Frucht-Alaaarm!!!!

Wenn ihr dieses Blog schon etwas länger lest, dann habt ihr sicher schon öfter von Keoni gehört. Und vielleicht habt ihr euch dabei, genau wie ich, gelegentlich gefragt, ob sie eines Tages auch einmal einen eigenen Beitrag verfassen würde. Heute kann ich euch voller Stolz verkünden, dass die vielen Stunden, die ich sie mit diesem Wunsch genervt habe, jetzt endlich Früchte tragen, wenn auch etwas merkwürdige.

Am vergangenen Wochenende haben sich Muriel und ich nicht vom kein bisschen sommerlichen Wetter verdrießen lassen. Während dicke, tief blaugraue Wolken über den Himmel walzten, haben wir also einen Spaziergang durch eine Kirschbaumallee, zwischen Schafweiden hindurch und an surrenden Windrädern vorbei zu unserer Lieblingsdrachensteigwiese gemacht.

Unser Drachen misst zwei Quadratmeter und ihn zu fliegen, lassen wir als sportliche Betätigung für den Tag gelten. Tatsächlich beschert uns der kleine Rabauke immer einen ordentlichen Muskelkater in den Schultern und es ist schon vorgekommen, dass ich – würde Muriel mich nicht festhalten – Sätze über die Wiese machen würde, als trüge ich Siebenmeilenstiefel.

Aber wenn man von diesen beglückend erhebenden Augenblicken einmal absieht, hat das Drachensteigen etwas Poetisches, Meditatives wie er dort oben im Wind flattert und seine Kreise zieht.
Ihr solltet es auch unbedingt einmal wieder ausprobieren, wenn ihr Gelegenheit dazu habt.

Den eigentlichen Anstoß zu diesem Beitrag gab aber etwas völlig Anderes auf einer ganz anderen Wiese. Es ist mir beim Joggen aufgefallen, und diese Entdeckung schien mir immerhin spektakulär genug, mich zum Stehenbleiben zu bewegen. Am Rande einer Streuobstwiese stand dieser kleine, hübsch gewachsene Baum, der nie gesehene, kurious flauschige Früchte trägt.

Habt ihr dieses Obst schon einmal gesehen und könnt uns vielleicht auf die Sprünge helfen?

Weil die Früchte so eine idealtypische Birnenform haben, denken wir, dass es keine Quitten sind. Die sind ja so komisch buckelig verformt und Fell haben die auch nicht, oder?

Gleich gegenüber lädt übrigens eine offene Pforte zum Kosten und Ernten ein. Eine sehr sympathische Geste, auch wenn die Bäume auf der Obstwiese noch arg weit verstreut stehen und es gerade gar nichts Reifes zu ernten gab.

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8 Responses to Frucht-Alaaarm!!!!

  1. Guinan sagt:

    Birnenquitte?
    http://www.doliwa-naturfoto.de/Bilder-Galerie/Pflanzen/Blumen_5/Quitte/Quitte5/quitte5.html
    Meine Quitten im Garten sind auch so dicht behaart, die muss man vor der Verarbeitung erst mühsam abrubbeln, sonst hat man die ganzen Härchen im Saft.
    Schöner Beitrag übrigens.

  2. Andi sagt:

    Ich bin ja kein großer Obst-Experte, aber das sieht mir auch nach Quitte aus. Und ich hab auch noch nie eine Quitte gegessen. Wie schade, dass die Teile unreif waren, da bei euch auf der Wiese.
    Zum Thema Quitten empfehle ich immer gerne den Beitrag von Max Goldt: „Quitten für die Menschen zwischen Emden und Zittau“.

    Ansonsten: ein hübscher Artikel. Könnte man daraus nicht eine feste Rubrik machen? 🙂

  3. Guinan sagt:

    @Andi: Ich weiß nicht, ob man Quitten so roh essen kann, bei meiner Sorte geht das jedenfalls nicht, die sind auch in reifem Zustand steinhart und extrem sauer.
    Quitten-Apfel-Gelee oder Quitten-Chutney ist allerding sehr lecker.

  4. Muriel sagt:

    @Guinan: Ja, die sehen so aus. Dann sind das offenbar besonders hübsche Quitten. Hätte ich nicht gedacht. Vielen Dank!
    @Andi: Hatte ich auch dran gedacht. Erfordert aber noch ein bisschen Überrzeugungsarbeit, glaube ich.
    Wir kennen Quitten aber wirklich ganz anders. So groß und klobig und komisch geformt, gar nicht so hübsch birnig.
    Was das Essen angeht, schließe ich mich Guinan an. Roh sollte man die nicht essen, ob reif oder nicht.

  5. madove sagt:

    Danke für den Gastbeitrag! Auch wenn er den Nachteil aht, daß ich jetzt irrsinnig Lust auf Quitten-Zeug (-gelee, „-brot“)etc. habe und keine Möglichkeit, ihr nachzugeben.
    Besonders schön fand ich (als Öko- und Sozialromantikerin) aber natürlich den allerletzten Absatz!

    Und dann das mit dem Drachen an sich: Ich kenne Drachen nur als etwas, was man als Kind geschenkt bekommt und dann voller Erwartung auf einer Wiese rumrennt, während es hinter einem her auf dem Boden schleift und allmählich kaputtgeht.
    Muß man da etwas Besonderes können? Oder einfach nur einen guten kaufen? Das reizt mich nämlich total…!

  6. keoni sagt:

    Oh wie nett von euch! Ich freue mich sehr über eure lobenden Worte. Das hier hat mir großen Spaß gemacht, aber es wird sicher noch ein bisschen dauern, bis ich mich wieder traue.
    Was den Drachen angeht: Mit den einfachen aus dem Supermarkt habe ich auch eher schlechte Erfahrungen gemacht. Wir haben uns nach unserem Kitesurf-Kurs einen Sport-Lenkdrachen in einem Spielwarenladen gekauft. Der fliegt prima und geht nicht so schnell kaputt, ist dafür aber natürlich auch teurer als einer für Kinder.
    Wenn man ordentlich Wind hat, und ein passendes Gefährt, kann man ihn dafür sogar als Antrieb benutzen. Das haben wir aber auch noch nicht versucht.

  7. Guinan sagt:

    Wenn du Drachen magst – hier kannst du am kommenden Wochenende ganz Außergewöhnliche sehen: http://www.drachenfest.de/
    Besonders das Nachtfliegen ist wunderschön – unendlich romantisch (Naja, zumindest, wenn das Wetter mitspielt).

  8. keoni sagt:

    @Guinan: Entschuldige bitte, dass ich erst so spät antworte. Vielen Dank für den Tipp. Es wäre sicher schön gewesen, aber leider hatte ich dieses Wochenende schon was vor. Vielleicht schaffe ich’s ja nächstes Jahr.

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