Neulich am Notdienst-Telefon

(Ja, der Chef bloggt bei uns nicht nur selbst, er geht sogar manchmal selbst ans Telefon.)

Freitagabend, gegen 19:30 Uhr:
Ich: [Mein Name und der des Unternehmens], wie kann ich Ihnen helfen?
Anruferin [Typ sympathische ältere Dame]: Ja, guten Abend, ich wollte Sie mal fragen, wie diese Nummer in mein Notizbuch kommt.
Ich: Diese Nummer?
Anruferin: Ja, die steht hier. Was machen Sie denn?
Ich: Wir sind ein Sanitätshaus.
Anruferin: Ach, dann machen Sie also Wasserleitungen und Rohre, ja?
Ich: Nein, ein Sanitätshaus. Wir bringen Rollstühle und Rollatoren und sonstige Hilfsmittel.
Anruferin: Ach so. Aber wie kommt denn jetzt die Nummer hier hinein? Da steht auch gar nichts weiter dabei, das ist auch in so einer schönen Schrift, das ist gar nicht meine.
Ich: Ja, das kann ich leider nicht beantworten. Kann ich denn sonst etwas für sie tun?
Anruferin: Nein, danke schön, ich wollte nur wissen, wo die Nummer herkommt. Irgendjemand hat die hier in mein Notizbuch geschrieben…
Ich: Wo sie herkommt, kann ich Ihnen leider nicht sagen, ist aber jedenfalls unsere.
Anruferin: Gut, vielen Dank.

Samstagmorgen, gegen 9:30 Uhr
Ich: [Name des Unternehmens und mein Name], wie kann Ihnen helfen?
Anrufer [Mann im mittleren Alter, spricht sehr langsam und undeutlich]: Ja guten Tag!
Ich: Guten Tag, was kann ich für Sie tun?
Anrufer: Sie können mal mein Bruder anrufen.
Ich: Ich soll Ihren Bruder anrufen?
Anrufer: Ja, genau.
Ich: Warum soll ich denn Ihren Bruder anrufen?
Anrufer: Ich will dem mal was sagen.
Ich: Aha. Haben Sie denn die Rufnummer Ihres Bruders?
Anrufer: Nein.
Ich: Ich habe die leider auch nicht. Deshalb kann ich Ihren Bruder leider nicht für Sie anrufen.
Anrufer: Na, dann lassen wir das.
Ich: Kann ich denn sonst irgendwas für Sie tun?
Anrufer: Nein, danke.

Sonntagmorgen, gegen 2:30 Uhr
Ich: [Name des Unternehmens und mein Name], wie kann ich Ihnen helfen?
Anrufer [Typ älterer Herr, der jüngere Männer fragt, wo sie gedient haben]: Hallo, bin ich da richtig bei [Name unseres Unternehmens]?
Ich: Ja, da sind Sie richtig. Was kann ich denn für Sie tun?
Anrufer: Ich habe am Montagnachmittag um zwei einen Termin mit Ihnen, und ich wollte nachfragen, ob es dabei bleibt.
Ich [zögernd, unsicher, was ich dazu sagen soll]: Wenn Sie einen Termin mit uns haben, dann werden wir den sicherlich auch einhalten. Ich kann das jetzt aber von hier aus nicht überprüfen. Wissen Sie denn, mit wem sie einen Termin haben?
Anrufer: Nein, das weiß ich nicht, so ein junger Mann von Ihnen.
Ich: Also, wenn Sie mit uns einen Termin haben, dann halten wir den auch ein, da müssen Sie sich keine Sorgen machen.
Anrufer: Na gut. Danke.

6 Responses to Neulich am Notdienst-Telefon

  1. pyrrhussieg sagt:

    Der Freitag ist Spitze, der Samstag auch, der Sonntag geht. Wie kommt denn dieser Kommentar hierhin? Habe ich den geschrieben? 🙂

  2. Muriel sagt:

    Ich räume ein, dass der Sonntag an sich eher mäßig ist. Wenn du aber die Uhrzeit berücksichtigst und dich ein bisschen in meine Situation versetzt (Ich pflege um die Zeit zu schlafen.), gewinnt er vielleicht ein bisschen.

  3. […] Leben: Ich habe an diesem Wochenende das Notdienst-Telefon, aber ich habe nicht daran gedacht. In den drei Stunden von Beginn des Kurses bis zur Mittagspause […]

  4. marliesh4u sagt:

    Das kenne ich!!
    http://www.schwangerschaft-geburt-stillen.de/index.php/archives/55

    Bisher war mir aber nicht klar, dass Sanitäthäuser ebenfalls betroffen sind.

  5. Muriel sagt:

    @marliesh4u: Ja, wenn einer einen Notdienst hat, dann kann er was erzählen. Die Leute vergessen einfach gerne, dass da ein Mensch am Telefon ist, dessen Leben nicht nur darin besteht, auf ihren Anruf zu warten.
    Sanitätshäuser sind davon insofern betroffen, als wir von seiten der Krankenkassen vertraglich verpflichtet sind, einen technischen Notdienst rund um die Uhr zu gewährleisten. Bezahlt wird der natürlich nicht.

  6. HMM sagt:

    Ja, kenne ich auch. Das gehört zum Job im Sanitäthaus.

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