Gegenteilwoche: Ich fange mal vorsichtig an und steigere mich von hier, ok?

Für den Anfang also leichte Kost zum Eingewöhnen. Wie wäre es mit… Hm… Eugenik?

Sarrazin hat es den Job gekostet, aber ich bin glücklicherweise kein Bundesbankvorstand, deswegen sage ich noch einmal, was er nicht sagen durfte: Wenn man die Menschen sich selbst überlässt, züchten sie uns zu Grunde. Die Basisüberlegung ist in meinen Augen nicht von der Hand zu weisen: In unserer Gesellschaft haben diejenigen die meisten Kinder, die, sagen wir mal, wirtschaftlich, kulturell und intellektuell eher zum unteren Drittel gehören. Je gebildeter und fortschrittlicher jemand ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass er mit Verhütungsmitteln umgehen kann und sich bewusst Gedanken macht um seine Familienplanung.

Das führt dazu, dass die Gene der Unterschicht langsam aber sicher unseren Genpool übernehmen, während die High Potentials und Leistungsträger aussterben oder zumindest weniger werden.

Darüber hinaus: Erbkrankheiten. Sicher, manche sind eher harmlos wie Farbenblindheit, aber es gibt auch ernste, und in meinen Augen begehen zwei Menschen, die wissen, dass ihre Kinder mit Lupus geboren werden, und trotzdem welche zeugen, genauso Kindesmissbrauch als würden sie gesunde Kinder mit einer furchtbaren Krankheit infizieren. Oder seht ihr da etwa einen Unterschied?

Die Antwort wäre einfach: Genauso, wie man einen Führerschein braucht, um ein Auto zu fahren, oder wie man ein Gewerbe anmelden muss, oder wie man eine Konzession für eine Kneipe braucht, sollte man auch für Kinder getestet werden und eine Konzession beantragen müssen. Auf diese Weise könnte sichergestellt werden, dass keine Kinder mehr HIV-positiv geboren werden, oder mit Spina Bifida. Könnt ihr euch vorstellen, wie viel Leid der Welt dadurch erspart bliebe?

Es soll auch keiner sagen, so etwas wäre in einem freiheitlichen demokratischen Rechtsstaat nicht möglich. Was ist denn das Inzest-Verbot in § 173 StGB, wenn nicht eine Eugenikvorschrift? Was sonst könnte rechtfertigen, dass Bruder und Schwester sich strafbar machen, wenn sie Sex haben, Schwester und Schwester aber nicht? Sogar in der jünsten Entscheidung des BVerfG hierzu werden mögliche Geburtsschäden der Nachkommen als Argument für das Verbot anerkannt. Der Begriff Eugenik taucht dabei übrigens auch explizit auf.

Warum bleiben wir auf halbem Wege stehen? Wenn Geschwister miteinander ein Kind zeugen, besteht die Gefahr, dass dieses Kind Erbschäden trägt. Wenn zwei Menschen mit einer Veranlagung für Chorea Huntington ein Kind zeugen, besteht nicht nur die Gefahr, es ist sicher. Können wir als Gesellschaft so etwas zulassen?

Ich will nicht leugnen, dass das eine Umstellung wäre und auf den ersten Blick unmenschlich scheint. Es widerstrebt unserer Intuition, dass ein natürlicher Akt wie das Zeugen eines Kindes einer behördlichen Genehmigung bedürfen soll. Aber das liegt nur daran, dass wir es nicht anders kennen. Wenn man sich von obsoleten Traditionen trennen und die Lage sachlich betrachten kann, kann man nur zu einem Ergebnis kommen: Die Gesundheit unserer Kinder muss uns diesen Preis wert sein.

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17 Responses to Gegenteilwoche: Ich fange mal vorsichtig an und steigere mich von hier, ok?

  1. juliaL49 sagt:

    Die Intuition widerstrebt auch der Logik, die schon die Nazis nicht sehen konnten: das Hardy-Weinberg-Gesetz besagt in Konsequenz, dass die Verteilung von Genen sich in einer (unendlichen, nicht verändernden) Population nicht verändert. Wollte man das künstlich doch tun (alle Träger von Erbkrankheiten von der Fortpflanzung ausschließen), würde es es Hunderte oder sogar Tausende von Generationen dauern, bis es einen merkbaren Unterschied in der Verteilung geben würde.

    Und um das zu begreifen ist nicht mal ein höherer Bildungsabschluss nötig – wir haben das in der Oberstufe gelernt.

  2. Muriel sagt:

    @juliaL49: Nun argumentierst du vor allem aus gesamtgesellschaftlicher Perspektive, Volksgesundheit quasi. Aber was ist mit den einzelnen Kindern, denen man ein Leben mit ALS oder sonstigen Einschränkungen erspart?

  3. juliaL49 sagt:

    Woher weißt du denn, welchen Kindern du das ersparst?

    Das Beispiel ist schlecht gewählt, da nur ein kleiner Teil der Patienten genetisch vorbelastet sind.

    Aber nehmen wir mal eine genetische Krankheit. Wenn ein Paar ein krankes Kind hat, ist es für das Kind zu spät. Dann gibt es eine Beratung und im Zweifelsfall eine Abtreibung.

  4. juliaL49 sagt:

    Ähm, der letzte Satz bezog sich auf _weitere_ Kinder. Denen wird nach unserer beider Argumentation ein Leben mit Einschränkungen erspart.

  5. madove sagt:

    Die Erbkrankheiten laß ich grade mal noch stirnrunzelnd durchgehen, da kann man jetzt Einzelfälle klamüsern.

    Aber „Genpool der Unterschicht“ ist No-Go, sorry.
    Natürlich haben wir ein irrsinniges Problem mit dem von Dir beschriebenen Phänomen, aber nur, weil wir uns leisten, große Teile unsere Zukunftspotentials mit (im Vergleich) miesen Bildungsschancen aufwachsen zu lassen und dann über Fachkräftemangel und fehlenden Sozialversicherungsbeträge zu maulen.

    Wenn Du oder ich jetzt ein neugeborenes Neuköllner Ghettokind adoptieren würden und nach Deinen oder meinen Vorstellungen aufziehen, würds doch mit hoher Wahrscheinlichkeit auch Akademiker werden…!

    Achja, und: Wenn du dich noch steigern willst, mach ich mal wieder eine Lesepause hier. Kannst Du mir bescheidsagen, wenns vorbei ist, dann komm ich wieder?

  6. Isabell sagt:

    Man kann doch den Eltern nicht verbieten Kinder zu bekommen. Sie sind das größte Glück auf der Welt und man kann doch nicht einfach den Betroffenen sagen, nein sie dürfen keine Kinder haben. Wir sind doch nicht mehr im Dritten Reich, wo Frauen Zwangssterilisationen über sich ergehen lassen mussten.

  7. jana sagt:

    Hallo,

    dazu, den Kindern „Leid zu ersparen“: Ich kenne Eltern und ihr Kind mit genetisch bedingter Behinderung. Die Eltern sagen, sie hätten das Kind auf alle Fälle gewollt und sind sehr glücklich mit ihm, auch wenn es vielleicht mehr Arbeit macht als andere Kinder. Das Kind ist eins der lebenslustigsten, die ich kenne.

    Ich denke, man müsste viel mehr darauf schauen, wie solche Kinder behandelt und gefördert werden – was übrigens dann auch wieder Sache der ganzen Gesellschaft ist (spezielle Betreuungsangebote, etc.).

    Außerdem ist, wenn man anfängt zu selektieren, auch wieder die Frage, wo man aufhört. Dürfen Eltern dann auch abtreiben lassen, weil sie einen Jungen erwarten, mit einem Mädchen aber „glücklicher wären“ (damit, dass dieses „unerwünscht sein“ dann wieder beim Kind ankommt, wären wir wieder beim Argument, den Kindern Leid zuzufügen bzw. dieses zu verhindern). Klar ist das vielleicht übertrieben, aber man könnte doch soweit denken…

    Ich glaube nicht, dass sich ein Außenstehender anmaßen kann, zu urteilen, wie glücklich oder lebenswert das Leben eines anderen Menschen ist.

  8. madove sagt:

    Okay, okay, man muß natürlich auch lesen (können). Ich entschuldige mich dafür, über Dich entsetzt gewesen zu sein, weil ich die Gegenteilwocheneinleitung nicht gelesen hatte. Ich bin jetzt nur noch über den Inhalt entsetzt, und nicht mehr persönlich. Ich frage mich gerade, was der Unterschied ist, bei jemandem, den man nicht kennt…

  9. Muriel sagt:

    @JuliaL49: Man kann die Eltern ja schon vorher auf mögliche Erbkrankheiten prüfen. Das geht dann schon in die Feinheiten, aber eine entsprechende Untersuchung könnte Voraussetzung der Konzession sein. Damit erspart man sich dann auch die Abtreibung (die bekanntermaßen nicht besser ist als Mord, aber dazu vielleicht später noch mehr…).
    @madove: Du meinst doch aber sicher nicht, dass Intelligenz nur durch die Erziehung beeinflusst wird, oder? Gene spielen da auch eine Rolle. Und sogar, wenn’s nicht so wäre, werden die Kinder ja von ihren Eltern erzogen. Ob sie nun genetisch oder erzieherisch zu Unterschichtlern werden, macht eigentlich keinen Unterschied für die Konsequenz: Diese Leute dürfen sich nicht mehr fortpflanzen.
    (Und um kurz aus der Rolle zu fallen: Du musst dich nicht entschuldigen, das hätte mir genauso passieren können. Was ich hier schreibe, ist ja in der Tat auch ein bisschen eklig. Was der Unterschied ist, ist in der Tat eine ganz nette Frage zum Durchdenken. Hat was mit der eigenen Einstellung zur Realität zu tun, ob man eher solipsistisch denkt oder nicht so.)
    @isabell: Ob Kinder das größte Glück der Welt sind, halte ich (auch abgesehen von der derzeit herrschenden Gegenteilwoche hier) für zweifelhaft oder zumindest abhängig vom Individuum. Auf jeden Fall aber fehlt mir in deinem Argument die Berücksichtigung der Kinder. Findest du wirklich, dass Eltern ein Recht haben ein Kind zu zeugen, auch wenn sie vorher schon wissen, dass es mir schweren Behinderungen geboren wird? (Man muss ja nicht mit Zwangssterilisation arbeiten. Das wäre sicher ein unmenschliches Mittel, aber ein bußgeldbewehrtes Verbot wäre doch auch möglich…)
    @jana: Natürlich muss man irgendwo eine Grenze finden, wo man aufhört, den Kinderwunsch einzuschränken, aber es gibt überall graduelle Unterschiede, und unsere Aufgabe als Gesellschaft besteht nun einmal darin, Grenzen zu finden. Ich glaube gerne, dass viele Eltern auch mit behinderten Kindern glücklich sein können, aber Anekdoten sind nun einmal kein besonders zwingendes Argument. Ich kenne auch Leute, die durch behinderte Kinder komplett unglücklich geworden sind und deren Ehe und ganzes Leben daran zerbrochen ist.

  10. jana sagt:

    @Muriel: ich wollte damit nur deutlich machen, dass auch schwere Krankheiten nicht unbedingt (nur) Leid bedeuten.

    Ich wollte in erster Linie darauf hinaus, dass sich im Vorfeld nicht ermessen lässt, wie viel Leid ein Kind oder seinen Eltern durch eine bestimmte Krankheit oder auch nur genetische Disposition erfahren wird. Und es daher nicht gerechtfertigt ist, solches Leben zu verhindern (von staatlicher oder ähnlicher Seite; ich möchte keinesfalls etwas gegen eine von der Mutter gewünschte Abtreibung sagen).
    Und ein „vielleicht wird Ihr Leben und das Ihres Kindes leidvoll“ reicht meiner Meinung nach für ein Zeugungsverbot bzw. eine Abtreibungspflicht nicht aus.

  11. TakeFive sagt:

    Vorab: Großartige Idee mit der Gegenteilwoche. Noch besser fände ich aber, wenn man sich in den Kommentaren nicht nur gaanz schnell darauf einigen würde, dass der dargestellte Standpunkt ja doof ist und wir glücklich gemeinsam eine andere Meinung haben („Alles klar, war nur eine Übung!“), sondern wenn auch noch käme warum das so ist.
    Meine Meinung:
    (1) So fundiert wie JuliaL49 hätte ich es nicht ausdrücken können, aber ich sehe es auch so: Die Zeitkonstanten für genetische Änderungen sind einfach viiiel länger als alle Politik.
    (2) Immer wenn diese Diskussion aufkommt (typischerweise etwas weniger krass, aber dennoch von vielen geglaubt: „Akademiker haben zu wenig Nachwuchs! Das Abendland geht unter! Idiocracy!“) wird zwar evolutionär argumentiert, aber gleichzeitig implizit vorausgesetzt dass schlaue Leute besser sind als andere. Warum eigentlich? Ohne schlaue Leute gäbs vielleicht keine Atombomben und wenn man jemanden nicht mag könnte man ihm nur mit einem Stock auf den Kopf hauen. Außerdem: schonmal was von „Survival of the fittest“ gehört? Könnte sich (vorsichtig gesagt) eine „Klasse“ von Menschen derartig besser fortpflanzen dass ihre Merkmale auf Dauer dominieren, dann haben sie das frei nach Darwin verdient. Das IST Evolution!
    (3) Wer definiert die Krankheit/Behinderung? Die Norm. Das hat zwei Folgen: erstens kann man immer nur auf der Basis dessen entscheiden was man weiß. Man weiß nie alles und daher gibts Fehler. ne Zeitlang hat man allen die nicht rechtzeitig auf den Bäumen waren Mandeln und Blinddarm rausoperiert, mittlerweile weiß man dass die was mit dem Immumsystem zu tun haben. Wenn man eine vergleichbare Fehleinschätzung mit Entscheidungen in Bezug auf „sinnvolle“ genetische Merkmale macht könnte man schnell in einer Sackgasse landen („ups das Merkmal hätte man doch brauchen können“).
    Zweitens: Was gemäß der Norm eine schlimme Krankheit ist hängt zB vom Stand der Medizin/Technik ab, die immer mehr „Fehler“ kompensieren kann. Man denke an Diabetiker, die vor 100 Jahren noch einfach so weggestorben sind, und mittlerweile künstliches Insulin oder sogar Bauchspeicheldrüsenimplantate erhalten.
    Zur Eugenik: Wie genau können wir dagegen argumentieren? Intuitiv bin ich auch dagegen aber wie macht man das argumentativ? Wir sind es gewohnt dass wir im Zeitalter des Individualismus alles auf den Einzelnen beziehen, mit Menschenrechten usw. in diesem Licht sind auch die Kommentare zur Eugenik verständlich. Was wenn wir zB eine Stufe weiter gehen, und die Menschheit als Organismus sehen, der aus Menschen besteht, so wie unser Körper aus Zellen aufgebaut ist? Plötzlich wird die Sache „unmenschlich“, dennoch komme ich mit Logik nicht allzugut dagegen an.
    [Wird man bestraft wenn der Kommentar länger als der Artikel ist?]

  12. Muriel sagt:

    @Jana: [Eigentlich wollte ich an dieser Stelle sagen, dass ich nicht mehr kann, aber TakeFive hat mich provoziert, deswegen frage ich doch noch mal weiter. Ich hoffe auf Verständnis.] Beispiel: Wenn eine Frau HIV-positiv und heroinabhängig ist, hältst du es für richtig, wenn sie sich trotzdem entscheidet, ein Kind zu bekommen?
    @TakeFive: [Na gut, also nicht nur eine Übung. Passt mir ganz gut, weil ich manche deiner Argumente (auch als Nicht-Gegenteil-Muriel) offen gestanden nicht restlos überzeugend finde.]
    1. Ich bleibe dabei: Wenn Eltern vorher wissen, dass ihr Kind mit einer Krankheit geboren wird, die dazu führt, dass es nach wenigen Jahren qualvoll stirbt, dann begehen sie damit mindestens Kindesmisshandlung. Den Einfluss auf den Gesamtgenpool brauche ich dann überhaupt nicht als Argument.
    2. Evolution ist eine Zustandsbeschreibung, kein Wertesystem. Dass ich es für erstrebenswert halte, möglichst viele intelligente und im Sinne unserer Gesellschaft leistungsfähige Menschen zu erzeugen, ergibt sich für mich einfach daraus, dass diese Menschen definitionsgemäß unsere Gesellschaft voranbringen und verbessern. Ich möchte nicht in einer Gesellschaft leben, in der wir uns mit Keulen schlagen und an Zahnfäule sterben.
    3. Das ist in meinen Augen kein grundsätzlicher Einwand, sondern erfordert nur die richtige Vorgehensweise. WIr können uns doch z.B. sicher darauf einigen, dass ALS eine Krankheit ist, und unter keinen Umständen erstrebenswert, oder nicht?
    Eugenik: [Ich beantworte die Frage mal als Nicht-Gegenteil-Muriel, wenn’s recht ist: Ich weiß nicht, ob das für dich akzeptabel wäre, aber ich argumentiere dagegen mit der Freiheit des Einzelnen. Es steht der Gemeinschaft nicht zu, ihren MItgliedern vorzuschreiben, wann und wie und mit wem sie sich fortzupflanzen haben. Das finde ich ziemlich schlüssig.]
    Lange Kommentare werden hier bestraft, ja, meistens mit langen Antworten.

  13. TakeFive sagt:

    Urgh Gegenteil-Muriel ist ein harter Sparringspartner. Und schnell in der Parade.
    (1): Das Argument ist nicht ganz von der Hand zu weisen, v.a. bei 100%-Wahrscheinlichkeit des Krankheitseintritts. Dennoch bleibt das Problem: Kannst du als Außenstehender beurteilen ab wann ein Leben „lebensunwert“ ist? ich meine, nicht aus Sicht der gesellschaftlichen Wertschätzung heraus wie bei Weiland Adolf, sondern im Sinne von „glücklich sein“? Es gibt es sehr viele Träger chronischer Krankheiten die dennoch so lange leben wollen wie irgendmöglich (natürlich gibts auch die die vom Dach springen. Aber das ist DEREN Entscheidung, nicht die der Gesellschaft.) Dieses Recht kann man ihnen auch nur schwer absprechen. Btw: Hast du gewusst dass die Israelis so ein „Eltern-Kompatibilitäts-Screening“ bereits seit einiger Zeit auf freiwilliger Basis durchführen? Wenn beide potenziellen Partner ihre Daten bei so ner Behörde hinterlegen können sie sich vor Beginn der Beziehung ihre genetische Kompatibilität bescheinigen lassen.

    (2) Hmmm „leistungsfähige“ Menschen. Was ist mit Künstlern etc? brauchen wir die? Kann deren „Leistung“ auf so einen primitiven (und imho in 99% der Fälle fehlinterpretierten) Faktor wie den IQ zurückgeführt werden? Und was macht Menschen überhaupt „leistungsfähig“ für die Gesellschaft? Nur ihr IQ? Nicht vielleicht auch ihr Charakter, ihre Integrität? Und ich kann Dir sagen es gibt Leute, in deren Gesellschaft kommt bei mir der Gedanke auf dass manche dieser Eigenschaften sich reziprok zum IQ verhalten… :/
    Mal weiter gesponnen: Man könnte darauf kommen dass die Gesellschaft eine Mischung braucht. Holla warum nicht „Brave New World“? Selbst die wollen nicht nur „Alphas“. Ok das hört sich deutlich zynischer an als ich es meine.
    (3) Immernoch: ALS ist zur Zeit unheilbar und haben will ich es auch nicht. Aber trotzdem: Man erkrankt typscherweise kurz vor der Rente daran. Das Leben bis dahin kann super sein. Und: Wenn ich mich gegen das ALS-Baby entscheide, und 30 Jahre später kann man anti ALS-Gentherapie-Tabletten in der Apotheke kaufen..? Dumm gelaufen.

  14. TakeFive sagt:

    PS:
    -Jap ich sehe ein dass ich im ersten Beitrag nicht 100% scharf argumentiert habe.
    -Jap ich verspreche hiermit die Diskussion in diesem Post nach deiner Antwort nicht weiter unnötig auszudehen.
    -Jap du hast mein Verständnis. 🙂

  15. madove sagt:

    @Muriel
    Natürlich meine ich nicht, daß die Gene keinen Einfluß auf die Intelligenz haben. Ich meine auch nicht, daß man aus jedem Kind einen Mozart oder Einstein machen kann. Aber ich meine (und das kann ich jetzt ohne Anlauf nicht belegen, meine es aber dennoch ganz entschlossen), daß man aus jedem Neugeborenen ein „habenswertes“/“nützliches“/“nettes“ Mitglied der Gesellschaft machen könnte (krasse schwierige geistige Behinderungen und andere Spezialfälle jetzt mal weggelassen, da kenn ich mich nicht aus). Und deshlab auch sollte, statt seine Geburt verhindern zu wollen.

    Ganz abgesehen davon, daß ich denke, 100 Hartz-IV-Empfänger schaden der Gesellschaft deutlich weniger als ein studiertes Bundesbank-Vorstandsmitglied. Oder auch als viele andere studierte Bildungsbürger, zB. Militärstrategen oder Naziärzte oder —jahaaa— böse Spekulanten. 😉

  16. Chlorine sagt:

    Mir ist gerade meine Kartoffelchipstüte von der Tastatur gefallen, so dermaßen aufgebracht bin ich!
    Wer – um Himmels Willen- wird mich nun vor mir selbst schützen!?

    Und noch etwas zum Post vom Montag, in dem du die Aktionswoche eingeleitet hast:
    Du hast auch schon mal bessere Blogs verlinkt.

  17. Muriel sagt:

    @TakeFive: Da lobst du mich gerade noch für meine Geschwindigkeit, und dann schlafe ich zwei Tage lang. Naja, danke trotzdem.
    1. Es geht mir ja nicht darum, bereits lebende Menschen zu töten. Es geht mir darum, zu verhindern, dass kranke Menschen gezeugt werden, die ihr Leben lang leiden werden. Ich sehe da einen entscheidenden Unterschied.
    2. Leistungsfähigkeit ist natürlich auch intellektuelle, aber nicht nur. Wir müssen uns dabei halt auf Kriterien einigen, was wir als Gesellschaft wünschenswert finden und was nicht. Das kann man ja auf demokratische Weise machen. Integrität hat sicher weniger mit der Veranlagung zu tun als mit der Erziehung, und auch da erweist wieder meine Zeugungsgenehmigung ihren Sinn: Es gibt Elternpaare, bei denen man schon vorher erkennt, dass sie keine integren Kinder großziehen werden. Drogenabhängige, Verbrecher, Katholiken und so weiter, davor könnte man in Zukunft die Kinder schützen.
    3. Das geht in so eine Richtung von Relativismus, die ich nicht ganz verstehe. Natürlich wissen wir nicht, ob ALS irgendwann mal geheilt werden kann und wann man genau daran erkrankt, aber es ist trotzdem eine ganz furchtbare Krankheit, und wenn mna das der Menschheit ersparen kann, sollte man es doch wohl tun.
    @madove: Es geht mir ja auch nicht nur um Genetik. Ich hatte oben ja auch erwähnt, dass die Kinderkonzession durchaus auch auf charakerliche Eignung gestützt werden könnte.

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