Eine Riesenmenge Geld (10)

Ach herrje, da hätte ich doch fast vergessen, dass ich euch auch noch ein neues Kapitel unseres Fortsetzungsromans schulde. Jetzt aber schnell.

Ich wünsche euch viel Spaß und hoffe, dass ihr eine Weile was davon habt. Diesmal gibt’s auch rund 30% mehr Text als sonst. Das muss dann aber fürs Wochenende reichen!

Was bisher geschah

Im ersten Kapitel haben wir Konrad kennengelernt, einen Hamburger Anwalt, der von seiner Frau betrogen wird, und Tanja, eine SEK-Beamte in Düsseldorf, die perfekt einen wütenden Dobermann nachahmen kann.
Im zweiten Kapitel lernen Konrad und Tanja einander kennen und verabreden sich zum Essen.
Im dritten Kapitel essen sie miteinander und fahren zu Tanja nach Hause.
Konrad betritt im vierten Kapitel Tanjas Wohnung, und die beiden beschließen, Freunde zu sein. Am nächsten Tag ruft sie ihn an und bittet ihn, sie noch einmal zu besuchen.
Im fünften Kapitel hilft Konrad Tanja bei einer Konfirmationskarte und bekommt ein Buch geschenkt. Danach fährt er nach Hause und kocht für seine Frau.
Im sechsten Kapitel besucht Tanja die Konfirmationsfeier und schenkt ihrem Neffen das Leatherman Multitool, das ihr gar nicht gehört.
Konrad und Hanna sprechen im siebten Kapitel über ihre Ehe, und Hanna gesteht, dass sie schwanger ist.
Im achten Kapitel sanieren Hanna und Konrad ihre Beziehung, und Tanja hasst den Bus.
Im neunten Kapitel erfolgt der Zugriff, und Konrad stiehlt ein Speichermedium.

Was heute geschieht

Konrad

Natürlich schlief ich überhaupt nicht gut. Auch schon nicht, bevor um halb vier Uhr jemand an meine Tür klopfte.

„Falsches Zimmer!“ rief ich, bevor ich überhaupt ganz wach war.

„Das glaube ich aber nicht“, antwortete eine heisere Altstimme, die ich unter gewöhnlichen Umständen gerne hörte.

„Was zur?“ murmelte ich, zu leise, als dass sie mich durch die Tür hätte hören können.

Ich stand auf, taumelte zur Tür, bemerkte, dass ich mir vielleicht noch etwas anziehen wollte und schaltete dafür erst einmal das Licht ein. Ich zog die Hose und das Hemd von der Stuhllehne, über die ich meine Sachen gelegt hatte, und sprang eilig hinein. Ich war gespannt, was sie mir jetzt erzählen würde. Was an dem verdammten Stick nun so wichtig war, dass sie mich mitten in der Nacht wecken musste, ganz zu schweigen von der Gefahr, der sie uns beide ausgesetzt hatte.

Tanja klopfte noch mal. Zwei nachdrückliche Schläge gegen die Tür.

„Bin gleich da!“

„Danke.“

Nur ein Wort, aber der Ton wunderte mich. Leise, nachdenklich. Fast ein bisschen unsicher. Ich öffnete die Tür. Tanja war klatschnass. Die Rastazöpfchen klebten an ihr, ebenso wie ihr T-Shirt, und zu ihren Füßen war der Teppichboden sichtbar durchnässt.

„Regnet es?“ fragte ich.

„Du kannst es einfach nicht lassen, hm?“

Das Wasser war nicht das einzig Ungewöhnliche. Tanja stand nicht aufrecht wie sonst, ihre Schultern hingen ein wenig und ihr Kopf war gebeugt. Trotzdem sah sie natürlich zu mir hinab, aber ihr Gesichtsausdruck wirkte, als wollte sie gerne zu mir aufsehen. Warum trug sie überhaupt nur ein T-Shirt, wenn es regnete, und wie war sie auf dem Weg von ihrem Auto zum Hotel so nass geworden?

Ich trat zur Seite und bat sie herein. Das Shirt war interessant, so wie auch das letzte. Es zeigte den Kopf eines sehr wütenden Rottweilers mit einem hellbraunen Ring um das linke Auge, mit geöffnetem Maul, über dessen spitze weiße Reißzähne schäumender Geifer triefte. Der Rottweiler zog anscheinend mit ganzer Kraft an einer Kette, die ihn an seinem Hals festhielt. Ein Glied der Kette zeigte einen bedrohlichen Riss und war ein kleines Stück aufgebogen. Darunter standen die Worte:

Every dog has his day.

Und es war eben völlig durchnässt und klebte an ihr wie eine zweite Haut.

„Ich habe einen Bademantel hier…“

„Es geht schon“, antwortete sie, während sie unentschlossen da stand. Ihre Kiefer bewegten sich langsam in unregelmäßigen Abständen. Ich musste sie gelegentlich fragen, welche Marke sie kaute.

„Vielleicht fiele es mir auch leichter mit dir zu sprechen, wenn du nicht so aussehen würdest, als hättest du gerade einen unanständigen Wettbewerb auf Ibiza gewonnen.“

Sie sah mich einige Sekunden lang konsterniert an, um dann an sich herabzublicken, die Augen zu verdrehen und zu stöhnen.

„Männer. Wo ist das Ding?“

„Im Bad.“

Sie verschwand für zwei Minuten im Badezimmer und kam in dem weißen Bademantel zurück.

„Gut jetzt?“

Ich nickte und setzte mich auf die Bettkante. Sie hatte mir offenkundig etwas zu sagen, und weil ich auch etwas von ihr hören wollte, würde ich sie nicht länger abhalten.

Ich hatte mir vage vorgestellt, dass sie sich mir gegenüber auf einen Stuhl setzen würde. Stattdessen ließ sie sich der Länge nach neben mir auf das Bett fallen, sodass ihr Kopf auf einem der Kissen lag und ihre nackten Füße neben meiner linken Hand. Sie seufzte noch mal und starrte einige Sekunden an die Decke, bevor sie zu sprechen begann.

„Dieser dämliche Irre“, sagte sie, langsam und ruhig. „Dieses widerwärtige Stück Abschaum.“

Mich beschlich das Gefühl, dass sie nicht von dem Stick sprach.

„Ich bin wohl noch nicht ganz wach“, sagte ich. „Vielleicht verstehe ich deshalb nicht, worum es jetzt geht.“

„Hm.“ Vielleicht ein Lachen. „Der Unterhändler hat den Kerl überredet, rauszukommen. Wir warten vor der Tür auf ihn. Und er kommt raus. So ein blasser Sachbearbeitertyp mit Cordhose, Schmerbauch, kariertem Hemd und Schnauzbart. Er hat ein Mädchen auf dem Arm. Sie ist sechs Jahre alt, höchstens. Und er hält ein Küchenmesser an ihren Hals. Ein Küchenmesser! Kannst du dir vorstellen, dass jemand eine Bank mit einem Messer überfällt?“

Ich war mir ziemlich sicher, dass sie keine Antwort erwartete.

„Kommt öfter vor, als du glauben würdest… Und er weint. Er weint wie ein Kind. Tränen laufen aus seinen Augen und Rotz aus seiner Nase und er schluchzt laut. Er versucht, irgendwas zu sagen, aber es ist völlig unverständliches Gebrabbel. Ein paar von uns gehen zu ihm. Ich stehe ihm direkt gegenüber. Ich gebe Frank meine MP und strecke meine Arme aus. ‚Geben Sie mir das Mädchen’, sage ich, ‚dann ist es vorbei.’ Er schluchzt und weint und versucht mir was zu sagen, aber ich verstehe ihn nicht. ‚Lassen Sie sie los’, sage ich. Und dann fängt er an zu heulen. Richtig laut, wie ein Säugling, der hingefallen ist. Ich frage mich gerade, ob ich einfach zu ihm hingehen und ihm das Mädchen wegnehmen soll, als er plötzlich die Klinge über ihre Kehle zieht. Das Messer muss scharf sein, es schneidet tief in den Hals des Mädchens. Das Blut fließt wie Wasser. Der Mann lässt das Kind und das Messer fallen und fällt gleich danach selbst auf die Knie und heult und schluchzt weiter, und ich glaube, dass er so was sagt wie ‚Ich hab es nicht gewollt.’“

Ich habe ihr stumm und gefesselt zugehört. Sie machte das gut. Ich konnte nicht anders als zu denken, dass sie bestimmt eine erstklassige Zeugin abgeben würde. Ohne Kaugummi.

„Was hast du gemacht?“ fragte ich leise.

Sie zuckte die Schultern und lächelte ein resigniertes Lächeln.

„Ich bin zu ihm hingegangen, hab das Messer mit dem Fuß zur Seite getreten und hab ihn festgenommen. Ich habe seine Handgelenke gefesselt, aber nicht zu fest, dann habe ich ihm vorsichtig aufgeholfen, und ich habe sorgsam darauf geachtet, dass er sich nicht den Kopf an der Oberkante der Autotür stößt.“

„Sehr vernünftig“, sagte ich, weil mir nichts Besseres einfiel. Ich ärgerte mich ein bisschen, weil es eine ziemlich unpassende Bemerkung war.

Sie nickte und richtete sich ein bisschen auf. Sie stützte sich auf ihre Ellenbogen, um mich mit ihren großen blauen Augen anzusehen. Kennen Sie diese Momente, in denen einen jemand ansieht, und man erkennt, dass er völlig offen zu einem ist? Dass man viel mehr sieht als bloß sein Gesicht? Das war so einer, und in diesem Moment liebte ich Tanja. Ich kann Ihnen nicht erklären, wo das plötzlich herkam, aber in diesem Moment wusste ich, dass wir Seelenverwandte waren. Wenn auch auf ziemlich merkwürdige Weise, das kann ich nicht leugnen.

Und ich dachte, dass wir uns nicht mal seit zwei Tagen kannten und dass sie mich ausgewählt hatte, um über diese Sache zu sprechen. Dass sie dachte, keinen besseren Freund als mich zu haben. Das erweckte in mir kein Mitleid, wie Sie jetzt vielleicht denken, sondern Dankbarkeit. Ich versuchte mich zu erinnern, wann Hanna und ich uns das letzte Mal so angesehen hatten. Es gelang mir nicht.

„Was ist?“ fragte Tanja. „Noch das Mädchen?“

Ich schüttelte langsam meinen Kopf.

„Willst du mir von deiner Frau erzählen?“

Ich war überrascht, und doch wieder nicht, dass sie meine Gedanken erraten hatte.

„Woher weißt du, dass es da was zu erzählen gibt?“ fragte ich zurück, vor allem, um Zeit zu gewinnen.

Sie grinste schief und wackelte mit ihren Zehen.

„Ich habe einfach den unbestimmten Eindruck, dass du mit deiner Ehe unzufrieden bist. Vielleicht hängt das damit zusammen, dass ich im Bademantel in deinem Bett in deinem Hotelzimmer liege, aber vielleicht ist es auch bloß weibliche Intuition.“

Sie traf damit gewissermaßen den Nerv.

„Ich bin meiner Frau treu!“ sagte ich, ein bisschen heftiger, als nötig gewesen wäre.

Sie lächelte weiter und nickte, obwohl ihr Lächeln ein bisschen traurig wirkte. Aber vielleicht bildete ich mir das auch nur ein, weil ich selbst unglücklich war.

„Ich weiß“, antwortete sie ruhig. „Das ist gut. Wenn du nicht drüber reden willst, ist es auch in Ordnung“, fügte sie mit einem Schulterzucken hinzu.

„Eigentlich will ich. Aber ich weiß noch nicht, worüber genau wir da reden sollten.“

Sie nickte wieder. Ihre Rastazöpfe wippten ein wenig mit, aber nicht sehr, weil sie noch nass waren.

„Hast du schon mal mit einem Verdächtigen die Beherrschung verloren?“ fragte ich sie in einem weiteren Ablenkungsversuch.

Ich hätte wirklich gerne mit ihr über Hanna gesprochen. Ich hatte sonst niemanden, mit dem ich darüber reden konnte. Aber ich wusste wirklich nicht, was ich sagen konnte.

Tanja verstand mich. Sie legte ihren Kopf zurück und blickte nachdenklich zur Decke. Ich betrachtete dabei ihren Hals. Muskulöser als bei anderen Frauen, aber nicht unästhetisch. Wie ihr ganzer Körper. Man konnte ihre Kraft erkennen, aber es war nicht wie bei den Muskelfrauen, die man manchmal im Fernsehen sah, die meiner unmaßgeblichen Meinung nach wie ein Sack Nüsse aussahen.

„Einmal“, antwortete sie. Sie hob ihren Kopf wieder und warf mir ein Grinsen zu, das mich wieder ein bisschen an eine Raubkatze erinnerte, „Und Oh Gott, das hat sooo gut getan. Ist schon ein paar Jahre her. Nicht so ein Verrückter wie der heute. Er hat nicht mal was besonders Schlimmes gemacht. Er war ein Demonstrant bei irgend so einem Wirtschaftsgipfel in Bonn. Hatte einen großen Stein in der Hand. Ich hab ihm gesagt, er sollte das Ding hinlegen. Er hat den Stein in die Scheibe von einem Auto geworfen, und dann hat er sich zu mir umgedreht, die Hände in seine Hüften gestemmt und mich so dämlich angegrinst, weißt du, so ‚Und was willste jetzt machen, hä?’ Ich hab mich umgesehen, ob uns jemand zusieht, und dann bin ich zwei Schritte zu ihm gegangen und hab ihm den Kiefer gebrochen. Ich trug ja diese Zugriffshandschuhe, und wenn man mit Schwung die richtige Stelle trifft, ist das ganz einfach.“

„Tanja, mir graut vor dir.“

Sie lachte leise und zuckte die Schultern.

„Du hast gefragt.“

„Wie ist es weiter gegangen?“

„Naja, er war natürlich bewusstlos. Ich hab seine Hände gefesselt und ihn zu den Sanitätern getragen. Natürlich hatte er ein Messer, und er hat mich angegriffen. Ich hätte wahrscheinlich sogar einen Kollegen gefunden, der das bezeugt, aber der Kerl hat sich anscheinend nie beschwert.“ Sie sah versonnen auf ihre großen, kräftigen Hände hinunter und sagte schließlich: „Ich schätze, ich würd‘s heute nicht wieder so machen, aber es hat wirklich gut getan.“

Ich weiß nicht, was Sie von einem Anwalt erwarten, aber ich konnte sie gut verstehen. Und ich verzichtete darauf, ihr zu sagen, dass es natürlich weder moralisch richtig noch eine besonderes clevere Idee gewesen war. Ich hatte das Gefühl, dass ich jetzt bereit war.

„Ich glaube, sie liebt mich nicht mehr“, sagte ich, im festen Vertrauen darauf, dass Tanja wissen würde, wovon ich sprach.

Sie enttäuschte mich nicht.

„Wie kommst du darauf?“

Ich erzählte es ihr. Die ganze Geschichte. Bis zu dem Abendessen, der Nacht danach und dem Zettel am Morgen. Sie sagte nicht, was sie selbst davon hielt, sie hörte nur zu, und das war genau richtig so. Danach erzählte sie mir, was mit ihrer Nase passiert war. Anscheinend hatte sie vor ein paar Jahren einen Freund gehabt, der professioneller Boxer war und Probleme mit seinen Aggressionen hatte.

„Irgendwann hatten wir einen Streit, ich weiß gar nicht mehr, worum es ging. Wir hatten beide was getrunken. Er hat ein paar ziemlich fiese Sachen gesagt, und ich wohl auch, und irgendwann… Richtig mit der Faust.“ Sie lachte leise. „Er war noch viel mehr erschrocken als ich. Er stand da und starrte auf seine blutigen Knöchel und wurde ganz blass, und dann fing er an zu weinen. Das war gut für uns beide, ich hätte ihn nämlich sonst umgebracht, glaube ich. Ich hab ihm gesagt, dass er eine Küchenrolle holen sollte, weil mir das Blut nämlich nur so aus der Nase sprudelte, aber er murmelte immer nur, dass es ihm Leid tut, und er schluchzte und jammerte.“ Sie lachte wieder. „Das war echt merkwürdig. Das war das erste Mal in meinem Leben, dass ich einen erwachsenen Mann heulen gesehen habe. Ich musste ihn dann erst mal beruhigen, bevor er mich ins Krankenhaus fahren konnte. Nachdem sie mich da versorgt hatten, hat der Arzt mir dann so einen Vortrag gehalten über häusliche Gewalt und dass er mir raten würde Anzeige zu erstatten und so weiter. Ich musste mich richtig zusammenreißen, denn Lachen tat ziemlich weh mit der kaputten Nase…“ Sie hörte auf zu grinsen und blickte ein paar Sekunden kopfschüttelnd auf ihre Zehen. „Ich hab ihn danach nicht mehr angerufen, und er mich auch nicht, aber ich glaube, er hätte mich überreden können, wenn er’s versucht hätte.“ Sie zuckte die Schultern. „Ich hab wirklich ein paar ziemlich fiese Sachen gesagt. Und er war nicht so besonders gut mit Worten, was hätte er tun sollen? Außerdem… Naja, er war echt gut im Bett.“

Diesmal war ich derjenige, der nichts dazu sagte und einfach nur zuhörte. Und ich glaube, das war auch in diesem Fall genau richtig so. Obwohl es schon merkwürdig war. Manchmal sagen andere Menschen etwas, und man erkennt, dass sie völlig anders sind als man selbst. Geradezu unheimlich anders. Das war so ein Moment. Aber sonderbarerweise schuf das keine Distanz zwischen uns. Mir war ja schon immer klar gewesen, dass Tanja ein anderer Typ Mensch war als ich. Ich fand es eher interessant, wenn auch auf ziemlich bizarre Art.

Erst als ich am nächsten Morgen in meinem ziemlich zerknitterten Anzug erwachte und Tanja neben mir im Bett vorfand, fiel mir wieder ein, dass ich sie nach dem Stick hatte fragen wollen. Zu diesem Zeitpunkt erschien mir das aber gar nicht mehr so wichtig, und ich wollte sie nicht wecken, deswegen beschloss ich, noch ein bisschen damit zu warten. Interessanterweise lag sie da wie gemalt, so wie schlafende Menschen im Fernsehen oft aussehen. Sie lag auf dem Rücken, die Hände an ihren Seiten neben ihr und atmete flach und leise.

Ich wünschte, ich würde auch so schlafen, fürchte mich aber zu sehr vor der Wahrheit, um jemanden zu fragen, der es wissen könnte. Hanna jedenfalls schläft oft sehr unruhig. Sie wälzt sich von einer Seite auf die andere, setzt sich auf, legt sich wieder hin, und irgendwann fängt sie oft auch an, mich zu wecken und mir zu sagen, dass sie auf keinen Fall einschlafen kann, solange ich ihr so viel Platz wegnehme oder so schnarche oder sonst irgendwas.

Ich weiß nicht, was Sie jetzt deshalb von mir halten, aber ich blieb eine Weile liegen, um Tanja zu beobachten. Es gab nicht viel zu sehen, sie schlief wie ein Baby, aber es war beruhigend, ihr zuzusehen. Ihre entspannten Gesichtszüge, der halb geöffnete Mund, die ein wenig schiefe Nase. Ein irgendwie tröstliches Bild. Ich dachte daran, dass ihre Haare wahrscheinlich nicht im Gesicht kitzeln konnten, wenn man neben ihr lag. Der Gedanke schien mir bizarr genug, um in mir den Wunsch zu wecken, aufzustehen und die ganze merkwürdige Situation zu beenden.

Vielleicht sollte ich noch einmal klarstellen, dass wir einfach nur irgendwann in der Nacht eingeschlafen waren. Ich habe keine unanständigen Details übersprungen, es gab keine. Nur, um Missverständnisse auszuschließen.

Tanja stöhnte leise und drehte sich auf ihre Seite, von mir weg. Ich kletterte vorsichtig aus dem Bett und ärgerte mich über die Sache mit dem Anzug. Ich würde ihn jetzt reinigen lassen müssen, bevor ich ihn wieder tragen konnte, dabei hatte ich ihn erst vorgestern aus der Reinigung abgeholt.

Glücklicherweise habe ich vorsichtshalber immer einen zweiten kompletten Anzug bei mir, auch wenn ich nur für ein paar Tage weg bin. Ich öffnete die Tür zum Bad und schaltete das Licht ein.

Dann blieb ich kurz stehen, während ich überlegte, ob ich mir zuerst die Zähne putzen oder zuerst duschen sollte. Dabei fiel mir ein quaderförmiges kleines Päckchen in glänzendem Zellophan auf dem Fußboden auf. Es lag unter Tanjas Jeans, die sie gestern Abend zum Trocknen auf den Handtuchhalter gehängt hatte. Ich ging hin und hob es auf. Reval. Es war tatsächlich eine Schachtel Zigaretten. Hm.

Es ging mich natürlich überhaupt nichts an, aber dennoch wollte ich es wissen. Vielleicht kennen Sie das Gefühl. Wenn man einen Menschen gern hat und dann irgendeine Kleinigkeit über ihn herausfindet, die nicht zu dem passt, was man bisher zu wissen glaubte, dann lässt einem das keine Ruhe. Ich wollte sie fragen, aber wie? Es ging mich schließlich wirklich nichts an, und sie sollte nicht den Eindruck haben, dass ich ihre Sachen durchwühlte, um dann an ihren Gewohnheiten herumzunörgeln. Sie hatte gesagt, dass sie nicht rauchte.

Na und? Mir konnte das doch auch wirklich egal sein. Vielleicht hatte sie ja aufgehört. Würde die Kaugummis erklären.

„Ich habe mal geraucht“, sagte sie leise von der Tür aus.

Ich drehte mich zu ihr um, ein bisschen erschrocken, ein bisschen peinlich berührt.

„Die lagen hier auf dem Boden“, sagte ich schnell.

Sie lächelte und nickte.

„Schon gut. Ich hab die gestern Abend gekauft. Und dann bin ich zu dir gelaufen, damit ich sie nicht aufmache.“ Sie lachte leise. „Kannst du dir vorstellen, dass ich… Diese blöden Dinger schmecken überhaupt nicht, und sie sind ungesund, und das kann ich wirklich nicht gebrauchen, aber ich weiß, wenn ich gestern den ganzen Abend allein in meiner Wohnung gesessen hätte, hätte ich wieder angefangen. Ich versteh das selbst nicht.“

Sie sah die ganze Zeit auf die Schachtel, während sie sprach.

„Vielleicht würden sie dir helfen, von den Pralinen loszukommen“, sagte ich.

Sie zeigte mir den Mittelfinger, drehte sich um und ging zum Bett zurück.

„Wirf sie für mich weg, ja?“

Ich hatte gerade die Tür geschlossen, als sie rief:

„Nein, lass sie doch liegen. Ich muss damit selbst fertig werden.“

Ich zuckte die Schultern und legte die Packung auf das Regal neben dem Handtuchhalter. Ganz wie sie wollte. Ich war schließlich nicht ihr Vater. Obwohl ich es beinahe hätte sein können. Ich schob den Gedanken zur Seite.

Nachdem ich mir die Zähne geputzt und den frischen Anzug angelegt hatte, war ich bereit, über den Stick zu sprechen. Tanja kam mir zuvor.

„Wo ist der Stick eigentlich?“ fragte sie, kaum dass ich die Badezimmertür geöffnet hatte.

„Ja…“ sagte ich, „Genau darüber wollte ich jetzt auch mit dir reden. Was ist das für ein Stick, und warum genau habe ich ihn gestohlen?“

Sie lächelte.

„Du hast ihn nicht gestohlen.“

Sie saß auf dem Bett, und ich zog mir einen Stuhl heran und setzte mich ihr gegenüber.

„Wer von uns beiden hat die Befähigung zum Richteramt?“ fragte ich.

Sie zuckte ihre breiten muskulösen Schultern.

„Mit dem Stick wollte Svenson bezahlen, was er von dem anderen Kerl kaufen wollte. Ich habe einen Teil des Gesprächs mitgehört, und wenn ich sie richtig verstanden habe, kommt man damit irgendwie an viel Geld ran. Richtig viel Geld, meine ich. 50 Millionen Euro, wenn ich das richtig verstanden habe.“

Sie grinste mich dabei an, als erwartete sie, dass ich jubeln und sie umarmen würde. Ich atmete aus und blickte auf den Boden. Ich zählte innerlich bis drei. Dann sah ich wieder zu ihr auf. Bis gerade eben hatte ich es noch für möglich gehalten, dass sie einen vernünftigen Grund haben könnte. Es war schwer gewesen, es zu glauben, und mir war klar gewesen, dass es naiv von mir war, aber ich hatte es mir irgendwie einreden können. Aber das war jetzt auch vorbei.

„Du meinst, du hast… Du willst… Ich bin Anwalt. Du bist Polizistin. Und du erzählst mir, dass wir beide zusammen Geld von jemandem stehlen wollen, den du festgenommen hast und der mein Mandant ist? Tanja, bist du verrückt?“

Ich möchte nicht den Eindruck erwecken, aus rein moralischen Gründen dagegen gewesen zu sein. Ich bin auch nur ein Mensch, natürlich reizte mich der Gedanke an das Geld. Es war einfach so, dass ich keine Sekunde für möglich hielt, dass wir wirklich an die 50 Millionen Euro kommen könnten, ohne von irgendwem erwischt zu werden. Alleine schon, weil keiner von uns eine Ahnung hatte, was für ein Stick das war und was wir damit anfangen sollten. Außerdem war die Summe enorm genug, um unwirklich zu erscheinen.

„Naja, du musst nicht mitmachen“, sagte sie, fast ein bisschen trotzig.

Ich war sprachlos. Aber nur kurz.

„Ich bin schon dabei!“ rief ich. „Ich bin in diese Sache verwickelt, ob ich will oder nicht. Und du kannst doch nicht ernsthaft glauben, dass das niemandem auffallen wird! So eine Menge Geld vermisst jemand. Und jemand wird danach suchen. Mein Leben läuft zurzeit nicht ganz so, wie ich will, aber ich möchte es trotzdem noch eine Weile behalten! Und deines scheint doch auch ganz in Ordnung zu sein. Warum willst du das unbedingt ruinieren?“

Ich versuchte, so zu klingen, als würde ich es nicht ganz ernst meinen, um sie nicht zu beleidigen, aber eigentlich drückten meine Worte ganz gut meine Gefühle aus. Tanja hatte aufgehört zu lächeln. Ich sah wieder dieses lodernde Temperament irgendwo hinter ihren Augen, aber sie hatte es im Griff. Sie sah mich fest an, während sie antwortete.

„Ganz in Ordnung.“ Sie spie die Worte aus. „Ich verdiene ein Beamtengehalt, Besoldungsstufe A8 und 200 Euro Gefahrenzulage, weil ich im Kommando bin. Ich fahre ein gebrauchtes Auto, das ich wahrscheinlich in ungefähr drei Jahren abbezahlt habe. Ich bin nicht besonders klug, und ich bin nicht schön, und ich kann eigentlich nichts, außer dem, was ich tue. Ich hab einen Abiturschnitt von 3,3! Ich bin groß und stark, aber was zählt denn das schon in der Informationsgesellschaft, hm? Und jetzt habe ich diese Chance. Es ist meine erste, und es wird die einzige bleiben. Wenn du damit nichts zu tun haben willst, ist das OK, aber ich lasse mir das nicht entgehen.“

Ich erwiderte ihren Blick und dachte eine Weile nach, bevor ich sagte:

„Ich glaube, dass du einen Fehler machst. Tanja, wenn du Geldprobleme hast, gibt es bestimmt…“

„Ich habe keine Geldprobleme!“ rief sie.

Sie fuhr auf und blickte zu mir herunter. Ich musste meinen Kopf sehr weit in den Nacken legen, um ihr Gesicht sehen zu können. Ich überlegte auch aufzustehen.

„Du hast meine Wohnung gesehen“, sagte sie, „Abgesehen von der Miete und dem Auto habe ich keine Ausgaben. In fünfzehn Jahren bin ich zu alt für das Kommando, und sie versetzen mich an irgendeinen Schreibtisch, den ich hassen werde, weil ich an diesem Schreibtisch irgendeinen unnützen Job mache, den ich hassen werde, aber ich werde ihn nicht aufgeben, weil ich nichts anderes kann, und das werde ich hassen. Ich spare einen ganz ordentlichen Teil meines Gehalts, und ich habe inzwischen fast zwölftausend Euro zusammen. Wenn ich pensioniert werde, nach ein paar Beförderungen, sind es vielleicht hunderttausend, und dann kann ich mir eine Eigentumswohnung leisten, und ich fange an mit Nordic Walking, um in Form zu bleiben, und vielleicht treffe ich mich dann jeden Dienstag Abend mit fünf anderen rüstigen alten Damen zum Bridge und ab und zu machen wir alle zusammen einen Ausflug nach Dänemark und – verstehst du, wovon ich rede?“

Ich hatte während ihres Vortrags angefangen zu grinsen, und hätte ich mich nicht zusammengerissen, hätte ich vielleicht gelacht. Ich nickte. Und stand dann schließlich auch auf und trat zwei Schritte zurück, um mir keine Nackenschmerzen einzuhandeln.

„Ja. Aber ich glaube, dass das hier nicht der richtige Weg ist, etwas dagegen zu tun.“

Sie gestikulierte aufgebracht mit ihren Händen und funkelte mich mit ihren dunkelblauen Augen an. „Pfff… Ä, dä, ähm… Hast du mir zugehört? Was glaubst du, was ich machen sollte? Ich kann nichts, Konrad! Ich würde gerne Bilder malen oder Musik machen oder irgendetwas Kreatives tun statt Menschen niederzuringen und ihnen die Hände und Füße zu fesseln, aber ich kann das alles nicht.

„Ich möchte jetzt kein Besserwisser sein, aber das Geld wird nichts an diesen Dingen ändern, über die du dich beklagst.“

„Natürlich nicht!“ rief sie, „Aber ich kann dann tun, was ich will! Wenn ich den Stick zurückgebe, habe ich keine Wahl. Dann muss ich meinen Job behalten und eben so weiter leben und… Und nichts!“

Ich sah die Gier in ihren Augen. Sie wollte das Geld. Vielleicht war da auch ein bisschen Wut und Trotz und Enttäuschung, weil ich nicht so reagierte, wie sie sich das vorgestellt hatte. Manchmal sehen mich Mandanten so an, wenn ich ihnen sage, dass ich ihr Anwalt bin, nicht ihr Mittäter. Jedenfalls sah es nicht so aus, als würde es mir gelingen, sie zu überzeugen. Ich versuchte stattdessen, was ich bei den Mandanten auch immer versuchte: Ich versuchte, die Situation zu entspannen.

„Trotzdem kann dich niemand zwingen mit Nordic Walking anzufangen, wenn du nicht willst“, sagte ich grinsend.

Sie hob ihre Hände zum Himmel und stöhnte.

„Gib mir den Stick, und ich belästige dich nicht mehr damit. Ich versprech dir, dass ich deinen Namen nicht erwähne, wenn ich erwischt werde. Okay?“

„Ich halte das für falsch, Tanja.“

„Gib mir einfach den Stick.“

Ich seufzte. Und gab ihr den Stick. Ich würde später noch einmal versuchen, mit ihr zu reden. Jetzt hatte es keinen Zweck.

„Danke“, sagte sie.

Sie ging ins Badezimmer, um sich wieder anzuziehen, und ich wartete. Und dachte darüber nach, ob ich das Richtige getan hatte. Die Antwort scheint einfach. Natürlich hätte ich das nicht tun dürfen. Ich hätte den Stick behalten und der Polizei übergeben sollen wie ein guter deutscher Staatsbürger. Aber dann hätte ich Tanja verraten. Außerdem hätte ich sie gezwungen, sich zu entscheiden, ob sie einfach ohne den Stick gehen oder ihn mir mit Gewalt wegnehmen sollte.

Ich hatte ihre Augen gesehen, und ich glaubte zu wissen, welche Entscheidung sie getroffen hätte. Hätte ich ihr den Stick nicht gegeben, hätte sie ihn trotzdem bekommen. Dazu hätte ich noch unsere Freundschaft zerstört und mir wahrscheinlich ein blaues Auge und grässliche Kopfschmerzen eingehandelt.

Sie kam bald aus dem Badezimmer heraus. Ihre Sachen waren noch feucht, aber nicht mehr so klatschnass wie am Abend.

„Ich muss jetzt zum Dienst“, sagte sie. Sie klang unsicher.

Ich nickte und lächelte ihr zu.

„Viel Glück mit deinem Plan“, sagte ich.

Sie trat ein paar Schritte an mich heran. Sehr nah. Zu nah. Meine Nase berührte beinahe ihre Schulter. Ich trat einen Schritt zurück, spürte die Wand hinter mir. Sie folgte. Ich blickte zu ihr auf.

„Du…. würdest niemandem von dieser Sache erzählen, oder?“ fragte sie.

Ich brauchte einen Moment, um den Tonfall in ihrer Stimme zu erkennen. Aber ich glaubte es nicht so recht. Sicher hatte ich sie falsch verstanden. Ich brachte ein Lachen heraus, das sogar ziemlich echt klang.

„Nein, natürlich nicht. Unser kleines Geheimnis.“

„Gut. Dann bis später mal.“

Sie wandte sich brüsk ab und ging. Ich stand noch eine ganze Weile da und starrte die Tür an. Tanja hatte mir sicher nicht drohen wollen, dachte ich. Wir waren doch schließlich Freunde.

Lesegruppenfragen

  1. Ich mag Tanjas T-Shirt. Ihr auch?
  2. Erzählt Tanja in diesem Kapitel zu viel? Ist das interessant? Oder hättet ihr lieber auf die eine oder andere Geschichte verzichtet? Findet ihr es doof, dass so lange keiner zur Sache kommt? Was meint ihr?
  3. Mal angenommen, ihr fandet die Geschichten nicht zu doof: Haben sie euer Bild von Tanja verändert? Wenn ja, wie?
  4. Als Konrad denkt, dass Tanja völlig anders ist, dass das aber keine Distanz zwischen ihnen schafft – versteht ihr, wie er das meint?
  5. Glaubt ihr, dass sie wirklich mit dem Rauchen aufgehört hat?
  6. Und glaubt ihr, dass sie Konrad drohen wollte?

Natürlich schlief ich überhaupt nicht gut. Auch schon nicht, bevor um halb vier Uhr jemand an meine Tür klopfte.

„Falsches Zimmer!“ rief ich, bevor ich überhaupt ganz wach war.

„Das glaube ich aber nicht“, antwortete eine heisere Altstimme, die ich unter gewöhnlichen Umständen gerne hörte.

„Was zur?“ murmelte ich, zu leise, als dass sie mich durch die Tür hätte hören können.

Ich stand auf, taumelte zur Tür, bemerkte, dass ich mir vielleicht noch etwas anziehen wollte und schaltete dafür erst einmal das Licht ein. Ich zog die Hose und das Hemd von der Stuhllehne, über die ich meine Sachen gelegt hatte, und sprang eilig hinein. Ich war gespannt, was sie mir jetzt erzählen würde. Was an dem verdammten Stick nun so wichtig war, dass sie mich mitten in der Nacht wecken musste, ganz zu schweigen von der Gefahr, der sie uns beide ausgesetzt hatte.

Tanja klopfte noch mal. Zwei nachdrückliche Schläge gegen die Tür.

„Bin gleich da!“

„Danke.“

Nur ein Wort, aber der Ton wunderte mich. Leise, nachdenklich. Fast ein bisschen unsicher. Ich öffnete die Tür. Tanja war klatschnass. Die Rastazöpfchen klebten an ihr, ebenso wie ihr T-Shirt, und zu ihren Füßen war der Teppichboden sichtbar durchnässt.

„Regnet es?“ fragte ich.

„Du kannst es einfach nicht lassen, hm?“

Das Wasser war nicht das einzig Ungewöhnliche. Tanja stand nicht aufrecht wie sonst, ihre Schultern hingen ein wenig und ihr Kopf war gebeugt. Trotzdem sah sie natürlich zu mir hinab, aber ihr Gesichtsausdruck wirkte, als wollte sie gerne zu mir aufsehen. Warum trug sie überhaupt nur ein T-Shirt, wenn es regnete, und wie war sie auf dem Weg von ihrem Auto zum Hotel so nass geworden?

Ich trat zur Seite und bat sie herein. Das Shirt war interessant, so wie auch das letzte. Es zeigte den Kopf eines sehr wütenden Rottweilers mit einem hellbraunen Ring um das linke Auge, mit geöffnetem Maul, über dessen spitze weiße Reißzähne schäumender Geifer triefte. Der Rottweiler zog anscheinend mit ganzer Kraft an einer Kette, die ihn an seinem Hals festhielt. Ein Glied der Kette zeigte einen bedrohlichen Riss und war ein kleines Stück aufgebogen. Darunter standen die Worte:

Every dog has his day.

Und es war eben völlig durchnässt und klebte an ihr wie eine zweite Haut.

„Ich habe einen Bademantel hier…“

„Es geht schon“, antwortete sie, während sie unentschlossen da stand. Ihre Kiefer bewegten sich langsam in unregelmäßigen Abständen. Ich musste sie gelegentlich fragen, welche Marke sie kaute.

„Vielleicht fiele es mir auch leichter mit dir zu sprechen, wenn du nicht so aussehen würdest, als hättest du gerade einen unanständigen Wettbewerb auf Ibiza gewonnen.“

Sie sah mich einige Sekunden lang konsterniert an, um dann an sich herabzublicken, die Augen zu verdrehen und zu stöhnen.

„Männer. Wo ist das Ding?“

„Im Bad.“

Sie verschwand für zwei Minuten im Badezimmer und kam in dem weißen Bademantel zurück.

„Gut jetzt?“

Ich nickte und setzte mich auf die Bettkante. Sie hatte mir offenkundig etwas zu sagen, und weil ich auch etwas von ihr hören wollte, würde ich sie nicht länger abhalten.

Ich hatte mir vage vorgestellt, dass sie sich mir gegenüber auf einen Stuhl setzen würde. Stattdessen ließ sie sich der Länge nach neben mir auf das Bett fallen, sodass ihr Kopf auf einem der Kissen lag und ihre nackten Füße neben meiner linken Hand. Sie seufzte noch mal und starrte einige Sekunden an die Decke, bevor sie zu sprechen begann.

„Dieser dämliche Irre“, sagte sie, langsam und ruhig. „Dieses widerwärtige Stück Abschaum.“

Mich beschlich das Gefühl, dass sie nicht von dem Stick sprach.

„Ich bin wohl noch nicht ganz wach“, sagte ich. „Vielleicht verstehe ich deshalb nicht, worum es jetzt geht.“

„Hm.“ Vielleicht ein Lachen. „Der Unterhändler hat den Kerl überredet, rauszukommen. Wir warten vor der Tür auf ihn. Und er kommt raus. So ein blasser Sachbearbeitertyp mit Cordhose, Schmerbauch, kariertem Hemd und Schnauzbart. Er hat ein Mädchen auf dem Arm. Sie ist sechs Jahre alt, höchstens. Und er hält ein Küchenmesser an ihren Hals. Ein Küchenmesser! Kannst du dir vorstellen, dass jemand eine Bank mit einem Messer überfällt?“

Ich war mir ziemlich sicher, dass sie keine Antwort erwartete.

„Kommt öfter vor, als du glauben würdest… Und er weint. Er weint wie ein Kind. Tränen laufen aus seinen Augen und Rotz aus seiner Nase und er schluchzt laut. Er versucht, irgendwas zu sagen, aber es ist völlig unverständliches Gebrabbel. Ein paar von uns gehen zu ihm. Ich stehe ihm direkt gegenüber. Ich gebe Frank meine MP und strecke meine Arme aus. ‚Geben Sie mir das Mädchen’, sage ich, ‚dann ist es vorbei.’ Er schluchzt und weint und versucht mir was zu sagen, aber ich verstehe ihn nicht. ‚Lassen Sie sie los’, sage ich. Und dann fängt er an zu heulen. Richtig laut, wie ein Säugling, der hingefallen ist. Ich frage mich gerade, ob ich einfach zu ihm hingehen und ihm das Mädchen wegnehmen soll, als er plötzlich die Klinge über ihre Kehle zieht. Das Messer muss scharf sein, es schneidet tief in den Hals des Mädchens. Das Blut fließt wie Wasser. Der Mann lässt das Kind und das Messer fallen und fällt gleich danach selbst auf die Knie und heult und schluchzt weiter, und ich glaube, dass er so was sagt wie ‚Ich hab es nicht gewollt.’“

Ich habe ihr stumm und gefesselt zugehört. Sie machte das gut. Ich konnte nicht anders als zu denken, dass sie bestimmt eine erstklassige Zeugin abgeben würde. Ohne Kaugummi.

„Was hast du gemacht?“ fragte ich leise.

Sie zuckte die Schultern und lächelte ein resigniertes Lächeln.

„Ich bin zu ihm hingegangen, hab das Messer mit dem Fuß zur Seite getreten und hab ihn festgenommen. Ich habe seine Handgelenke gefesselt, aber nicht zu fest, dann habe ich ihm vorsichtig aufgeholfen, und ich habe sorgsam darauf geachtet, dass er sich nicht den Kopf an der Oberkante der Autotür stößt.“

„Sehr vernünftig“, sagte ich, weil mir nichts Besseres einfiel. Ich ärgerte mich ein bisschen, weil es eine ziemlich unpassende Bemerkung war.

Sie nickte und richtete sich ein bisschen auf. Sie stützte sich auf ihre Ellenbogen, um mich mit ihren großen blauen Augen anzusehen. Kennen Sie diese Momente, in denen einen jemand ansieht, und man erkennt, dass er völlig offen zu einem ist? Dass man viel mehr sieht als bloß sein Gesicht? Das war so einer, und in diesem Moment liebte ich Tanja. Ich kann Ihnen nicht erklären, wo das plötzlich herkam, aber in diesem Moment wusste ich, dass wir Seelenverwandte waren. Wenn auch auf ziemlich merkwürdige Weise, das kann ich nicht leugnen.

Und ich dachte, dass wir uns nicht mal seit zwei Tagen kannten und dass sie mich ausgewählt hatte, um über diese Sache zu sprechen. Dass sie dachte, keinen besseren Freund als mich zu haben. Das erweckte in mir kein Mitleid, wie Sie jetzt vielleicht denken, sondern Dankbarkeit. Ich versuchte mich zu erinnern, wann Hanna und ich uns das letzte Mal so angesehen hatten. Es gelang mir nicht.

„Was ist?“ fragte Tanja. „Noch das Mädchen?“

Ich schüttelte langsam meinen Kopf.

„Willst du mir von deiner Frau erzählen?“

Ich war überrascht, und doch wieder nicht, dass sie meine Gedanken erraten hatte.

„Woher weißt du, dass es da was zu erzählen gibt?“ fragte ich zurück, vor allem, um Zeit zu gewinnen.

Sie grinste schief und wackelte mit ihren Zehen.

„Ich habe einfach den unbestimmten Eindruck, dass du mit deiner Ehe unzufrieden bist. Vielleicht hängt das damit zusammen, dass ich im Bademantel in deinem Bett in deinem Hotelzimmer liege, aber vielleicht ist es auch bloß weibliche Intuition.“

Sie traf damit gewissermaßen den Nerv.

„Ich bin meiner Frau treu!“ sagte ich, ein bisschen heftiger, als nötig gewesen wäre.

Sie lächelte weiter und nickte, obwohl ihr Lächeln ein bisschen traurig wirkte. Aber vielleicht bildete ich mir das auch nur ein, weil ich selbst unglücklich war.

„Ich weiß“, antwortete sie ruhig. „Das ist gut. Wenn du nicht drüber reden willst, ist es auch in Ordnung“, fügte sie mit einem Schulterzucken hinzu.

„Eigentlich will ich. Aber ich weiß noch nicht, worüber genau wir da reden sollten.“

Sie nickte wieder. Ihre Rastazöpfe wippten ein wenig mit, aber nicht sehr, weil sie noch nass waren.

„Hast du schon mal mit einem Verdächtigen die Beherrschung verloren?“ fragte ich sie in einem weiteren Ablenkungsversuch.

Ich hätte wirklich gerne mit ihr über Hanna gesprochen. Ich hatte sonst niemanden, mit dem ich darüber reden konnte. Aber ich wusste wirklich nicht, was ich sagen konnte.

Tanja verstand mich. Sie legte ihren Kopf zurück und blickte nachdenklich zur Decke. Ich betrachtete dabei ihren Hals. Muskulöser als bei anderen Frauen, aber nicht unästhetisch. Wie ihr ganzer Körper. Man konnte ihre Kraft erkennen, aber es war nicht wie bei den Muskelfrauen, die man manchmal im Fernsehen sah, die meiner unmaßgeblichen Meinung nach wie ein Sack Nüsse aussahen.

„Einmal“, antwortete sie. Sie hob ihren Kopf wieder und warf mir ein Grinsen zu, das mich wieder ein bisschen an eine Raubkatze erinnerte, „Und Oh Gott, das hat sooo gut getan. Ist schon ein paar Jahre her. Nicht so ein Verrückter wie der heute. Er hat nicht mal was besonders Schlimmes gemacht. Er war ein Demonstrant bei irgend so einem Wirtschaftsgipfel in Bonn. Hatte einen großen Stein in der Hand. Ich hab ihm gesagt, er sollte das Ding hinlegen. Er hat den Stein in die Scheibe von einem Auto geworfen, und dann hat er sich zu mir umgedreht, die Hände in seine Hüften gestemmt und mich so dämlich angegrinst, weißt du, so ‚Und was willste jetzt machen, hä?’ Ich hab mich umgesehen, ob uns jemand zusieht, und dann bin ich zwei Schritte zu ihm gegangen und hab ihm den Kiefer gebrochen. Ich trug ja diese Zugriffshandschuhe, und wenn man mit Schwung die richtige Stelle trifft, ist das ganz einfach.“

„Tanja, mir graut vor dir.“

Sie lachte leise und zuckte die Schultern.

„Du hast gefragt.“

„Wie ist es weiter gegangen?“

„Naja, er war natürlich bewusstlos. Ich hab seine Hände gefesselt und ihn zu den Sanitätern getragen. Natürlich hatte er ein Messer, und er hat mich angegriffen. Ich hätte wahrscheinlich sogar einen Kollegen gefunden, der das bezeugt, aber der Kerl hat sich anscheinend nie beschwert.“ Sie sah versonnen auf ihre großen, kräftigen Hände hinunter und sagte schließlich: „Ich schätze, ich würd‘s heute nicht wieder so machen, aber es hat wirklich gut getan.“

Ich weiß nicht, was Sie von einem Anwalt erwarten, aber ich konnte sie gut verstehen. Und ich verzichtete darauf, ihr zu sagen, dass es natürlich weder moralisch richtig noch eine besonderes clevere Idee gewesen war. Ich hatte das Gefühl, dass ich jetzt bereit war.

„Ich glaube, sie liebt mich nicht mehr“, sagte ich, im festen Vertrauen darauf, dass Tanja wissen würde, wovon ich sprach.

Sie enttäuschte mich nicht.

„Wie kommst du darauf?“

Ich erzählte es ihr. Die ganze Geschichte. Bis zu dem Abendessen, der Nacht danach und dem Zettel am Morgen. Sie sagte nicht, was sie selbst davon hielt, sie hörte nur zu, und das war genau richtig so. Danach erzählte sie mir, was mit ihrer Nase passiert war. Anscheinend hatte sie vor ein paar Jahren einen Freund gehabt, der professioneller Boxer war und Probleme mit seinen Aggressionen hatte.

„Irgendwann hatten wir einen Streit, ich weiß gar nicht mehr, worum es ging. Wir hatten beide was getrunken. Er hat ein paar ziemlich fiese Sachen gesagt, und ich wohl auch, und irgendwann… Richtig mit der Faust.“ Sie lachte leise. „Er war noch viel mehr erschrocken als ich. Er stand da und starrte auf seine blutigen Knöchel und wurde ganz blass, und dann fing er an zu weinen. Das war gut für uns beide, ich hätte ihn nämlich sonst umgebracht, glaube ich. Ich hab ihm gesagt, dass er eine Küchenrolle holen sollte, weil mir das Blut nämlich nur so aus der Nase sprudelte, aber er murmelte immer nur, dass es ihm Leid tut, und er schluchzte und jammerte.“ Sie lachte wieder. „Das war echt merkwürdig. Das war das erste Mal in meinem Leben, dass ich einen erwachsenen Mann heulen gesehen habe. Ich musste ihn dann erst mal beruhigen, bevor er mich ins Krankenhaus fahren konnte. Nachdem sie mich da versorgt hatten, hat der Arzt mir dann so einen Vortrag gehalten über häusliche Gewalt und dass er mir raten würde Anzeige zu erstatten und so weiter. Ich musste mich richtig zusammenreißen, denn Lachen tat ziemlich weh mit der kaputten Nase…“ Sie hörte auf zu grinsen und blickte ein paar Sekunden kopfschüttelnd auf ihre Zehen. „Ich hab ihn danach nicht mehr angerufen, und er mich auch nicht, aber ich glaube, er hätte mich überreden können, wenn er’s versucht hätte.“ Sie zuckte die Schultern. „Ich hab wirklich ein paar ziemlich fiese Sachen gesagt. Und er war nicht so besonders gut mit Worten, was hätte er tun sollen? Außerdem… Naja, er war echt gut im Bett.“

Diesmal war ich derjenige, der nichts dazu sagte und einfach nur zuhörte. Und ich glaube, das war auch in diesem Fall genau richtig so. Obwohl es schon merkwürdig war. Manchmal sagen andere Menschen etwas, und man erkennt, dass sie völlig anders sind als man selbst. Geradezu unheimlich anders. Das war so ein Moment. Aber sonderbarerweise schuf das keine Distanz zwischen uns. Mir war ja schon immer klar gewesen, dass Tanja ein anderer Typ Mensch war als ich. Ich fand es eher interessant, wenn auch auf ziemlich bizarre Art.

 

Erst als ich am nächsten Morgen in meinem ziemlich zerknitterten Anzug erwachte und Tanja neben mir im Bett vorfand, fiel mir wieder ein, dass ich sie nach dem Stick hatte fragen wollen. Zu diesem Zeitpunkt erschien mir das aber gar nicht mehr so wichtig, und ich wollte sie nicht wecken, deswegen beschloss ich, noch ein bisschen damit zu warten. Interessanterweise lag sie da wie gemalt, so wie schlafende Menschen im Fernsehen oft aussehen. Sie lag auf dem Rücken, die Hände an ihren Seiten neben ihr und atmete flach und leise.

Ich wünschte, ich würde auch so schlafen, fürchte mich aber zu sehr vor der Wahrheit, um jemanden zu fragen, der es wissen könnte. Hanna jedenfalls schläft oft sehr unruhig. Sie wälzt sich von einer Seite auf die andere, setzt sich auf, legt sich wieder hin, und irgendwann fängt sie oft auch an, mich zu wecken und mir zu sagen, dass sie auf keinen Fall einschlafen kann, solange ich ihr so viel Platz wegnehme oder so schnarche oder sonst irgendwas.

Ich weiß nicht, was Sie jetzt deshalb von mir halten, aber ich blieb eine Weile liegen, um Tanja zu beobachten. Es gab nicht viel zu sehen, sie schlief wie ein Baby, aber es war beruhigend, ihr zuzusehen. Ihre entspannten Gesichtszüge, der halb geöffnete Mund, die ein wenig schiefe Nase. Ein irgendwie tröstliches Bild. Ich dachte daran, dass ihre Haare wahrscheinlich nicht im Gesicht kitzeln konnten, wenn man neben ihr lag. Der Gedanke schien mir bizarr genug, um in mir den Wunsch zu wecken, aufzustehen und die ganze merkwürdige Situation zu beenden.

Vielleicht sollte ich noch einmal klarstellen, dass wir einfach nur irgendwann in der Nacht eingeschlafen waren. Ich habe keine unanständigen Details übersprungen, es gab keine. Nur, um Missverständnisse auszuschließen.

Tanja stöhnte leise und drehte sich auf ihre Seite, von mir weg. Ich kletterte vorsichtig aus dem Bett und ärgerte mich über die Sache mit dem Anzug. Ich würde ihn jetzt reinigen lassen müssen, bevor ich ihn wieder tragen konnte, dabei hatte ich ihn erst vorgestern aus der Reinigung abgeholt.

Glücklicherweise habe ich vorsichtshalber immer einen zweiten kompletten Anzug bei mir, auch wenn ich nur für ein paar Tage weg bin. Ich öffnete die Tür zum Bad und schaltete das Licht ein.

Dann blieb ich kurz stehen, während ich überlegte, ob ich mir zuerst die Zähne putzen oder zuerst duschen sollte. Dabei fiel mir ein quaderförmiges kleines Päckchen in glänzendem Zellophan auf dem Fußboden auf. Es lag unter Tanjas Jeans, die sie gestern Abend zum Trocknen auf den Handtuchhalter gehängt hatte. Ich ging hin und hob es auf. Reval. Es war tatsächlich eine Schachtel Zigaretten. Hm.

Es ging mich natürlich überhaupt nichts an, aber dennoch wollte ich es wissen. Vielleicht kennen Sie das Gefühl. Wenn man einen Menschen gern hat und dann irgendeine Kleinigkeit über ihn herausfindet, die nicht zu dem passt, was man bisher zu wissen glaubte, dann lässt einem das keine Ruhe. Ich wollte sie fragen, aber wie? Es ging mich schließlich wirklich nichts an, und sie sollte nicht den Eindruck haben, dass ich ihre Sachen durchwühlte, um dann an ihren Gewohnheiten herumzunörgeln. Sie hatte gesagt, dass sie nicht rauchte.

Na und? Mir konnte das doch auch wirklich egal sein. Vielleicht hatte sie ja aufgehört. Würde die Kaugummis erklären.

„Ich habe mal geraucht“, sagte sie leise von der Tür aus.

Ich drehte mich zu ihr um, ein bisschen erschrocken, ein bisschen peinlich berührt.

„Die lagen hier auf dem Boden“, sagte ich schnell.

Sie lächelte und nickte.

„Schon gut. Ich hab die gestern Abend gekauft. Und dann bin ich zu dir gelaufen, damit ich sie nicht aufmache.“ Sie lachte leise. „Kannst du dir vorstellen, dass ich… Diese blöden Dinger schmecken überhaupt nicht, und sie sind ungesund, und das kann ich wirklich nicht gebrauchen, aber ich weiß, wenn ich gestern den ganzen Abend allein in meiner Wohnung gesessen hätte, hätte ich wieder angefangen. Ich versteh das selbst nicht.“

Sie sah die ganze Zeit auf die Schachtel, während sie sprach.

„Vielleicht würden sie dir helfen, von den Pralinen loszukommen“, sagte ich.

Sie zeigte mir den Mittelfinger, drehte sich um und ging zum Bett zurück.

„Wirf sie für mich weg, ja?“

Ich hatte gerade die Tür geschlossen, als sie rief:

„Nein, lass sie doch liegen. Ich muss damit selbst fertig werden.“

Ich zuckte die Schultern und legte die Packung auf das Regal neben dem Handtuchhalter. Ganz wie sie wollte. Ich war schließlich nicht ihr Vater. Obwohl ich es beinahe hätte sein können. Ich schob den Gedanken zur Seite.

Nachdem ich mir die Zähne geputzt und den frischen Anzug angelegt hatte, war ich bereit, über den Stick zu sprechen. Tanja kam mir zuvor.

„Wo ist der Stick eigentlich?“ fragte sie, kaum dass ich die Badezimmertür geöffnet hatte.

„Ja…“ sagte ich, „Genau darüber wollte ich jetzt auch mit dir reden. Was ist das für ein Stick, und warum genau habe ich ihn gestohlen?“

Sie lächelte.

„Du hast ihn nicht gestohlen.“

Sie saß auf dem Bett, und ich zog mir einen Stuhl heran und setzte mich ihr gegenüber.

„Wer von uns beiden hat die Befähigung zum Richteramt?“ fragte ich.

Sie zuckte ihre breiten muskulösen Schultern.

„Mit dem Stick wollte Svenson bezahlen, was er von dem anderen Kerl kaufen wollte. Ich habe einen Teil des Gesprächs mitgehört, und wenn ich sie richtig verstanden habe, kommt man damit irgendwie an viel Geld ran. Richtig viel Geld, meine ich. 50 Millionen Euro, wenn ich das richtig verstanden habe.“

Sie grinste mich dabei an, als erwartete sie, dass ich jubeln und sie umarmen würde. Ich atmete aus und blickte auf den Boden. Ich zählte innerlich bis drei. Dann sah ich wieder zu ihr auf. Bis gerade eben hatte ich es noch für möglich gehalten, dass sie einen vernünftigen Grund haben könnte. Es war schwer gewesen, es zu glauben, und mir war klar gewesen, dass es naiv von mir war, aber ich hatte es mir irgendwie einreden können. Aber das war jetzt auch vorbei.

„Du meinst, du hast… Du willst… Ich bin Anwalt. Du bist Polizistin. Und du erzählst mir, dass wir beide zusammen Geld von jemandem stehlen wollen, den du festgenommen hast und der mein Mandant ist? Tanja, bist du verrückt?“

Ich möchte nicht den Eindruck erwecken, aus rein moralischen Gründen dagegen gewesen zu sein. Ich bin auch nur ein Mensch, natürlich reizte mich der Gedanke an das Geld. Es war einfach so, dass ich keine Sekunde für möglich hielt, dass wir wirklich an die 50 Millionen Euro kommen könnten, ohne von irgendwem erwischt zu werden. Alleine schon, weil keiner von uns eine Ahnung hatte, was für ein Stick das war und was wir damit anfangen sollten. Außerdem war die Summe enorm genug, um unwirklich zu erscheinen.

„Naja, du musst nicht mitmachen“, sagte sie, fast ein bisschen trotzig.

Ich war sprachlos. Aber nur kurz.

„Ich bin schon dabei!“ rief ich. „Ich bin in diese Sache verwickelt, ob ich will oder nicht. Und du kannst doch nicht ernsthaft glauben, dass das niemandem auffallen wird! So eine Menge Geld vermisst jemand. Und jemand wird danach suchen. Mein Leben läuft zurzeit nicht ganz so, wie ich will, aber ich möchte es trotzdem noch eine Weile behalten! Und deines scheint doch auch ganz in Ordnung zu sein. Warum willst du das unbedingt ruinieren?“

Ich versuchte, so zu klingen, als würde ich es nicht ganz ernst meinen, um sie nicht zu beleidigen, aber eigentlich drückten meine Worte ganz gut meine Gefühle aus. Tanja hatte aufgehört zu lächeln. Ich sah wieder dieses lodernde Temperament irgendwo hinter ihren Augen, aber sie hatte es im Griff. Sie sah mich fest an, während sie antwortete.

„Ganz in Ordnung.“ Sie spie die Worte aus. „Ich verdiene ein Beamtengehalt, Besoldungsstufe A8 und 200 Euro Gefahrenzulage, weil ich im Kommando bin. Ich fahre ein gebrauchtes Auto, das ich wahrscheinlich in ungefähr drei Jahren abbezahlt habe. Ich bin nicht besonders klug, und ich bin nicht schön, und ich kann eigentlich nichts, außer dem, was ich tue. Ich hab einen Abiturschnitt von 3,3! Ich bin groß und stark, aber was zählt denn das schon in der Informationsgesellschaft, hm? Und jetzt habe ich diese Chance. Es ist meine erste, und es wird die einzige bleiben. Wenn du damit nichts zu tun haben willst, ist das OK, aber ich lasse mir das nicht entgehen.“

Ich erwiderte ihren Blick und dachte eine Weile nach, bevor ich sagte:

„Ich glaube, dass du einen Fehler machst. Tanja, wenn du Geldprobleme hast, gibt es bestimmt…“

„Ich habe keine Geldprobleme!“ rief sie.

Sie fuhr auf und blickte zu mir herunter. Ich musste meinen Kopf sehr weit in den Nacken legen, um ihr Gesicht sehen zu können. Ich überlegte auch aufzustehen.

„Du hast meine Wohnung gesehen“, sagte sie, „Abgesehen von der Miete und dem Auto habe ich keine Ausgaben. In fünfzehn Jahren bin ich zu alt für das Kommando, und sie versetzen mich an irgendeinen Schreibtisch, den ich hassen werde, weil ich an diesem Schreibtisch irgendeinen unnützen Job mache, den ich hassen werde, aber ich werde ihn nicht aufgeben, weil ich nichts anderes kann, und das werde ich hassen. Ich spare einen ganz ordentlichen Teil meines Gehalts, und ich habe inzwischen fast zwölftausend Euro zusammen. Wenn ich pensioniert werde, nach ein paar Beförderungen, sind es vielleicht hunderttausend, und dann kann ich mir eine Eigentumswohnung leisten, und ich fange an mit Nordic Walking, um in Form zu bleiben, und vielleicht treffe ich mich dann jeden Dienstag Abend mit fünf anderen rüstigen alten Damen zum Bridge und ab und zu machen wir alle zusammen einen Ausflug nach Dänemark und – verstehst du, wovon ich rede?“

Ich hatte während ihres Vortrags angefangen zu grinsen, und hätte ich mich nicht zusammengerissen, hätte ich vielleicht gelacht. Ich nickte. Und stand dann schließlich auch auf und trat zwei Schritte zurück, um mir keine Nackenschmerzen einzuhandeln.

„Ja. Aber ich glaube, dass das hier nicht der richtige Weg ist, etwas dagegen zu tun.“

Sie gestikulierte aufgebracht mit ihren Händen und funkelte mich mit ihren dunkelblauen Augen an. „Pfff… Ä, dä, ähm… Hast du mir zugehört? Was glaubst du, was ich machen sollte? Ich kann nichts, Konrad! Ich würde gerne Bilder malen oder Musik machen oder irgendetwas Kreatives tun statt Menschen niederzuringen und ihnen die Hände und Füße zu fesseln, aber ich kann das alles nicht.

„Ich möchte jetzt kein Besserwisser sein, aber das Geld wird nichts an diesen Dingen ändern, über die du dich beklagst.“

„Natürlich nicht!“ rief sie, „Aber ich kann dann tun, was ich will! Wenn ich den Stick zurückgebe, habe ich keine Wahl. Dann muss ich meinen Job behalten und eben so weiter leben und… Und nichts!“

Ich sah die Gier in ihren Augen. Sie wollte das Geld. Vielleicht war da auch ein bisschen Wut und Trotz und Enttäuschung, weil ich nicht so reagierte, wie sie sich das vorgestellt hatte. Manchmal sehen mich Mandanten so an, wenn ich ihnen sage, dass ich ihr Anwalt bin, nicht ihr Mittäter. Jedenfalls sah es nicht so aus, als würde es mir gelingen, sie zu überzeugen. Ich versuchte stattdessen, was ich bei den Mandanten auch immer versuchte: Ich versuchte, die Situation zu entspannen.

„Trotzdem kann dich niemand zwingen mit Nordic Walking anzufangen, wenn du nicht willst“, sagte ich grinsend.

Sie hob ihre Hände zum Himmel und stöhnte.

„Gib mir den Stick, und ich belästige dich nicht mehr damit. Ich versprech dir, dass ich deinen Namen nicht erwähne, wenn ich erwischt werde. Okay?“

„Ich halte das für falsch, Tanja.“

„Gib mir einfach den Stick.“

Ich seufzte. Und gab ihr den Stick. Ich würde später noch einmal versuchen, mit ihr zu reden. Jetzt hatte es keinen Zweck.

„Danke“, sagte sie.

Sie ging ins Badezimmer, um sich wieder anzuziehen, und ich wartete. Und dachte darüber nach, ob ich das Richtige getan hatte. Die Antwort scheint einfach. Natürlich hätte ich das nicht tun dürfen. Ich hätte den Stick behalten und der Polizei übergeben sollen wie ein guter deutscher Staatsbürger. Aber dann hätte ich Tanja verraten. Außerdem hätte ich sie gezwungen, sich zu entscheiden, ob sie einfach ohne den Stick gehen oder ihn mir mit Gewalt wegnehmen sollte.

Ich hatte ihre Augen gesehen, und ich glaubte zu wissen, welche Entscheidung sie getroffen hätte. Hätte ich ihr den Stick nicht gegeben, hätte sie ihn trotzdem bekommen. Dazu hätte ich noch unsere Freundschaft zerstört und mir wahrscheinlich ein blaues Auge und grässliche Kopfschmerzen eingehandelt.

Sie kam bald aus dem Badezimmer heraus. Ihre Sachen waren noch feucht, aber nicht mehr so klatschnass wie am Abend.

„Ich muss jetzt zum Dienst“, sagte sie. Sie klang unsicher.

Ich nickte und lächelte ihr zu.

„Viel Glück mit deinem Plan“, sagte ich.

Sie trat ein paar Schritte an mich heran. Sehr nah. Zu nah. Meine Nase berührte beinahe ihre Schulter. Ich trat einen Schritt zurück, spürte die Wand hinter mir. Sie folgte. Ich blickte zu ihr auf.

„Du…. würdest niemandem von dieser Sache erzählen, oder?“ fragte sie.

Ich brauchte einen Moment, um den Tonfall in ihrer Stimme zu erkennen. Aber ich glaubte es nicht so recht. Sicher hatte ich sie falsch verstanden. Ich brachte ein Lachen heraus, das sogar ziemlich echt klang.

„Nein, natürlich nicht. Unser kleines Geheimnis.“

„Gut. Dann bis später mal.“

Sie wandte sich brüsk ab und ging. Ich stand noch eine ganze Weile da und starrte die Tür an. Tanja hatte mir sicher nicht drohen wollen, dachte ich. Wir waren doch schließlich Freunde.

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13 Responses to Eine Riesenmenge Geld (10)

  1. Günther sagt:

    1. Ja, gefällt mir. Man muss sich vielleicht überlegen, zu welchen Anlässen man es tragen kann, aber von der Idee her schön. Hast du das T-Shirt mal so gesehen oder hast du dir das ausgedacht?
    Besonders schön natürlich in Zusammenhang mit dem Inhalt der Szene.

    2. Vielleicht erzählt sie ein kleines Bisschen viel. War zwar nicht direkt langweilig beim Lesen, aber man erfährt dann doch nicht soo viel neues über sie, als dass man die Geschichten wirklich alle gebraucht hätte. Die Geschichte mit dem Mädchen finde ich auch ein Bisschen drastisch dafür, dass sie die Handlung nicht wirklich steil nach vorne bringt.

    3. Tiefer, breiter, härter… oder so.

    4. Ja, das konnte ich mir gut vorstellen.

    5. Hab ich ihr jetzt erstmal so abgenommen.

    6. Sah für mich stark danach aus. An der Stelle wenn ich darf nochmal was zu Konrad: Hält er sich jetzt für einen Freund von Tanja? Also ich finde, so ohne Weiteres hätte er ihr den Stick nicht geben sollen, gerade als Freund. Und wenn sie 5 Meter groß wäre… die Entscheidung, ihn sich mit Gewalt zu holen, muss dann sie treffen. Auch diese Drohgebärden. Das wär ja das Letzte, was ich mir von einem Freund gefallen lassen würde.
    Hmm… also vielleicht ist sein Verhalten ja in verschiedener Hinsicht besser und macht vor allem auch für die Handlung viel mehr Sinn, aber für mein persönliches Bauchgefühl wäre es schön, wenn er hin und wieder mal ein Bisschen Contra geben würde.

  2. Muriel sagt:

    @Günther: 1. Ich glaube, dass mir das irgendwann mal so eingefallen ist. Aber ich bin mir, um unnötig ehrlich zu sein, nicht mehr ganz sicher.
    2. Ja, habe ich auch schon mal gedacht. Ich überleg’s mir. Danke sehr!
    6. Du darfst immer, gerade auch zu Konrad.
    Ich habe den mit Absicht sehr passiv geschrieben, aber die Idee dahinter war natürlich nicht, dass es einfach nur für die Handlung praktisch sein soll.
    Da sich aber mehr und mehr hier die Meinung durchzusetzen scheint, dass er insgesamt zu langweilig rüberkommt, werde ich seine Rolle noch einmal überdenken. Auch dafür noch mal vielen Dank!

  3. Zaphod sagt:

    1. Ich würde es selber nicht tragen, nicht mein Stil. Aber zu Tanja passt es.

    2. Nein, aber auf die Messerszene hättest Du gerne verzichten können.

    3. Nicht wirklich, es hat mich nur in meiner Meinung über sie bestärkt, genau wie Punkt 6. Polizeiroboter mit Hang zur Gewalt und anscheinend gestörtem Selbstbewusstsein. Wenn auch nicht unattraktiv.

    4. Ja, mag sein das Konrad das so empfunden hat. Ob das bei Tanja auch so ist?

    5. Ja, spielt aber keine Rolle. Man kann gerade in Stresssituationen schnell mal wieder anfangen wenn es noch nicht lange her ist.

    6. Es sah nicht so aus, als ob sie ihn zum Abschied küssen wollte. Freundschaft? Wenn er meint sich verliebt zu haben trübt das wahrscheinlich ein wenig die Wahrnehmung.

    7. noch ein paar zusätzliche Anmerkungen:
    Sind die in der Schweiz respektive Luxemburg inzwischen drauf gekommen USB Sticks statt CDs zu nutzen? Das könnte man sicher zu Geld machen, bei allen anderen Informationen in diesem Preisbereich dürfte man als Amateur gnadenlos scheitern, da schon die Anzahl potenzieller Interessenten sehr begrenzt sein dürfte. Kleinanzeigen fallen da aus.
    Ich hätte mir das Ding schon längst angesehen, noch bevor Tanja auftaucht, aber was Informationen angeht ist Konrad nicht sehr neugierig, egal ob Zettel oder USB Sticks. Für einen Anwalt find ich das irgendwie seltsam.

    Juchei, ich hab aufgeholt. Wann ist wieder Freitag? Ach, war grad.

  4. Muriel sagt:

    @Zaphod: 2. Vielleicht mache ich das dann in Zukunft auch.
    4. Zu der Frage kommt bald noch was. Tanja ist auf ihre Art eben auch manchmal ein bisschen komisch…
    7. Ich bin auch gespannt, was ich mit dem Stick mache. Das ganze System ist mir noch nicht richtig klar. Aber ich habe auch noch ein paar Kapitel, bevor ich mich festlegen muss.
    Willkommen in der Gegenwart und danke fürs Mitlesen!

  5. Andi sagt:

    1. I luv it. Irgendwie kommt mir auch der Satz bekommt vor…

    2. Ich glaube ja, dass Tanja bei der ein oder anderen Geschichten, sagen wir mal, die Wahrheit etwas dehnt. 🙂

    3. Ich liebe sie jetzt noch mehr. Und ich mein das wirklich ernst.

    4. Das ist ja fast schon ein philosophischer Ansatz. Aber ich verstehe, was er meint und ich würde ihm beipflichten. Ich würde sogar meinen, dass das grundsätzlich so ist.

    5. Ja. Weichei. 🙂

    6. Ach, naja, es ist halt eine seltsame Freundschaft. Ich glaube nicht, dass Tanja Konrad ernsthaft verletzen will, egal, auf welche Art.

  6. Muriel sagt:

    @Andi: 2. Du glaubst, sie würde Konrad anlügen? Na…
    3. Ich denke, du wärst nicht ihr Typ. (Was du bitte nicht als Beleidigung auffassen solltest, ich wäre es garantiert auch nicht.)
    6. Wenn das mal für eine Freundschaft reicht…

  7. Andi sagt:

    @Muriel:
    2. Ja, glaub ich. Aber ich hab nicht gesagt, ich würde das schlimm finden.
    3. Ich werde versuchen, damit klarzukommen.
    6. Reicht mit Sicherheit nicht. Aber ich bin mir auch nicht sicher, ob Tanja viel mehr geben kann für eine echt Freundschaft. Dafür ist sie möglicherweise am End´ doch zu egoistisch und selbstsüchtig?

  8. Chlorine sagt:

    1. Gutes Motiv, aber für mich brauchst du es trotzdem nicht in Serie drucken lassen. 😉

    2. In meinen Augen erzählt sie weder zu viel, noch ist es uninteressant. Im Gegenteil. Jede Extra-Geschichte bringt sie mir näher. Auch die Geschichte mit dem Messer und dem Mädchen ist wichtig; 1. da sie damit zu Konrad kommt und 2. da die zum Teil furchtbaren Dinge, die ihren Arbeitsalltag bestimmen, sie zu dem machen, was sie ist.

    3. Mein bestehender Eindruck hat sich eigentlich nur vertieft.

    4. Ja.

    5. Ich denke schon. Konrad ist ein guter Beobachter und der Geruch wäre ihm sicher aufgefallen.

    6. Zumindest nicht so, wie ihrem Schwager. Sie weiß um die Wirkung ihrer Statur und was sie tun muss, um etwas zu bekommen.

    Habe mich wieder sehr unterhalten gefühlt. 🙂

  9. Muriel sagt:

    @Chlorine: 1. Da hätte ich nun gedacht, gerade für dich könnte das was sein…
    2. Danke, das freut mich. Ein bisschen Bestätigung hin und wieder ist doch auch mal schön.

  10. Guinan sagt:

    Bei deinen Fragen schließe ich mich der Einfachheit halber Chlorine an, ich sehe das ganz ähnlich.

    „Vielleicht sollte ich noch einmal klarstellen, dass wir einfach nur irgendwann in der Nacht eingeschlafen waren. Ich habe keine unanständigen Details übersprungen, es gab keine. Nur, um Missverständnisse auszuschließen.“

    Über diesen Absatz musste ich haltlos kichern, ich glaube nicht, dass du diese Wirkung erzielen wolltest.

  11. Muriel sagt:

    @Guinan: Naja. Ich habe das nicht mit dem Hintergedanken geschrieben, Guinan damit zum haltlosen Kichern zu bringen, aber ein bisschen komisch sollte es schon sein. Insofern freue ich mich über deine Reaktion, auch wenn der Humor offenbar unfreiwillig wirkt.

  12. madove sagt:

    1. Die Idee und der Spruch ist gut, ich würde aber nie mit einem hässlichen Rottweiler auf der Brust rumlaufen wollen, auch wenn der Spruch gut ist.

    2. Niemand kann zuviel erzählen. (Solang es kein oberflächliches Geschwätz ist, sondern Sachen, die was über sie aussagen, ihr was bedeuten und sie verändert haben. Finde ich.)
    Ich hab darunter gelitten, weil ich über den Stick reden wollte, und es kam mir absurd vor, daß keiner der beiden das tut, aber in einer Weise, wie mir auch die Realität absurd vorkommt, und deshalb sehr glaubwürdig.

    3. Ich weiß nicht. Mein Bild von Tanja ist immer noch sehr offen und widersprüchlich, wie ich in einem der früheren kapitel mal geschrieben habe. Aber es paßt alles immer noch rein.

    4. Ja. Eins der spannendsten Gefühle gegenüber Leuten, das ich kenne.

    5. Ja. Viele Raucher hören oft mit dem Rauchen auf.

    6. Ja. Vielleicht, ohne sich dessen völlig bewußt zu sein.

  13. Muriel sagt:

    @madove: Keoni mag auch keine Rottweiler. Ich find die irgendwie nett. Immerhin nicht so ete-petete wie die blöden Dobermänner…
    5. Interessante Bemerkung.

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