Fällt jemandem noch ein dummes Wortspiel mit „Bali“ ein?

Den ersten Teil dieses Reiseberichts hatte ich damit abgeschlossen, dass wir in Ubud am Abend hungrig vor dem Tempel standen. Unser Reisebericht hatte uns ein Restaurant namens Batan Waru empfohlen, das neben schmackhaften balinesischen Gerichten auch ein besonderes Dessert namens Klappertart zu bieten hatte. Eine Mahlzeit mit so einem lustigen Namen wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen, und so machten wir uns auf den Weg in die Dewi-Sita-Straße, von der die Einheimischen trotz allem jeden Zusammenhang mit dem Wortvogel leugnen. Das kann doch aber kein Zufall sein, oder?

Egal.

Das Essen war wirklich fantastisch. Ich hatte einen für Bali typischen Fisch, dessen Name mir gerade entfallen ist, mit einer sehr leckeren fruchtig-scharf-würzigen roten Soße und natürlich Reis, und obwohl wir schon einigermaßen satt war, wollten wir doch von unserem Vorsatz nicht ablassen, die Klappertart zu probieren und baten deshalb um die Dessertkarte. Es war ein Desaster. Wir wollten das alles. Nach langer Reflexion und Diskussion entschieden wir uns schließlich für vier der Nachtische, so schwer es uns auch fiel, und sie waren alle köstlich, obwohl ich zugeben muss, dass wir den schwarzen Reis durchaus auch hätten weglassen können, der war am wenigsten fantastisch, was aber wirklich nicht viel heißt.

So. Das war unser erster Ausflugstag. Hatte ich eigentlich schon geschildert, wie das im Camp lief? Hatte ich nicht, glaube ich. Das war so: Wenn man – anders als Keoni und ich – ein bisschen auf Krawall gebürstet ist, könnte man durchaus der Meinung sein, dass das Camp in mancher Hinsicht eine Unverschämtheit war. Es gab nicht nur anders als auf der Website angekündigt an zwei Tagen in der Woche kein Abendessen dort (War für uns kein Problem, weil wir sowieso lieber auswärts gegessen haben.), es war außerdem noch jeden Montag Surfpause, obwohl die Website tägliche Ausflüge versprochen hatte. War für uns aber auch kein Problem, weil wir ohnehin auch Bali besichtigen wollten. Von dem ersten Montag habe ich euch gerade erzählt, und für den zweiten Montag hatten wir auch einen kleinen Ausflug geplant.

Weil wir schon hin und wieder versucht hatten, Mitreisende zu finden, die anderen aber offenbar weniger Interesse an Tempeln und Reis hatten als wir, waren wir durchaus entzückt, an diesem zweiten Montag vor dem Ausgang des Camps eine sympathische Spanierin vorzufinden, die in der Nacht zuvor angekommen war und dort zu ihrer gelinden Enttäuschung erfahren hatte, dass gleich ihr erster Tag auf eine Pause fiel und sie sich selbst überlegen musste, wie sie sich die Zeit vertreiben wollte. Immerhin hatte sie jemand noch freundlicherweise darauf hingewiesen, dass wir bereits Pläne hatten, und so fragte sie, ob sie uns begleiten durfte. Sie durfte, und wir verstanden uns eigentlich auch von Anfang an ganz gut, nachdem geklärt war, dass wir alle die blöden Affen in den Tempeln nicht ausstehen konnten, und davon aber trotzdem nicht abschrecken lassen wollten.

Und wir waren sogar so furchtlos, dass wir nach einem kurzen Abstecher nach Seminyak für ein Mittagessen und einen Strandspaziergang sogar noch einen Tempel besucht haben, obwohl die verwünschten Viecher Keonis Sonnenbrille gestohlen hatten. Wir hatten aber auch keine Wahl, denn Tanah Lot ist weltberühmt und sozusagen der Tempel auf Bali, den man auf keinen Fall verpassen darf. Trotzdem waren wir ein bisschen überrascht von der disneylandhaften Aufmachung mit großen Toren und zahllosen kleinen Ständen und Buden, die den Weg dorthin säumen. Der Tempel selbst war aber wirklich sehenswert.

An unserem letzten Ausflugstag fuhren wir in die Hauptstadt Balis, Denpasar, obwohl man uns von allen Seiten abgeraten hatte, denn die Stadt sei langweilig und hässlich. Fanden wir aber eigentlich gar nicht.

Unser Weg führte uns vom balinesischen Volkskundemuseum vorbei an einer balinesischen Tankstelle

zu einem sehr urigen balinesischen Markt, auf dem wir immer wieder trinkgeldorientierte Fremdenführer mit teilweise beklagenswerter Zahnhygiene abschütteln mussten, um uns frei bewegen zu können.

Auf diesem Markt entdeckten wir aber nicht nur jede Menge tote Hühner, sondern außerdem noch eine Frucht namens Salak, von der wir zuvor nie gehört hatten, die uns aber vorzüglich mundete und von der wir uns für den Rest des Urlaubs einen größeren Vorrat anlegten.

Wenn man die schuppige Schale abgenommen hat, sieht das Ganze ein bisschen aus wie eine große Litschi, und es ist auch ein größerer schwarzer Stein drin, die Salak schmeckt aber ganz anders. Das Fruchtfleisch ist fester und erfrischend säuerlich, ein kleines bisschen wie ein Apfel, aber interessanter. Sollte jemand von euch wissen, wie man in Deutschland an sowas ran kommt, wäre da durchaus im Gegenzug ein Gastbeitrag drin.

So. Das war unser Urlaub 2010, und ich hoffe, ich konnte euch vermitteln, wie umwerfend gut er uns gefallen hat. Vielleicht lasse ich euch ja beim nächsten Mal abstimmen, wo es hingehen soll. Naja. Hm. Vielleicht auch nicht.

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11 Responses to Fällt jemandem noch ein dummes Wortspiel mit „Bali“ ein?

  1. rebhuhn sagt:

    wegen der frucht frage ich mal meine mutter ^^, die weiß sowas manchmal. und bali wird immer geiler, je mehr du davon schreibst. keine ahnung, wieso ;). danke für die tollen berichte!

  2. Muriel sagt:

    @rebhuhn: Danke für das Lob. Ich kann die Insel auch durchaus empfehlen, unter den Einschränkungen, die schon im Bericht stehen. Und man sollte natürlich unbedingt über Singapur hinfliegen.

  3. Elmo sagt:

    Gefunden!
    Fernöstliche Früchte, Gemüse und Nüsse kann man hier käuflich erwerben: http://tropenkost-shop.de/tropische-fruechte?limit=all.
    Neben der gesuchten Salak findet sich hier auch die allseits beliebte Durian (Warnhinweis beachten).

  4. Muriel sagt:

    @Elmo: Vielen Dank! Du hast jetzt natürlich nicht viel davon, weil ich dir sowieso schon ein Gastbeitragsangebot gemacht hatte, aber ich weiß deine Hilfe jedenfalls zu schätzen.

  5. rebhuhn sagt:

    also äh tja. meine eltern wohnen [bekanntlich?] in oldenburg und dort gibt es einen großhandel namens FEGRO. den gibt’s in ganz deutschland, wie ich gerade auf deren webseite sah. jedenfalls hat sie dort für 1.48 euro eine 114g-schale mit salaks gekauft ;). du mußt also nicht wirklich bestellen.. bekäme ich jetzt wirklich einen gastbeitrag von dir, wenn ich wollte 😉 o_O?

  6. Muriel sagt:

    @rebhuhn: Unter uns gesagt: Den bekommt fast jeder, der nett darum bittet, und dem es nichts ausmacht, wenn ich den Beitrag auch hier veröffentliche.
    Möchtest du gerne?
    Ich danke dir auf jeden Fall für den Tipp und hoffe, dass es deiner Mutter schmeckt.

  7. maxi sagt:

    Ich muss meinem Vorschreiber zustimmen. Auch ich bekomme immer mehr Lust, mit Bali mal selber anzuschauen, je länger ich hier lese. Vielleicht sollte ich das mal mittelfristig in Angriff nehmen. Danke für deine Reiseberichte.

    Hier noch der Versuch eines Wortspiels (und gleich ein neuer Reisetipp):
    von Bali gehts nach Mali.

  8. Muriel sagt:

    @Maxi: Gern doch, danke für dein Lob, und den Reisetipp. In Mali war ich noch nicht.

  9. rebhuhn sagt:

    ob’s meiner mutter schmeckt, weiß ich in ein paar tagen. – möchtest du gerne? klingt ein bißchen – ichweißnicht – .. distanziert? sagen wir mal so: ich wäre interessiert daran, einen gastbeitrag von dir zu bekommen, den du als auf meinen blog passend betrachtest und der nicht meta ist ;). wenn du auf die art und weise magst, würde ich mich freuen :)! [abstimmung werwiewaswannwarumundobüberhaupt gern per mail.]

  10. Andi sagt:

    Du willst ein Wortspiel? Du kriegst ein Wortspiel!

    Ich hab nach dem Lesen eurer Bali-Restaurant-Erfahrungen so viel Hunger gekriegt, ich ess jetzt erstmal ein Balisto.

  11. Muriel sagt:

    @rebhuhn: Mail ist unterwegs.
    @Andi: Oha. Ja, das war gut, das tut genau an der richtigen Stelle weh…

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