Mann, ist der Diekmann

So, heute geht es mal nicht um die Schweiz, aber keine Sorge, dafür wahrscheinlich morgen wieder. Überschaubare Relevanz hat aus streng geheimer Quelle das nächste Interview der FAZ (Überschaubare Relevanz berichtete) mit Kai Diekmann vorab ergattert, und jetzt veröffentliche ich es schnell, bevor es jemand anders tut:

FAZ: Tag, Herr Diekmann, schön, dass Sie wieder hier sind.

Diekmann: Ja, ich freue mich auch.

FAZ: Neinnein, ich meine das nicht nur als Floskel. Ich empfinde es tatsächlich als eine ganz besondere Ehre, dass ein so vielbeschäftigter, erfolgreicher, überall beliebter und – wenn ich das sagen darf – unverschämt gutaussehender und charmanter Mann wie Sie sich bereit erklärt hat, unsere Fragen zu beantworten.

Diekmann: Gerne doch.

FAZ: Herr Diekmann, was ist das Geheimnis Ihre unfassbaren Erfolges? Ist es Ihre überragende Intelligenz, Ihr unschlagbares Führungstalent, Ihre immer wieder beeindruckende Eloquenz, oder vielleicht – wie manche Kritiker sagen – vor allem Ihr Wagemut und Ihre Bereitschaft, auch mal die Dinge zu sagen, die sich sonst keiner zu sagen traut?

Diekmann: Ich denke, es ist von allem ein bisschen. Und natürlich die Unfähigkeit der taz. Wenn die taz auch nur ein bisschen journalistisch arbeiten würde, dann hätten wir es sicher ein bisschen schwerer. Zum Glück sind die total unfähig, und Humor haben sie auch keinen. Voll blöd, die von der taz.

FAZ: Da haben Sie Recht. Gelegentlich wird Ihnen vorgeworfen, dass die von Ihnen geleitete BILD-Zeitung sich eher an die, sagen wir, einfacher gestrickten Mitbürger wendet, hin und wieder wird im Zusammenhang mit Ihrem unverzichtbaren publizistischen Organ sogar der Begriff des „Boulevardmediums“ verwendet. Das ist natürlich Unsinn, aber vielleicht wollen Sie sich trotzdem dazu äußern?

Diekmann: Klar. Sehen Sie, Boulevard ist ja auch wichtig, die Leute wollen das ja. Aber es muss Niveau haben, so wie bei uns. Nicht so wie in diesem Schmuddelblatt, der taz. Das kann ja nichts werden.

FAZ: Stimmt. Haha, das haben Sie schön gesagt. Würde es Ihnen eigentlich etwas ausmachen, wenn ich Sie jetzt küsse?

Diekmann: Ih, sind Sie schwul oder was? So wie die von der taz? Ich glaube nämlich, die sind auch alle schwul da.

FAZ: Wenigstens die Füße vielleicht?

Diekmann: Na gut, das geht.

8 Responses to Mann, ist der Diekmann

  1. Salomea sagt:

    Können wir einen Volksentscheid in Auftrag geben – bei dem natürlich die Bild-Leser ausgenommen werden -, dass dem Diekmann das Wort ein für alle Mal entzogen wird. Das ist ja ekelhaft, was der von sich gibt. Von jemandem der aussieht wie frisch aus der Sardinenbüchse ist vermutlich in dessen Öl-schmierigkeit auch nichts anderes zu erwarten 😦

    Ich votiere übrigens dafür, dass der seinen Vornamen zwangsgeändert bekommt. Geht doch nicht, dass der Weltbeste-Jung-Gebärdendolmetscher demnächst vielleicht mit „Du Diekmann!“ beschimpft wird! Mein armes Kaile!

  2. fragmentjunkie sagt:

    Also das Interview in der FAZ fand ich gut.
    Herr Díekmann macht das…naja…keine Ahnung, hat das einen bestimmten Zweck? Aber immerhin, Unrecht hat er nicht.

  3. Muriel sagt:

    @fragmentjunkie: Ich bin auch kein Fan der taz, und den Penis fand ich auch nicht besonders komisch, falls du das meinst. Trotzdem: Findest du nicht auch, dass das Interview, und noch viel mehr der folgende Artikel „Der Glückliche“, eine unerträgliche Lobhudelei und ungefähr so journalistisch waren wie ein Schulaufsatz über „mein schönstes Ferienerlebnis“?

  4. Oliver sagt:

    uupps, nun hatte ich so viel geschrieben und dann aus Versehen das Browswerfenster zu ixen…naja, jedenfalls hat das nicht viel mit Journalismus zu tun. Da bin ich bei dir. Aber die Aktion der taz ist ja??? (was soll das bitte sein und in welchem Zusammenhang steht das mit der taz – egal ich lese die taz ohnehin leider nicht)…
    ich finde es aber ganz lustig, wie der Diekmann da so als taz-Genosse auftritt.
    Achja, und der Diekmann ist natürlich auch irgendwo in einer Doppelrolle gefangen, er ist einerseits Chefredakteur der Bild aber auch gleichzeitig das, was Dieter Bohlen für RTL ist. Ohne die zweite Fähigkeit, hätte er den Job als Chefredakteur nicht bekommen. Vermute ich. Wenn man so will, ist also der Kai auch (bloß) ein (weiteres) Opfer des Systems „Bild“:

  5. Muriel sagt:

    @Oliver: Ich will mich ja wirklich nicht mit dir streiten, aber es fällt mir schon sehr schwer, sowohl Dieter Bohlen als auch Kai Diekmann als Opfer zu sehen.

  6. Oliver sagt:

    Das werden die beiden sicher auch nicht so sehen.
    Aber wenn sie es so sähen, würden sie vielleicht so handeln.
    Kann man das so sehen? Ja, denke schon. Sie sind natürlich auch eher aktive Täter, aber eingebettet in einem System, das schon vorher da war. Bild oder RTL haben die beiden nicht erfunden.

  7. Oliver sagt:

    „Aber wenn sie es so sähen, würden sie vielleicht anders handeln.“ – wollte ich schreiben 😉

  8. […] faz.net-Artikels der gleiche widerlich unkritische Schmacht ist, den ich inzwischen von dort gewohnt bin, kommentiere ich lieber nicht auch noch, der Schaum vor dem Mund wirkt auf die Kollegen hier im […]

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