Restebloggen zum Wochenende (39)

  1. Sind die Spammer in letzter Zeit aktiver geworden, oder lustiger, oder kommt mir beides nur so vor? Habe mich diese Woche wieder sehr amüsiert:“Thanks for the welcome ueberschaubarerelevanz.wordpress.com What’s up body! Yea yea, good stuff bro! ueberschaubarerelevanz.wordpress.com Chill! I have an information on the the is well! and viagra shop – qaju – 28317 viagra for woman information 5771 – tk viagra for woman information Bye
    Yo, boyakasha! Chill.

    Hi`s Dears! 🙂
    The best production in the world
    Buy Please!
    If you will not like our production, we will return you money in 20 multiple size.
    IN ADVANCE MANY THANKS! 🙂

    Wie muss ich mir das vorstellen? Ich bekomme mein Geld in 20 vielfachen Größen zurück? Also in ganz vielen verschiedenen Münzen und Scheinen? Oder was?

    Hi Everyone!
    Marck here…
    I was reading this board for about 2 months and i’ve,finally, decided to register because time is come to give something back to the board…
    Regard!!!

    Ich würde gerne mal jemanden kennenlernen, der diese Nachrichten schreibt. Einfach, um zu fragen, welches System dahinter steckt.

  2. Ich bin zurzeit ein bisschen unentschlossen, was ich als nächstes aus meinem Audible-Abo auswählen soll und hatte gerade den leicht masochistischen Gedanken, mal einen Twilight-Roman downzuloaden, um euch dann hier mit einer ausführlichen Kritik zu beglücken. Interesse, irgendjemand?
  3. Ein wunderlicher alter Mann hat in einem unbedeutenden Ort eine wirre Rede gehalten. Vielleicht könnte man das auch ganz ignorieren, aber eine Bemerkung kann ich doch nicht für mich behalten: Ja, Herr Ratzinger, Sie haben Recht: Es gibt Katholiken, die sich für ihren Glauben schämen, dass Homosexuelle keine Gleichberechtigung verdienen und Abtreibung Mord Sünde [Korrektur 15. Mai 19:22 auf Hinweis von Rayson. Danke!] ist. Aber viel zu wenige.
  4. Ist euch schon mal aufgefallen, dass die meisten Supermärkte total schwachsinnig aufgebaut sind? Es geht hinter dem Eingang los mit Obst und Gemüse, womit gewährleistet ist, dass die empfindlichen Tomaten, Mangos und Bananen den ganzen Einkauf über ganz unten im Korb liegen und von Apfelmusgläsern, Milchkartons und Waschmittelflaschen gequetscht werden. Irgendwo mittendrin sind die Tiefkühlsachen, damit die auch schön lange Zeit haben, aufzutauen, bis man es zur Kasse geschafft hat, und der Kram, bei dem Zeit und Quetschungen wirklich keine Rolle spielen, wie Zeitschriften, Socken oder Taschentücher, die sind kurz vor der Kasse. Hat da mal jemand drüber nachgedacht?
  5. Natürlich hat Rüttgers es verdient, abgewählt zu werden. Und ich verstehe auch die SPD-Leute, die sich über ihren, ähem, Sieg freuen (0,1 Prozentpunkte mehr sind immer noch mehr. Nah dran zählt nur bei Hufeisen und Granaten.) und sich ärgern, dass alles so kompliziert ist. Trotzdem ist es albern, jetzt von der FDP zu erwarten, dass sie aus lauter Verantwortungsbewusstsein um jeden Preis mit der SPD koaliert. Rayson von B.L.O.G. sagt:
    „Aber wo wir schon bei dieser seltsamen „Verantwortungs“-Logik sind: Seltsamerweise wird eine ähnliche Forderung an die „Grünen“ nicht herangetragen. Was im Grunde erstaunen muss, könnten sie mit einer Zustimmung zu einer „Jamaika-Koalition“ doch dafür sorgen, dass die Partei mit den meisten Wählerstimmen auch den Ministerpräsidenten stellt.“
Advertisements

45 Responses to Restebloggen zum Wochenende (39)

  1. Andi sagt:

    Hey Bro, good stuff, really, yea yea!
    Ob man sich als hauptamtlicher Spam-Mail-Schreiber irgendwo bewerben kann?

    Supermarkt:
    also, in meinem kommen die Zeitschriften gleich hinterm Obst. Find ich übrigens auch erstaunlich. Dass Obst gequetscht wird, kann man übrigens vermeiden, indem man erst am Ende des Einkaufs das Obst einpackt. Klingt komisch, ist aber so. 🙂
    Und ich find es immer sehr ärgerlich, wenn mein „kicker“ gequetscht ist und dann verknickt ist.

    So, und die FDP soll mal bitte in NRW nicht so rumeiern. Entweder sie wollen regieren, dann müssen sie damit leben, dass Hannelore Sondierungsgespräche mit den Linken führt (was ja ihr gutes Recht ist). Ode sie sagen klipp und klar: nö, Ampel machen wir unter keinen Umständen. Aber der eine sagt heute dies und der andere morgen jenes – das ist keine klare Linie.
    Nun isses ja aber so, dass die Leute hier in NRW einen Politikwechsel gewählt haben. Also sollen die den auch bitteschön kriegen.

  2. Nr 2: Oja, bitte, bitte! Das wird ein Spaß. Vermutlich weniger für Dich, aber für uns Leser allemal. 🙂
    4.: Und immer wieder schön, dass gleich zu Anfang Staus entstehen, weil das Obst ja ausreichend gedrückt und geprüft werden muss, dann das Einpacken und Abwiegen, das geht ja auch nicht jedem flott von der Hand, aber Hauptsache, man hat den Einkaufswagen schön mitten im Gang platziert. Grrr… (Ich bin mir sicher, dass sich irgendwelche Superhirne was bei der Reihenfolge gedacht haben. Das ist ja mittlerweile eine Wissenschaft für sich. Teure Waren niemals ganz unten oder oben, sondern immer ins mittlere Regal, damit die Kunden vielleicht doch nicht zum Billigprodukt greifen. Usw…)

  3. Andi sagt:

    Wird in Supermärkten nicht auch darauf geachtet, was links steht und was rechts steht? Ich meine, ich hätte das mal gehört.

  4. Rayson sagt:

    Es gibt Katholiken, die sich für ihren Glauben schämen, dass Homosexuelle keine Gleichberechtigung verdienen und Abtreibung Mord ist.

    1. Ob Abtreibung Mord ist oder nicht, ist keine Glaubensfrage. Die dortige Kategorie heißt „Sünde“.

    2. Dass Homosexuelle nicht gleichberechtigt wären, gehört nicht zum römisch-katholischen Glauben.

  5. Guinan sagt:

    2. Ein Blick auf Bella Swan durch deine Augen, au ja.
    4. Gern platziert man die Tiefkühlsachen auch direkt hinter Obst und Gemüse. Damit ist dann gewährleistet, dass die frischen Sachen hübsche Frostschäden bekommen, sich noch kürzer als üblich halten und man schneller wieder einkaufen muss.

  6. Muriel sagt:

    @Rayson: Schön, dass du mal vorbeischaust.
    1. Ich könnte da jetzt noch ein paar schwache Rechtfertigungen vorbringen, aber ich beuge mich hier deiner Expertise.
    2. Ich weiß, dass das nicht alle Katholiken so sehen. Unter anderem deswegen habe ich auch darauf verzichtet, wie ich zuerst wollte, pauschal zu schreiben „Es gibt Katholiken, die sich für ihren Glauben schämen. Aber viel zu wenige.“
    Meines Wissens gehört es zur offiziellen Lehre der römisch-katholischen Kirche, dass praktizierte Homosexualität Sünde ist und dass Homosexuellen die Ehe nicht offen stehen sollte. Liege ich da falsch?

  7. Guinan sagt:

    „Meines Wissens gehört es zur offiziellen Lehre der römisch-katholischen Kirche, dass Homosexualität Sünde ist und dass Homosexuellen die Ehe nicht offen stehen sollte. Liege ich da falsch?“

    Du fasst das zu eng. Nach katholischer Lehre ist jeglicher Sex ohne Fortpflanzungsabsicht Sünde, dazu gehört auch schon der bloße Gedanke daran.

  8. Muriel sagt:

    @Guinan: Da hast du natürlich auch wieder Recht, aber das mit der Ehe stimmt doch nun wirklich. Oder hat da auch noch jemand was dran rumzumäkeln?

  9. […] This post was mentioned on Twitter by Hannes. Hannes said: Restebloggen zum Wochenende (39) http://bit.ly/a82ng1 […]

  10. Rayson sagt:

    @Muriel

    Ich schaue öfters vorbei, sag aber nicht immer was 😉

    Ja, das ist richtig: Praktizierte Homosexualität ist aus römisch-katholischer Sicht Sünde. Das von Guinan genannte trifft aber genau den Kern, denn homosexueller Verkehr kann eben nun mal grundsätzlich nicht auf Fortpflanzung hin ausgerichtet sein – und genau da liegt dann eben der Hund begraben: Die römisch-katholische Kirche kann nicht mal eben zeitgeist-gerecht praktizierte Homosexualität absegnen, ohne die Verbindung von Sex und Kinderkriegen zu lösen.

    Und was die Ehe angeht: Nun ja, die dürfen Geschiedene nicht eingehen und Bruder und Schwester auch nicht… Aber auch hier wieder: Hinter der Ehe steckt auch wieder das Kinderkriegen, was sich z.B. darin äußert, dass eine „nichtvollzogene“ Ehe ungültig ist (wir wissen: Verhüten beim Vollziehen geht nicht!). Deswegen ist nach katholischer Sicht (und bislang wohl auch evangelischer) eine Ehe immer eine Verbindung von Mann und Frau, und das gilt auch noch für meine Kirche, die ansonsten keine Probleme hat, homosexuellen Paaren einen Segen zu erteilen.

    Mit „Mangel an Gleichberechtigung“ hat das wenig zu tun: Es geht hier um bestimmte Glaubensinhalte, die ein Homosexueller ja nur dann als diskriminierend empfinden könnte, wenn er sie nicht teilt, woraufhin sich wieder die Frage stellt, was er ausgerechnet in dieser Kirche dann zu suchen hat..

  11. Muriel sagt:

    @rayson: Das freut mich natürlich umso mehr. Also, dass du öfter hier bist, nicht, dass du schweigst…
    Die Hintergründe der römisch-katholischen Einstellung zu Homosexualität und Ehe und kenne ich durchaus. Ist in meinen Augen aber wirklich gar keine Rechtfertigung, sondern Teil des Problems.
    Und ich kann dir auch einfach nicht zustimmen, wenn du sagst, dass man nicht gegen die Gleichberechtigung Homosexueller eingestellt ist, wenn man erstens ihre Sexualpraktiken zu Sünden erklärt. Das Thema Ehe ist da noch mal eine ganz andere Frage. Irre ich mich denn in der Überzeugung, dass die römisch-katholische Kirche sich auch dagegen einsetzt, homosexuellen Paaren die weltliche Ehe mit ihren Rechtsfolgen und Vorteilen zu öffnen?
    Nebenbei: Wie kommt man denn als Kirche dazu, Paare zu segnen, deren Paarung man für sündig hält? Geschieht das unter der Voraussetzung, dass kein Geschlechtsverkehr stattfindet?

  12. Muriel sagt:

    @Rayson, Guinan: Was mir gerade noch einfällt, und ich schon lange mal wissen wollte: Wie ist das bei heterosexuellen Paaren, deren einer oder beide Partner unfruchtbar sind? Haben die Zugang zur Ehe? Leben die in Sünde, wenn sie trotzdem miteinander kopulieren?

  13. Ron sagt:

    Zum Thema Supermarkt: Ich kenne tatsächlich ein paar Leute die sich aus professionellen Gründen Gedanken über solche Themen machen. Und das ist wirklich eine Wissenschaft für sich, wenn um jeden Regalmeter mit verschiedenen Stelle diskutiert werden muss (von Verkaufspsychologie mal ganz abgesehen). Ich selbst habe auch schon mal das Vergnügen gehabt, in einem Supermarkt eine Woche intensiv zu arbeiten. Man bekommt auf manche Dinge eine ganz andere Sicht …

  14. Muriel sagt:

    @Ron, Fellmonsterchen: Ja, das ist mir eigentlich klar, dass da viel Überlegung einfließt. Ich wüsste nur echt gerne, welche dazu führt, dass die Reihenfolge so sein muss. Ich kenne ein paar Supermärkte, die es anders machen, es kann also nicht ganz herrschende Meinung sein, dass das Obst an den Eingang gehört…

  15. Rayson sagt:

    @Muriel

    Und ich kann dir auch einfach nicht zustimmen, wenn du sagst, dass man nicht gegen die Gleichberechtigung Homosexueller eingestellt ist, wenn man erstens ihre Sexualpraktiken zu Sünden erklärt.

    Die Kirche trennt zwischen der Sünde und dem Sünder. Zu sagen, dass Sünder in der Kirche „nicht gleichberechtigt“ wären, wäre wohl eine grobe Vermischung der Bezugsebenen. Ihre sündhaften Praktiken werden nicht gutgeheißen, ok, aber das trifft ja alle. Im Grunde willst du eigentlich einen anderen Sündenkatalog, aber für einen Gläubigen wäre dieser Gedanke doch reichlich absurd, und andere trifft es nicht.

    Irre ich mich denn in der Überzeugung, dass die römisch-katholische Kirche sich auch dagegen einsetzt, homosexuellen Paaren die weltliche Ehe mit ihren Rechtsfolgen und Vorteilen zu öffnen?

    Es kann sein, dass sie das tut. Und es ist IMHO nicht so, dass nun jeder vernünftige und gutmeinende Mensch dafür sein müsste, dass das Institut der Ehe, wie es jetzt besteht, auch für Homosexuelle offen stehen sollte. Das würde dem Sinn der Insitution nicht gerecht, die eben nur bestimmten Konstellationen offen steht und anderen nicht. Ich dürfte z.B. auch nicht meine Schwester heiraten. Ich bin daher durch entsprechende Diskussionen und die Entwicklung der Rechtsprechung zur Überzeugung gekommen, lieber die Ehe als staatliche Institution weitestgehend abzuschaffen und mehr privatrechtlich zu organisieren, wahlweise zusätzlich kirchenrechtlich.

    Wie kommt man denn als Kirche dazu, Paare zu segnen, deren Paarung man für sündig hält?

    Die römisch-katholische Kirche segnet keine homosexuellen Paare, und in denjenigen Kirchen, die das tun, gilt Homosexualität nicht als Sünde.

    Wie ist das bei heterosexuellen Paaren, deren einer oder beide Partner unfruchtbar sind? Haben die Zugang zur Ehe? Leben die in Sünde, wenn sie trotzdem miteinander kopulieren

    ?

    Nun, bei Mann und Frau lässt sich immerhin nicht völlig ausschließen, dass es doch mal klappt. Dafür gibt es ja sogar recht prominent ein Beispiel im NT, nämlich die Geburt des Johannnes. Von vergleichbaren Geburten durch Männer ist aber nichts bekannt, von daher…

  16. Muriel sagt:

    @Rayson: In der Abschaffung der Ehe als staatliche Institution sind wir uns immerhin einig.
    Aber in deinem Versuch, mir hier in der These zu widersprechen, die römisch-katholische Kirche würde Homosexuelle nicht gleichberechtigt zu Heterosexuellen sehen, kann ich deiner Argumentation einfach nicht folgen. Wenn jemand allein durch das Ausleben seiner Sexualität ein Sünder ist und aufgrund „tiefsitzender homosexueller Tendenzen“ von der Priesterweihe ausgeschlossen wird, dann genießt er in meinen Augen keine Gleichbehandlung. Dass es dafür theologische Rechtfertigungen gibt, weiß ich, ändert aber nichts daran.

    „Die römisch-katholische Kirche segnet keine homosexuellen Paare, und in denjenigen Kirchen, die das tun, gilt Homosexualität nicht als Sünde.“

    Okay, da hatte ich dich dann misverstanden.

    „Nun, bei Mann und Frau lässt sich immerhin nicht völlig ausschließen, dass es doch mal klappt. Dafür gibt es ja sogar recht prominent ein Beispiel im NT, nämlich die Geburt des Johannnes. Von vergleichbaren Geburten durch Männer ist aber nichts bekannt, von daher…“

    Hm. Weichst du jetzt mit Absicht meiner Frage aus? Du weißt, dass es Fälle gibt, in denen eine Empfängnis völlig ausgeschlossen ist. Trotzdem sind diese Paare meines Wissens weder von der kirchlichen Trauung ausgeschlossen, noch ist ihr Geschlechtsverkehr Sünde. Für mich offenbart das ziemlich deutlich die Heuchelei, die hinter dem Konzept „Das ist alles nur, weil Sex für Zeugung da ist, wir haben doch eigentlich nichts gegen Schwule!“ steht.

  17. Brummsel sagt:

    Die Obstabteilungsfrage kann ich beantworten, da ich im weitesten Sinne lange Zeit für die Branche gearbeitet habe. Erstens ist die Obstabteilung mit Ihrer hellen Ausleuchtung, den Spiegeln und den bunten Farben ein Anreiz für den Kunden zu verweilen. Zweitens wird dem Kunden hier direkt eingangs suggeriert, hier sei alles frisch und gesund. Außerdem kann der Kunde in der Obstabteilung selber aussuchen und abwiegen und hat das Gefühl, es läge allein in seiner Macht was er kauft und was nicht, was natürlich umgemünzt auf den gesamten Markt überhaupt nicht stimmt. Das wichtigste ist aber, dass man sich für das Aussuchen von Obst und Gemüse in der Tat viel Zeit nimmt, weil man sich nur die schönsten Früchtchen in den Wagen legen will. Das Resultat ist, dass das gesamte Einkaufstempo so schon im Eingangsbereich massiv verlangsamt wird, was in jeder Hinsicht im Interesse des Marktbetreibers liegt.

    Nur bei Aldi ist das alles anders, aber dort werden in der Regel sowieso fast alle psychischen Tricks außer Acht gelassen.

    Dein Argument habe ich so bisher allerdings noch nie wirklich bedacht und es ist absolut berechtigt.

  18. Andi sagt:

    Rayson:
    Ich seh das anders. Jeder vernünftige, mitdenkende, meinetwegen auch gutmeinende Mensch wird dir versichern, dass es ihm zumindest egal ist, ob Homosexuelle heiraten sollten. Gott sei Dank entscheidet das aber nicht die Kirche, sondern die Politi. Die hat ja immerhin mal einen Vorstoß gewagt, wenn auch nicht bis zur allerletzten Konsequenz.
    Ich denke auch, dass es durchaus mehr Argumente gegen eine Heirat unter Geschwistern gibt als gegen eine Heirat von z.B. Mann und Mann, die sich ehrlich und aufrichtig lieben. Und selbst die katholische Kirche wird nichts gegen die Liebe an sich haben, oder? 🙂
    Ich denke, die (katholische) Kirche täte gut daran, sich zu öffnen. In der Region, aus der ich komme, wollte sich ein homosexuelles Paar trauen lassen, in einer katholischen Kirche. Die Gemeinde hat es dem Paar verweigert. Es gab einige Berichte und Leserbriefe in der lokalen Tageszeitung – und es gab keinen einzigen, der sich negativ über den Wunsch des Paares nach einer kirchlichen Trauung äußerte, ganz im Gegenteil. Das hat mich doch sehr beruhigt und in meiner These bestätigt, dass vernünftige und gutmeinende Menschen es nicht in ihrem Weltbild beeinträchtigt, wenn homosexuelle Paare heiraten wollen.

  19. Muriel sagt:

    @Brummsel: Ahja, vielen Dank für die Erläuterung. Ich kann das zwar für mich selbst nicht bestätigen, aber ich halte mich auch für einen eher untypischen Konsumenten – wie wahrscheinlich 97% der andere Einkäufer auch.
    @Andi:

    „Und selbst die katholische Kirche wird nichts gegen die Liebe an sich haben, oder?“

    Du bist manchmal schon ein bisschen naiv, oder?

  20. Andi sagt:

    Ein bisschen? 🙂

  21. Muriel sagt:

    @Andi: Ich schätze, es ist vor Allem eine Frage der Definition. Siehst du, wenn Gott seine Liebe dadurch ausdrücken möchte, dass er nahezu alles Leben auf der Erde auslöscht, dann ist das wundervoll.
    Aber wenn zwei Männer beieinander liegen, dann ist das ein Greuel.

  22. Andi sagt:

    Und was ist mit den Fußballspielern, die zusammen jubeln, wenn sie ein Tor geschossen haben? Steht darüber auch was im „Way2god“? 🙂

  23. Muriel sagt:

    @Andi: Da steht nichts Konkretes, aber da diese Fußballspieler keine Chance haben, dabei schwanger zu werden, ist es wohl Sünde.

  24. Andi sagt:

    Hm. Okay. Wahrscheinlich muss ich mein Weltbild einfach nochmal überdenken.

  25. Rayson sagt:

    @Muriel

    Auch Verheiratete sind von der Priesterweihe ausgeschlossen. Sind die in der römisch-katholischen Kirche nicht gleichberechtigt?

    Was die nicht zeugungsfähigen Paare angeht: Wenn ausgerechnet die römisch-katholische Kirche die Wiederholung von biblisch bezeugten Wundern ausschließen würde, wäre das wohl ziemlich seltsam. Also ist es nicht ausgeschlossen, dass eine solche Ehe doch zu Kindern führt. Als gläubiges Paar legt man die Entscheidung eben in Gottes Hand.

    Aber wenn zwei Männer beieinander liegen, dann ist das ein Greuel.

    Das ist übrigens ein jüdisches Gesetz. Wie jedermann bei der Lektüre des „Leviticus“ feststellen kann, erstreckt sich dessen Geltung nicht auf die Christen.

    @Andi

    Jeder vernünftige, mitdenkende, meinetwegen auch gutmeinende Mensch wird dir versichern, dass es ihm zumindest egal ist, ob Homosexuelle heiraten sollten.

    Das sind so die Formulierungen, die mich gerade dazu verpflichten, das Gegenteil zu vertreten. Also: Es ist mir nicht egal. Ob ich jetzt unvernünftig, nicht mitdenkend oder bösmeinend bin oder alles zusammen – such dir was aus. Es ist mir einmal nicht egal, weil sich der Staat Eheschließungen etwas kosten lässt. Und es ist mir ein zweites Mal nicht egal, weil ich etwas gegen Entkernungen und Sinnentstellungen von Institutionen habe. Das Thema ist mir zwar nicht so wichtig, dass ich viel Zeit und Mühe investieren würde, meine Umwelt zu beeinflussen, aber wenn man mich schon fragt…

    Ich denke, die (katholische) Kirche täte gut daran, sich zu öffnen.

    Sich öffnen um des Öffnens willen wäre das Ende dieser Kirche. Die Botschaft, die sie verkündet, kann sie nicht einfach selbst verändern, schon gar nicht auf äußeren Druck hin. Klar, es gibt viele Leute, die genau das wollen, also das Ende dieser Kirche, aber dann doch bitte lieber gleich mit offenen Karten spielen.

    Es gibt übrigens genug Kirchen, die alles mitmachen, was der „vernünftige, mitdenkende und gutmeinende Mensch“ von ihnen verlangt. Gleichschaltung wäre doch etwas übertrieben.

    Es gibt zum Glück kein Recht, in einem vegetarischen Restaurant ein Schnitzel serviert zu bekommen.

  26. Muriel sagt:

    @Rayson:

    „Auch Verheiratete sind von der Priesterweihe ausgeschlossen. Sind die in der römisch-katholischen Kirche nicht gleichberechtigt?“

    In dieser Hinsicht sind sie es offenkundig nicht. Über Sinn und Unsinn des Zölibats lass uns aber lieber mal woanders philosophieren.

    „Also ist es nicht ausgeschlossen, dass eine solche Ehe doch zu Kindern führt. Als gläubiges Paar legt man die Entscheidung eben in Gottes Hand.“

    Ich gebe zwar zu, dass das aus Sicht der katholischen Kirche vielleicht schlüssig ist, aber wenn du es noch nicht Leid bist, hätte ich dazu dann noch drei Nachfolgefragen:
    1. Findest du es in Anbetracht des, sagen wir mal, eher sporadischen Vorkommens von Wundern in unserer Zeit nicht ziemlich gewagt, bei einer Ehe zweier unfruchtbarer Menschen noch davon zu sprechen, dass ihr Geschlechtsverkehr „auf Fortpflanzung hin ausgerichtet“ wäre?
    2. Wäre eine Ehe zwischen zwei Frauen dann aus römisch-katholischer Sicht in Ordnung? Die könnte doch zu Kindern führen. Sogar ohne göttliches Wunder.
    3. Es gibt dafür zwar meines Wissens keine biblisch belegbaren Beispiele, aber du wirst mir sicher zustimmen, dass Gott durchaus in der Lage wäre, auch einen Mann zu schwängern, oder? Und dass er auch genauso trotz Kondom und Pille eine Zeugung ermöglichen kann, genauso, wie er das auch trotz fehlender Gebärmutter oder zu geringer Spermienmobilität hinbekäme? Wo ist da der prinzipielle Unterschied?

    Das ist übrigens ein jüdisches Gesetz. Wie jedermann bei der Lektüre des „Leviticus“ feststellen kann, erstreckt sich dessen Geltung nicht auf die Christen.

    Mich würde zwar am Rande schon interessieren, wo man da eindeutig erkennt, dass das für Christen nicht gilt, aber da wir uns schon einig waren, dass praktizierte Homosexualität nach römisch-katholischer Glaubenslehre sündhaft ist, können wir diesen Punkt aus meiner Sicht ruhen lassen.

    Im Übrigen habe ich das Gefühl, dass wir hier noch mehr als bei unserer letzten Debatte umd es Kaisers Bart streiten, deswegen lass mich dich bitte einfach mal direkt fragen:
    Bist du selbst der Meinung, dass homosexueller Geschlechtsverkehr verwerflich ist? Verdienen Homosexuelle deiner Meinung nach Strafe? (Ja, das sind zwei verschiedene Fragen, ich sehe den Unterschied.)
    Bist du selbst mit dem zweiten vatikanischen Konzil der Meinung, dass Abtreibung ein verabscheuungswürdiges Verbrechen ist?

    Denn ab von allen Wortklaubereien, die durchaus auch mir mal Spaß machen, bin ich ganz im Ernst der Überzeugung, dass man sich für diese Glaubensinhalte durchaus zu Recht schämt, wenn man sie denn teilt.

  27. Rayson sagt:

    @Muriel

    Zu deinen Fragen:

    ad 1: Wenn beide Seiten voller Gottvertrauen Kinder zumindest billigend in Kauf nehmen, aus Sicht der katholischen Kirche nicht.
    ad 2: Vielleicht habe ich im Biologieunterricht nicht genug aufgepasst, aber dass zwei Frauen miteinander ein Kind zeugen können, hielt ich bislang für unmöglich.
    ad 3: Es geht nicht um rein theoretische Wunder, sondern um tatsächlich schon eingetretene, also auch um solche, bei denen man von einem gewissen Wohlwollen Gottes hinsichtlich des Wunsches ausgehen kann. Wie gesagt: Johannes. Außerdem ist aus Sicht der katholischen Kirche klar, dass es von Natur aus so gewollt ist, dass die Frauen die Kinder kriegen (und prinzipiell bis auf das „gewollt“, das einen existierenden Willen voraussetzt, auch wissenschaftlich so abgesichert…). Ein Mann, der Kinder kriegt, wäre im übrigen auch kein Mann mehr, auch rein (bio)logisch betrachtet. Zumindest eine Gebärmutter brauchts wohl dazu.

    Mich würde zwar am Rande schon interessieren, wo man da eindeutig erkennt, dass das für Christen nicht gilt

    Jedesmal, wenn wir Christen Yom Kippur feiern…

    deswegen lass mich dich bitte einfach mal direkt fragen

    Welchen Zweck hätte meine persönliche Meinung zu diesen Fragen (die ich an anderen Stellen übrigens bereits zum Besten gegeben habe und auf die es auch in diesem Thread ziemlich deutliche Hinweise gibt) in dieser Diskussion? Jetzt mal abgesehen davon, dass für dich klar wäre, ob ich mich zu schämen hätte oder nicht, was, da wir beide in keinerlei persönlicher Beziehung zueinander stehen, eigentlich ziemlich irrelevant sein müsste.

    Mal zur Abtreibung und wieder weg von mir: Da geht es doch vor allem um die Frage, wann Leben beginnt. Die ethischen Folgerungen ergeben sich dann zu großen Teilen von selbst. Für die einen ist der Fötus ein Parasit, dessen Beseitigung folglich bis zum Moment der Geburt oder gar der Trennung der Nabelschnur ins Ermessen der diesen Parasiten beherbergenden Frau gestellt ist, und für die anderen ist die befruchtete Eizelle bereits Leben, das ebenso konsequent nicht von anderen Menschen ausgelöscht werden darf. Wobei letzteres nur die Grundregel ist, denn das biblische Tötungsverbot gilt ja auch nicht absolut.

    (Einschub: Fristenregelungen sind ja nur der Versuch, einen Kompromiss zu finden, wo es eigentlich keinen geben kann, und müssen deswegen die fundamentalistischen Streiter beider Seiten unbefriedigt bis wütend zurücklassen.)

    Die Aufforderung an die Verfechter der jeweils anderen Auffassung, sich zu schämen, ist doch letztlich aber nur ein sehr zirkulärer Ausdruck der Tatsache, in einer als wichtig empfundenen ethischen Frage anderer Meinung zu sein.

  28. Muriel sagt:

    @Rayson: Die Unterscheidung zwischen theoretischen und tatsächlich eingetretenenen Wundern finde ich niedlich, die merke ich mir.

    „ad 2: Vielleicht habe ich im Biologieunterricht nicht genug aufgepasst, aber dass zwei Frauen miteinander ein Kind zeugen können, hielt ich bislang für unmöglich.

    Du verwirrst mich. Ist wissenschaftliche Kenntnis nun ein Maßstab für dich (dann ist deine Antwort auf meine Frage nach unfruchtbaren Paaren hinfällig), oder ist sie kein Maßstab für dich (dann darfst du weiter mit Wundern argumentieren, solltest aber fairerweise den Biologieunterricht aus dem Spiel lassen)?
    Zur Sache: Mit technischen Hilfsmitteln geht das. Und mit einem Wunder jawohl erst recht, und für eine Zeugung ohne männliche Beteiligung gibt es doch auch irgendwo im NT so ein obskures Beispiel, wenn ich mich richtig entsinne…

    „Jedesmal, wenn wir Christen Yom Kippur feiern…

    Naja, ich meinte eher im Text. Du hast doch gesagt, bei der Lektüre werde das klar.

    Welchen Zweck hätte meine persönliche Meinung zu diesen Fragen […] in dieser Diskussion?

    Naja, sie hätte mich halt interessiert. Weil mir nicht ganz klar ist, worüber wir hier eigentlich diskutieren. Wir stimmen darin überein, dass homosexuelle Praktiken aus christlicher Sicht sündhaft sind und dass Homosexuellen die Ehe nicht offensteht. Ich verstehe deshalb nicht recht, wo du mir eigentlich widersprichst und hatte die Hoffnung, dass mir deine persönliche Meinung da weiterhelfen könnte. Aber es steht dir natürlich frei, die für dich zu behalten.

    „Mal zur Abtreibung und wieder weg von mir: Da geht es doch vor allem um die Frage, wann Leben beginnt.“

    Da ja unser ganzes Gespräch auf Spitzfindigkeiten dreht und angelt, halte ich es gar nicht für besonders albern von mir, wenn ich darauf hinweise, dass die Kernfrage lautet, wann menschliches Leben beginnt. Ein Bakterium lebt auch, und trotzdem hat kaum jemand Bedenken, eins auszulöschen.

    „Fristenregelungen sind ja nur der Versuch, einen Kompromiss zu finden, wo es eigentlich keinen geben kann, und müssen deswegen die fundamentalistischen Streiter beider Seiten unbefriedigt bis wütend zurücklassen.“

    Ich finde, es kann nicht nur einen Kompromiss geben, es muss. Die beiden von dir dargestellten Extrem-Alternativen sind beide evident falsch, und ich kenne ehrlich gesagt auch niemanden, der die erste Variante (Nabelschnur und so) vertritt. Kennst du jemanden? Kannst du vielleicht so einen verlinken? Würde mich interessieren.
    Jedenfalls halte ich es auch nicht für besonders zielführend, extremistische Positionen gegenüberzustellen. Die Frage, die dem zugrunde legt, ist sehr schwer zu beantworten und darf und sollte kontrovers diskutiert werden. Das ist aber sehr schwer, wenn einige Diskussionsteilnehmer die ewige Wahrheit für sich reklamieren und die anderen zu verabscheuungswürdigen Verbrechern erklären.

    „Die Aufforderung an die Verfechter der jeweils anderen Auffassung, sich zu schämen, ist doch letztlich aber nur ein sehr zirkulärer Ausdruck der Tatsache, in einer als wichtig empfundenen ethischen Frage anderer Meinung zu sein.“

    Nur so fürs Protokoll: Ich habe in diesem Thread bisher niemanden aufgefordert, sich zu schämen.
    Darüber hinaus bin ich mit deiner Formulierung aber auch nicht einverstanden. Scham ist in meinen Augen (unter anderem) die angemessene Reaktion, wenn man etwas ethisch Inakzeptables getan oder gesagt hat. Das erfordert schon ein bisschen mehr als eine „andere Meinung“, auch bei wichtigen Fragen.
    Ich fand es eben albern, dass der Papst darüber klagt, dass viele Menschen sich für ihre Überzeugung schämen, andere wären Sünder, weil die nicht so leben, wie sie selbst es für richtig halten.

  29. Rayson sagt:

    Zur Möglichkeit bzw. Unmöglichkeit von Geburten:

    Die Kategorie „wissenschaftliche Kenntnis“ hilft zur Begründung der Logik katholischer Regeln wenig weiter, denn selbstverständlich muss die Kirche davon ausgehen, dass die Wissenschaft nicht das letzte Wort hat, dass also Wunder möglich sind. Das heißt aber nicht, dass sie keine Vorstellung davon hätte, was „natürlich“ ist und was nicht. „Natürlich“ ist eben, dass nur Frauen Kinder kriegen können, und zwar auf dem Weg des Geschlechtsaktes mit einem Mann (damit entfallen auch die „Hilfsmittel“). Die eine Ausnahme, was letzteres betrifft, bestätigt die Regel. Ob ein Paar Kinder kriegen kann oder nicht, entscheidet dann letztlich nicht die Wissenschaft (die entscheidet ja gar nichts), sondern Gott. Wenn das Paar also bereit ist, Kinder zu empfangen, ihnen das von Gott aber verwehrt bleibt (was wir bis zum Tod eines der beiden Partner nicht wissen), ist eine Heirat dennoch möglich. Homosexuelle Partnerschaften aber sind aus römisch-katholischer Sicht „wider die (göttliche) Natur“.

    Wie man übrigens sieht, wird hier nicht mit Bibeltexten argumentiert (wie auch überhaupt die beiden Gruppen, denen ich am wenigsten Einsicht in den christlichen Glauben zutraue, nämlich Fundamentalisten und Atheisten, viel lieber Bibeltexte. vorzugsweise aus dem AT, heranziehen als „normale“ Christen) – ein wesentlicher Unterschied zwischen der römisch-katholischen Sicht und der anderer Kirchen besteht in der Stellung des „Naturrechts“. Bitte mich jetzt nicht, das weiter auszuführen – dazu müsste ich erst katholische Theologie studieren…

    Naja, ich meinte eher im Text. Du hast doch gesagt, bei der Lektüre werde das klar.

    Ja, bei der Lektüre sollte einem bewusst werden, dass die ganzen konkreten Vorschriften, die da aufgestellt werden, von Christen nie praktiziert wurden (und wenn doch, dann eher zufällig, und nicht, weil das da steht). Die Frage, ob die jüdischen Gesetze auch für Christen zu gelten haben, wurde relativ früh negativ entschieden (im Paulinischen Sinn).

    Weil mir nicht ganz klar ist, worüber wir hier eigentlich diskutieren.

    Ich habe mich dagegen gewendet, dass die Einstellung der römisch-katholischen Kirche gegenüber Homosexuellen auf eine Verweigerung der Gleichberechtigung hinausläuft, und dass eine radikale Ablehnung der Abtreibung etwas Verwerfliches wäre.

    Kennst du jemanden? Kannst du vielleicht so einen verlinken?

    Bei dieser Diskussion in der „Freiheitsfabrik“ wirst du fündig: http://blog.freiheitsfabrik.de/?p=2214

    Die Frage, die dem zugrunde legt, ist sehr schwer zu beantworten und darf und sollte kontrovers diskutiert werden. Das ist aber sehr schwer, wenn einige Diskussionsteilnehmer die ewige Wahrheit für sich reklamieren und die anderen zu verabscheuungswürdigen Verbrechern erklären.

    Ich wüsste nicht, wie man ethisch anders als mit „ewigen Wahrheiten“ operieren könnte, wo auch immer man die her hat, aber was mir dabei das Wichtigste zu sein scheint, ist, dass man die eigene Ethik vor allem auf sich anwenden sollte. Da hat sie ihren vornehmsten Platz.

    Wenn ich also z.B. eine restriktive Sicht in Sachen Abtreibung habe, dann werde ich der Frau, die von mir schwanger wurde, immer zur Geburt raten und mich für das Kind mitverantwortlich erklären (nicht „nur“ dann, aber dann auf jeden Fall). Wenn diese Frau sich nun anders entscheidet, könnte ich mich auch noch von ihr trennen, wenn es mir mit der Sache so sehr ernst ist bzw. wenn mir ihr Verhalten nicht nachvollziehbar ist.

    Aus Sicht der Frau stellt sich die Frage noch wesentlich intimer und wird zu einer des Gewissens.

    Ob man aber menschliche Richter darüber richten lassen sollte, ist eine Frage, die für einen Christen so weit entfernt nicht sein dürfte. Und dass man selbst nicht voreilig über andere richtet, sollte für ihn selbstverständlich sein, ansonsten empfiehlt sich die Lektüre einschlägiger Jesus-Worte. Ich bezweifle im übrigen auch, dass die römisch-katholische Kirche Frauen, die abtreiben, als „verabscheuungswürdige Verbrecherinnen“ bezeichnet.

    In der gesellschaftlichen, politischen Diskussion müssen (oder auch dürfen) wir zudem zumindest heutzutage damit leben, dass es verschiedene Auffassungen gibt, die zu zum Teil komplett konträren Folgerungen kommen. Deswegen gibt es dann „Kompromisse“, die in Wirklichkeit keine sind, so à la „Straftat, die nicht bestraft wird“. Wenn’s denn zur Beruhigung dient…. De facto haben wir rechtlich Abtreibungsfreiheit, und das scheint mir unabhängig von meiner Einstellung zu Abtreibungen selbst die angemessenste Alternative zu sein – alles andere brächte ethisch kaum weniger problematische Ergebnisse, wäre aber mit erheblichen staatlichen Eingriffen in die tiefste Intimsphäre verbunden.

    Ich fand es eben albern, dass der Papst darüber klagt, dass viele Menschen sich für ihre Überzeugung schämen, andere wären Sünder, weil die nicht so leben, wie sie selbst es für richtig halten.

    „Anything goes“ kann nicht katholische Lehre sein. Das ist nun einmal so. Und es ist nicht „albern“, sondern konsequent. Entscheidend ist doch, ob ich wegen meiner Einschätzung eines anderen Menschen als Sünder diesem gegenüber mein Verhalten ändere oder sonstige weltliche Konsequenzen fordere. Und da die Vermutung nahe liegen dürfte, dass keiner frei von Sünde ist, dürfte sich diese Frage hoffentlich erledigt haben.

  30. Muriel sagt:

    @Rayson: Ich glaube, teilweise haben wir uns missverstanden. Es ist nicht so, dass ich die Position der römisch-katholischen Kirche zur Homosexualität nicht verstehe. Es ist so, dass ich sie für ethisch falsch und ziemlich unappetitlich halte.

    „Ja, bei der Lektüre sollte einem bewusst werden, dass die ganzen konkreten Vorschriften, die da aufgestellt werden, von Christen nie praktiziert wurden“

    Und wenn Gottes Regeln nicht befolgt werden, dann darf man daraus zwanglos den Schluss ziehen, dass er das auch so will? Naja, schon gut. Sicher haben die christlichen Kirchen führ ihre Entscheidung Gründe, die zu erörtern mir hier gerade ein bisschen zu weit ginge.

    „Ich habe mich dagegen gewendet, dass die Einstellung der römisch-katholischen Kirche gegenüber Homosexuellen auf eine Verweigerung der Gleichberechtigung hinausläuft, und dass eine radikale Ablehnung der Abtreibung etwas Verwerfliches wäre.“

    Darf ich da noch mal nachfragen, auch wenn es dumm klingt: Du stimmst zu, dass Homosexualität nach Auffassung der römisch-katholischen Kirche Sünde ist. Du stimmst auch zu, dass Homosexuelle keine Priester werden dürfen. Und du stimmst außerdem zu, dass Homosexuellen die Ehe (miteinander) nicht offensteht. Trotzdem bist du aber der Meinung, dass Homosexuelle in der römisch-katholischen Kirche gegenüber Heterosexuellen gleichberechtigt sind. Habe ich das so richtig zusammengefasst?

    „Ich wüsste nicht, wie man ethisch anders als mit „ewigen Wahrheiten“ operieren könnte“

    Vorschlag: Man könnte seine Meinung an neue Erkenntnisse anpassen und grundsätzlich bereit sein, sie zu ändern, wenn sie sich als irrig erweist.

    „Bei dieser Diskussion in der „Freiheitsfabrik“ wirst du fündig:“

    Ahja, danke, tatsächlich.

    „Ich bezweifle im übrigen auch, dass die römisch-katholische Kirche Frauen, die abtreiben, als „verabscheuungswürdige Verbrecherinnen“ bezeichnet.“

    Naja, wenn das Zweite Vatikanische Konzil Abtreibung alsverabscheuungswürdiges Verbrechen bezeichnet, dann sollte man in meinen Augen konsequenterweise die (Mit-)Täterinnen auch als verabscheuungswürdige Verbrecherinnen sehen. Aber streng genommen sind deine Zweifel schon berechtigt.

    „„Anything goes“ kann nicht katholische Lehre sein. Das ist nun einmal so. Und es ist nicht „albern“, sondern konsequent.“

    Das eine schließt das andere nicht aus.

  31. Rayson sagt:

    @Muriel

    Habe ich das so richtig zusammengefasst?

    Nicht ganz: Praktizierte Homosexualität ist (nach römisch-katholischer Ansicht) Sünde. Der Homosexuelle selbst wird aber nicht anders behandelt als andere Kirchenmitglieder: Er darf, wenn er Sexualität praktiziert, nicht Priester werden, wie die anderen Mitglieder auch nicht, aber er darf selbstverständlich das Sakrament der Ehe eingehen – mit einer Frau (bzw. einem Mann, wenn „der“ Homosexuelle eine „sie“ ist), denn ein anderes Ehesakrament als das mit Mann und Frau ist der katholischen Kirche nicht bekannt.

    Der Homosexuelle ist komplett gleichberechtigt, Homosexualität als sexuelle Praxis allerdings nicht. Das ist, wenn man Menschen nicht auf ihre sexuelle Ausrichtung hin reduzieren will oder dieser eine bestimmende Rolle zubilligt, schon eine beachtenswerte Unterscheidung.

    Man könnte seine Meinung an neue Erkenntnisse anpassen und grundsätzlich bereit sein, sie zu ändern, wenn sie sich als irrig erweist.

    Ethische Grundsätze sind keine „Meinung“. Ähnliches schriebst du selbst weiter oben. Können z.B. Menschenrechte sich als irrig erweisen?

    Aber streng genommen sind deine Zweifel schon berechtigt.

    Es ist der alte Grundsatz: Sei unbarmherzig gegen die Sünde, aber barmherzig mit dem Sünder.

    Das eine schließt das andere nicht aus.

    Für mich schon. „Konsequent“ kann auch konsequent falsch sein, aber „albern“ kaum.

  32. Muriel sagt:

    @Rayson: Wir haben anscheinend unterschiedliche Auffassungen von Gleichberechtigung. Ich bin der Meinung, dass man nicht jemanden aufgrund seiner Sexualität verurteilen kann, wenn er sie auslebt, und gleichzeitig behaupten kann, man würde ihn mit anderen gleichberechtigt behandeln.
    Und bist du wirklich der Meinung, dass homosexuelle Priester und Priesteranwärter in der römisch-katholischen Kirche Gleichbehandlung mit Heterosexuellen Erfahren? Ich habe einen anderen Eindruck.

    „Der Homosexuelle ist komplett gleichberechtigt, Homosexualität als sexuelle Praxis allerdings nicht. Das ist, wenn man Menschen nicht auf ihre sexuelle Ausrichtung hin reduzieren will oder dieser eine bestimmende Rolle zubilligt, schon eine beachtenswerte Unterscheidung.“

    Genau so geht es meiner Meinung nach nicht. Ich kann nicht behaupten, eine Gruppe von Menschen gleichberechtigt zu behandeln und gleichzeitig sagen, dass aber bestimmte Wesensaspekte, die nun einmal zu ihnen gehören, nicht gleichberechtigt sind. Man muss einen Menschen nicht auf seine Sexualität reduzieren, um anzuerkennen, dass sie ein Teil von ihm ist.

    ein anderes Ehesakrament als das mit Mann und Frau ist der katholischen Kirche nicht bekannt.

    Und genau darin sehe ich die Ungleichbehandlung. Das ist doch kein Grund! Genauso könnte man sagen, „Tut uns Leid, wir kennen eben nur das Ehesakrament zwischen weißem Mann und weißer Frau. Schwarze dürfen nicht heiraten. Versteht uns nicht falsch, Schwarze sind total gleichberechtigt, nur ihre Hautfarbe ist es eben nicht.“

    „Ethische Grundsätze sind keine „Meinung“. Ähnliches schriebst du selbst weiter oben. Können z.B. Menschenrechte sich als irrig erweisen?

    Wo habe ich das geschrieben? Ich ahne, was du meinst, aber lies es bitte noch mal.
    Was sollen sie denn sonst sein? Und natürlich können sich Menschenrechte als irrig erweisen. Was ist denn das für eine Frage? Manch einer meint, jeder Mensch hätte ein Recht auf Arbeit. Ich meine, nicht. das sind zwei Meinungen. Oder wie?

    „Für mich schon. „Konsequent“ kann auch konsequent falsch sein, aber „albern“ kaum.“

    Wie unterschiedlich die menschliche Wahrnehmung sein kann, fasziniert mich immer auf’s Neue.
    Falls es dich beruhigt: Ich persönlich finde die römisch-katholische Kirche eher inkonsequent und albern.

  33. Rayson sagt:

    @Muriel

    Ich habe einen anderen Eindruck.

    Der Text zum Link sagt doch auch nichts anderes, als dass es hier hetero- und homosexuellen Priestern im Grunde gleich geht, auch wenn er – aus meiner Sicht etwas fragwürdig, so als ob Schwule mehr Sexualität bräuchten als Heteros – die Nöte der schwulen Priester betont.

    Das ist doch kein Grund!

    „Ehe“ ist (eigentlich nicht nur für Christen) definitionsgemäß die Verbindung von Mann und Frau. Diesen Begriff auch auf andere Kombination auszudehnen, ist möglich, aber nicht zwingend. Und nur dass Betroffene das gerne so hätten, kann auch kein Grund sein.

    Ich kann nicht behaupten, eine Gruppe von Menschen gleichberechtigt zu behandeln und gleichzeitig sagen, dass aber bestimmte Wesensaspekte, die nun einmal zu ihnen gehören, nicht gleichberechtigt sind.

    Das gilt für alle Sünder nach katholischer Definition. Die Gleichberechtigung ist somit gegeben, denn jeder kann Sünden begehen, und vielen darunter erscheint es als ein Ding der Unmöglichkeit, von ihnen abzulassen, nicht nur den Homosexuellen. Eine Ungleichbehandlung ergäbe sich erst, wenn die einen Sünder anders behandelt würden als die anderen. Du kannst natürlich von einem anderen Wertegerüst ausgehend den Sündenkatalog der katholischen Kirche kritisieren, was ich aber für eine ziemlich sinnfreie Veranstaltung halten würde. Wem der nicht passt, der kann aus dem Club ja jederzeit austreten. Ich hab’s gemacht, und es tat gar nicht weh.

    Und natürlich können sich Menschenrechte als irrig erweisen. Was ist denn das für eine Frage? Manch einer meint, jeder Mensch hätte ein Recht auf Arbeit. Ich meine, nicht. das sind zwei Meinungen. Oder wie?

    Man kann natürlich unterschiedliche Vorstellungen davon haben, was zu den Menschenrechten zählt und was nicht, aber Menschenrechte können nicht falsifiziert werden und sich daher auch nicht als „irrig“ erweisen. Als Meinung würde ich immer etwas Vorläufiges verstehen, ethische Ge- und Verbote aber können das nicht sein, sonst verlieren sie ihre Legitimität. Menschenrechte z.B. gelten als universell, unantastbar und unveräußerlich, sind also von ihrem Anspruch her nicht von Erkenntnisstand oder Mehrheiten abhängig und werden dementsprechend auch besonders geschützt (siehe Wesensgarantie des Grundgesetzes).

    Wie unterschiedlich die menschliche Wahrnehmung sein kann, fasziniert mich immer auf’s Neue.

    Mich nicht mehr. Ich bin’s gewohnt 😉

    Falls es dich beruhigt: Ich persönlich finde die römisch-katholische Kirche eher inkonsequent und albern.

    Auch wenn das undenkbar erscheint: Die hat schon Schlimmeres verkraftet.

  34. Muriel sagt:

    @Rayson: Danke. Ich denke, wir haben jetzt beide unsere Standpunkte extensiv dargestellt und sind uns ungefähr im Klaren darüber, wo wir verschiedener Meinung sind. Hat mich gefreut.

  35. Rayson sagt:

    Ganz meinerseits.

  36. Bioschokolade sagt:

    Zu 2. Also ich habe die Bücher gelesen und wenn man es erträgt, dass jeder zweite Satz sich darum dreht, wie unglaublich sich die beiden doch lieben oder wie perfekt die Blutsauger doch sind oder ohne einander nicht mehr leben können oder …. Also so ungefähr. Es ist auf jedenfalls deutlich ausgeprägter als in dem Filmen finde ich. Aber wenn man darüber hinweg sehen kann, sind es eigentlich ganz nette Bücher. Wobei ich nicht weiß ob ich den Schnulzkram auch wirklich hören könnte. Ich brauchte da auch immer Lesepausen. Ich krieg sonst … Diabetes … nein, das wars nicht … aber so ähnlich.

    Zu 4. Ich find ja noch nerviger wenn in großen Ketten das Gemüse und die gekühlten Sachen gaaaanz hinten sind und wenn man die Milch vergessen hat, man gefühlte 5 Kilometer zurück laufen muss.

    Zu 3. Okay, es ist ja schon fast alles gesagt worden. Ich bin auch nicht katholisch und war es auch nie, deswegen tangiert einen das auch nicht in dem Maße. Nur so viel.
    Ich glaube daran das es etwas schönes und gutes ist, wenn zwei Menschen sich lieben, für einander da sind, sich stützen und jeder Betroffene mit der Verbindung glücklich ist. Und ich glaube auch daran, dass der allmächtige Gott, der die Menschen so sehr geliebt hat, das er seinen eigenen Sohn zu Ihnen geschickt hat, der davon sprach dass die Barmherzigen ins Himmelreich kommen, nicht die Menschen für ihre Liebe verurteilt. Aber ich glaube daran, wenn man etwas tut dass gegen andere gerichtet ist, wenn man etwas tut mit dem Wissen dass es anderen schaden zufügt oder sie unglücklich macht, dass das nicht im Sinne von Gott ist. Und ich glaube dass die Homoehe nicht das größte Problem für die katholische Kirche im Moment seien sollte.

  37. Muriel sagt:

    @Bioschokolade: 2. Ich glaube, genau ds wird mein Problem sein. Also, das in deinem ersten Satz, nicht das mit dem Hören. Man kann ja auch Hörpausen machen.
    4. Verstehe ich zwar grundsätzlich, aber was soll man da machen? Irgendwas muss doch am Eingang liegen. (Schön sind natürlich Supermärkte, die gar nicht so einen linearen Aufbau haben. Die sind dafür aber oft nicht so übersichtlich.
    3. Dazu sage ich hier mal lieber nichts mehr, das wäre sonst unfair gegenüber Rayson…

  38. rebhuhn sagt:

    2. ich lese es auch gerade, würde mich also über eine zweite skeptische meinung freuen :). [witzig, ich hatte mich so lange gesperrt, und auch beim kaufen stand ich in der buchhandlung an der kasse und habe das cover mit den händen verborgen… ja, es ist mir peinlich, wenn man denkt, ich läse [nur] so etwas ^^.]

  39. Muriel sagt:

    @rebhuhn: Ich habe jetzt so ungefähr ein Viertel durch, und richtig schlimm ist es noch nicht, einfach nur ein bisschen uninteressant. Noch sind Bella und Edward aber auch kein Paar, davor habe ich eigentlich am meisten Angst.

  40. Guinan sagt:

    „hatte gerade den leicht masochistischen Gedanken, mal einen Twilight-Roman downzuloaden, um euch dann hier mit einer ausführlichen Kritik zu beglücken.“

    Inzwischen aufgegeben?

  41. Muriel sagt:

    @Guinan: keineswegs, aber hab bitte Erbarmen, ich brauche Zeit. Mengenmäßig habe ich zwei Drittel, aber das Leiden wird zum Ende hin kontinuierlich schlimmer.

  42. rebhuhn sagt:

    okeh… ich hab‘ gewonnen: bin bei teil III angekommen. und es gefällt mir auch noch! o_O

  43. Muriel sagt:

    @rebhuhn: Naja, Glückwunsch… schätze ich.

  44. […] Was bisher geschah Weil schon einzelne Anzeichen von Ungeduld aufgetreten sind, ich aber mit diesem schwer erträglichen Machwerk noch nicht durch bin, möchte […]

  45. […] knapp geworden, aber die Woche ist immerhin noch nicht ganz rum, und hier ist nun endlich die lange angekündigte […]

Gib's mir!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: