Sechs und Drugs und Rock ’n Roll

Das war der letzte Zahlentitel. Versprochen.

Heute möchte ich mal ohne jeden aktuellen Anlass gemeinsam mit euch über eine Frage nachdenken, die mich immer mal wieder beschäftigt, zu der ich mir aber einfach nicht recht eine Meinung bilden kann. Es geht um die Legalisierung von Drogen. Allen. Harte und weiche Drogen unterscheiden ist für Schwächlinge, echte Männer legalisieren alles oder gar nichts. Begriffsklärung: Ja, ich meine Crack und Heroin und auch Tabak und Alkohol, Schokolade und Kaffee aber nicht.

Dass meine Gedanken von keinerlei Fachkenntnis belastet sind, soll kein Grund mehr sein, sie für mich zu behalten. Da haben wir viel zu tun. Holt euch was Warmes zu trinken und setzt euch bequem hin, das könnte jetzt ein bisschen länger dauern.

Ich bin von der Grundeinstellung her ein libertärer liberaler Extremist. Ich finde, dass alles erlaubt sein sollte, was niemand anderem schadet. Natürlich kann man über den Begriff des Schadens lange und verquer diskutieren, und natürlich muss man auch an die Kinder denken (Helen-Lovejoy-Witz bitte selbst einfügen), aber ich kann erstmal nichts Strafwürdiges daran finden, dass jemand Betäubungsmittel einnimmt. Konsequenterweise sollte es dann auch nicht strafbar sein, ihm diese Betäubungsmittel zu verkaufen.

Ich frage mich oft manchmal, was sich wohl eigentlich ändern würde, wenn Drogen komplett legal wären. Zunächst mal kann man wohl annehmen, dass sich die Qualität der verfügbaren Drogen deutlich erhöhen und damit die gesundheitlichen Schäden etwa aufgrund von Verunreinigungen deutlich nachlassen würden. Sicherlich würden Drogen billiger werden, und die ganze Szene käme eben überhaupt aus der kriminellen Ecke raus.

Außerdem könnten wir den teilweise aberwitzig hohen Aufwand zur Bekämpfung der Drogenkriminalität einsparen. Im Ernst: Wenn ich mal darüber nachdenke, was beispielsweise die USA für einen Zirkus veranstalten, um den Import von Betäubungsmitteln nicht zu verhindern, drängt sich schon ein bisschen die Sinnfrage auf. Vielleicht kann man mit den Ressourcen stattdessen Kinderpornographie bekämpfen – ach nein, das Problem haben wir hier in Deutschland ja schon per Stopp-Schild gelöst. (Billige Polemik macht auch mal Spaß.). Ob das mit dem Drogenproblem auch ginge? Aber ich schweife ab.

Dem stünde die Gefahr gegenüber, dass der Drogenkonsum steigt. Da bin ich jetzt ziemlich ratlos. Dafür spricht zum Beispiel, dass das Zeug billiger und leichter verfügbar wäre, dass man sich auf Reinheit und Qualität eher verlassen könnte und Drogen das Stigma der Kriminalität verloren hätten. Das will ich nicht unterschätzen, in Anbetracht der unbestreitbaren Tatsache, dass der Mensch an sich nicht besonders gut mit bewusstseinsverändernden Substanzen zurechtkommt. Wer das bezweifelt, muss nur mal spät abends eine Dorfkneipe oder das Oktoberfest besuchen.

Andererseits scheinen die Leute, die an Drogen rankommen wollen, sie auch jetzt schon zu kriegen. Ich habe gar nicht den Eindruck, dass die geltenden Gesetze den Konsum wirksam begrenzen würden. Mir kommt es vor, als würden sie ihn vor allem teurer und gefährlicher machen. Was man auch wieder befürworten könnte… Ich kann mir allerdings nicht recht vorstellen, dass sehr viele von denen, die derzeit drogenfrei leben, plötzlich anfangen würden, Heroin zu spritzen, bloß weil es nicht mehr verboten ist.

Gibt es Studien, die dazu was aussagen? Würde mich ernsthaft interessieren.

Ich will damit natürlich nicht anzweifeln, dass Drogen schlimm sind. Drogen sind schlimm, mkay? Aber ich bezweifle durchaus, dass der Weg, den wir gehen, um gegen sie zu kämpfen, der richtige ist. Mir scheint es oft so, dass da ein Riesenaufwand betrieben wird und dabei ja auch durchaus Menschen – Polizisten, Agenten, Soldaten, Verbrecher – zu Tode kommen, um am Ende relativ wenig zu erreichen. Vielleicht liegt das daran, dass ich davon eben nichts verstehe, aber genau deshalb sind ja auch alle drei Leser dieses Beitrags aufgefordert, sich an der Diskussion zu beteiligen. Vielleicht lernen wir was draus, und das wär doch schon mal was.

PS: Ach Mensch, im Titel steht ja noch was von Musik. Äh… Funny van Dannen ist ganz wunderbar. Unbedingt mal anhören. Meine dringende Kaufempfehlung wäre das Album Authentic Trip (Na wenn das nicht zum Thema passt!), aber ich hab auch kein anderes von ihm…

6 Responses to Sechs und Drugs und Rock ’n Roll

  1. Gott ist meine einzige Droge. Am liebsten pur und aus der Bong. Starke Blogroll!

  2. murielsilberstreif sagt:

    Mein erster Kommentar von jemandem, den ich nicht kenne, juhu! Vielen Dank dafür, und als Ergänzung zur Begriffsklärung: Es zählen nur existente Drogen. Gott ist also raus aus meinem Thema, obwohl ich so eine Gott-Bong gerne mal sehen würde…

  3. Wer in meinen Blog pinkelt, dem pinkel ich in seinen. Dann wünsche ich mal viel Erfolg.

  4. Triffels sagt:

    Eigendlich bin ich auch der Meinung, dass man Drogen legalisieren sollte, von wegen Freiheit und Eigenverantwortung und so. Aber dann google ich Begriffe wie Krokodil (Desomorphin) und komme zu dem Schluss, dass Menschen manchmal halt doch vor sich selbst geschützt weden sollten

  5. Muriel sagt:

    Sollten sie vielleicht manchmal. Ich halte es nur für einen zweifelhaften Weg, das zu tun, indem man sie bestraft.

  6. Triffels sagt:

    @muriel:

    Ich halte es nur für einen zweifelhaften Weg, das zu tun, indem man sie bestraft.

    Ebenfalls. (Deshalb habe ich ja auch nicht von Strafe geschrieben.)

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