Fragebogen nach Marcel Proust

Seit es diesen Fragebogen im FAZ-Magazin gab, habe ich darüber nachgedacht, ihn selbst auszufüllen. Und immer habe ich gedacht, dass mir bestimmt nichts besonders Geistreiches einfällt, weil viele Fragen auch echt schwierig sind. Heute ist es endlich soweit. Und ich weiß, dass ich Recht hatte.

Was ist für Sie das grösste Unglück ?
Langeweile. Kann ich gar nicht ab.

Wo möchten Sie leben ?
Egal, Hauptsache lange.

Was ist für Sie das vollkommene irdische Glück ?
Ich glaube nicht an das vollkommene irdische Glück, aber falls ich mich da irren sollte, liegt es bestimmt irgendwo am Meer.

Welche Fehler entschuldigen Sie am ehesten ?
Natürlich solche, die aus Versehen passieren.

Ihre liebsten Romanhelden ?
Warum denn mehrere? Naja, ich tu, was man mir sagt: Haviland Tuf und Tyrion Lannister.

Ihre Lieblingsgestalt in der Geschichte ?
Ich kenne nicht viele historische Gestalten, aber der Alte Fritz hatte immer einen Sympathiebonus. Es gibt so viele schöne Sprüche, die ihm zugeschrieben werden, wie zum Beispiel dieser auf die Bitte eines nahe gelegenenen Dorfes, den Pfarrer auszutauschen, weil dieser nicht an die Auferstehung glaube: „Pfaffe bleibt. Wenn er am Jünsten Tage nicht auferstehen will, mag er liegen bleiben.“

Ihre Lieblingsheldinnen in der Wirklichkeit ?
Meine Freundin Keoni. Meine Mutter, selbstverständlich.

Ihre Lieblingsheldinnen in der Dichtung ?
Kennt ja eh keiner, aber: The Lady aus der „Black Company„-Reihe und Soulcatcher, ebenfalls.

Ihre Lieblingsmaler ?
Zeitgenössisch Manfred W. Jürgens, bei den alten vielleicht Gauguin

Ihr Lieblingskomponist ?
Zählt Billy Joel?

Welche Eigenschaften schätzen Sie bei einem Mann am meisten ?
Welche Eigenschaften schätzen Sie bei einer Frau am meisten ?
Charakter, Charakter, Charakter. Man denkt, jeder hat einen, aber weit gefehlt.

Ihre Lieblingstugend ?
Pünktlichkeit. So schön trivial.

Ihre Lieblingsbeschäftigung ?
Schreiben.

Wer oder was hätten Sie sein mögen ?
Maître Chocolatier.

Ihr Hauptcharakterzug ?
Hoffentlich Humor.

Was schätzen Sie bei Ihren Freunden am meisten ?
Auch. Was kann man noch an einem Menschen auszusetzen haben, der wirklich Humor hat?

Ihr größter Fehler ?
Faulheit. Ganz, ganz schlimme Faulheit. Finale Faulheit.

Ihr Traum vom Glück ?
Wieso, bitte, ist das nicht das Gleiche wie Frage Nummer drei? Trotzdem. Ewiges Leben.

Was wäre für Sie das größte Unglück?
Nie zu erfahren, warum manche Fragen in diesem Fragebogen doppelt vorkommen.

Was möchten Sie sein ?
Ein Magier natürlich.

Ihre Lieblingsfarbe ?
Die sind eigentlich alle ganz gut.

Ihre Lieblingsblume ?
Es gibt so eine, die nach Schokolade riecht, aber ich weiß nicht, wie die heißt.

Ihr Lieblingsvogel ?
Eisvogel.

Ihr Lieblingsschriftsteller ?
George R. R. Martin.

Ihr Lieblingslyriker ?
Matthias Schumacher.

Ihre Helden in der Wirklichkeit ?
Don Quichote und Donald Rumsfeld.

Ihre Heldinnen in der Geschichte?
Die Frage hatten wir jetzt wirklich schon.

Ihre Lieblingsnamen ?
Jennifer und Richard.

Was verabscheuen Sie am meisten ?
Spontan denke ich an Heuchelei, aber wenn ich länger nachdächte, fielen mir bestimmt noch viel mehr Sachen ein.

Welche geschichtlichen Gestalten verachten Sie am meisten ?
Ach Gott, naja, ich kenne die eben alle nicht so gut. Das Führungspersonal der DDR vielleicht.

Welche militärischen Leistungen bewundern Sie am meisten ?
Clevere, die mit wenig Opfern auskommen.

Welche Reform bewundern Sie am meisten ?
Naja, bisher keine, aber ich bin sicher, dass es in den kommenden Tagen mit einem endlosen Feuerwerk bewundernswerter Reformen losgehen wird. Wirklich. Ganz bald. Morgen. Oder nächste Woche vielleicht.

Welche natürliche Gabe möchten Sie besitzen?
Ohne Schlaf auszukommen, wäre eine gute Sache, oder?

Wie möchten Sie sterben ?
Gar nicht?

Ihre gegenwärtige Geistesverfassung ?
Nachdenklich natürlich.

Ihr Motto ?
Man wird sehen.

So, das war’s. Ich mache aus der Sache kein Stöckchen, aber natürlich würden mich eure Antworten auch interessieren, egal, ob ihr sie nun in eurem Blog schreibt oder vielleicht einzelne hier in die Kommentare. Für Verbesserungsvorschläge zu meinen bin ich natürlich auch dankbar.

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10 Responses to Fragebogen nach Marcel Proust

  1. Die Erklaerung sagt:

    Ich fühle mich gebauchpinselt.

  2. Andi sagt:

    „Was kann man noch an einem Menschen auszusetzen haben, der wirklich Humor hat?“
    Nichts, absolut nichts. Hinzufügen möchte ich aber, dass Menschen, die Humor haben und über sich selbst lachen können, die Tollsten sind.

    Deine finale Faulheit macht dich sympathisch. Und Billy Joel zählt unbedingt.
    Aber möchtest du wirklich ewig leben? Warum bloß?

    Zum Schluss eine private Frage, wenn du gestattest:
    woher kommt der Name Keoni? Den finde ich schön. Noch nie gehört bis dato.

  3. Muriel sagt:

    @Andi: Ja, ich bin zwar noch einigermaßen jung, bin mir nach meinen bisherigen Erfahrungen aber doch sicher, dass ich das Leben für dem Tod bei Weitem vorzuziehen halte. Mir ist aber natürlich klar, dass man das auch differenzierter sehen kann.
    Keoni ist ein hawaiianischer Name, es handelt sich um eine Variante des verbreiteten Namens John. Damit hat meine Freundin sich ein eigentlich maskulines Pseudonym ausgesucht, aber das fügt sich ja recht hübsch zu einem Ganzen, wenn man bedenkt, dass Muriel eigentlich ein Mädchenname ist.

  4. Andi sagt:

    Hehe… okay, verstehe. Danke für die Aufklärung. 🙂

    Natürlich ist das Leben dem Tod vorzuziehen. Seh ich ja auch so. Aber ich weiß noch nicht, ob ich für immer leben will. Ich werde ja vermutlich auch nicht fitter und jünger, sondern älter und gebrechlicher… Das halte ich noch nicht wirklich für erstrebenswert.

  5. Muriel sagt:

    @Andi: Die ewige Jugend gehört natürlich dazu, wenn ein Traum vom Glück draus werden soll, da gebe ich dir Recht.

  6. Salomea sagt:

    Hallo Muriel,

    ich danke dir – und das meine ich ernst – für das einstellen dieser Fragen. Ich dachte immer der im „Focus“ sei schlimm, aber der im FAZ Magazin ist offenbar härter…

    Liebe Grüße

    Salomea, die das Gefühl hat jetzt zu wissen warum sie vor zehn Jahren an Proust verzweifelt ist 😉

  7. […] Fragebogen nach Marcel Proust überschaubare Relevanz – PeopleRank: 1 – 06.10.2009 Seit es diesen Fragebogen im FAZ-Magazin gab, habe ich darüber nachgedacht, ihn selbst auszufüllen. Und immer habe ich gedacht, dass mir bestimmt nichts besonders Geistreiches einfällt, weil viele Fragen auch echt schwierig sind. Heute ist es endlich soweit Namen genannt : Billy Joel  Donald Rumsfeld  + voten […]

  8. leda sagt:

    also ich finde schon interessant dass jemand der schreibt nicht den Unterschied zwischen „wäre“ und „ist“ untersheiden kann und somit auch nicht den unterschied der zunächst „gleichen“ Fragen erkennen kann… das spricht nicht dafür dass man sich Zeit genommen hat reflektierte Antworten zu geben … sonst hätte das auffallen müssen …. !?!
    Zwischen der Gegenwart und dem Konjunktiv zu unterscheinden wäre eine Grundvoraussetzung für den Test ! 😉

  9. Muriel sagt:

    @leda: Du meinst, das ist so gemeint, dass die eine Frage nach dem Glück fragt, das ich tatsächlich erlebe, und die andere nach dem, das ich mir vorstelle? Kann natürlich sein. So ganz offensichtlich finde ich das aber keineswegs.
    Und wenn du mir noch einen kleinen Seitenhieb verzeihst, der für mein Selbstwertgefühl wichtig ist: Ich finde schon interessant, dass jemand, der sich über anderer Leute Sprachkenntnisse lustig macht, nicht zwischen Präsens und Indikativ unterscheiden kann…

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