Restebloggen zum Wochenende (25)

24. Januar 2010
  1. Vor ein paar Tagen in einer Radionachrichtensendung: „Zwei junge Männer versuchten am gestrigen Abend, eine Pizzeria auszurauben, obwohl sich noch Gäste in dem Lokal aufhielten. Der Mitarbeiter nahm den Überfall jedoch nicht ernst, die Täter entkamen ohne Beute.“
  2. Allein schon wegen der mutigen Überschrift: Matthias Schumacher macht sich am aktuellen Beispiel Gedanken zu Spendenaufrufen und fragt: Wie viel ist Ihnen dieses aufgeplatzte Kind wert?
  3. Bei thatblog könnt ihr Rüdigers Erlebnisse am Leergutrückgabeautomaten in drei Beiträgen lesen. Ihr werdet es nicht bereuen.
  4. Bildblog verlinken ist ein bisschen wie Eulen nach Athen tragen, ich weiß, aber der hier ist wirklich fabelhaft. Die Neue Westfälische ist beim Thema Datenschutz und wer sich wie für ihn einsetzt ein bisschen durcheinander gekommen.
  5. Ich sah einmal hin, und nochmal, und noch ein drittes Mal, bis ich wirklich sicher war, dass auf dem Lieferwagen der Fleischerei der Begriff „Wurstdesign“ stand.
  6. Rückrufnotiz auf einem Schreibtisch im Büro: „Kannst du dich bitte darum kümmern? Ich rufe dort nicht an, weil ich dann wahrscheinlich etwas ausfallend werden würde.“
  7. Bei Science Digestive hat Dean Burnett einen offenen Brief der Wissenschaft an die Medien verfasst. Und dann noch einen an die Homöopathie. Beide fantastisch, und gefunden habe ich die nur dank Astrodicticum Simplex, das nun den Rekord mit drei aufeinander folgenden Restebloggenerwähnungen hält.

Menschenähnlich (5)

24. Januar 2010

Freut euch, ich habe einen neuen Teil von „Menschenähnlich für euch“, und heute besteht er sogar aus drei Szenen, nicht bloß aus zwei wie sonst. Die sind dafür ein bisschen kürzer, aber mehr ist mehr, oder? Viel Spaß!

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Gestern Abend im Hause Silberstreif

22. Januar 2010

(Ich meine das nicht als chauvinistische Herabwürdigung von Keoni, das ist unser gemeinsamer Pseudonymnachname.)

Keoni: Hörst du das auch?
Muriel: Ja, ich glaube, das ist die Heizung.
Keoni: Quatsch, hörst du es nicht rascheln? Das muss doch irgendein Tier sein.
Muriel: Naja, dann ist da halt eine Maus in der Wand.
Keoni: Ich glaube, das kommt von unter dem Schrank da.
[Ein Moment Pause, während Keoni sich auf den Boden legt und unter den Schrank späht]
Keoni: Oh mein Gott, das ist riesig! So groß! Ist das ein Igel?
Muriel: Kann gar nicht sein, wir sind hier im ersten Stock. Wie soll der denn hier rauf gekommen sein?
Keoni: Dann ist es eine Ratte!
Muriel [widerwillig aufstehend]: Hmm… Sehen wir doch mal nach. [krempelt die Ärmel hoch, um den Schrank von der Wand wegzuschieben]

Und siehe da:

(Ein besseres Bild haben wir leider in der allgemeinen Hektik nicht hinbekommen.)

Wir haben eine ganze Weile gerätselt, wie der da hingekommen ist, bis es uns klar wurde. Der Igeltrick geht so:

Keonis Mutter hat kürzlich einen Igel auf der Straße gefunden. Den hat sie bei sich aufgenommen und gepflegt und gefüttert. Vor ein paar Tagen waren wir bei ihr zu Besuch und haben auch ein paar Tüten mit verschiedenem Kram mitgenommen, den wir hier an die Tiere verfüttern wollten. In einer dieser Tüten muss der Igel gesteckt haben, denn er ist jetzt nicht mehr bei Keonis Mutter, dafür aber bei uns.


Christentum: Jetzt mit noch mehr Vergebung und der Extradosis Erlösung!

20. Januar 2010

Das ist alt, und vielleicht habt ihr das alle schon gesehen, aber ich finde es so fantastisch, dass ich euch die mögliche Wiederholung nicht ersparen kann: Der amerikanische Journalist Brit Hume erklärt auf dem Sender Fox News (wo sonst) kurz den religiösen Aspekt von Tiger Woods‘ aktuellen Problemen. Er kommt dabei zu dem Schluss, dass nur der richtige Glaube Tiger retten kann, und welcher das ist, verrät er uns dankenswertweise auch gleich.

Ist klar, oder? Buddhismus ist eine nette Religion, tut keinem weh, hat keiner was gegen, aber wenn es hart auf hart kommt, dann ist Buddhismus einfach irgendwie nicht genug. Dann braucht man einen echten Glauben. Und Hume hat natürlich Recht: Keine Religion versteht sich so auf Vergebung von sexuellem Fehlverhalten wie das Christentum. Also, natürlich nicht bei jeder Art von sexuellem Fehlverhalten. Aber bei so kleinen Fehltritten drückt man schon mal ein Auge zu.


Nicht gut

19. Januar 2010

Glaub ich.


Projekt 52 (2009): Die Aufholjagd beginnt

19. Januar 2010

Himmel nochmal, bin ich der nachlässigste Projekt-52-Teilnehmer von allen, oder was? 2010 ist schon bald wieder rum, und ich hänge noch endlos mit den 2009-Fotos hinterher. Aber ich gebe nicht auf, nein, ich nicht. Ich bringe zu Ende, was ich angefangen habe, und für so ein unverbindliches Fotoprojekt mache ich keine Ausnahme. Gnade ist für die Schwachen. Deswegen gibt es heute diese bisher fehlenden Themen, und bald kommt dann auch der gesamte Rest. Ob ich an dem 2010-Projekt auch teilnehme, überlege ich mir noch mal gut. Ich hätte aber schon eine hervorragend geeignete Figur dafür…

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Glaub doch, wo du wohnst

18. Januar 2010

Die Inspiration für diesen Artikel lieferte mir mein Lieblingsspreeblicker Frédéric Valin, der vor einer Weile eine religionsfreundliche Bürgergesellschaft zur Diskussion stellte. Anlass für mich, einmal vier willkürlich ausgewählte verbreitete Vorurteile über Religion und Atheismus zu besprechen.

Bitte erwartet hier keine rücksichtsvolle Höflichkeit und keine Beschönigungen. Ein sehr, sehr weiser Mann hat mir einmal gesagt, man dürfe beim Bloggen keine Freunde suchen und müsse auch mal einen Arsch in der Hose haben und einer sein. Oder so ähnlich. Wer das freundlicher und sachlicher will, kann sich zum Beispiel die bezaubernden Videos von QualiaSoup ansehen. Eins trotzdem vorweg: Es geht mir hier nicht darum, gläubige Menschen zu beschimpfen. Als Individuen können die sehr nett sein. Trotzdem gehen sie in ihrer religiösen Überzeugung irre, und werden nicht selten ohne Scham von den Organisationen ausgenutzt, die ihren Irrglauben propagieren.

Atheismus ist im Grunde doch auch nur eine Art von Religion.
Nee. Gar nicht. Atheismus ergibt sich aus kritischem Denken. Natürlich gibt es auch Atheisten, die ihre Überzeugung als Religion leben. Auch von gläubigen Wissenschaftlern habe ich schon irgendwo mal gehört. Das zeugt allerdings bloß von der menschlichen Fähigkeit zu völlig unbegreiflicher Inkonsequenz.

Kritisches Denken setzt voraus, dass man die eigenen Annahmen und Überzeugungen permanent infrage stellt, überprüft und gegebenenfalls an die Wirklichkeit anpasst. Dahingegen bedeutet Religion, bestimmte Annahmen als ewige Wahrheiten anzusehen, die nicht infrage gestellt werden dürfen und durch nichts widerlegbar sind. Auch wenn die Inhalte teilweise harmlos sind (Ich habe zum Beispiel kein grundsätzliches Problem damit, dass jemand kein Schweinefleisch isst.), halte ich diese Art zu denken für äußerst schädlich.

Religiöse Organisationen verdienen sehr, sehr viel Geld mit dem Verbreiten dieses gefährlichen Schwachsinns. Für mich ist das Grund genug für eine gehörige Portion Argwohn und – je nach Tagesform – auch eine großzügige Prise Abscheu gegenüber jeder religiösen Organisation.

Atheisten sollten einfach Ruhe geben und die Leute glauben lassen, was sie wollen.
Im Prinzip ja, sagt Radio Eriwan, außer natürlich, dass dieser Gedanke auf einer fehlerhaften Grundannahme basiert. Nämlich der, dass Theisten (so blöd das auch klingt – das Wort Theist mein ich jetzt) einfach friedlich ihre Religion vor sich hin glauben und niemanden damit belästigen.

Die meisten Leute können es aber nicht lassen, aus ihrer Religion auch Regeln für ihr eigenes und eben auch anderer Leute Leben herzuleiten. Wir sind in unserem Leben so sehr von religiös fundierten Regeln und Verhaltensweisen umgeben, dass wir es teilweise gar nicht mehr merken. Es wird viel zu oft als selbstverständlich hingenommen, dass man sich aus Rücksicht an sie hält, oder dass sie sogar einfach aufgrund ihres religiösen Hintergrundes für ethisch über jeden Zweifel erhaben gehalten werden.

Das kann zu sehr unschönen Ergebnissen führen. Nicht nur, wenn es gegen Menschen geht, wie bei dieser sonderbaren Idee, Gott hätte was dagegen, dass Homosexuelle eine Familie bilden und Kinder großziehen, oder Gott wäre der Ansicht, dass junge Frauen, die eine Abtreibung in Erwägung ziehen, mit Unrat beworfen und als Mörder beschimpft gehören.

Was für ein erbärmlicher, engstirniger, cholerischer Gott soll das denn sein, der so was von seinen Anhängern erwartet? Aber ich schweife ab.

Es macht mich auch schon krank, wenn das Christentum sich im kleineren Rahmen als Leitkultur aufspielt, der andere sich unterzuordnen haben. Ob es nun darum geht, dass von Atheisten erwartet wird, bei einem Tischgebet mitzuspielen, oder darum, dass Muslime keinen Turm bauen dürfen, weil natürlich sichergestellt werden muss, dass die Christen den längeren höheren haben. Es macht mir Sorge, wenn ich Leute mit wirklich viel Verantwortung wie den US-Präsidenten oder unsere Bundeskanzlerin davon reden höre, dass sie ein uraltes sonderbares Märchen glauben und (unter anderem) daraus die Werte und Überzeugungen beziehen, die wiederum die Basis für ihre Arbeit bilden.

Ich finde die Selbstverständlichkeit, mit der die dominanten Religionsgemeinschaften (bei uns also die christlichen Kirchen) Sonderrechte für sich beanspruchen, widerwärtig und unverschämt. Und darüber spreche ich auch öffentlich, zumindest, solange die Religionsgemeinschaften sich auch öffentlich äußern.

Religiöse Menschen sind moralischer als Atheisten, weil sie an Gott und seine Gebote glauben.
Das kann ich ganz kurz beantworten: Moral und Religion passen ungefähr so zusammen wie Preißelbeeren und Leberpaté. Geht schon, aber Preißelbeeren können mehr. Wer sich nur deshalb an Gottes Gebote hält, weil er Angst vor der Strafe hat, ist einfach ein armseliger Opportunist, und die anderen würden auch ohne ihren Glauben ethisch handeln, bloß mit besseren Gründen.

Zu dem Thema habe ich hier schon mal was Ausführlicheres geschrieben.

Niemand kann beweisen, dass Gott nicht existiert.
Es gibt keinerlei Gründe, an die Existenz Gottes zu glauben. Es gibt nicht mal eine theoretische Möglichkeit, seine Existenz zu beweisen, und auch keine, sie zu widerlegen. Gottes Existenz ist eine völlig sinnlose These, die – je nach Ausgestaltung des jeweiligen Gottesbilds – schon in sich widersprüchlich ist und in keiner Hinsicht mit Beobachtungen in der realen Welt im Einklang steht.

Wer das nicht als Widerlegung akzeptiert, sollte konsequenterweise auch an Feen, Kobolde, rosa Einhörner, Monster im Kleiderschrank, Mickey Mouse, die Muppets  und eben alles andere glauben, das man sich irgendwie vage vorstellen kann.

Immerhin ist er damit dann so beschäftigt, dass er uns andere mit seinem Mumpitz nicht mehr belästigen kann.

Ihr seht das anders? Ihr seid selbst gläubig und findet, dass ich unfair und polemisch argumentiere, oder meint vielleicht aus irgendeinem anderen Grund, dass das alles gar nicht stimmt?
Lasst es mich wissen. Ich freue mich auf eure Meinung.