Die Möglichkeit einer Insel

Heute berichte ich von unserer Zeit auf der wunderschönen subtropischen Vulkaninsel Jeju.

Das ist doch der Gipfel

Wir haben lange überlegt, ob wir diese Insel überhaupt besuchen sollen, weil sie zwar teilweise mit Leidenschaft in den Himmel gelobt wird (Ein Koreaner, der uns in Seoul freundlicherweise mit dem Busfahrplan half, antwortete auf die Frage nach Jeju beispielsweise mit verklärtem Blick: „It is heaven!“), andererseits aber bei anderen Quellen als langweilige Touristenfalle gilt. Am Ende haben wir uns dann aber entschieden, fünf Tage dort zu verbringen, und das war so:

Wir kamen am späteren Nachmittag an und hatten deshalb am ersten Tag nicht mehr so wahnsinnig viel Zeit, nachdem wir uns angemessen über die fantastisch gestaltete Lobby unseres Hotels gefreut hatten.

Die Möglichkeit zweier Inseln

Futter für die Fische kann man übrigens für rund einen Euro im Delicatessen-Laden kaufen. Clever, oder?

Ein bisschen sind aber doch noch herumgelaufen, weil laut unserem Reiseführer ganz in der Nähe drei fabelhafte Wasserfälle versteckt sein sollten. Auf der spaßigen bunten Touristenkarte, die man uns an der Rezeption aushändigte, sah es so aus, als wäre man in fünf Minuten da, aber es wurde dann doch eine ganz ordentliche Wanderung. Immerhin hatten wir auf diese Weise schon Gelegenheit, die steinernen Großväter kennen zu lernen, für die Jeju  bekannt und mit denen die ganze Insel vollgestellt ist.

Großvater, warum hast du so große Augen

Nicht ganz so bekannt, aber genauso ubiquitär, sind übrigens diese fröhlich eingefärbten Spinnen, deren teilweise grotesk riesige Netze zuverlässig verhindern, dass Touristen sich von den abgesteckten Pfaden entfernen.

Spinne

Nachdem wir die mutmaßlich steilste Brücke der Insel überquert hatten, war es dann endlich (beinahe) soweit, dass wir die Wasserfälle erreicht hatten. Allerdings war es beim zweiten schon ziemlich dunkel, sodass wir den dritten gar nicht mehr aufgesucht haben und ich euch nur ein Foto vom ersten anbiete.

Wasserfall

Am nächsten Tag fuhren wir zum Sanbanggulsa-Tempel.

Tempel

Dort gab es Schmetterlinge:

Schmetterling 1

Diese Sorte hier konnte man auf den ersten Blick durchaus mit Vögeln verwechseln. (Die Blüte auf diesem Foto ist auch abnorm groß, deswegen sieht man es nicht so gut.)

Schmetterling2

Und diese hier, äh, mit, naja, was anderem.

Dort gab es aber auch noch eine Buddha-Klon-Armee, deren Übernahme der Weltherrschaft wohl nur noch verhindert werden kann, wenn ihr das Fellmonster zuvorkommt.

Buddhaberg

Der dritte Tag begann mit dem Schokoladenmuseum, das nicht nur in einem sehr interessanten Gebäude untergebracht ist,

Chocolate Castle

sondern auch mit solchen schmackhaften appetitanregenden kalorienreichen ästhetisch äußerst anspruchsvollen Exponaten zu gefallen weiß:

künstlerisch wertvoll

Den Nachmittag verbrachten wir im botanischen Garten von Hallim. Das hat uns zwar sehr gefallen, aber ich will euch hier trotzdem nicht mit Bildern von Kaffee-, Kiwi- und Bananenpflanzen langweilen, sondern beschränke mich auf ein Foto aus dem angenehm kühlen und dicht bevölkerten röhrenförmigen Höhlensystem aus Lavagestein, das ebenfalls zum Hallim-Park gehört.

I'm Batman

Eigentlich wäre das für den Tag alles Blogwürdige gewesen, aber dann lief uns nach dem Abendessen das hier über den Weg:

Die Musik, die ihr da hört, stammt keineswegs aus dem Ghettoblaster, den ich selbst immer auf der Schulter trage, die kommt von der Kutsche, und zwar aus demselben Lautsprecher wie das Hufgeklapper und die Schreie des Kutschers. Dem wollten wir nachgehen, und das führte uns an die Quelle des Übels:

Zum vierten Tag gibt es nicht viel zu erzählen, da haben wir nämlich den „Spirited Garden“ besucht, und ich hoffe, dass diese Bilder euch die Schönheit dieses famosen Gartens näher bringen als meine Worte es könnten:

Garden1

 

Garden2

Garden3

Garden4

 

Garden5

Garden6

Am letzten Tag haben wir vormittags vor dem Abflug noch Jeju City kennengelernt, dort aber nichts weiter Aufregendes entdeckt. Allerdings wissen wir nun, woher diese sonderbaren Toilettensysteme kommen, die uns während unseres gesamten Korea-Aufenthaltes doch immer wieder nachdenklich gemacht haben:

viel Auswahl

Und jetzt sind wir in Beijing. Aber das ist eine andere Geschichte.

10 Responses to Die Möglichkeit einer Insel

  1. Andi sagt:

    Kommt zu Beijing denn auch noch eine Geschichte? 🙂

    Ich hab seit eben ein neues Reiseziel. Die Kutschen sind schonmal der Knaller und als ich dann die Bilder von dem Garten gesehen habe, war ich verliebt. Da muss ich hin. Und High-Tech-Klodeckel sind auch voll meins, glaub ich. Ich bin völlig euphorisiert. Meine Güte…

  2. Muriel sagt:

    @Andi: Zu Beijing kommt auch noch was, keine Angst. Ich komme nur nicht ganz hinterher. Ich weine jetzt noch wegen all der Sachen, die ich bei Jeju weggelassen habe, damit das überhaupt noch jemand liest.
    Ich freue mich dann auf den Bericht über deine Korea-Reise.

  3. Andi sagt:

    Bis ich nach Korea reise, können noch Jahre vergehen. 🙂

    Du kannst übrigens meinetwegen die Berichte ruhig noch länger machen. 🙂

  4. Arctica sagt:

    Ich bin auch noch dabei, ich les auch mehr ^^. Die Kutschen sind ja… also… äh… ich bin sprachlos.

  5. Andi sagt:

    Ich möchte in so ´ner Kutsche heiraten, aber ich denke, dass krieg ich nicht durch. 🙂

  6. Arctica sagt:

    Ich möchte auch in einer Kutsche heiraten, aber garantiert nicht in so einer… ^^

  7. Andi sagt:

    Da haste was mit meinem Liebsten gemeinsam. 🙂

  8. fragmentjunkie sagt:

    Schöner Bericht. Demnach ist Korea auch ganz mein Fall…

  9. pampashase sagt:

    Die Fotos waren so schön und dazu interessant erläutert…da hätt ich auch gerne noch einen zweiten Jeju Teil 🙂

  10. […] voran, Sehenswürdigkeiten hat man auch keine entdeckt, und man wünscht sich nach Jeju zurück, wo alles so schön grün und freundlich war. Aber von da an geht es wieder bergauf. Der erste Sonnenstrahl ist die Taxirechnung, die nämlich […]

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