Überschaubare Relevanz proudly presents: The complete München experience (leicht gekürzt)

Keoni und ich haben gedacht, dass man ja mal wieder einen Wochenendausflug machen könnte. München schien uns eine gute Idee zu sein, weil Keoni da noch nicht war, wir gerne Weißwurst essen und mir erst kürzlich jemand von den Wasserrutschen im Galaxy-Teil der Therme Erding vorgeschwärmt hatte.

Weil wir erst Samstag Mittag losfahren konnten und nicht sicher waren, ob man ganz München an eineinhalb Tagen schafft, haben wir sicherheitshalber den Montag noch drangehängt, um auch garantiert genug Zeit für wirklich alles zu haben.
Wir nahmen den Zug, weil wir mal gehört hatten, dass man vom Münchner Hauptbahnhof in fünf Minuten an den Frankfurter Flughafen kommt, oder so, und trafen dort dann also am späteren Samstag Nachmittag ein. Am Bahnhof, nicht am Flughafen.

Nach dem Einchecken im Hotel – das klingt immer so albern, aber „Einzug“ mag ich auch nicht sagen – schlenderten wir noch ein bisschen durch die schnell dunkler werdende Innenstadt über den Stachus bis zum Marienplatz, wo wir ein paar Minuten lang das fabelhafte Münchner Rathaus ohne Stativ trotz Finsternis zu fotografieren versuchten und uns dabei total zum Affen machten bewunderten, um dann zu dem von unserem Reiseführer empfohlenen Restaurant für typisch Bayerische Küche weiterzuschlendern.

Es handelte sich dabei um das uuuuurige Gasthaus „Zum Franziskaner“, das sich als nicht nur urig, sondern außerdem noch riesengroß erwies. Nachdem der achte Mitarbeiter uns den Weg zum offenbar letzten freien Tisch gewiesen hatte, fanden wir ihn schließlich im „Hofgarten“ (Jeder der gefühlt vierzehn Säle dort hat einen eigenen Namen und würde größenmäßig woanders mindestens als ein eigenständiges Restaurant durchgehen).
Mit etwas Mühe fanden wir dann aus den teilweise unverständlichen Spezialitäten (Was ist eine Wollwurst? Was ein Römer?) unser Abendmahl heraus, scheiterten dann aber bei der Bestellung. Unser Kellner war übrigens ein ziemlich unfassbarer Stoffel, schade, dass ich keine versteckte Kamera dabei hatte. Es ging ungefähr so:

Kellner: „So, was darf’s denn sein?“
Muriel: „Wir hätten… ähm… als Vorspeise dann bitte die Franziskaner Brotzeitplatte, für eine Person.“ (In der Karte stand 9,80 pro Person, deshalb.)
Kellner, mit einem Blick, als hätte ich ihn gerade gefragt, ob eine Weißwurst was zum Essen ist: „Die Brotzeitplatte ist für eine Person.“
Muriel: „Na, wunderbar. Dann hätten wir gerne noch fünf Weißwürste…“
Kellner, mit einem fassungslosen Kopfschütteln und einem Blick, als hätte ich ihn gerade gefragt, ob man mit einer Weißwurst auch E-Mails verschicken kann: „Erst morgen ab zehn wieder.“

Okay, gut, das hätte ich wissen können, aber er hätte sich auch ein bisschen weniger anstellen können. Wir waren ja wohl nicht die ersten Touristen, die dort jemals gegessen haben. Aber was soll ich sagen, er benahm sich im weiteren Lauf des Abends dann doch überraschend freundlich – womit ich nur sagen will, dass er nicht handgreiflich wurde -, und während uns die Wollwurst und die Viertel-Ente mit den Klößen nur mäßig mundeten, war die Briesmilzwurst mit Kartoffelgurkensalat ganz lecker und der Kaiserschmarren zum Schluss eine Offenbarung.
Versöhnlicher Ausklang des ersten Abends also.

Am Sonntag hatten wir Lust auf Leben und beschlossen deshalb, dass ein Botanischer Garten nett wäre. Siehe da, München hat einen sehr schönen, nämlich im Schloss Nymphenburg, und deshalb fuhren wir da hin.

Glücklicherweise war dort auch gerade eine Schmetterlingsausstellung, und wir kamen sogar früh genug, um sie ohne nennenswerte Wartezeit besuchen zu dürfen. Wenig später standen die Leute schon bis auf die Straße raus. Ich kann sie verstehen:

Und als wir dann auch noch Schildkröten sahen, wussten wir, hier gehen wir so bald nicht weg.

Deshalb konnten wir das eigentliche Schloss dann auch nur noch von außen sehen, aber immerhin hatte das Café noch geöffnet und servierte uns ganz ausgezeichnete Johannisbeerbaisertorte und einen göttlichen London Cheese.

Der heutige Montag war für die Therme Erding verplant. Sowas ist Geschmackssache. Die Wasserrutschen dort machen wirklich Spaß. Die (oder das?) Magic Eye ist die längste in ganz Europa, die Wildwasserrutsche war wirklich ziemlich wild, und die Extreme Faser beschleunigt einen angeblich mit bis zu 3g auf bis zu rund 70km/h (Die Angaben auf den verschiedenen Schildern widersprechen sich und reichen von 68 bis 74.). Der Rest ist eben eine Therme, mit Saunen, verschiedenen Wasserbecken mit Kalzium, Jod oder Mineralien wie im Toten Meer. Ich fand’s nett, aber nur deshalb dort hinzufahren, wäre mir doch zu viel gewesen.
Und dann wurde es allmählich Zeit, in fünf Minuten zum Münchner Hauptbahnhof zurückzukehren und sich auf den Heimweg zu machen. So sieht das Rathaus übrigens bei Tag aus:

Ach ja, Weißwurst haben wir jetzt gar keine gegessen. Aber die gibt’s ja auch in Norddeutschland.

6 Responses to Überschaubare Relevanz proudly presents: The complete München experience (leicht gekürzt)

  1. Tim sagt:

    München fand ich auch toll! Aber steht in Erding auf der Wildwasserrutsche wirklich „3g“? Kann die Zielgruppe damit denn etwas anfangen?

  2. Arctica sagt:

    „Kann die Zielgruppe damit denn etwas anfangen?“

    Als Bayer sag ich da ganz klar mal: Bildungselite! *heimlich Onkel Google frag was g bedeutet*

  3. Cortex sagt:

    Ich würde ja eher vermuten, dass die meisten bei der Aufschrift „3g“ ans iPhone denken. Und ich muss morgen mal in meinen Bilder kramen, um zu überprüfen, ob mir da mein Gedächtnis einen Streich spielt, aber mich erinnert das Münchener Rathaus sehr an das in Hamburg.

  4. Maxi sagt:

    Der ganze Bericht klingt etwas zwiegespalten. Hat dir der Wochenendtrip eigentlich gefallen?
    @Cortex: Das ist das Münchner Rathaus. Das Hamburger Rathaus wurde zwar in der selben Zeit errichtet, hat aber ein „grünes“ Dach.

  5. Cortex sagt:

    @Maxi: Das war mir schon klar. Ich wollte damit lediglich sagen, dass sie sich sehr ähnlich sehen.

  6. Muriel sagt:

    @Tim: Das habe ich vielleicht ein bisschen irrefürend formuliert. Extreme Faser ist eine andere, viel aufregendere Rutsche als Wildwasser. Der Rest stimmt aber.
    Ob die Zielgruppe damit was anfangen kann: Naja. Die Zielgruppe sind pubertierende Jugendliche. Denen reicht es, wenn das gefährlich und spacig klingt.
    @Cortex: Die Verbindung drängt sich in der Tat auf. In beiden Fällen. Auch ich habe mich ein paar Mal gefragt, ob ich da nicht versehentlich das falsche Rathaus fotografiert habe.
    @Maxi: Ja, der hat mir sehr gefallen. Es gab Schildkröten!!!!einself

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