Christentum: Jetzt mit noch mehr Vergebung und der Extradosis Erlösung!

20. Januar 2010

Das ist alt, und vielleicht habt ihr das alle schon gesehen, aber ich finde es so fantastisch, dass ich euch die mögliche Wiederholung nicht ersparen kann: Der amerikanische Journalist Brit Hume erklärt auf dem Sender Fox News (wo sonst) kurz den religiösen Aspekt von Tiger Woods‘ aktuellen Problemen. Er kommt dabei zu dem Schluss, dass nur der richtige Glaube Tiger retten kann, und welcher das ist, verrät er uns dankenswertweise auch gleich.

Ist klar, oder? Buddhismus ist eine nette Religion, tut keinem weh, hat keiner was gegen, aber wenn es hart auf hart kommt, dann ist Buddhismus einfach irgendwie nicht genug. Dann braucht man einen echten Glauben. Und Hume hat natürlich Recht: Keine Religion versteht sich so auf Vergebung von sexuellem Fehlverhalten wie das Christentum. Also, natürlich nicht bei jeder Art von sexuellem Fehlverhalten. Aber bei so kleinen Fehltritten drückt man schon mal ein Auge zu.


Nicht gut

19. Januar 2010

Glaub ich.


Projekt 52 (2009): Die Aufholjagd beginnt

19. Januar 2010

Himmel nochmal, bin ich der nachlässigste Projekt-52-Teilnehmer von allen, oder was? 2010 ist schon bald wieder rum, und ich hänge noch endlos mit den 2009-Fotos hinterher. Aber ich gebe nicht auf, nein, ich nicht. Ich bringe zu Ende, was ich angefangen habe, und für so ein unverbindliches Fotoprojekt mache ich keine Ausnahme. Gnade ist für die Schwachen. Deswegen gibt es heute diese bisher fehlenden Themen, und bald kommt dann auch der gesamte Rest. Ob ich an dem 2010-Projekt auch teilnehme, überlege ich mir noch mal gut. Ich hätte aber schon eine hervorragend geeignete Figur dafür…

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Glaub doch, wo du wohnst

18. Januar 2010

Die Inspiration für diesen Artikel lieferte mir mein Lieblingsspreeblicker Frédéric Valin, der vor einer Weile eine religionsfreundliche Bürgergesellschaft zur Diskussion stellte. Anlass für mich, einmal vier willkürlich ausgewählte verbreitete Vorurteile über Religion und Atheismus zu besprechen.

Bitte erwartet hier keine rücksichtsvolle Höflichkeit und keine Beschönigungen. Ein sehr, sehr weiser Mann hat mir einmal gesagt, man dürfe beim Bloggen keine Freunde suchen und müsse auch mal einen Arsch in der Hose haben und einer sein. Oder so ähnlich. Wer das freundlicher und sachlicher will, kann sich zum Beispiel die bezaubernden Videos von QualiaSoup ansehen. Eins trotzdem vorweg: Es geht mir hier nicht darum, gläubige Menschen zu beschimpfen. Als Individuen können die sehr nett sein. Trotzdem gehen sie in ihrer religiösen Überzeugung irre, und werden nicht selten ohne Scham von den Organisationen ausgenutzt, die ihren Irrglauben propagieren.

Atheismus ist im Grunde doch auch nur eine Art von Religion.
Nee. Gar nicht. Atheismus ergibt sich aus kritischem Denken. Natürlich gibt es auch Atheisten, die ihre Überzeugung als Religion leben. Auch von gläubigen Wissenschaftlern habe ich schon irgendwo mal gehört. Das zeugt allerdings bloß von der menschlichen Fähigkeit zu völlig unbegreiflicher Inkonsequenz.

Kritisches Denken setzt voraus, dass man die eigenen Annahmen und Überzeugungen permanent infrage stellt, überprüft und gegebenenfalls an die Wirklichkeit anpasst. Dahingegen bedeutet Religion, bestimmte Annahmen als ewige Wahrheiten anzusehen, die nicht infrage gestellt werden dürfen und durch nichts widerlegbar sind. Auch wenn die Inhalte teilweise harmlos sind (Ich habe zum Beispiel kein grundsätzliches Problem damit, dass jemand kein Schweinefleisch isst.), halte ich diese Art zu denken für äußerst schädlich.

Religiöse Organisationen verdienen sehr, sehr viel Geld mit dem Verbreiten dieses gefährlichen Schwachsinns. Für mich ist das Grund genug für eine gehörige Portion Argwohn und – je nach Tagesform – auch eine großzügige Prise Abscheu gegenüber jeder religiösen Organisation.

Atheisten sollten einfach Ruhe geben und die Leute glauben lassen, was sie wollen.
Im Prinzip ja, sagt Radio Eriwan, außer natürlich, dass dieser Gedanke auf einer fehlerhaften Grundannahme basiert. Nämlich der, dass Theisten (so blöd das auch klingt – das Wort Theist mein ich jetzt) einfach friedlich ihre Religion vor sich hin glauben und niemanden damit belästigen.

Die meisten Leute können es aber nicht lassen, aus ihrer Religion auch Regeln für ihr eigenes und eben auch anderer Leute Leben herzuleiten. Wir sind in unserem Leben so sehr von religiös fundierten Regeln und Verhaltensweisen umgeben, dass wir es teilweise gar nicht mehr merken. Es wird viel zu oft als selbstverständlich hingenommen, dass man sich aus Rücksicht an sie hält, oder dass sie sogar einfach aufgrund ihres religiösen Hintergrundes für ethisch über jeden Zweifel erhaben gehalten werden.

Das kann zu sehr unschönen Ergebnissen führen. Nicht nur, wenn es gegen Menschen geht, wie bei dieser sonderbaren Idee, Gott hätte was dagegen, dass Homosexuelle eine Familie bilden und Kinder großziehen, oder Gott wäre der Ansicht, dass junge Frauen, die eine Abtreibung in Erwägung ziehen, mit Unrat beworfen und als Mörder beschimpft gehören.

Was für ein erbärmlicher, engstirniger, cholerischer Gott soll das denn sein, der so was von seinen Anhängern erwartet? Aber ich schweife ab.

Es macht mich auch schon krank, wenn das Christentum sich im kleineren Rahmen als Leitkultur aufspielt, der andere sich unterzuordnen haben. Ob es nun darum geht, dass von Atheisten erwartet wird, bei einem Tischgebet mitzuspielen, oder darum, dass Muslime keinen Turm bauen dürfen, weil natürlich sichergestellt werden muss, dass die Christen den längeren höheren haben. Es macht mir Sorge, wenn ich Leute mit wirklich viel Verantwortung wie den US-Präsidenten oder unsere Bundeskanzlerin davon reden höre, dass sie ein uraltes sonderbares Märchen glauben und (unter anderem) daraus die Werte und Überzeugungen beziehen, die wiederum die Basis für ihre Arbeit bilden.

Ich finde die Selbstverständlichkeit, mit der die dominanten Religionsgemeinschaften (bei uns also die christlichen Kirchen) Sonderrechte für sich beanspruchen, widerwärtig und unverschämt. Und darüber spreche ich auch öffentlich, zumindest, solange die Religionsgemeinschaften sich auch öffentlich äußern.

Religiöse Menschen sind moralischer als Atheisten, weil sie an Gott und seine Gebote glauben.
Das kann ich ganz kurz beantworten: Moral und Religion passen ungefähr so zusammen wie Preißelbeeren und Leberpaté. Geht schon, aber Preißelbeeren können mehr. Wer sich nur deshalb an Gottes Gebote hält, weil er Angst vor der Strafe hat, ist einfach ein armseliger Opportunist, und die anderen würden auch ohne ihren Glauben ethisch handeln, bloß mit besseren Gründen.

Zu dem Thema habe ich hier schon mal was Ausführlicheres geschrieben.

Niemand kann beweisen, dass Gott nicht existiert.
Es gibt keinerlei Gründe, an die Existenz Gottes zu glauben. Es gibt nicht mal eine theoretische Möglichkeit, seine Existenz zu beweisen, und auch keine, sie zu widerlegen. Gottes Existenz ist eine völlig sinnlose These, die – je nach Ausgestaltung des jeweiligen Gottesbilds – schon in sich widersprüchlich ist und in keiner Hinsicht mit Beobachtungen in der realen Welt im Einklang steht.

Wer das nicht als Widerlegung akzeptiert, sollte konsequenterweise auch an Feen, Kobolde, rosa Einhörner, Monster im Kleiderschrank, Mickey Mouse, die Muppets  und eben alles andere glauben, das man sich irgendwie vage vorstellen kann.

Immerhin ist er damit dann so beschäftigt, dass er uns andere mit seinem Mumpitz nicht mehr belästigen kann.

Ihr seht das anders? Ihr seid selbst gläubig und findet, dass ich unfair und polemisch argumentiere, oder meint vielleicht aus irgendeinem anderen Grund, dass das alles gar nicht stimmt?
Lasst es mich wissen. Ich freue mich auf eure Meinung.


Restebloggen zum Wochenende (24)

17. Januar 2010
  1. Ich verstehe es ja. Irgendwie. Trotzdem klingt es für mich doch immer reichlich sonderbar, wenn in den Nachrichten über irgendeine monumentale Katastrophe in einem weit entfernten Land berichtet wird und der Sprecher sowas sagt wie: „Bei dem Unglück starben nach bisherigen Schätzungen des Roten Kreuzes über sieben Millionen Menschen. Auch ein Deutscher hat sich den Fingernagel eingerissen. Das Auswärtige Amt hat bereits eine 747 für die Notfallevakuierung gechartert, allerdings ist noch unklar, ob der Nagel gerettet werden kann.“
  2. Das Fernsehlexikon trägt sich mit Gedanken zu einem anderen Aspekt des gleichen Themas: Die neuen Text-Bild-Scheren sind da.
  3. Sehr schön: Die GWUP zitiert informative Kundenrezensionen über die weniger bekannten Funktionen eines Schweizer Messer. (Teilchenbeschleuniger, Raketenabwehrlaser…)
  4. Florian Meimberg erzählt die kürzesten Kurzgeschichten via Twitter. Und seit ich die kenne, überlege ich mal wieder, ob ich nicht doch einen Account dort öffnen sollte. (Dank für die Empfehlung an den Postillon.)
  5. Ich überlasse es eurem Temperament, ob ihr über diesen Artikel bei Astrodicticum Simplex über die nachträglichen Erklärungen von Astrologen zu der Katastrophe in Haiti wütend werdet, oder sie eher zum Lachen findet.
  6. Ursprünglich in einem Kommentar bei axeage, jetzt auch hier: Ich habe laut gelacht, als ich bei Wikipedia diese Sätze über die DVD-Version der Sexy Sport Clips las:

„Entgegen dem Aufdruck auf den DVDs sind die Clips nicht alle ungekürzt. Einige sind zwar in der Spieldauer identisch, bei der DVD-Version fehlen allerdings Szenen. Dies wurde durch verlangsamte Wiedergabe ausgeglichen. Andere sind sogar kürzer als die derzeit ausgestrahlte Version, die bereits um eine Minute und fünf Sekunden gekürzt ist.“

Ich komme nicht umhin, mir vorzustellen, wie man wohl zu dieser Erkenntnis gelangt ist.


Menschenähnlich (4)

17. Januar 2010

Ta-daaa, der vierte Teil unseres schon-nicht-mehr-ganz-so-neuen Fortsetzungsromans „Menschenähnlich“. Ich wünsche euch viel Spaß.

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Trüffel-Poesie

14. Januar 2010

Christian Gottschalk hat drüben bei Firma Haldemann seine von Rewe inspirierte „Trüffel Poesie“ veröffentlicht und damit wiederum mich inspiriert. Während sein Poem wohl sozialkritisch zu lesen ist, handelt es sich bei meinem eher um eine Parabel darauf, wie die harte Realität manchmal auch die schönsten Träume zurecht stutzt. Lasst euch davon aber bitte nicht die Laune verderben. Wir sind ja schließlich keine Trüffel, nicht wahr?

Unter eines Waldes Kruste
Gärte ich im eig’nen Saft;
Lag dort nur herum und musste
Nie was tun aus eig’ner Kraft

Bis ein Trüffelschwein mich fand und fragte: Hast du den Müßiggang nicht satt?
Doch! rief ich – ich bin ein Trüffel, der noch große Pläne hat.

In der Feinen Welt von Rewe sollte sich mein Traum erfüllen,
Die elitäre Spitzenküche sollte meinen Hunger stillen.

Nun lieg‘ ich in Tomatensoßen
Und gär‘ in meinem eig’nen Saft,
Ich glaube, für die großen
Pläne fehlt mir irgendwie die Kraft.


Beiträgefürandereschreibendiemanzugelostbekommenhatunddieerstspätererfahrenvonwemihregastbeiträgestammen

13. Januar 2010

So! Einen treffenden Namen für die von Bhuti entlehnte Idee des weihnachtlichen Blogwichtelns habe ich gefunden. Nun fehlen mir nur noch ein paar hochkarätige Teilnehmer. Habt ihr vielleicht Interesse?

Die Regeln für alle, die es noch nicht kennen und keine Lust haben, auf den Link da oben zu klicken: Bitte meldet euch bis spätestens zum 29. Januar 2010 an. Jedem Teilnehmer, der sich bis dahin hier in den Kommentaren oder per Mail angemeldet hat, lose ich am 1. Februar einen anderen Teilnehmer zu, dem er dann mit einem möglichst liebevoll gestalteten Gastbeitrag eine Freude macht. Besagten Gastbeitrag schickt ihr mir bitte bis zum 19. Februar, damit ich ihn auch garantiert bis spätestens zum 22. Februar an den Empfänger weiterleiten kann. Am 25. Februar veröffentlicht ihr die erhaltenen Gastbeiträge auf euren Blogs und freut euch königlich über die schöne Abwechslung und die (natürlich nicht zu) begeisterten Kommentare eurer Leser. Zunächst wird der Autor jedes Beitrags nicht verraten, aber wenn der Gastgeber partout nicht herausfindet, wem er zu danken hat, sollte man ihm ruhig ein bisschen helfen. Alles übermäßig Unsympathische, Verbotene oder langweilig Kommerzielle wird nicht als Inhalt zugelassen, und wenn ihr eurem Beitragsempfänger einen großen Gefallen tun wollt, lest doch vorab mal sein Blog, um sicherzugehen, dass ihr seinen Geschmack trefft.

(Wer lange Namen nicht so gut findet, kann die ganze Aktion auch kurz Bfasdmzbhudesevwigs nennen.)


Ich bin der letzte

12. Januar 2010

, der noch keinen formspring.me-Account hat, glaube ich. Und das ist ja kein Zustand. Deswegen ist damit jetzt Schluss.

Für alle, die es nicht wissen: Bei formspring.me könnt ihr mir anonym oder nicht, ganz wie ihr wollt, all die Fragen stellen, die euch schon immer auf dem Herzen lagen. Und ich antworte dann. Viel Spaß.


Widdershins (2)

11. Januar 2010

Ich habe euch noch gar nicht erzählt, wie mein Abenteuer in Widdershins weitergegangen ist.

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Ihr werdet euch erinnern, dass ich im Schatten einer wandelnden Dattelpalme saß und ihr WLAN nutzte, um euch zu schreiben. Eigentlich wollte ich danach gleich weiter, doch eine amüsante kleine Entdeckung fing meinen Blick, während ich mir mittels einer Hand voll Sand und eines zutraulichen Chababasbandolos die Zähne putzte (ein mühseliger und nicht gänzlich appetitlicher Vorgang, dessen Einzelheiten ich euch gerne ersparen möchte), und machte es mir unmöglich, mich einfach von dem Schauspiel abzuwenden, das sich mir darbot.

Der herrlich zuckerige Duft der Datteln, die über mir im Wüstenwind schaukelten, hatte eine Gruppe hungriger Tennisspieler angelockt. Ich war mit diesen faszinierenden Kreaturen nicht ausreichend vertraut, um von meiner Position aus ihre jeweiligen Plätze in der ATP-Weltrangliste erkennen zu können, aber es handelte sich offensichtlich ausschließlich um ausgewachsene Exemplare, die allesamt einen äußerst gesunden und kräftigen Eindruck machten.

Sie hatten sich instinktiv in Zweiergruppen aufgeteilt und schlugen sich gegenseitig unter wildem Gekeuche kleine gelbe Dodekahedrons zu, (Natürlich gibt es in dieser Einöde keine regelkonformen Tennisbälle.) während sie sich allmählich auf spiralförmiger Bahn der wandelnden Palme näherten.

Obwohl es sich um eine beachtliche Gruppe mit fast 20 Mitgliedern handelte, war nirgends ein Schiedsrichter zu sehen. Dieser Zustand konnte nicht lange andauern, doch leider hatte ich nicht die Chance, zu beobachten, wie einer von ihnen auf den blechernen Hochstuhl kletterte, der langsam und ein wenig schüchtern der Gruppe folgte, denn die Tennisspieler hatten mit ihrem Lärm einen anderen Bewohner dieser scheinbar so lebensfeindlichen Wüste angelockt, der sie zwar unter gewöhnlichen Umständen nicht anfallen würde, vor dem sie aber dennoch eine durchaus verständliche Furcht empfanden.

Das unverwechselbare Rascheln viel zu großer Cordhosen kündigte die Ankunft eines Postillonkäfers (Die Namensähnlichkeit ist wirklich reiner Zufall) an, so dass ich gezwungen war, eilends aufzuspringen, um diese Chance zu nutzen.

Sicher habt ihr euch schon gefragt, wie es mir gelingt, zwischen meinem jeweiligen Aufenthaltsort in der Zivilisation und Widdershins zu wechseln. Dass das möglich ist, könnt ihr ja an meinen Einträgen seit dem letzten Widdershins-Artikel erkennen. Nun, das ist einerseits vielleicht einfacher, andererseits möglicherweise auch abenteuerlicher, als ihr es euch vorstellt. Es geht so:

Wann immer ich aus terminlichen oder sonstigen Gründen die Kerpee-Wüste verlassen muss, blase ich meine Wangen auf und imitiere durch schlagartiges Öffnen meines Mundes das Geräusch eines Tennisaufschlags. Diesen Prozess wiederhole ich so oft wie nötig, um einen in der Nähe herumhüpfenden Postillonkäfer auf mich aufmerksam zu machen. Sobald mir dieser durch sein memmenhaftes Gestöhne und Gejammer über die trockene Hitze sein Nahen anzeigt, öffne ich den großen Karton, den ich zu genau diesem Zweck stets bei mir führe. Ich entnehme ihm den Adressaufkleber, fülle diesen entsprechend meiner jeweiligen Destination aus und klebe ihn auf den Karton. Den zugehörigen Retourenaufkleber und das Einlieferungsformular verwahre ich sehr sorgsam. Wie ihr sicher schon ahnt, benötige ich sie für die Rückreise.

Nachdem ich anschließend ein Malefiz-Spiel meinem Gepäck entnommen und einsatzbereit positioniert habe, folgt der schwierigste Teil des Unterfangens. Wenn der Postillonkäfer in angemessene Nähe gehüpft ist, muss ich schnell das Malefiz-Spiel in die geräumige Tasche seines Lodenmantels schieben, um ihm derart anzuzeigen, dass er das vor ihm liegende Paket annehmen und ausliefern soll.

Bevor das Botentierchen den Karton aufgehoben und unter seinen Arm geklemmt hat, muss ich mich freilich noch flugs hinein begeben und ihn gründlich zukleben. Ich bin selbst immer ganz beeindruckt, dass ich das so schnell hinbekomme.

In Deutschland angekommen, öffne ich behutsam das Paket und steige aus, um meine hiesigen Pflichten zu erledigen. Nachdem ich ein neues Malefiz erworben habe, begebe ich mich zu einer kleinen Postfiliale, um die Rückkehr anzutreten. Dafür muss ich nur noch den Retourenaufkleber anbringen, das Paket verschließen, einsteigen und es am Schalter aufgeben, ohne zu vergessen, mir das Einlieferungsformular abstempeln zu lassen; nicht notwendigerweise in dieser Reihenfolge.