Herr Niggemeier, wir müssen reden

Sehr geehrter Herr Niggemeier,

Sie echauffieren sich völlig zu Recht und sehr unterhaltsam über die Äußerung der ARD-Vorsitzenden Emma Monika Piel, sie wolle sich vehement dafür einsetzen, auch öffentlich-rechtliche Apps kostenpflichtig zu machen, falls der Verlegerverband eine solche Maßnahme für seine Inhalte durchsetzen würde. Sie bemerken vollkommen richtig, dass diese Äußerung eine skandalöse Dummdreistigkeit darstellt, die nur dadurch zu erklären ist, dass Frau Piel vorsätzlich oder zumindest grob fahrlässig das Wesen und den Sinn des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Deutschland verkennt.

So weit ist alles in Ordnung. Wir müssen über etwas anderes reden, nämlich über Ihre Rechtfertigung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, die leicht verkürzt so aussieht:

Von 2012 an muss jeder Haushalt Rundfunkgebühren zahlen. Egal, ob er ein Fernsehgerät hat. Egal, ob er Fernsehen guckt. Egal, ob er ARD oder ZDF guckt.

Die Logik dahinter ist die, dass es gut für eine Gesellschaft ist, wenn die Produktion von Inhalten in einem Massenmedium nicht vollständig den Gesetzen des Marktes unterworfen ist. Ich bin ein großer Verteidiger dieser Logik und der Idee des öffentlich-rechtlichen Rundfunks — auch in Zeiten, in denen es leichter und günstiger denn je ist, Menschen publizistisch zu erreichen.

[…]

Gerade wenn alle anderen Medien hochwertige journalistische Inhalte nur noch gegen Geld anböten, müsste der öffentlich-rechtliche Rundfunk kostenlos bleiben: damit auch diejenigen Menschen, die sich die kostenpflichtigen Angebote nicht leisten können, gut versorgt werden.

Den letzten Satz habe ich beim ersten Mal falsch gelesen und mich dann mehr als nötig darüber aufgeregt, aber ich finde, dass es da auch beim zweiten Mal noch ein Problem gibt. Sie implizieren, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk sich als soziale Errungenschaft eignet, die Informationen für alle gleichermaßen verfügbar macht, auch für die weniger gut Verdienenden. Dass Sie darüber hinaus (wie ich finde) völlig grundlos unterstellen, es wäre für Informationen irgendwie gut, nicht den Gesetzen des Marktes unterworfen zu sein, wollen wir mal ignorieren, um diesen Beitrag hier kurz zu halten, es gibt nämlich gleich Abendessen.

Kehren wir also zu der sozialen Sache zurück: Wie in Gottes Namen kommt man auf die Idee, eine Zwangsgebühr, die (ab 2012 und de facto eigentlich schon lange) unterschiedslos und in gleicher Höhe von allen Haushalten gezahlt werden muss, unabhängig davon, wie viele Menschen dazugehören, wie viel Einkommen ihnen zur Verfügung steht und ob und wie viel sie fernsehen, ob sie überhaupt einen Fernseher oder ein Radio haben, sei irgendwie eine Form von sozialem Ausgleich? Ich will nicht ganz ausschließen, dass ich das  nur aufgrund meiner Voreingenommenheit nicht begreife, aber was für eine Weltsicht ist denn das, die es als Segen für Geringverdiener verkaufen will, dass sie verpflichtet sind, für ein Angebot zu zahlen, das sie möglicherweise gar nicht nutzen? Ich meine, jetzt mal ehrlich, wer sieht denn Arte und ZDF Theater und all die vielen Bildungsprogramme, die ja nun einmal die eigentliche Existenzberechtigung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks darstellen („Wetten, dass“ würde ein Privatsender wohl auch gerade noch hinkriegen)? Sind das die Langzeitarbeitslosen und die Aldikassierer, oder sind das im Allgemeinen eher gut verdienende Akademiker, die es für völlig unverzichtbar halten, ihr Kulturfernsehen von der gesamten Bevölkerung finanzieren zu lassen, weil es ihnen sonst zu teuer wäre?

Ich will damit nicht Arbeitslose und Kassierer dissen. Ich sehe mir diese Sendungen selbst auch nicht an, weil sie mich zu Tode langweilen. Ich sehe eigentlich fast gar nicht fern. Und ich begreife nicht, wie man auf die Idee kommt, Fernsehen und Radio wären so mordswichtig für die Bildung der Bevölkerung, dass man auch Leute, die sich nicht einmal ein Zeitungsabo leisten können, dazu verpflichten muss, 18 Euro pro Monat dafür zu bezahlen. Für 18 Euro bekommt man einen durchaus ordentlichen Internetanschluss, und gerade die Leute, von denen Sie reden, verzichten dann unter Umständen auf den. Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, Herr Niggemeier, aber mir fällt die Abwägung leicht, was die sinnvollere Investition wäre, wenn ich mich zwischen Internet und öffentlich-rechtlichen Sendern entscheiden sollte. Ich müsste nicht einmal darüber nachdenken.

Nennen Sie mich einen gehässigen Moralisten, aber ich finde es einfach heuchlerisch, wenn die Leute, die gerne öffentlich-rechtliche Sendungen sehen und hören wollen, so tun, als wäre es eine gesamtgesellschaftliche Verpflichtung, ihr Vergnügen zu finanzieren, weil sie zu wissen glauben, dass alle anderen sich genauso zu informieren haben, wie sie es tun. Aber ich schätze, wenn man schon mal dabei ist, ist es nur konsequent, ihnen darüber hinaus auch noch einreden zu wollen, man täte ihnen einen Gefallen mit diesem System.

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41 Responses to Herr Niggemeier, wir müssen reden

  1. Travis sagt:

    Ich meine, jetzt mal ehrlich, wer sieht denn Arte und ZDF Theater und all die vielen Bildungsprogramme, die ja nun einmal die eigentliche Existenzberechtigung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks darstellen

    Wie das offiziell begründet wird, habe ich noch nie nachgesehen. Allerdings habe ich mal eine Interpretation aufgeschnappt, dass das mit der „Grundversorgung“ nicht als in die Tiefe zu interpretieren sei, sondern als in die Breite. Ob das korrekt ist, ist mir unbekannt. Mir erscheint es jedoch plausibel. Auch wenn man beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk vor allem an Kultur denken muss.

  2. Muriel sagt:

    @Travis: Hm. Ich kann aber einfach keinen Denkfehler in der Überlegung erkennen, dass man für Programme, die sich viele Menschen anschauen, keinen öffentlich-rechtlichen Rundfunk braucht. Die tragen sich auch im Privatfernsehen, oder?

  3. madove sagt:

    Okayokay, dann muß ich wohl wieder:

    Ich vesteh Deine Argumentation auf Anhieb insoweit, als ich mich von dem letzten Absatz naürlich erwischt fühle. Natürlich träum ich davon, daß das, was ich für richtig halte, irgendwie moralischer Konsens ist, so ein kleines bißchen wenigstens.
    Aber ganz so kurz greift mein Wunsch nach ö-r auch wieder nicht. Ich würde es am ehesten mit Schule vergleichen: Ich will ja auch, daß alle Kinder ein gewisses Mindestmaß an Bildung kriegen, in dem Fall sogar kriegen müssen, weil es sonst erfahrungsgemäß nicht klappt. Nun kann ich die entsprechenden Bevölkerungsgruppen nicht vor Arte festschnallen, aber zumindest kann ich doch wollen, daß es „kostenlos“ (dh von uns allen bezahlt) ist, um die Schwelle herabzusetzen.
    Es gibt meines Erachtens schon irgendwas mit Kultur und Information, das über Geschmack und Unterhaltung hinaus in einer Gesellschaft wünschenswert ist. Und wenn sie sich das wünscht, dann kann sie es auch vorantreiben. Das muß übrigens nicht das sein, was ICH für wünschenswert halte, aber ich find halt demokratisch kontrollierte Sachen toll. Sogar theoretisch demokratisch kontrollierte. Weil da ein gesellschaftlicher Diskurs dahinterliegt und kein reines „die größte Kaufkraftansammlung entscheidet“. Warum das irgendwie gut sein soll, hat mir noch niemand vermitteln können.

    Achja. Und die „Zwangsgebühr“ ist doch eigentlich einfach eine Steuer. Was ist Dein Problem mit Steuern? Wenn wir sie jetzt noch einkommensabhängig machen, wär ich in der Tat noch dafürer.

  4. Muriel sagt:

    @madove: Ich hatte schon befürchtet, dass wir uns darüber streiten müssen. Aber ich sehe ganz gute Chancen, dass wir es auf zivilisierte Art hinkriegen, denn ganz unsympathisch ist mir dein Standpunkt nicht.
    Auf zwei Punkte möchte ich aber doch erwidern: Ich halte es auch für wichtig, unsere Kinder zu bilden. Aber was hat das mit Fernsehen und Radio zu tun? Geht das nicht sowieso besser in Schulen, mit Büchern, und durch die Eltern? Stell dir vor, die 7 Milliarden pro Jahr, die derzeit in unseren öffentlich-rechtlichen Rundfunk fließen (bald werden es wohl eher über 8 sein, ich kenne aber die genauen Zahlen nicht) würden tatsächlich in Bildung investiert, statt in „Wetten, dass“, „Unser Charly“ und „Sturm der Liebe“. Ich fände das toll.
    Und das dürfte dann auch gerne steuerfinanziert sein. Womit wir beim zweiten Punkt wären: Eine Steuer ist etwas, was der Staat einzieht, um seinen Finanzbedarf zu decken. Der Rundunkbeitrag dient einer speziellen Organisation, die auch nicht zum Staat gehört und Aufgaben wahrnimmt, die nach meinem Verständnis auch möglichst staatsfern geregelt gehören. Im Kern gehe ich aber soweit mit dir, als ich 1. die jetzige Beitragsstruktur vor allem deshalb aufgezählt habe, weil sie das soziale Argument vollends ad absurdum führt und ich 2. auch mit einer steuerähnlichen Erhebung wahrscheinlich kein Problem hätte, wenn ich mit dem Zweck einverstanden wäre.
    Eins vielleicht noch: Die Verwendung von Steuern ist (naja, zumindest formal) über die Haushalte von Bund und Ländern transparent und demokratisch legitimiert (auch wenn da noch Verbesserungspotential besteht, ohne Frage). Das kann man von den Rundfunkgebühren bzw. dem bald zu erhebenden Beitrag nach meiner Kenntnis nicht sagen.

  5. Dietmar sagt:

    „Stell dir vor, die 7 Milliarden pro Jahr, die derzeit in unseren öffentlich-rechtlichen Rundfunk fließen (bald werden es wohl eher über 8 sein, ich kenne aber die genauen Zahlen nicht) würden tatsächlich in Bildung investiert, statt in „Wetten, dass“, „Unser Charly“ und „Sturm der Liebe“.“

    Aber diese Milliarden gehen auch in die Nachrichten-Sendungen, das weltweite Korrespondenten-Netz, Dokumentationen, Wissenschafts-Sendungen, Monitor, Report, Wiso etc. Die „Wissenschafts-Sendung“ von Pro7 ist Gallileo …

    Natürlich eifern die öffentlich-rechtlichen Sender den privaten nach. Aber ich sehe ganz besonders Qualitäts-Unterschiede zwischen den Nachrichten-Sendungen, die auf den Privaten zu nah am Infotainment und Promi-Berichterstattung sind.

    Die GEZ ist nicht das Gelbe vom Ei, finde ich auch. Wenn ich mir aber die medialen Auswüchse in den USA ansehe (Stichworte Glenn Beck und Fox), würde ich größten Wert darauf legen, die Medien bitte nicht (!) auf den freien Markt zu unterwerfen. (Im Übrigen bin ich sowieso für soziale Marktwirtschaft statt für den freien Markt.)

  6. madove sagt:

    Ich bin davon überzeugt, daß wir uns auch dann auf ziviliserte Art streiten könnten, wenn Dir mein Standpunkt völlig unsympathisch wäre.

    Aber es wird natürlich erleichtert, auch dadurch, daß ich Deinem gegenüber ja auch nicht völlig verschlossen bin: Gegenüber dem absurden und bekloppten GEZ-System scheint mir jegliche Kritik angemessen, insbesondere die von dir geäußerte. Ich verteidige eher ein abstraktes Konzept von einer gemeinschaftlich (Euphemismus für „staatlich“) finanzierten kulturellen und informativen Grundversorgung. Weil ich bereit bin, an so ziemlich alles zu glauben, außer an den freien Markt als besten Erzeuger von Kultur. Und ich finde, ein Blick in die Privatsender gbt mir recht… (aber ich gestehe, ich werfe ihn eher selten, also diesen Blick. Aber ich hatte in diesen Weihnachtsferien mal wieder unfreiwiligen Zugriff auf ein Fernsehgerät und fühle mich bestätigt.)

    Achja, und natürlich würde ich die Kinder auch lieber durch Schule und Eltern gebildet sehen, aber ich denke, realistisch ist doch der Einfluß des Fernsehens nicht zu vernachlässigen.

    Was mir bleibt, ist das Problem mit dem Wunsch nach Staatsferne einerseits und demokratischer Kontrolle andererseits, was sich auszuschließen scheint. Trotzdem würde ich da eher in die Richtung gehen, daß das Ziel ist, den Staat so zu gestalten, daß er uns guttut, und nicht, alles sich selbst oder dem Markt zu überlassen. Und dann sind wir wieder bei der üblichen grundsätzlichen Geschmacksfrage, die uns da wohl trennt.

  7. Mirage sagt:

    Endlich wieder die Art von Eintrag, wegen der dieser Blog in meinem Feedreader sitzt..

  8. Muriel sagt:

    @Dietmar: Ich schätze dich als Kommentator sehr und hoffe deshalb, dass du es nicht zu persönlich nimmst, wenn ich frage:
    Ist es nicht ein bisschen überheblich, zu sagen: Wenn die Leute selbst entscheiden, was sie sich ansehen wollen, gefällt mir das Ergebnis nicht, deswegen will ich ein öffentliches Fernsehen, und bezahlen müssen es natürlich alle, egal ob sie es sich anschauen oder nicht?
    Warum denkst du, dass dir das Recht zusteht, anderen Menschen vorzuschreiben, dass sie für eine bestimmte Art Fernsehen zu bezahlen haben, wenn sie nun einmal lieber eine andere sehen wollen?
    @madove: Ich glaube, das können wir ansonsten so als vorläufiges Schlusswort stehen lassen.
    @Mirage: Ja, ich weiß… Ich hoffe, dass das der Anfang eines Trends ist, aber versprechen will ich es lieber nicht.

  9. leser754785 sagt:

    Eine Demokratie, die aufhört, ihre Mitglieder über ihre inneren Abläufe und Konflikte neutral zu informieren, weil man glaubt, das könnten auch Privatunternehmen mit Gewinnabsicht leisten, wird nicht lange als Demokratie bestehen, da sind BILD und RTLII und Berlusconi nur ein Vorgeschmack. Auch die Medienlandschaft der USA ist kein geeignetes Vorbild. Das Problem ist eher die mangelnde demokratische Kontrolle, der Parteieneinfluss und der bürokratische Apparat. Aber nicht die öffentliche Institution an sich, jenseits des Marktes. Du wirst schon wissen, warum du dich an dem Punkt so schnell zum Abendessen verdrückt hast.

  10. Muriel sagt:

    @leser754785: Das ist ja nett, dass du das behauptest, aber kennst du ein Beispiel für so einen Staat, der aufgrund seiner privatisierten Medien nicht mehr demokratisch ist, oder kannst du deine These sonstwie belegen?
    Und dass ich mich hier auf dieses eine Argument konzentriert habe, lag auch weniger an Konfliktscheu als daran, dass dies nicht das erste Mal ist, dass ich darüber schreibe. Aber du hast ja jetzt die Chance, mich davon zu überzeugen, dass wir ohne den öffentlich-rechtlichen Rundfunk nicht mehr lange demokratisch bleiben können. (Hinweis: Deutschland hat ebenso wie Italien einen solchen Rundfunk, weshalb mir nicht ganz einleuchtet, wie die deine These belegen sollen.)

  11. leser754785 sagt:

    Privater Rundfunk, private Medien haben nicht die Zuschauer und Leser als Kunden, wie viele glauben, die sich gerade Das Goldene Promi-Blatt oder die Erotik-News für 1,99 gekauft haben. Die Kunden dieser Medienhäuser sind ihre Werbekunden. Zwischen der Werbung und PR, oder damit vermischt, tauchen dort auch redaktionelle Beiträge auf, damit die Leser angelockt werden und bei der Stange bleiben. Aber das Ziel ist nicht ein informiertes Publikum oder eine wahrheitsgemäße Berichterstattung (mit etwas Glück bekommt man auch solche, wirtschaftlich rentiert es sich nicht wirklich). Nein, das Ziel ist die größtmögliche Zahl an Pageviews, geklickten Bildstrecken, Werbekontakten, Reichweite, und dabei vielleicht noch eine wohlhabende Demografie – aber BILD und RTL zeigen, wie gut man darauf auch verzichten kann. Die Berichterstattung ist gerade so „gut“ und „neutral“, dass eine möglichst große Zahl Betrachter nicht abspringt und zur Konkurrenz überläuft. Daher darf es natürlich auch nicht zuviel kosten. Was kostet? Langwierige Recherchen, juristische Risiken und Klagen, internationale Redaktionen, gute Leute. Was ist billig? Praktikanten, die DPA-Meldungen fehlerhaft abtippen, PR von Bertelsmann, Gefälligkeitstexte zu geschalteten Anzeigen, bei der Bild abschreiben, Leute auf Reisen schicken, die über die tollen Hotels und Strände berichten. Deswegen liest man so wenig über Skandale und ihre Hintergründe, und soviel über Iphone, Starlets und Guttenberg. Deswegen sah Wikileaks (kein kommmerzielles Unternehmen) die Notwendigkeit, ein bischen „nachzuhelfen“. Denn wird es politisch, hat immer der Eigentümer das letzte Wort. Er vertritt dabei Interessen, er ist als Unternehmer organisiert, steht meist anderen Unternehmern, oder diversen Politikern nahe. Seine Zeitung wird in den allermeisten Fällen kein Interesse daran haben, über die Verflechtungen von wirtschaft und Politik, die Mängel der Produkte aus den Werbeanzeigen, oder die Macht von Medienmogulen zu berichten. Würde eine Mehrheit nun keinen schund kaufen, sondern nur die klügsten, besten, gerechtesten und ehrlichsten Zeitungen, so würden alle vielleicht darum wetteifern, so zu werden. Aber die meistverkaufte Zeitung ist die BILD, und in den USA glauben noch heute viele Wähler an die Massenvernichtungswaffen im Irak, von denen sie auf Fox-News hörten, bevor wieder Werbung kam…

  12. Muriel sagt:

    @leser754785: Hast du mal drüber nachgedacht, ein bisschen auf meine Frage und meinen Kommentar einzugehen und das dann verworfen, oder hattest du von vornherein nur diesen Textblock, den du loswerden wolltest?

  13. leser754785 sagt:

    Ich kann nichts dafür, wenn es dir an Textverständnis mangelt: Du hattest danach gefragt, was problematisch an privaten Medien für eine Demokratie sei. Ich habe dir noch geantwortet, dabei sind das Binsenweisheiten. Im Übrigen ist das nicht nur meine schrullige Ansicht, sondern auch die des BVerG, das sich dazu ziemlich ähnlich äußerte. Tja, die Welt ist kompliziert…

  14. leser754785 sagt:

    „Dass Sie darüber hinaus (wie ich finde) völlig grundlos unterstellen, es wäre für Informationen irgendwie gut, nicht den Gesetzen des Marktes unterworfen zu sein, wollen wir mal ignorieren, um diesen Beitrag hier kurz zu halten, es gibt nämlich gleich Abendessen.“

    Ich wollte es lieber nicht mit-ignorieren.

  15. Muriel sagt:

    @leser754785: So kompliziert ist die Welt gar nicht. Manchmal ist sie ganz leicht. Meine Frage zum Beispiel lautete, ganz unkompliziert:
    „kennst du ein Beispiel für so einen Staat, der aufgrund seiner privatisierten Medien nicht mehr demokratisch ist, oder kannst du deine These sonstwie belegen?“
    Ich meine, wenn du dir sicher bist, dass der Verzicht auf öffentlich-rechtlichen Rundfunk unweigerlich zum Ende der Demokratie führt, wirst du doch wohl irgendwelche überzeugenden Belege anführen können und nicht nur deine Binsenweisheiten darüber, dass private Medienunternehmen ein Interesse daran haben, Werbekunden zu gewinnen.
    Denkst du denn wirklich, dass öffentlich-rechtliche Anstalten und ihre Mitarbeiter keinerlei Interessen haben außer dem Wohlergehen ihrer Zuschauer?
    Und was ist eigentlich dein Lösungsvorschlag? Ich meine, wir haben doch hier in Deutschland wahrhaftig einen starken ÖR-Rundfunk, und trotzdem ist da die Bild-Zeitung. Wollen wir die verbieten? Mir kommt es so vor, als würdest du selbst durchaus anerkennen, dass das öffentlich-rechtliche System die von dir monierten Probleme nicht löst.

  16. whynotveroni sagt:

    War es nicht ganz ganz frueher mal so, dass die GEZ eingerichtet wurde, um zu helfen, die Infrastruktur (also die technische) aufzubauen, damit jeder Rundfunk empfangen kann? Das sollte doch inzwischen laengst gegessen sein.

    Wie waer’s, wenn man auf das ganze Radio- und Fernsehen-Gedoens verzichtet, und statt dessen sicherstellt, dass jeder Buerger mit Internetanschluss kostenlos an (unzensierte***) Informationen und Bildungsangebote gelangt? Insbesondere Kinder und Jugendliche wuerde man damit bestimmt gut erreichen… [*** halte ich fuer den unerreichbaren Idealfall, solange die Inhalte von Menschen gestaltet werden :)]

    Meiner Meinung nach gehoert die GEZ abgeschafft und oeffentliche-rechtliche Angebote aus Steuermitteln finanziert. (Welcher Art auch immer diese Angebote seien, da sollte auf jeden Fall ein der heutigen Medienlanschaft angemesseneres Konzept her). Die bestehende Trennung finde ich voellig unsinnig.
    (@Muriel: Man wird uebrigens durchaus von der GEZ befreit, wenn man wenig verdient, so gesehen ist es schon eine Art Sozialabgabe.)

  17. Muriel sagt:

    @whynotveroni: Ja, ich habe das auch so verstanden, dass das früher der Grund war. War meiner Meinung nach damals auch schon Mist, aber ich gebe zu, dass ich darüber möglicherweise zu wenig weiß, um es sinnvoll beurteilen zu können.
    Was die Sozialabgabe angeht, bin ich so halb einverstanden. Bisher stimmt das. Ab 2012 wird man aber meines Wissens nicht mehr befreit, sondern die Gebühr wird in bestimmten Fällen von der Sozialversicherung übernommen. Wozu ich wieder sagen würde: Dann könnte man denen die 18 Euro auch direkt zahlen und sie selbst entscheiden lassen, was sie damit anstellen wollen.

  18. Dietmar sagt:

    „Ich schätze dich als Kommentator sehr und hoffe deshalb, dass du es nicht zu persönlich nimmst, wenn ich frage“

    Vielen Dank! Ich nehme das überhaupt nicht persönlich; ist alles völlig ok so.

    Ich will kein von allen bezahltes öffentlich/rechtliches Fernsehen, weil mir nicht gefiele, was die Leute sehen wollen. Ich sehe selbst wohl öfter Filme auf privaten Sendern als auf öffentlich-rechtlichen (wobei ich mir allerdings meistens Filme ausleihe).

    Für mich ist es weniger eine Frage des Geschmacks oder eines Klassendenkens. Man wird nicht leugnen können, das die öffentlich-rechtlichen größere Tiefe besitzen; ich habe ja oben schon versucht darzustellen, was ich da meine. Und das ist eben erhaltenswert.

    Ich meine es ganz ernst, dass mediale Auswüchse wie in den USA mit Fox tatsächlich demokratiegefährdend sind. Man kann den US-Bürgern auch nicht untersagen, Glenn Beck zu sehen und ihm seine Tiraden zu glauben. Aber dass er mit dem Schüren irrationaler Ängste und schlimmer Demagogie Erfolg hat, ist ein wirtschaftliches Argument, dass ihn weitermachen lässt und seinem Sender wertvoll ist. Das heißt, auch wenn er ständig widerlegt und sein Unsinn als Unsinn enttarnt wird, macht er weiter. Aus wirtschaftlichen Gründen allein schon.

    Das weißt Du alles, ich hole vielleicht zu weit aus. Aber hier kommt meine These, auf die das hinauslaufen sollte: Ich denke erstens, dass ein solcher Mann im öffentlich-rechtlichem Rundfunk nicht diese Stärke entwickeln könnte und zweitens, dass in den USA eine hörbare Gegenstimme fehlt, die sich nicht am wirtschaftlichen Erfolg orientieren muss und sachorientiert berichten kann. Ich bin bisher davon überzeugt, dass unsere spezielle Rundfunklandschaft unserem Land gut tut und solche Typen weitgehend verhindert.

    Wie man dies auf mit Steuern oder Gebühren auf vernünftige Beine stellen kann, dazu habe ich aber keine Vorstellung.

  19. Muriel sagt:

    @Dietmar:

    Man wird nicht leugnen können, das die öffentlich-rechtlichen größere Tiefe besitzen

    Mag sein, teilweise. Aber man kann durchaus leugnen, dass das ihren Erhalt rechtfertigt. Und man kann bezweifeln, dass es wirklich keine Privatsender mit tieferem Angebot gäbe, wenn dieses Marktsegment nicht schon von den GEZ-bedingt unschlagbaren ÖR-Sendern vereinnahmt worden wäre. Und falls das nicht der Fall wäre, wäre wiederum der Schluss gerechtfertigt, dass die Nachfrage nicht existiert und deshalb auch der Aufwand für das bestehende System nicht gerechtfertigt ist.

    Ich meine es ganz ernst, dass mediale Auswüchse wie in den USA mit Fox tatsächlich demokratiegefährdend sind.

    Ja, Faux News ist in gewisser Weise gefährlich. Aber wie kommst du auf die Idee, dass das anders wäre, wenn ihnen ein öffentlich-rechtliches Angebot gegenüberstünde? Meiner Meinung nach haben wir hier in Deutschland nichts, was auch nur annähernd so wertvoll wäre wie CNN (Ja, sogar in seinem heutigen Zustand noch.) oder die Daily Show (Das beste überhaupt.). Glaubst du wirklich, die Tagesschau würde Glen Beck das Wasser abgraben? Du sagst doch selbst, dass die Entlarvung ihn nicht klein kriegt.

    Ich denke erstens, dass ein solcher Mann im öffentlich-rechtlichem Rundfunk nicht diese Stärke entwickeln könnte

    Dann ist dein Vorschlag ein ausschließlich öffentlich-rechtlicher Rundfunk? Ansonsten wüsste ich nicht, wie das funktionieren sollte.

    zweitens, dass in den USA eine hörbare Gegenstimme fehlt, die sich nicht am wirtschaftlichen Erfolg orientieren muss und sachorientiert berichten kann.

    Private Sender haben ein Interesse daran, gute Berichte zu verfassen, wenn und weil es eine Zielgruppe gibt, die solche Berichte sehen will. Sie haben außerdem noch andere Interessen, geschenkt, aber dies haben sie auch.
    Ein öffentlich-rechtlicher Sender hat diesen Anreiz nicht, und trotzdem noch zahlreiche andere Interessen, wie man bei unseren ganz gut beobachten kann.
    Oder, um es kürzer zu machen: Ich sehe die gleichen Probleme wie du. Ich finde auch vieles schlimm und schädlich, was im Fernsehen läuft. Aber mir ist völlig schleierhaft, warum du glaubst, dass öffentlich-rechtliche Sender irgendwie zu deren Lösung beitragen könnten. Die Leute sehen Faux News nicht, weil sie die Tagesschau nicht kriegen, sondern weil sie diesen christlich-konservativen Bullshit gerne sehen wollen. Oder?

    Wie man dies auf mit Steuern oder Gebühren auf vernünftige Beine stellen kann, dazu habe ich aber keine Vorstellung.

    Nicht nur aber besonders zu diesem Satz von dir: Ich kann gar nicht sagen, wie erholsam ich es finde, mit Leuten zu diskutieren, die an einem aufrichtigen Austausch interessiert sind und auch mit den Schwächen ihrer Argumentation vernünftig umgehen. (Ich verbringe gerade zu viel Zeit auf Jesus.de. Dazu erscheint demnächst auch noch ein Beitrag hier.)

  20. Dietmar sagt:

    „Und man kann bezweifeln, dass es wirklich keine Privatsender mit tieferem Angebot gäbe, wenn dieses Marktsegment nicht schon von den GEZ-bedingt unschlagbaren ÖR-Sendern vereinnahmt worden wäre.“

    Das kann man zwar bezweifeln, aber ich denke, das wäre kein vernünftiger Zweifel: Vox hat eine Weile versucht, der große Nachrichten-Sender zu werden und gelernt, dass das privatrechtlich nicht funktioniert, weil dies kostengünstig nicht machbar ist und zu wenig Werbekunden anspricht. Und: wenn das ginge, hätten die USA das. Ist CNN soetwas? Ich weiß nicht recht.

    „Glaubst du wirklich, die Tagesschau würde Glen Beck das Wasser abgraben? Du sagst doch selbst, dass die Entlarvung ihn nicht klein kriegt.“

    Sendungen wie Monitor oder Report haben nicht die gewaltigen Einschaltquoten aber Einfluss auf gesellschaftliche Themen und ja, ich denke auch, dass eine etablierte Nachrichtensendung wie die Tagesschau anerkannter ist und mehr Wirkung hat wie mein heiß geliebter Jon Stewart.

    Gerhard Wischnewski ist bei der ARD mit seinem pseudo-wissenschaftlichen Quark gescheitert. Der hat Becksches Potential. Ich wiederhole mich, aber ich sehe an solchen Stellen eine große Verantwortung dieses Rundfunks und meine auch, er wird ihr gerecht.

    Das Indiz dafür ist eben, dass wir solche medoialen Auswüchse wie in den USA nicht haben. Und nicht, weil wir bessere Menschen seien oder eine höher stehende Gesellschaft, sondern weil die mediale Struktur eben so ist, wie sie ist.

    „Dann ist dein Vorschlag ein ausschließlich öffentlich-rechtlicher Rundfunk? Ansonsten wüsste ich nicht, wie das funktionieren sollte.“

    Nein, das ist nicht mein Vorschlag. Es funktioniert so, wie es gerade funktioniert, genau richtig. Ich würde daran einfach nicht drehen wollen. Sehe aber das Finanzierungsproblem natürlich, wie gesagt.

    „Private Sender haben ein Interesse daran, gute Berichte zu verfassen, wenn und weil es eine Zielgruppe gibt, die solche Berichte sehen will.“

    Ja, und da liegt der Hase im Pfeffer: Qualität hat ihren Preis. Ich sehe beispielsweise nicht, wie privat ein ähnliches Korrespondenten-Netz aufgestellt werden soll; CNN hat das, aber verliert zunehmend gegen Fox. Vox ist mit solch eine Anatz ja gescheitert. Die öffentlich-rechtlichen sind aber verpflichtet, dies zu tun, unabhängig von Markterfolgen. Schaffen wir sie ab, indem wir sie auf den freien Markt werfen, schaffen wir schlagartig auch diese Sendungen ab. Ersatzlos zunächst. Jeder Sender, der sich dann daran versuchen wollte, müsste er sich ähnliches Vertrauen aufbauen, und das bedeutet zunächst Verluste in Sparten, von denen keine große Gewinnsicherheit ausgeht. Man weiß einfach, wie vertrauenswürdig die öffentlich-rechtlichen Nachrichten und Berichterstattungen sind.

    „Die Leute sehen Faux News nicht, weil sie die Tagesschau nicht kriegen, sondern weil sie diesen christlich-konservativen Bullshit gerne sehen wollen. Oder?“

    Das ist ein sich selbst verstärkender Effekt, der auf diese Weise jedenfalls nicht durchbrochen werden kann.

    „Ich verbringe gerade zu viel Zeit auf Jesus.de.“

    Mann, Du gehst echt dahin, wo´s weh tut, was? 😉 Selbst als aktiver Christ war ich immer sehr schnell verschwunden, wenn diese Hardcore-Leute auftauchten.

  21. Dietmar sagt:

    „wie mein heiß geliebter Jon Stewart.“

    „als“!

    (Oder „als wie“ nach Goethe 🙂 )

  22. Dietmar sagt:

    „Das ist ein sich selbst verstärkender Effekt, der auf diese Weise jedenfalls nicht durchbrochen werden kann.“

    Damit meinte ich die Medienlandschaft der USA.

    (Das nächste Mal lese ich gründlich, bevor ich poste; einfach zu fiele Vehler, die ich jetzt aber nicht mehr korrigiere.)

  23. Muriel sagt:

    Das Indiz dafür ist eben, dass wir solche medoialen Auswüchse wie in den USA nicht haben. Und nicht, weil wir bessere Menschen seien oder eine höher stehende Gesellschaft, sondern weil die mediale Struktur eben so ist, wie sie ist.

    Naja, wir haben die Bild-Zeitung. Und ich glaube eigentlich eher, dass wir hier deshalb keinen Glen Beck haben, weil es bei uns diese quasiradikale fundamentalchristliche wertkonservative regierungsfeindliche gesellschaftliche Strömung nicht gibt, die in den USA eine lange Tradition hat.
    Zum Rest deines Kommentars kann ich eigentlich nichts schreiben, was ich noch nicht geschrieben hätte. Da schätzen wir die Lage anscheinend einfach unterschiedlich ein.

    Mann, Du gehst echt dahin, wo´s weh tut, was?

    Das sag aber auch mal. Und es fällt mir immer so schwer, eine Diskussion abzubrechen, sogar, wenn ich mit Leuten rede, die so Sachen schreiben wie:

    „Wenn ein Schluss, zu dem wir kommen, nicht die logische Folge eines Grundes ist, so ist er wertlos und könnte bestenfalls dank eines glücklichen Zufalles stimmen. Ist er nicht die Ursache einer Wirkung, so kann es ihn gar nicht geben. Es sieht also so aus, als müssten beide Verbindungssysteme gleichzeitig auf ein und dieselbe Abfolge geistiger Vorgänge anwendbar sein, wenn eine Gedankenfolge überhaupt einen Wert haben soll. Das ist die Ausgangslage.
    Nur: die beiden Systeme sind völlig verschieden. Verursacht-Sein ist nicht gleich Begründet-Sein. Sehnsuchtsgedanken, Vorurteile und die Wahnvorstellungen sind alle verursacht, aber sie sind unbegründet. Tatsächlich unterscheidet sich das Verursacht-Sein so grundlegend vom Begründet-Sein, dass wir in Diskussionen so tun, als schlössen sie sich gegenseitig aus. Die blosse Tatsache, dass für eine bestimmte Meinungen Ursachen vorhanden sind, lässt allgemein bereits die Vermutung aufkommen, dass die Meinung grundlos sei; [usw.]

    Naja. Ich will dem angekündigten Beitrag nicht vorgreifen, aber da ich darin auf diesen Themenstrang nicht eingehen werde, hielt ich das Zitat als Illustration der von dir angedeuteten Schmerzen für hilfreich.

  24. Muriel sagt:

    @Dietmar:

    Das nächste Mal lese ich gründlich, bevor ich poste

    Mach dir keine Sorgen. Erstens habe ich alles prima verstanden, was du geschrieben hast, und zweitens bin ich gerade schon froh, wenn jemand einen ganzen Satz schafft, ohne dass ich mir die Haare ausreißen will. Diesen Standard hast du mühelos übertroffen. (Ja, ich ärgere mich gerade wirklich ziemlich über diesen unerfreulichen Menschen da drüben, aber das ist kein Anlass zur Sorge. Manchmal ärgere ich mich ganz gerne ein bisschen.)

  25. Dietmar sagt:

    „Da schätzen wir die Lage anscheinend einfach unterschiedlich ein.“

    Ist ja auch okay, weil ich sie natürlich richtig einschätze.

    *kichernd weglauf*

  26. Muriel sagt:

    Und da ich drüben gerade gelernt habe, dass man Leute nur von Dingen überzeugen kann, die sie sowieso schon glauben, sehe ich auch kaum Chancen, dass sich daran was ändert…

  27. Dietmar sagt:

    So einer bin ich aber nicht.

  28. whynotveroni sagt:

    Und weil off-topic so super ist, und ich bestimmt erst drei Verwarnungen kriegen muss, bevor Muriel mich seines Blogs verweist:

    http://squee.icanhascheezburger.com/2011/01/03/cute-baby-animals-om-nom-monday-satisfaction-is-one-jump-away/

    (So, Muriel, jetzt behaupte du noch mal, Eichhoernchen seien aggressiv niedlich…)

    *weghusch*

  29. Muriel sagt:

    @Dietmar: Nein, das ist bei uns allen so. Das ist eine universelle Wahrheit. Musst du dir aber von Bollermann erklären lassen, ich hab’s auch nicht verstanden.
    @whynotveroni: Ich würde mich ein bisschen lächerlich machen, wenn ich dich jetzt hier abmahnen würde, weil du nicht beim Thema bleibst, oder?
    Damit ich dich meines Blogs verweise, müsstest du schon rübergehen und Bollermann recht geben.
    (Und wehe, jemand fragt mich, warum ich überhaupt mit Leuten diskutiere, die sich „Bollermann“ nennen.)

  30. Dietmar sagt:

    Meine Güte, begreif´ ich manchmal langsam …

    Aber von Bollermann (gnihihi) will ich mir das jetzt nicht erklären lassen.

  31. Muriel sagt:

    @Dietmar: Mach dir keine Sorgen. Ich habe mit den Kameraden da stundenlang diskutiert und es immer noch nicht begriffen. Übrigens denke ich gerade, dass es Plotin war, von diesem besondere Perle stammt. Naja. Klingt aber bei Weitem nicht so lustig.

  32. whynotveroni sagt:

    Also ich hab‘ mal versucht, den aktuellen Thread zu finden, auf den du dich beziehst, aber konnte nur Postings von September bis Dezember finden… Wuerde mich ueber ’nen Link freuen, wenn das moeglich ist bei dem komischen Forumslayout.

    „Damit ich dich meines Blogs verweise, müsstest du schon rübergehen und Bollermann recht geben.“

    Das wird schwierig. Ich versteh ihn naemlich nicht. Spielt ihr Buzzword Bingo?

  33. Muriel sagt:

    @whynotveroni: Zu Bollermanns Bingo: Du kennst sicherlich diesen Spruch, dass ein Gläubiger in einer halben Minute mehr Bullshit von sich geben kann, als ein Skeptiker in einer halben Stunde erklären könnte. Oder anders: ich verstehe ihn auch nicht so richtig.
    Was Plotin angeht, so hat er seine Behauptung inzwischen halbwegs zurückgenommen, du findest sie aber hier.
    Oder meintest du einen anderen Thread?
    Der mit Moorwackler ist auch ganz ulkig.

  34. whynotveroni sagt:

    Danke. Der „hier“-Link funktioniert aber nicht…

  35. Muriel sagt:

    @whynotveroni: Verdammte Pest, das war mein Fehler. Hab den Link nicht richtig zugemacht. Jetzt geht er wieder.

  36. DasSan sagt:

    Meine meinung ist, dass es sich rein theoretisch durchaus lohnt, einen ö-r rundfunk zu haben, der sendungen unabhängig von werbeeinnahmen und dem daraus resultierenden quotendruck macht, um kultursendungen, reportagen, dokumentationen und seriöse nachrichten zu zeigen (oder habe nur ich den eindruck, dass die „news“ der privaten immer mehr zur shownummer werden?). Auf der basis der gebührenfinanzierung hätten auch neue, eigenwillige und gewagte formate eine chance ihr (kleineres) publikum zu finden.
    Für solche Angebote würden sich von allen gezahlte gebühren auch lohnen und ich würde sie gerne zahlen.
    Das problem ist nur, dass das system anscheinend nicht funktioniert und sich die öffentlich-rechtlichen, die eigentlich unabhängig sein sollten, trotzdem von einschaltquoten und zum teil sogar von der politik abhängig machen. So kommt es dann, dass man da volksmusiksendungen, schmalzfilme und herz-schmerz-serien neben dümmlichen quizshows und 5 talkshows pro woche sehen muss und anspruchsvolle und sehenswerte filme irgendwann mitten in der nacht laufen. Ganz abgesehen natürlich von der werbung, die es bei diesen sendern trotzdem gibt.
    Unter diesen voraussetzungen kann man sich dann natürlich schon darüber aufregen, dafür noch gebühren zahlen zu müssen, es ist einfach eine vertane chance.
    Eine grundversorgung mit seriöser, qualitativ hochwertiger information und gut gemachter unterhaltung wäre auch nicht nur etwas für gut verdienende akademiker, sondern für alle etwas wert (jetzt mal abgesehen von gebührenbefreiungen für sozialhilfeempfänger und geringverdiener).

  37. whynotveroni sagt:

    @DasSan: Stimmt. Und du hast die 357 Kochsendungen vergessen…

    @Muriel: Danke… dann schau ich mal…

  38. Dietmar sagt:

    @DasSan: Da ist was dran.

  39. Muriel sagt:

    @DasSan: Danke für deinen Kommentar. Das ist nicht schlecht gedacht, aber setzt das nicht voraus, dass sich das auch ein paar Leute ansehen?
    Sendungen mit vielen Zuschauern kriegen auch Privatsender hin, da braucht man niemanden, der frei vom Quotendruck ist.
    Sendungen mit wenig Zuschauern… Naja, die erreichen eben kaum jemanden und lohnen sich deshalb in meinen Augen eben gerade nicht. Insbesondere finde ich es unverhältnismäßig, unfair und (so abgenutzt dieser Begriff auch ist) in der Tat unsozial, alle Bürger für eine Sendung zahlen zu lassen, die sich nicht mal 1% von ihnen ansieht.

  40. DasSan sagt:

    Sehr richtig, sendungen, die millionen zuschauer haben, können auch die privaten. Bei den ö-r haben sendungen dann vielleicht auch mal nur 100.000 zuschauer, aber es sollte sie trotzdem geben, das ist für mich ja gerade der sinn der sache (100.000 zufriedene zuschauer sind doch auch schon was).
    Vielleicht sehe ich das auch etwas egoistisch, weil ich finde, dass es diese verschrobenen kleinen kultursendungen, die andere sterbenslangweilig finden, halt geben soll, weil ich sie gerne sehe 😉
    Aber abgesehen von sagen wir mal „Orchideensendungen“ sollte (theoretisch) das gebührenfinanzierte Fernsehen eben allen für ihr geld zuverlässige, ordentlich recherchierte und aufbereitete informationen durch seriöse nachrichtensendungen und ähnliches bieten, davon hätten ja alle was, nicht nur 1 % akademiker.

  41. […] einigen Programmen stellt sich zu Recht die Existenzberechtigung diverser Regional- und/oder Radio-Sender und da wo es normal der “Markt regeln” müsste, wirft man alles in einen Topf und die Qualität […]

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