 2019

Egal. Ich schreib eh keinen.Aber auf vielfachen Wunsch nicht nur einer einzelnen Leserin habe ich mich entschieden, endlich mal im Ernst genauer zu erklären, wie ich eigentlich auf die Idee komme, dass Demokratie doof ist und Anarchie toll.

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Lyrimo 30: Briefgeheimnis

30. November 2019

Sonderbarer Abschluss, denkt ihr vielleicht, aber naja, jeder Abschluss ist irgendwie sonderbar, egal also, ans Werk. Briefgeheimnis. Und weils die letzte Chance ist, bekommt ihr von mir heute mein erstes und womöglich auch einziges Gedicht, das sich nicht reimt.

Haiku zählen nicht, Fresse halten.

 

Wer schreibt eigentlich noch Briefe?

Es ist ein Geheimnis.

Wozu eigentlich noch Briefe?

Niemand weiß es.

Brauchen wir eigentlich noch Briefe?

Es ist ein Mysterium.

Warum bekommen wir eigentlich noch Briefe?

Ein Rätsel.

Werden es nicht sogar immer mehr Briefe?

Jemand sollte es herausfinden.

Wann habt ihr zuletzt in den Briefkasten geschaut?

Ich trau mich schon lange nicht mehr.

Da warten

Briefe

auf

mich

und

niemand

weiß

warum.


Lyrimo 29: Zielgerade / die überwiegende Schönheit aller Dinge / 30 Tage

29. November 2019

Der 29. Impuls besteht aus den beiden Impulsen.

„die überwiegende Schönheit aller Dinge…“
oder
„30 Tage“

30 Tage, bald vorbei

Morgen ist Schuss mit Dichterei.

So nett es ja manchmal auch war,

war’s doch Arbeit, völlig klar.

Drum find ich überwiegend schön,

wenn Dinge bald zu Ende gehn.

Morgen bin ich endlich frei!

Oh wie ich mich darauf freu.


Lyrimo 28, Hermann Hesse „Stufen“

28. November 2019

„…und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne „

Nehmt diesen Wortlaut aus Hermann Hesses Gedicht „Stufen“ als Impuls…

Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,

drum fang schon an, nu mach doch hinne,

Wie lang soll ich auf Zauber warten?

Leg’n Zahn zu, will ich dir raten.

Wenn jetzt nicht gleich mein Zauber kommt,

Wird dir die Fresse weggebombt,

Wo Bartel Most holt zeig ich dir,

kommt jetzt nicht gleich mein Zauber hier.

Wirds bald? Hör mal, glaub ich spinne!

Willst du, dass ich selbst beginne?

Wenn du nicht gleich den Zauber bringst,

Vermute ich, dass du mich linkst.

Ich lass mich hier doch nicht verarschen!

Mach schon, sonst werd ich mit barschen

Worten dir mal was erzählen,

wenn dir sonst die Zauber fehlen.

Ich hab den Zauber reserviert,

der in dem Anfang residiert.

Drum los jetzt, leg Zauber hin,

bevor ich richtig sauer bin.

 


Lyrimo 27: Einladung zum Kaffee

27. November 2019

Kaffee

Köstlich schwarzer Trunk

den Abends bis zum Morgen

Zur Bewusstseinsweiterunk

Man sich kann besorgen.

 

Kaffee

Oh du Zaubertrank

den ich aus tiefster Seele

Ob gesund oder auch krank

Mir zum liebsten wähle

 

Kaffee

Meine Zuversicht!

Du bewegst mich immer,

sogar wenn ich armer Wicht

vor Müdigkeit noch wimmer.

 

Kaffee

Herrliches Phantom,

das du mich begleitest,

von Helsinki bis nach Rom,

Oh! Wie du mich reitest.

 

Kaffee

Dir gehört mein Leben,

und mein ganzes Sein.

Ohne dich wär eben

nichts nur halb so fein!

 

Kaffee

Du bringst bis zuletzt

Mir Segen und Sonne,

Wirst du ins Gedärm gehetzt

Verbreitest du dort Wonne.

 

Kaffee

Einzig du allein

Dienest mir zur Labung

Dich bedingt mein Sein,

Und all meine Habung.

 

Kaffee

Wie du jeden Tag

Mir zur Stärkung dienst,

Du weißt, wie ichs mag!

Und wie du mich verwöhnst!

 

Kaffee

Ohne dich wär ich

Einer der letzten Lurche.

Ich wär sicherlich

Noch durcher als durche.

 

Kaffee

Du gibst mir mein Selbst,

Herrscher meiner Seele!

Wenn du auch Zähne gelbst,

Ich brauch deine Befehle!

 

Kaffee

Heiße Hydration,

Ist es denn zu glauben?

Darf ich dich jetzt wieder schon

Mir in die Fresse schrauben?

 

Kaffee

Dir zu Ehren sing ich

Frisch koffeiniert!

Nur dank deiner kling ich

Wie es dir gebührt!

 

Kaffee

Denn du bist

Alles, was ich brauche,

Und wenn du mich küsst

drinnen in meim Bauche,

 

Kaffee

Singt die Welt mit mir

Denn dein Verwöhnaroma

Belebt die Pflanze wie das Tier,

Pneuma, Sarx und Soma.

 

Kaffee

Nun ist aber Schluss,

ich geh dich jetzt trinken.

Genug von diesem Stuss!

Lass uns zum Abschied winken.

 

Kaffee.