Wichtelbloggen

[Edit: Ich hatte es schon angekündigt, heute erscheint im Rahmen des weihnachtlichen Wichtelbloggens ein Beitrag von einem geheimnisvollen Gast. Ich wünsche euch viel Vergnügen.]

Es war einmal eine kalte sternenklare Nacht …

 
Durch die Nacht fuhr eine Eisenbahn mit einem höchst wichtigen Mann als Lokomotivführer. Er trug einen roten Mantel, eine rote Zipfelmütze und hatte einen langen weißen Bart.

Der Mann in dem Zug hatte einen Auftrag, er hatte viele Geschenke mit an Bord und den Auftrag diese Geschenke zu einem bestimmten Ort zu bringen. Er war spät dran und so heizte er den Triebwagen in einem fort, damit die Lokomotive schnaufend den vereisten Schienen durch die Dunkelheit folgen konnte – alle Beteiligten zusammen in der Hoffnung das Ziel sehr bald zu erreichen.
Unterwegs trafen der Mann natürlich unterschiedliche Gestalten. Einmal eine sehr komische Figur, die weiß wie Schnee war, lustig vor sich hin grinste und offensichtlich verdammt viel Spaß daran hatte im Winter bei eisiger Kälte im Schnee zu stehen.
Später lagen sogar Erdnüsse im Schnee. „Was machen denn Erdnüsse hier zu dieser Zeit?“, fragte sich der Mann im Zug und konnte sich keinen Reim machen über das seltene Vorkommen dieser Früchte in jener Nacht.
Bis ihm angesichts der nächsten Begegnung klar wurde, wer da seine Wegweiser gestreute hatte- Es war der einzige Mann weit und breit, der die Nüsse knacken konnte. Er musst wohl die anderen Nüsse unterwegs verloren haben.
Auch der Nussknacker grinste sich eins in seinen Bart während ihm der Mann in der Lokomotive zuwinkte und Lokomotive und Lokomotivführer schnaufend weiter fuhren. „Keine Zeit“, rief der Mann im Zug noch über seine Schulter zurück, „ich muss die Geschenke abliefern!“ Aber erst einmal musste er noch welche einsammeln, denn nach Nüssen lagen inzwischen fast schon tiefgefrorene Süssigkeiten auf den Gleisen.
Der Mann in dem Zug staunte nicht schlecht, als er unterwegs von einem anderen Zug ganz schnell rechts überholt wurde. „Wir sind die Geschenkspätlieferung!“, rief ein Teddybär winkend dem Mann im Zug zu. „Außerdem habe ich den wichtigen Weihnachtsbaum geladen!“ „Dieses Jahr geht alles drunter und drüber“, seufzte der Mann im Zug in seinen Bart, leicht bis mittelschwer verärgert von so einem Teddybärschnösel abgehängt worden zu sein.
Mittlerweile fing es auch noch an zu schneien …
Und kurze Zeit später fiel ganz dichter Schnee und lag in sehr kurzer Zeit so hoch, so dass der Mann im Zug kaum noch die Gleise entdecken konnte. „Brr …“, schimpfte der Mann in seinen Bart, „mir bleibt dieses Jahr aber auch gar nichts erspart. Als hätte ich es nicht eilig und wichtige Dinge zu erledigen.“
Aber unverzagt schickte er die Lokomotive blitzschnell durch die weiße Landschaft, sein Ziel und seine Bestimmung klar vor Augen, während in den Abteilen die Geschenke in der Zugbewegung vor sich hin klapperten und das Lied der weihnachtlichen Reise still sangen.
Langsam mehrten sich die guten Zeichen. Es fing wundervoll winterlich an zu duften, die Gleise rechts und links wurden umsäumt von Früchten und geheimnisvollen Gewürzen und der Mann im Zug fing an unvermittelt an, sich in einer Vision auf dem Sofa unter einem herrlich geschmückten Weihnachtsbaum sitzen zu sehen, dabei eine große Tasse heißen würzigen leckeren Glühwein zu trinken, während im Kamin die Holzscheite glühten und wohlige Wärme versprühten. Kurzentschlossen sammelte der Mann im Zug die Früchte und Gewürze und natürlich auch seine eigene Vision ein. „Man will ja nicht, dass noch was umkommt in diesen Zeiten“, murmelt er dabei in seinen Bart fürchterlich erschreckend, als er auf die Uhr guckt und erkennen muss, dass diese frecherweise einfach weiter gelaufen ist, während der Zug kurz stehen blieb.
Obwohl, den schönen Apfel da hinten an der Strecke, denn konnte er trotz der Eile nicht liegen lassen.
Und plötzlich war aller Ärger wie von Zauberhand verloren! Der Zug lief in dem Bahnhof ein an einem Ort, der mit B. anfängt. Und der Mann im Zug mit der roten Zipfelmütze, dem roten Mantel und dem langen weißen Bart sah den hellsten Stern, den er je auf Erden gesehen hatte und das lieblichste Engelskind, dass ihm in seiner langen Laufbahn jemals untergekommen war. Das Kind wurde bewacht von wilden Tieren und von der Liebe, die wie ein großes Herz über der wunderschönen Szene schwebte.
Aller Ärger und alle Eile war verschwunden und der Moment war still, friedlich und voll unbekannter Schönheit.
Als der Mann sich kurz umdrehte, sah er all seine Freunde, die er unterwegs auf seiner Reise getroffen hatte und die ihre Gaben auch mitgebracht hatten.
Alle waren unglaublich froh, so zusammen gekommen zu sein in dieser besonderen einen Nacht, sie verteilten die Geschenke untereinander und tranken gemeinsam vom heißen gewürzten Wein, nicht ohne den Leserinnen und Lesern dieses einzigartigen Blogs:
zu wünschen!
Bleiben nun noch drei Fragen übrig, die der Blogeigner nun beantworten können sollte:
a) Wer ist der Mann in der Geschichte, wie heißt er?
c) Durch welches Land reist der Mann in seinem Zug?
d) Wie heißt der Ort in dessen Bahnhof der Zug seine Endhaltestelle hat?

12 Responses to Wichtelbloggen

  1. spontiv sagt:

    Ich bin schwer begeistert! Und ich weiss auch wer der Wichtel ist! Ha!

  2. Muriel sagt:

    Ich habe ja nun noch drei Fragen zu beantworten und versuche mal mein Bestes:
    a) Das soll doch wohl der Weihnachtsmann sein, oder nicht? Und da der Rest der Ereignisse für mich doch nach Weihnachtsgeschichte klingt muss er wohl durch das
    c) Westjordanland nach
    d) Betlehem reisen.
    Oder weiß es jemand besser?
    @spontiv: Da weißt du mehr als ich. Gefallen hat’s mir jedenfalls auch, sehr weihnachtlich und damit genau das, was meinem Blog sonst gefehlt hätte. Stimmung kann ich nämlich nicht so.

  3. […] Muriel von der überschaubaren Relevanz ist mit einer sehr schönen Bildergeschichte bewichtelt word… […]

  4. Salomea sagt:

    Ist das niedlich! Ich finde die Idee mit der Bildergeschichte schön und es sind ja eigentlich ganz simple Fotos. Versteh ich das richtig, dass du nicht weiß wer’s gemacht hat? Aber wie ist es dann in dein Blog gekommen? Habt ihr einen Zentralverteiler oder so für euer Spiel?

  5. Muriel sagt:

    @Salomea: Du verstehst das richtig. Die Zentralverteilerin ist Bhuti, und so, wie ich das sehe, versuche ich mich demnächst auch mal selbst darin.

  6. […] Beethoven Loveletters Danilolablog Wir müssen nicht gut finden … Kundenkunde Wissenswerkstatt überschaubare Relevanz Blinde-Kuh &  Blindes Huhn 1+1=1 Die […]

  7. tigger sagt:

    Ich hab da auch so eine Ahnung. Wenn mich nicht alles täuscht, war es auch schwierig die Mitbewohner vom „ich will auch ins Bild“ abzubringen 🙂

  8. jekylla sagt:

    Ich könnte mir auch sehr gut vorstellen, wer das gewesen sein könnte 🙂

  9. Muriel sagt:

    @tigger, jekylla: Habt ihr denn einen Tipp für mich? Oder war das schon einer?

  10. Muriel sagt:

    Tja. Ich bin immer noch ratlos, aber damit es nicht so aussieht, als hätte ich es nicht einmal versucht, gebe ich wenigstens einen Tipp ab: Es kommt mir so vor, als könnte möglicherweise Utele diesen Artikel geschrieben haben. Kann das jemand bestätigen oder widerlegen?

  11. Ute sagt:

    Danke für das Kompliment diese schöne Geschichte geschrieben haben zu können. Aber ich war’s nicht.

    Der Tipp mit den Mitbewohnern klingt für mich nach Katzen, ich hätte da ja eine Idee…

  12. […] Wie ihr wisst, habe ich an Bhutis Blogwichteln teilgenommen, und dabei habe ich einen sehr liebevoll gemachten Beitrag von creezy bekommen. Ich habe aber natürlich auch was verschenkt, wie sich das beim Wichteln […]

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