Hier hätte beinahe dieser Beitrag gestanden:

„In Hannover kann man besichtigen, wie es mutmaßlich aussähe, wenn die Textilreinigungsbranche verstaatlicht würde. Offenbar hat es dort ein einziges Unternehmen durch Kundenunfreundlichkeit, unfassbar lange Bearbeitungszeiten, und unverschämte Preise, die sich nur durch den kostenpflichtigen (!) Erwerb einer Kundenkarte auf ein halbwegs erträgliches Niveau zurückführen lassen, geschafft, den gesamten Markt der Region an sich zu ziehen.
Moment mal, sagt ihr, das sind doch alles gar keine Wettbewerbsvorteile, damit kann man doch keinen Markt erobern! Habe ich auch gedacht, bevor ich nach Hannover gezogen war. Da kannte ich die Stichweh Textilreinigungen noch nicht.
Bis ich meine Kleider abholen kann, dauerte es in der Regel eine gute Woche, und ich konnte mich noch in jeder Filiale darauf verlassen, mit einem Blick begrüßt zu werden, der deutlich zu verstehen gab, dass es für die Mitarbeiterin gerade 100 herrliche Dinge gäbe, die sie jetzt tun könnte, wenn ich nicht reingekommen wäre. Jede Frage und jedes Versehen (Kundenkarte vergessen, Genuschel nicht verstanden…) wurde mit einem deutlichen Augenrollen quittiert.
Ach ja, Mittwoch ist Hosentag und Freitag Jackentag, da ist die Reinigung besagter Kleidungsstücke kaum noch teurer als an jedem beliebigen Tag in einer normalen Reinigung. Wenn man eine CleanCard hat. Die übrigens 20,- EUR pro Jahr kostet. Manchmal habe sogar ich Zweifel an der freien Marktwirtschaft“

Aber dann ist was passiert.  Die letzten zwei Male, als ich in der für mich am günstigsten gelegenen Filiale Hosen abgab und dann abholte, wurde ich sehr freundlich begrüßt und überhaupt erstaunlich gut behandelt. Eine Erinnerung an frühere Zeiten kam nur einmal auf, als beim Abholversuch nach genau einer Woche die freundliche Mitarbeiterin mich misstrausch ansah und und fragte: „Jetzt schon? Sind die schon fertig?“ Aber sie sah dann nach, und die Hosen waren fertig, und alles war gut.

Es zeugt vielleicht schon von verzerrter Wahrnehmung, dass zwei Besuche ohne grobe Unhöflichkeit mein Herz erweichen können, aber es ist nun einmal so. Deshalb schreibe ich nicht nur das, was da oben steht, sondern außerdem noch:

„Meine Erfahrung mit anderen Textilreinigungen ist allerdings eher beschränkt, und vielleicht hatte ich auch einfach sonst immer nur Glück. Sollten andere Stichweh-Kunden (oder -Mitarbeiter) diesen Beitrag lesen und finden, dass ich unfair bin und dass die Preise eigentlich gar nicht so überhöht sind oder dass eine Woche Reinigungszeit doch ganz normal ist, würde ich mich sehr freuen, davon zu erfahren.“

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