Monkey see, monkey do

Alle reden von der Wahl, also will ich auch. Es gibt aber nicht mehr viel zu sagen, was nicht alle anderen auch schon gesagt haben, deshalb fasse ich mich kurz und gehe nur auf ein einziges Detail ein, das meiner Meinung nach mit viel zu wenig Verwirrung und Ungläubigkeit behandelt wird:

Was zum *$%%?#! denkt sich die SPD eigentlich dabei, in Thüringen den Ministerpräsidenten stellen zu wollen? Hallo? Linke 27,4 – SPD 18,5. Was gibt es denn da zu diskutieren? Dürfen wir dann konsequenterweise erwarten, dass die SPD nach der kommenden Bundestagswahl mit Freuden einen Grünen Bundeskanzler mitwählen wird?

Also, ich meine, wir müssen die Kirche doch mal im Dorf lassen.

11 Responses to Monkey see, monkey do

  1. Manuel sagt:

    Ja, das ist schon ziemlich weltfremd von der SPD. Allerdings ist die stärkste Partei in Thüringen die CDU und auf Bundesebene gibt es eine große Koalition, warum nicht auch in T?

  2. Denny Crane sagt:

    Klarer Fall von Realitätsverlust…

  3. Andi sagt:

    Vielen Dank erstmal für den großartigen Link der Elefantenrunde Schröder vs. Deutschland. Das war ein absolutes Highlight und ich lag damals tränenlachend vorm Fernseher. Ich werde Schröder bei der nächsten Elefantenrunde vermissen.

    Zurück zum Stück:
    Ich versteh das Gewese von dem Matschie nicht, denke aber manchmal, dass da der Name Programm ist. (Und ich bin weiß Gott gegen blöde Namenswitze.)
    Schön für ihn und seine Partei, dass sie demnächst wieder in Thüringen mitregieren wird. Damit hat die SPD dort sicher ein Wahlziel erreicht. Trotzdem ist man nur drittstärkste Kraft dort. Wenn sie sagen, sie wollen mit der Linkspartei koalieren, sollen sie das tun – hab ich generell nur wenig gegen. Aber dann sollen sie auch Ramelow als Ministerpräsidenten akzeptieren.
    Oder sie machen´s mit der CDU – aber dann fallen sie ja um, weil sie deutlich gemacht haben, dass Althaus nicht mehr Ministerpräsident sein kann und darf.

    Die Linken zu benutzen, um (wieder mehr) Stimmen zu generieren (was ja auch im Saarland so irgendwie gelungen ist), ist dann schäbig, wenn man nicht akzeptieren kann, dass sie auch den MP stellen.
    Lafontaine sagt im Saarland ja nun auch nicht, dass er MP sein will, wenn er mit der SPD koaliert.

  4. Muriel sagt:

    @Manuel: Ja, kann auch passieren, aber den CDU-Mann will die SPD ja auch nicht als Ministerpräsidenten akzeptieren. Also fast das gleiche Problem.#
    @Andi: Schröder war natürlich was Besonderes, aber ich glaube, dass wir auf Steinmeiers Auftritt gespannt sein dürfen.
    Die SPD hat sich da anscheinend in eine ziemlich unmögliche Situation manövriert, denn laut Matschie hat sie vorab beschlossen, auch Ramelow (oder überhaupt einen Linken) auf keinen Fall zum Ministerpräsidenten zu wählen. Vielleicht dachten sie, wenn ein SPD-Gremium die absolute Mehrheit beschließt, wird der Wähler es ja wohl nicht wagen, anders zu entscheiden.

  5. Oliver sagt:

    Wow, hier eine Politik-Diskussion….
    ich denke, es ist klar, dass der Linke Mann nicht den Präsi geben kann.
    Die Grünen spielen da einfach nicht mit.
    Die einzige koalitionsfähige Regierung würde da nur unter einem SPD-Mann gelingen. Denke ich, oder ?

  6. Muriel sagt:

    @Oliver: Jaja, hättest du uns nicht zugetraut, was?
    Die Grünen werden doch gar nicht unbedingt gebraucht, wenn ich das richtig sehe. Außerdem bleibt dadurch ja meine Frage offen: Wenn die Grünen nach der Bundestagswahl sagen: Bei einem SPD-Kanzler spielen wir nicht mit, sagt Steinmeier dann: In Ordnung, wählen wir eben Frau Künast?
    Oder gilt die Regel dann doch noch, dass die stärkste Fraktion den Regierungschef stellt?

  7. Andi sagt:

    Also, die Grünen müssten in Thüringen tatsächlich nicht gefragt werden… Wenn sich SPD und Linke zu einer Koalition entscheiden, schaffen sie das auch ohne die Grünen. Das kann man gut oder schlecht finden – ich finde, die Grünen fehlen dann als Regulativ.

    Ich glaube, dass die Linken auch schon gerne irgendwo (wieder) die Regierung bilden wollen. Und das können sie sowohl im Saarland als auch in Thüringen ja erreichen, aber eben nur mit der SPD. Dass CDU und Linke sich zusammenschließen, darf weiter bezweifelt werden. 🙂
    Wenn Matschie in Thüringen sagt, er will Ministerpräsident werden, müsste seine Partei schon einige Zugeständnisse an die Linken machen und einige große Ressorts abgeben.
    Was immer die SPD in Thüringen macht – sie wird verlieren. Koaliert sie mit den Linken, wird das Bild vom rot-roten Gespenst weitergemalt und die CDU fängt schonmal an, wieder rote Socken zu stricken.
    Koaliert sie mit der Union und Dieter Althaus, fallen sie nicht nur um, sondern verlieren auch weiterhin an Profil.

  8. Endlich muss ich mal nicht mit dem guten Muriel diskutieren. Bin nämlich ganz exakt seiner Meinung. Die größere Partei stellt den Ministerpräsidenten bzw. den Kanzler oder satanischen Hohepriester oder was auch immer.

  9. Andi sagt:

    Dieter Althaus ist übrigens zurückgetreten… falls es jemanden interessiert… 🙂

  10. Mirco sagt:

    Ach die SPD, was soll man da noch sagen?

  11. Oliver sagt:

    Okay, dann habe ich das falsch in Erinnerung. Naja…wenn dann keine grüne Bremse da ist 😉 sollte dem nichts im Wege stehen.
    Aber im Hinblick auf den Bundeswahlkampf wäre es vielleicht ein frühzeitiges Eigentor. Futter für die Schwarzen sozusagen.
    Es steht halt viel auf dem Spiel. Nicht nur die Landtagswahl selbst.

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