Back for Good

Joi, das war ein Tag. Die Weihnachtsvorbereitungen erfordern dieses Wochenende einen großen Teil unserer Zeit; deshalb habe ich heute für euch die Gedanken, die mir beim Backen so durch den Kopf gegangen sind:

  • Werden Springerle als Geschenke zum Nikolaustag besonders von Leuten mit rechter Gesinnung geschätzt? (Rüdiger, wenn du möchtest, erkläre ich dir den Witz gerne.)
  • Würfeln die Leute, die Backbücher schreiben, die Mengenangaben in ihren Rezepten aus, oder streuen die einfach absichtlich mal einen Fehler ein, um das kritische Denken ihrer Leser herauszufordern? Eventuell liegt es auch an einer räumlichen Varianz der Naturgesetze, die außer mir noch niemandem aufgefallen ist. Im Schnitt erfordert aber ungefähr jedes dritte Rezept deutlich mehr oder weniger Flüssigkeit, als im Buch angegeben ist.
  • Wie schaffen es die Leute eigentlich, immer just dann anzurufen oder an der Tür zu klingeln, wenn man gerade seine Hände im Teig versenkt hat? Glücklicherweise waren wir zu zweit.
  • Mein Lieblingsplätzchenbuch enthält neben den eigentlichen Rezepten noch ein paar brisante Tipps, die backerfahrene Leser an die Redaktion geschickt haben. Also quasi Rezepte 2.0. Zum Beispiel:
    • „Oft ist mir das Schälen von Mandeln zu arbeitsaufwendig. Dann kaufe ich fertig geschälte Mandeln.“
    • „Ich hatte keinen Ahornsirup im Haus und habe ihn deshalb durch weitere 100g braunen Zucker ersetzt.“
    • „Wenn es flott gehen soll, backe ich Friesische Taler statt der Ringe. Das spart unheimlich Zeit, und geschmacklich kommt es auf das gleiche Ergebnis hinaus.“
    • „Zimtsterne haben in unserer Familie keine lange Lebensdauer, weshalb ich von vornherein schon einmal die doppelte Menge backe.“

Darunter stehen dann immer Name und Wohnort der Tippgeber, vielleicht, damit man sich auch mal persönlich bedanken kann.

13 Responses to Back for Good

  1. rundumkiel sagt:

    Die Frage, wie die Mengenangaben in den Rezepten zustande kommen, habe ich mir auch schon oft gestellt. Manchmal „recherchiere“ ich richtig. Ein bis zwei Kochbücher und dann nochmal bei chefkoch.de geguckt. Jeder scheint eigene Mengen zu nutzen. Und genau das mache ich dann auch. Ich mach das alles immer nach Gefühl. Wird meistens was. Also: Wozu überhaupt Mengenangaben. Grobe Richtungen würden mir reichen…

  2. ruediger sagt:

    @Muriel
    Ein echter Service, merci. Wenn es bei dem Wort „Spingerle“ um ein Synonym für „Springerstiefel“ geht, habe ich es verstanden, auch wenn es Anis-Plätzchen sind. 😳

  3. Muriel sagt:

    @rundumkiel: Ich halte das eigentlich für die richtige Vorgehensweise, tue mich gerade beim Kochen und Backen aber mit so Gefühlsmengen immer schwer. Sagt garantiert auch irgendwas über mich aus…
    @ruediger: Perfekt, ich dachte tatsächlich an die Springerlestiefel.

  4. ruediger sagt:

    \o/ <= hurra | :mrgreeen:

  5. Katja sagt:

    Die Flüssigkeitsmenge in Backrezepten ist immer eine Circaangabe. Verlass dich ruhig auf dein Gefühl, dann passt’s. Speziell bei Hefeteig habe ich die Erfahrung gemacht, dass das den Unterschied zwischen „Ich steh mit Hefeteigen auf Kriegsfuß.“ und „Ist ja ganz einfach.“ ausmacht.
    (Katja, Südhessen :mrgreen: )

  6. Rene sagt:

    Meine Tochter hat kürzlich einen Hefeteig mit zu viel Wasser gemacht. Das war vielleicht ein Gepappe! Nicht zu gebrauchen.

    Als Naturwissenschaftler kann ich nicht davon ablassen, dass es möglich sein muss, zuverlässige Angaben in Rezepte zu schreiben. Obwohl ich selber immer Pfannkuchen nach dem Rezept „Eier mit Mehl glatt Rühren, und dann Milch dazu bis es passt“ gemacht habe.

    Frohes Backfest!

  7. pampashase sagt:

    Ich hab mal in einer Reportage etwas über Meßbecher erfahren, was mein Weltbild stark erschüttert hat…war aber auch eine Erklärung für Fehlschläge in der Küche!

    Ein Liter ist nicht immer ein Liter…die Meßbecher sind nicht zuverlässig! :mrgreen:

    …desgleichen die Küchenwaagen

  8. Verdammt ich hab an den ebenfalls rechten Springerle-Verlag gedacht. Aber mit Humor hab‘ ich eh nix am Hut.

  9. Muriel sagt:

    @pampashase: Ja, aber… Die Unterschiede werden ja wohl nicht auf das Doppelte oder die Hälfte hinauslaufen, das wäre mir aufgefallen, glaube ich…
    @Der Postillon: Daran liegt es nicht. Es ist vielmehr so, dass dein Humor etwas subtiler ist als meiner. Springerle-Verlag, wer soll denn darauf kommen?

  10. Muriel sagt:

    @Rene: So sehe ich das nämlich auch. Meine naturwissenschaftliche Karriere ist nach einer kurzen aber eher unbefriedigenden Jugend-Forscht-Erfahrung friedlich und schmerzlos eingeschlafen, aber ich fühle mich dem Weltbild schon noch verpflichtet. Sogar Pfannkuchen mache ich strikt nach Rezept. Das hat bisher aber immer geklappt.

  11. theomix sagt:

    Amüsant. Ich bin erstaunt, dass du dich hingebungsvoll der Weihnachtsvorbereitung widmest. Das hätte ich ja nun nicht erwartet. Aber sollte Inkonsequenz vorliegen: ich finde sie eine der schönsten Untugenden…
    Nun weiß ich aus eigener Erfahrung, dass Weihnachten feiern nicht unbedingt weltanschaulich gebunden sein muss. Ich kommentierte bereits in dieser Richtung. Und habe daraus einen Beitrag gemacht, der aber erst nach dem Fest erscheint. Am „Tag der unschuldigen Kinder“.
    Die Rezepte-Tipps sind originell.
    Ist das Werk denn gelungen? Das würde ich ja gerne wissen. Und dass das Fest gelingen möge, wünsche ich auch!

  12. Muriel sagt:

    @theomix: Ich mag Weihnachten. Wie kommst du bloß auf die Idee, es könnte anders sein? Ich feiere auch gerne Ostern, meinen Geburtstag, und Chanukka würde ich eigentlich auch gerne noch, aber das vergesse ich immer.
    Auf deinen Beitrag freue ich mich.
    Die Kekse sind gut geworden, allerdings haben wir viel länger gebraucht, als wir gedacht hatten. Wie jedes Jahr.

  13. theomix sagt:

    Irgendwo, meine ich, hätte ich schon einen Weihnachtsgruß hinterlassen. Manchmal meine ich das nur und vergesse den Kommentar zu senden… Deshalb, egal, ob noch oder zum ersten Mal:
    Frohes Fest!

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