Endlich gute Regeln

Hui, das ging schnell. Da ist Herr Wulff gerade erst vereidigt worden, und schon fängt er an, seiner Arbeit nachzugehen: Er redet irgendwelchen naiven Blödsinn, der nett klingt, den man aber nicht ernst nehmen kann und bemüht sich, möglichst nicht unangenehm aufzufallen.

[picapp align=“none“ wrap=“false“ link=“term=Christian+Wulff&iid=9270616″ src=“http://view2.picapp.com/pictures.photo/image/9270616/newly-elected-german/newly-elected-german.jpg?size=500&imageId=9270616″ width=“380″ height=“321″ /]

(Über den Zusatz „so wahr mir Gott helfe“ zum Amtseid könnte ich jetzt auch schon wieder ein paar Worte verlieren, weil ich es normalerweise irgendwie besorgniserregend finde, wenn Leute in sehr einflussreichen Positionen sich bei ihrer Inauguration auf die Unterstützung ihres unsichtbaren Skydaddys berufen, aber Herr Wulff übernimmt ja keine solche Position, deswegen spare ich mir das. Amtseid. So ein Blödsinn.)

Bei der Gelegenheit wies er dann auch gleich darauf hin, dass man „den Finanzmärkten endlich gute Regeln […] geben“ müsse, um „die Verursacher der Bankenkrise in Haftung zu nehmen“.

Ähm.

Herr Wulff, die Regeln, um die Verursacher der Bankenkrise in Haftung zu nehmen, gibt es schon lange. Man kann sie pauschal als marktwirtschaftliches System bezeichnen, und sie haben sich ziemlich hervorragend bewährt, aber – und das ist wichtig, passen Sie jetzt bitte gut auf – sie funktionieren nur, wenn Staaten nicht anfangen, die Verursacher der Bankenkrise mit Steuergeldern zu bewerfen. Und wenn Staaten nicht permanent an den marktwirtschaftlichen Regeln herumpfuschen, zum Beispiel, indem sie schwachsinnige Verbote bestimmter Geschäfte beschließen, weil die ihnen gerade politisch nicht in den Kram passen.

Aber machen Sie sich nichts draus, wenn Sie sich darum noch nicht so viele Gedanken gemacht haben. Es spielt ja eh keine Rolle, was Sie so erzählen.

Herr Wulff, ich wünsche Ihnen viel Erfolg in ihrem Amt. Mögen Mary Poppins und Optimus Prime Ihnen nach Kräften beistehen. Wobei auch immer.

Advertisements

10 Responses to Endlich gute Regeln

  1. Andi sagt:

    Sei doch nicht so böse zum Christian. Der weiß es halt nicht besser. Mit dem täglichen Politikgeschäft muss er sich als Bundespräsident ja auch nicht mehr beschäftigen. Der muss jetzt … ähm… einfach nur da sein. Und das kann er echt gut.

  2. ruediger sagt:

    Es gibt so viel Luft, die muss doch auch verbraucht werden.

  3. Ach, ich schätze, bei dieser Regierung musst du dir keine Sorgen um die Marktwirtschaft machen. 😉

    ———
    [Band of Horses – Older]

  4. Westrup sagt:

    Was wäre der Tag ohne das Gewäsch unserer neo-liberalen Dumpfbacke Muriel?

  5. Muriel sagt:

    @Andi: Hast Recht. Aber ich habe ihm ja auch alles Gute gewünscht, von Herzen.
    @ruediger: Er ist ja auch schon irgendwie ein Netter.
    @Blues Lee aka Ach komm, jetzt hör aber auf, wenn du willst, dass ich deinen Nickname komplett zitiere, such dir einen, der aus weniger als fünf Wörtern besteht: Muss ich eh nicht, wir haben ja keine. Johannes Gross sagte mal, wir haben in Deutschland zwei große Sozialdemokratische Parteien, von denen eine ein bisschen katholischer ist. Und die FDP schickt sich gerade an, die kleinste und am wenigsten katholische sozialdemokratische Partei zu werden. Oder so.
    @Westrup: Solange mein Gewäsch dir den Tag versüßt, ist meine Arbeit nicht umsonst.

  6. […] Wer wie Westrup ohne meine Beiträge einfach nicht durch den Tag kommt, der hat ab morgen eine schwere Woche vor […]

  7. Tim sagt:

    @ alle

    Ist Euch eigentlich bewußt, wieviel besser es uns in einem Kaiserreich ginge? Dann könnte Christian Wilhelm Walter Wulff jetzt problemlos als Wilhelm III. herrschen. In Berlin!

    @ Westrup

    Wozu der Pleonasmus? Schließlich sind alle Neoliberalen Dumpfbacken. Wir lassen uns Dinge vorwerfen, deren Ursachen wir immer und immer wieder anprangern. Wer das über einen längeren Zeitraum erträgt, muß schon über erhebliche Stumpfsinnigkeit verfügen …

    @ Muriel

    Ein deutscher Bundespräsident redet niemals „naiven Blödsinn“.

  8. Blues Lee sagt:

    @ Muriel:

    Hm, das klingt irgendwie enttäuscht. Deine Hoffnungen ruhten doch nicht etwa auf den Liberalen? Pfff…

    ———
    [Band of Horses – Factory]

  9. Muriel sagt:

    @Tim: Tut er nur. Man darf es vielleicht nicht so nennen, und sogar das bezweifle ich.
    @Blues Lee: Nein, Enttäuschung ist das falsche Wort. Ich würde von Resignation sprechen. Die ist aber schon etwas älter.

Gib's mir!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: