Liveblog-Ankündigung: Die große Welt der Wunder Wissensshow

18. Dezember 2010

Das Volk hat gesprochen, und weil mir das Ergebnis nicht passt, ignoriere ich es jetzt völlig und entscheide stattdessen kraft eigener Arroganz, dass das nächste Livebloggen am Sonntag ab 20:15 Uhr stattfinden wird, und zwar mit lockerem Bezug zur „Großen Welt der Wunder Wissensshow“ auf RTL II.

Wie beim letzten Mal auch gedenke ich wieder, CoverItLive zu verwenden, denn das hat ziemlich gut geklappt. Allerdings bin ich, wie beim letzten Mal, durchaus offen für bessere Vorschläge von Leuten, die sich mit sowas auskennen.

Ich werde wohl so ungefähr ab 19:45 ganz gemächlich anfangen und hoffe, dass ihr euch möglichst zahlreich einfindet, um mit mir zusammen dieses besondere Ereignis zu… äh… zelebrieren.


Eine Riesenmenge Geld (19)

17. Dezember 2010

Gerade ist mir aufgefallen, dass das nächste Kapitel unseres Fortsetzungsromans an Heiligabend erscheinen wird. Und das darauf Folgende erscheint an Silvester und könnte möglicherweise sogar das letzt sein. Na, wie hab ich das geplant?

Ach so, und heute gibt’s natürlich auch schon eins.

Viel Spaß, und schönes Wochenende!

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Vorschlagssammlung (2)

15. Dezember 2010

Lang ist’s her, dass ich mein erstes und bisher letztes Liveblog abgehalten habe, und ich finde, es wird mal wieder Zeit.

Weil es beim letzten Mal so gut geklappt hat, bitte ich euch auch diesmal wieder um Vorschläge für Themen. Es muss nicht, darf aber gerne wieder eine Fernsehsendung sein. Bundespräsidenten werden zwar meines Wissens zurzeit nicht gewählt, und ich habe auch sonst keine Ahnung, was gerade sonst so läuft, aber bestimmt kennt ihr euch da besser aus.

Was meint ihr?


*Räusper*Verfolgungswahn*Hust*

14. Dezember 2010

Heute möchte ich mit euch über eine Gruppe in unserer Gesellschaft sprechen, die auch in diesen angeblich so aufgeklärten und fortschrittlichen Zeiten immer wieder Intoleranz, Benachteiligung, Hass und Verachtung über sich ergehen lassen muss und deren Angehörige immer öfter attackiert, beschimpft und unterdrückt werden.

Sicher habt ihr es schon erraten, es geht natürlich um Christen. Sicher, sie bilden die Mehrheit der Bevölkerung, aber sie werden trotzdem verfolgt und in ihrer Religionsfreiheit eingeschränkt. Irgendwie.

Falls ihr bisher auch eher den Eindruck hattet, dass manche Christen sich vorrangig dann verfolgt fühlen, wenn sie mal nicht in dem Umfang bevorzugt und begünstigt werden, wie sie es gewohnt sind, wenn jemand sie für ihre Moralvorstellungen kritisiert oder sie davon abhält, diese anderen aufzudrängen, oder wenn jemand etwas tut, von dem sie weitgehend willkürlich beschlossen haben, dass es sie beleidigt, dann habt ihr euch anscheinend mit mir getäuscht. Wie schwer man es als Christ in Europa hat, können wir auf http://www.intoleranceagainstchristians.eu/ nachlesen. Da stehen auch ganz konkrete Beispiele, wie dieses hier:

Mgr. Andre-Joseph Leonard, der Bischoff von Brüssel, muss sich vorwerfen lassen, er wäre homophob, bloß weil er sinngemäß gesagt hat, Schwule sollten sich nicht wundern, wenn die Natur sie mit AIDS straft, weil sie falsch mit ihren Körpern umgehen. Ach ja, und irgendein Anwalt meint, dem Bischof könnte deshalb möglicherweise eine Anzeige drohen.

Oder dieses:

In Irland sind die Mitarbeiter von Standesämtern verpflichtet, homosexuelle Ehen zu beurkunden.

Oder das:

Der portugiesische Playboy zeigt Fotos von Jesus mit barbusigen Models. (Artikel leider ohne Bild)

Oder auch das:

In Fulda wurde ein katholischer Priester verprügelt. Das hätte das Potenzial, ein brauchbares Beispiel zu sein, wenn etwas dafür spräche, dass der Angriff etwas mit seiner Religion zu tun hat.

In Anbetracht dieser erschreckenden Ereignisse denke ich, dass wir alle uns an den Händen halten sollten, um mit vereinter Stimme unseren christlichen Brüdern und Schwestern hier in Europa, die sich aufgrund solcher Ereignisse als Opfer religiöser Diskriminierung sehen, zurufen:

Sagt mal, schämt ihr euch eigentlich nicht?


Ein richtiger Kracher, hm?

13. Dezember 2010

Jesus!

Wow.

Gütiger Himmel.

Wortvogel, ich lese dein Blog gerne, und auch deinen Filmempfehlungen folge ich meistens, wenn es irgendwie passt. Nicht nur, aber auch deswegen haben Keoni und ich uns heute Abend Tickets für „Monsters“ gekauft, den du als „großes Kino“ bezeichnest, und als „richtig fett“.

Und wir sind uns einig, dass wir seit sehr, sehr langer Zeit keinen so uninteressanten Mist mehr ertragen mussten.

In „Monsters“ geht es um einen jungen Mann und eine junge Frau, die für Kinoverhältnisse eigentlich gar nicht mehr so jung sind und aus Mexiko in die USA reisen und dabei die „infizierte Zone“ durchqueren müssen, die so heißt, weil dort riesige polypenhafte außerirdische Monster leben, mit denen die US-Armee sich regelmäßige Scharmützel liefert.

Wie, denkt ihr jetzt vielleicht, das klingt doch gar nicht so schlecht, oder? Stimmt, tut es auch nicht. Ist es aber. Es handelt sich bei „Monsters“ keineswegs um einen Actionfilm, wie man vielleicht vermuten könnte, sondern eher um ein Roadmovie, wie die Beschreibung auf der CineStar-Homepage auch völlig zu Recht meint. Die beiden Protagonisten und ihre Beziehung zueinander spielen die eigentliche Hauptrolle. Genau das ist auch das Problem, denn die beiden Protagonisten sind ungefähr so interessant und sympathisch wie zwei typische Wurstbrote (ohne Butter), und die Beziehung zwischen diesen beiden Stullen ist ziemlich genauso unterhaltsam und faszinierend in ihrer Entwicklung wie die zwischen meiner Wandfarbe und der Tapete, auf der sie trocknet.

Damit sind wir auch schon bei dem einzigen Punkt in der Kritik des Wortvogels, dem ich zustimmen kann: „Über weite Strecken gibt’s auch gar keine Dialoge, was dem Film dann sehr gut tut“

Das stimmt. Es tut dem Film immer unwahrscheinlich gut, wenn diese beiden unerträglichen Tröten aufhören, so Kopfschmerz verursachenden Stumpfsinn von sich zu geben wie:

„In diesen Häusern haben mal Leute gewohnt. Ich frage mich, wo die jetzt sind.“

Oder, als Beispiel für die sprühende Romantik, die sich zum Schluss erst richtig entfaltet:

„Was hast du morgen vor?“

„Keine Ahnung. Und du?“

„Keine Ahnung.“

Im Ernst, das geht die ganze Zeit so! Die Drehbuchautoren müssen ihre Dialoge von echten Gesprächen abgeschrieben haben, die sie im Bus oder in der Studiokantine belauscht haben. Ich war fortwährend versucht, mit Lebensmitteln nach der Leinwand zu werfen, und das ist eigentlich gar nicht meine Art. Wirklich.

„Wahnsinnig wenig Exposition“ meint der Wortvogel. Ja, na gut, das stimmt im Großen und Ganzen, weil die Dialoge in Monsters wie gesagt keine Information transportieren, sondern schiere, hochkonzentrierte Langeweile in lebensbedrohlicher Dosis.

Trotzdem schaffen es die Erzeuger dieses toxischen Abfalls, ein Stück so unerträglich peinlicher und am Ende auch noch völlig überflüssiger Exposition in ihrem Machwerk unterzubringen, dass es schon körperlich weh tut. Ihr müsst dazu zunächst wissen, dass, wann immer in Monsters irgendwo ein Fernseher zu sehen ist, er dieselben Bilder zeigt, nämlich eine unwahrscheinlich billig wirkende („Wirkt niemals billig“, sagt der Wortvogel. Er muss sich im Kinosaal geirrt haben. Ja. Das muss es sein.) CGI-Sequenz, in der eines der riesigen Cthulu-Monster sich vor schwarzem Nachthimmel mit der Armee prügelt. Darunter steht übrigens immer derselbe Bauchbindentext, der aber (in der deutschen Fassung, die wir gesehen haben) jedesmal anders übersetzt wird. Nur einmal sehen wir etwas anderes. Einmal, als die Protagonistin in ihrem Hotelzimmer auf dem Bett sitzt, läuft eine Dokumentation über Tiefseetiere, die mittels Biolumineszenz Weibchen anlocken und sich dann paaren, indem sie sich mit ihren Tentakeln berühren.

Ihr dürft jetzt raten, was wir gegen Ende des Films zu sehen bekommen. Ja, ganz richtig, zwei Cthulu-Monster, die ihre Tentakel aneinander reiben und dabei leuchten. Und jetzt dürft ihr raten, wofür das gut ist und was das mit dem Plot zu tun hat. Wieder richtig: Für nichts, und gar nichts, weil es keinen gibt. Ganz genau.

So, und jetzt noch einmal für alle, bei denen die Botschaft noch nicht angekommen ist:

Monsters: NICHT sehen. KEINE Tickets kaufen. GROßRÄUMIG ausweichen.

Was muss man für ein Mensch sein, um so ein Drehbuch zu lesen und zu denken: „Wow, ja, das ist es, daraus machen wir einen Kinofilm!“? Wie umfassend muss man die Achtung vor sich, vor anderen Menschen und vor dem eigenen Beruf verloren haben, um einem Publikum sowas zuzumuten und auch noch Geld dafür zu nehmen? Und warum zischen und klappern die Tentakel der Monster eigentlich? Welchen Sinn ergibt denn das? Und warum-

Wie? Was? Ich könnte jetzt auch so langsam aufhören? Ihr habt verstanden?

Na gut.

Dann schimpfe ich jetzt noch eine Weile still vor mich hin, bis ich mich ausreichend beruhigt habe, um einschlafen zu können.

Kann aber noch eine Weile dauern.

Hatte ich schon gesagt, dass ihr euch Monsters lieber nicht…? Ja? Ach so.

Na gut…


Home of the brave

12. Dezember 2010

Ich nahm einen Schluck Kaffee und blickte nachdenklich in die widerwärtige kalte Brühe mit darin schillernden Milchflocken – warum passierte das immer nur mir? -, bevor ich nach einem letzten freien tiefen Atemzug die steife Sitzhaltung annahm, die von mir erwartet wurde, und in meinem besten Offizierston „Herein!“ bellte.

Die Tür öffnete sich, und Seaman Deb Felting und ihr Kumpel Chief Petty Officer Glen Cena traten ein. Während sie salutierten, rollte ich mit den Augen, ohne den geringsten Versuch zu unternehmen, das vor den beiden zu verbergen. Sie kamen abwechselnd einmal die Woche zu mir, um sich über irgendeinen schwachsinnigen Verstoß zu beschweren, den Ensign Peebles angeblich begangen hatte.

„Rühren!“

Peebles war lesbisch. Alle wussten das, und Felting und Cena waren nicht die einzigen, die das störte. Aber sie waren meines Wissens die einzigen, die deshalb Zettel mit ausgefallenen Synonymen für weibliche Geschlechtsorgane an ihren Spind klebten, und von ihnen stammte auch der so subtile wie fantasievolle Spitzname „Butch“.

„Seaman, CPO“, knurrte ich, „Wenn einer von Ihnen gleich den Mund aufmacht und ich die Worte ‚Ensign Peebles‘ höre, bei Gott, dann können Sie…“

Ich verstummte, als Felting mit einem mühsam unterdrückten Grinsen vortrat und einen kleinen Stapel handbeschriebener Blätter Papier auf meinen Schreibtisch legte. Ich starrte für einen Moment mit gerunzelter Stirn auf die Briefe, bevor mir klar wurde, worüber sie sich so freute.

Ich spürte, wie meine Lippen einen schmalen, waagerechten Strich formten und meine Augen sich weiteten. Es waren Briefe von ihrer Freundin. Ich überflog sie hastig und erkannte schnell, dass es eindeutige Briefe waren. So eindeutig, dass ich nach wenigen Sekunden aufhören konnte, und dass ich mich für mein Land schämte, weil diese Briefe von jetzt an Beweismittel waren.

„Woher haben Sie das?“ fragte ich, und ich hätte in diesem Moment aufspringen und die beiden würgen können, so wütend machte mich der dummdreiste selbstzufriedene Ausdruck in ihren Gesichtern.

„Gefunden, Sir.“, antwortete Cena, und Felting nickte enthusiastisch. „Die müssen ihr aus der Tasche gefallen sein. Lieutenant Marston war auch dabei, Sir, er kann das bestätigen.“

Ich musste mich zwingen, ruhig weiterzuatmen.

„Ist das wahr, Seaman?“ fragte ich an Felting gewandt. „Überlegen sie sich gut, was Sie sagen, solange Sie noch die Möglichkeit haben.“

„Ja, Sir“, antwortete sie, „Wir haben die Briefe auf dem Boden gefunden, vor der Tür zur Offiziersmesse.“

Fuck. Natürlich logen die beiden. Und?

„Gehen Sie mir aus den Augen“, brummte ich, „Und schicken Sie mir Lieutenant Marston her.“

Ich wusste schon, was er sagen würde. Marston war wahrscheinlich der konservativste, bornierteste, selbstgerechteste Schwachkopf auf dem Schiff, und es gab wahrhaftig genug davon auf der USS Milton.

Nachdem die beiden Wanzen die Tür hinter sich geschlossen hatten, vergrub ich seufzend mein Gesicht in beiden Händen und schüttelte langsam meinen Kopf.

Peebles hatte ihre Fehler, und es würde mir nicht schwer fallen, Ersatz für sie zu finden, aber ich mochte sie. Sie war fair, sie war loyal, und sie tat nie weniger als ihr Bestes. Ich hatte gedacht, dass eine gute Offizierin aus ihr werden könnte.

Sie war erfrischend, wie ein kühler Luftzug in der muffigen Atmosphäre der Offiziersmesse, und sie hatte einen sehr angenehmen, subtilen Humor. Und sie war hübsch, ja, das auch. Ich bin ein Mann, verklagen Sie mich. Außerdem war es einfach nicht richtig, verdammt. Es war einfach unwürdig.

Für einen Moment dachte ich darüber nach, wie schnell es passieren konnte, dass ein paar Briefe verloren gingen. Tut mir Leid, Admiral, ich hätte schwören können, ich hätte sie in der Akte mit abgeheftet.

Nein. Es gab drei Zeugen, und um meine eigene Karriere mit diesem Scheiß zu belasten, war ich auch wieder nicht Idealist genug. Ich wollte nicht bis zu meiner Pensionierung einen mickrigen Nachschubdampfer kommandieren.

Ich schlug mit der Faust auf meinen Schreibtisch und erschrak mich selbst fast ein bisschen über das laute Krachen, bevor ich zähneknirschend die Schublade neben meinem rechten Knie öffnete und die Formulare mit dem Titel „Unehrenhafte Entlassung“ daraus hervorzog.

„Don’t ask, don’t tell“ bezeichnet ein Militärgesetz der USA, das es Soldaten verbietet, öffentlich homosexuelle Beziehungen zu führen und im Gegenzug Vorgesetzten untersagt, die sexuelle Orientierung ihrer Untergebenen zu ermitteln. Am Donnerstag hat der Senat im Wesentlichen mit den Stimmen der Republikanischen Partei ein Gesetz abgelehnt, das diese Regelung beseitigt hätte.

Seit seiner Einführung im Jahr 1993 hat „Don’t ask, don’t tell“ als Grundlage für die Unehrenhafte Entlassung von rund 13.000 Mitgliedern der Streitkräfte der Vereinigten Staaten gedient.


Eine Riesenmenge Geld (18)

10. Dezember 2010

Passend zur Adventszeit habe ich heute für euch die bisher gewalttätigste Szene unseres kleinen Fortsetzungsromans. Ich hoffe, sie gefällt euch. Ho, ho ho, ihr wisst schon.

Viel Spaß, und schönes Wochenende!

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Violett und Ginger bekommen ein Paket

9. Dezember 2010

Violett und Ginger sind Schwestern und teilen sich eine Wohnung. Ihre Beziehung (nicht ungewöhnlich bei Geschwistern) ist oft nicht einfach, und sie überlegen manchmal, ob sie sich nicht jede eine eigene Wohnung suchen sollen. Das tut hier aber nichts zur Sache.

Vor Kurzem bekamen Violett und Ginger ein Paket, obwohl sie nichts bestellt hatten.

Es klingelte an der Tür, und der Postbote drückte der freudestrahlenden Ginger ein Paket in die Hand, ungefähr so groß wie ein Laib Brot.

Ginger jubelte, und sie rief Violett zu sich, zeigte ihr begeistert das Paket und sagte:

„Schau, Violett, sieh dir das an, ich habe ein Kätzchen bekommen.“

Violetts Lächeln fror ein bisschen ein. Sie stockte und runzelte ihre Stirn, während sie das kleine blaue Paket betrachtete.

„Wie jetzt?“ fragte sie, „Da ist ein Kätzchen drin?“

„Ja! Ist das nicht toll?“

Violett blickte von Ginger zu dem Paket, und wieder zurück. Sie stemmte ihre Hände in die Hüfte, und wiederholte den Vorgang. „Du hast ein Kätzchen bestellt?“

„Nein!“ antwortete Ginger, „Und ich habe trotzdem eins bekommen! Ist das nicht fantastisch?“

„Ginger“, sagte Violett, „Woher weißt du, dass da eine Katze drin  ist?“

„Wie meinst du das?“ fragte Ginger, „Woher ich das weiß? Ist es nicht offensichtlich?“

„Nein, ich fürchte, das ist gar nicht offensichtlich“, widersprach Violett. „Das Ding ist doch ziemlich klein für eine Katze. Außerdem kann man Kätzchen nicht in Paketen verschicken, das macht doch niemand.“

„Ach nein? Und woher willst du bitte schön wissen, dass da kein Kätzchen drin ist, hm? Bist du allwissend, oder was? Du hältst dich für den klügsten Menschen auf der Welt, was?“

„Naja… Nein“, antwortete Violett, ein bisschen verwirrt. „Überhaupt nicht.“

„Kannst du beweisen, dass kein Kätzchen in meinem Paket ist, hm? Hm? Hast du etwa gesehen, was drin ist? Dann sag’s mir doch! Na los, sag mir, was hier in dem Paket ist!“

Violett machte einen Schritt zurück und begann, sich nach Fluchtwegen umzusehen. „Ginger, ich weiß nicht, was in dem Paket ist. Ich…“

„Aha!“ rief Ginger triumphierend, „Du hast also keine Ahnung, was? Aber trotzdem bist du so arrogant, so zu tun, als könntest du beweisen, dass kein Kätzchen drin ist!“

„Nein, das habe ich doch gar nicht gesagt. Es ist nur so… Ich verstehe nicht, wie du auf die Idee kommst, dass ein Kätzchen in diesem Paket stecken könnte!“

„Du bist so gemein!“ rief Ginger, „Ich möchte so gerne ein Kätzchen, aber du gönnst es mir nicht! Was hast du bloß gegen Katzen, hm? Hat dir als Kind mal eine Katze weh getan, und seitdem hasst du sie?“

Violett griff sich an die Stirn und begann, ihre Schläfen zu massieren. „Ginger“, sagte sie, „Ich habe nichts gegen Katzen. Und ich bin auch nicht gemein. Ich…“

„Niemand weiß, was in dem Paket drin ist, also kannst du auch nicht sagen, dass es kein Kätzchen ist!“ unterbrach Ginger sie.

„Ja, aber…“ Violett fehlten für einen Moment die Worte. „Aber, Ginger, bloß weil wir nicht wissen, was drin ist, können wir doch nicht einfach davon ausgehen, dass es ein Kätzchen ist. Schau doch nur mal dieses winzige Paket an! Es ist völlig unvernünftig zu glauben, da könnte eine Katze drin stecken!“

„Wen nennst du hier unvernünftig, du dumme Kuh? Warum musst du immer gleich so beleidigend werden, hm? Du bist genauso unvernünftig wie ich, du glaubst doch schließlich auch, dass da kein Kätzchen drin ist! Dabei ist es so offensichtlich! Ich meine, warum sollte mir denn wohl jemand ein Paket schicken, wenn er nicht will, dass ich ein Kätzchen kriege?“

„Das Paket ist an mich adress-“ begann Violett, unterbrach sich aber rechtzeitig, als sie ihren Fehler erkannte. Sie nahm einen tiefen Atemzug, tat wieder einen Schritt auf ihre Mitbewohnerin zu und versuchte sich an einem freundlichen Lächeln. Sie sagte: „Was hältst du davon, wenn wir einfach nachsehen, hm? Wie wäre das?“

Ginger  blies sich eine Haarsträhne aus dem Gesicht, stülpte ihre Lippen ein bisschen vor und zögerte kurz, bevor sie schließlich mit einem Schulterzucken antwortete: „Na gut.“

Die beiden gingen gemeinsam zum Esstisch. Ginger stellte das Paket darauf ab, holte eine Schere und öffnete das Paket.

Violett stieß ein erleichtertes Seufzen aus. „Siehst du“, sagte sie, „Es ist mein neuer MP3-Player. Keine Katze.“

„Quatsch!“ rief Ginger, „Du bist so engstirnig und dogmatisch! Woher willst du wissen, dass da kein Kätzchen ist?“

Violett öffnete und schloss ihren Mund ein paar Mal, ohne etwas zu sagen, bevor sie schließlich doch Worte fand: „Äh, bä- däh… Ginger, siehst du denn nicht, dass da nichts drin ist außer dem MP3-Player?“

„Nein“, antwortete Ginger, „Wie sollte ich das sehen? Ich meine, bloß weil wir kein Kätzchen sehen, heißt das doch noch lange nicht, dass da keins ist.“

Violett starrte Ginger mit glasigen Augen und zitternden Händen an, unfähig, etwas zu erwidern.

„Es ist eben ein transzendentes Kätzchen!“ rief Ginger.

Und Violett nickte langsam, seufzte, und wandte sich ab, während sie wieder begann, langsam und methodisch ihre Schläfen zu massieren. „Klar“, antwortete sie, ohne ganz sicher zu sein, ob sie mit Ginger sprach, oder mit sich selbst. „Ein transzendentes Kätzchen. Dass ich das nicht erkannt habe. Entschuldige bitte, Ginger. Ich weiß auch nicht, was manchmal über mich kommt. Manchmal bin ich eben ein ziemliches Ekel, was?“

„Ja“, antwortete Ginger, „Das kannst du aber laut sagen.“

Violett und Ginger sind Schwestern und teilen sich eine Wohnung. Ihre Beziehung (nicht ungewöhnlich bei Geschwistern) ist oft nicht einfach, und sie überlegen manchmal, ob sie sich nicht jede eine eigene Wohnung suchen sollen. Das tut hier aber nichts zur Sache.


Jenny

7. Dezember 2010

Leser, Freunde, Mitblogger!

Ihr müsst jetzt ganz, ganz stark sein.

Ich habe einmal eine Vampirgeschichte geschrieben. Eine ganz konventionelle sogar.

Zu meiner Verteidigung kann ich nichts weiter vorbringen, als dass ich sie schon lange vor Twilight verfasst habe, zu einer Zeit, als ich es noch sagenhaft cool fand, meine Geschichten mit Fremdzitaten einzuleiten, und dass sie ziemlich kurz ist.

Ich hoffe, ihr könnt mir verzeihen.

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Fällt jemandem noch ein dummes Wortspiel mit „Bali“ ein?

6. Dezember 2010

Den ersten Teil dieses Reiseberichts hatte ich damit abgeschlossen, dass wir in Ubud am Abend hungrig vor dem Tempel standen. Unser Reisebericht hatte uns ein Restaurant namens Batan Waru empfohlen, das neben schmackhaften balinesischen Gerichten auch ein besonderes Dessert namens Klappertart zu bieten hatte. Eine Mahlzeit mit so einem lustigen Namen wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen, und so machten wir uns auf den Weg in die Dewi-Sita-Straße, von der die Einheimischen trotz allem jeden Zusammenhang mit dem Wortvogel leugnen. Das kann doch aber kein Zufall sein, oder?

Egal.

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