Nimmermehr (31)

Heute erscheint der 31. Teil meines Fortsetzungsromans Nimmermehr. Wir lernen in diesem Kapitel Sonias Mutter kennen und werden Zeugen eines Gesprächs zwischen Clarence, Kira und dem dritten Mann. Viel Vergnügen.

Kurz zusammengefasst haben wir im ersten Teil eine junge Dame kennen gelernt, die an einem norwegischen Fjord wohnt und offenkundig unter ernst zu nehmenden psychischen Beschwerden leidet. Diese junge Dame bekam in der ersten Szene einen Anruf von Clarence und musste sich auf den Weg machen, um etwas für ihn zu erledigen. Sie bekommt später auch einen Namen, aber noch kennen wir den nicht.
Der zweite Teil stellte uns Sonia vor, eine junge Journalistin, die zurzeit nicht ganz freiwillig ihren Bruder bei sich beherbergt und einen geheimnisvollen Anruf bekommen hat, in dem ihr eine große Verschwörungsgeschichte angekündigt wurde.
Im dritten Teil waren wir dabei, als eine junge Frau, die der Fjordbewohnerin des ersten Teils kein bisschen ähnelte, in Oslo ein Flugzeug nach Deutschland bestieg, auf dem Weg nach Hamburg. 
Im vierten Teil kam Sonia ihrer Verschwörung näher, und zum Schluss stellte sie fest, dass die geheimnisvolle Anruferin den Mord an einem ehemaligen Hamburger Bürgermeister und seiner Familie vorhergesagt hatte.
Im fünften Teil sahen wir einer kinderlieben jungen Frau in einem Hamburger Hotelzimmer dabei zu, wie sie erschöpft auf ihrem Bett lag und sich an ihr hartes Tagwerk erinnerte, das ziemlich direkt mit dem vorhin erwähnten Mord zusammenhängt.
Der sechste Teil führt uns nach Afrika, wo wir einen neuen Mitarbeiter des Unternehmens Discordia, Incorporated, beim Beginn seines ersten Arbeitstages begleiten.
Im siebten Teil fährt Sonia zur Arbeit, frohen Mutes und bereit, sich in die Recherche für die Story ihres Lebens zu stürzen.
Die junge Frau hat im achten Teil noch eine PSP zu retten, zwei Überraschungseier zu essen, einen kleinen Auftrag zu erledigen und einen Kater zu beerdigen, bevor sie sich schließlich auf den Weg zu Sonia macht.
Sonia und die junge Frau, die uns nun endlich verrät, dass wir sie Lenore nennen dürfen, treffen im neunten Teil aufeinander, doch als Lenore siche gerade ernsthaft an die Arbeit machen will, taucht ein unterwartetes – und ein wenig absurdes – Hindernis auf.
Im zehnten Teil gibt es ein leider sehr kurzes Wiedersehen mit Kristina und Lenore und Sonia werden aus ihrer prekären Lage befreit.
Sonia gelingt im elften Teil die Flucht – gewissermaßen -, und wir lernen Clarence endlich mal persönlich kennen.
Lenores Tag hat eine ungute Wendung genommen, aber im zwölften Teil sieht sie schon wieder ein bisschen Licht.
Im dreizehnten Teil lernen wir Sonias Chef ein bisschen besser kennen, und er wiederum hat das zweifelhafte Vergnügen, Lenores Bekanntschaft zu machen.
Im vierzehnten Teil nimmt besagte Bekanntschaft ihren Lauf und kein gutes Ende.
Der fünfzehnte Teil führt uns nach Afrika. Wir besuchen Philippe, Kira und Clarence, aber es gibt leider keinen Tee und keine Kekse. Außerdem begleiten wir Sonias Bruder Marten zu seinem Lieblingsdealer.
Im sechzehnten Teil tritt mit Jan Hauptmann ein neuer Mitspieler auf, von dem wir erstmal nicht viel mehr erfahren, als dass er zum Thema Sauberkeit und Ordnung geteilter Meinung ist. Lenore erwacht aus einem langen, tiefen Schlaf, ohne sich besonders erholt zu fühlen. Trotzdem weiß sie nun, was sie zu tun hat.
Im siebzehnten Teil erwacht Sonia aus tiefem Schlaf und beginnt, sich mit dem Raum vertraut zu machen, in dem sie gefangen ist.
Der achtzehnte Teil führt Lenore zunächst in die Wohnung des Müsli essenden Drogendealers Pedro und dann per Taxi zu dem Haus, in dem sie Sonias Bruder Marten vermutet.
Sonia lernt im neunzehnten Teil ihren Entführer kennen und erfährt mehr über die Hintergründe dessen, was ihr widerfahren ist, während Lenore bei der Suche nach Marten die Hölle auf Erden erlebt.
Im zwanzigsten Teil zahlt sich Lenores Leiden aus, und Clarence und Kira führen ein problemorientiertes Gespräch.
Konstantin Klaus und Jan Hauptmann stellen im einundzwanzigsten Teil fest, dass sie nicht gut miteinander auskommen, und Lenore besucht mit Marten und ihrem Taxifahrer das etwas andere Restaurant.
Der zweiundzwanzigste Teil war ein bisschen albern, aber trotzdem lehrreich: Kira und Clarence brachten euch was Spannendes über Leichen bei, und Lenore hat für Marten gekocht.
Im 23. Teil bekam Sonia ihr Abendessen serviert und plauderte dabei noch ein bisschen mit ihrem Entführer, während Lenore Marten auf dem Weg zu Sonias Wohnung zu motivieren versuchte.
Die Wirkung ihres kleinen Motivationsseminars sehen wir im 24. Teil, außerdem entdeckt Lenore eine Spur, die sie zu Sonia führen könnte.
Im 25. Kapitel besucht Kira Mkoba, und sie bringt ein ungewöhnliches Mordwerkzeug mit, während Jan Hauptmann und Konstantin Klaus Lenores jüngsten Tatort begutachten.
Von dort aus fahren sie zu Frau Trautwein, die sie im 26. Kapitel als Zeugin vernehmen, und Philippe wird von Kira wieder auf freien Fuß gesetzt, nachdem seine Unschuld erwiesen ist. Er bekommt einen Obstkorb und eine Karte.
Im 27. Kapitel besucht Lenore den Waffenhändler ihres Vertrauens, um sich für Sonias Befreiung einzudecken, und überrascht danach ein paar kleine Pfadfinder.
Auch die Überraschung bei Sebastian Maas ist gelungen, und so kann Lenore Sonia im 28. Teil befreien und sie auf ein traumhaftes Mahl einladen, das leider ein etwas unfriedliches Ende nimmt.
Im 29. Kapitel schleppt Lenore sich aus dem Restaurant und trifft einen jungen Freund wieder.
Sonia betritt im 30. Kapitel das rettende Polizeikommissariat 26, und Julian gibt Lenore neuen Mut, bevor sie sich auf den Weg macht, um zu Ende zu bringen, was sie angefangen hat.

Das steht alles auch noch mal ausführlich auf der Geschichten-Seite, und jetzt geht es los:

Sabine Schopp summte leise die Melodie mit, die sie aus den Lautsprechern des Mövenpick-Cafés ab Flughafen hörte. Strangers in the Night. eigentlich hielt sie nicht viel von Sinatra. Ihr Bruder liebte Old Blue Eyes mit solcher Leidenschaft, dass er ihr sogar die Freude an seinen weniger bekannten Stücken für alle Zeiten ausgetrieben hatte. Sie tappte sogar den Rhythmus mit den Fingern auf ihrem Koffer mit. Das zufriedene Lächeln war sicher in ihrem Gesicht verankert, obwohl sie jetzt schon seit einer Viertelstunde auf ihren Mann wartete, der sie eigentlich abholen wollte. Wahrscheinlich stand er im Stau.
Sabine Schopp war blendender Laune. Sie hatte die letzten zwei Tage in Mailand verbracht – Milano, sie selbst nannte alle italienischen Städte nur bei ihren italienischen Namen und kümmerte sich nicht darum, dass das gelegentlich affektiert wirkte – und fühlte sich wie nach einem mehrwöchigen Urlaub. Italien hatte diese Wirkung auf sie, und es gab keine Region Italiens, die sie so sehr liebte wie die Lombardei, und keine Stadt wie Milano. Sie konnte Stunden damit zubringen, einfach auf der Piazza Mercanti die Palazzi zu betrachten, Espresso zu trinken und die Menschen zu beobachten. Italiener. Laut, aber sympathisch. Lebhaft eben. Südländisch.
Natürlich freute sie sich auch, wieder nach Hause zu kommen. Sie hatte Carsten vermisst, und war ein bisschen besorgt, ob er nicht doch böse war, dass sie zugestimmt hatte, ohne ihn zu fliegen. Aber er war selbst Schuld, er hatte es ja vorgeschlagen.
Am kommenden Wochenende würde sich die ganze engere Familie, also sie selbst und Carsten, ihre Mutter und seine, ihr Bruder, Sonia und Marten, zum Abendessen treffen. Sie freute sich sehr darauf, Sonia wieder zu sehen. Und auch Marten natürlich. Marten. Ihre Hände hörten für die Zeit eines Seufzers mit dem Trommeln auf, aber das Lächeln blieb.
Sie konnte es kaum erwarten, ihnen ihre Geschenke zu geben. Carsten würde seines sofort erhalten, für ihn hatte sie eine EcoSphere gekauft, ein ovales Glasgefäß, in dem sich ein komplettes Ökosystem befand. Kleine Krebse schwammen darin herum, die sich von Algen ernährten, die für ihr Wachstum nur Sonnenlicht und die vorhandenen Nährstoffe benötigten. Sie hatte es schon aus dem Koffer geholt und hielt die Plastiktüte mit dem Karton in der Hand.
Angeblich würde alles darin ganz von selbst weiter leben für mindestens fünf Jahre, ohne dass man Futter dazugeben oder das Glas auch nur berühren müsste. Carsten wäre sicher begeistert. Er hatte vor acht Jahren mal ein Aquarium gekauft, aber aus irgendwelchen Gründen waren ihm stets nach kurzer Zeit sämtliche Fische eingegangen. Nach dem dritten Versuch hatte er aufgegeben. Sonia und Sabine zogen ihn noch heute gerne mit seinem schwarzen Daumen auf. Sie grinste. Ein versiegeltes, völlig autarkes Ökosystem hinter einer robusten Glaswand war genau das richtige für ihn.
Seine einzige Möglichkeit, Schaden anzurichten, bestand darin, die Kugel in eine dunkle Schublade zu legen und mehrere Tage darin zu lassen. Sie machte sich eine gedankliche Notiz, das regelmäßig zu überprüfen. Wenn sie mal wieder für eine Weile ohne ihn verreiste, würde sie natürlich einen Krebssitter engagieren müssen, dachte sie, und lachte leise. Sie freute sich auf seinen Gesichtsausdruck, wenn sie ihm das erklärte.
Für Sonia hatte sie einen grässlich kratzigen dunkelbraunen Schal mitgebracht. Aus Rache. Zu ihrem letzten Geburtstag hatte sie von ihrer Lieblingstochter ein sehr ähnliches Accessoir erhalten, das offenbar aus bemalten Drähten bestand, jedenfalls fühlte es sich auf der Haut so an.
Und für Marten hatte sie eine kniehohe Actionfigur der Hauptperson aus Waterworld mitgebracht. Sie selbst fand weder den Film noch die Figur besonders ansprechend, aber er würde sich sicherlich darüber freuen. Falls er nicht schon eine hatte. Sabine seufzte noch einmal, wieder ohne ihr Lächeln zu verlieren. Sie hatte zu wenig Kontakt zu ihrem Sohn. Sie war sich ziemlich sicher, dass das nicht ihre Schuld war, aber das machte es natürlich auch nicht besser.
Sonia hatte sogar einmal angedeutet, dass er vielleicht Drogen nahm. Was war nur passiert? Marten hatte in der Schule immer ganz ordentliche Zensuren bekommen. Nicht so wie Sonia, deren schlechteste Zensur stets die Zwei Minus in Musik gewesen war, aber doch besser als der Durchschnitt. Erst später, als er sein erstes Studium angefangen hatte – Medizin; Carsten war sich von Anfang an sicher gewesen, dass das ein Fehler gewesen war – da hatte er sich von ihnen entfernt. Das Studium hatte er abgebrochen. Dann ein neues angefangen, Archäologie, und nach zwei Semestern abgebrochen. Dann nichts mehr. Wenn sie ihn fragten, was er machen wollte, schnitt er nur eine Grimasse und zeichnete ein Quadrat in die Luft. Square. Spießer meinte er damit. Ob er wohl wusste, dass sie den Ausdruck kannte? Sabine lächelte. Ihrer Meinung nach war sie recht gut auf dem Laufenden für eine Siebenundvierzigjährige. Andererseits dachten die anderen das wahrscheinlich auch alle.
Sabine beschloss, beim Essen am Wochenende noch einmal zu versuchen, mit ihm zu sprechen. Nicht, dass sie das nicht schon oft versucht hätte… Vielleicht war es die gehobene Urlaubsstimmung, die ihr die Hoffnung gab, dass es diesmal anders laufen könnte. Aber vielleicht konnte sie ja auch wirklich…
Sie unterbrach den Gedanken, als sie Carsten in seinem Rollstuhl in der Menge der umherhuschenden Menschen in der Halle entdeckte. Sie hob ihren Arm, winkte ihm zu, nahm den Koffergriff in die Hand und eilte auf ihn zu.
„Na“, sagte sie, als sie nah genug bei ihm war, dass er sie hören konnte, „Du hast dir aber ganz schön Zeit gelassen, hast du etwa…“
Zum ersten Mal seit Stunden, möglicherweise sogar seit Tagen, flackerte das Lächeln in ihrem Gesicht, als sie sein Gesicht sah.
„Was…?“
Er schüttelte den Kopf.
„Zu Hause“, sagte er.
Sie sog Luft ein, und ihr Atem stockte, während sie darüber nachdachte.
„Nein“, sagte sie schließlich, „Das geht nicht. Das halte ich nicht aus. Was ist los, Carsten?“
Er sah sich mit einem beinahe verzweifelten Blick um.
„Ich kann das nicht hier.“
Sie zeigte auf einen der vielen Wegweiser.
„Es gibt hier einen Andachtsraum, da können wir uns unterhalten. Aber ich werde jetzt nicht eine Stunde lang im Auto neben dir sitzen und darauf warten, zu erfahren, welche Katastrophe passiert ist, während ich weg war.
Er zuckte die Schultern und rollte vor ihr her zu der menschenleeren Flughafenkappelle, und sie setzte sich darin auf einen Stuhl, ihm gegenüber. Sie bemerkte gar nicht, dass sie immer noch die Tüte mit der EcoSphere trug.
„Was ist passiert?“
Er sah sie lange Zeit an, bevor er antwortete, Ihr kam es vor, als wären es fast fünf Minuten, bevor er begann. Er machte es kurz. Er versuchte nicht, sie vorzubereiten oder zu schonen. Marten war tot. Sonia war entführt worden. Vielleicht von der gleichen Person, die Marten getötet hatte.
„Er ist tot?“ fragte sie.
Carsten nickte.
Sie spürte, wie ihre Unterlippe zu zittern begann, und dann spürte sie die ersten Tränen über ihre Wangen laufen.
„Aber – aber Sonia geht es gut?“ fragte sie.
Er kam näher und nahm sie in den Arm, so gut er das aus seinem Rollstuhl heraus konnte.
„Sie… Sie haben gesagt, dass wir die Hoffnung nicht aufgeben sollen, aber…“ Er seufzte. „Ich weiß nicht, ob sie mich nur schonen wollten. Niemand hat Lösegeld verlangt. Die Polizei meint, dass es nicht um Geld geht.“
Nicht um Geld? Aber worum sollte es denn dann gehen? Warum sollte denn sonst jemand Sonia entführen? Und Marten. Sabine dachte an die entsetzliche Actionfigur in ihrem Koffer, und dann begann sie zu schluchzen.
„Ich ha-hab dir was mit-mitgebracht“, stieß sie hervor und befreite sich aus seinen Armen, um ihm die Tüte entgegen halten zu können.
Carsten blickte mit starrer Miene darauf hinab, dann nickte er mit einem Hauch eines zitterigen Lächelns. Er nahm das Geschenk und legte es auf seinen Schoß.
„Es ist ge-genau das richtige für dich“, sagte sie. „Aber we-wenn ich das nächste Mal weg bin… We-wenn ich das nächste Mal…“
Er beugte sich vor, um sie wieder in den Arm zu nehmen.
Bevor sie ihr Gesicht in der Halsbeuge ihres Mannes vergrub, sah Sonia Schopp noch, wie die Tür der Kapelle sich öffnete und eine junge Frau eintrat.

„Sie ist ihr schon wieder entwischt.“
Clarences Finger gruben sich tief in die Armlehnen seines Sessels. Das ‚Siehst du, was hab’ ich gesagt’-Grinsen in Kiras Gesicht verbesserte seine Stimmung auch nicht.
„Schon wieder“, sagte er. Es klang ein bisschen merkwürdig, weil es ihm schwerfiel, seine Zähne auseinanderzubekommen.
„Genau“, antwortete die Stimme aus dem Lautsprecher. „Und jetzt ist sie in einem Polizeirevier in Blankenese.“
„Was für ein Glück, dass sie gar kein Ziel mehr für uns ist“, warf Kira ein.
„Ich käme an sie ran“, sagte die Stimme. „Es wäre nicht einfach, womit ich sagen will, es wäre nicht ganz billig, aber ich käme an sie ran.“
„Was nützt uns das?“ fragte Clarence. „Wenn Sonia tot ist, dann ist Lenore weg.“
„Wir können ihr einen neuen Auftrag geben“, meinte Kira. „Dann könnten wir alles genau so vorbereiten, wie wir es brauchen.“
Clarence schüttelte seinen Kopf. „Nein. Wir bringen es jetzt zu Ende. Und dafür brauchen wir Sonia als Köder.“
„Wie ihr meint“, sagte die Stimme. „Aber ich weiß nicht, ob sie ein geeigneter Köder ist, solange sie sich in polizeilicher Obhut befindet.“
„Lenore wird sich etwas einfallen lassen.“ Clarence sah, wie Kiras Augen sich weiteten und wie sie ihren Mund öffnete, um so etwas zu sagen wie: ‚Klar, hat sie ja bisher auch immer, und ist doch prima gelaufen, oder nicht?’, aber er hob eine Hand, und sprach weiter: „Und wenn wir sie dabei noch ein bisschen unterstützen, wird es schon klappen.“
„Ich tue mein Bestes, aber ich muss aufpassen“, sagte die Stimme aus dem Lautsprecher. „Mein Partner hier traut mir nicht besonders, glaube ich, und wenn ich zu viel in eure Richtung arbeite, könnte er dahinterkommen, dass ich für das andere Team spiele.“
Clarence zuckte wieder die Schultern. „Was willst du damit sagen, du musst aufpassen? Machst du das normalerweise nicht?“
„Du weißt, was ich meine.“
„Ja. Und du weißt auch, was ich meine, oder? Ich schätze, das macht das hier zu einem erfolgreich beendeten Gespräch.“
Clarence unterbrach die Verbindung, ballte eine Hand zur Faust und schnaubte.
„Was denkt der Kerl?“
Kira grinste weiter.
„Vielleicht solltest du mich einfach die ganze Sache in die Hand nehmen lassen, Schatz.“
„Sollte ich vielleicht. Aber ich gönne es dir nicht, Kira. Ich weiß, dass du darauf schon lange wartest, und ich werde nicht zulassen, dass Lenores Tod deine persönliche kleine Trophäe wird. Das hat sie nicht verdient.“
„Was hat sie verdient, Clarence?“ fragte Kira. Das Grinsen war verschwunden. „Was hat sie verdient, hm? Sag mir, was sie dafür verdient hat, dass sie einen lächerlich einfachen Hit zu unserem privaten kleinen Fucking-Vietnam gemacht hat, sag es mir bitte!“ Zum Schluss schrie sie beinahe.
Jetzt war es Clarence, der lächelte. Es war ein trauriges, melancholisches, sehr kleines Lächeln.
„Genau das, was sie bekommen wird“, antwortete er leise.

Lesegruppenfragen:

  1. Kennt eventuell jemand den Andachtsraum des Flughafens in Hamburg? Ich bin nie dazu gekommen, sie mir selbst anzusehen.
  2. Was denkt ihr von Leuten, die Mailand immer Milano nennen, und Italien am besten noch Bella Italia?
  3. Was denkt ihr, was Lenore verdient hat?
  4. Weiß jemand von euch, ob und wie man hier bei WordPress Links setzen kann, ohne ein Pingback zu senden? Es nervt mich ein bisschen, dass jeder neue Nimmermehr-Beitrag alle alten anpingt…

5 Responses to Nimmermehr (31)

  1. DeserTStorM sagt:

    Also DAS les ich jetzt nicht alles. Heute Abend, wenn ich Zeit habe dann 🙂

    Zu 2. : Solche Leute sind ziemlich bescheuert und müssen ein recht einsames langweiliges Leben haben, wenn sie sich versuch durch so etwas zu pushen. Peinlich – mehr auch nicht.

    Du kannst Pingbacks für bestimmte Artikel verbieten in WordPress 🙂

  2. Salomea sagt:

    Gibts bei deinem Theme unter den Artikeln aufm Dashboard nicht zwei Kästchen mit Häkchen? Einen zum Kommentare zulassen oder nicht und darunter ist bei jedem Theme das ich bisher hatte „Allow Trashbacks and Pingbacks“, mach das Häkchen einfach raus. Oder lösche die Pingbangs über dein Dashboard (werden da ja mit den Kommentaren zusammen angezeigt) – der Link bleibt.

    Was 2. angeht, mir persönlich ist das egal. Bei einem Charakter finde ich persönlich das aber okay bis gut, weil der Leser sich dann an den Charakter, selbst wenn es nur ein Platzhalter ist, erinnern.

    Liebe Grüße

  3. Muriel sagt:

    @Salomea: Ach so. Ich dachte immer, dass ich damit das Empfangen von Pingbacks unterbinde, nicht das Senden. Weil da ja steht „Allow… ON this page“. Versuche ich aber demnächst mal. Gelöscht habe ich die Pingbacks natürlich bisher sowieso immer.

  4. pampashase sagt:

    2. Da kommen mir die älteren, reichlich geschminkten (gerafften und gespritzten) Damen mit auffälligem Hut in den Sinn…wenn du so fragst.

    3. Hmmm…*überleg…

    Sie ist eine Auftragskillerin und war ohne jegliche Skrupel. Jetzt wird sie „weich“, weil sie totkrank ist.

    Hmmm…ich bin mir immer noch nicht sicher! 🙂

  5. Muriel sagt:

    @pampashase: Zumindest, was ich denke, was sie verdient hat, weißt du ja jetzt. Obwohl mein Urteil sich natürlich eher dramaturgischen Gesichtspunkten orientiert als an moralischen.

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