George, you can type this shit, but you sure as hell can’t say it

Mich würde mal eure Meinung interessieren, einfach so auf die Schnelle, ganz unverbindlich und subjektiv. Ich fürchte, ihr seid alle ein bisschen voreingenommen und nicht repräsentativ, schließlich lest ihr dieses Blog, aber vielleicht heißt das gar nichts. Also los:

In Geschichten lese und schreibe ich gerne halbwegs natürliche Dialoge, in denen so Abschnitte vorkommen wie „Ähh… hm… Was?“ oder „Naja, pff… Keine Ahnung.“

Sachen, die Leute auch wirklich sagen.

Meine Lektorin markiert mir solche extremen Beispiele und ermahnt mich, dass meine Dialoge literarischer werden müssen. Ich weiß, dass sie da in gewisser Weise Recht hat, aber auf der anderen Seite lese ich gerade ein ziemlich abschreckendes Gegenextrem, und nun komme ich langsam zur Sache.

Geoffrey Cousins „The Butcherbird“ ist ein durchaus gelungener australischer Wirtschaftsthriller, der mir bisher (nach zwei Dritteln) eigentlich gut gefällt. Aber es ist diese Art Roman, in der Leute sich treffen und dann solche Sachen sagen wie:

[Als der Protagonist, beruflich Architekt, von einem Bootsausflug zurückkehrt, sagte seine Frau zu ihm:] „So, the great sailor returns from life on the high seas. Didst thou conquer the waves? Didst thou haul on mighty hawsers and splice the main brace? And hast thou returned to thy safe port and the bosom of a soft woman?“

Oder:

[Der Sohn eines Freundes des Protagonisten wurde verprügelt, und sein stolzer Vater sagt in trauter Männerrunde in einer Bar zu den anderen:] „My son. Yes, gentlemen, the fruit of my loins, my only son, Gordy – rugby player, drinker, rooter – all fifteen stone of muscle and meat, beaten, bleeding. Shirt torn. The shirt his mother gave him for Christmas, five years ago admittedly, but ripped, covered in blood. Gordy, my son. I ask you, gentlemen – who would dare lay a finger on my son and expect a happy life?“

Oder Stieg Larsson. Der hat ja offenbar auch irgendwas richtig gemacht, dem Verkaufserfolg nach. Aber er schreibt Dialoge wie diesen hier:

„Du bist Journalist, also betrachte alles, was jetzt kommt, als off the record.“

„Jetzt mach mal halblang! Du kannst mir nicht solche Sachen erzählen und hinterher damit ankommen, dass ich nichts davon weitergeben darf.“

„Und ob ich das kann. […] Über den Rest der Story […] kannst du gerne was schreiben, aber du musst mich als anonyme Quelle behandeln.“

„Aha. Aber in der gängigen Terminologie bedeutet off the record, dass man mir im Vertrauen etwas erzählt, ich aber nichts drüber schreiben darf.“

Für mich können solche Dialoge einen Roman völlig zerstören. Sie reißen mich komplett raus, weil ich beim Lesen immer versuche mir vorzustellen, wie jemand so etwas wirklich sagt – und dabei spektakulär Schiffbruch erleide.

Und das ist im Grunde schon meine Frage. Damit wir uns nicht falsch verstehen: Ich will jetzt nicht hören, wie toll ihr meine Dialoge findet. Ich weiß, dass ich daran noch arbeiten muss. Aber mich würde brennend interessieren, ob ihr erkennt, was mich an den Beispielen da oben irritiert, oder ob ich da einfach nur irgendwie den Zugang nicht finde.

Was meint ihr?

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31 Responses to George, you can type this shit, but you sure as hell can’t say it

  1. iolanthe sagt:

    Das englische Beispiel finde ich auch sehr abstoßend. Was dich an dem Larsson-Dialog stört, kann ich aber ehrlich gesagt nicht nachvollziehen, den finde ich recht natürlich – vielleicht stehe ich aber auch auf dem Schlauch und finde die Unlogik im Auszug einfach nicht. Wäre er noch realistischer bzw. umgangssprachlicher fänd ich den Dialog tatsächlich unangebracht für einen literarischen Text. Ich möchte in Büchern keine Theaterdialoge oder Alltags-Transkriptionen lesen 8davon habe ich im Studium genug), sondern wohlformulierte Sätze, die den Gesprächsfaden aufnehmen und pointiert weiterführen. (Ausnahmen können manchmal (selten) Jugendromane oder ähnliches sein.) Schwer zu beschreiben.

    Deine Dialoge (ich habe bis jetzt nur Gefallen 1 von dir gelesen) finde ich okay, könnten für meinen Geschmack aber tatsächlich noch einen Tick literarischer und „eingebetteter“ in den Erzählfluss sein. Ich denke, dass machst du absichtlich nicht, (um den Text lebendiger zu machen oder ähnliches 😉 ). Ich stolpere aber trotzdem manchmal über plötzliche Zur-Wort-Meldungen bzw. deren Inhalt und muss dann erstmal rückwärtslesen um den Bezug herstellen zu können.

  2. iolanthe sagt:

    ui, achte bitte bitte weder auf Rechtschreibung noch auf Zeichensetzung oder ähnliches. Bitte 😉

  3. iolanthe sagt:

    (Also in meiner Antwort, meinte ich jetzt. In deinen Texten kannst und sollst du gerne vernünftige Rechtschreibung verwenden. Aber das tust du ja auch)
    ‚Tschuldigung fürs Zuspammen, ich gehe dann jetzt auch gleich ins Bett…

  4. Muriel sagt:

    @iolanthe: Du darfst schreiben, bis es wehtut. Hier ist reichlich Platz.
    Und vielen Dank für deine Antwort, genau sowas hatte ich mir erhofft!
    (Was ich bei Larsson genau furchtbar finde, erkläre ich gerne noch, aber ich möchte erst einmal abwarten und nicht andere Kommentare vorwegnehmen.)

  5. whynotveroni sagt:

    Die englischen Beispiel kann ich nachvollziehen, das ist mir auch zu theatralisch.

    Bei Stieg Larson seh ich jetzt nicht das Problem. Falls es wegen der Anglizismen ist, die vielleicht irgendwie gewollt cool klingen und das etwas nervt: Nach zwei Jahren Arbeiten in Boston koennte es mir leicht passieren, so etwas zu sagen, wenn ich nicht bewusst drauf achte, im Deutschen zu bleiben (was ich meist tue, aber es ist eine bewusste Anstrengung). Das ist so, weil es manchmal keine echte Entsprechung im Deutschen gibt („off the record“), manchmal, weil es viel kuerzer und unkomplizierter ist („unrelated“ vs „etwas, das nichts mit der anderen Sache zu tun hat“), und manchmal auch, weil mir die englische Formulierung zuerst einfaellt.

    Wenn ich mir also jetzt einen Journalisten vorstelle, der in einer teils englisch- teils deutschsprachigen Umgebung seinen Job (tschuldiung, seine Arbeit) ausuebt, finde ich den Dialog ziemlich natuerlich.

    Im allgemeinen finde ich, dass es sehr drauf ankommt, wie du deine Charaktere darstellen willst. Die Sprache der Figuren kann auch ein Werkzeug sein, um ihnen Charakter zu geben. Bei Robin Hobb gibt es ja z.B. diesen Schiffsjungen, der furchtbar unsauber spricht… Und Dinge wie „Naja, pfff… keine Ahnung“ wuerde vielleicht auch nicht jeder sagen, aber mancher schon. Auf mich wirkt das meisst komisch, als wenn du als Autor willst, dass die Figur nicht ganz ernst genommen werden soll.

    Ich finde beide Extreme stoerend (also Theater-Sprache sowohl als staendig zu schlacksig. Ich glaube, es ist am besten, per default ( 🙂 ) normale Umgangssprache in den Dialogen zu verwenden, und alles andere sehr bewusst einzusetzen.

  6. Guinan sagt:

    Wichtig ist mir vor allem, dass Dialoge und Text eine Einheit bilden. Das muss sich nahtlos einfügen, sonst werde ich aus der Stimmung gerissen, und das mag ich nicht.
    Slang und Dialekt ist ok, wenn es passt, darf aber nicht zuviel werden. Wenn in historischen Romanen mit Ihr und Euch geredet wird, kann es mir passieren, dass ich dann auch so denke, zumindest wenn das Buch lang genug ist. Die Igors von Pratchett finde ich dagegen schon grenzwertig.(Kennst du? Die lispeln extrem, alle S-Laute werden F geschrieben.) Ein paar Sätze sind ok, es wird dann aber sehr schnell nervig.
    Den ersten Cousins-Abschnitt finde ich kaum lesbar, wenn noch viel in der Art käme, flöge das Buch bald in die Ecke. Das ist mir nun wirklich zu „sprachkreativ“. Den zweiten Abschnitt finde ich zwar bescheuert, aber das liegt wohl daran, dass das eh kein Thema für mich wäre. Sprachlich ist das aber für mich ok.
    Der Larsson klingt ein bisschen gestelzt. Besonders der letzte Absatz ist so bemüht erklärend, der Rest geht eigentlich. Wenn dich das so stört, passt es wahrscheinlich einfach nicht zum restlichen Stil. Kann ich nicht beurteilen, ist auch kein Buch für mich.
    Was deine Dialoge angeht, da muss ich bei längeren Passagen manchmal nachrechnen, wer denn nun gerade spricht. Ein verbindender Text wäre gelegentlich nicht schlecht.

  7. Dietmar sagt:

    Den englischen Text kann ich mir sehr gut vorstellen: Im ersten Beispiel macht sie sich über seine Seefahrer-Attitüde in altem Englisch lustig. Beim zweiten Text könnte ich mir denken, dass das ein Versuch des Redners sein soll, die Bedeutung zu betonen; Reden können auch mal sehr geschwollen sein.

    So würde ich mir das vorstellen. Wenn das aber durch den restlichen Text nicht zu halten ist, dann war das wohl nix.

    Larsson geht eigentlich in meinen Augen.

    Allgemein finde ich aber „autentische“ Sprache gut.

    Ääähh … ja … na denn, gute Nacht!

  8. OneBBO sagt:

    Echte authentische Sprache ist völlig unleserlich, will sagen: unzumutbar. Das wird jeder bestätigen können, der mal ein Gespräch zwischen zwei Menschen ohne ihr Wissen mitschneidet 🙂

    Ich finde deine beiden Beispiele schwierig zu beurteilen, weil sie beide kein Deutsch, also nicht meine Muttersprache sind. Und Larsson ist zusätzlich noch eine Übersetzung, wer weiß, was da wirklich steht?

  9. Günther sagt:

    Bei dem englischen Beispiel kann ich verstehen, was du meinst. Das kann man sich in einem Film schon nicht vorstellen, geschweige denn im echten Leben. Allein schon wegen der Länge. Andererseits kann ich mir gut vorstellen, dass mir das nicht groß aufgefallen wäre, wenn ich nicht so mit der Nase drauf gestoßen worden wäre.

    Der von Stieg Larsson gefällt mir eigentlich ganz gut, höchstens stolpere ich da über das „off the record“. So spreche ich jedenfalls nicht.

  10. rebhuhn sagt:

    ohne jetzt die kommentardiskussion zu verfolgen/berücksichtigen [bin krank und daher entschuldigt]:
    bei stieg larsson stört es mich nicht, da ist es mir nicht einmal aufgefallen. beim ersten beispiel ist es für mich ‚offensichtlich‘ altes englisch, das ordne ich dann automatisch in eine frühere epoche ein – damit wäre das für mich auch ok.

  11. Muriel sagt:

    Interessant, dass sich die Kritik so auf die ersten beiden Beispiele konzentriert. Ich finde Larsson (oder seinen Übersetzer, ist ja egal, es geht ja hier nicht darum, ihn als Person zu beurteilen) erheblich schlimmer. Sein Buch habe ich nach hundert Seiten völlig entnervt von mir geworfen, das von Cousins werde ich mit Vergnügen zu Ende lesen.
    Falls es jemanden interessiert: Ich finde, dass Cousins Versuche immerhin auf Ideen basieren, wohingegen Larssons Dialog ein trauriges Zeugnis völliger Einfallslosigkeit ist. Erst ein bisschen bemühte Echtsprachlichkeit („Jetzt mach mal halblang!“, „Aha.“), die überhaupt nicht zum restlichen Stil der Figuren passt, und dann das dreisteste Stück stupider Exposition, das ich seit Langem gelesen habe („Aber in der gängigen Terminologie bedeutet…“).
    Liegt vielleicht doch an mir.

  12. Andi sagt:

    Wenn ich nicht schreiben darf, wie gut ich deine Dialoge finde, darf ich hier nix schreiben… 😦
    Ich finde, dass deine Dialogführung deinen eigenen Stil ausmacht und dass du diesen Stil beibehalten solltest. Das klingt dann auf jeden Fall nicht so gestelzt wie in deinem Larsson-Beispiel.

    Ich glaube übrigens nicht, dass sich Larssons Verkaufserfolge auf seine Dialoge zurückführen lassen. Sondern vielmehr auf die Art, wie er seine Geschichte erzählt und auf die Führung seiner Figuren, besonders Lisbeth Salander.
    Aber das ist ein anderes Thema. 🙂

  13. madove sagt:

    Die zwei englischen Beispiele hatte ich beide für witzig überzogene „Auftritte“ gehalten. Sowas könnte ich auch sagen, aber natürlich mit einem erheblich ironischen Unterton, in dem ich zB eine Freundin als ‚holdes Fräulein‘ anprechen könnte. Wenn der Kontext und die sprechenden Personen das aber nicht hergeben, ist es SEHR beunruhigend…

    Larsson kenne ich auch nicht, aber ich kenne Leute, die so sprechen. Die gleichen Anglizismen, pseudo-lockerer Stil, pseudo-wissenschaftliche Rechthaberei. Und ich mag sie nicht.

    Deine Dialoge mag ich explizit gerne, das hatte ich bestimmt schonmal erwähnt. Ich stolpere nur manchmal über die Lautmalereien, wenn sie nicht genau so geschrieben sind, wie ich sie im Geiste geschrieben hätte.

  14. Muriel sagt:

    @Andi: Das sagst du doch nur, weil du ein schlechtes Gewissen hast, weil du hier so lange nicht mehr kommentiert hast. Aber ich freu mich trotzdem, danke!
    Du bist jetzt wieder mein Freund.
    Lisbeth Salander war übrigens meine letzte Hoffnung, aber nach ihrem Dialog mit diesem Anwalt lag das Buch in der Ecke.
    @madove: Das off the record ist wirklich noch das, was mich am wenigsten stört. Und was ich am haarsträubendsten fand, ist, dass da alle so reden. Man kann die Leute nicht auseinanderhalten anhand dessen, was sie sagen.
    Naja, und über dein Lob freue ich mich natürlich auch sehr, obwohl ich gerne bescheiden tun wollte, indem ich vorgab, es nicht zu wollen.

  15. Andi sagt:

    Moment, ich war mal nicht dein Freund, weil ich hier nicht sofort alles kommentierte. Pfui, bist du ein Egozentriker.
    ICH KANN AUCH ANDERS, IST DAS KLAR?
    So, *räusper*, ähm… dieses „Off the Record“ im Larsson-Text stört mich auch nicht. Für mich isses eher dieses oberlehrerhafte, dieses erklärende im Dialog. Als ob man das für 3jährige nochmal erklärt.
    Meintest du das auch, Muriel?

  16. DasSan sagt:

    Ich finde die Larsson-Beispiele eigentlich nicht schlecht, ich würde beim Lesen nicht darüber stolpern.
    Im Großen und Ganzen finde ich es ganz gut, wenn die Leute in Büchern etwas „sauberer“ reden als man es im täglichen Leben vielleicht tut, ohne all die ähs und mmhs und Schludrigkeiten, außer vielleicht, wenn mit der Sprechweise ganz bestimmte Eigenschaften der Figur dargestellt werden sollen, aber auch dann sollte es nicht zu viel sein.
    Ich mag einfach die schöne klare literarische Sprache 😉

  17. Muriel sagt:

    @Andi: Ja, bin ich. Sind wir Atheisten alle. Hörst du nie zu, wenn Apologeten dir was sagen?
    Naja. Egal.
    Ja, genau das meinte ich in der Tat auch. Schön.
    @DasSan: Damit stehst du (in Bezug auf Larsson) ja auf Seiten der überwältigenden Mehrheit hier. Anscheinend bin ich da einfach nur überempfindlich.

  18. whynotveroni sagt:

    @Muriel: Ja gut, wenn es um das Erklaerende im Dialog geht, hat das aber doch erst mal nichts mit der Sprache zu tun. Es ging doch um die Sprache und nicht den Inhalt, oder?

    Dass der Dialog nicht besonders spannend klingt (zumindest so aus dem Kontext gerissen), mag ja sein, war aber nicht gefragt…

  19. whynotveroni sagt:

    Uebrigens wuerde ich Buecher, die im Original in einer Sprache geschrieben sind, die ich verstehe, immer im Original lesen… (und ich weiss, du bist des Englischen maechtig). Gut, das aendert am Inhalt allerdings meist auch nichts Wesentliches…

    Mich wuerde jetzt trotzdem mal interessieren, wie das im Original formuliert ist.

  20. Muriel sagt:

    @whynotveroni: Nein, von Sprache habe ich nie was gesagt. Es ging mir um die Wirkung der Dialoge insgesamt.
    Auf den ersten 100 Seiten von Verblendung gibt es keinen einzigen Dialog, der nicht auch in einem Microsoft-Handbuch stehen könnte, ob mit Kontext oder ohne.
    Aber ich werde unfair. Das ist nur, weil ich nicht nur eine gute Stunde meines Lebens mit diesem Mist verschwendet habe, sondern dann aus mir nicht mehr erinnerlichen Gründen auch noch den Film sehen musste. Bah.
    Und außerdem bin ich neidisch. Wenigstens ist er tot.
    Ich glaube, ich sollte jetzt schlafen gehen.

  21. whynotveroni sagt:

    Oh, ich nehme alles zurueck. Ich vermute, das Original ist schwedisch…

  22. Muriel sagt:

    @whynotveroni: Wie jetzt? Schrieb Larsson auf Englisch? Oder meinst du allgemein? Da halte ich das durchaus auch so.

  23. Muriel sagt:

    Jetzt muss einer von uns Pepsi sagen, oder?
    Ich gehe wirklich zu Bett.

  24. whynotveroni sagt:

    Aeh… Pepsi!

    Uebrigens: Ich mag die Dialoge von Richard Morgan. Die sind auch natuerlichsprachlich (und auf jeden Fall fluchen die Akteure ziemlich viel und ungeniert). Ihr muesst mich/uns mal besuchen in Bremen, dann koennte ich dir Altered Carbon leihen…

  25. Andi sagt:

    Larsson schrieb natürlich auf schwedisch, der verrückte Hund. Und soweit ich schwedisch verstehe, sind die Dialoge auch im Original etwas ungelenk.

  26. Donny sagt:

    Viele, gerade gut gebildete Menschen gehen meiner Meinung nach so Fragen nicht „jungfräulich“ genug an. Man weiß einfach zu viel. 🙂 Kennt zu viele Bücher, die zu oft auf Bestseller-Listen standen und der darin und in unseren gängigen Medien proklamierte Schreibstil wird unsere Norm.
    Ich bin ein Kind des Ruhrgebiets, das auch mit „Wat?“ nachfragen kann, ohne wie der letzte Pöbel zu wirken. Manche Menschen finden es sogar charmant. Und oft sagen sie mir, dass es daran liegt, dass ich die Dinge so frisch und unverblümt anspreche. Mal ganz unbeholfen, so wie man es eigentlich nicht macht oder kennt.
    Um’s mal so auszudrücken: von mir aus kannse sämtlichen Kladderatsch in deine Geschichtchen reinpacken.
    Je authentischer, desto besser, meine ich.

  27. Muriel sagt:

    @Donny: Willkommen bei überschaubare Relevanz, und danke für die Antwort, die mir natürlich ausnehmend gut gefällt.
    @whynotveroni: Hatte ich ganz vergessen. Von Morgan habe ich ja schon dieses andere Buch gelesen. Die Dialoge sind mir zumindest nicht nachteilig in Erinnerung geblieben…
    @Andi: Du hast Larsson auf Schwedisch gelesen?

  28. Arctica sagt:

    (ohne die anderen Kommentare zu lesen):
    Das englische Beispiel finde ich ok, obwohl ich sonst nicht so auf theatralischen Krams stehe. Das von Stieg Larsson würde mich aber tatsächlich davon abhalten das Buch zu Ende zu lesen. Ich finde in ein Buch gehört durchaus eine Art gehobenere Sprache, vollständige, einsprachige Sätze… den Gossenslang hört man schließlich sowieso den ganzen Tag (und spricht / schreibt ihn selbst)

  29. Andi sagt:

    Nee, Muriel. Ich hab Larsson nicht auf Schwedisch gelesen. Also, zumindest nicht vollständig, nicht ansatzweise. Nur ein bißchen was zum Üben der Sprache und so. Ich hab doch so einen kleinen Schweden-Hau.

  30. Muriel sagt:

    @Arctica: Sympathischer Kommentar, obwohl ich dir nicht in allem zustimme. Aber immerhin magst du Larssons Dialog nicht, das reicht mir schon.

  31. whynotveroni sagt:

    Vielleicht ein Nachtrag: Dialoge, die so geschrieben sind, wie die Personen sprechen, koennen mitunter den Lesefluss erschweren, und das ermuedet auf Dauer. Koennte ein Grund sein, generell erst mal Hochdeutsch zu schreiben, und nur in Ausnahmefaellen zur besonderen Hervorhebung bestimmter Charaktere davon abzuweichen… Das spricht natuerlich ueberhaupt nicht dagegen, Fuellwoerter mit einzubauen. Wenn ich aber z.B. Schwaebisch so lesen muesste, wie man’s spricht, faende ich das schon anstrengend auf Dauer.

    …oder denk mal an den Tod, der NUR IN GROSSBUCHSTABEN SPRICHT! Das ist zwar ab und an lustig, wuerde aber ueber laengere Strecken nicht zu erhoehtem Lesevergnuegen fuehren. 🙂

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