Eine Riesenmenge Geld (18)

Passend zur Adventszeit habe ich heute für euch die bisher gewalttätigste Szene unseres kleinen Fortsetzungsromans. Ich hoffe, sie gefällt euch. Ho, ho ho, ihr wisst schon.

Viel Spaß, und schönes Wochenende!

Was bisher geschah

Im ersten Kapitel haben wir Konrad kennengelernt, einen Hamburger Anwalt, der von seiner Frau betrogen wird, und Tanja, eine SEK-Beamte in Düsseldorf, die perfekt einen wütenden Dobermann nachahmen kann.
Im zweiten Kapitel lernen Konrad und Tanja einander kennen und verabreden sich zum Essen.
Im dritten Kapitel essen sie miteinander und fahren zu Tanja nach Hause.
Konrad betritt im vierten Kapitel Tanjas Wohnung, und die beiden beschließen, Freunde zu sein. Am nächsten Tag ruft sie ihn an und bittet ihn, sie noch einmal zu besuchen.
Im fünften Kapitel hilft Konrad Tanja bei einer Konfirmationskarte und bekommt ein Buch geschenkt. Danach fährt er nach Hause und kocht für seine Frau.
Im sechsten Kapitel besucht Tanja die Konfirmationsfeier und schenkt ihrem Neffen das Leatherman Multitool, das ihr gar nicht gehört.
Konrad und Hanna sprechen im siebten Kapitel über ihre Ehe, und Hanna gesteht, dass sie schwanger ist.
Im achten Kapitel sanieren Hanna und Konrad ihre Beziehung, und Tanja hasst den Bus.
Im neunten Kapitel erfolgt der Zugriff, und Konrad stiehlt ein Speichermedium.
Im zehnten Kapitel besucht Tanja Konrad in seinem Hotel, und sie verbringen die Nacht miteinander. Platonisch natürlich.
Im elften Kapitel wird Konrad erst von einem sonderbaren kleinen Asiaten bedroht, und dann von Tanja. Im Aquazoo.
Tanja fährt nach Hamburg und lernt Hanna im zwölften Kapitel kennen.
Im 13. Kapitel wird Konrad entführt, und Hanna nimmt Tanja mit nach Hause.
Im 14. Kapitel wacht Konrad auf, und Tanja kauft Zigaretten. Sie raucht sie aber nicht.
Stattdessen spinnt sie im 15. Kapitel eine Intrige, und lernt Ossip kennen.
Er führt sie im 16. Kapitel dahin, wo Konrad gefangen gehalten wird.
Im 17. Kapitel versucht sie, Konrad zu befreien und fällt dabei selbst in die Hände seiner Entführer.

Was heute geschieht

Konrad

Am Anfang war es durchaus zum Fürchten. Dann schon beinahe komisch, und am Ende fast ein bisschen peinlich. Gerade hatte sie noch tapfer zu scherzen versucht, und dann fing sie plötzlich an zu kreischen. Sie zappelte herum, trat gegen die Metallwand unseres Gefängnisses, rasselte mit ihren Ketten und schrie wie eine schottische Todesfee. Nicht, dass ich mal eine gehört hätte. Ihre heisere Stimme erreichte sich überschlagend schrille Tonhöhen, die ich ihr niemals zugetraut hätte.

Zunächst konnte ich keine einzelnen Worte heraushören, aber während Tanja sich allmählich ein bisschen beruhigte, verbesserte sich ihre Artikulation. Sie bedachte unsere Gefängniswärter mit einigen zunehmend einfallsreichen Tiernamen, bezichtigte anschließend zunächst sie selbst und dann ihre Eltern der Unzucht mit einer Reihe der zuvor schon genannten Tiere. Glücklicherweise hatte ich bereits genug Zeit mit dem Malaien verbracht, um mir sicher zu sein, dass er sich von derlei Kindereien nicht provozieren lassen würde.

Erst als Tanja die Luft auszugehen und ihre ohnehin schon recht heisere Stimme noch deutlich weiter auszufransen begann, stieg allmählich eine zusammenhängende Absicht aus der Tiefe ihrer Frustration und Wut auf.

„Kommt her, ihr blöden Pferdeficker!“ rief sie. Oder schrie sie. Sie wollte schreien, aber sie konnte nicht mehr. „Kommt her und holt euch, was ihr wollt. Kommt schon!“

Ich fragte mich, ob es eine gute Idee wäre, sie zu bitten sich zu beruhigen. Immerhin war sie gefesselt, ich war also nicht in Gefahr. Trotzdem entschied ich mich dagegen. Sie wusste sicher viel besser als ich, wie man sich in solchen Situationen zu verhalten hatte.

Sie schrie und fluchte noch eine Weile weiter, während ich versuchte, nicht zu genau hinzuhören und die körnigen, schmierigen, übelriechenden Flüssigkeiten zu ignorieren, die den Boden unserer Zelle bedeckten.

Tatsächlich erschienen unsere Entführer, wenn auch erst nach einer langen Anstandsfrist, die mir wie eine halbe Stunde schien. Dem Öffnen der Luke gingen diesmal keine gongenden Schläge voraus. Ich nahm an, dass der große kantige Neuankömmling sie entweder repariert hatte, oder über genug Kraft verfügte, um sie ohne vorbereitende Schläge zu öffnen. Vielleicht öffneten die beiden sie auch gemeinsam. Ich kniff meine Augen zusammen, bevor das grelle Leuchtstofflicht sich über uns ergoss, aber das grelle Licht kam nicht. Als ich meine Augen wieder öffnete, sah ich als etwas helleren dunkelblauen Kreis in der Schwärze um mich herum die kreisrunde Öffnung und davor die Schemen zweier Gestalten, eine groß und breit und kantig, die andere klein und zierlich.

„Sie haben Ihre Attitüde ein wenig angepasst“, sagte die leise klare Stimme des Malaien. „Das ist ein guter Anfang. Aber ich fürchte, dass uns das Schlimmste noch bevorsteht, habe ich Recht?“

„Haben Sie.“

Tanjas Stimme war noch immer brüchig, aber es war nichts mehr von dem hysterischen Zorn darin, den sie zuvor gezeigt hatte. Sie schien sich wieder völlig beruhigt zu haben.

„Frau Berger“, sagte der kleine Malaie langsam und deutlich, „Ich will nicht mit meiner Empfindsamkeit kokettieren, wenn ich Ihnen sage, dass ich Ihnen die Information, die ich brauche, nur sehr ungern mit Gewalt entlocken würde. Ich meine das völlig ernst. Ich kann Sie gut genug einschätzen, um sicher zu sein, dass es ein sehr langwieriger und unerfreulicher Prozess wäre.“

Er sprach nicht weiter. Und Tanja antwortete nicht. Die Stille dehnte sich, und mir schienen fast zehn Minuten vergangen zu sein, als sie schließlich sprach.

„Würden Sie es denn überhaupt selbst machen, oder ist das Ossips Aufgabe?“

„Es spielt keine Rolle“, erwiderte der Malaie ohne Zögern. „Es schmerzte mich nicht weniger, nur weil ich es nicht selbst täte. Wir sind beide mit den erforderlichen Techniken vertraut, Frau Berger, und Ihnen muss klar sein, dass Sie es uns sagen werden. Es wird gewiss sehr lange dauern, Sie werden tapfer sein, aber Sie werden es uns sagen. Und Sie werden nichts gewinnen durch die Zeit davor. Es wird eine sehr leidvolle Zeit für uns alle werden, Frau Berger.“

„Sie können sich Ihr Leid…“

Er unterbrach sie. Ich glaube nicht, dass Tanja sich von vielen Menschen unterbrechen ließ, aber die leise messerscharfe Stimme des Malaien erstickte die ihre ohne Mühe.

„Ossip und ich“, sagte er, „sind Männer, die vielen unschuldigen Menschen Schmerz zugefügt haben. Unfassbaren Schmerz. Wir haben darunter gelitten. Wir haben diesen Schmerz gefühlt. Und es dennoch getan. Aber mit jedem Tropfen unschuldigen Blutes, das wir vergießen, und mit jedem Schmerzensschrei und jeder Bitte um Gnade, die wir nicht erhören, verlieren wir einen Teil unserer Seelen. Deshalb bitte ich Sie, Frau Berger, sprechen Sie jetzt mit mir, und ersparen Sie uns allen den Schmerz.“

„Sie spekulieren auf mein Mitgefühl mit Ihnen? Denken Sie noch mal nach.“

„Wir haben Ihre Ressentiments verdient. Ich verstehe Sie gut. Deshalb werde ich Ihnen noch ein wenig Zeit lassen, um über unsere Situation nachzudenken. Ich würde Ihnen gerne sehr viel Zeit geben, aber das kann ich nicht. Unsere Klienten erwarten baldige Resultate von uns, und Sie können sich sicher vorstellen, dass unsere Klienten nicht die Art Mensch sind, die man enttäuschen sollte.“

Der kleine Mann, den ich nur schemenhaft erkennen konnte, wandte sich ab und tat einen Schritt auf die Tür zu.

„Warten Sie“, sagte Tanja. „Ich habe einen Vorschlag für Sie.“

Der Malaie blieb stehen.

„Wir kämpfen um den Stick. Sie und ich. Ein Gottesentscheid, hm? Was meinen Sie?“

Der Malaie drehte sich wieder zu uns um.

„Sie werden sicher erkennen, warum ich dem nicht zustimmen kann.“

„Weil Sie mir knapp bis zu den Knien reichen?“

„Das ist ein Grund, ja.“

„Tu es nicht“, sagte eine tonlose Bassstimme, die der breiten kantigen Form im Hintergrund gehören musste.

„Ich finde, das wäre die sauberste Lösung, meinen Sie nicht auch?“ sagte Tanja. „Ein Gewinner, ein Verlierer, eine klare Entscheidung, und keine einzige Seele geht verloren.“

„Tu es nicht“, sagte der Bass aus dem Hintergrund wieder.

„Ihre Idee hat durchaus ihre Vorzüge“, sagte der Malaie. „Aber es bleibt dieser gravierende Nachteil, dass Sie mich mit einer Hand in zwei Stücke reißen könnten, und deshalb kann ich leider nicht zustimmen.“

„Tu es nicht.“

„Ach kommen Sie!“

Ich konnte an Tanjas Stimme hören, dass sie sich ernsthafte Hoffnungen machte. Sie glaubte, dass sie ihn im Grunde schon überzeugt hatte. Und der kantige Schatten schien das auch zu befürchten.

„David gegen Goliath“, sagte Tanja, „Davon haben Sie doch sicher schon gehört. Jeder weiß, wie das ausgeht.“

Vielleicht seufzte der Malaie leise, vielleicht atmete er nur tief.

„David, Frau Berger, hatte Gott auf seiner Seite.“

„Und Sie haben Ossip.“

„Tu es nicht“, sagte die monotone Bassstimme ohne jeden Nachdruck, obwohl der so gut zu der Situation gepasst hätte.

Der kleine Mann wandte sich kurz ab und trat näher an den anderen heran, um sich kurz mit ihm auszutauschen, zu leise, als dass ich es hätte verstehen können.

Nach kurzer Zeit kehrte er wieder zu uns zurück.

„Vielleicht können wir einen Kompromiss finden“, sagte er. „Sie bekommen Ihren Kampf, wenn Sie mir einen Vorteil zugestehen.“

„Sie meinen, das brauchen Sie? Gegen ein Mädchen?“

Tanja klang, als unterdrückte sie ein Lachen. Sie schien das hier für den Moment richtig zu genießen. Gut für sie. Wenn sie hoffte, den Malaien mit Geschlechterstereotypen manipulieren zu können, hatte sie sich getäuscht.

„Sie werden Handfesseln tragen.“

„Was?“ rief Tanja, „Sie wollen mich fesseln? Das ist nicht Ihr Ernst! Niemals.“

„Tu es nicht“, sagte der kantige Mann im Hintergrund.

Der Malaie schwieg. Er musste nicht lange warten, bis Tanja es nicht mehr aushielt.

„Warum sollte ich das tun?“

„Die Situation lässt Ihnen keine Wahl, Frau Berger. Dies ist mein Angebot, und Sie werden kein besseres bekommen.“

„Tu es nicht“, sagten der kantige Mann und ich fast völlig synchron. Nur dass meine Stimme nach Furcht und verzweifelter Warnung klang, und seine nach der Zeitansage.

„Hinter meinem Rücken oder vor mir?“

„Tanja! Nein!“

Der kleine Malaie zögerte für ungefähr zwei Sekunden, bevor er antwortete.

„Hinter Ihrem Rücken.“

Ich hörte Tanja schlucken. Nicht so laut wie eine Zeichentrickfigur, aber ich konnte es hören.

„Tu es nicht.“

„Vor mir“, sagte sie, „Ich kann ja sonst nicht mal richtig mein Gleichgewicht halten, wie stellen Sie sich das vor?“

„Hinter Ihrem Rücken“, wiederholte der Malaie leise.

Tanja seufzte leise.

„Aber mit Plastikfesseln, diese albernen Ketten sind zu schwer.“

„Plastikfesseln können Sie haben“, sagte der Malaie.

„Und Ossip ist nicht dabei. Der Deal ist, wenn Sie gewinnen, kriegen Sie den Stick, und wenn ich gewinne, behalten wir ihn und sind frei. Kein Grund, aus dem Ossip daneben stehen muss.“

„Ossip ist nicht dabei“, stimmte der Malaie zu.

„Einverstanden.“

Ich konnte es nicht glauben. Es war auch mein Leben, um das sie da spielte, wusste sie das nicht? Aber es ging ihr nicht um mein Leben, nicht mal um ihres vielleicht. Es ging ihr um das Spiel, und sie wollte gewinnen. Andererseits war ich mir nicht sicher, ob es eine Alternative gab.

„Sie haben eine halbe Stunde“, sagte der Malaie, und verschwand, zusammen mit dem kantigen breiten Mann im Schatten.

„Wow…“ hörte ich Tanja leise sagen.

„Glaubst du ernsthaft, dass du das schaffst?“ fragte ich.

Tanja

Ich musste beinahe lachen.

„Mit ein bisschen Glück“, sagte ich.

„Mit ein bisschen Glück“, sagte er.

„Naja, hör mal, der Kerl hat uns hier gefesselt und eingeschlossen. Wenn er mich jetzt gleich verprügeln will, ohne mir auch nur eine Fessel abzunehmen, kann ich auch nichts dagegen tun.“

„Das stimmt natürlich“, sagte Konrad. Pause. Noch einmal: „Schaffst du es?“

„Ich weiß nicht, ich hab nie so gekämpft. Ein paar Mal mit Handschellen vor mir, aber nie mit den Händen hinter dem Rücken.“

Er seufzte.

„Hey, hast du eine bessere Idee?“

„Ich weiß nicht“, sagte er. „Was glaubst du, was sie machen, wenn du es ihnen einfach sagst?“

Er klang, als hätte er lange darüber nachgedacht, ob er diese Frage stellen sollte.

„Was glaubst du, was sie machen?“ fragte ich. „Sie danken uns herzlich, umarmen uns, fahren uns nach Hause, kaufen jedem einen schönen Blumenstrauß und entschuldigen sich für die Unannehmlichkeiten. Oder vielleicht erschießen sie uns auch einfach, da bin ich mir nicht so sicher.“

„Hmm…“ machte er.

Ich war glückselig. Ich war euphorisch. Das mag Ihnen vielleicht sonderbar vorkommen, aber ich hatte nicht im Traum gehofft, dass er wirklich auf meinen Vorschlag eingehen würde.

Ich war in einem eisernen Tank eingesperrt, mit Ketten gefesselt, und ich hatte keinen Plan. Nach wie vor.

Aber jetzt hatte ich immerhin eine Chance.

Konrad

Der kantige breite Mann, den der Malaie und Tanja Ossip nannten, legte Tanja zuerst die Kunststofffesseln an, bevor er ihre Ketten löste. Wahrscheinlich hieß das einfach nur, dass er professionell und gründlich war, aber ich zog es vor, aus seiner Vorsicht zu schließen, dass er und der Malaie sich schrecklich vor Tanja fürchteten.

Unsere Entführer hatten für den Kampf das Licht eingeschaltet, und zum ersten Mal konnte ich nun das T-Shirt erkennen, das sie trug.

Das Motiv auf dem dunkelroten Stoff war anscheinend ein Foto, nicht gemalt. Es zeigte eine recht breite Straße in einer Stadt, auf deren nasser Oberfläche hier und da Lichtreflexe schimmerten. Aus dem Hintergrund marschierte ein Mob unterschiedlichster Menschen auf den Betrachter zu, Männer Frauen, Jugendliche und Ältere, gekleidet in Anzüge, blaue Overalls und karierte Oberhemden, deren einzige verbindende Eigenschaften Zorn und Gewalttätigkeit zu sein schienen. Fast jeder trug irgendeine Art von improvisierter Waffe, sei es eine Eisenstange, ein Holzpfahl oder ein Brecheisen. Manche hielten so etwas wie brennende Fackeln. Einer schien sogar eine Schrotflinte zu schwenken. Der Weg war gesäumt von demolierten Häusern mit eingeschlagenen Scheiben, ausgebrannten Autos und umgeworfenen Mülltonnen.

Im Vordergrund stand mit dem Rücken zum Betrachter des Fotos dieser überkochenden Masse rasender Menschen ein einzelner Polizist in voller Schutzausrüstung, mit grünem Kunststoffpanzer an Armen, Beinen und Oberkörper, mit Helm und breitem Nackenschutz. Der einsame Polizist stand mit leicht gespreizten Beinen da, den behelmten Kopf erhoben, den Rücken durchgestreckt. Aus seiner rechten Hand hing locker ein Schlagstock an seinem Bein herunter, neben dem deutlich sichtbaren kantigen Griff einer Pistole an seinem Gürtel. Unter dem Bild standen die Worte:

Surrender is not an option.

Sie stand behutsam und umständlich auf, sichtlich unsicher auf ihren Füßen, die Handgelenke hinter ihrem Rücken zusammengebunden, sprang von einem Fuß auf den anderen und bewegte ihre Finger.

„Bekomme ich ein paar Minuten, um mich daran zu gewöhnen?“ fragte sie den kleinen Malaien.

„Ich fürchte, das entspräche nicht unserer Abmachung“, sagte er.

Sie hatte nicht besonders viel Bewegungsspielraum in dem Tank, in dem wir uns befanden. Er war für einen Tank ziemlich groß (zumindest für mein Verständnis), aber Raum für besonders spektakuläre Manöver blieb ihr trotzdem nicht. Über ihrem Kopf waren noch knapp 10cm frei, nach links und rechts konnte sie sich ungefähr zwei Meter bewegen, aber weil der Tank gekrümmt war, würde sie am Rand nicht mehr aufrecht stehen können. Der Länge nach war immerhin genug Platz, dass ich Anlass zur Hoffnung hatte, dass niemand auf mich fallen würde.

„Aber Ossip muss noch verschwinden“, erinnerte sie ihn.

Ossip verschwand. Und Tanja bewegte sich währenddessen. Hin und her, und vor und zurück, sprang und ging ein paar Schritte, um dann wieder zu springen. Sie bewegte ihre Arme, so weit sie eben konnte, beugte sich vor und lehnte sich zurück. Aber natürlich dauerte es nicht lange.

„Wir werden jetzt beginnen, Frau Berger“, sagte der kleine Malaie leise.

Er nahm eine Grundhaltung ein, die ich aus den wenigen Kampfsportfilmen kannte, die ich gesehen habe. Nicht so etwas wie den Kranich oder den betrunkenen Tiger oder wie sie alle heißen mögen, sondern eine ganz simple mit den Händen vor seinem Körper und den Beinen ein wenig versetzt, leicht in den Knien wippend. Es wirkte trotzdem ein wenig albern, weil er immer noch seinen schwarzen Anzug mit dem weißen Hemd und der schwarzen Krawatte trug, und weil er eigentlich überhaupt nicht sportlich aussah. Aber er war Asiate, da musste er wohl irgendeinen Kampfsport beherrschen, um nicht die Staatsangehörigkeit zu verlieren.

Er tat einen Schritt auf Tanja zu, und sie wich zurück. Es war ein trauriger Anblick. Ich wusste nicht, wie geschickt sie sonst in dieser Art Kampf war, aber ihre Fesseln behinderten sie offensichtlich ganz furchtbar.

Es war ein lächerlich ungleicher Kampf, soweit ich das einschätzen konnte, aber der Malaie lachte nicht. Er beobachtete Tanja mit leicht zusammengekniffenen Augen und schien jeden Moment damit zu rechnen, sich verteidigen zu müssen. Tanja beobachtete ihn mit einer Mischung aus Komm-schon-und-hol-mich und Was-mache-ich-hier-bloß.

Der Malaie tat noch einen Schritt, und Tanja wich zurück. Das geschah noch drei Mal, bis sie mit dem Kopf gegen die Wand des Tanks stieß. Sie hielt ihren Blick weiter auf ihren Gegner fixiert, und ich hatte auch nicht den Eindruck, dass sie sich sonst irgendwie davon ablenken ließ, aber der Malaie wählte diesen Moment für seinen ersten echten Angriff. Er sprang auf sie zu und trat ihr mit dem rechten Fuß in den Bauch. Tanja keuchte und fiel vorne über auf ihre Knie, sichtlich bemüht, nicht völlig das Gleichgewicht zu verlieren. Der Malaie stand vor ihr und blickte auf sie herab, ohne Häme oder Freude. Wenn überhaupt ein Ausdruck in seinem blassen Gesicht mit den schläfrigen schwarzen Augen lag, dann war es so etwas wie Mitleid.

Er wirbelte einmal um seine Achse und versetzte Tanja dabei einen Tritt ins Gesicht. Sie fiel rücklings auf den Boden. Ich musste mich zwingen, nicht meine Augen zu schließen.

„Frau Berger“, sagte der Malaie, „Sie können jederzeit aufgeben. Sagen Sie mir, wo der Stick ist, und dies endet augenblicklich. Sie vergeben sich nichts, Frau Berger. Dieser Kampf ist nicht gerecht.“

Sie richtete sich mühsam wieder auf, zuerst auf ihre Knie, dann schob sie ihr rechtes Bein vor und stand auf. Ich konnte sehen, dass ihre Nase schiefer war als sonst und dass ein beachtlicher Blutstrom aus ihr floss. Ein kleineres Rinnsaal kroch aus ihrer Unterlippe an ihrem Kinn hinab.

Sie vollführte einen Tritt, der dem des Malaien sehr ähnelte, aber der kleine Mann tänzelte ohne Mühe so weit zurück, dass es aussah, als hätte sie nie eine Chance gehabt, ihn zu treffen.

Ich überlegte, sie zu bitten aufzugeben, aber ich konnte es nicht. Ich wollte nicht zusehen, aber ich glaubte ebenso wie sie, dass dies unsere einzige Chance war zu überleben.

Er sprang wieder auf sie zu. Diesmal gelang es ihr, ihm auszuweichen, obwohl es nicht besonders elegant aussah. Sie trat nach ihm, aber er bückte sich, unterlief ihr Bein und fegte das andere zur Seite. Mit einem sehr unangenehmen Geräusch schlug sie hart der Länge nach auf den Boden. Er trat in ihren Bauch. Tanja stöhnte und krümmte sich zusammen. Er holte noch einmal aus, aber mit überraschender Geschwindigkeit traf Tanjas linker Fuß seine Beine. Für einen Moment sah es so aus, als würde er zu Boden gehen, aber irgendwie gelang es ihm, mit einem eindrucksvollen Überschlag zwei Schritte von ihr entfernt wieder auf seinen Beinen zu landen. Seine schwarze Krawatte war aus seinem zugeknöpften Jackett herausgefallen und hing nun über seiner Schulter. Tanja kam wieder auf die Beine. Blut tropfte von ihrem Kinn und lief ihren Hals hinab in ihren Ausschnitt. Sie sah furchtbar aus. Die Tritte des Malaien in ihren Bauch hatten keine sichtbaren Spuren hinterlassen, schienen aber ebenfalls Wirkung zu zeigen. Sie stand zusammengekrümmt und keuchte laut.

„Na los, kommen Sie her!“ sagte sie, „Sie können nicht noch erwarten, dass ich Sie fange.“

Er kam. Tanja vollführte eine kraftlose Fegebewegung mit ihrem linken Bein, der der Malaie mühelos auswich. Er stieß seine Faust unter ihre Brust und wich schnell wie eine Schlange wieder zurück. Tanja schnaufte und beugte sich vor, und wieder traf sie sein Fuß ins Gesicht. Sie stieß einen frustrierten, beinahe unmenschlichen Schrei aus.

Er sprang zurück, und ich konnte einen kleinen tiefroten Blutfleck auf seinem Hemd sehen. Natürlich war es nicht sein eigenes Blut. Tanja taumelte, und schüttelte ihren Kopf, sodass ihre Rastazöpfe wie die Elemente eines Kettenkarussels um ihren Kopf herumwirbelten. Sie hätte sich sichtlich gerne das Blut aus dem Gesicht oder zumindest aus den Augen gewischt. Ich konnte nicht genau erkennen, wo die Schnitte waren, weil die Tritte des kleinen Mannes das Blut über ihr ganzes Gesicht verschmiert waren, aber mindestens eine ihrer Augenbrauen schien weit aufgeplatzt zu sein.

Mit einem wütenden Geräusch, das schnell in ein grunzendes Husten überging, sprang sie dennoch wieder auf ihn zu.

Sie können vielleicht einschätzen, was für ein Optimist ich bin, wenn ich Ihnen sage, dass ich erst in diesem Moment mit Gewissheit erkannte, dass sie keine Chance hatte. Sie konnte es vielleicht noch eine Weile hinauszögern, aber er hatte bereits gewonnen. Es war nur eine Frage der Zeit.

Es war sehr schmerzhaft für mich, es mit anzusehen – wenn auch wahrscheinlich nicht ganz so schmerzhaft wie es für sie war -, und ich war beinahe froh, als es schließlich vorbei war.

„Sie haben gewonnen“, hörte ich sie sagen, während sie mit blutverschmiertem Gesicht zusammengekrümmt und mit röchelndem Atem schwankend über uns aufragte. Es zeugte von ihrem Willen und ihrem Stolz, dass sie immer wieder aufgestanden war. „Ich gebe auf. Es ist vorbei.“

Der Malaie nickte. Ich konnte es nicht glauben. So offensichtlich sie keine Chance gehabt hatte, so sicher war ich mir gewesen, dass sie niemals aufgeben würde.

„Sie werden mir sagen, wo der Stick sich befindet?“

„Was Sie wollen“, keuchte sie, offensichtlich bemüht, sich auf den Beinen zu halten. „Ich kann nicht mehr.“

Der kleine Malaie trat einen Schritt auf sie zu und nickte.

„Ich bin froh, dass“, sagte er.

Und dann erwischte Tanja ihn. Und es war vorbei. So einfach. Völlig unerwartet traf Tanjas rechter Fuß die linke Schläfe des Malaien. Ich hätte nicht einmal für möglich gehalten, dass sie ihn dort erreichen konnte, wo er stand. Sein Kopf schien beinahe in einem 90°-Winkel abgeknickt und er wurde zu Boden geschleudert wie ein Gartenzwerg, gegen den ein Auto gefahren ist. Er war so offensichtlich sofort tot, dass sogar ein Anwalt das ohne Schwierigkeiten erkennen konnte.

Und Tanja lag auf dem Boden, auf ihrem Rücken, und atmete schwer, und ihr Keuchen wurde schneller und wurde langsam zu einem Lachen. Sie lag auf dem schmutzigen Boden des Tanks auf ihren gefesselten Händen und lachte, erst leise, dann immer lauter.

„Ja!“ rief Tanja, „Na also!“, als hätte sie eine seit langem verklemmte Schublade endlich aufbekommen, nicht einen Menschen getötet. „Goliath schlägt David! Goliath gewinnt, Goliath hat den widerlichen dämlichen Zwerg nämlich überlistet!“

Ihr Lachen war laut und beinahe hysterisch.

„Genau zwischen die Augen!“

Ich konnte ihre Worte kaum verstehen, weil sie in ihrem schrillen, atemlosen Gelächter beinahe völlig untergingen. In diesem Moment erkannte ich, dass sie nicht nur ein bisschen anders war als ich, sondern auf ihre Art durchaus wahnsinnig.


Lesegruppenfragen

  1. Tut mir Leid, eine detailliertere Beschreibung des Tanks schien mir hier nirgends so richtig reinzupassen. In der nächsten Fassung gibt’s aber eine, falls es irgendwann mal eine nächste Fassung gibt.
  2. Hat Tanja jetzt noch Freunde, oder ist sie hier doch zu düster geraten?
  3. Ich weiß ja, dass einige von euch mit Actionszenen gar nichts anfangen können. Wir die war das hier wahrscheinlich nicht so doll, aber trotzdem: Fandet ihr den Kampf überzeugend?
  4. Fandet ihr überhaupt die Idee des Kampfes einigermaßen glaubhaft, oder riecht das zu sehr nach Plot Device?
  5. Bonusfrage, weil die erste ja eigentlich gar keine ist: Ich persönlich mag ihr T-Shirt sehr, aber es gehört eine lange Beschreibung dazu. Zu lang?
  6. Mir fallen zu dieser Szene noch reichlich andere Fragen ein, aber ich will’s nicht übertreiben. Falls euch was Besonderes aufgefallen ist, bin ich aber wie immer für jeden Gedanken dankbar.
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9 Responses to Eine Riesenmenge Geld (18)

  1. Guinan sagt:

    1. Die Dreckbeschreibung hast du jetzt nachträglich eingefügt? Würde besser ins vorherige Kapitel passen. Hier wirkt das irgendwie konstruiert.
    2. Ich mag sie immer noch. Den Malaien mochte ich aber auch. Ist schade drum. „Ich will nicht mit meiner Empfindsamkeit kokettieren…“ Oha.
    3. Zumindest konnte ich folgen, die Bilder liefen mit. Ob das nun wirklich gut war, das kann ich nicht beurteilen. Für mich war es zumindest glaubhaft dargestellt. Außerdem mag ich Action immer noch lieber als endlose Beziehungskisten.
    4. Die Idee passt zu Tanja. Raus sind sie deshalb ja noch lange nicht, ich bin gespannt auf Ossips Reaktion.
    5. Ich muss das T-Shirt haben, unbedingt. Die Beschreibung war für mich ok, aber ob Konrad in der Situation auf solche Einzelheiten achten würde?
    6. „Verlassene Halle“? Hab ich was verpasst?

  2. whynotveroni sagt:

    1. Och kein Problem. Ich hab‘ nix vermisst bisher. Ich hab‘ schon ’ne ganz gute Vorstellung: eng, kalt, nass, schmierig, schwere verklemmte Tuer. Was willst du denn noch beschreiben?

    2. Ich find sie seltsam. Aber das ist schon ’ne Weile so. Aber eher gut-seltsam als schlecht-seltsam.

    3. Ja, schon spannend. Nicht so gut wie die von Richard Morgan. Sorry, bin einfach Fan 🙂 Irgendwas fehlt mir bei deinen Action-Szenen immer… die sind irgendwie… zu sachlich. Ich kann’s nicht so richtig beschreiben…

    4. Was meinst du mit Idee? Ich mochte das Kapitel…

    5. Ne, Tanjas seltsame T-Shirts find‘ ich gut. Die Beschreibung auch.

    6. Ich frag mich jetzt, ob sie sich nicht in Ossip geirrt hat… der hat bestimmt alles mit ’ner Kamera beobachtet und weiss, dass sie gemogelt hat…

  3. Muriel sagt:

    @Guinan: 1. Genau so hatte ich das auch gemeint. Ich wollte, aber dann habe ich gemerkt, dass es nicht passt, deswegen mach ich’s anders.
    2. Du musst bedenken, dass Deutsch nicht seine Muttersprache ist.
    5. Falls wir jemanden finden, der das Motiv überzeugend abbilden kann, übernehme ich gerne den Rest. Ich will dieses Shirt nämlich auch.
    6. Nein. Du hast mich nur mal wieder bei einer Nachlässigkeit erwischt. Danke!
    @whynotveroni: 1. Naja, es gab in den Kommentaren einige Nachfragen, und mir kommt es auch noch zu steril vor.
    2. Genau so ist sie auch gemeint.
    3. Du weißt ja, wie ich zu Richard Morgan stehe, aber deiner Kritik stimme ich trotzdem zu.
    4. Ich war mir nicht sicher, ob mir jemand abkauft, dass der Malaie das mitmacht. Für mich schien es plausibel, aber meine Perspektive ist natürlich auch eine ganz andere.
    6. Ich glaube, ich verrate nicht zu viel, wenn ich sage, dass Ossip durchaus noch eine entscheidende Rolle spielen wird.

  4. Chlorine sagt:

    1. Ich finde deine neuerlichen Beschreibungen besser, jedoch erscheint mir der Tank wesentlich zu klein für das, was du darin stattfinden lässt.

    2. Diese Freundschaft ist verdammt eng. 🙂

    3. Die ihr zugefügten Wunden sind überzeugend und das Kapitel wirklich spannend. Die Platzprobleme machen mir jedoch ein wenig Sorgen.

    4. Ich hätte nicht gedacht, dass sich der Malaie schließlich darauf einlässt, aber die von ihm aufgestellten Regeln des Kampfes passen zu ihm.

    5. Schön, dass endlich wieder T-Shirt-Wetter ist. Wie Guinan schon bemerkte, glaube ich nicht, dass Konrad in der kurzen Zeit, die er Tanja im Licht betrachten konnte bevor der Kampf begann, die Details des Fotos (v.a. die Gesichtsausdrücke des wütenden Mobs) erkennen konnte. Was fehlt, ist hingegen die Farbe des Shirts.

    6. Weshalb „Genau zwischen die Augen!“, wenn sie ihn doch an der Schläfe erwischt hat? Oder meint der Ausspruch hier so etwas wie „Strike!“?

  5. Muriel sagt:

    @Chlorine: 1. Vielleicht hast du Recht. Ich muss das wohl gelegentlich mal ausprobieren.
    5. Gut, ach darüber mache ich mir mal Gedanken. Die Farbe darfst du dir aussuchen. Sag eine, die dir gefällt, und ich schreib sie dazu.
    6. Es geht mir um die Geschichte von David und Goliath, in der der Riese nach meiner Erinnerung genau dort getroffen wurde. Aber falls ich mich täusche, korrigiere ich es gerne.

  6. Chlorine sagt:

    @Muriel:
    1. Dann vergiss aber nicht, deine Plateauschuhe aus den 90ern anzuziehen. Es sei denn natürlich, du hast bereits Tanjas Größe. 😉

    5. Ich denke, ein dunkles Rot wäre recht passend.

    6. Mir an den Kopf fassend ziehe ich meinen Einwand zurück.

  7. Muriel sagt:

    @Chlorine: 1. Ich muss dich mal wieder enttäuschen. Die Schuhe müssen schon sein.
    5. Wird gemacht.

  8. madove sagt:

    1. Der Tank ist okay. Ich mußte ihn in meiner Vorstellung irgend größer machen, um den Kampf reinzukriegen, aber das steht ja das (inzwischen?) auch. Mir ist eher latent die Sorge wegen der ekligen Chemiedämpfe geblieben, die Konrad am Anfang wahrgenommen hat, aber das ist dann wohl nichts allzu Beeinträchitgendes?

    2. Das fand ich jetzt völlig in Ordnung. Und es passt zu ihr. Im Moment komm ich ganz gut mit ihr klar.

    3. Diesmal habe ich die Action wirklich aufmerksam gelesen, weil ich echt gespannt war, wie Du sie da heil durchkriegst. Die Beschreibung war gut, die Länge auch für mich Actionverächterin absolut akzeptabel, und ich war auch tatsächlich vom Ausgang überrascht. Aber ich bin bekanntlich naiv.

    4. Ich mag das T-Shirt auch. Die Länge der Beschreibung ist völlig okay. Und damit ich nicht immer nur „Alles prima“ schreibe, habe ich hier noch einen Kritikpunkt *tusch*: Ich bin immer iritiert, weil die T-Shirt-Aufschriften genauso formatiert sind wie Kapiteüberschriften, und ich mich leicht in der Struktur des Textes veheddere. Ich würde sie vielleicht zentrieren, oder kursiv statt fett, oder kursiv und fett machen. Aber mehr Kritik krieg ich echt nicht zustande.

    5. Für die Zukunft: Ich beantworte die Fragen gerne, also wenn Du zuviele hast, gern trotzdem hinschreiben, wir müssen ja nicht…

  9. Muriel sagt:

    @madove: 4. Ja… Guter Hinweis. Es wird zwar bei der nächsten Geschichte keine Rolle spielen, aber vielleicht nehme ich mir gelegentlich noch die Zeit, es bei dieser zu ändern.
    5. Schaun mer mal. Danke für das Angebot!

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