Die Bahn kommt. Irgendwann. Ganz bestimmt. Früher oder später. Wahrscheinlich. Vielleicht. Bald. Und wenn nicht dann, dann eben nachher. Aber sie kommt. Demnächst. Hoffentlich.

Ich weiß, über die Bahn zu schimpfen ist einfach nicht cool. Ich mag die Bahn eigentlich auch. Ich fahre gerne und regelmäßig mit. Ich fühl mich gut dabei. Aber wenn man an einem Tag drei Mal mit einem Zug fahren will und drei Mal steht da fünf Minuten vor Abfahrt noch, dass er pünktlich ist, und ein paar Minuten nach planmäßiger Abfahrtszeit steht da dann „etwa fünf Minuten später“, und fünf Minuten später steht da „Etwa zehn Minuten später“, und nach zehn Minuten steht da dann „Etwa fünfzehn Minuten später“, und dann geht es so langsam immer weiter bis „etwa 40 Minuten später“, obwohl man morgen eigentlich gerne früh aufstehen wollte, und dann funktioniert außerdem das ver*!$%#~?| WLAN am Bahnhof auch nicht – übrigens, hat bei einem von euch die Windows-Netzwerkdiagnose schon mal zu einem sinnvolleren Ergebnis geführt als „Haben Sie das Netzwerkkabel angeschlossen?“ oder „Die Kommunikation mit dem Server ist nicht möglich. War dieser Vorschlag hilfreich für Sie?“ – dann kann einem doch schon mal der Draht aus der Mütze springen, oder? Boah.

(Und dass mir hier niemand über Privatisierung schimpft! Die Bahn ist ein 100%iges Staatsunternehmen, und wenn das nicht so wäre und sie nicht genau deshalb auch an allen Ecken und Enden mit Sonderregelungen verwöhnt wäre, würde da meiner Meinung nach einiges anders laufen. Ich habe zum Beispiel den nagenden Verdacht, dass die Anzahl der „Signalstörungen“ und „Triebwagenschäden“ und „Verzögerungen im Betriebsablauf“ plötzlich sprunghaft zurückginge, wenn das Unternehmen Zukunft in nennenswertem Umfang dafür haften würde, wenn es einen mit erheblicher Verspätung transportiert.)

Advertisements

7 Responses to Die Bahn kommt. Irgendwann. Ganz bestimmt. Früher oder später. Wahrscheinlich. Vielleicht. Bald. Und wenn nicht dann, dann eben nachher. Aber sie kommt. Demnächst. Hoffentlich.

  1. Coleogne sagt:

    Schön finde ich auch immer wieder Ausreden wie „Verspätete Bereitstellung“ oder „Hohe Streckenauslastung“ – als ob diese Züge ganz plötzlich auftauchen und losfahren müssen.

    Insgesamt fahre ich aber ganz gerne mit der Bahn, hauptsächlich aber weil ich kein Auto besitze 😉

  2. Manuel Wolff sagt:

    Was hat den Haftung für Verspätungen damit zu tun, ob etwas ein Staatsunternehmen ist oder nicht? Die Haftung bleibt die Gleiche.

  3. ruediger sagt:

    Ob sich die Anzahl der Störungen durch derartige Änderungen reduzieren lassen, wage ich zu bezweifeln. Technik geht halt auch mal kaputt, manchmal und öfters wenn sie überbeansprucht oder schlecht gewartet wird.

    Das Ärgerliche daran ist, dass es immer dann passiert, wenn man es selbst nicht brauchen kann. Und nur dann.

    Die microsoft’sche Netzwerkdiagnose ist meiner Meinung nach nur ein scheiss Powerpoint, die dem Nutzer lediglich vermitteln soll „Du tust was“. Das Kram funktioniert nur, wenn die WLan-Verbindung schon steht. Taugt einfach nichts, oft genug versucht. Du bist also nicht alleine. Außerdem ist es schon recht waghalsig, sich mit einem Win an ein öffentliches WLan zu trauen, würde ich nicht machen wollen.

  4. Muriel sagt:

    @Manuel Wolff: Zuallererst gebe ich dir natürlich mal Recht. Meine Argumentation ist weder rundum überzeugend noch besonders schlüssig.
    Falls du dennoch Interesse hast, zu erfahren, was mir bei meinem kleinen Rant durch den Kopf ging: Ich halte es für plausibel, dass ein Privatunternehmen nicht in den Genuss so umfangreicher Sonderregelungen käme wie die Bahn und deshalb z.B. nicht vor Konkurrenz geschützt wäre und eben auch keine Sonderregelungen für die Haftung für Verspätungen und Zugasufälle in Anspruch nehmen könnte.
    @ruediger: Auch dir gebe ich im Prinzip Recht. Ich kann mir aber beim besten Willen (den ich in der Tat habe, ich mag die Bahn) nicht vorstellen, dass man die Wartung, den Umgang mit technischen Problemem und nicht zuletzt die Informationspolitik erheblich verbessern könnte, wenn nur die passende Motivation da wäre.
    Was das öffentliche WLAN angeht: Was soll ich sagen? Ich bin furchtlos.

  5. Muriel sagt:

    @Coleogne: Ich habe ein Auto, und trotzdem.
    Ich bin eigentlich auch ansonsten ein Traumkunde für die Bahn. Sogar erhebliche Verspätungen sehe ich in der Regel sehr entspannt. Was mich aber doch nervt, sind solche Fälle, in denen man am Gleis steht, in der Annahme, der Zug müsste ja gleich kommen, und dann häppchenweise erfährt, dass er sich um fast eine ganze Stunde verspätet. Wie du schon ganz richtig sagtest: Sowas müsste sich doch ungefähr planen lassen.

  6. Tim sagt:

    Die Bahn versucht ja nur, unter den gegebenen Rahmenbedingungen das Beste für sich herauszuholen, und das gelingt ihr leider. Es fehlt einfach der Anreiz fürs Wesentliche: IMHO muß eine Bahn vor allem pünktlich und zuverlässig sein, und zwar insbesondere auf Mittelstrecken (so bis zu 3h Fahrtzeit).

    Wie wenig der Bahn am Kunden gelegen ist, kann man an den unsinnigen und meistens extrem störenden Durchsagen erkennen, die aber aus ihrer Sicht wahrscheinlich Kundenorientierung vorspiegeln sollen.

    Gäbe es im Fernverkehr Konkurrenz, würde ich sofort wechseln …

  7. Muriel sagt:

    Man darf natürlich nicht vergessen, dass die Züge durch die extrem durchschnittlichen Temperaturen der letzten Tage wahrscheinlich stark beansprucht wurden. Vielleicht bin ich auch ein bisschen unfair…

Gib's mir!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: