Menschenähnlich (6)

Auch die Organisationsarbeit für Bfasdmzbhudesevwigs konnte mich nicht davon abhalten, den sechsten Teil meines Fortsetzungsromans „Menschenähnlich“ für euch vorzubereiten. Es ist diesmal sogar ein ziemlich langer geworden, obwohl ich natürlich hoffe, dass er euch nicht so vorkommt. Viel Spaß!

Was bisher geschah:
Im ersten Kapitel wohnen wir dem Aufbruch zweier Raumfahrer namens Jake und David bei, die eine kostbare Fracht aus 13 Androiden zu einem fremden Planeten transportieren sollen.
Bereits im zweiten Kapitel folgt der abschussbedingt gewaltsame Abbruch dieser Reise. Dafür lernen wir Kalon und An’Yik kennen, die sich als reisende Helden betätigen und dabei anscheinend auch manchmal vor ethisch nicht ganz einwandfreie Vorgehensweisen zurückschrecken. Sie sehen den Absturz des Raumschiffes und hoffen auf reiche Beute.
Im dritten Kapitel erwachen Jake und David in ihrem abgestürzten Raumschiff und retten sich, einen der Androiden und ein paar andere Kleinigkeiten in ein Rettungsboot, bevor das Schiff im Meer versinkt. Gleichzeitig lauert ein Schlichter gemeinsam mit ihrem verräterischen Gefährten Berren den beiden reisenden Helden auf, um sie einem unerfreulichen Schicksal zuzuführen.
Im vierten Kapitel packen David und Jake ihr neues Spielzeug aus, und Kalon erwacht aus der Betäubung, in die der Blasrohrpfeil des Schlichters in versetzt hat. Er stellt fast, dass seine Gefährtin An’Yik ihn zwar aus der unmittelbaren Gefahr retten konnte, nun aber ihre ganz eigenen Probleme mit dem Pfeilgift hat.
Im fünften Kapitel haben wir den Autokraten und seinen Ersten Sekretär Larn kennengelernt, die gemeinsam danach streben, die kostbare Ladung der Emerald-17 in die Hände zu bekommen. Währenddessen lernten David und Jake ein Stück dieser Ladung noch etwas näher kennen, und Kalon und An’Yik fanden ihre Spuren im Sand.
Bald ist das auch alles auf der Geschichten-Seite nachlesbar, wenn ich Zeit dafür finde, die zu aktualisieren.

Was heute geschieht:
„Er sprach die Worte, die niemals gesprochen,
er weckte den Fluch und den Wächter.
Er brach das Siegel, das niemals- Wahh, au!“
Shianuk hasste es, die verdammten Kulter zu füttern. Weil sie wusste, dass die blöden Viecher sie hassten. Weil der hässliche schwarze Eber mit dem einen gelben abgebrochenen Hauer und den fiesen kleinen Augen immer nur auf die richtige Gelegenheit wartete, sich von hinten in ihren Kniekehlen zu werfen, damit sie der Länge nach in den Dreck fiel, und er hatte es schon wieder geschafft.
Natürlich wäre ihm das schwerer gefallen, wenn sie sich ein bisschen mehr auf die Kulter konzentriert hätte und ein bisschen weniger auf ihr neues Gedicht, das sich einfach nicht ganz so zusammenfügen wollte, wie sie es sich vorstellte. Trotzdem war es die Schuld der blöden Viecher, und wenn ihr Onkel weniger Zeit mit seinen Schatzsuchen und mehr mit seinem Hof zugebracht hätte, dann hätte er die Kulter selbst füttern können. Und dann wäre es vielleicht nicht so schwer gewesen, jedes Jahr wieder den Zehnt zu bezahlen. Die Eintreiber würden bald wieder kommen – noch zwei Wochen nach ihrer Rechnung – und es war noch nicht annähernd genug da, um sie zufrieden zu stellen. Noots Strandwanderungen waren nichts weiter als Zeitverschwendung und Träumerei. Es war nicht so, dass er außer dem abgebrochenen Kopf eine Galionsfigur und einer Menge Treibholz jemals etwas Verwertbares gefunden hätte.
Nun war er aber wieder am Strand, und nun saß Shianuk hier im Schlamm und konnte den hämischen Blick des alten Ebers deutlich in ihrem Rücken spüren.
Immerhin hatte sie ihren Rock nicht frisch angezogen, sondern trug ihn seit fast einer Woche, was wohl hieß, dass es sowieso Zeit gewesen wäre, ihn mal wieder zu waschen. Seufzend rappelte Shianuk sich auf – was gar nicht so einfach war, denn der Schlamm im Kultergehege war tief und nass und glibberig und eklig -, schüttelte den noch in ihrem Eimer verbliebenen Rest Abfall auf den Boden und beeilte sich, über den Zaun zurück auf festen Boden zu klettern, bevor auch ihre Bluse noch mehr abbekam als nur das bisschen Schmutz an den Ärmeln, das sich sowieso nicht vermeiden ließ.
Mit einem herablassenden Lächeln sah Shianuk den Kultern beim Fressen zu, während sie ihre Hände an den noch nicht schlammigen Stellen ihres Rocks notdürftig abzuwischen versuchte, aber es war hoffnungslos. Das widerliche Zeug war so fein und doch so klebrig, dass es bis in die feinsten Linien ihrer Handflächen eindrang und dort nur noch mit einer harten Bürste herauszubekommen war, sie wusste das aus Erfahrung. Abgesehen davon würde sie den Gestank natürlich für Tage nicht mehr loswerden, egal, was sie tat. Da sie mindestens jeden zweiten Tag die Fütterung übernehmen musste, weil Onkel Noot wieder am Strand herumschlich, bedeutete das im Grunde, dass sie immer nach Kulterdreck stank.
Shianuk nahm einen tiefen, nachdenklichen, melancholischen Atemzug, als ihr Blick von ihren hoffnungslos dreckigen Händen über ihren hoffnungslos schlammigen Rock, über ihre nackten schmutzigen Füße und den notdürftig in Stand gehaltenen Hof bis zum baufälligen alten Bauernhaus wanderte, in dem sie gemeinsam mit ihrem Onkel wohnte.
„Ich will eine Prinzessin sein“, sagte sie, ganz ruhig und sachlich, während sie sich auf den Weg zur Pumpe machte. „Eine Prinzessin in einem fabelhaften Schloss mit fünfzehn Dienerinnen, die den ganzen Tag über mein herrlich wallendes güldenes Haar bürsten und mir alle zwei Stunden ein neues traumhaft schönes samtenes Kleid anziehen.“
Sie legte ihre schmierigen Hände um den Griff der Pumpe, so fest sie konnte, um nicht abzurutschen und gleich wieder hinzufallen, wenn sie das rostige alte Ding in Bewegung zu setzen versuchte. Es war schon oft genug passiert. „Eine Prinzessin, die den ganzen Tag in ihrem Turmgemach durch das Fenster auf eine unfassbar schöne Kulisse aus Bergen und anderen Türmen des fabelhaften Schlosses hinausblicken und ihre Gedichte schreiben kann.“ Langsam und quietschend und kreischend zum Erbarmen bewegte der Pumpenhebel sich nach oben, und als sie sich mit ihrem ganzen Gewicht drauf stützte, noch etwas langsamer auch wieder nach unten, während ein dünnes Rinnsal grünlichen Schleims in das Becken unter der Pumpe zu tröpfeln begann.
„Eine Prinzessin, die jeden Tag ein heißes Bad nimmt mit viel… viel Seife und duf… duftendem Öl und mit Rosenblüten da… darin…“
Sie hatte gar nicht gemerkt, wie sie angefangen hatte zu weinen.

Der Planet schien gar nicht so viel anders als die Erde. Es gab Bäume, Gräser, Büsche, Sand. Es gab strömenden Regen, der aber glücklicherweise erst vor Kurzem begonnen und daher kaum Gelegenheit gehabt hatte, sie ordentlich zu durchnässen. Hätte er nicht vorhin so eine Art Libelle durch den Lichtkreis des Lagerfeuers fliegen sehen, die einen kleinen Vogel in ihren viel zu vielen Beinen mit sich schleppte, hätte Jake wahrscheinlich gar keinen Unterschied zur Erde bemerkt.
Aber es war ja auch Nacht.
Sie hatten ihre Rettungsinsel vor knapp einer Stunde an Land gezogen und ihr Lager am oberen Ende des breiten Sandstrands zwischen Bäumen und Büschen aufgeschlagen haben, um Schutz vor dem Wolkenbruch zu suchen.
Er hatte im Laufe seines Lebens als Soldat und als Pilot schon fremdartigere Welten kennengelernt und gut überstanden. In Erinnerung an die Riesenlibelle graute ihm aber doch ein wenig bei dem Gedanken, welche Ungeheuer sich wohl noch in der Dunkelheit jenseits des Lichtkreises versteckten.
Noch viel mulmiger fühlte er sich allerdings wegen des Ungeheuers, das ihm gegenüber saß und mit seinem toten Blick direkt durch ihn hindurch ins Leere starrte. Ein guter Teil seiner Schwierigkeiten mit dem verflixten Ding bestand schon darin, dass er keine Ahnung hatte, wie er mit ihm umgehen sollte. Redete er mit ihr wie mit einem Menschen? Oder wie mit dem Bordcomputer der Emerald?
„Wie genau funktioniert’n das jetzt? Ich meine, toll, dass wir uns bisher so gut verstehen, aber… Du bist eine Maschine.“
David schaute von der Bedienungsanleitung auf, in der er herumgeblättert hatte und warf Jake wieder einen seiner skeptischen Blicke zu, als würde er sich fragen, ob Jake noch ganz dicht war.
Sie nickte. „Richtig.“
Sie trug nun den grauen Overall aus der Zubehörschachtel. Der Overall war ihr viel zu groß und ließ sie aussehen wie einen unterernährten Pitstop-Mechaniker, aber es war immer noch besser als gar nichts. Eigentlich merkwürdig, dass das Ding wie ein Sack an ihr hing und nicht ein bisschen figurbetonter saß. Nicht, dass Jake sich das gewünscht hätte, er war ganz froh, dass sie auf diese Weise weniger weiblich wirkte. Er fand es einfach nur merkwürdig, weil der Overall doch ihr Zubehör war, da hätte er doch wenigstens passen können.
Sie hatte aus vier Ästen und dem Schlauchboot ein behelfsmäßiges Dach gebaut, an dessen Seiten der Regen nun hinablief wie ein Wasserfall. Sie hatte Holz gesammelt und Feuer gemacht. Es war zwar eigentlich warm genug, aber das Feuer war gut, um die feuchte Kleidung zu trocknen und sich wenigstens ein bisschen heimelig zu fühlen. Da sie kein Feuerzeug dabei hatten, hatte sie diese alte Steinzeit-Technik mit der Reibung anwenden müssen, von der jeder schon mal gehört hat, die aber nie funktioniert. Bei ihr hatte es natürlich problemlos geklappt, obwohl das Holz nicht ganz trocken gewesen war. Trotzdem brachte Jake es nicht über sich, der Maschine zu vertrauen.
„Also hilfst du uns nicht einfach aus Freundlichkeit, oder?“ setzte er seinen Gedanken fort. „Jemand hat dir gesagt, was du tun musst. Joint Japanese hat dich mit irgendeinem Ziel programmiert. Welches ist das?“
Er nahm einen längeren Ast vom Feuerholzstapel und begann, damit in den Flammen herumzustochern. Einfach nur, um woanders hinzusehen. Ihr blickloses Gesicht machte ihn ganz zitterig. Ihre Pupillen blieben die ganze Zeit über einfach starr in der Mitte ihrer Augäpfel. Was hatten diese asiatischen Spinner sich dabei gedacht? Sollten die Dinger nicht zum Beispiel als Haushaltshilfen verkauft werden? Welche Hausfrau würde denn so einen kranken Anblick ertragen?
„Ich fasse es kurz, um Sie nicht mit unnötigen Details zu langweilen“, sagte sie mit ihrer etwas zu monotonen Stimme, die immer so freundlich und geduldig klang, als spräche sie mit einem sabbernden Idioten. „Ich gehorche den Befehlen meines Besitzers, solange ich dadurch nicht aktiv oder durch Untätigkeit intelligentes Leben gefährden würde.“
„Wir sind aber nicht deine Besitzer, oder?“ warf David ein, der ihrer Erklärung nun doch mit wachsendem Interesse zugehört hatte.
„Derzeit sind Sie es“, antwortete das Ding, „Sie sind mit meinem Transport zu meinen Eigentümern beauftragt und deshalb vorläufig befugt, mir Anweisungen zu erteilen. Außerdem sind Sie natürlich intelligentes Leben.“
‚Sie sind intelligentes Leben’, dachte Jake, den Satz merke ich mir. Er hatte eine Weile gebraucht, um zu erkennen, was ihn außer ihrem Tonfall noch so sehr an der Art irritierte, wie die Maschine sprach. Dann war es ihm klar geworden, kurz bevor sie am Strand angekommen waren: Sie atmete nicht. Menschliche Sprache richtete sich immer nach dem Atemrhythmus des Sprechers. Sie hatte keinen. Sie sprach einfach, bis sie fertig war.
„Das heißt, du musst tun, was wir sagen?“ fragte Jake. „Keine Ausnahmen?“
„Ja, solange es nicht mit der Lebensschutzmaßgabe konfligiert.“
„Und wie müssen wir uns das genau vorstellen? Bist du wie Superman? Wann immer du jemanden um Hilfe schreien hörst, springst du in deinen Spandex-Anzug und fliegst los?“
„Tatsächlich ist bei der Entscheidung, ob Lebensschutz eine ausdrückliche Anweisung derogiert, immer eine komplexe Abwägung erforderlich, die auch eine Bewertung des gefährdeten Lebens einschließt.“
Jakes Augen ruckten von den brennenden Ästen hinauf in das Gesicht der Androidin. „Eine Bewertung des… Äh… Wow. Hab’ ich das richtig verstanden: Du beurteilst den Wert von Menschenleben?“ Jake betrachtete das glatte ausdrucklose Gesicht der Maschine und begann ernsthaft, sich zu fragen, ob er sie noch viel länger in seiner Nähe ertragen konnte.
„Ja, wenn es erforderlich ist.“ Sie schwieg einen kurzen Moment, in dem sie vielleicht seinen Gesichtsausdruck analysierte und feststellte, dass er noch nicht zufrieden war. „Mir scheint, dass meine Erläuterung Sie verwirrt hat. Ich habe meine Handlungsvorgaben abgekürzt, um Ihnen das Verständnis zu erleichtern. Wenn Sie Wert darauf legen, kann ich sie Ihnen auch vollständig darlegen. Das würde allerdings -“ Die Maschine hielt inne. „Ich höre Stimmen. Jemand hat unsere Spuren am Strand gefunden. Sie scheinen uns zu suchen. Soll ich nachsehen, ob Gefahr droht?“
„Ja“, antwortete Jake sofort, denn die Möglichkeit, unter vier Augen mit David zu sprechen, kam ihm sehr gelegen. „Lauf mal hin und schau, ob die Leute da mehr oder weniger wert sind als wir.“
Sie sprang auf und verschwand in der Dunkelheit. Jake fand ihre Bewegungen immer noch auf widerliche Art insektenhaft – erst hier, plötzlich da.
Er sah David in die Augen. „Nein. Niemals.“
„Was?“ fragte David, als wüsste er gar nicht, wovon Jake sprach.
„Ich will dieses Ding weg haben.“
„Wieso denn eigentlich?“
„Hast du nicht zugehört? Ich meine… Hast du… Sie bewertet Leben? Hallo?“
„Ach so.“ David winkte ab. „Jetzt werd’ nicht hysterisch. Natürlich macht sie das. Wir alle machen das. Eine Katze ist uns mehr wert als eine Ameise, und ein Pferd vielleicht mehr als eine Katze, und unsere Schwester wahrscheinlich mehr als ein Busfahrer. Wie soll sie denn sonst Entscheidungen treffen?“
Jake warf den Zweig in seiner Hand ins Feuer und schüttelte den Kopf. „Interessiert mich einen Dreck. Soll sie eben keine treffen. Maschinen haben verdammt noch mal nicht zu beurteilen, was ein menschliches Leben wert ist.“
David verdrehte die Augen. Er machte es unauffällig und dachte wahrscheinlich, dass Jake es nicht sah, aber Jake sah es. „Jetzt häng dich daran nicht so auf! Stell dir… Hm. Stell dir vor, sie wird in einem Krankenhaus eingesetzt. Bei einer Operation, bei der siamesische Zwillinge getrennt werden. Natürlich muss sie entscheiden können…“
„Nein, muss sie nicht!“ Er sprang auf. „Darf sie nicht! Das kann der Arzt entscheiden, dafür ist der doch da. Und erzähl mir jetzt nicht, dass sie selbst die Operation durchführt, dann kotze ich dir auf die Schuhe!“
„Was hast du denn jetzt vor?“ fragte David, zu ihm aufsehend.
„Ich bin einfach zu aufgeregt, um stillzusitzen.“ Jake begann, ein bisschen vor David auf und ab zu laufen.
David stöhnte. „Dann stell dir meinetwegen vor, sie fährt ein Auto und muss ausweichen und dabei entweder einen Regenwurm oder einen Hirsch überfahren!“
„Dann darf sie eben kein Auto fahren! Was, wenn es zwei Menschen sind?“
„Komisch eigentlich, dass du im Krieg nie was gegen die Drohnen hattest. Wenn eine Maschine ohne KI solche Entscheidungen trifft, ist es wieder okay, ja?“
Jake zögerte. Da hatte David ihn erwischt. Hm. „Und wenn schon. Das Ding macht mir einfach eine – Oh. Mein. Gott.“ Jake spürte, wie er blass wurde. Er schüttelte den Kopf und fuhr sich durch die Haare.
„Was nun?“
„Mir ist gerade klar geworden, dass sie uns hören kann. Jedes Wort.“
„Wie ‚klar geworden’, woher willst du das denn wissen?“
„Na, sie hat doch auch die Leute gehört, zu denen sie jetzt unterwegs ist, oder?“
„Du bist paranoid.“
„Paranoid ist gut! Wenn Joint Japanese uns eine thermonukleare Bombe mitgegeben hätte, würden wir doch auch gerne wissen wollen, ob die vielleicht irgendwann explodiert und wie der Zünder eingestellt ist, oder nicht?“
„Eine thermonukleare Bombe ist eine Massenvernichtungswaffe, Jake, wir reden über ein Haushaltsgerät!“
„Tatsächlich ist mein Einsatzbereich sehr vielfältig und keineswegs auf Anwendungen im Haushalt beschränkt.“ Die Maschine kehrte zurück, und als sie aus der Dunkelheit in den Lichtkreis des Lagerfeuers trat, erkannte Jake, dass sie jemanden auf den Armen trug. Eine sonderbare Gestalt in menschlicher Kleidung, aber mit einem haarlosen reptilienhaften Gesicht, grüner Haut und einem langen Schwanz, den sie locker um die Hüfte der Maschine gewickelt hatte.
„Ja, klar…“ murmelte Jake, „Bringt die Monster, bringt sie alle her, wir sind dankbare Opfer.“
„Guten Morgen die Herren!“ erklang sogleich eine raue Männerstimme hinter der Maschine.
Immerhin, dachte Jake, als er den Sprecher besser sehen konnte, anscheinend sehen die hier nicht alle so aus. Die Menschheit hatte nach ihren ersten Versuchen in interstellaren Reisen schnell festgestellt, dass die Evolution intelligenter Lebensformen offenbar fast immer ziemlich konvergent verlief und deshalb fast alle raumfahrenden Rassen einander ziemlich ähnlich sahen. Eine andere Theorie war, dass eine viel ältere Zivilisation vor langer, langer Zeit die Saat für alle diese verschiedenen Rassen gelegt hatte und das Erbgut sich deshalb ähnelte. Jake interessierte sich nicht besonders für die Ursache, aber er fand, dass die Wirkung den Umgang miteinander wesentlich erleichterte.
Der Mann, der hinter der Maschine herstapfte, schien ihm um die sechzig Jahre alt zu sein. Unter seinem nun dunkelbraunen Hut, dessen breite Krempe weit nach unten hing, hing ihm sein triefendes schwarzgraues Haar bis über die Schultern hinab. Seine schmalen Lippen unter der kräftigen Knollennase formten ein vorsichtiges, aber freundliches Lächeln, und ein paar leuchtend blauer Augen musterte David und Jake neugierig durch die Vorhänge aus Regenwasser von seiner Hutkrempe und dem Rettungsbootdach.
„Hätten Sie vielleicht noch ein wenig Platz für einen vom Wege abgekommenen alten Mann und seine… derzeit leider gesundheitlich angeschlagene Gefährtin in Ihrem Lager?“
Jake beobachtete, wie die Androidin ihre Last neben dem Feuer ablegte.
„Warum nicht?“ antwortete David, „Nehmen Sie Platz. Wir freuen uns, jemanden zu treffen, der uns vielleicht den Weg zu unserem Ziel weisen kann.“
„Oh“, sagte der alte Mann, während er behutsam unter das Dach trat, seinen Hut abnahm, das Wasser davon abschüttelte und dann seine Haare auszuwringen begann. „Ich bin sicher, dass dieses Treffen sich für uns alle als sehr vorteilhaft erweisen wird.“
Die gelb leuchtenden Augen der Gestalt mit schlitzförmigen Pupillen waren halb verschlossen, und ein beängstigendes Grinsen umspielte den viel zu großen Mund voller spitzer Zähne. Sie schien ziemlich weggetreten zu sein, aber nachdem er sie eine Weile angeschaut hatte, erwiderte sie seinen Blick und nickte ihm zu.
„Die beiden hatten die Absicht, das Wrack und Ihre Leichen zu plündern“, erklärte die Maschine, „Ich habe ihnen erklärt, dass beides zurzeit nur unter großen Schwierigkeiten möglich ist, aber sie wollten Sie trotzdem gerne kennenlernen.“

Shianuks Tränen waren schon längst wieder getrocknet – sie sich aus dem Gesicht zu wischen hätte sie mit ihren dreckigen Fingern nie gewagt – und die Sonne stand hoch tief am Horizont, als ihr Onkel Noot zurückkehrte. Sie ließ den Hammer fallen, den sie in der Hand hielt, und vergaß den Fensterladen, den sie eben notdürftig hatte reparieren wollen. Was schleppte er denn da an?
Noot zog einen langen flachen Metallkasten hinter sich her, der auf unheimliche Weise wie ein Sarg aussah, nur, dass Särge natürlich nicht aus Metall waren, und dass Noots Kasten so gut wie gar nichts zu wiegen schien. Sie eilte ihm entgegen, um sich die seltsame Kiste selbst anzusehen.
„Wo hast du das denn her?“ rief sie, noch bevor sie ihn ganz erreicht hatte.
Noot blieb stehen. Er ließ die Kiste los, um seine schütteren grauen Haare aus dem Gesicht zu streichen und sich mit einem zufriedenen Lächeln und in die Hüfte gestemmten Händen vor ihr aufzubauen.
„Am Strand“, antwortete er. „Ich hab’ doch immer gesagt, dass es sich eines Tages lohnen wird.“
Die Suche nach Strandgut war für ihn, was für andere Leute Glücksspiel oder Teufelskraut waren. Shianuk hatte immer gedacht, dass sie es mit ihm im Vergleich noch recht gut getroffen hatte, denn immerhin kostete ihn seine Sucherei nur Zeit, kein Geld, und sie versetzte ihn auch nicht in einen Rausch, der ihn unberechenbar machte.
Sie blieb mit einem freundlich spöttischen Lächeln vor ihm stehen und musterte ihn von oben bis unten. Auch er trug keine Schuhe, seine Hose war zerschlissen und völlig ausgeblichen, sein Hemd kaum mehr als ein Lappen. Seit seine Frau gestorben war, schien ihm alles egal zu sein, außer seinem verhexten Strand.
„Noch hat sich gar nichts gelohnt“, sagte sie, so freundlich sie konnte, „Was sollen wir mit einer großen Eisenkiste? Wir haben nichts, was wir hineintun könnten!“
Er schenkte ihr ein breites Grinsen, bei dem seine rissigen Lippen drei deutlich sichtbare Zahnlücken entblößten. Aber seine stahlblauen Augen funkelten sie so unbeschwert und fröhlich an wie früher, als sie noch ein kleines Kind, ihre Tante noch am Leben und er noch kein gebrochener Mann gewesen war.
„Vielleicht ist ja schon was drin, Shianuk, etwas sehr Kostbares…“
„Noot, du träumst schon wieder.“ Sie dachte noch einmal nach, sah ihn an, sog Luft durch die Zähne ein. Ihre Augen wurden ein bisschen größer, eine Spur eines Lächelns erschien um ihren Mund. „Oder hast du etwa schon nachgesehen und…?“
Er schüttelte den Kopf, und sie konnte fühlen, wie ihre Mundwinkel wieder sanken. Sein Lächeln hingegen blieb standhaft. „Aber ich weiß es einfach!“
„Die Kiste ist viel zu leicht, was kann darin sein?“
„Eben weil sie leicht ist!“ entgegnete Noot voller Begeisterung. „Sie ist zu leicht! Kehlar-Technologie, verstehst du? In so einer Kiste muss einfach etwas Wertvolles sein.“
Sie lachte, aber es klang nicht besonders fröhlich. Sie wollte hoffen, aber es fiel ihr schwer.
„Dann lass sie uns doch einfach öffnen“, schlug sie vor.
„Neinnein.“ Noot hob einen mahnenden Finger vor ihr Gesicht und schüttelte seinen Kopf. „Wir reißen unser Geschenk nicht einfach gleich hier draußen auf, wie ungeduldige Kinder. Das will zelebriert sein! Komm und hilf mir, die Lade ins Haus zu bugsieren.“
Eine Lade war es jetzt schon. Shianuk teilte die Gewissheit ihres Onkels nicht, dass der Inhalt der Metallkiste sich als der lange erwartete Sinn ihres Lebens entpuppen würde, aber natürlich half sie ihm, und natürlich ließ sie sich dabei doch ein wenig von seiner Begeisterung anstecken und stand schließlich mit klammen Fingern und pochendem Herzen vor der verschlossenen Kiste, die nun mitten in ihrem Wohnzimmer stand, direkt vor dem speckigen alten Esstisch.
Sie atmete tief durch und lächelte ihn an.
„Jetzt?“
Er ließ seinen Kopf unentschlossen von links nach rechts pendeln, bevor er schließlich ihr Lächeln erwiderte und antwortete: „Klar, warum nicht.“
Mit großer Geste ließ er die Verschlüsse der Kiste aufschnappen. Er ahmte einen Trommelwirbel nach, bevor er schließlich den Deckel aufhob.
„Ta-daa!“
Shianuk schaute zunächst verwirrt, dann enttäuscht, dann ratlos in den Sarg hinein.
„Ein Toter?“ Warum ließ sie sich immer wieder von ihm zur Hoffnung verleiten, obwohl sie genau wusste, dass sie enttäuscht würde?
Noot schüttelte nachdenklich den Kopf. „Nein…“ murmelte er. „Ich glaube… Das ist eine Art… Puppe, meinst du nicht?“
Die Gestalt, die dort reglos in der Kiste lag, ähnelte einem jungen Mann mit schulterlangen schwarzen Haaren, die ihm etwas wirr ins Gesicht hingen. Er war kaum größer als Shianuk selbst und von schmächtiger Statur. Jetzt, da Shianuk etwas genauer hinsah, erkannte auch sie, dass es sich zweifellos nicht um einen toten Menschen handelte. Auch ohne eigene Erfahrungen mit der männlichen Anatomie war für sie offensichtlich, dass sein Körper nicht vollständig war. Außerdem wirkte die Haut sonderbar unecht, haarlos, völlig makellos, ohne eine einzige Narbe, einen einzigen Leberfleck oder auch nur eine Falte. Ein dümmliches, absurdes Lächeln umspielte seine Lippen.
Shianuk seufzte. „Eine Puppe. Toll.“
„Nun schau nicht so traurig! Es ist bestimmt eine besondere Puppe. Lass sie uns doch erst einmal genau ansehen. Die ist sicher ein Vermögen…“
„Hör auf, Noot!“ schrie sie.
„Was?“ Ihr plötzlicher Ausbruch hatte ihn völlig überrascht.
„Hör einfach auf“, sagte sie, in ruhigerem Ton. „Noot, kannst du nicht einfach aufhören, in deiner Traumwelt zu leben und mit mir zusammen versuchen, das alles hier in Ordnung zu bringen?“
„Aber… Es sind doch unsere Träume, Shianuk. Weißt du noch, wie wir…“
„Ja, ich weiß noch! Aber ich war ein Kind, Noot, und ich habe nicht verstanden, dass es nur Träume sind!“
„Du bist immer noch ein Kind.“
„Ich bin 15, aber darum geht es doch gar nicht! Es geht darum, dass es dumme, sinnlose, leere Träume sind und dass wir ein richtiges Leben haben könnten, wenn du sie endlich aufgeben könntest, um stattdessen mit mir etwas aus unserem Hof zu machen. Wir können-“
Die stampfenden Schritte mehrerer Karrs unterbrachen ihre Tirade. Auch Noot wandte sich erschrocken zur Tür um.
„Heda!“ rief eine laute männliche Stimme draußen, „Jemand zu Hause? Ihr habt Besuch!“ Es klang nicht freundlich. Überhaupt nicht freundlich.
Noot sah sie mit weit aufgerissenen Augen an, sein sonnen- und windgegerbtes Gesicht war deutlich erblasst.
„Versteck dich, Shianuk!“ zischte er. „Schnell!“

Lesegruppenfragen, die wirklich jeder gerne beantworten darf:

  1. Es gibt da so ein kleines Problem mit der Kontinuität. Natürlich spielt Shianuks Teil der Handlung nicht ganz zur gleichen Zeit wie der Teil von Jake und David. Aber ich habe das nicht besser hinbekommen. Stört es euch sehr? Findet ihr es vielleicht sogar generell doof, dass da jetzt noch ein Handlungsstrang dazu gekommen ist?
  2. Findet ihr Jakes Bemerkung mit der Hausfrau auch ausgesprochen chauvinistisch? Ich bin mir des Problems bewusst, aber er denkt eben so.
  3. Ist euch das Gerede in der mittleren Szene zu viel und zu langweilig, oder haltet ihr es auch für relevant?
  4. Wie steht ihr zu Jakes Gedanken – oder vielleicht eher Gefühlen – zur Ethik intelligenter Maschinen und zu den Entscheidungen, die sie treffen dürfen?
  5. Ich weiß, An’Yik… In der nächsten Szene ist sie wieder richtig mit dabei. Versprochen.

10 Responses to Menschenähnlich (6)

  1. quadratmeter sagt:

    Irgendwie trudele ich hier immer als erste ein…

    zu 1. Shianuk hat mich anfänglich tatsächlich etwas verwirrt, ich finde es aber eher spannend als störend, wenn ein weiterer Handlungsstrang dazukommt. Was mich zu Beginn der Szene allerdings etwas gestört hat, war das nach meinem Geschmack etwas ZU dick aufgetragene Elend der verhinderten Prinzessin.

    zu 2. So ist er halt, der Jake. Ich finde das nicht schlimm, denn wenn immer alles politisch korrekt wäre, dann fehlt doch etwas Carakterprofil und Würze. Also lass‘ den Chauvi mal ruhig 😉

    zu 3. Nicht langweilig1

    zu 4. Was Jake sagt, ist alles nachvollziehbar. Hier greift ggf. auch Punkt 2. es ist seine Meinung und seine Einstellung, die man nicht unbedingt vollumfänglich teilen muss.

    Ich bin gespannt, wie es weitergeht! 🙂

  2. Muriel sagt:

    @quadratmeter: Ich weiß das zu schätzen, glaub mir.
    1. Zu dich aufgetragen? Och… Ich fand das so schön anschaulich…
    2. Ich lass‘ ihn. Danke.
    Ich bin wie immer mit dir gespannt. Bisher weiß ich auch nur in groben Zügen, was in der nächsten Szene mit Shianuk passiert, der Rest ist für mich genauso überraschend wie für euch.

  3. 1. Ich finde den Handlungsstrang sehr interessant. Solange Du nicht so viele Handlungsstränge wie in den „Das Rad der Zeit“-Romanen erfindest… 🙂 Ist bestimmt eine Herausforderung, das nachher alles sinnvoll zusammenzuführen.
    Shianuks Prinzessinnenträume kamen mir zuerst auch etwas zu rosarot vor, aber andererseits: Sie ist 15 und wenn man in so armen Verhältnissen lebt, ist ihr Traum verständlich.
    2. Das passt zu Jake. Als seine Lebensgefährtin müsste man ihm wohl ab und zu eine „zwischen die Hörner geben“. 🙂 Aber lass ihn bloß so, dadurch werden auch längere Dialoge nicht langweilig, sondern lesen sich trotz teilweiser ernster Themen gut.
    Damit habe ich ja 3. schon beantwortet.
    4. Ich kann Jakes Gedanken gut nachvollziehen, zumal er offensichtlich an andere als von David ins Spiel gebrachte Beispiele dachte. Ich war ein wenig überrascht, dass Jake sich für seine Einstellung so ins Zeug legt, das hätte ich nicht unbedingt in der Situation von ihm erwartet, ich hätte eher damit gerechnet, dass er die große Hilfe, die das Maschinenwesen ja ohne Zweifel (noch?) darstellt, in den Vordergrund stellt. Ich finde aber gut, dass es nicht so ist, das sind die Überraschungen, die die Lektüre noch interessanter machen.
    Schon wieder so ein spannender Cliffhanger…

  4. Guinan sagt:

    1. Bisher sind die verschiedenen Handlungsstränge noch überschaubar. Wenn es noch mehr werden, könnte es irgendwann schwierig werden, weil die Abstände zwischen den zusammenhängenden Abschnitten zu lang werden.

    2. Möchte ich nur über Leute lesen, die mit mir einer Meinung sind? Wohl eher nicht. Ist doch schön, wenn man sich über eine Person so richtig herzhaft aufregen kann.

    3. Ein wichtiges Thema darf dann auch mal etwas ausführlicher erörtert werden. Irgendwie geht es doch um den Konflikt Mensch – Maschine, oder?

    4.Ich verstehe Jakes Bedenken. In so einem komplexen Programm kann man eine ganze Menge unterbringen. Es macht schon Sinn, mal darüber nachzudenken, was wäre wenn…

    Mit Shianuk kommt jetzt noch eine Identifikationsfigur für mich. Ich bin gespannt, wie es mit ihr weitergeht.
    Schade, dass in der Kiste auch wieder ein weiblicher Android lag. Ich dachte, die gibt es je nach Kundenwunsch in verschiedenen Ausführungen, ich hätte gern auch die männliche Version kennengelernt.

  5. Muriel sagt:

    @Fellmonsterchen: 1. Eben. Und wegen der Handlungssträge mach dir keine Sorgen. Da kommt nicht mehr viel.
    4. Ja, ich habe mich auch ein bisschen gewundert, ich hätte ihn auch eher für den Lassmalgutsein-Typ gehalten. Aber anscheinend hat er auch seine Prinzipien.
    Ich bin gespannt, wie lange mir das mit den Cliffhangern noch so treffend gelingt. Oder sollte ich damit vielleicht freiwillig aufhören, um es nicht zu überreizen?
    @Guinan: 1. Wie gesagt, es bleibt übersichtlich, denke ich.
    3. Ja, sehe ich auch so ungefähr.
    Schön, dass dir Shianuk gefällt, ich hoffe, dass es so bleibt. Und was den männlichen Androiden angeht: Ich hatte da auch drüber nachgedacht. Lange und mehrfach. Aber am Ende dachte ich dann doch, mich für einen Typ entscheiden zu müssen. Falls es dir ein Trost ist: Du wirst sehen, dass dieser sich trotzdem ein bisschen von dem anderen unterscheidet.

  6. Muriel sagt:

    @Guinan und alle anderen aber auch: So. Jetzt habe ich noch mal lange darüber nachgedacht. Und zuerst gefunden, dass es ja komisch ist, wenn ich hier nachträglich die Geschichte ändere. Aber dann gedacht, dass es doch eigentlich gerade interessant ist, die Sache hier ein bisschen interaktiv zu machen. Dafür sind Kommentare doch da. Und ich fand die Idee ja auch schon immer gut.
    Deshalb, und bitte lasst es mich ruhig wissen, wenn es euch stört, ist der Android, den Shianuks Onkel findet, nun doch ein männliches Modell.
    Hier der veränderte Teil der Geschichte für alle, die zu faul zum Suchen sind:
    „Ein Toter?“ Warum ließ sie sich immer wieder von ihm zur Hoffnung verleiten, obwohl sie genau wusste, dass sie enttäuscht würde?
    Noot schüttelte nachdenklich den Kopf. „Nein…“ murmelte er. „Ich glaube… Das ist eine Art… Puppe, meinst du nicht?“
    Die Gestalt, die dort reglos in der Kiste lag, ähnelte einem jungen Mann mit schulterlangen schwarzen Haaren, die ihm etwas wirr ins Gesicht hingen. Er war nicht besonders groß und von unauffälliger Statur. Jetzt, da Shianuk etwas genauer hinsah, erkannte auch sie, dass es sich zweifellos nicht um einen toten Menschen handelte. Auch ohne eigene Erfahrungen mit der männlichen Anatomie war für sie offensichtlich, dass sein Körper nicht vollständig war. Außerdem wirkte die Haut sonderbar unecht, und seine ganze Haltung zu statuenhaft für eine Leiche. Ein dümmliches, absurdes Lächeln umspielte seine Lippen.
    Shianuk seufzte. „Eine Puppe. Toll.“

  7. Guinan sagt:

    Also, das gibt mir jetzt irgendwie – ein richtig gutes Gefühl.

  8. Muriel sagt:

    @Guinan: Na wunderbar. Genau das hatte ich gehofft.

  9. Andi sagt:

    1. Stört mich gar nicht, in keinster Weise. Ich hab generell wenig Probleme, wenn neue Figuren eingeführt werden – vorausgesetzt, sie gehören wirklich zur Geschichte. In manchen Büchern isses ja so, dass mir über 4 Seiten die Lebensgeschichte einer neuen Person dargebracht wird und dann stellt sich heraus, dass die Person für die Geschichte an sich völlig nutzlos ist.
    Aber du hast das hier auch sympathisch gemacht, Noot und Shianuk find ich beide nett. (Also bitte nicht umbringen, danke.)

    2. So knallhart chauvinistisch find ich Jakes Bemerkung(en) gar nicht. Natürlich hat er ein Problem. Aber ich würde vermuten, dass er in erster Linie ein Problem mit der Maschine hat und nicht mit Frauen an sich oder der Rolle der Frau…
    Und du stehst auch sicher nicht im Verdacht, chauvinistisch zu sein. Du bist „nur“ der Autor. Das wär ja schizophren, wenn du alle Gedankengänge, alle Empfindungen deiner Protagonisten selbst auch sehen würdest.

    3. Ich les doch deine Dialoge gerne… insofern war mir das nicht zu lang. Unabhängig von meinem persönlichen Befinden find ich den Dialog aber auch relevant. Er dient ja dazu, Jake, David und die Maschine noch ein Stück mehr kennenzulernen.

    4. Verstehen kann ich ihn. Eine gesunde Skepsis ist sicher angebracht. Darüberhinaus konnte ich aber auch Davids Argumentation nachvollziehen.
    Und auf jeden Fall isses ein Thema, über dass es sich nachzudenken lohnt.

    5. Och… nicht, dass sie jetzt vorhin vermisst hätte. 🙂

  10. Muriel sagt:

    @Andi: 1. Wir schauen mal, was sich machen lässt. Noch leben sie jedenfalls.
    5. Hach. Dabei ist sie so schön grün.

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